Made in Germany...

Made in Germany... Meinung
Teil der Exklusiv-Serie Die Hengst-Chroniken

Hengst-Chroniken #20

Michael Hengst / 30. Oktober 2020 - 7:00 — vor 1 Jahr aktualisiert

Teaser

Für Michael Hengst wird zu viel auf dem Förderprogramm des Bundes herum gehackt. Die hiesige Entwicklerszene solle besser Selbstkritik üben, denn nicht alle ihre Probleme ließen sich mit Geld lösen.
Anfuehrung
Dieser Inhalt wäre ohne die Premium-User nicht finanzierbar. Doch wir brauchen dringend mehr Unterstützer: Hilf auch du mit!
Deutschland ist als Entwicklungsland ein Entwicklungsland! Seit Jahren geht der Anteil lokaler Produktionen deutlich zurück. Seit 2018 machen sie nur noch rund fünf Prozent vom Gesamtvolumen des deutschen Spielemarkts aus. Zwar schlagen sich Browserspiele-Macher mit einem (niedrigen) zweitstelligen Anteil in ihrem Segment etwas besser, nationale Hersteller von mobilen Spielen dagegen liegen mittlerweile sogar deutlich unter fünf Prozent.

Ratet einmal, wie viele deutsche Unternehmen unter den zehn größten lokalen Arbeitgebern der Branche sind. Es ist nicht die Mehrheit. Nicht einmal die Hälfte. Es sind drei. Die restlichen Firmen kommen aus Japan, Schweden, Israel, China oder Frankreich. Besonders die schwedische THQ Nordic Gruppe hat sich in der Vergangenheit einige der traditionsreichsten und besten hiesigen Entwickler und Publisher einverleibt, wie Piranha Bytes, HandyGames und Koch Media mitsamt Spiele-Label Deep Silver.

 
Mit genug Millionen wird die teutonische Spieleentwicklerszene genesen, so das Credo.
Für gewöhnlich werden die mangelnde Anerkennung und vor allem das fehlende Geld als Gründe für das schlechte Abschneiden der lokalen Szene angeführt. Deutsche Entwickler beteuern ständig, wie wichtig ihre Branche sei, wie krisensicher (gerade jetzt!), wie zukunftsträchtig, modern, technologietreibend. Damit schielen sie nach öffentlicher Unterstützung. Filme Made in Germany werden schließlich auch finanziell unterstützt, warum nicht lokale Spiele? Mit genug Euro-Millionen der Steuerzahler werde die teutonische Entwicklerszene genesen, so das Credo. Andere Länder, so geht das Greinen und ...

131 Kommentare

Danke für dein Interesse an diesem Premium-Inhalt! Du hast zwei Möglichkeiten, ihn zu nutzen: Erstens kannst du bis nächsten Monat warten und darauf spekulieren, dass wir ihn in unsere kostenlosen Beispiele aufnehmen.

Zweitens kannst du ein Premium-Abo (ab 4,99 Euro, Probemonat nur 99 Cent) abschließen, siehe unten. Du sicherst dir damit über 20 exklusive Vorteile und unterstützt unsere unabhängige Redaktion. Außerdem bieten wir dir hier als kostenloses Beispiel einen Inhalt dieser Premium-Kategorie an (allerdings kannst du nicht die Kommentare sehen oder selbstkommentieren):

Veröffentlicht am 17.11.2021:

Du kannst dir auch mehrere weitere Premium-Inhalte kostenlos ansehen: Jeden Monat aktualisieren wir unsere Premium-Beispiele mit kompletten Inhalten aus dem Vormonat. Im folgenden listen wir unsere Abo-Varianten auf, du kannst hier auch direkt ein Abo abschließen.

Unregistriert
Registriert
Premium-
Abo
Premium-<br/>Abo
Premium
Gold
Premium<br/>Gold
Monatspreis bei jährl. Zahlung
Fair-play*
Fair-play*
4,99 €
9,99 €
Monatspreis regulär
 
 
5,50 €
11,00 €
   
 

Laufzeit

Zahlungsart

Du bist zurzeit nicht angemeldet.

Bevor du ein Abo abschließen kannst, musst du dich auf GamersGlobal registrieren oder mit deinen Zugangsdaten anmelden.

Die unten aufgeführten Abo-Bedingungen habe ich gelesen und akzeptiert.

(alle Preise in Euro inkl. MwSt. sowie von uns zu tragenden Zahlgebühren, z.B. PayPal)

* Fair-Play-Prinzip: Bitte lasse bei kostenloser Nutzung deinen Adblocker auf GamersGlobal aus.

** Ein ausgelaufenes Diamant-Abo wird zu einem kostenlosen Platin-Monat, ein Platin-Abo zu einem Gold-Monat, ein Gold-Abo zu einem Premium-Monat (sofern das jeweilige Abo aus mind. 3 bezahlten Monaten bestand).

Michael Hengst 30. Oktober 2020 - 7:00 — vor 1 Jahr aktualisiert
Zum mitzudiskutieren benötigst du ein Premium-Abo.
euph 28 Endgamer - - 109617 - 30. Oktober 2020 - 7:25 #

Sehr schöner Text, dem ich auch in weiten Bereichen zustimmen würde, soweit das meine "Insider"-Kenntnisse zulassen.

Sokar 19 Megatalent - - 18755 - 30. Oktober 2020 - 7:50 #

Da steckt viel im Text drin, mal zu einem: in der Heimcomputer Zeit hatten wir einigen bekannte Entwickler, die haben sich aber häufig aus der Spielebranche verabschiedet, wie Manfred Trenz, der manche heute noch verehren.
Es gibt zwar auch heute noch sehr gute Designer in Deutschland, aber ich behaupte einfach mal, Volker Wertich ist der einzige Super-Star-Designer. Natürlich weit weg von Miayamoto oder Sid Meier, aber er dürfte besser da stehen wie ein John Romero, Richard Garriot oder Peter Molyneux, die eigentlich nur vom vom Fame ihrer alten Spiele, wenn nicht gar eines alten Spiels leben.

goldetter 16 Übertalent - P - 4272 - 30. Oktober 2020 - 8:02 #

Tolle Glosse. Das spiegelt sich in meinen eigenen Konsum wieder.

Und das Geld und Größe nicht alles ist, zeigt im Film, Musik und Fernsehbereich, der meiner Meinung nach, bezogen auf die Größe, viel hochwertigere Output aus Österreich.

Das merkt man auch in der "Hoffierung" der Künstler, die ja nicht unbedingt jedem gefallen muss, "Küss die Hand".

Trotzdem würde ich beim Beispiel TV nicht den Kreativen die Schuld in die Schuhe schieben wollen, sondern der Tatsache, dass in Deutschland Freiraum für Experimente gegeben wird. Also vor 24 Uhr.

Toll finde ich im Gamesbereich was aus Frankreich kommt, wobei dort vielleicht der Staat mehr fördert, als bei uns. Das entzieht sich meiner Kenntnis. Dazu wäre vielleicht mal ein Artikel interessant, wie sich die Förderung in den Ländern unterscheidet.

thatgui 16 Übertalent - P - 5980 - 30. Oktober 2020 - 8:39 #

Glosse ?

goldetter 16 Übertalent - P - 4272 - 30. Oktober 2020 - 10:19 #

Eine kurze, aüberspitzte Meinungäußerung mit Augenzwinkern?

thatgui 16 Übertalent - P - 5980 - 30. Oktober 2020 - 10:38 #

Was eine Glosse ist, ist mir schon klar, aber das ist doch keine Glosse

goldetter 16 Übertalent - P - 4272 - 30. Oktober 2020 - 11:27 #

Mag sein, dass Du da recht hast. Unter dem Strich bleibt, dass mir der Artikel gefallen und den Kaffee versüßt hat.

thatgui 16 Übertalent - P - 5980 - 30. Oktober 2020 - 12:35 #

Das wollte ich auch nicht in Abrede stellen/dir nehmen, war einfach nur ein "klassischer" Anfall von Erbsenzählerei meinerseits.

Faerwynn 19 Megatalent - P - 15766 - 30. Oktober 2020 - 11:32 #

Gegenthese: Uwe Boll soll wen beraten, wie man etwas richtig macht. Also: Glosse.

euph 28 Endgamer - - 109617 - 30. Oktober 2020 - 12:08 #

Zumindest in Sachen Finanzierung hätte er da vielleicht gute Tipps.

thatgui 16 Übertalent - P - 5980 - 30. Oktober 2020 - 12:33 #

Vielleicht trübt da der große zeitliche Abstand zum Deutsch-Unterricht mein Erinnerung, aber der punktuelle Einsatz von Überspitzung macht noch keine Glosse > der ganze Text muss die Glosse tragen.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 40698 - 30. Oktober 2020 - 17:50 #

Abgelehnt. Boll sollte nicht beraten, wie man tolle Produkte schafft, sondern, wie man international Erfolg haben kann, wie man Produkte verkauft. Und ich würde mal sagen, so schlecht war der Boll in diesem Punkt nicht.

Faerwynn 19 Megatalent - P - 15766 - 30. Oktober 2020 - 23:52 #

Esst mehr Scheiße, Millionen Fliegen können nicht irren?

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 40698 - 31. Oktober 2020 - 2:07 #

Keine Ahnung, was Du mit dieser Reaktion bezweckst.

Patorikku 16 Übertalent - P - 5718 - 31. Oktober 2020 - 8:35 #

Meine ganz freie Interpretation wäre: Er will damit aussagen, dass das was die meisten Leute/Fliegen konsumieren (RTL, BILD/ Scheiße) nicht unbedingt das ist, was es anzustreben gilt.

