Der Preis ist heiß

Der Preis ist heiß Meinung
Teil der Exklusiv-Serie Die Hengst-Chroniken

Die Hengst-Chroniken #9

Michael Hengst / 26. November 2019 - 14:13 — vor 2 Jahren aktualisiert

Teaser

Spiele sind zu billig, und Steam macht kleine Entwickler eher kaputt, als ihnen zu helfen. Dieser Meinung ist zumindest Spieleveteran Michael Hengst, der die digitale Wegwerfmentalität nicht mag.
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„Spiele sind zu teuer!“ – Die Diskussion ist so alt wie die Münzen, die 1972 in die ersten Arcade-Automaten wanderten. Immer wieder jammerten die Spieler, dass neue Titel viel zu viel Geld kosten und griffen deswegen in den 80er- und 90er-Jahren gerne auf dezentralisierte Sicherheitskopien zurück. Als Spiele für den C64, Amiga, Atari ST und die ersten PC-Programme in der Regel zwischen 80 und 120 Mark (40 bis 60 Euro)  kosteten, galt die „Über den Daumen“-Regel: Von zehn Spielen im Besitz des Konsumenten hatte er nur eines wirklich gekauft. Damit gingen den Entwicklern also große Summen verloren, die sie wieder reinholen mussten. Das eklatante Missverhältnis kommt einem bekannt vor – denn auch moderne F2P-Spiele haben eine ähnliche Ratio. Über 90 Prozent der Zocker spielen kostenlos. Weniger als 10 Prozent geben am Ende Geld aus. Und im Schnitt sind es rund 2 Prozent der Spieler, die fast 70 Prozent des Umsatzes generieren – die sogenannten Wale, auf die es folglich jeder Hersteller abgesehen hat. Mir stellt sich also die Frage: Sind Spiele wirklich zu teuer?
 
Das Thema Preis ist nicht nur sensibel, sondern auch hoch komplex

157 Kommentare

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Michael Hengst 26. November 2019 - 14:13 — vor 2 Jahren aktualisiert
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Jörg Langer Chefredakteur - P - 442578 - 26. November 2019 - 14:13 #

Viel Spaß beim Lesen!

Berndor 18 Doppel-Voter - - 9076 - 26. November 2019 - 14:35 #

Sehe ich genauso, ich habe mir Fallen Order auch vorbestellt, obwohl man das ja eigentlich nicht tun, sondern auf einen Test warten sollte.
Aber die Previews und ein bißchen Intuition haben mir schließlich Recht gegeben, den Vollpreis zu investieren.
Auch EA, oder besser Respawn musste die Chance gegeben werden, weil es eh zuwenige reinrassige, großartige Singleplayerspiele gibt.
Zum Glück haben sie es nicht vergeigt, wir machen uns ja alle unser Hobby kaputt, wenn wir ausschließlich in Sales kaufen.

TheRaffer 22 Motivator - - 34443 - 26. November 2019 - 14:36 #

Hmm...ich kann das schon nachvollziehen. Merke ja bei mir selber, dass meine Bereitschaft 50 € oder mehr für Spiele auszugeben sehr stark gesunken ist, obwohl die Finanzkraft auf der anderen Seite glücklicherweise höher ist, als zu Studiumszeiten...

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 26. November 2019 - 19:37 #

Nu lass dir mal kein schlechtes Gewissen einreden ^^

Der Kunde zahlt das, was angeboten wird, denn man kann bei Steam nicht "freiwillig mehr" zahlen wie bei GG fürs Platinabo. Daher darf jeder, der nicht raubkopiert, die Frage, ob man bereit ist "ordentliche Preise" zu bezahlen, mit JA beantworten! ;)

Harry67 20 Gold-Gamer - - 21984 - 27. November 2019 - 13:16 #

Das mit den "ordentlichen Preisen" verschiebt sich auf das Thema: Ich warte dann mal auf den Sale.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 27. November 2019 - 14:24 #

Ich behaupte: Wer Spiele dann kauft, wenn er sie tatsächlich spielen will (und wird) - und zwar egal wie der Preis zu dem Zeitpunkt ist - der gibt insgesamt deutlich WENIGER Geld aus als der klassische Sales-Einkäufer mit seinem PoS/MoJ.

Kann ich statistisch nicht belegen, nur empirisch. Seit ich aufgehört habe, mich bei Sales mit Games einzudecken (die ich nie spielen werde), sind meine Ausgaben deutlich gesunken.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 21984 - 27. November 2019 - 14:45 #

Da ist was dran. Schon alleine, weil mehr Bewußtheit mitspielt.
Übrigens mein Dank an dich. Du hattest mal vor längerer Zeit die Logitech MX Master2S empfohlen. Gutes Teil!

TheRaffer 22 Motivator - - 34443 - 27. November 2019 - 19:40 #

Ich bemühe mich eh nur sehr selektiv zu kaufen. Die Steam Wunschliste quillt zwar über, aber der Kauf wird nur nach vorheriger Plausibilitätsprüfung getätigt. :)

ADbar 18 Doppel-Voter - - 9062 - 27. November 2019 - 20:45 #

Das ist bei mir zum Glück genau umgekehrt. Deswegen habe ich auch kein Problem damit, den vollen Preis einer Neuerscheinung zu berappen, weil ich JETZT Bock habe, es zu spielen. Und bisher wurde ich nie enttäuscht.

Sokar 20 Gold-Gamer - - 21859 - 29. November 2019 - 23:07 #

Das ist etwas, was ich gerade selber machen will. Weniger Spiele auf Halde kaufen, sondern nur noch, wenn ich sie auch wirklich spiele. Es gibt auch keinen wirklich Grund, ist ja nicht so dass sie aus gehen. Selbst wenn es mal keine Retail-Fassung mehr gibt, die digitale ist immer da.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 30. November 2019 - 0:19 #

Auch digitale Fassungen sind schon verschwunden.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 21984 - 30. November 2019 - 9:56 #

Bei mir noch nie. Datenträger schon ;)

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 30. November 2019 - 10:14 #

Ich meinte aus den Stores, so dass man sie nicht kaufen konnte.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 21984 - 30. November 2019 - 10:20 #

Ach so. Ich dachte, du meinst bereits gekaufte Spiele. Sorry, ist manchmal ja auch ein Thema.

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 70428 - 26. November 2019 - 14:53 #

Seh ich nicht so, dass die Welt auf Konsolen besser aussieht (Nintendo vielleicht ausgenommen). Wenn ich mir die Sales-News zu Xbox und Playstation anschaue, die stehen den PC-Sales in nix nach. Unterschied ist nur, dass die Konsolen-Stores nicht so vollgestopft sind mit Schrott, wie es bei Steam der Fall ist.

Naja, ansonsten stimmt es, dass es in den letzten Jahren einen starken Preisverfall gab, der auf die ständigen Sales und ein Überangebot an Spielen zurückzuführen ist. Und es hat bei mir dazu geführt, dass ich fast nur noch in Sales kaufe. Muss schon extrem heiß auf ein Spiel sein, um es direkt zu Release zum Vollpreis zu kaufen. Bei anderen Spielen kann ich warten, denn durch die ständigen Sales und das Überangebot hab ich ja schon einen riesigen Haufen an ungespielten Spielen, warum da was zum Vollpreis raufladen? Die Ansicht, dass man die Entwickler unterstützen will und deshalb zum Vollpreis kauft, ist zwar löblich, aber wenn ich jedes für mich interessante Spiel (das sind nämlich viel zu viele) zum Vollpreis kaufe, um die Entwickler zu unterstützen, hätte ich bald kein Geld mehr. :D

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 26. November 2019 - 14:55 #

Ist ja richtig, dass bei Steam viel Geröll rumgammelt, weil tausende von Titeln miteinander konkurrieren. Aber was ist denn nun die Alternative, gerade für einen kleinen Entwickler?

Die haben nun mal keine Millionen für Marketing. Sie haben keine Publisher. Und so viel PR zu machen, um im Fachpressedschungel auf Gehör zu stoßen, ist auch fast unmöglich - die schreiben lieber die vierte 10-seitige Preview über einen AAA-Titel oder News über die Ankündigung eines AAA-Trailers, als eine halbe Seite über einen noch unbekannten Indietitel.

Das einzige Mittel, für ein bisschen Aufmerksamkeit, ist der Preis. Und wenn auch das nicht mehr klappt, weil es zu viele machen, bleibt für kleine Entwickler nur eine Konsequenz: Aufhören, Spiele zu entwickeln! Weil es sich nicht mehr lohnt.

Der Appell an die Spieler, doch mehr Geld auszugeben, bringt imho nichts. Die Käufer nehmen die Angebote wahr, die sich ihnen bieten: Sales, Sales, Sales! Um dagegen anzugehen, müsste sich ein Kartell bilden, wo sich weltweit alle Hersteller und Programmierer zu Preisabsprachen zusammenschließen. Utopisch und illegal. Nintendo kann sich das mit der Sonderstellung erlauben, aber dieses Konzept ist nicht kopierbar.

Triton 18 Doppel-Voter - - 11145 - 26. November 2019 - 15:01 #

Bei mir kommt es immer auf den Entwickler an. Es gibt Spiele die kaufe ich nur als Angebot oder beim günstigsten Händler. Andersherum gibt es Entwickler bei denen ich auch direkt kaufe. Aktuelle hatte ich Planet Zoo bei Frontier Developments direkt vorbestellt, davor Jurassic World Evolution, Planet Coaster und Elite:Dangerous auch direkt dort bestellt.

Auch meide ich Steam so oft wie möglich beim kauf von Spielen. Viel zu hohe Provision kassieren die, da lieber das Geld direkt an Entwickler die es einfach verdienen das man zu mehr Einnahmen verhilft.

Lencer 18 Doppel-Voter - P - 10150 - 26. November 2019 - 16:46 #

Warum hältst Du eigentlich 30% Provision bei STEAM für zu hoch, akzeptierst aber insgeheim, dass bei einen Retail-Verkauf der Handel mindestens 30%, aber wohl eher 50% einstreicht?

