Ein Plan, sie zu binden

Ein Plan, sie zu binden Meinung
Teil der Exklusiv-Serie Die Hengst-Chroniken

Die Hengst-Chroniken #24

Michael Hengst / 27. Februar 2021 - 16:42 — vor 1 Jahr aktualisiert

Teaser

Sie nannten es Projektplan, doch Michael Hengst sah nur Prognosen, die das Werk von wahnsinniger Selbstüberschätzung sein mussten. Lest seine Chronik aus dem Gruselkabinett der Spielentwicklung.
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Theodor Fontane hat angeblich Folgendes gesagt: „Wer rechnet, ist immer in Gefahr, sich zu verrechnen. Die dumme Kuh trifft immer das richtige Gras.“ Nun hat der 1898 verstorbene Dichter und Apotheker nie ein Spiel gemacht, einen Businessplan für eine Softwarefirma erstellt und wohl auch keinen mehrjährigen Projektplan verfolgt. Natürlich geht eine Firmengründung oder ein Spieleprojekt auch ohne Plan – viel Glück bei diesem wahnsinnigen Vorhaben!

Aber selbst die beste Vorbereitung kann fehlschlagen: Zahlen können schon mal nicht stimmen – vor allem, wenn es die Basisdaten nicht tun. Fehler werden gemacht oder es passiert etwas, mit dem nicht gerechnet wurde. Aber das, was ich in den letzten Jahrzehnten an Projektplänen, Budgets und Gewinn-Verlust-Berechnungen sehen musste, lässt mich nicht nur an unserem Bildungssystem verzweifeln, sondern auch an dem Erziehungsniveau im Elternhaus. Um beim berühmten Dichter zu bleiben: Bei den Zahlen, die mir so oft vorgeschlagen werden, würde selbst das Glück der dümmsten Kuh nicht reichen, ihre Weide zu finden.

  Ich werfe mal einen Blick in die dunklen Abgründe der Spieleentwicklung. Die Probleme starten dabei mitnichten bei höherer Mathematik, sondern bei einfachen Grundrechenarten oder einem gewissen Hausverstand. Aber warum ist sowas überhaupt wichtig? Mit Unterlagen wie Businessplänen werden in der Regel potenzielle Geldgeber für ein Projekt geworben. Oder es wird bei internen Vorhaben im Vorfeld untersucht, wie wirtschaftlich eine Entwicklung sein wird. Denn am ...

89 Kommentare

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Veröffentlicht am 30.05.2022: Die Worte "Game Over" sind jedem hier ein Begriff. Der Pixel-Tod ist Teil des Spieler-Lebens. Doch nach einem fatalen Blick in den Kalender kommt Michael Hengst ins Grübeln über das reale Game Over.

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Michael Hengst 27. Februar 2021 - 16:42 — vor 1 Jahr aktualisiert
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Jörg Langer Chefredakteur - P - 442578 - 27. Februar 2021 - 16:44 #

Viel Spaß mit Michaels neuester Kolumne!

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 133326 - 27. Februar 2021 - 16:52 #

Danke, sie hat mir wieder sehr gut gefallen!

Eine kleine Korrektur, in der Betriebswirtschaft gibt es keine Primärkernzahl, jedoch eine Primärkennzahl. :)

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 37611 - 27. Februar 2021 - 16:46 #

IT-Projektleiter dieser Welt vereinigt euch und predigt: "Shit in, shit out."

Leider viel zu nah nicht nur in der Spielebranche erlebbar.

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 133326 - 27. Februar 2021 - 16:58 #

Das läuft leider (fast) überall so, ob bei einem kleinen IT-Projekt für 100.000 Euro oder dem Großbau eines Verwaltungsgebäudes für 250.000.000 Euro. Die Fehler sind immer wieder dieselben. Eigentlich ist es erschreckend.

Claus 31 Gamer-Veteran - - 348106 - 27. Februar 2021 - 17:36 #

Kann ich leider nur so unterschreiben.

Faerwynn 19 Megatalent - P - 16359 - 27. Februar 2021 - 16:53 #

Kann ich so bestätigen. Nicht nur in der Spielebranche, auch sonst im gesamten Entwicklungsbereich. Der Unterschied in der Spielebranche ist nur, dass durch die scheinbare Attraktivität Hungerlöhne und Arbeitsbedingungen akzeptiert werden, für die anderswo keiner überhaupt antreten würde.

Patorikku 16 Übertalent - P - 5847 - 9. März 2021 - 10:34 #

Mich persönlich würde mal interessieren, wie Nintendo es hinkriegt auf der einen Seite superpolishte Games zu produzieren und auf der anderen Seite eine derartige Mitarbeiterzufriedenheit zu haben (und lange Betriebsbindung), von deren "Geheimnis" dürften sicherlich nicht nur EA & Co sondern auch viele geschundene Cruncher profitieren.

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 9. März 2021 - 14:02 #

Gute Firmenkultur, passende Arbeitsbedingungen und Gehalt würde ich mal vermuten.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 12. März 2021 - 0:37 #

Aber auch eine Kultur, welche kollektiver als unsere ist.

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 12. März 2021 - 10:16 #

Durchaus möglich.

AlexCartman 19 Megatalent - P - 19154 - 12. März 2021 - 16:42 #

Was ist denn eine "kollektive Kultur"?

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 13. März 2021 - 2:09 #

Ganz grob:
Es gibt in der Kulturwissenschaft Theorien, welche Gesellschaften unterscheiden zwischen Individualismus und Kollektivismus.