Denke auch um das ganze Drama um deutsche Spiele/Filme etc. auf den Punkt zu bringen, ist das deutsche Dilemma immer das faustische Streben nach Perfektion/Anerkennung/Lob durch einen unterbewussten Lehrer, der letzten Endes verhindert, dass man ein Produkt was schlicht Spaß macht, machen kann.

Wenn ich mir vorstelle man reiche bei einem großen deutschen Publisher (da fängt es schon an) jeweils zu den jeweiligen Epochen ein Spiel ein wie Half-Life ("Nicht pädagogisch wertvoll!", Super Mario Bros. ("Infantil und ohne wirklichen Mehrwert!") oder Command & Conquer ("Ein faschistoider Tötungssimulator!") kann sich sicherlich auch bei manch anderen Titeln die Feuilleton-Headlines in den deutschen Gazetten ausmalen. Es gibt hier schlicht nicht diese Leichtigkeit im Alltagsleben, die auch z.B. in den 80ern in den USA/UK/JP die Arcade-Kultur ausgemacht hat, denn Spielhallen waren ja hier auch stets der Vorposten der Hölle...

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 40698 - 31. Oktober 2020 - 12:22 #

„ Meine ganz freie Interpretation wäre: Er will damit aussagen, dass das was die meisten Leute/Fliegen konsumieren (RTL, BILD/ Scheiße) nicht unbedingt das ist, was es anzustreben gilt.“

Ja. Nur hatte ich ja bereits geschrieben und aus der Kolumne geht dies auch hervor, dass es nicht um die Qualität der Produkte geht in Bezug auf Boll, sondern darum, wie diese verkauft und erfolgreich gemacht werden. Und da muss Boll irgendwie ein Händchen für haben, wenn man alleine mal bedenkt, dass er für die meisten seiner Filme nicht gerade unbekannte Film-Stars verpflichten konnte.
Dass die Filme qualitativ ziemlich miserabel sind, streitet niemand ab, zumindest ich nicht. Und Michael der Komumne nach auch nicht.

Unregistrierbar 18 Doppel-Voter - 9869 - 30. Oktober 2020 - 8:13 #

Gaming erlebe ich hierzulande sehr kopfig. Da gehts um erbittert geführt Diskussionen zu VR als dem next big thing, Frameraten und einer Einteilung von Inhalten / Optik in "erwachsene" und "kindliche". D.h. die Gamer sind - gerade im PC-Bereich - mindestens genauso verklemmt wie die Entwickler.
Musste die Augenbrauen hochziehen bei der Forderung für eine Roland Emmerich - Statue. Aber ansonsten alles gute Gedanken. Der Ruf nach Wirtschaftshilfe ist im Moment allerdings nur allzu verständlich, es gibt was zu holen aus der Staatskasse. Obwohl in Zeiten des Lockdowns ja eigentlich mehr gezockt wird. Die Veranstaltungsbranche (also die mit den richtigen Künstlern) hat da weitaus mehr zu befürchten.

Maestro84 19 Megatalent - - 14666 - 30. Oktober 2020 - 8:23 #

Bravo! Unterm Strich sind deutsche Spiele wie Filme eben zu deutsch und können, mit Glück, noch im deutschsprachigen Ausland punkten. Mich verwundert als Sachbearbeiter im ÖD auch die Naivität von gerade jungen Entwicklern, deren Traum mit der Lebenswirklichkeit kollidiert. Wer erwartet, ein Spiel mit 50.000 Euro und drei Mann entwickeln zu können, ist eher dumm als naiv. Und wer denkt, er könne mit einer WhatsApp 100.000 Euro Fördergelder für Clash of Clans nur in Pixellook abgreifen, der ist schon fast dreist.

euph 28 Endgamer - - 109617 - 30. Oktober 2020 - 8:26 #

Du bearbeitest Förderanträge? Oder sind das nur vermutete Beispiele?

Maestro84 19 Megatalent - - 14666 - 30. Oktober 2020 - 8:53 #

Ich arbeite ja im Jobcenter und muss jeden Tag damit arbeiten, dass Leute denken, ein nicht ausgefüllter Antrag sorgt für einen Geldsegen. Ähnlich werden wohl auch die Anträge bei den Kollegen aussehen.

Inso 18 Doppel-Voter - - 9147 - 30. Oktober 2020 - 8:28 #

Ich erinnere mich bei Förderung vor allem an Berichte, wo ein Herr Scheuer frech in die Kamera grinste und Unterstützung zusagte, während später heraus kam, dass diese zu dem Zeitpunkt schon gar nicht mehr vorgesehen war, und er das auch genau wusste. Hätte es da nicht entsprechende Wellen geschlagen, hätten wir wohl bis heute keine Fördermittel. Und dieses Ministerium, das so mit der Gamingbranche umgeht, wird in der Kolumne gerade ernsthaft "in Schutz genommen"? Dass man sich da anscheinend weder der Wichtigkeit der Branche bewusst ist, noch versteht, was man da eigentlich fördert, ist nichts, dass man kritisieren sollte? Das nenne ich mal eine interessante Ansicht..

Auch dass man sich in Deutschland auf Spiele konzentriert hat, die gerade hierzulande gut laufen: es mag bezogen auf den einen Aspekt, damit nicht weltweit erfolgreich zu sein, stimmen. Aber was ist denn bitte falsch daran, einen Markt zu bedienen, der speziell ist? Da kann ich auch hin gehen, und jeder PnC-Adventureschmiede erzählen, dass hohle, vor amerikanischer Propaganda triefende CoD-Klone doch ein viel größeres Publikum ansprechen. Gerade R. Emmerich ist da für mich das beste Negativbeispiel: der Mann macht große Filme, okay. Aber: er macht original amerikanische Filme. Muss das sein? Muss alles dem für alle gewohnten amerikanischen Weg folgen? Was ist falsch an einer Folge Tatortreiniger, einer Runde Anno? Wo wäre das Genre der WiSims heute, wenn man sich damals unbedingt hätte international hätte aufstellen wollen?
Damit will ich nicht behaupten, dass man da damals keine Fehler gemacht hat. Aber es hat auch große Reihen hervorgebracht, die teilweise bis heute erfolgreich sind.

So sehr ich die Kolumnen und ihren Autor auch schätze, diesmal ist es mir viel zu einseitig gedacht. Auch an vielen anderen Stellen ging mir ein "aber" durch den Kopf. Bspw. bei dem Fakt, dass in Deutschland halt auch allgemein Risiko und "Versagen" ganz anders gesehen werden als in Amerika, ein neuer Start schwieriger ist als dort usw.
Für meinen Geschmack wird hier zu vieles gar nicht mit einbezogen oder nur extrem einseitig betrachtet.

euph 28 Endgamer - - 109617 - 30. Oktober 2020 - 8:56 #

Naja, Scheuer scheint an sich ein Thema für sich zu sein. Aber trotz ihm gibt es jetzt die Förderung. Ich kenne auch nur hier und da Berichte darüber, kenne aber behördliche Strukturen sehr gut. Von daher kann ich mir gut vorstellen, dass im Antragsverfahren zwar noch so einiges verbessert werden musste oder muss, es aber auch nicht unmöglich ist, die Vorgaben zu erfüllen. Michael ist das offenbar ja mit ein paar Projekten geglückt. Ich kann auch verstehen, das Kreative meist keinen Bock auf Papierkram haben, aber wer was will, muss sich halt auch ein bisschen anstrengen.

Grundsätzlich ist auch nichts falsch daran, einen speziellen Markt zu bedienen. Man darf sich dann aber halt auch nicht beschweren, wenn dieser Markt nicht mehr groß genug ist, um damit die Spiel machen zu können, die man gerne machen möchte. Denn für spezielle Märkte gibt es ja durchaus auch genug Anbieter, die davon offenbar leben können - aber dieser Markt reicht halt nicht für alle und es ist schon verwunderlich, dass es in D kaum ein Entwickler dauerhaft zu "Weltruhm" geschafft hat.

Mit deinen "aber" hast du aber natürlich recht. Diese Kolumne beleuchtet nur einen Teil des Problems und man könnte in netter Runde herrlich darüber diskutieren.

Maestro84 19 Megatalent - - 14666 - 30. Oktober 2020 - 9:12 #

Nicht ohne Grund predigt ein Wolfgang Walk seit Jahren, dass die beste Verwendung für finanzielle Mittel bei kleinen Entwicklern eine Fachkraft für die Finanzen ist.

euph 28 Endgamer - - 109617 - 30. Oktober 2020 - 9:31 #

Und da gebe ich ihm recht. Das ist ein Problem, dass ja nicht nur die Spieleentwickler haben, sondern auch andere. Ich habe in den letzten Jahrzehnten einige Künstler, Handwerker usw. kennengelernt, die ihr Gebiet super beherrscht haben, denen der ganze Papierkram das Genick gebrochen hat. Ein guter Steuerberater bzw. jemand gutes im Büro kostet zwar Geld, ist es in der Regel aber auch wert.

Maestro84 19 Megatalent - - 14666 - 30. Oktober 2020 - 9:39 #

Mit Selbständigen habe ich auch so meine Erfahrungen. Was da an Abgründen entsteht, erstaunt nicht erst seit Covid-19. Selbst in guten Zeiten leben nicht Wenige nur von heute auf morgen. Dabei bedeutet selbstständig wohl nicht ohne Grund selbst und ständig.

Michael Hengst 16 Übertalent - P - 5935 - 30. Oktober 2020 - 9:50 #

Und genau so sollte es sein. In netter Runde mal drüber diskutieren :-).Danke!

euph 28 Endgamer - - 109617 - 30. Oktober 2020 - 11:29 #

Wann sollen wir kommen?