Ich weiß ja nicht, was Du so für Erfahrungen mit STEAM gemacht hast, aber ich finde deren bereitgestellte Serverleistung (von dem ein oder anderen Problemen zum Start von STEAM-Sales abgesehen) absolut erstaunlich. So eine Power will bezahlt werden. Aber da diese Leistung nicht so richtig greifbar ist, halten viele 30% Provision für völlig überzogen.

alexwild 18 Doppel-Voter - - 10783 - 27. November 2019 - 17:33 #

Früher ohne Steam war es natürlich besser, das steht ja im Artikel. Da hat nicht jemand wie Steam ganze 30% von Netto-Kaufpreis einbehalten, so das nur magere 70% für den Entwickler über blieben, sondern der Entwickler konnte fette 1,50 bis 3 Mark pro Spiel behalten bei einem Kaufpreis von 60 Mark. Das war natürlich viel besser als das böse schmarotzende Steam. NICHT

Wunderheiler 21 AAA-Gamer - 30506 - 28. November 2019 - 0:39 #

Wo schreibt er was von früher? Und das ein Entwickler mehr bekommt, wenn man es direkt bei ihm kauft, sollte logisch sein...

Lencer 18 Doppel-Voter - P - 10150 - 28. November 2019 - 11:09 #

Wir sind allerdings auch nicht mehr im Mittelalter, wo man die Ware direkt beim Hersteller gekauft hat. Der (weltweite) Vertrieb kostet nun mal Geld.

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 28. November 2019 - 11:15 #

Der digitale Vertrieb kostet wohl kaum so viel, als dass er hohe Preise rechtfertigt. Selbst der Unterhalt der digitalen Infrastruktur lässt sich gut an die Kunden in Form von Preisen weitergeben ohne dass der Preis grossartig steigt.

Lencer 18 Doppel-Voter - P - 10150 - 28. November 2019 - 13:55 #

Genau das ist das Problem. Dort wo Kosten nicht für jedermann offen dargelegt werden, geht man erstmal davon aus, dass sie niedrig sind und deshalb der angesetzte Preis viel zu hoch ist.

Oder weißt Du wie hoch die Stromrechnung für Steam ist, wie hoch die Serverkosten sind, wieviele Leute direkt an der Entwicklung und dem Betrieb von Steam beteiligt sind, die sicher nicht unterbezahlt sind?

Zudem wurde an keiner Stelle gesagt, dass der Preis für Steam steigt. Sei Jahr und Tag verlangt Valve 30%.

Cpt. Metal 17 Shapeshifter - P - 6521 - 26. November 2019 - 15:01 #

Durch die ganzen Sales und den Preisverfall werden Spieler zu Sammlern gemacht, die aber trotzdem nicht mehr Zeit als eben möglich in ihr Hobby stecken können. Die Geburt des Pile Of Shame, und nein, auch die Bezeichnung Mountain Of Joy macht das Problem nicht kleiner. Positiv am Preisverfall könnte man anmerken, dass immer mehr Spieler sich immer mehr Spiele leisten (können) und jemand der sich früher 3 Spiele für je 60 € im Jahr gekauft hat, kauft sich für den gleichen Preis 20-30 Spiele im Sale. Das o.g. Zeitproblem bleibt jedoch trotzdem bestehen. Sind wir also ehrlich: Wie viele tausend Stunden ungespielte Titel schlummern in unseren Schränken, oder wahrscheinlicher: in unseren Steam-, Ps4- oder Xbox-Accounts? Unterm Strich bekommt die Branche von den Spielern immer das Geld, welches jeder für sein Hobby auszugeben bereit ist. Durch den Preisverfall wird es nur auf mehr Titel/Entwickler/Publisher verteilt. Der Teich ist der gleiche, es schwimmen nur mehr Fische drin, aber solange jeder satt wird gibt es doch kein Problem. Und wenn keiner mehr satt wird, reduziert sich die Anzahl der Fische halt wieder. Just my opinion...

Elefantenjongleur 14 Komm-Experte - P - 2507 - 26. November 2019 - 23:40 #

Das glaube ich nicht. Ich denke schon, dass weniger Geld ausgegeben wird. Aber ohne Zahlen an der Hand zu haben, kann man da nur spekulierten.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 26. November 2019 - 23:43 #

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/160518/umfrage/prognostizierter-umsatz-in-der-weltweiten-videogames-branche/

Harry67 20 Gold-Gamer - - 21984 - 27. November 2019 - 6:28 #

Hab gerade keine 49 Euro zur Hand um mir eine Statistikkurve anzusehen.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 27. November 2019 - 13:08 #

Dann hier als Screenshot:
https://i.imgur.com/FPYu2VR.jpg

Der Umsatz in allen Bereichen (Casual-, Konsole-, PC-Games) steigt stetig, die Menschen geben jedes Jahr mehr Geld aus.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 21984 - 27. November 2019 - 13:20 #

Danke sehr. Oder: Die Zahl der Spieler steigt stetig. Im Schnitt gibt aber jeder Spieler weniger Geld aus. Nur als Option

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 27. November 2019 - 13:39 #

Es sieht eher so aus, als ob jeder Spieler auch mehr ausgibt.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 27. November 2019 - 14:17 #

Warum auch immer, der Kuchen wird größer. Es ist immer mehr Geld im System, aber es kommt bei den Kleinen nicht an (ein Problem, was wir in allen Bereichen der Weltwirtschaft haben).

Solange wir also keinen Mindestpreis für Spiele oder eine Grundrente für bedürftige Entwickler einführen, sehe ich nicht, wie höhere Preise an diesem Verteilungsproblem etwas ändern würden.

Zumal (und das ignoriert Michael völlig) es ja gegenläufige Faktoren sind: Je mehr Geld mit kleinen Spielen verdient werden kann, umso mehr Anbieter drängen auf den Markt, d.h. die Schwemme von Spielen würde ja bei steigenden Preisen noch schneller wachsen.

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 27. November 2019 - 14:58 #

Also Grundrente erst einmal für die bedürftige Bevölkerung. Sicher nicht für die Entwickler. ;-)

Aber zu Deinem letzten Punkt: Solange kleine, gute Spiele auf den Markt kommen ist es ja gut. Aber es kommt ja auch viel Schrott auf den Markt, der dann genauso schnell wieder verschwindet. Der Markt bereinigt sich hier sehr schnell selber. Selbst wenn nur noch AAA Titel produziert werden würden, würden alle Entwickler verschwinden, welche nicht 100% die Kundenbedürfnisse analysiert und berücksichtigt haben. Von dem her sehe ich der Entwicklung sehr entspannt zu.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 27. November 2019 - 15:30 #

Sehe ich sehr ähnlich.

Zudem gibt es mit Kickstarter und Fig alternative "Kanäle", wo ich als Indiekuschler (<- that's me!) ganz gezielt auch kleine Entwickler unterstützen kann. Wer wirklich etwas tun will für kleine, unabhängige Studios, der wirft da dann auch mal etwas Risikokapital in den Topf und bis auf ganz wenige Ausnahmen habe ich das auch nie bereut.

Ich hatte beim Lesen der Hengst-Chronik die ganze Zeit gehofft, dass wenigstens das Stichwort "Kickstarter" einmal fällt... aber nun ja, man kann nicht alles haben. ^^

LRod 19 Megatalent - P - 13492 - 29. November 2019 - 1:54 #

Ja, stimmt, Kickstarter hätte gut reingepasst. Wobei ich bisher zwei Projekte unterstützt habe: Shroud of the Avatar und das System Shock Remake... :-/

CBR 21 AAA-Gamer - P - 25401 - 28. November 2019 - 14:52 #

Genau das sehe ich auch so. Eigentlich wäre das positiv, da sich das Geld breiter verteilt. Leider ist auch die Anzahl der Entwickler deutlich gestiegen, so dass pro Entwickler weniger übrig bleibt.

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 26. November 2019 - 15:07 #

Toller Artikel, aber ich sehe das nicht ganz so dramatisch. Gerade das Beispiel vom Mario Kart finde ich sehr schlecht. Hier hat sich für mich seit Mario Kart 64 nichts Bemerkenswertes mehr getan, als dass ich noch 50 Tacken für das gefühlt gleiche Spiel ausgeben möchte.

Und ja, Geiz ist nicht Geil. Aber bei der Masse an Spielen und der unglaublich einfachen Verfügbarkeit, kaufe ich im Jahr auch nur ein bis zwei Spiele zum Vollpreis. Meist spiele ich drei bis vier Jahre altes Zeugs. Hier bin ich nicht mehr bereit den Vollpreis zu bezahlen.

Im Allgemeinen glaube ich, nichts ist mehr Stabil als die Preise der Spiele. Im Gegensatz zu den enorm Gestiegenen Entwicklungskosten von AA und AAA Titeln sind die Spiele eher billiger geworden als sie es in der 80ern und 90ern waren.

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 26. November 2019 - 16:05 #

Im Prinzip kannst du ja alle 1st-Party-Spiele von Nintendo nehmen. Egal ob Zelda, Smash Bros oder Mario Kart - die sind verdammt preisstabil, weil sie sich trotzdem gut verkaufen.

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 26. November 2019 - 16:41 #

Richtig. Aber sie geizen auch mit Innovation. Davon gibt es bei Nintendo meiner Meinung nach nicht mehr soviel.

Specter 18 Doppel-Voter - 11704 - 26. November 2019 - 18:16 #

Du hast Breath of the Wild oder Mario Odyssey nicht gespielt, oder?

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 90159 - 26. November 2019 - 22:03 #

Ich schon. Hab aber Innovationen, so sie da waren nicht gesehen. :D

Specter 18 Doppel-Voter - 11704 - 26. November 2019 - 22:51 #

Na immerhin hast du dann zwei der besten Spiele der letzten Jahre auf einem der innovativsten Stücke Hardware der letzten Konsolengenerationen gespielt ;)

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 90159 - 27. November 2019 - 6:48 #

Letzteres stimme ich zu, auch wenn ich glücklicher wäre, wenn die Switch genug Power für anständiges AA hätte. Auf 82" flackert es doch ganz schön, so dass ich dann lieber im Handheld Modus spiele. Was nun die Spiele angeht, Odysee hat mich ein für alle Mal von 3d Mario kuriert. Und BotW habe ich bisher 10 h gespielt, und dann liegen lassen, um Links Awakening zu spielen. Ich glaube, das sagt genug. :)

CBR 21 AAA-Gamer - P - 25401 - 28. November 2019 - 14:54 #

Ja, die 2D-Zeldas und auch die 2D-Marios gefallen mir deutlich besser.