Im Individualismus steht eben das Individuum im Mittelpunkt und entscheidet danach, was für Ihn selbst am Besten / am Richtigsten ist und stellt sich damit im Zweifel auch gegen die Gesellschaft.

Kollektivismus ist das Individuum dem Kollektiv der Gesellschaft untergeordnet und das Wohl der Gesellschaft hat Vorrang vor den eigenen Interessen. Also ähnlich wie in Insektenstaaten.

Die Gesellschaft und ihre "Form" kann dabei jede Größenordnung haben und koexistieren. Von einem 3 Personen Haushalt über Dörfer und Firmen bis halt eben zum Staaten.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 27. Februar 2021 - 17:39 #

Selbst unsere Herren Finanzminister und Wirtschaftsminister können Umsatz, Ertrag und Fixkosten nicht auseinander halten, wie man bei den November-Corona-Hilfen gerade wieder erleben musste.

Interessant wäre es, mehr zur Methodik von Michael zu erfahren, anhand welcher Kriterien er Erfolgschancen bewertet. Es ist ja etwas müßig, sich darüber zu echauffieren, wenn Projektgründer ihre erhofften Umsatzzahlen viel zu emotional bewerten, aber wie geht ein Profi an die Sache? Wie erkennt man schon ganz am Anfang eines Projekts, ob da hinterher sowas wie Minecraft, Stardew Valley oder Factorio rauskommt?

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 27. Februar 2021 - 18:08 #

Die Antwort kennst Du doch schon: Gar nicht. Diese Beispiele stehen ja als Leuchtfeuer für unverhofften Erfolg.

Normalerweise prüfst Du halt, wie sich vergleichbare Sachen am Markt gehalten haben, wenn das Geld reicht weitreichende Marktforschung am Kunden.

Michael Hengst 17 Shapeshifter - P - 7058 - 27. Februar 2021 - 18:19 #

Bei allen drei genannten Spielen hätten herkömmliche Prognosen sicher versagt. Jedenfalls wäre niemand drauf gekommen, diesen Erfolg vorherzusagen. Praktisch der 6er im Lotto...:-D

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 28. Februar 2021 - 2:47 #

Realistisch würde ich die Erfolgschance für einen Indie-Entwickler, selbst bei hoher Qualität, immer nur ganz knapp über Null sehen. Und bei fehlernder Qualität bei genau Null. Deswegen würde ich dafür plädieren, im Businessplan komplett auf eine Umsatzprognose zu verzichten - weil eh alles reine Fantasie - und ausschließlich auf Qualitätsmerkmale zu achten. Spieldesign, Originalität, Grafik, Sound... keine Ahnung, was noch! Deswegen war ja meine Frage: Was sind da deine Kriterien?

Michael Hengst 17 Shapeshifter - P - 7058 - 28. Februar 2021 - 11:58 #

Wie gesagt. Umsatzprogonosen sind bei mir erstmal eh irrelevant. Ich schaue primär an ob die die Kosten (und die Zeit) sauber geplant sind. Sind sie es nicht, stimmen alle anderen Sachen eh nicht.

Michael Hengst 17 Shapeshifter - P - 7058 - 28. Februar 2021 - 12:24 #

Aber um mal dabei zu bleiben: Ich schaue mir beim Umsatz an, ob es Best, Worst und Mid-Szenario gibt. Sind die Zahlen "realistisch", z.B. wurde etwa für den neuen Indie-Hot-Shit etwa 49 EUR als Stückpreis angenommen? Wurde der Umsatz nach Zielgruppe/Mitbewerb/Ländern berechnet oder nach der einfachen und schon lange nicht mehr gültigen Formel X Installierte Hardware = Y verkaufte Einheiten.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 28. Februar 2021 - 1:39 #

Ja, die letzte Frage war rhetorisch. :]

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 28. Februar 2021 - 4:40 #

Das Problem ist eigentlich ein anderes: Was hatten diese drei Titel gemeinsam?
Qualität? Zwei erschienen als in Alpha - Stadium.
Originalität? Ich habe keines davon gespielt, aber zwei basieren auf relativ bekannten Gedanken. Und ganz ehrlich Spieler haben es eher selten mit Innovationen
Preis? MC und SV(?) begannen kostenfrei, Fac als Crowfunding

Es war bei allen dreien zwar ein enormer Zufall und Glück, aber meine Antwort wäre die langweiligste von allen Marketing. Alle drei Spiele konnten relativ schnelle große interessierte Gemeinschaften bilden und dies auf sehr unterschiedliche Art und Weise. MC erfand nebenbei Early Access, SV nahm im EA kein Geld und wurde trotzdem beim Erscheinen millionenfach gekauft und Fac nahm nur langsam aber stetig Schwung in seiner speziellen Zielgruppe auf. (Crowfunding März 2013, Trailer April 2014, EA 2016)

Das Marketing ist auch nach meinem Gefühl der Punkt den viel Entwickler nicht hinbekommen. Micheal hat es schon einmal bemängelt, das Zielgruppen willkürlich ausgeschlossen werden und die GDC Talks dazu wiederholen sich gefühlt auch jährlich seit 30 Jahren.

Larnak 22 Motivator - P - 37516 - 28. Februar 2021 - 4:53 #

Bei allen drei hat sich aber das Marketing, so man es überhaupt so nennen kann, ab einem gewissen Punkt komplett verselbstständigt. Und das lässt sich einfach nicht planen. Da reicht auch Qualität nicht mehr, du brauchst das richtige Produkt zur richtigen Zeit für die richtige Zielgruppe.