Michael Hengst 16 Übertalent - P - 5935 - 30. Oktober 2020 - 20:07 #

Nächstes Jahr! Vielleicht klappt es dann wieder mal mit Besuch.

bluemax71 18 Doppel-Voter - - 9748 - 30. Oktober 2020 - 8:39 #

Interessanter Einblick in die Spielebranche. Einige der Schlussfolgerungen gegen Ende gehe ich nicht ganz mit (humorlose Nation, Hallo?), ich glaube, dass wir Deutschen tendenziell nicht so gern Risiken eingehen. Es ist sicherer Ingenieur in der Autoindustrie zu werden als zu versuchen sich mit einem Hobby selbstständig zu machen. Ich kenne die Branche und die Historie nicht, aber die ersten kleinen Anfänge sind überall von allein entstanden und dann wurde evtl. wo anders mehr gefördert und wir haben den Anschluss verloren. Das die Fördergelder nicht einfach ausgeschüttet werden finde ich sehr gut. Das solche Anträge kein Spaß sind glaube ich gern. Aber das was Michael hier schildert hört sich für mich sehr positiv an, quasi ein Lob für unsere Bürokraten. Hm merkwürdig in der heutigen Zeit.

Maestro84 19 Megatalent - - 14666 - 30. Oktober 2020 - 8:56 #

Ohne uns Bürokraten ist nunmal schnell Feierabend. Das wussten schon die ersten Dörfer, die vor Jahrtausenden anfingen, sich zusammenzuschließen. Am Ende muss eben der Griff in den öffentlichen Säckel von Jemandem überwacht werden.

Michael Hengst 16 Übertalent - P - 5935 - 30. Oktober 2020 - 9:52 #

Naja, auf alle Fälle haben die Bürokraten deutlich dazugelernt. Gegenüber 2019. Da muss man auch mal loben...

Danywilde 24 Trolljäger - - 117161 - 30. Oktober 2020 - 13:52 #

Naja, in der Bürokratie bewegt sich doch langsam wirklich was und es wird langsam besser. KEINE IRONIE.

Jetzt noch bitte überall mit digitalem Personalausweis oder DocuSign die elektronischen Formulare signieren und dann sind wir wieder ein Stückchen weiter.

Wenn man natürlich mit Zahlen oder Verwaltungsvorgängen sonst gar keine Berühungen hat, ist es natürlich eine etwas andere Welt.

Aber bei Michaels „formlosem Antrag via Twitter“ musste ich doch wirklich schmunzeln.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 40698 - 30. Oktober 2020 - 18:00 #

Mal doof gefragt:
Gab es diesen Twitter-Antrag tatsächlich?

Pomme 17 Shapeshifter - P - 8078 - 30. Oktober 2020 - 11:49 #

Ich merke gerade, wie hässlich ich das Wort "Teutone" finde.

Borin 16 Übertalent - P - 4413 - 30. Oktober 2020 - 14:05 #

Bei uns ganz in der Nähe hat kürzlich die "Teutonen-Schänke" dicht gemacht, an der ich fast jeden Tag vorbei musste, und deren Namen ich, obwohl am Fuße des Teutoburger Waldes wenigstens noch mit Regionalbezug, auch seltsam fand. "Teutone" klingt wirklich unschön.

Patorikku 16 Übertalent - P - 5718 - 30. Oktober 2020 - 16:06 #

Finde Teutone klingt urdeutsch, der alte Hermann hat schließlich im Teutoburger Wald uns vor den Römern bewahrt... so wie unsere Medienbranche uns tapfer vor internationalem Erfolg bewahrt.... welcher Texaner würde sich freiwillig einen deutschen Problemfilm anschauen... wenn man sich mal modernes deutsches Theater anschaut... da wirds es noch schlimmer... wie sagte einst Herr Langer, diese Produktionen lassen sich am Urin-, Blut- und Spermagehalt vergleichen o_0

Borin 16 Übertalent - P - 4413 - 30. Oktober 2020 - 16:49 #

Ich bin (jenseits von Corona) überzeugter Theatergänger. Ist ja auch nicht so, dass die Kulturprodukte aus den USA jetzt alle so super wären und man HBO Serien nicht auch nach nackten Brüsten, Sexszenen (die Brüste gibt's ja auch gerne einfach so einmal) und Blutgehalt vergleichen kann ;-). Vor allem spricht, dass der neue Marvel allen gefällt vielleicht auch eher gegen als für den Film. Es gibt ungemein schlechtes Theater und ganz grandioses. So wie bei Musik, Büchern, Filmen, Serien oder Videospielen eben auch.

Ach, der Hermann. Aber klar, was hätten die Römer "uns" schon gebracht? Medizin, sanitäre Einrichtungen, Schulwesen, Wein, öffentlichen Ordnung, Bewässerung, Straßen, Wasseraufbereitung und allgemeinen Krankenkassen!

Danywilde 24 Trolljäger - - 117161 - 30. Oktober 2020 - 17:10 #

Vergiß den Frieden nicht.

Bluff Eversmoking 17 Shapeshifter - 6444 - 31. Oktober 2020 - 12:51 #

Wenn ich mir Italien, Spanien, Portugal, Rumänien und Frankreich anschaue, bin ich Hermann unendlich dankbar, daß er die Römer geschlagen hat...

Borin 16 Übertalent - P - 4413 - 31. Oktober 2020 - 19:59 #

Stimmt, die haben alle schlechtere Küche ;-)

Unregistrierbar 18 Doppel-Voter - 9869 - 31. Oktober 2020 - 11:53 #

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_germanischer_St%C3%A4mme

Ich fände Frugundionen ja mal einen vorzeigbaren Alternativvorschlag.

Sgt. Nukem 16 Übertalent - - 5532 - 3. November 2020 - 1:22 #

Spinnst Du? Das ist eines meiner Lieblingswörter!

P.S.: Falls es immer noch keine deutsche Thrash-Metal-Combo namens "Teutonic Terror" aus dem Ruhrpott gibt: Man sollte sie gründen!

MachineryJoe 18 Doppel-Voter - P - 9126 - 30. Oktober 2020 - 11:54 #

So sehr ich dem zustimme, so verstehe ich aber auch die andere Seite. Würde ich ein weiteres Ubisoft-Open-World-Spiel machen?

Nein, ich hätte sogar eher Bock eine Volkswirtschaft, eine Gesellschaft, eine Demokratie zu simulieren, etwas zu lehren, der Welt nicht nur Unterhaltung, sondern Möglichkeiten zu bieten, spielerisch etwas zu bereichern...

... und nein, es muss nicht trocken sein, keine Tabellenkalkulation, im Gegenteil, es könnte ein unterhaltsamer Rahmen für das trockene Thema gestrickt werden:

die Besiedlung eines fremden Planeten
niedliche kleine Pelzwesen
zu Intelligenz aufsteigende Ameisenvölker
Ninja-Piraten-Kätzchen :D

Noodles 24 Trolljäger - P - 66822 - 30. Oktober 2020 - 11:57 #

Der Artikel ist mir etwas zu sehr ein Runtermachen von deutschen Unterhaltungsprodukten.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 433160 - 30. Oktober 2020 - 12:07 #

Ich finde auch, dass es da mehr als nur ein paar Ausnahmen gibt. Übrigens auch im Film- und Serienbereich. 4 Blocks? Kann mit jeder US-Crime/Gangstermilieu-Serie mithalten. The Dark scheint ein internationaler Erfolg zu sein (auch wenn ich da persönlich keinen Zugang finde).

euph 28 Endgamer - - 109617 - 30. Oktober 2020 - 12:09 #

Die beiden hätte ich auch genannt. 4 Blocks ist super und The Dark hat ein hohes Level, auch wenn ich zum Schluss gar nichts mehr verstanden habe :-)

Ganon 24 Trolljäger - - 67252 - 1. November 2020 - 22:38 #

Babylon Berlin! Richtig tolle Serie mit genialer Ausstattung und ohne hölzerne Dialoge.

euph 28 Endgamer - - 109617 - 2. November 2020 - 6:59 #

Die habe ich noch nicht gesehen, wird aber ja vielerorts gelobt. Scheint also was dran zu sein.

Borin 16 Übertalent - P - 4413 - 3. November 2020 - 18:35 #

Mein Problem mit BB ist, dass die in der ersten Staffel eigentlich nur Ausstattung kann. Als Krimiserie ist die nicht gut, weil der Fall nicht gut funktioniert und der Kommissar leider nicht so rüber kommt, wie über ihn gesprochen wird.
In der zweiten Staffel wird dann aber alles viel viel besser. Ich kann es nur selber nicht mehr haben, wenn mir jemand sagt, ich müsse nur etwas warten, eine Serie würde schon gut, da das immer auch Zeit kostet.

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 208476 - 30. Oktober 2020 - 19:26 #

Da kann man auch "Im Angesicht des Verbrechens" als Top deutsche Serie oder die "Blechtrommel" als Film nennen, aber mMn bleiben diese herausragenden Produktionen in der Masse oder gar im Ausland einfach Ausnahmen. Da beisst die Maus keinen Faden ab...

Noodles 24 Trolljäger - P - 66822 - 30. Oktober 2020 - 21:16 #

Und aus anderen Ländern kommen natürlich ausnahmslos Qualitätsproduktionen. Andere Länder produzieren auch haufenweise Schrott. Irgendwie ist es typisch deutsch, deutsche Produktionen grundsätzlich schlechtzumachen. :P

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 208476 - 31. Oktober 2020 - 15:13 #

Natürlich produzieren andere Länder auch haufenweise Schrott, nur darum geht es hier nicht. Hier geht es um die Zahl erfolgreicher oder vielmehr "guter" Produktionen im Ausland und die Fremdwahrnehmung. Da sehen wir im Vergleich halt alt aus, auch wenn die Produktionsmasse groß ist. Dass die Deutschen gerne Deutsches zerreden ist ein anderes Thema. Und Whataboutism hilft auch nicht weiter.