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 27. November 2019 - 9:01 #

Es geht ja um Spiele, nicht um Hardware. Bei Hardware gebe ich Dir recht, das kann Nintendo.

Specter 18 Doppel-Voter - 11704 - 27. November 2019 - 10:22 #

Für mich sind neue Switch-Spiele wie Snipperclips, Labo oder Ring Fit Adventure mit das Innovativste, was die Games-Szene in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Außerdem entwickelt Nintendo seine AAA-Marken konsequent weiter und erfindet sie regelmäßig neu. Daher kann ich deine Kritik nicht so recht nachvollziehen. Aber ob einem das neue Zelda / Mario jetzt gefällt oder nicht, ist halt Geschmackssache. Ich habe alle Jahre wieder meinen Spaß damit - und kaufe entsprechend direkt zum Release.

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 27. November 2019 - 8:59 #

Letzteres schon. Aber das mit der Mütze ist doch nur eine konsequente Weiterentwicklung von den "gefundenen Mützen" in den alten spielen.

Alain 21 AAA-Gamer - P - 29761 - 26. November 2019 - 15:41 #

Naja, die ganzen Sales und Humble führen ja auch einfach nur in einer Schwemme.

Also mir ist es schon mal vorgekommen, dass ich unbewusst ein Spiel auf GOG und Steam gekauft habe, nur um es dann auch noch bei EPIC gratis zu bekommen. Und wenn man sich dann 10 Spiele im Sale kauft, effektiv aber nur eins spielt... Hätte man eigentlich das 10 fache für das eine ausgeben können. Dann würde sich das Geld aber auch nur wieder auf einen Entwickler konzentrieren.

Effektiv ist mein größeres Probleme die nicht vorhandene Zeit um die Spiele wirklich zu spielen. So gesehen wäre ein Abo-Model eigentlich das fairste - bzw. ich fahre meinen Pool von Spielen aktuell fast wie ein Abo Model. Im schnitt werfe ich circa 25-30€ für Spiele rein im Monat - und habe Spiele auf Switch und PC. Hin und wieder mal ein teureres Highlight kurz nach Release (die dann im normalfall fleissig gespielt werden), meist aber reduzierte Titel oder Bundles (wo sicherlich 80% ungespielt sind und ggf. bleiben).

Und effektiv spielen... Naja in "schlechten" Monaten kommen keine 10 Stunden zusammen, in "guten" vielleicht 30 Stunden.

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28522 - 26. November 2019 - 15:50 #

Das ist ein Fehlschluss. Es ist ja nicht so, dass in Summe weniger Geld für Spiele ausgegeben wird, wahrscheinlich sogar viel mehr, durch die Sales verteilt es sich nur auf viel mehr Spiele. Das Phänomen "Pile of Shame" gab es früher nicht, durch die ganzen Sales werden sinnlos Spiele gekauft, weil sie günstig sind und man sie ja bestimmt mal irgendwann spielen können wollen würde mögen (vielleicht), das ist eine große Subvention für den Markt. E ist ja nicht so, dass man für die 9,99 nur Käufer mitnimmt, die auch 50 bezahlt hätten, sondern vor allem Kunden, die es sonst halt gar nicht kaufen würden, was man ja eben daran sieht, dass die meisten Billig-Käufe kaum oder gar nicht gespielt werden. Man erreicht also durch Sales zusätzlich eine Käuferschaft, die überhaupt kein ernsthaftes Interesse am Produkt hat. Unterm Strich dürfte sich das Verramschen also für die Branche lohnen (sonst würden die Hersteller es ja auch nicht machen). Dass damit die Wertschätzung für Medien allgemein abnimmt, ist ein Punkt, den ich viel problematischer finde.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 442578 - 26. November 2019 - 15:52 #

Das scheint mir jetzt ein Kurzschluss zu sein, denn es geht ja Michael gerade darum, dass kleine Entwickler Probleme haben durch die geringen Preise. Denen ist erst mal egal, ob es "der Branche", also den Publishern und Steam in dem Fall, generell gut geht mit der Preispolitik. Steam verdient immer mit, und deren Kosten sind sehr gut kalkulierbar.

Bei der Abnahme der Wertschätzung für Medien allgemein bin ich bei dir. Hängt eng mit YouTube und den ganzen Abo-Services zusammen, merke ich bei mir selbst: so ein Netflix-Film ist irgendwie nichts wert, und wieso eine Serie zu Ende gucken, wenn parallel schon zwei andere warten? Vor 20 Jahren habe ich noch wochenlang auf den US-Import an DVDs gewartet...

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28522 - 26. November 2019 - 15:58 #

Gerade kleine Entwickler profitieren, da ihre Spiele durch Sales sichtbar werden und bleiben und den oben beschriebenen Hamsterkauf-Effekt nehmen sie auch mit. Ich halte das sogar für einen Grund, warum der Indie-Markt überhaupt so explodiert ist. Jeder kann digital sein Spiel anbieten und durch beliebig günstige Preise verbreiten.
Ja, was bei Netflix passiert, zeigt sich nun auch beim Gamepass. Da habe ich auch oft nur angespielt und Top/Flop-Urteile bieten sich an beim medialen Überfluss derzeit.

Ole Vakram Nie 17 Shapeshifter - P - 6939 - 26. November 2019 - 16:26 #

Ich stimme Dir grundsätzlich schon zu, jedoch bezweifel ich, dass gerade kleine Entwickler profitieren.
Ein Spiel eines kleinen Entwicklers soll, angenommen, 20€ kosten.
Und dann muss es in einen Sale um aufzufallen? Für dann 10€ oder so?

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28522 - 26. November 2019 - 17:00 #

Im Einzelfall wird es natürlich immer Entwickler geben, für die es schwierig wird. Üblicherweise kann man seine Hauptzielgruppe zum Release abgreifen, dann nochmal die Sale-Warter und zum Schluss nochmal viele, die es nur in die Sammlung schmeißen. Kann natürlich passieren, dass man für 20 nicht genug verkauft, aber dafür vielleicht langfristig eine größere Menge für 10. Man darf auch nicht vergessen, dass die 20 üblicherweise über Jahre stabil bleiben, allgemeine Preissenkungen gibt es fast gar nicht mehr wegen der Sales, das gleicht sicher auch was aus. Hat alles für und wider, aber allgemein war die Marktsituation gerade für kleine Entwickler nie besser würde ich sagen. Was war denn früher, wenn das kleine Spiel wie Blei in den Regalen lag?

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 26. November 2019 - 17:48 #

Früher haben es viele Spiele gar nicht erst ins Regal geschafft. Da sind kleine Entwickler einsam, unbekannt und vor allem: unsichbar gestorben. Steam macht das Problem sichtbar, weil der Platz im virtuellen Regal nicht begrenzt ist.

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 26. November 2019 - 16:09 #

Sind das am Ende in der Mehrzahl kleine Entwickler, die es früher in der Form nicht gegeben hätte, eben weil sie keinen Publisher gefunden hätten? Heute kann fast jeder sein Spiel machen und auf Steam anbieten, was früher in der Form halt nur sehr bedingt möglich war. Die Folge ist dann ja wohl, dass Steam so überschwemmt ist und folglich viele hinten runterfallen - quasi Marktbereinigung.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 442578 - 26. November 2019 - 16:53 #

Dem ist sicher so, vergrößert aber nur das Sichtbarkeitsproblem für die wirklich guten kleinen Entwickler.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 26. November 2019 - 17:40 #

Wer entscheidet denn, was "gut" ist?

Steam hatte mit den Greenlighting-Verfahren ein Community-Voting vorgeschaltet - aber das ist gescheitert, weil sich fast für jeden Schrott genug Stimmen gefunden haben. Nun gehen Spiele direkt online, nur leicht gebremst von den Einstellgebühren, die Steam verlangt, aber ohne Qualitätskontrolle.

Damit bereinigt sich der Markt quasi von selbst: Die Anbieter, die Schrott liefern, gehen irgendwann pleite! Leider, leider, leider auch immer wieder kleine Entwickler, die tatsächlich "gut" sind. Das ist aber ein Zeichen, dass wir in einer absoluten Überflussphase sind, wo es so viele sehr gute Spiele gibt, dass selbst die "nur guten" untergehen.

Die Spreu vom Weizen zu trennen, war mal die originäre Aufgabe der Fachpresse! Damals, als der Platz in den Retailregalen noch begrenzt war. Aber seit die Shops virtualisiert wurden, hat keine Redaktion, geschweige denn GG, die Kapazitäten, alle Neuerscheinungen zu scannen.

v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 26. November 2019 - 17:59 #

Das Problem ist mMn bei digitalen Marktplätzen allerdings, wenn die Tore zu weit geöffnet werden. 100$ Einstellgebühr bei Steam ist keine echte Hürde und Algorithmen sozusagen das Qualitätsmanagement zu überlassen, hilft da nicht weiter. So ein Algorithmus reagiert erst, wenn der Missstand auch messbar ist und idr ist das bei der aktuellen Releaseschwemme zu spät und regt Anbieter an, das System zu exploiten.

Wobei ich ehrlich gesagt für kleine Entwickler den aktuellen Trend zu Abomodellen als das größere Problem sehe. Die letzten Jahre wurde viel Geld für Spiele ausgegeben, welche letztendlich in der Bibliothek verstauben. Wenn zukünftig stärker vergütet wird, was tatsächlich auch gespielt wird, bringt das mit Sicherheit mehr Druck auf Indie-Entwickler. An eine Marktbereinigung glaube ich allerdings nicht, denn der Nachschub an Jungentwicklern ist ebenfalls gewaltig und eher müllen sich dann klassische Marktplätze weiter zu.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 26. November 2019 - 19:19 #

Anfangs waren ja bis zu 5000 Dollar Einstellgebühren im Gespräch, aber da wäre dann anders herum das "Geschrei" groß gewesen, Steam würde kleine Entwickler von vornherein ausschließen...