Natürlich machen kleine Teams beim Marketing auch oft Fehler, fast zwangsläufig, aber so Megaerfolge sind mMn kein guter Vergleich. Mittelmäßige Erfolge von mittelmäßigen Spielen dürften da eher geeignete Vorbilder sein, weil die auch ohne Hype ihre Kunden gefunden haben. Wenn es dann doch mehr wird, umso besser.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 28. Februar 2021 - 11:33 #

Ja da hat das Glück eine Lawine losgetreten, daß es scheinbar auch alles gute Spiele sind, hat sicherlich auch geholfen, aber Qualität ist da nicht Ausschlag gebend.

Das Problem bei den besseren Beispielen, den schlechten Spielen mit mittelmäßigen Erfolg, ist das eine Recherche da relativ schwierig ist.

PS: Der Goat - Simulator wäre da eine Möglichkeit, aber da ist die Antwort halt dieselbe.

Larnak 22 Motivator - P - 37516 - 28. Februar 2021 - 18:55 #

Schlechte Spiele hab ich nicht gesagt :P
So Dinge wie Vampyr, oder dieses Lovecraft-Adventure-Dings, dessen Namen ich vergessen habe.. Sinking City oder so? Da gab es keinen riesigen Medienhype, und die Produkte sind auch keine Überflieger - denke das wäre eine solide Basis, um zumindest eine grobe Größenordnung hinzubekommen und nicht mit Millionen abgesetzten Einheiten zu rechnen. Wenn man noch weiter im Indie-Bereich sind, gegebenenfalls noch kleinere und unbekanntere Projekte.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 28. Februar 2021 - 22:15 #

Ich hatte ja schon geschrieben, daß man sich ähnliche Spiele ansieht und versucht die Verkaufszahlen heraus zu finden.
Das Problem liegt aber eben da. Vampyr verkaufte sich im ersten Monat 450.000. Ein bekanntes Studio samt einem Verleger und man findet die Zahl schon im Wikipedia - Artikel zum Spiel, wegen eine Pressenmitteilung.
Bei Sinking City gibt es wiederum keine Zahlen (Das Verhältnis nicht mitgezählt).
Nur würde ich sagen, daß wir da eher auf ein Bias reinfallen, weil diese Spiele es schon geschafft haben, eine Masse aufzubauen. Bei den 3 Leuchttürmen wissen wir, daß wir es mit absoluten glücklichen Ausnahmeerscheinungen und denken es eher mit.

No more robots hat da 2019 eine gewisse Bestandsaufnahme über die Indies auf Steam gemacht.
https://drive.google.com/file/d/1W6lZir97bUU0KdvIGNIVWG0O-_A3QrdN/view

Larnak 22 Motivator - P - 37516 - 28. Februar 2021 - 22:23 #

Deswegen ja
"Wenn man noch weiter im Indie-Bereich sind, gegebenenfalls noch kleinere und unbekanntere Projekte."
:)

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 28. Februar 2021 - 23:31 #

Wir können uns jetzt denken, wie ein Indie - Verlag an die Zahlen kommt, aber zumindest ich hätte da keine Chance an belastbare Zahlen zu kommen. Wenn ich jetzt "Fantasy Tavern Sextet -Vol.1 New World Days-" bei Steamspy eingeben besitzen es 0 bis 20.000 Leute. Es hat 139 Rezensionen. Es gibt die Faustregel, daß etwa jeder 100. eine Rezension abgibt. Nenn mich narrisch, aber ich denke, dass wird hier nichts, auch wenn es sich mit Steamspy schneidet. Eine E - Mail an den Verleger qureate bliebe wohl der einzige Weg.

Green Yoshi 22 Motivator - P - 32255 - 27. Februar 2021 - 20:11 #

Leider glänzen manche Steuerberater auch nicht gerade mit Kompetenz. Ich begutachte seit fünf Wochen die Anträge von Prüfenden Dritten auf November- und Dezemberhilfe und bei manchen Antworten der Steuerberater fasst man sich schon an den Kopf. Sicher könnten die FAQ des Bundes verständlicher formuliert sein, aber eigentlich steht da schon recht deutlich wer als betroffen gilt und wer nicht. Eine Autolackiererei, die den Mangel an Touristen beklagt, ist es sicher nicht. Und für Unternehmen, die erst am 16. Dezember schließen mussten, gilt die Überbrückungshilfe III.

https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Redaktion/DE/FAQ/ausserordentliche-wirtschaftshilfe.html

Kritisieren würde ich die Politik eher für die Ungerechtigkeiten. Warum bekommt eine Reinigungsfirma, die 79% der Umsätze mit Hotels und 21% der Umsätze mit Bürogebäuden macht, keinen müden Cent, während eine Bäckerei für den Cafébereich antragsberechtigt ist, selbst wenn dieser nur 10% des Gesamtumsatzes ausmacht? Und warum bekommt eine Theaterschauspielerin Unterstützung, aber eine Prostituierte nicht? Die Bordelle mussten genau wie die Theater schließen.

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 28. Februar 2021 - 10:41 #

Die Qualität bei Steuerberatern hat ja auch eine Streuung, wie eine Schrotflinte. Bei manchem fragt man sich, wie die ihren Titel bekommen haben.

Michael Hengst 17 Shapeshifter - P - 7058 - 28. Februar 2021 - 12:25 #

Stimmt. Ich hatte aber bisher (fast) immer Glück.