Borin 16 Übertalent - P - 4413 - 30. Oktober 2020 - 13:55 #

Wir haben gerade "How to sell drugs..." auf Netflix geschaut und fanden die Serie wirklich gut gemacht, gerade in der Kürze und Schnelligkeit, um einmal ein anderes Beispiel zu nennen.

sneaker23 17 Shapeshifter - - 7095 - 30. Oktober 2020 - 17:15 #

Ja, hab ich auch sofort im Kopf gehabt.
Hier in Skandinavien ist auch Babylon Berlin ziemlich angesagt.

Extrapanzer 17 Shapeshifter - P - 6846 - 30. Oktober 2020 - 13:06 #

Schöne Kolumne, diesmal!

Als vor 2-3 Jahren Opera noch eine funktioniernde (und kostenlose) VPN-Lösung im Hintergrund hatte, habe ich The Orville bei Fox geschaut.
Die Werbespots, die damals liefen, haben mich echt umgehauen (und die 1. Staffel von The Orville war auch gut). Danach haben deutsche Werbespots wieder richtig weh getan.
Ähnlich ging es mir vor Jahren auch mal bei einem Superbowl, als die Spieler nicht mit statischen Portraits eingeblendet wurden, sondern in eingebetteten Greenscreen-Filmchen zum Zuschauer sprachen.

Bei der Formulierung "Deutschland, das Land der Dichter und Denker", bekomme ich inzwischen übrigens Pickel. Ist das etwas, das auch andere Länder über uns sagen, oder eine sehr verklärtes nationales Selbstbildnis? Ich finde ich Aussage extrem arrogant, wenn nicht schlimmeres. Hat nicht jeder Sprachraum seine mindestens genau so großen Dichter und Denker, nur kennen wir sie einfach nicht, oder können sie wegen mangelnder Sprachkenntnis nicht wertschätzen?

Bluff Eversmoking 17 Shapeshifter - 6444 - 31. Oktober 2020 - 21:54 #

Dichter? Denker? Wir sind das Land der Abiturienten, die kaum lesen und schreiben können.

Sollte man aber unbedingt können, bevor man mit dem Dichten und dem Denken anfängt.

Sgt. Nukem 16 Übertalent - - 5532 - 3. November 2020 - 1:30 #

"Als vor 2-3 Jahren Opera noch eine funktioniernde (und kostenlose) VPN-Lösung im Hintergrund hatte"

---

Hat Opera doch immer noch!?

Green Yoshi 22 AAA-Gamer - - 31658 - 30. Oktober 2020 - 14:13 #

In meiner Sammlung von PS4-Spielen befindet sich gerade mal ein Spiel aus Deutschland (State of Mind) und das habe ich auch nur wegen des Schnäppchenpreis von 9,99€ gekauft.

Deutsche Entwickler haben Mitte der 2000er den Übergang auf Xbox 360/ PS3 verpasst und viel zu lange noch exklusiv für den PC entwickelt. Dadurch haben sie den Anschluss verloren.

euph 28 Endgamer - - 109617 - 30. Oktober 2020 - 15:55 #

Ich habe/hatte ein paar mehr auf der PS4. Shadow Tactics und Desperados 3 habe ich dabei sogar zum Release zum Vollpreis gekauft. Weitere Spiele wie Lords of the Fallen, The Surge und Deponia allerdings tatsächlich auch erst später zu einem günstigeren Preis.

funrox 15 Kenner - P - 3127 - 30. Oktober 2020 - 15:03 #

Sehr interessanter Text, dem ich in großen Teilen zustimmen kann.

Das Problem, das ich hierzulande sehe: Wenn sich mal jemand etwas traut, ist es oft nicht von Erfolg gekrönt. Auch hier können diverse Tatorte der letzten Jahre als Beispiel dienen. Da wird dann sofort geschimpft. Nach dem Motto: Was der Bauer nicht kennt...

Elton1977 21 Motivator - - 26054 - 31. Oktober 2020 - 13:03 #

Teilweise haben die Tatort-Experimente der letzten Jahre großen Brechreiz in mir ausgelöst. Ein Krimi soll ein Krimi bleiben.

Patorikku 16 Übertalent - P - 5718 - 30. Oktober 2020 - 16:24 #

Wenn das ganze Geld was beim BER verballert worden ist, in deutsche Spieleproduktionen gesteckt worden wäre, würden die Japaner heute an uns empor schauen...

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 208476 - 30. Oktober 2020 - 19:29 #

Tun sie auch so. Die Japaner glauben schlicht das überzogene deutsche Selbstbild nach außen und eifern dem nach. Aus diesem Grund sind sie in vielen Belangen (nicht allen!) einfach zivilisierter und moderner (und pünktlicher) als wir. :)

Patorikku 16 Übertalent - P - 5718 - 3. November 2020 - 12:18 #

Wohl wahr. Aber in puncto Spieleentwicklung ist Japan ein Flugzeugträger und Deutschland ein kaputtes Quitscheentchen. Seit Jahrzehnten bringen die Hard- und Software, sind etablierte Traditionsentwickler.. Namco, Konami, Capcom, Square Enix, Nintendo... in der Zeit wo unsere Politiker was von Killerspielen und Neuland stammeln haben die schon einen neuen AAA-Titel im Ärmel... glaub auf dem Gebiet schauen Japaner nicht an Deutschen hoch... ich meine, wer will schon Anno und Moorhuhn wenn man Metal Gear Solid, Dragon Quest oder Zelda entwickeln kann...!?

Noodles 24 Trolljäger - P - 66822 - 3. November 2020 - 13:36 #

Was ist an Anno so schlecht?

Patorikku 16 Übertalent - P - 5718 - 3. November 2020 - 14:04 #

Garnix o_0 ^^ Ich spiele selber gerne Anno, geht doch immer um den Vergleich des Stellenwerts des Entwicklungsstandortes Deutschlands im Vergleich zu in diesem Fall Japan. Anno ist nicht schlecht, aber besitzt es dieselbe internationale Strahlkraft wie Pokémon, Final Fantasy, Super Mario? Das war eigentlich was ich sagen wollte, Japan ist Weltspitze im Spielemarkt und schaut was das angeht nicht an "Deutschland rauf" bzw. würd mich wundern wenn überhaupt ein Paar Japaner Anno kennen ;)

euph 28 Endgamer - - 109617 - 3. November 2020 - 13:56 #

Ich will Anno UND Zelda.....

Harald Fränkel Freier Redakteur - P - 13174 - 30. Oktober 2020 - 16:08 #

Ich hab nicht die gleiche Meinung, aber jetzt vermutlich ein bisschen mehr. Sehr gute Kolumne.

Chronyx666 12 Trollwächter - P - 1198 - 30. Oktober 2020 - 16:25 #

Wieder mit Wonne gelesen.

v3to 17 Shapeshifter - P - 6608 - 30. Oktober 2020 - 17:48 #

In dem Artikel stehen einige gewichtige Ansätze, die in der deutschen Spielebranche schon recht offensichtliche Probleme darlegen. Allerdings bin ich ganz anderer Ansicht, was sozusagen die Gründertage der angeht und erinnert mich doch sehr an die Käseglocken-Perspektive der Power Play Ende der 80er/Anfang der 90er.

... hier kommt jetzt viel Text

In Europa gab im Gegensatz zu den USA oder Asien keine ausgeprägte Tradition, was Innovation und Visionäre in der Gamedesign angeht. Das ist fraglos richtig. Es gab hier allerdings ähnlich wie in GB eine Entwicklung aus Kinderzimmern heraus mit gewaltiger Dynamik. In GB sogar mit durchschlagendem wirtschaftlichen Erfolg. AFAIK hatte der Handel dort allerdings auch keine besonderen Berührungsängste mit dem Medium Computerspiel und die Schlafzimmer-Entwickler-Szene tauschte sich rege über das Compunet aus, welches sich auch als Schnittstelle mit der Industrie entpuppt.

In Deutschland gab es das nicht. Das Medium war gesellschaftlich verpönt und Entwicklung war mehr ein Underground-Thema. Wo mir btw auch die Anmerkungen im Artikel auch etwas viel Tunnelblick durchkommt, denn aus genau der Raubkopier/Demoszene kam ein Großteil der deutschen Spieleentwickler und daraus gründeten sich auch diverse Spielehersteller. Just saying...

Eine weitere Sache, was das Thema Star-Designer angeht, gab es in meiner Wahrnehmung auch ein Mentalitätsproblem. zb bei Projekten, an denen ich beteiligt war - wie auch nach Erzählungen befreundeter Entwickler, gab es häufiger Umstand wegen der Credits im Spiel bzw allgemein mangelnder Wertschätzung. Der Designer wurde sowieso eher selten genannt, da er idr deckungsgleich mit dem Programmierer war oder seitens der Geschäftsleitung für irrelevant erklärt wurde. Wenn es nach Jürgen Kraft bei Starbyte gegangen wäre, gäbe es in Spielen sowieso keine Angabe zu den Entwicklern, weil es mangelnde Professionalität nach außen tragen würde. Umgekehrt wurde auch häufig unter Pseudonym gearbeitet, weil einiges unter der Hand lief. Als ob das noch nicht reicht, wurde auch presseseitig in manchen Redaktionen regionale Entwickler nicht so wirklich für voll genommen. Auch wenn ich hier wieder auf der PowerPlay rumhacke, nur einzelne Designer wurden vielleicht bei US-Firmen mal lobend erwähnt. Während ein Sid Meier, Will Wright, Richard Garriott oder Danny Bunten als Name in Tests auftauchte, musste bei europäischen Produktionen der Verweis auf die Firma als Platzhalter reichen.