Klar würde ich mir auch wünschen, dass Steam jeden Titel "per Hand" auf Herz und Nieren prüft, bevor sie es in den Shop stellen. So war es ja vor Greenlight wohl. Aber weder eBay, noch Amazon und auch nicht der Laden um die Ecke hat jeden Artikel selbst getestet. Und genau wie Michael Hengst, Jörg Langer oder Q-Bert will auch bei Steam niemand kostenlos zehntausend Spiele pro Jahr testen :) So eine Qualitätscheck durch Steam würde also eine Prüfgebühr erfordern - mit dem Risiko, dass das Spiel dann trotzdem *nicht* im Shop auftaucht! Heikle Sache, Shitstormgefahr.

v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 26. November 2019 - 19:33 #

Ich halte es grundsätzlich für einen Fehler, auf einem Marktplatz wie Steam, Spiele über generische Anmeldeprozesse zuzulassen. Was hier gemacht wurde ist ja quasi das andere Extrem zur manuellen Qualitätsprüfung. Und 100$ sind wirklich fast nichts. Sobald ich für meine eigenen Retro-Games Marketing-Material order, sind das höhere Kosten. Wenn ich zu einem Event losziehe, liegen die Fahrtkosten idr schon höher.

Wieso um alles in der Welt braucht ein Store pro Woche 250 Neuerscheinungen, von denen man am Ende vielleicht ein Dutzend mitbekommt? Als Kunde mag einem das ja egal sein, aber es müllt den Markt eigentlich nur zu.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 26. November 2019 - 20:42 #

Die manuelle Prüfung hat sich für Steam wohl nicht gelohnt, sonst hätten sie ja nicht andere Wege gesucht. "Brauchen" tut Steam 250 Neuerscheinungen pro Woche aber vermutlich selbst nicht, die allermeisten davon schaffen ja nicht mal 1000 Dollar Umsatz. Aber wie Henry Ford mal sagte: Die Hälfte von allem, was ich mache, ist umsonst - ich weiß nur nicht, welche Hälfte ;)

Bei den 100$ darf man auch nicht vergessen, dass wir auf nem globalen, offenen Markt sind. In Deutschland ist das nix, in Russland, Indien oder Pakistan ist das für manche ein Monatsgehalt.

v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 26. November 2019 - 20:48 #

Wie gesagt, für meine Begriffe müllt die eingestellte Masse Steam als Marktplatz nur zu. Das spielt der Umsatz auch keine Rolle mehr, wenn dadurch die Sichtbarkeit für das Gros der Entwickler nach einem halben Tag zum Teufel geht. Das ist für kleine Studios ein Lotteriespiel und keine wirtschaftliche Grundlage.

Das Argument mit Ländern, wo 100$ weitaus mehr wert sind, halte ich für einen noch größeren Fehler, wenn hier nicht angepasste Verhältnisse bestehen.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 26. November 2019 - 23:21 #

Und wenn du nun Gabe Newell heißen würdest, was genau würdest du nun tun?

v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 27. November 2019 - 0:21 #

Den Gang zurückschalten. Zusehen, dass der Marktplatz für Entwickler, welche sich im A-Bereich bewegen, attraktiver wird. Das Ranking wieder an User-Interessen und nicht mehr an die Userwertungen koppeln. Karteileichen ausmisten. Einstellkontingente einrichten. Für freies Einstellen die Gebühr drastisch anheben - bzw Änderung von einer Slot-Gebühr auf Gebühr pro Spiel und sonst vielleicht eine Prüfung mit Warteliste. Abkehr vom Sammelkartenmarktplatz. Maßnahmen halt, welche Asset-Jongleuren das Parasitendasein im Vorfeld schwer macht.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 21984 - 27. November 2019 - 15:42 #

Die Gebühr anheben, halte ich auch für das Mittel schlechthin. Müssen ja nicht gleich 3 Mille sein. Selbst 1000 Euro würden schon reichen um den Trash abzuhalten.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 27. November 2019 - 15:53 #

Aus meiner persönlichen Kundensicht, der einfach das "bestmögliche Einkaufserlebnis" haben möchte, bin ich da bei vielen Punkten bei dir.

Ich glaube aber auch, Valve ist ein sehr professionell geführtes Unternehmen mit richtig cleveren Köpfen (ja, inkl. Yanis Varoufakis, der dort früher als Analyst/Stratege tätig war ^^). Während ich bei Microsoft, Apple oder EA das Gefühl habe, das sind unbewegliche Supertanker, bei denen es Jahre dauert von einer Erkenntnis bis zu einer möglichen Umsetzung, finde ich Valve beneidenswert innovativ, reaktionsschnell und progressiv. Greenlight ist das beste Beispiel: Wenn ein Konzept nicht funktioniert, wird es ganz schnell wieder fallengelassen. Es besteht also Hoffnung :)

v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 27. November 2019 - 20:07 #

Ja, nur halte ich das Vorgehen mit der Einstellgebühr von Valve nicht für professionell, sondern unseriös. Für mein Empfinden hat das Parallelen zu einer Lotterie, sorgt dafür, dass Valves Kunden (das sind nicht die Verbraucher) kaum Möglichkeiten für zielgerichtetes Marketing haben. Valve gibt derweil Empfehlungen aus, dass man halt seine Produkte auf den asiatischen Markt ausrichten solle, weil dort explodiert das Wachstum. Mit anderen Worten: Schneeballprinzip statt Marktpflege.

Wozu führt denn das, wenn man nur noch von Algorithmen abhängig ist und gleichzeitig von einer undefinierbaren Masse an Releases verdrängt wird? Das Geweine seitens Indie-Studios fing etwa zu der Zeit an, als Greenlight abgekündigt wurde. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es seitdem solche Ein-Mann-Erfolgsgeschichten wie Stardew Valley gab. Ganz ehrlich, ich halte das rein algorithmusgesteuerte Prinzip von Steam für eine Art Krebsgeschwür in der Spielebranche.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 27. November 2019 - 20:28 #

Mich interessiert Steam nicht von allen Spiele habe ich ausserhalb erfahren, also ist es mir recht egal was Valve macht.

v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 27. November 2019 - 20:30 #

Du bist auch Konsument. Die andere Seite sind aber Leute, welche darauf eine Existenz aufbauen.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 27. November 2019 - 21:06 #

Und wenn sie es nur über Steam tun, dann würden sie mich nicht erreichen.
Ich gehe zu Steam, wenn ich weiß was ich will, also ist Marketing auf dieser Plattformen verschwendet. Ein besseres Zustand auf dieser Plattform wäre also verschwendetes Marketing Geld, dass effektiver wo anders wäre.

Wenn ich auf Spiele aufmerksam werde, dann meist über Twitter, da habe ich mit Noita, Baba is you und Backbone, sowie Deathtrash, die erst noch erscheinen schon einige kleinere Spiele gefunden.

Daher wäre mir Steam als Kanal, abgesehen von einigen Kuratoren als Marketing Tool als Entwickler auch egal.

v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 27. November 2019 - 22:37 #

Du sprichst aber nach wie vor aus deiner ganz persönlichen Sicht. Die Plattform ist viel zu groß, als dass das Marketing dort keine Relevanz hätte.

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 70428 - 26. November 2019 - 17:24 #

Das hab ich zum Glück nicht, dass bei mir die Wertschätzung abnimmt. Ich spiel ein Spiel durch und hol soviel raus, wie geht, wenn es mir Spaß macht, egal was ich dafür bezahlt hab und auch egal, dass da noch zig andere Spiele in meinem Stapel liegen, die gespielt werden wollen.

thoohl 20 Gold-Gamer - - 20204 - 26. November 2019 - 19:12 #

Ich stell mal die gewagte These auf, dass sich eine Art PreisGerechtigkeit und Chancengerechtigkeit zwischen Klein und Groß, zB und gerade bei Steam, einstellen würde, wenn die TopTitel nie in ein drastisches Angebot gehen dürften bzw würden.

Edelstoffl 16 Übertalent - P - 5204 - 26. November 2019 - 15:54 #

Klasse Artikel und "Augenöffner" - vielen Dank. Mir fallen da z.B. die Avernum- und Avadon-Reihe von Spiderweb Software ein, die ich gerade mit Begeisterung zocke - kleines Studio mit wenig Budget, kennt kaum jemand, produzieren eher Nischenprodukte (Iso-RPGs im Retrolook). Solche Perlen fallen in der schieren Masse des Angebotes schon gar nicht mehr auf.
Der Spielwert dieser extrem komplexen und doch sehr zugänglichen RPG ist im Verhältnis zum Preis gigantisch. 9.99 € für den ersten Teil - ich kann's jedem der Ultima mochte nur empfehhlen.

Michael D. 19 Megatalent - - 17904 - 27. November 2019 - 0:03 #

Danke für den Tipp, Avernum/Avadon schaue ich mir mal an.

Lencer 18 Doppel-Voter - P - 10150 - 26. November 2019 - 16:39 #

Ich stecke gerade in der Lebensphase "Ausreichend Geld - Nicht genug Zeit zum Zocken". Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich offenbar die Phase überstanden habe, auf Sales zu warten, eigentlich teure Spiel zu kaufen und dann auf dem POS abzuladen und nie zu spielen. Dieses Jahr habe ich mir nur Anno 1800 zum Release und Red Dead Redemption 2 (nebst PS4) gekauft und genau diese beiden Spiele habe ich ausgiebig gezockt (wenn denn mal Zeit war).

Wenn zu viele Entwickler zu viele Spiele auf den Markt bringen und quasi ihre Gewinnmöglichkeiten kannibalisieren wird es halt bald weniger Entwickler geben. ISSO. Richtig gute Indie-Games sprechen sich schon rum. Und wir müssen uns auch nichts vormachen. Viele Titel sind es auch nicht wert, "gesehen" zu werden. Es ist nunmal nicht so, dass da alles Qualitätsprodukte für unter 10 € verramscht werden.

thoohl 20 Gold-Gamer - - 20204 - 26. November 2019 - 19:14 #

Lebensphase "Ausreichend Geld - Nicht genug Zeit zum Zocken". Ich helfe Dir gerne...