Claus 31 Gamer-Veteran - - 348106 - 28. Februar 2021 - 13:55 #

Das gilt für alle Jobs und Titel. Nicht jeder Ingenieur ist in der lange, eine technische Lösung zu beschreiben, die in der Praxis verwendbar, geschweige denn eine gute Lösung ist. Und Zahnärzte - Himmel hilf!

Larnak 22 Motivator - P - 37516 - 27. Februar 2021 - 20:48 #

Ich denke es geht den meisten, die in die Lage kommen so eine Prüfung zu brauchen oder machen zu wollen, vor allem darum, die absehbaren Katastrophen auszusortieren.

Das verbleibende Risiko und die fehlende Möglichkeit, große Erfolge sicher zu erkennen, gehören einfach zur Branche dazu.

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 28. Februar 2021 - 10:39 #

Inwiefern haben sie da was verwechselt, habe das nicht so verfolgt.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 28. Februar 2021 - 17:47 #

Zuerst hieß es, dass "bis zu 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats erstattet werden". Da frage ich als Unternehmer, was das soll?! Umsatz als Bezugsgröße ist völlig Banane! Ich kann 100 Euro Scheine für 90 Euro verkaufen, mache viel Umsatz, aber eben mit massiven Verlusten. Wenn die Bundesregierung solche defizitären Umsätze ersetzt, wäre das eine krasse Wettbewerbsverzerrung. Aber Altmeier und Scholz haben darauf beharrt, ja, es sei tatsächlich so gemeint.

Später dann die 180° Kehrtwende, "nach den neuen Regeln können bei den Überbrückungshilfen für kleine Unternehmen nur noch 90 Prozent der ungedeckten Fixkosten gefördert werden". Was genauso Schwachsinn ist. Was nutzt es, wenn der Staat 90% meiner Miete/Strom/Versicherung bezahlt, wenn das Geld für die restlichen 10% fehlt, weil seit Monaten keine Erträge fließen? Nichts. So werden Unternehmer ruiniert.

Wenn der Staat ein Geschäft untersagt, dann müsste der "entgangene Gewinn" ersetzt werden. Fixkosten zu 100% plus zumindest ein Teil des zu erwartenden Ertrags. Die Bazooka von Scholz hinterlässt aber nichts als heiße Luft und verbrannte Krater. Und ja, ich glaube, die Herren Scholz und Altmeier kapieren das Problem schlicht und ergreifend nicht.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 28. Februar 2021 - 18:32 #

Eigentlich denkst Du Dir als Unternehmer: GEIL!!! (Sabbern bis das Denken wieder einsetzt) Oh Moment! Da redet gerade nur der Bundesminister! Der hat dem Plan zwar zugestimmt und vielleicht sogar initialisiert, aber die detaillierte Ausarbeitung machen die unteren Chargen und davon hat er keine Ahnung.

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 1. März 2021 - 8:42 #

Nun ja, es ging ja erstmal darum, das grundsätzlich schnell und unbürokratisch geholfen werden sollte (was am Ende dann ja nicht wirklich geklappt hat). Und das geht dann vom Prinzip her schonmal besser, wenn du wenige und einfach zu definierende Kennzahlen als Bemessungsgrundlage nimmst. Und da ist der Vorjahresumsatz a) eine einfach zu ermittelnde und auch einfach zu kontrollierende Bemessungsgrundlage und IMO auch überhaupt nich Banane - den die meisten Unternehmen versuchen ja nun mehr Umsatz zu generieren, als Kosten da sind. Ein Unternehmen, das durchgängig 100 Euro-Scheine für 90 Euro verkauft ist nicht wirtschaftlich, dürfte sich in demnach auch in finanziellen Schwierigkeiten befinden und wäre demnach auch damals gar nicht antragsberechtigt gewesen.

Wie gesagt, ich habe das nur am Rande mitverfolgt, aber wenn ich das richtig im Kopf habe, wurde diese Regelung dann auch von der EU nicht genehmigt, sodass sie dann auf andere Regelungen umgeschwenkt sind.

Und auch das von dir vorgeschlagene Modell hat da so seine Tücken, auch wenn es auf dem Papier erstmal vernünftig aussieht. Die Fixkosten kann man wohl noch recht einfach ermitteln. Aber welche Gewinnmarge nehme ich an, wird die voll oder nur zum Teil ersetzt. Soll das jeder bekommen oder nur die, die wirklich nichts umsetzen. Das alles zu klären und dann auch wieder zu prüfen dürfte mindestens genauso schwer und bürokratisch sein, wie andere Modelle.

. Was und wie hoch ist der Gewinn, welcher Anteil davon soll ersetzt werden, soll jedem der weniger Gewinn erwirtschaftet hat der Ausfall ersetzt werden, wie ermittle ich die Fixkosten usw. - das ist auch ein Bürokratiemonster

Altior 17 Shapeshifter - - 6064 - 27. Februar 2021 - 17:53 #

Beim Titelbild dachte ich an Pink Floyd ;)
Schöne Analyse von Michael, das sind Wahrheiten die oft vergessen werden beim Publikum.

MicBass 20 Gold-Gamer - P - 22255 - 1. März 2021 - 0:51 #

Sehr schön, ich auch :)

CBR 21 AAA-Gamer - P - 25401 - 2. März 2021 - 16:51 #

Ich dachte an Ben & Jerry :-D

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 27. Februar 2021 - 17:51 #

Es ist leider ein der Art verbreiteter Klassiker, daß ich die Kolumne nur rasch überflogen habe. Die meisten Menschen können meiner Erfahrung nach noch nicht einmal ihr eigenes Haushaltsbudget planen.