MMn ist der Gedanke, dass deutsche Firmen zu wenig den internationalen Markt gesehen haben, zwar mit ein Grund hinter der Misere. Allerdings geht der deutschen Spielebranche seit jeher auch eine erkennbare Identität ab, weil man den Stock nie aus dem Arsch bekam, um einen regionalen Markt zu kultivieren - obwohl damit eigentlich früher das meiste Geld verdient wurde. Das fing auch in Anfangszeiten der PowerPlay an, die einen Blick auf die Branche propagierte, als ob es überall besser als hier sei. Allerdings war das auch unter Entwicklern nicht viel anders.

Wenn man es nüchtern betrachtet, wollte man am liebsten nur an Spielen arbeiten, was man privat toll findet und jammerte im Nachhinein, weil der deutsche Markt sich nicht so verhielt, wie man es gerne hätte.

Für mich bleibt Turrican ein Sinnbild dafür, was in der deutschen Spielebranche falsch läuft. Da entstand aus einem Sammelbecken bekannter Spielideen ein gut funktionierender und eigenständiger Mix, der international Anerkennung fand - sich aber trotz aller Popularität schlecht verkaufte. Statt darauf aufzubauen, geht man bei seinen Idolen in Japan hausieren, die bereits das Konzept als schlecht verkäuflich werten. Darauf werden die Nachfolger quasi an Konami's Wünschen entlang gebaut und wundert sich, dass Konami am Ende doch nicht an einem Contra-Klon mit Namen Super Turrican 2 interessiert ist.
Auf der anderen Seite setzen Probe und dessen Ex-Mitarbeiter nach den CPC- und Speccy-Umsetzungen von Turrican (die Julian Eggebrecht in Interviews als inkompetent abstempelt) mit dem 8-Wege-Scrolling-Such-den-Ausgang-Prinzip Millionen Spiele für Mega Drive und SNES ab. Der Unterschied war, dass man keinen Publisher am anderen Ende der Welt suchte, sondern dem eigenen Zielpublikum nahe blieb.

Es hilft mMn nicht, dass eine Branche sich beständig darüber beklagt, wie schlecht es um den eigenen Standort bestellt sei, wenn man über Jahrzehnte das Seelenheil nur in Hypes sieht (erst Werbespiele, dann Browserspiele, dann Facebook, dann Free2Play), gleichzeitig nicht eine große Marke aufgebaut bekommt, die sich international selbst trägt oder bei Erfolg veräußert oder abgestoßen wird. Es gibt Gründe, warum Egosoft sich bis heute mit der spröde-schwer zugänglichen X-Reihe so lange hat behaupten können. Oder auch die Riege an Berufssimulationen, wenngleich der Platzhirsch nicht aus DE sondern aus der Schweiz stammt. Da besteht ja anscheinend schon ein lukrativer Markt, der anscheinend auch nicht nur auf den deutschen Sprachraum beschränkt ist. Hier hat sich Hartnäckigkeit und Beständigkeit offensichtlich sehr gut ausgezahlt.

Nur glaube ich, dass hierzulande über Jahrzehnte zu viel verheizt, sich dem Schicksal ergeben wurde und dem von Michael erwähnten Ingenieurs-Syndrom, um aus der Nummer ohne anhaltende Förderung rauszukommen.

Michael Hengst 16 Übertalent - P - 5935 - 30. Oktober 2020 - 20:04 #

Danke!

Q-Bert 22 AAA-Gamer - - 32379 - 30. Oktober 2020 - 17:38 #

Echt mal! Soll sich Deutschland gefälligst ein Beispiel an Lukaschenkow in Weißrussland nehmen! Die haben in weniger als 10 Jahren bei Minsk ein zweites Silicon Valley hochgezogen, weit über 30.000 Beschäftigte und internationale Erfolge z.B. mit WarGaming.net (World of Tanks) gefeiert.

Antragsformulare laufen da mit beigelegten Geldkoffern wie geschmiert, Putin spendet auch mehr als nur Applaus (so schlappe 1,5 Milliarden Dollar) und überhaupt muss bei uns viel mehr von oben diktiert werden - und damit meine ich keine Spracherkennung. Läuft!

Thema laufen... Aufgrund kleinerer, lokal begrenzter Wutausbrüche und Demos laufen in Minsk gerade alle IT-Experten weg und wollen in den Westen. Schaffen es aber meist gerade so bis in die Ukraine. Wie wäre es denn, wenn wir neben Tesla ein paar belarussische Firmen nach Brandenburg holen? Mit Blitz-Panzerkrieg kennen wir uns traditionell besser aus als mit Elektrokarren, die Synergieeffekte wären bombastisch! Und Direktflüge zum BER gibt's ab nächster Woche auch.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 40698 - 30. Oktober 2020 - 18:01 #

Schöne Kolumne, kann ihr inhaltlich auch weitestgehend zustimmen.

Patorikku 16 Übertalent - P - 5718 - 30. Oktober 2020 - 18:23 #

Als ausgesprochen deutsches aber auch ausgesprochen gutes Spiel sei an dieser Stelle noch Perry Rhodan - The Adventure genannt... von KochMedia/Deep Silver aus dem Jahre 2008. Typisch deutsch wird das Spiel aber auch seit Jahren nicht mehr supportet, geschweige denn bei Gog/Steam hochgeladen.... man könnte ja neue Käufer finden... man könnte ja Geld verdienen... Gott bewahre o_0

Sokar 19 Megatalent - - 18755 - 1. November 2020 - 23:13 #

Das dürfte nicht daran liegen, dass KochMedia/DeepSilver kein Geld verdienen wollen, sondern weil es ein Lizenzprodukt ist.
Die allermeisten Lizenzverträge, also über komplette Spiele, die darin enthaltene Musik oder Li zensierten Content wie Autos, Waffen, etc. werden nicht für alle Ewigkeit geschlossen, sondern nur für einige Jahre. Ist der Vertrag ausgelaufen müsste man a) entweder die Lizenz verlängern, wo man abwägen muss ob die zusätzlichen Verkäufe das wieder reinspielen oder b) man darf es nicht mehr verkaufen. EA könnte mit Need for Speed Underground auch noch Geld machen, aber dann müssten die Autos und Musik neu lizenzieren, was sich nicht lohnen dürfte.
Das angesprochene Problem ist alles andere als "typisch deutsch".

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 208476 - 30. Oktober 2020 - 19:38 #

Schöner Text. Kann dem im Großen und Ganzen zustimmen. Ich erinnere mich noch an früher, als ich meinen C64 oder gar den ersten PC mit trockener Programmierung oder Hausaufgaben oder sonst einem schnöden Vorhaben rechtfertigen musste um die Kohle meiner Eltern zu mobilisieren. Unterhaltung allein war bäh! ;)

Tja und was deutsche Filme angeht, nun ja, ärmlich. Die paar guten Produktionen, die auch international bestehen können, kann man an zwei Händen abzählen. Die europäische Konkurrenz, wie Frankreich oder Spanien, gar Österreich oder Finnland können das um Welten besser. Um es aber klarzustellen, ich mag deutsche Spiele schon ganz gern, weil sie eben so deutsch sind... :)

Zu beobachten ist das Ganze Maleur ja auch in der Comic-Szene. Bis in die späten 90er waren Comics in der "Mitte der Gesellschaft" eine niedere Unterhaltungsform für Kinder und wurden belächelt, während in Belgien, Frankreich, Spanien und UK, Japan und USA seriöse Preise und Diskussionen im Feuilleton geführt wurden und Verfilmungen auf der Tagesordnung standen. Naja, wir Deutschen sind halt eigen. :)

thoohl 19 Megatalent - - 13162 - 30. Oktober 2020 - 20:37 #

Sehr interessant und etliche Denkanstöße dabei.

In aller Bescheidenheit zu "Aber Deutschland ist eine Nation der Auto- und Maschinenbauer. Unterhaltung stand nie im Fokus" eine kleine Ergänzung, da ich mich als Hobby damit teils beschäftige.
Wer hier Lust hat, sollte sich mit dem Thema "Weimarer Kino" mal beschäftigen.

thoohl 19 Megatalent - - 13162 - 30. Oktober 2020 - 20:56 #

Noch eine Anmerkung zu dem Thema Film.
Man mag von zB SW9 halten was man möchte, ich würde noch die steile These in den Raum stellen, dass solche Filme rein technisch gesehen, nicht viele Firmen in der Lage sind zu erstellen.
Nur mal als Gedankenansatz.

obiwandi 24 Trolljäger - - 48268 - 31. Oktober 2020 - 9:25 #

Danke, Michael, sehr gut! Wieviel Getreide darf ich Dir ins Silo füllen? Oder lieber doch in Fuhrwagen?

thepixel 15 Kenner - P - 3289 - 31. Oktober 2020 - 9:25 #

Ich denke zum Teil liegt es auch noch an den Nachwirkungen der amerikanischen Besatzung. Wir wurden einfach stark geprägt und quasi erzogen deren Kultur toll zu finden, haben aber noch diesen kulturell bedingten Drang, etwas Neues machen zu müssen, nicht zu kopieren und es möglichst komplex (Goethe) zu machen. Man trinkt zwar Coca Cola, geht zu McDonalds, schaut praktisch nur US Blockbuster im Kino aber alles was nach Gewinn und Kommerzialität riecht ist „bäh“. Die einzige Ausnahmeim Spielebereich die mir einfällt ist Crysis (was ja wohl letztlich eher eine internationale Produktion ist, zumindest was die Herkunft der Schöpfer angeht).