Lencer 18 Doppel-Voter - P - 10150 - 26. November 2019 - 21:12 #

Beim Spielen? Ach ne, lass mal. ;-)

Epic Fail X 18 Doppel-Voter - - 10110 - 26. November 2019 - 16:42 #

Das Thema kann bei mir keine großen Emotionen auslösen. Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Und der ist für den Konsumenten mit Sicherheit nicht zu hoch.
Für Entwickler sehe ich das Problem weniger in den Preisen, Provisionen, Rabattschlachten etc. Die Crux ist die schier unendliche Masse an Indie-Entwicklungen. Solange sich da nichts tut, wird man aus dem Meer an Neuveröffentlichungen nur mit viel Glück und noch mehr Geld herausstechen können.

Claus 31 Gamer-Veteran - - 348106 - 26. November 2019 - 19:23 #

Um die Frage von Michael Hengst zu beantworten:
Same here!
Deswegen zahle ich auch ohne zu Murren für die Platinstufe im GG-Abo.

Specter 18 Doppel-Voter - 11704 - 26. November 2019 - 19:29 #

Da ist was dran. Regelmäßige monatliche Kosten für die Platin-Stufe würden mein Budget überstrapazieren. Aber ich könnte ja mal den nächsten Sale aussetzen und dafür die GG-Weihnachtsaktion (noch mehr) unterstützen...

SupArai 24 Trolljäger - P - 50705 - 26. November 2019 - 19:31 #

Ich finde es (fast) immer problematisch, wenn in einem System mit mehreren Beteiligten, nur einem Akteur die Schuld für etwas in die Schuhe geschoben wird. In dem Falle soll das Steam sein. Ausführlich zur Gegenrede ansetzen, kann ich allerdings nicht, da hierfür die Erinnerungen an "damals" nicht mehr präsent genug sind. Außerdem fehlt mir für eine echte thematische Auseinandersetzung das (Fach)Wissen, BWL oder VWL oder so.

Den Wertverlust, der im Artikel angesprochen wird, sehe ich im übrigen nicht nur bei Spielen. Der ist mittlerweile Bestandteil des "Konsumsystems" und der Kunde wird dahingehend auch stets weiter dressiert. Musik, Filme, Spiele, Elektrogeräte (Smartphones nenne ich mal als besonders herausragendes Produkt), Spielzeuge und sonstiger Tinnef werden immer mehr zu Massenware ohne reellen Gegenwert. Hieran trägt meiner Meinung der Kunde tatsächlich die Haupt"schuld".

Zwar finde ich den Grundsatz "Geiz ist Geil" tatsächlich pervers, allerdings hat sich wohl keine Handelsgruppe jemals so ehrlich seinen Kunden gegenüber geäußert. Wobei nicht der Kunde vom Geiz profitiert, sondern der Konzern. Gegeizt wird nämlich mit guter Beratung, Service, fairer und nachvollziehbarer Preisgestaltung, Vielfalt.

Jac 19 Megatalent - P - 14462 - 28. November 2019 - 20:32 #

"Geiz ist eben nicht geil" finde ich schon ziemlich gelungen. Deine Hinweise zu Service usw. sind zwar richtig, aber aus meiner Sicht genauso eine Folge dieser Mentalität. Wenn Leute sich im Fachhandel ausgiebig beraten lassen und dann im Internet kaufen, ist das letztlich Schmarotzertum (boshaft: Leistungserschleichung) und schadet den kleinen und feinen Läden.
Das Ergebnis ist, dass diese nicht mehr davon leben können und gleichzeitig die großen Märkte und Internetversender profitieren, die eben kein Fachpersonal vorhalten müssen.
Leider trifft das dann so ähnlich auch auf die Spieleentwicklung und den Vertrieb zu, sowieso auf praktisch jedes Produkt.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 28. November 2019 - 22:26 #

Ich glaube einige "Internetversender", wie zB Thomann haben recht viel Fachpersonal, dass die Kunden auch entsprechend beraten kann.
Wobei man den Laden durchaus auch als Fachhandel verstehen kann, nachdem was ich darüber gelesen habe.

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 220408 - 16. Februar 2020 - 13:26 #

Ich würde Thomann fast als den größten Fachhandel der Welt bezeichnen, nachdem ich in Treppendorf durch die Verkaufshallen gelaufen bin. Mein lieber Schwan.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 21984 - 16. Februar 2020 - 13:28 #

Krass. Ich war auch völlig geplättet. Die Leute kommen da aus ganz Europa in dieses Kaff um einmal bei Thomann gewesen zu sein. Als Internethändler jedenfalls erstklassig.

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 133326 - 26. November 2019 - 19:38 #

Danke für den interessanten Artikel, Michael!

Wenn ich mir überlege, wieviele Spiele ich früher ständig neu bekommen habe (auch Originale) und wie wenig ich die meisten Spiele dann gespielt habe, da es einfach zu viele waren. Heute kaufe ich mir 2-3 Spiele im Jahr und spiele diese dann auch. Ob das Spiel dann 20 € oder 60 € kostet, spielt eigentlich keine Rolle. Da ich zum Spielen nur wenig Zeit habe, muss das Spiel dann einfach gut sein und mir gefallen. Und wenn ich „nur“ 5 Stunden Spaß für die 60 € Euro hatte, finde ich das doch klasse. Sind es 20 Stunden, ist es noch besser.

Daher schätze ich die Spiele heute wesentlich mehr, als früher, da ich von meiner gesamt gesehen weniger Zeit wesentlich mehr Zeit mit einem Spiel verbringe.

Cpt. Metal 17 Shapeshifter - P - 6521 - 26. November 2019 - 19:54 #

Speziell wenn du die € pro Stunde Spaß mal mit Alternativen wie Kino/Konzerten o.ä. vergleichst, sind Spiele doch geradezu vorbildlich und können je nach Umfang auch mit Büchern locker konkurrieren.

xan 18 Doppel-Voter - P - 11484 - 26. November 2019 - 20:14 #

Jain, ich habe das früher auch immer so gesehen und verargumentiert. Dann kommen aber so absurde Spiele wie die Assassin's-Creed-Reihe, die ich selber spiele, aber ein Monster an Welt sind mit, für mich, zu viel Inhalt und Angebot. Daher finde ich diese ewige von wegen "größte Spielwelt" auch mittlerweie ein schwaches Argument, da die Welten ja kaum wirklich gefüllt sind.

Und auch dieses Games as Service ist nicht so mein. Aber ja klar, der €/Stunde ist sicherlich bei dem absoluten Großteil der Spiele hervorragend. Auch einer der Gründe, warum ich nicht mehr ins Kino gehe. Der, für mich, geringe Mehrwert im Vergleich zu den Kosten.

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 37611 - 26. November 2019 - 20:00 #

Ich stimme Michael hier zu. Viele Spiele haben den "Vollpreis" verdient, oder zumindest den Kauf zum Nicht-Sale.
Dieses Jahr waren dies bei mir:

The Surge 2, Fire Emblem, 2x Bloodstained, Dusk, Mario Maker 2, Romancing SaGa 3, Blasphemous, FFVII Remaster, Yu-Gi-Oh! Legacy of the Duelist, Streets of Rogue, Timespinner, 2x Slay the Spire, Cadence of Hyrule, Monster Boy und das Verfluchte Königreich, Baba Is You, Trials® Rising, DARK SOULS™ Remastered (Switch), Wargroove, New Super Mario Bros. U Deluxe, DQ11 2x, Anno 1800, Fate Extella Link, Astral Chain, Fantasy General 2, Nowhere Prophet

Bei keinem dieser Spiele habe ich das Gefühl zu viel bezahlt zu haben.

IdR kaufe ich mittlerweile was mich interessiert wann immer ich denke es sein ein guter Zeitpunkt, nicht zwingend im Sale – bei denen mache ich eh zu viele Kurzschlusskäufe. Die 30€ für NMS bereue ich noch immer :)

xan 18 Doppel-Voter - P - 11484 - 26. November 2019 - 20:15 #

NMS?

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 37611 - 26. November 2019 - 20:32 #

No Man's Sky. Mal im Angebit nach den ganzen Updates mitgenommen – immer noch mau.

xan 18 Doppel-Voter - P - 11484 - 26. November 2019 - 20:39 #

Ah, ok, Danke. Nicht jede Abkürzung ist mir geläufig und bin neugierig geworden, da es als einziges Spiel so negativ rausgestochen hat.

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 37611 - 26. November 2019 - 20:49 #

Es war nur ein Beispiel. Ich habe noch mehr Fehlkäufe, allerdings keins zum Vollpreis.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 26. November 2019 - 20:33 #

No Man's Sky

*edit* too slow :o

TSH-Lightning 25 Platin-Gamer - - 56148 - 26. November 2019 - 21:58 #

Früher hatte ich die Zeit, aber niemals das Geld mir so viele Spiel zu kaufen, daher hat es bei uns max. nur einer gekauft und alle anderen kopiert. Heute ist es genau umgekehrt, ich kann mir praktisch so viele Spiele, so schnell kaufen wie ich will, aber ich habe nicht die Zeit dafür, bzw. es gibt einfach wichtigeres, notwendigeres, interessanteres und schöneres als zu Games zu zocken.

Spiele haben bei mir trotz der Tatsache, dass ich fast nur digital kaufe, einen gewissen Wert, da ich nur noch selektiv die (vermeintlich) perfekten Spiele für mich kaufe + spiele. Aber weil ich noch einiges zum Spielen habe, warum soll ich nicht auf einen Sale warten? Er kommt garantiert und ich brauche das Spiel noch nicht; dann ist es auch fertig gepatched und alle DLC sind in der GotY.

Vollpreis, physische Editionen oder Vorbestellungen gib es nur ganz selten, wenn mich ein Spiel "flasht" so wie früher. Das war z.B. bei Horizon Zero Dawn so (steht in der Vitrine) und wird vermutlich so bei Cyberpunk 2077 sein. Hab kein schlechtes Gewissen irgendwem gegenüber, die Globalisierung funktioniert in beide Richtungen. Wenn jemand was richtig tolles macht, dann fällt das irgendwo auf und kommt auf meinen Schirm. Wenn nicht, nun ja ich hab eh zu viele Spiele...