Maestro84 19 Megatalent - - 16043 - 27. Februar 2021 - 23:41 #

Dabei ist das so einfach. Ich hab heute die Kalkulation für April gemacht und zwar, wie immer, mit einer Exceltabelle. Ich weiß jetzt schon, dass ich mit Fixkosten wieder einen teuren Monat haben werde. Dauerte zehn Minuten.

CBR 21 AAA-Gamer - P - 25401 - 2. März 2021 - 16:53 #

Ich führe seit Jahren ein Haushaltsbuch - in Excel. Allerdings ist das natürlich nur retrospektiv. Eine Vorausplanung mache ich nicht, sondern habe Erfahrungswerte, wann kostenintensive und gehaltshohe Monate sind.

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 4. März 2021 - 8:13 #

Viele bestimmt, aber die meisten?

advfreak 20 Gold-Gamer - - 21088 - 27. Februar 2021 - 18:00 #

Auch der Klassiker, ich gründe ein Unternehmen und stelle mir gleich 3 Mitarbeiter ein für ca. "günstige" 1500,- € netto pro Nase an. Das die jährlichen Personalkosten dann schon über 100.000,- € liegen und weder das eigene Gehalt, noch Betriebskosten und Mittel, sowie Einkommenssteuer mit eingerechnet sind versteht sich natürlich auch nicht von selbst. Am Ende bleibt dann der große Scherbenhaufen, meist ohne jegliche Rücklagen und auf Kredit gegründet.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 27. Februar 2021 - 18:17 #

Das Wort "Netto" ist hier merkwürdig verwendet. Ich nehme mal an 1500,- Nettolohn für den Arbeitnehmer. Müssten um die 2200,- Bruttolohn sein und überschlagen 33.000,- Personalkosten. Also knapp unter 100.000,- Euro für alle drei im Jahr.

advfreak 20 Gold-Gamer - - 21088 - 27. Februar 2021 - 18:51 #

Exakt, es sind für den Arbeitgeber rund 2500,- insgesamt, Brutto sind das 1934,- für den Arbeitnehmer. Ich wollte es nur veranschaulichen was ein vermeintlicher Netto Hungerlohn trotzdem insgesamt dem Arbeitgeber kostet. (Berechnet im österreichischen Steuersystem mit 14 Gehälter im Jahr) :)

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 27. Februar 2021 - 19:15 #

Notiz an mich: Keine Filiale in Österreich eröffnen. 14 Gehälter im Jahr.

advfreak 20 Gold-Gamer - - 21088 - 27. Februar 2021 - 19:30 #

Keine Sorge, dass gleicht sich durch die niedrigeren Real-Brutto-Löhne bei uns wieder aus. Da brauchst wirklich keine Angst zu haben... ;)

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 220408 - 27. Februar 2021 - 18:41 #

Gut zu wissen. ;)

Jac 19 Megatalent - P - 14462 - 27. Februar 2021 - 19:01 #

Abitur oder sogar Studium sind leider nicht mal eine Garantie dafür, einen Dreisatz zu erkennen. Manch einer scheitert da schon an der Umrechnung in und von Industrieminuten, wie ich mehrfach feststellen musste. Dasselbe gilt ganz oft für Prozentrechnung. Da hilft es mir nichts, wenn jemand auf dem Papier ein Meister der Integralrechnung ist, wenn das reale Leben die gut ausgebildeten Köpfe dann total überfordert.
Aber vielleicht bin ich da auch zu alt geworden. Für mich machen gute Projektleiter gute Projekte, manchmal reicht dazu auch ein einfacher Notizblock in der Hand desselben.

Claus 31 Gamer-Veteran - - 348106 - 27. Februar 2021 - 19:07 #

Absolut. Ein kluger Kopf kann alleine durch das Stellen der richtigen Fragen und der struktuierten Herangehensweise oft unglaublich viel mehr erreichen, als 3 andere, die zusammen Excel-Sheets zum Sprengen gebracht haben, dabei aber dennoch die wesentlichen Punkte nicht verstanden hatten.

Michael Hengst 17 Shapeshifter - P - 7058 - 28. Februar 2021 - 14:03 #

Das beschreibt meinen Job eigentlich ganz gut :-D

Maestro84 19 Megatalent - - 16043 - 27. Februar 2021 - 23:42 #

Manchmal ist halt Fachabitur im Bereich Wirtschaft und Verwaltung wertvoller als ein richtiges.

Larnak 22 Motivator - P - 37516 - 28. Februar 2021 - 3:27 #

Ich wusste bis gerade nicht einmal, dass es so etwas wie Industrieminuten überhaupt gibt ;P
Ob das "reale Leben" also aus Industrieminuten besteht... Ich bin mir da nicht so sicher :D

Jac 19 Megatalent - P - 14462 - 28. Februar 2021 - 13:25 #

Ob man das weiß oder nicht, wer sie kennenlernt, sollte erkennen, dass ein Dreisatz zum Umrechnen reicht ;)

Larnak 22 Motivator - P - 37516 - 28. Februar 2021 - 18:57 #

War jetzt auch nicht so ganz ernst gemeint :)

Extrapanzer 17 Shapeshifter - P - 6904 - 27. Februar 2021 - 20:05 #

Eine einzelne Person entspricht Faktor 0.6 einer Vollzeitdienstleistung (1.0 Basis, 0.2 gehen für Urlaub und Krankheit weg, 0.2 für Weiterbildung und Internes). Ist eigentlich ganz einfach, bekommt meine Firma aber auch nicht hin. Wenn ein Kunde eine Vollzeitdienstleistung will, dann schicken wir da einen Mitarbeiter hin, statt denen Mathe beizubringen. Absurdistan halt.