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 40698 - 31. Oktober 2020 - 13:14 #

Wow. Deutsch ist nur, wer aus Deutschland kommt.

thepixel 15 Kenner - P - 3289 - 31. Oktober 2020 - 13:45 #

Ah nenene in die Ecke lass ich mich jetzt nicht stecken. Wenn man will kann man nun diesen ganzen Artikel so sehen. Das meine ich aber definitiv nicht.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 40698 - 31. Oktober 2020 - 14:02 #

Dann ist Crysis auch keine internationale Produktion aufgrund der Herkunft der Crytek-Gründer. Die sind, soweit ich weiß, Deutsche und Crytek ist (nicht nur soweit ich weiß, sondern ganz real) ein deutsches Unternehmen.

Bruno Lawrie 20 Gold-Gamer - - 20658 - 31. Oktober 2020 - 10:21 #

Was deutsche Entwickler auch verpasst haben, war der Trend zu Crossplatform-Titeln, der ab etwa 2005 einsetzte. Man blieb in erster Linie nur beim PC. Oder gab lieblose Portierungen in Auftrag.

Dadurch war dann die Verkaufsreichweite geringer, dadurch auch die Einnahmen und man wurde international abgehängt und konnte nicht mehr mithalten.

Davor waren deutsche Spiele zumindest technisch ja mal durchaus vorne dabei, man denke nur an Turrican auf C64 und Amiga, an Gothic oder die N.I.C.E.-Rennspiele (v.a. World Racing war 2003 technisch herausragend).

Interessant finde ich Japan im Vergleich. Dort haben die meisten Firmen auch Crossplatform-Entwicklung verpasst. Bis auf ein paar Ausnahmen wie Capcom und Square Enix können sie technisch auch nicht mehr mithalten. Aber im eigenen Land haben sie einen guten Stand. Als ich in Akihabara durch die Läden gezogen bin, war ich überrascht wie enorm die Menge der japan-exklusiven Titel ist (v.a. für die PS Vita, da gab es im Frühjahr 2019, als ich dort war, noch meterlange Regale bei Yodobashi & Co).

Patorikku 16 Übertalent - P - 5718 - 31. Oktober 2020 - 10:54 #

Japan hat ja eine ganz andere Gamingkultur, groß crossplattformen brauchen die garnicht weil Xbox bedeutungslos und PC eher Werkzeug als Gaming Plattform. Das höchste der Gefühle ist da doch die Umsetzung von Konsole Sony auf Konsole Nintendo ;)

rammmses 21 Motivator - - 27137 - 31. Oktober 2020 - 12:01 #

Ein bisschen selbstentlarvend, dem Deutschen fehlen keine guten Komiker, guten Filme oder guten Spiele, sondern manchmal etwas Nationalstolz. Im selbst Schlechtmachen sind wir Weltmeister. Anderer Nationen würden sich ja feiern für (um mal nur beim Spielesektor zu bleiben) Anno als Genrespitze mit Abstand, Crysis als damaliger Technik-Benchmark, die Gothic-Reihe, Spec Ops The Line, The Surge und da sind wir noch gar nicht im Indie-Sektor, wo es auch ein paar bemerkenswerte Spiele gab. Aber die Deutschen können ja nur Autos bauen... Und was den Punkt "kein riesiges AAA aus Deutschland" angeht; das sind heute quasi alles internationale Großproduktionen mit Zuarbeiter-Studios rund um den Globus; auch aus Deutschland bei Ubisoft zum Beispiel. Natürlich ist noch Luft nach oben und ob man das "künstlich" durch Verteilen von Steuergeldern befeuern muss, ist durchaus fraglich.

Noodles 24 Trolljäger - P - 66822 - 31. Oktober 2020 - 12:51 #

Guter Kommentar, dem ich mich anschließe. Mich nervt das mittlerweile nur noch, wie auf deutschen Produktionen rumgehackt wird. Selbst bei den richtig guten wird immer noch irgendwas gefunden, was man schlechtmachen kann, während aus dem Ausland ja alles supertoll und hochwertig ist. Oft ist ja einfach nur schon "ist deutsch" der Kritikpunkt, was ich echt lächerlich finde. :D

thepixel 15 Kenner - P - 3289 - 31. Oktober 2020 - 13:49 #

Das würde ich nun nicht so empfinden. Kein Spiel wird kritisiert weil es aus Deutschland oder woanders herkommt, es sind nur die auffallend immer ähnlichen Kritikpunkte an den sogenannten deutschen Produktionen.

Green Yoshi 22 AAA-Gamer - - 31658 - 31. Oktober 2020 - 16:08 #

Die Kritik ist ja nicht völlig aus der Luft gegriffen. Insbesondere bei ARD und ZDF laufen oft Filme und Serien, die einfach nur schlecht sind. Es gibt auch Ausnahmen wie Dark und Babylon Berlin, das lässt zumindest für die Zukunft hoffen. Im Kino gibt es auch immer wieder gute deutsche Produktionen, aber bei den Komödien rollen sich mir die Zehennägel hoch. Goodbye Lenin fand ich gelungen, aber das ist mittlerweile auch schon 17 Jahre her.

In den 20er-Jahren gehörte das deutsche Kino zur absoluten Weltspitze, aber im konservativen Nachkriegsdeutschland hatten es visionäre Filmemacher schwer. Erst in den 70er- und 80er-Jahren wurde es langsam besser. "Paris, Texas" von Wim Wenders ist ein sehr guter Film aus dieser Zeit. Den er allerdings in den USA produziert hat.

Noodles 24 Trolljäger - P - 66822 - 31. Oktober 2020 - 16:27 #

Ich sag ja gar nicht, dass es keinen Mist gibt. Aber zu oft wird mir halt ziemlich allgemein auf deutschen Produktionen rumgehackt und so getan, als gäbe es nur alle paar Jahre mal eine gute Ausnahme und das ist in meinen Augen Quatsch.

Und bei manchen Leuten hab ich wirklich regelrecht den Eindruck, dass sie einfach "deutsch" blöd finden. Da ist dann ein lustiger deutscher Film/Spiel/was auch immer nicht einfach für denjenigen unlustig, nein, es ist unlustig, weil es ja deutscher Humor ist und deutscher Humor ist blöd. Es gibt ja auch nur den einen deutschen Humor, klar. Und so gehts halt bei anderen Dingen weiter. Schlechte Dialoge sind typisch deutsch schlecht anstatt einfach schlecht. Und gute Dialoge sind dann aber typisch deutsch schlecht gespielt etc. Irgendas wird immer gefunden. :D

Patorikku 16 Übertalent - P - 5718 - 3. November 2020 - 8:29 #

Also Dark ist wohl die überhypteste deutsche Serie ever...während Stranger Things noch schön-morbiden suburbanen 80s-Charme besitzt trieft Dark vor deutschen Klischees: Die Bösewichter verschanzen sich in einem Atomkraftwerk(!) und einer der Bösewichte gibt sich als katholischer Priester, ohne diese Wahl des Sujets/Antagonisten bewerten zu wollen....aber so etwas hätte es in einer US-Produktion nicht gegeben, das trieft förmlich vor provinzieller deutscher Miefigkeit und politischer Correctness (Böse Umweltsünder, böser pädophiler Pastor). Nicht falsch verstehen, bin selber nicht für Atomkraft, aber sich so offensichtlich an ein grünwählendes Publikum anzubiedern halte ich für stillos, da ist mir ein sowjetische Militärbasis mit geheimen Experimenten in Strangers Things schon lieber, wenn ich in deutsche Provinzialität eintauchen will muss ich nur Tatort einschalten, da brauch ich kein Dark alias "Tatort meets schlechtes Akte X".

Steinigung nicht nötig, alles subjektiv ;)

Ganon 24 Trolljäger - - 67252 - 3. November 2020 - 8:44 #

Also anhand deiner Schilderung finde ich sowjetische Geheimexperimente jetzt eindeutig das nervigere Klischee. Aber das ist wohl Geschmackssache. ;-)

Geguckt habe ich zwar noch keines von beiden, aber Dark will ich auf jeden Fall noch, während mich Stranger Things irgendwie nicht anspricht. Zu viel 80er-Nostalgie in den Medien in letzter Zeit. ;-)

euph 28 Endgamer - - 109617 - 3. November 2020 - 8:51 #

Das mit den typischen Klischee in Stranger Things kam mir auch direkt in den Sinn. Aber wenn US-Serien sowas machen, ist es halt cool und bei deutschen Produktionen bieder.

Noodles 24 Trolljäger - P - 66822 - 3. November 2020 - 13:38 #

An der falschen Stelle geantwortet?

Sgt. Nukem 16 Übertalent - - 5532 - 3. November 2020 - 1:59 #

"Im Kino gibt es auch immer wieder gute deutsche Produktionen, aber bei den Komödien rollen sich mir die Zehennägel hoch."

---

Bei Komödien gilt das aber für US-Filme doch erst recht! Gegenüber Kevin James im Kaufhaus-Cop, Zahnfee Vin Diesel oder The Rock als Lehrer ist "Fack ju Göhte" doch eine einzige Wohltat.