JohnDonSinclair 13 Koop-Gamer - P - 1681 - 26. November 2019 - 22:05 #

Ein argumentativ sehr gut aufgebauter Artikel. Ich stimme Michael voll zu.

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 27. November 2019 - 9:17 #

Ich sehe das nicht so. Vor allem weil es sich ein bisschen liest wie ein Jammern, dass die Leute nicht mehr bereit sind Spiele für den Vollpreis zu bezahlen und das gleich setzten mit fehlender Wertschätzung. Dies Diskussion gibt es in der Musik- und Filmbranche schon seit Jahren und ist alles andere als neu.

Was meiner Meinung dabei oft vergessen wird, dass sich die Videospiele ihren Platz mit allen möglichen anderen Unterhaltungsbranchen teilen müssen, wie zB Streamingdienste für Musik, Filme etc. Auch ist alles ist heute sehr viel leichter Verfügbar als vor noch 10 - 20 Jahren, wo man noch in die Läden gehen musste, um sich die Neusten Spiele, Filme Platten seiner Wahl zu besorgen. Die Gehälter sind aber nicht in dem Masse gestiegen, wie es Möglichkeiten zum Ausgeben gibt. Daher ist es nur eine logische Konsequenz, dass die Konsumenten nach Sonderangeboten Ausschau halten.

Das im Endeffekt mehr für Videospiele ausgegeben wird als noch vor Jahren kehrt der Artikel auch konsequent unter den Tisch uns jammert lieber über verlorene Wertschätzung. Ich würde eher sagen, dass es sich fast um eine Übersättigung des Marktes handelt. Der Konsument ist einfach statt und konsumiert nur noch vor sich hin.

Crizzo 19 Megatalent - P - 17090 - 27. November 2019 - 12:56 #

Ich sehe da eher einen Ansatz, dass sich die Entwickler bzw. ihre Spiele unter Wert verkaufen, oft ohne Zwang.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 27. November 2019 - 14:09 #

Kommt drauf an, wofür oder wogegen argumentiert werden soll... :)

Michael beschreibt sehr detailliert, WARUM Spiele so billig sind. Er benennt die Zwänge, unter denen alle Beteiligten agieren. Es ist eine Zustandsbeschreibung, warum die Dinge so sind wie sie sind. Wenn Michael das argumentativ belegen wollte, ist ihm das gelungen.

Er benennt aber keine Lösungen, wie genau es denn anders/besser sein könnte. Kunden veranstalten keine Sales oder zwingen kleine Entwickler dazu, niedrige Preise zu nehmen. Sales finden auch nicht aus dem Grund statt, um kleine Entwickler zu zerstören, sondern um mehr Geld in die Kasse zu spülen: Der Umsatz mit Videogames steigt Jahr für Jahr, Menschen geben insgesamt immer mehr Geld für ihr Hobby aus. Wenn kleine Entwickler vom immer größer werdenden Kuchen zu wenig abbekommen, dann gibt es ein Verteilungsproblem und kein Einnahmeproblem.

Mir ist nicht klar, wie Michael dieses Problem lösen will. Wir werden das Rad der Zeit sicher nicht zurück drehen und wieder in die 90er Jahre mit Regalboxen oder Plastiktüten mit Disketten zurückkehren... :)

Michael Hengst 17 Shapeshifter - P - 7058 - 27. November 2019 - 18:39 #

Moin, Q-Bert!
Das ist ja die Crux. Wir haben die Katze aus dem Sack gelassen, und kriegen sie nun nicht wieder rein. Eine Patentlösung habe ich da leider nicht...nur eine Hoffnung :-).
LG
Michael

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 27. November 2019 - 19:43 #

Ahoi Michael, dann sind wir schon zwei Optimisten!

Das Thema "Verluste durch Raubkopien" aus deiner Einleitung finde ich übrigens sehr spannend! Das wäre sogar ein schönes Thema für eine eigene Hengst-Chronik. :)

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 27. November 2019 - 21:55 #

Verluste durch Raubkopien halte ich für eine Erfindung der Spieleindustrie. Diesen „Konsumenten“ hätten die Spiel meiner Meinung nach sowieso nicht gekauft.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 27. November 2019 - 23:02 #

Jupp, die "Verlustrechnungen" sind oft um Größenordnungen zu hoch.

Aber ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Ohne die Raubkopierer der 80er und 90er wäre die gesamte IT-Industrie (Hardware, Software, Smartphones, Internet etc...) um mindestens 10 Jahre zurück... aber ich will da nicht zu sehr vorgreifen, das Thema steht seit Monaten auf der Agenda für eigenen Q-Artikel :)

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28522 - 27. November 2019 - 23:08 #

Kann man so nicht verallgemeinern. Da gibt es auch eine Reihe von Leuten, die es sich sehr wohl leisten könnten, aber es ist halt einfach. Viele konnte man ja durch einfache (und günstige) Digital-Käufe über Steam und co davon abbringen. Im Filmbereich haben Netflix und co. viele von illegalen Streams weggebracht, weil sie die Marktlücke eines legalen, günstigen Angebots gefüllt haben. Will sagen, unter den "Raubkopierern" sind auch viele, die es aus Bequemlichkeit oder Mangel an Alternativen machen, nicht nur Leute, die nicht bezahlen können und keine Zielgruppe wären.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 90159 - 28. November 2019 - 6:46 #

Dummerweise bringen die Streamanbieter die alten Gewohnheiten jetzt aber auch zurück, indem der Markt immer mehr fragmentiert wird.

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 28. November 2019 - 8:00 #

Eine Erfindung sind sie bestimmt nicht, nur wird sie gefühlt oft viel zu hoch bemessen. Es gibt bestimmt einen Prozentsatz, der das Spiel deshalb nicht gekauft hat und es getan hätte, wäre eine Raubkopie nicht verfügbar gewesen. Aber ich halte diesen Teil auch für deutlich geringer als den Teil, der es einfach deshalb genommen hat, weil er es umsonst bekommen konnte.

v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 28. November 2019 - 8:48 #

Es gab in jedem Fall einen Zusammenhang zwischen Zugänglichkeit der Spiele und Verkäufen, unabhängig von der Popularität. Der beste Kopierschutz war das 100-Seiten-Handbuch.

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 28. November 2019 - 15:29 #

Die Katze aus dem Sack gelassen? Nur weil die Spiele billiger werden und es Sales gibt? Warum sollte die Katze da wieder rein, wer ausser Dir würde das wollen. Geiz ist nicht geil und Teuer ist nicht unbedingt gut. Die Qualität der Videospiele entscheidet darüber ob der Konsument bereit dafür ist den Vollen Preis zu zahlen. Siehe Erfolg von Jedi - Fallen Order

Scheinbar wurde vergessen, wieviel Schrott früher für Vollpreis verkauft wurde. Scheinbar wurde auch vergessen, dass die Videospiele für den PC weiterverkauft werden konnten. Ich habe früher viele Videospiele Second-Hand gekauft.

Man könnte jetzt auch munkeln, dass die vielen Sales dafür da sind, den Gebrauchsmarkt für Videospiele auszutrocknen, denn hier verdient der Entwickler und der Publisher nichts mehr. Das war für die immer ein Dorn im Auge.

thoohl 20 Gold-Gamer - - 20204 - 27. November 2019 - 15:24 #

Das Angebot von AAA-Titeln nehme ich auch durchaus in der Form wahr, dass dort schon Preisstrategien vorhanden sind, um den Absatz sauber zu steuern.

Vorbestellungs-Preise eher hoch inkl. exklusiver Inhalt?

Zum Release eher zum maximal möglichen Preis!?
Plus zum Release hochpreisige Sondereditionen, in verschiedenen Abstufungen?

Irgendwann mal eine Reduzierung des Preises, jedoch oberhalb eines Sales.

Irgendwann zeitlich begrenzte Sales um den Markt dann nochmal und immer wieder abzufischen? Dann wieder Preis erhöhen, dann wieder neues Angebot usw.

Irgendwann Bündel-Angebote?

Möchte nicht wissen, wie der Markt so von AAA-Titeln beherrscht wird und kleine Anbieter trotz ihrer kleinen Preise dennoch riesige Probleme haben, auf Stückzahlen zu kommen.

Akki 17 Shapeshifter - 7399 - 26. November 2019 - 22:14 #

Ich sehe das etwas anders. Für AAA-Titel hat sich nichts geändert, außer dass immer weniger Risiken eingegangen werden aufgrund der gestiegenen Produktionskosten. Kleine Entwickler mussten früher Klinken putzen und sich dann entweder von einem Publisher übers Ohr hauen lassen oder ihr Projekt aufgeben. Heute ist die Bandbreite des Angebots einfach enorm, die Spielerschaft ist aber auch vielfältiger geworden. Früher wurde entweder (viel) Geld bezahlt oder raubkopiert, heute wird öfter bezahlt, aber weniger auf einmal. Das ermöglicht neue Monetarisierungsmodelle: DLCs, Artbooks, Soundtracks ergänzen die mageren Verkaufserlöse. Besonders bei Indie-Titeln, das gab es früher in der Form einfach nicht, außer für die ganz Großen. Manch ein Titel wird gar zum Service-Game ausgebaut und generiert dauerhafte Einnahmen. Früher mal 140DM für ein Spiel bezahlt, das nicht gefällt? Mieses Gefühl, von dem Hersteller kauft man nie wieder. 15€ in den Sand gesetzt? Schulterzuck, kauf ich den DLC halt nicht. Ich beobachte in meinem Umfeld, dass mehr Geld für Spiele ausgegeben wird als je zuvor, es ist nur breiter gestreut. Es hat schon seinen Grund, warum die Indies seit dem App-Store so aufgeblüht sind, den Sichtbarkeits- Ramschpreis- und Salezwängen zum Trotz.

Vampiro 26 Spiele-Kenner - - 74505 - 26. November 2019 - 22:21 #

Ich habe bis jetzt nur die These gelesen und beziehe mich auch nur darauf.