Necromanus 19 Megatalent - - 17399 - 27. Februar 2021 - 20:21 #

Spannendes Thema. Ich find es klasse so beiläufig, immer wieder etwas über die Spieleentwicklung zu erfahren. Wundern tut mich das Problem aber nicht. Wenn ich allein in meiner Behörde umsehe, verstehe ich sofort wie sowas zustande kommt. Teilweise sogar von der Führung angeordnet. Dann wird ein Projekt dass man haben will, schon mal schnell schöngerechnet.

Larnak 22 Motivator - P - 37516 - 27. Februar 2021 - 21:03 #

Etwas verwunderlich ist das schon - sind doch gerade diese Elemente sogar eher vergleichsweise einfach zu ermitteln. Dass der erwartete Umsatz träumerisch überhöht wird - geschenkt, das liegt in der Natur der Sache, jeder will halt "sein" Spiel machen können. Gleichzeitig muss man da schon tief drin stecken, um erkennen zu können, welche Umsätze für welche Art spiel realistisch oder unrealistisch sind. Aber dass dann so offensichtliche Punkte wie Nebenkosten fehlen - da muss man kein Branchenexperte sein, um zu sehen, dass da etwas nicht stimmt. Ergo ist das selbst für gutgläubigste Investoren verräterisch.

Interessanter finde ich bei dem Thema aber eigentlich dennoch, wie man sich die erforderlichen Arbeitsstunden zusammenbastelt. Wie lange braucht welches Feature, welcher technische Unterbau braucht tatsächlich wie lange? Sicher, wenn es einfach darum geht, Content zu produzieren, geht das recht gut. Und in Zeiten von fertigen Engines, die oft sogar nur Umsatz- oder Gewinnbeteiligung kosten, ist wohl gerade bei vielen kleinen Projekten die technische Unsicherheit überschaubar. Trotzdem spannend :D

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 27. Februar 2021 - 23:15 #

Beim letzten Absatz würde ich Jein sagen. Der technische Unterbau ist immer problematisch, wenn man nicht schon x - mal dasselbe für unterschiedliche Titel auf der gleichen Plattform verwendet hat.
Wenn man sich allerdings nur auf fertige "Baukästen" verlässt, kommt man um den technischen Unterbau auch nicht herum, weil davon auch viel von der Spielbalance und Politur abhängt und eigene Ideen eventuell nicht umsetzen kann, ohne selbst die Grundlage dafür zu schaffen.

Larnak 22 Motivator - P - 37516 - 28. Februar 2021 - 3:57 #

Ich weiß nicht, ob ich verstehe, worauf du das Jein beziehst.

Was ich meinte war, dass es einen großen Unterschied macht, ob ich grundlegende Dinge wie Render-Pipeline, Netzwerkarchitektur oder Levelstreaming komplett selber bauen muss, oder ob Unreal, Unity und Co mir das schon liefern, weil es halt eh jedes Spiel irgendwie braucht. Das verringert einfach den Raum der Dinge, von denen ich noch gar nicht weiß, dass ich sie nicht weiß, deutlich, gerade für unerfahrene Teams. Man kann sich dann auf die eigentlichen Spielfeatures konzentrieren. Nicht, dass es da keine Unsicherheit geben würde, daher frage ich mich ja, wie man das "richtig" planen soll. Nicht umsonst setzen agile Entwicklungsmethoden ja auf einen anderen Ansatz - nur einen Businessplan erstellen die einem nicht.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 21984 - 28. Februar 2021 - 10:54 #

Das Problem bei den ganzen Engines mit ihren angeblichen Out-of-the-box Features ist halt, dass sie dir zwar vieles an Core-Programming ersparen, aber im Endeffekt dann doch nicht flexibel genug und vor allem auch nicht optimiert genug sind, um anspruchsvolle Projekte umzusetzen. Die notwendigen Modifikationen in das bestehende System zu "pfriemeln", kann sich da schnell als Fass ohne Boden erweisen.

Das war selbst bei EA der Fall, als es plötzlich "Frostbyte" um jeden Preis hieß. Aber im Grunde ist das bei den allermeisten Entwicklern ein großes Thema.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 28. Februar 2021 - 11:56 #

Dinge, welche der Entwickler oder die Entwicklerin nicht kennt, neigen dazu einen wieder in den Arsch zu beißen.

Lass es mich mit Baldurs Gate vergleichen. BG "versteckt" ebenfalls einen gehörigen Teil der D & D - Mechaniken vor Dir. Wenn auf hohen Schwierigkeitsgraden mit einer nicht Kämpfer - Klasse (oder um generell effizient zu spielen) musst Du diese Systeme allerdings auswendig kennen.