Ganon 24 Trolljäger - - 67252 - 3. November 2020 - 8:46 #

Der erste Teil von Fack ju Göthe war gar nicht schlecht. Über die Fortsetzungen müssen wir aber nicht reden. ;-)

rammmses 21 Motivator - - 27137 - 3. November 2020 - 12:14 #

Wenn du die schlechten US-Flops mit der erfolgreichsten deutschen vergleichst kein Wunder. ;)

Noodles 24 Trolljäger - P - 66822 - 3. November 2020 - 13:37 #

Dann nimm halt den ganzen Adam-Sandler-Mist. :P

rammmses 21 Motivator - - 27137 - 3. November 2020 - 17:39 #

Also Pixels fand ich sehr gut :D

v3to 17 Shapeshifter - P - 6608 - 31. Oktober 2020 - 12:55 #

Bei den von dir genannten Beispielen kann man auch direkt sagen, dass es unselbständige Marken sind, geht es um die Produktion aus deutscher Sicht. Gothic und Spec Ops the Line sind inzwischen in schwedischer Hand, The Surge und Anno in Frankreich, Crisis in den USA. Es ist ja nicht so, dass hierzulande keine tollen Spiele produziert werden und dass man es nicht weiter versucht. Nur jammert die hiesige Branche eigentlich seit Bestehen, wie schlecht es ihr geht. Was auch nicht aus der Luft gegriffen ist, denn wer hat schon Interesse, im Land der Dauer-Killerspiel-Debatte in unabhängige Spielestudios zu investieren?
Die Situation ist auch einigermaßen absurd, wie selbstbewusst sich mittelgroße deutsche Studios nach außen darstellten, bis sie von THQ Nordic reihenweise übernommen wurden und mit Stoßseufzern reagierten. Endlich bekommt das fragile Fundament finanziellen Rückhalt.

Noodles 24 Trolljäger - P - 66822 - 31. Oktober 2020 - 13:07 #

Wenn ein deutsches Entwicklerstudio ein Spiel mit französischem Geld entwickelt, ist es also kein deutsches Spiel mehr, sondern ein französisches, oder wie?

v3to 17 Shapeshifter - P - 6608 - 31. Oktober 2020 - 13:12 #

Deck 13 ist Tochterunternehmen von Focus. Darum geht es in dem Artikel auch nicht und auch nicht in meinem Kommentar. Wenn man es böse formulieren will, schaffen es die deutsche Industrie nicht nachhaltig, aus eigener Kraft zu bestehen.

rammmses 21 Motivator - - 27137 - 31. Oktober 2020 - 14:51 #

Die Arbeitsplätze werden in Deutschland bezahlt und versteuert, was spielt denn der Firmensitz des Financiers da für eine Rolle? Dann geht es ja eher um deutsche Publisher, das ist dann aber eine ganz andere Ebene. Dann müsste man Horizon und Uncharted auch als japanische Produktionen sehen von Entwicklern, die in ihrem Land halt nicht "auf eigenen Beinen stehen" können...

v3to 17 Shapeshifter - P - 6608 - 31. Oktober 2020 - 15:15 #

Darum geht es doch gar nicht. Die genannten Spielemarken gehören inzwischen alle französischen Unternehmen, bzw auch die Studios.
Worauf du gerade anspringst, ist der Ort der Produktion und dass idr auch der Ursprung der Spiele in Deutschland war. Nur das ist Vergangenheit. Das bekämen die Macher nicht in einem unabhängigen deutschen Studio finanziert oder es ist ziemlich unwahrscheinlich, falls es nicht bei Kalypso landet.
Mit irgendwelchen Vergleichen etwas zu relativieren hat auch wenig Substanz, wenn AA schon hierzulande ein echtes Problem ist und es für AAA mit Ausnahme von Crytek nicht ein Studio gibt, dass in der Größenordnung mal was selbst versucht hat und nicht eins, dass es aus eigener Kraft geschafft hat.

Der Artikel geht um die Spieleindustrie am Produktionsstandort Deutschland und nicht darum, dass wir hier keine fähigen Leute haben. Hier zieht sich Dauerstagnation inzwischen über mehrere Jahrzehnte.

rammmses 21 Motivator - - 27137 - 31. Oktober 2020 - 15:50 #

Wobei "AAA" ja im Gesamtmarkt zunehmend unwichtiger wird und es in Deutschland sehr wohl zahlreiche sehr große Mobile Entwickler gibt, Allein Goodgame oder Innogames haben um die 1000 Mitarbeiter und sind größer als die meisten AAA Studios, das wird immer gern vergessen. Ja, die machen nur Schrottspiele, aber gewaltigen Umsatz. Da muss man nun auch unterscheiden, ob es um den Prestige oder oder wirtschaftlichen Erfolg des Standorts Deutschland geht. Denn Crytek krepelt etwa nur an der Insolvenz rum, hat aber einen besseren Ruf als genannte Studios.

v3to 17 Shapeshifter - P - 6608 - 31. Oktober 2020 - 16:22 #

Goodgames gehört zur schwedischen Stillfront Group.
Innogames gehört zur Modern Times Group mit Sitz in Schweden.
Die letzten Jahre sind die Firmen auch ziemlich zusammengeschrumpft.
Die größten Spielehersteller in deutscher Hand sind Gameforge und Crytek
https://www.gameswirtschaft.de/wp-content/uploads/2020/05/Groesste-Arbeitgeber-Games-Branche-2020-v3.jpg

rammmses 21 Motivator - - 27137 - 31. Oktober 2020 - 17:15 #

Ja da war ich nicht mehr auf dem aktuellen Stand.

thoohl 19 Megatalent - - 13162 - 31. Oktober 2020 - 15:15 #

Im Nachdenken über den Artikel:
Bei Hardware sieht es doch eigentlich noch düsterer aus.
Hier wäre doch in ganz Europa sozusagen nix mehr los, oder !?

z.b. hab zwar noch Noiseblocker verbaut, D-Land, aber dann wirds auch schon irgendwie eng!?

Q-Bert 22 AAA-Gamer - - 32379 - 31. Oktober 2020 - 16:19 #

Cherry, AVM, Infineon, Sennheiser, beQuiet, Teufel, Roccat, Beyerdynamics, Terratec, Gigaset fallen mir noch ein.

thoohl 19 Megatalent - - 13162 - 31. Oktober 2020 - 16:25 #

Okay. Kriegste nur keinen zB Rechner mit gebaut....
(Nischen) Anbieter auf teils hohem Niveau gibt es auf jeden Fall.

Inso 18 Doppel-Voter - - 9147 - 31. Oktober 2020 - 21:02 #

Wobei das halt auch eine Frage der Notwendigkeit ist. Wenn man sieht, wie aufwändig Chipentwicklung ist, geht ja kaum einer hin und versucht durch jahrelange Forschung ein Konkurrenzprodukt zu entwickeln, so lange Intel und AMD bzw ARM am Markt sind. Das wird ja jetzt auch erst wieder wirklich hinterfragt, seitdem der Trump sich mit Huawei angelegt hat. Ansonsten hat doch das System, dass Produkte nicht für jeden frei verfügbar sind, mit dem kalten Krieg abgedankt (irgendwelche Sanktionen oder _Import_beschränkungen jetzt mal ausgenommen.) Wir exportieren entsprechend andere Produkte.

thoohl 19 Megatalent - - 13162 - 1. November 2020 - 11:26 #

Mir ging es primär um das technische Know How, sowie den damit verbundenen Unternehmen.
Wie so häufig wird dann die Antwort gebildet mit ganz neuen Themenfeldern (Kalter Krieg, freier Handel, Trump). Keine Lust darauf einzugehen.

Ich kaufe mir auch Produkte in den USA und zahle artig Zoll und Steuern.

P.S.
" Ansonsten hat doch das System, dass Produkte nicht für jeden frei verfügbar sind, mit dem kalten Krieg abgedankt" --> ist das so ?

Inso 18 Doppel-Voter - - 9147 - 1. November 2020 - 16:17 #

Es sollte halt die Verfügbarkeit umreißen.

Zum P.S.:
was ist hierzulande nicht verfügbar, weil ein Land es nicht exportiert? Wie gesagt, bei bspw. den Chinesen fallen mir noch Importbeschränkungen ein, aber das ist ja was anderes. Waffen müssen genehmigt werden. Bestimmte Länder unterliegen Embargos, klar. Ansonsten fällt mir jetzt aber eigentlich nicht groß was ein, das Beschränkungen unterliegt. Ganz im Gegenteil, beim Thema Kommunistische Partei Chinas wird sich ja oft sogar sehr tief gebückt, nur um auch auf dem Markt aktiv sein zu dürfen..

Gorkon 19 Megatalent - P - 14130 - 1. November 2020 - 9:46 #

Sehr schöner Text. Danke dafür.

Ich persönlich denke, dass viel damit zu tun hat, dass die Generation der heute 70-80 Jährigen stark von der Erziehung der dunklen 12 Jahren deutscher Geschichte geprägt waren, wo alles was nicht Literatur war, als entartete Kunst verstanden wurde. Das wird ja im Text auch schön beschrieben: Wirtschaftssimulationen etc. Ich habe selber erlebt, wie meine Eltern Mickey Mouse etc. als geistlos bezeichnet haben und jedes mal kämpfen müssen, einen Comic zu bekommen. Schlicht, weil meine Eltern und deren Eltern nicht mit so etwas in Berührung gekommen sind. Und diese Generation sollte tolle und spannende Unterhaltung produzieren? Das Resultat kennen wir heute. Da hilft keine Förderung. Die Kompliziertheit, wie Deutsche an Projekte heran gehen, spricht Bände. Alles muss erst einmal in Zahlen, Fakten und Tabellen festgehalten und bis ins kleinste Detail geplant werden. So funktioniert Kunst aber nicht. Das alles ist so tief in unserer Kultur verankert, dass lässt sich einfach nicht oder nur sehr langsam ändern. Und wenn es jemand schaft, wird er hier meist als Plagiat seiner Vorbilder hingestellt. ;-)

Eine Erfindung wie der damaligen BPjS, welche alles beanstandet hat, was nicht in die Norm passt, spricht ebenfalls Bände. In so einem Land kann gar keine "leichte" Unterhaltung oder Popkultur kreiert werden.

Ganon 24 Trolljäger - - 67252 - 1. November 2020 - 22:40 #

Kein Wort zu Crytek? Die waren doch zumindest vor einigen Jahren auf internationalem Niveau unterwegs mit überhaupt nicht "typisch deutschen" Spielen. Und mit den Yerli-Brüdern gab es da auch bekannte Gesichter.