Meine These: Ohne Steam wûrde es viele kleine Entwickler und deren Spiele gar nicht geben, nichtmal in einer Nische.

Ich erinnere mich an ein Interview mit einen kleinen Entwickler, 2, 3 Jahre jer. Die haben bei einem Steamsale, bei dem ihr Spiel verramacht wurde, mehr Umsatz und Gewinn gemacht als in den ich meine 2 (!) Jahren seit Release.

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 27. November 2019 - 7:37 #

Das würde ich auch unterschreiben. Ob das trotzdem gut für den Spielemarkt ist, darüber kann man wohl aber auch streiten.

funrox 15 Kenner - P - 3515 - 26. November 2019 - 23:25 #

Bei Spielen, die ich unbedingt haben will, greife ich meistens zum Vollpreis zu. Da möchte ich dann auch die Entwickler unterstützen.
Derzeit habe ich noch ein paar Spiele, die noch gespielt werden wollen, daher warte ich bei Spielen auf meiner Wunschliste erstmal ab.

Generell ist es aber wirklich so, dass ich zunächst Vollpreis-Spiele spiele und dann erst die anderen.

sneaker23 17 Shapeshifter - - 7154 - 27. November 2019 - 1:21 #

Während ich noch im Geiste mein Kommentar verfasste las ich diesen hier von funrox und kann einfach sagen:
Same here.

Etwas ausführlicher: Hier sind z.B. noch Metro Exodus und Prey:Mooncrash ungespielt auf der Festplatte, die ich aber trotzdem zum Release gekauft habe. Auch um die Entwickler zu unterstützen. Gerade erst habe ich aber mit The Outer Worlds angefangen, frisch zum Release gekauft, mußte aber warten, bis ich mein zweites Fallout 4-Durchspielen beendet hatte.

zfpru 18 Doppel-Voter - 10841 - 27. November 2019 - 0:26 #

In Zeiten von Gamepass Ultimate für 1 Euro oder einer Preissenkung bei PS NOW, Gratis Games bei Epic usw. kann die Antwort nur sein: Wenn das so weiter geht abonniert der eine Teil Spieler für 1 Euro und der Rest zockt Free to Play. Beispiel: Days Gone habe ich mir nicht gekauft, weil das ein garantierter zukünftiger Kandidat für PS Plus und oder Now ist.

scienceguydetl 15 Kenner - 2704 - 27. November 2019 - 8:43 #

Ich freue mich ja schon über einen Schnapp, aber seit ich ein regelmäßiges IT Gehalt habe, kann ich mir auch mal 1-2 Spiele im Monat direkt kaufen. Diesen Monat waren es Weihnachtsgeld sei dank sogar drei. Death Stranding, Jedi Fallen Order und Shenmue III (ja ich weiß, es wird eine Geduldsprobe, aber ich will wissen wie die Geschichte ausgeht. Und dafür muss Yu Suzuki ein paar Exemplare verkaufen).

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 27. November 2019 - 9:08 #

Der Artikel fällt schon ganz am Anfang in die typische Falle jedes nicht verkaufte Spiel, dass trotzdem gespielt wird als Verlust zu rechnen. Man bedient damit ein falsches Narrativ der Publisher.

Extrapanzer 17 Shapeshifter - P - 6904 - 27. November 2019 - 9:24 #

Ein vernünftiger Verkaufspreis hängt einzig an den Anzahl verkaufter Exemplare. Diese Zahl kennt man aber zum Release noch nicht. Das sind 60 Euro genau so ein Fantasiepreis wie 20 Euro.
(Stückpreise bei gepressten DVDs sind irrelevant, bei digitalem Vertrieb sowieso).
Für den Endkunden ist viel interessanter, wie lange man ein Spiel spielt, da er nur begrenzte finanzielle Mittel für die aktive Freizeit hat. Muss jeder für sich selber ausrechnen, statistisch gehe ich von 1 Euro pro Stunde für Max Mustermann aus (300 Euro freies Einkommen, 200 Euro Rücklagen für Urlaub, 100 aktive Freizeitstunden im Monat). So gesehen sind viele AAA-Titel mit ihren kurzen Single-Player-Kampagnen viel zu teuer, während ich bei vielen Zeitfressern mehr Geld an den Stromlieferanten gezahlt habe, als an den Spielehersteller.
So, ich muss jetzt aber wieder zurück zum Fernseher, da ich wegen 210 Euro GEZ ja mind. 210 Stunden ARD/ZDF gucken muss und ich glaube das waren dieses Jahr erst 10 Stunden ...

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 27. November 2019 - 9:37 #

Drei Stunden aktive Freizeit pro Tag? Na das nenne ich mal sehr optimistisch gerechnet. Das ganze durch zwei geteilt, dann kommen wir schon eher in die richtige Richtung. Max Mustermann hat halt noch eine Familie um die er sich kümmern muss, sonst wäre er kein Durchschnittsbürger.

Extrapanzer 17 Shapeshifter - P - 6904 - 27. November 2019 - 13:05 #

Selbst der Arbeitnehmer mit 8 Stunden Schlaf, 8 Stunden Arbeit und 8 Stunden passiver Freizeit dürfte wohl 25% davon in aktive Freizeit und Hobby stecken können, am Wochenende deutlich mehr. Und im Durchschnitt sind auch alle Schüler und Rentner drin, nicht nur Arbeitnehmer. Wenn ich z.B. mit dem ÖPNV zur Arbeit fahre, dauert es eine Stunde länger, aber das ist, wenn ich einen Sitzplatz habe, aktive Freizeit (Buch lesen, 3DS rauskramen, am Handy daddeln). Eine Stunde vor der Glotze ist auch aktive Freizeit. Der kleinen Tochter noch 30 Minuten etwas vorlesen oder mit ihr ein Hörspiel hören ist auch aktive Freizeit, zumal die neuen Bücher und Hörspiele ja auch bezahlt sein wollen und unter die 1-Euro-Regel fallen ( bei 2 Personen natürlich dann 50 Cent pro Kopf anteilig).

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 27. November 2019 - 13:42 #

Okay, so gesehen gebe ich Dir natürlich recht.

SupArai 24 Trolljäger - P - 50705 - 27. November 2019 - 14:24 #

Nur dass das Modell natürlich überhaupt nicht Durchschnittstauglich und mal eben so aus den Fingern gesaugt ist.

Edit: So klingt es zumindest für mich.

Extrapanzer 17 Shapeshifter - P - 6904 - 27. November 2019 - 15:38 #

Aktuelle Zahlen zu Haushalteinkommen und den Haushaltsausgeben findet man z.B. hier:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Einkommen-Einnahmen-Ausgaben/Publikationen/Downloads-Einkommen/einnahmen-ausgaben-privater-haushalte-2150100177004.pdf?__blob=publicationFile.
Die Aufschlüsselung ist etwas anders gewählt, als bei den Zahlen, die ich verwendet habe, gehen aber in die gleiche Richtung:
Zwei Personen geben im Monat 780 Euro für Verkehr (360), Freizeit (260) und in Gaststätten und Hotels aus (160). Bei mir waren es 600 Euro monatlich für 2 Personen, aber ich zähle halt die täglichen Verkehrskosten auch nicht mit. Meine Zahlen sind also immer noch aktuell.

SupArai 24 Trolljäger - P - 50705 - 27. November 2019 - 19:16 #

Ja, die Zahlen mögen stimmen, nur kann ich diese sinngemäß nicht mit dem Artikel und deinem Modell, das ist für mich zu arg konstruiert, verbinden.

Vielleicht fehlt mir aber auch die Fantasie...

Extrapanzer 17 Shapeshifter - P - 6904 - 9. Januar 2020 - 17:18 #

Kurz zur Ergänzung, weil ich auf eine ältere Studie gestoßen bin ("Wo bleibt die Zeit" von 2003):
Eine Person über 10 Jahre verbringt 35% des Tages mit Schlaf, 13% mit bezahlter Arbeit, aber 17% mit "Sport/Hobby/Spiele/Medien" und 9% mit Sozialkram.
Zusammenfassung: 17% des Tages sind fast genau 4 Stunden am Tag, 120 Stunden im Monat. Das Budget für diese Zeit sind 100 Euro (siehe meine anderen Postings/Links), also weniger als ein Euro pro Stunde. Wer seine ganze Freizeit an der Konsole verbringt, muss also mit zwei Vollpreisspielen einen ganzen Monat hinkommen, was schwer wird, wenn ich nach 10 Stunden die Solo-Kampagne schon durch habe.
Mal an einem konkreten Spiel festgemacht: ich habe Link's Awakening zum ersten Mal auf der Switch gespielt (~ 15 Stunden) und dann in einem 2. Anlauf noch mal ohne zu sterben (unter 10 Stunden).
Das Spiel hat mich 50 Euro gekostet, hat aber nur einen Freizeitwert von 25 Euro. Ich muss es also noch 2-3 Mal durchspielen oder für (mind.) 25 Euro weiterverkaufen, sonst mache ich Freizeitschulden und muss auf der Couch rumkartoffeln und 25 Std. FreeTV ertragen, damit ich wieder auf Null bin.

alexwild 18 Doppel-Voter - - 10783 - 27. November 2019 - 17:50 #

Eigentlich ist es doch ganz schön paradox.
Auf der einen Seite die 'Behauptung': Spiele sind zu billig, und Steam macht kleine Entwickler eher kaputt, als ihnen zu helfen.
Das Problem es gibt zu viele Spiele bei Steam und die Entwickler können es nicht ordentlich vermarkten, weshalb Steam ein Problem für die Entwickler ist:
"Da viele von den Entwicklern eben keinen „gierigen“ Publisher nutzen und sich in Punkto PR und Marketing auf das vermeintliche eigene Können verlassen, führt das – zusammen mit der großen Anzahl der Spiele – zu einer mangelnden Sichtbarkeit der Titel."
Dann im nächsten Satz der Vergleich warum das ein Problem ist:
"Nur mal als Vergleich: Würden diese Spiele in Schachteln verpackt alle bei Media Markt oder Saturn nebeneinander im Regal stehen, wäre das Regal über 3 Kilometer lang. Viel Glück dem, der da auffallen will."