Larnak 22 Motivator - P - 37516 - 28. Februar 2021 - 19:01 #

Viele arbeiten heute ja schon im Studium mit Unity und Unreal und haben dann schon ein gutes Gefühl dafür, was man damit kann, und wo die Grenzen liegen. Und die Systeme kennenzulernen ist immer noch deutlich einfacher, als alles selbst machen zu müssen - daraus ergab sich ja dann auch der große Erfolg. D&D-Mechaniken lernen ist einfacher, als ein P&P-Regelwerk selbst zu erschaffen :D

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 28. Februar 2021 - 21:57 #

Der P&Pler in mir sagt, daß deswegen auch jede Gruppe auch ihre Hausregeln hat. ;-p
Ich denke eher, daß ich Dein "unerfahren" falsch interpretiert habe. Ich nehme jetzt an, Du meinst es wie Laie und ich war bei bei der Jungfrau.

JensJuchzer 21 AAA-Gamer - P - 25847 - 27. Februar 2021 - 22:08 #

Schöne Kolumne. DA ist viel wahres drin und natürlich kann selbst ein hochbezahlter Manager nicht richtig rechnen...

Larnak 22 Motivator - P - 37516 - 27. Februar 2021 - 22:37 #

Fürs Rechnen werden die ja auch nicht hoch bezahlt :P

JensJuchzer 21 AAA-Gamer - P - 25847 - 28. Februar 2021 - 10:37 #

Sie bewerten ja eh nur ob es Ihnen einen Vorteil bringt :)

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 27. Februar 2021 - 22:59 #

Schöne Kolumne. Ist doch aber überall so.

TheRaffer 22 Motivator - - 34443 - 27. Februar 2021 - 23:26 #

Erschreckend, dass mir zu allem ein Beispiel aus dem Alltag meines Arbeitgebers einfällt. Wie kann es eigentlich sein, dass die Menschen, die keine Entscheidungen fällen, da meist so viel klüger sind, als die Hochbezahlten?

AlexCartman 19 Megatalent - P - 19154 - 27. Februar 2021 - 23:26 #

Was mich eher umtreibt: Warum meint jeder, auf sein Spiel habe die Welt gewartet? Klar gibt es das Phänomen, dass alle nur die paar erfolgreichen Indie-Leuchttürme sehen, aber nicht die 10000 unvollendeten oder erfolglosen Projekte. Aber wie wahrscheinlich ist es, mit einem Budget von 100000 Euro ein Spiel zu machen, das Käufer findet?

Green Yoshi 22 Motivator - P - 32255 - 27. Februar 2021 - 23:47 #

Ist das wirklich eine Frage des Budgets? Gibt ja auch erfolgreiche 1-Mann-Spiele wie Stardew Valley, Axiom Verge und Banished. Aber klar, auf das tausendste Metroidvania im Pixellook hat niemand gewartet. Oft fehlt einfach der Unique Selling Point.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 28. Februar 2021 - 1:30 #

Bis zu gewissen Grenzen würde ich "ja" sagen. Eric Barone saß etwa vier Jahre lang täglich 12 Stunden bis 15 Stunden an Stardew Valley. Dieses muss man sich auch leisten können. Wenn ich ihm die gleichen freien Tage Jahr anrechne wie mir und nur 12 Arbeitsstunden täglich, sind dies über 1.932 Manntage oder 15.456 Arbeitsstunden. Beim Mindestlohn in Washington über die Zeit sind dies knapp 143624,88 US - Dollar Budget. Zum Leben ging der dann noch eine Nachtschicht im "Theater" schieben und wie seine Freundin es wohl empfand, darf sich jeder denken.

Für Axiom Verge finde ich jetzt keine Zahlen und für Banished werden über 5500 Stunden über 2,5 Jahre angeben.

Extrapanzer 17 Shapeshifter - P - 6904 - 28. Februar 2021 - 13:16 #

Im Spieleveteranen-Podcast #48 von 2013 erzählt Gastveteran Guide Henkel, dass er Mobil-Apps programmiert hat, aber der Markt unattraktiv wurde, als er groß wurde. Eine App für 100 000 Euro programmieren ist ein teures Lotto-Ticket. Warum spielen so viele Menschen Lotto ...
Ähnlich ist das ja auch bei vielen Ladengründungen in der Innenstadt, wo man sich denkt, dass der Laden sich doch keine zwei Jahre hält. Dann geht man rein und weiß, der hält sich nicht mal ein Jahr.
Schönes Gründervideo dazu (Ladengründung Klemmbausteine): https://www.youtube.com/watch?v=dV2MUtu37XY

Goremageddon 15 Kenner - 3832 - 1. März 2021 - 14:03 #

"Warum meint jeder, auf sein Spiel habe die Welt gewartet?"

Ist das nicht eigentlich Grundbedingung um mit der Entwicklung eines Spieles anzufangen? Wenn ich davon ausgehe das sich niemand für mein Spiel/Produkt interessiert dann gehe ich doch das Risiko und den Aufwand nicht ein oder?

Maestro84 19 Megatalent - - 16043 - 27. Februar 2021 - 23:38 #

Nicht umsonst rät ein Wolfgang Walk wohl seit Jahren, dass junge Teams Geld auch in einen ordentlichen Kaufmann stecken sollen. Wenn junge Entwickler selber rechnen, kommen anscheinend gerne mal gruselige "Kalkulationen". Aber woher sollen Jungspunde von 18 Jahren, die bisher bei Papi und Mami versorgt wurden, auch tatsächlich Etwas über die wahren Lebenshaltungskosten wissen? Selbst 2000 Euro netto im Monat sind da in einem Mittelzentrum schnell weg.