Sokar 19 Megatalent - - 18755 - 1. November 2020 - 23:17 #

Jo. Und dann sind sie an ihrem Größenwahn fast pleite gegangen, inkl. ihren Mitarbeitern mehrere Monate kein Gehalten zahlen (trotz Crunch). Mittlerweile haben sie sich wieder gefangen, aber auf dem Niveau wie zu Crysis-Zeiten sind sie weit weg.

Tr1nity 28 Endgamer - P - 107771 - 2. November 2020 - 9:24 #

Hinzu kommt, daß sie ihre besten Pferde im Stall verkauft haben und seit Jahren nichts mehr repräsentatives entwickelt haben. Das letzte war glaub Ryse Son of Rome und "überleben" eigentlich nur noch wegen ihrer Engine. Vermutlich werden sie deshalb nicht explizit erwähnt.

Bruno Lawrie 20 Gold-Gamer - - 20658 - 2. November 2020 - 9:38 #

Die Engine nutzt doch kaum ein Spiel. Leben werden die eher von Hunt und Warface, die generieren ja laufende Einnahmen und nicht nur einmal beim Kauf.

Für Onlineshooter, sind die auch durchaus ordentlich. Nur im Singleplayerbereich kam nach Ryse nichts Großes mehr (die VR-Experimente zähle ich nicht als was Großes).

Tr1nity 28 Endgamer - P - 107771 - 2. November 2020 - 9:58 #

Das stimmt allerdings. Ich glaube mich auch vage an eine Meldung zu erinnern, daß Crytek komplett auf F2P umsiedelt. Die hofften wohl auf ein Fortnite 2.0 für sich.

Bruno Lawrie 20 Gold-Gamer - - 20658 - 2. November 2020 - 9:56 #

Größenwahn würde ich das nicht nennen, sie haben relativ früh erkannt, dass reine Singleplayer-Shooter nicht mehr ziehen. Das Genre ist heute ja auch ziemlich am Boden und die eine Ausnahme Call of Duty würde ohne Multiplayerpart auch nicht mehr funktionieren. Die wirklich großen Shooter sind heute alle Onlinespiele (Fortnite, PUBG, CoD, Battlefield, Overwatch etc.).

Dass sie relativ früh auf solche Onlineshooter mit F2P-Mechaniken gesetzt haben, dürfte sie gerade mit Warframe und Hunt am Leben halten.

Sie haben halt nur ein paar Trends falsch eingeschätzt. Auf VR zu setzen, war für Crytek rückblickend z.B. sicher Zeitverschwendung. Dito für stereoskopisches 3D davor (was enorm gut umgesetzt war). Und Mobile war durchaus auch die richtige Strategie, aber sie haben es einfach nicht hinbekommen und zu schnell wieder verworfen.

Die Gründung von zig Studios, die meines Wissens jetzt alle wieder geschlossen oder in anderer Hand sind, würde ich noch am ehesten unter Größenwahn verbuchen. Wobei das im AAA-Segment schon eine sinnvolle Strategie war, da muss man groß sein. Aber ich schätze mal, sie sind einfach zu schnell gewachsen.

rammmses 21 Motivator - - 27137 - 2. November 2020 - 14:41 #

Mit The Hunt haben sie nun zwar halbwegs etwas Erfolg, aber alle Versuche zuvor im F2P/MP Bereich Fuß zu fassen sind gnadenlos gescheitert und haben sie um den Großteil ihrer Mitarbeiter und bis knapp vor die Insolvenz gebracht. Ich denke, hätten sie konsequent nach Crysis 3 und Rome weiter gemacht mit AAA-Singleplayer-Titeln und ihre Qualität weiter erhöht, könnten sie jetzt ein bedeutendes AAA-Studio sein. Der Markt existiert ja sehr wohl noch und Crytek hat mal ganz vorne mitgespielt, bevor sie eine 180-Grad-Wende gemacht haben. Ich sehe da also in der Entwicklung keineswegs "die richtige Strategie".

Bruno Lawrie 20 Gold-Gamer - - 20658 - 4. November 2020 - 0:10 #

Ich denke, der Plan war halt, ein Studio von Weltrang zu bleiben und dafür hätten sie nicht bei singleplayer-fokussierten Shootern bleiben können. Die sind im Triple-A-Segment heute ja mehr oder weniger tot.

Die Strategie an sich war schon richtig, sie haben es halt nur nicht hinbekommen. Bei anderen wie Epic, die sich von sowas wie Gears of War hin zu Fortnite umorientiert haben, hat es funktioniert. Aber wohl auch mehr durch Zufall, wenn man sich die Entwicklung von Fortnite zu Beginn ansieht.

Sokar 19 Megatalent - - 18755 - 3. November 2020 - 22:42 #

Das meinte ich auch nicht. Dass MP-F2P eine vielversprechendere Zukunft ist haben sie erkannt, aber dann haben sie viele Studios gekauft und sind in sehr kurzer Zeit sehr schnell gewachsen - viel schneller, als sie es sich hätten leisten können. Sie wollten direkt zum neuen EA, Ubisoft oder Activision aufsteigen und sind daran fast krepiert. Das würde ich schon unter Größenwahn einordnen.

Und wahrscheinlich meinst du Warface, das wohl in Russland sehr gut läuft, aber sonst irgendwie kein Hahn danach kräht, zumindest meiner Wahrnehmung nach. Hunt ist ein respektabler Erfolg, aber doch weit weg von dem, was insb. Crysis war.

Bruno Lawrie 20 Gold-Gamer - - 20658 - 4. November 2020 - 0:17 #

Auf die Studios bin ich ja in meinem letzten Absatz eingegangen. Da sind wir einer Meinung.

Warface und Hunt sind halt die Spiele, mit denen sie noch konstant Geld verdienen. Wollte aus Neugier eben mal im Bundesanzeiger etwas nachlesen, was da noch so reinkommt, aber da gibt es gerade nur Fehlermeldungen, wenn man die Jahresberichte anklickt, schade.

Bei den F2P-Titeln sind die Einnahmen immer etwas schwer für unsereins einzuschätzen, da wir selten für sowas Geld ausgeben. Meistens bin ich eher überrascht, wieviel es ist.

euph 28 Endgamer - - 109617 - 4. November 2020 - 6:33 #

Der letzte Jahresbericht von Crytek ist für 2016, den ich angezeigt bekomme - firmieren die jetzt unter anderem Namen?

Patorikku 16 Übertalent - P - 5718 - 3. November 2020 - 23:16 #

Man könnte auch Factor 5 erwähnen, wobei man die auch als US-Unternehmen werten durfte, zwischenzeitig hatten die ja fast schon 2nd-Party-Entwickler-Status, erst bei Nintendo, dann bei Sony.

TheRaffer 22 AAA-Gamer - P - 32090 - 2. November 2020 - 20:01 #

Endlich mal jemand, der die richtige Meinung zu deutschen (Fernseh-)Produktionen vertritt :)

Michael Hengst 16 Übertalent - P - 5935 - 4. November 2020 - 17:53 #

Ich sage nur: Barbaren :-)

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 69050 - 4. November 2020 - 18:36 #

Das hat echt so viele schöne Aspekte und manche Dinge sind einfach eine Vollkatastrophe.

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 69050 - 4. November 2020 - 14:51 #

Ich finde, die Probleme mit der Förderung und vor allem der Bearbeitungsdauer werden zu verkürzt dargestellt. Glaube bei AeB ging es da mal ausführlich drum und der Gamesverband oder so hatte sich auch ausführlich dazu geäußert.

Das Problem: Man darf mit der Entwicklung erst anfangen, wenn der Antrag bewilligt wurde. Und das Spiel muss auch bis zu einer Deadline fertig sein.

Dieses Konstrukt ist in der Form einfach total schrott.

Ob jetzt ein Garriott gedacht hat bei Akalabeth und Ultima 1, ich programmiere das Spiel so, dass es in allen Ländern der Welt ankommt, da setze ich mal ein Fragezeichen dahinter. Letztlich dürften die Leute immer das programmiert haben, was ihnen gefällt, und wo sie gegebenenfalls auch dachten, das kommt auf ihrem Markt an. Da wurde, vermute ich, damals nur sehr bedingt international gedacht. Die zahlreichen, tollen deutschen Spiele kamen halt überwiegend nur im deutschsprachigen Raum an.

Die Forderung nach Vereinfachunug teile ich auch nicht. Wenn jetzt Piranhabytes ihre Spiele "vereinfachen" würden, würden die Titel ihre Seele verlieren, das Risiko, auch mal einen Feind zu treffen, der noch zu tough ist. Da sollten sie dann lieber gleich dicht machen.

Dass es den deutschen Firmen an Geld fehlt, sieht man am production value. Allein schon deshalb hat es ein z.B. The Surge automatisch schwerer.

In Ländern wie Kanada gibt es seit vielen Jahren eine Förderung. Und eine erfolgreiche Förderung, die nachhaltig Erfolge bietet, dauert viele Jahre. Da hilft eine kleine Geldspritze alleine auch nicht. Das sieht man z.B. an Amazon, die trotz finanzstarkem Hintergrund krachend scheitern. Man braucht halt auch erstmal das Personal. Das fällt nicht vom Himmel. Das wächst über viele Jahre der Förderung. Auch deshalb hat Microsoft Studios übernommen, weil der Pool an qualifiziertem Fachpersonal doch begrenzt ist.

DragSakar 08 Versteher - 179 - 6. Januar 2021 - 17:12 #

Sehr schön geschriebener Artikel dem ich voll zustimmen kann. Besonders die Vergleiche der deutschen und internationalen Serien / Spielen etc. trifft den Nagel auf den Kopf.