Goremageddon 15 Kenner - 3832 - 1. März 2021 - 13:52 #

Woher sie das wissen sollen? Wenn sie Glück haben dann haben ihre Eltern ihnen dieses Wissen vermittelt. Ansonsten Pech gehabt denn in den Schulen lernt man solch realitätsnahen Dinge ja oft nicht und auch wenn man die Werkzeuge dafür bekommt so scheint es bei vielen sinnvoll zu sein wenn man ihnen zeigt wie sie mit dem Werkzeug umgehen können. Ich will natürlich nicht meckern.. Von meiner Analyse von Effi Briest profitiere ich bis heute Tag täglich und wenn ich Matrix noch 100 Mal schaue werde ich auch verstehen wofür ich Matrizenrechnung beherrschen musste.

zfpru 18 Doppel-Voter - 10841 - 28. Februar 2021 - 0:31 #

Budgetplanung ist überbewertet.

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 28. Februar 2021 - 10:25 #

Interessanter Text, so ja auch in entsprechenden anderen Podcast immer wieder erwähnt.

Player One 16 Übertalent - P - 4427 - 28. Februar 2021 - 10:26 #

Hier dürfte sich fast jeder wieder finden, der mal ein Haus gebaut hat. Da läuft es oft ähnlich ab, mit einer großen Portion "ach das wird schon".

jguillemont 24 Trolljäger - - 53019 - 28. Februar 2021 - 10:42 #

Sehr schön geschriebene Kolumne, dafür vielen Dank. Das Thema kenne ich aus anderen Bereichen ebenso. Ganz besonders beliebt sind die Effizienz Rechnungen, die zwar in Theorie viele "Arbeitslos" machen aber in der Realität nichts einsparen.

Mehr und mehr begegnet mir aber das andere Ende dieser Vorgehensweise. Alles muss durchgerechnet werden, um mit Sicherheit sagen zu können, ob sich ein Vorhaben lohnt.

Wenn dann der zusätzliche Umsatz der nächsten Jahre vorausgesagt werden soll, dann entsteht auch wieder ein Schönrechnen des Projektes.

Michael Hengst 17 Shapeshifter - P - 7058 - 28. Februar 2021 - 12:29 #

Stimmt leider. Ein Rest-Risiko ist immer da. Und manche Sachen sind ehrlich Zufall. Da muss man auch mal was wagen. Das geht in beide Richtungen: Wir hatten ein Projekt das war so "günstig" und gut geplant, das hätte funktionieren sollen/müssen. Leider an der Fangemeinde gescheitert :-D.

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 74505 - 28. Februar 2021 - 20:31 #

An der bestehenden Fangemeinde gescheitert oder an der Fangemeinde vorbeientwickelt?

Gerade als Fan erkennt man "günstig" doch recht schnell, weil Sachen unstimmig sind.

Mr. Tchijf 16 Übertalent - P - 5718 - 28. Februar 2021 - 15:20 #

Schönes Beispiel mit den Lohnnebenkosten. Wie oft höre ich, dass ich mich angeblich dumm und dusselig verdienen würden, weil der MA XY doch nur Drölfeurofünfzig bekäme und ich doch eine Marge von X Tausend Prozent hätte.

Kein Schwein berücksichtigt die Lohnnebenkosten und all die anderen Kosten, die in einer Orga nun einmal existent sind.

Schöner Artikel! Bin auf deine Pleite gespannt. Nicht, weil ich schadenfroh wäre, sondern weil mich interessiert, welche Lehren du daraus gezogen hast.

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28522 - 28. Februar 2021 - 16:17 #

Viele Entwickler wissen wohl sehr genau wie unrealistisch und "wohlwollend" ihre Berechnungen sind, aber man hat Angst mit zu hohen Zahlen abgelehnt zu werden. Die Hoffnung ist dann auch, "erst einmal anfangen" zu können und wenn das alles gut läuft, wird schon mehr investiert werden. Gerade wenn man eher wenig vorzuweisen hat und das eigene Projekt in den Bereich "Hoch-Risiko" fällt, steht man auch nicht gut da, gleich mal hohe Summen zu wollen.

Larnak 22 Motivator - P - 37516 - 28. Februar 2021 - 19:09 #

Jo, da wird die Sunk-Cost-Fallacy beim Geldgeber schon eingeplant. Wobei das ja gar nicht unbedingt eine Fallacy sein muss, wenn nun tatsächlich um, sagen wir, 25% zu niedrig geschätzt wurde, die Alternative aber ein Totalausfall ist (Abbruch des Projekts).

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28522 - 28. Februar 2021 - 22:59 #

Der Geldgeber weiß ja auch, dass es am Ende mindestens das doppelte kosten wird, aber dann nach einem Jahr nachverhandeln muss ja nicht von Nachteil sein.

Hyperbolic 19 Megatalent - P - 18114 - 5. März 2021 - 12:15 #

Kann man in anderen Branchen, wie der Bauindustrie, auch beobachten.

SnarkMarf 18 Doppel-Voter - P - 9082 - 4. März 2021 - 10:52 #

Danke für diesen Einblick. Wünsche mir noch viel mehr solcher Anekdoten und Erfahrungsberichte.

Hyperbolic 19 Megatalent - P - 18114 - 5. März 2021 - 12:17 #

Die Fehlberechnungen der Kosten erlebt man immer wieder bei Kickstarter Projekten.
Wo so mancher Entwickler ganz untertaucht wenn das Geld verbraucht ist oder im nach hinein noch um zusätzliches Geld gebettelt wird (die Versandkosten sind so stark gestiegen -heul).