Das Paradoxe daran ist nun, dass es den Entwicklern früher nicht besser gegangen wäre, denn entweder hätten die Retailer gesagt, das nehmen wir nicht ab, da das Spiel unbekannt ist und die Retailer eben nur eine begrenzte Auswahl an Spielen ausstellen können oder die Publisher hätten das Spiel schon abgelehnt, weil es sich nicht verkaufen wird.

Jamison Wolf 19 Megatalent - P - 13312 - 27. November 2019 - 19:07 #

Es gibt Titel da kauf ich blind alles was es zu haben gibt und achte nicht auf den Preis (Firaxis, X-Com) weil ich weiss das es mich Jahre unterhalten wird.

Dann gibt es Spiele, die lungern Jahrelang auf meiner "Wishlist" rum. Wobei die Wishlist eigentlich heissen müsste "Die Liste der Titel, die ich kaufen würde, wenn ich gerade A.) Lust auf das Spiel B.) Zeit für das Spiel und C.) Nicht gerade was anderes zum Zocken hätte + bitte dann auch noch mit dicken Rabatt."

Den mal Preis hin oder her ... Wie stehts mit der Statistik zu Spielen die zwar gekauft aber nie gespielt werden - oder kurz für 5 Minuten reingeschaut und das wars für die nächsten 5 Jahre. Ich könnte theoretisch die nächsten 10-20 Jahre nur damit verbringen gekaufte aber nicht gespielte Spiele zu spielen.

Ist nunmal so, dass die wenigstens Titel mich länger als ne Stunde halten - und dafür würde ich dann keine 60€ ausgeben und das müssen nicht mal schlechte Spiele sein (schielt auf eine verschweisste "For Honor" (PS4), "Dishonored 2" (PS4), "Portal 2" (XBoX360), "Total War: Warhammer" (PC) ... Verpackung).

TL;DR: Alles gut. Weitermachen. ;)

MichaelK. 13 Koop-Gamer - P - 1404 - 27. November 2019 - 22:38 #

Was ich nicht ganz verstanden habe am Beitrag ist, warum ein Download Titel mehr kostet als das gleiche Spiel auf Disc.

Gerade die Aufrechnung wie viel bei einer Box im Laden übrig bleibt, sollte doch annehmen lassen, dass ein rein digitaler Titel deutlich billiger sein müsste.

Oder bei Amazon kostet der download Code oft mehr als der selbe Code in einer DVD Hülle.

Extrapanzer 17 Shapeshifter - P - 6904 - 29. November 2019 - 11:45 #

Die Herstellungs- und Einkaufspreise der physischen Objekte werden massiv überschätzt. Heute kann jeder im Internet in 10 Minuten rausfinden, wie gering die Stückkosten wirklich sind, wenn man eine Kleinserie von 1000-10000 Exemplaren selber produzieren lässt. Egal ob Taschenbücher, gebundene Bücher oder die DVD-Hülle mit Datenträger, die tatsächlichen Kosten degradieren die gebrauchten Objekte in unseren Schränken zu Centartikeln.
Und genau deshalb kosten eBooks so viel wie Taschenbücher und Download-Spiele so viel wie die DVD-Schachtel im Laden.
Suggeriert wird dem Endkunden natürlich, dass sein Objekt einen viel höheren Wert hat. Und dann ist natürlich auch extrem wichtig, wo die Schmerzgrenze beim Kunden ist. Frauen sind bereit mehr für Drogerieartikel zu zahlen, also ist der Artikel in "Frauenfarben" teuer, obwohl die eigentlich weniger Geld haben.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 29. November 2019 - 12:18 #

eBooks kosten nur in Deutschland so viel wie die normalen Büchern.

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 29. November 2019 - 15:09 #

Aber auch nur, weil sie kulturel anders behandelt wetden als normale Bücher und dsher nicht vom reduzierten Mehrsteuersatz profitieren können...

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 29. November 2019 - 16:13 #

Daran liegt es nicht.

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 133326 - 29. November 2019 - 17:17 #

Ich denke, es hat mir dieser ominösen Buchpreisbindung zu tun ....

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 90159 - 29. November 2019 - 17:51 #

Hat es. Frag Bruder Jürgen, den GG Buchhändler deines Vertrauens.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 30. November 2019 - 0:21 #

Damit haben die fehlenden Rabatte zu tun.
Die hohen Preise liegen daran, dass man den Markt für Bücher schützen will.

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 30. November 2019 - 18:25 #

Ich war der Meinung, das mal so gelesen zu haben.

MichaelK. 13 Koop-Gamer - P - 1404 - 1. Dezember 2019 - 20:31 #

Ja aber früher war ja immer die Ausrede warum Spiele so teuer sind die ganzen Kosten. Die man heute in dem Sinne nicht mehr direkt hat. Gut, Server kosten auch Geld, aber statt 100000 DVDs und Hüllen, hat man jetzt wenige Server rumstehen. Und so teuer können die nicht sein, wenn man bedenkt, dass regelmäßig bei neuen (online) Games Server ausfallen. ;)

Und am Ende ist es ja auch egal ob man 1000 Mal ein Spiel für 50 Euro oder 10000 Mal ein Spiel für 5 Euro verkauft. Kommt heute am Ende das gleiche raus.

zombi 18 Doppel-Voter - 11234 - 27. November 2019 - 22:50 #

Wenn man die Zeit berücksichtigt, sollten gute Spiele 99 Euro kosten, immerhin habe ich für Spiele schon 1994 129 Mark bezahlt. Die 5 Euro Sales auf Steam sind schon krass, aber Geld wird da ja über Menge generiert. Früher hatte man auch keine Spiele gekauft die man nicht direkt gespielt hat. Da hätte man kein Witcher III jahrelang auf der Platte gehabt und noch nicht gespielt (wie bei mir).

MichaelK. 13 Koop-Gamer - P - 1404 - 27. November 2019 - 22:57 #

Naja 1994 hat auch noch ein CD Rohling 30 Mark gekostet oder so. ;)

Bluff Eversmoking (unregistriert) 28. November 2019 - 19:32 #

1994 gab es im Consumerbeteich noch keine Brenner. Raubkopien speicherte man damals bevorzugt auf 120MB-QIC80-Floppystreamer-Bändern.

MichaelK. 13 Koop-Gamer - P - 1404 - 1. Dezember 2019 - 20:27 #

Es ging ja um die Spiele im Laden. Rebel Assault war von 1993. Und da waren Rohlinge noch relativ teuer. Oder du brauchtest jede Menge Disketten für Software, die auch nicht billig waren.

v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 27. November 2019 - 23:08 #

Bei dem Thema denke ich, dass das weniger mit Handelskalkulation als Verkaufspsychologie zu tun hat. Alleine die Kombination mit einem Downloadcode in der Box ist an sich schon so ein Ding, welche auf Gewohnheiten der Käufer abzielt.

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 27. November 2019 - 23:14 #

Wenn Du den Euro wieder auf DM umrevhnest, kommst Do wohl auf den von Dir gensnnten DM Presi.

Bluff Eversmoking (unregistriert) 28. November 2019 - 19:33 #

Aber auch nur nach dem Stand von 2002.

MichaelK. 13 Koop-Gamer - P - 1404 - 1. Dezember 2019 - 20:23 #

Naja, der Euro-DM Kurs ist immer noch der gleiche wie damals. Inflation hin oder her.

thhko 16 Übertalent - P - 5642 - 28. November 2019 - 0:20 #

Damals konnte man die Spiele bei Nichtgefallen oder Brauch-ich-nicht-mehr auch noch einfach weiterverkaufen. Vollpreis würde ich heute nur noch für DRM-freie Disc-Versionen zahlen, für an Accounts gebundene Nutzungsrechte an Spielen nicht (davon hab ich eh mehr als genug).

TheRaffer 22 Motivator - - 34443 - 28. November 2019 - 8:34 #

Das Argument wurde fast noch gar nicht berücksichtigt. Bei Steam "gehört" mir das Spiel nur solange die Server laufen...

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 28. November 2019 - 9:00 #

Das kommt dazu, früher gab es kaum Spiele, die man am Stück und so intensiv spielen musste. Klar habe ich ein Bubble Bobble, ein Wizard of Wor etc. damals auch 50 oder mehr Stunden gespielt - aber eben nicht am Stück, sondern immer wieder mal. Da blieb auch noch genug Zeit, um die anderen Sachen zu spielen.

Kaufe ich heute ein Spiel, wie zuletzt Death Stranding, dann bindet mich das für mehrere Wochen, in denen zwar viele potentielle gute Spiele neu erscheinen, ich sie aber nicht kaufe, weil ich eh keine Zeit habe.

Extrapanzer 17 Shapeshifter - P - 6904 - 30. November 2019 - 13:59 #

Der Remaster Deines Spiels von 1994 kostet heute vielleicht 10 Mal so viel in der Produktion, erreicht aber selbst in der englischen Version allein auf Smartphones eine Milliarde Menschen und fährt selbst für 3 Euro im App-Store sagenhafte Gewinne ein.
Aber Du kannst dem Hersteller gerne die anderen 96 Euro noch separat überweisen, wenn Du Dich dann besser fühlst!
Warum soll ich 15 Euro für einen Film auf Blu-Ray bezahlen, wenn der schon im Kino satte Gewinne gemacht hat? Eine Blu-Ray-Scheibe in Blu-Ray-Hülle kostet schon in Kleinserien mit 500 Stück keine 2 Euro, was glaubst Du, was dann die Großserie mit Booklet gekostet hat?
( Einen gestreamten Film für 3 Euro leihen ist also ein Witz, das ist schon mehr, als der Verkaufspreis sein sollte!).
Verkaufspreise haben hier überhaupt nix mit Herstellungskosten zu tun.

rgru0109 14 Komm-Experte - P - 1841 - 28. November 2019 - 11:50 #

Das ist wie mit den Platten früher. Wenn man 30 Mark ausgegeben hat, hört man die Platte bis sie einem gefällt. Die Wertschätzung, wenn es "klick" gemacht hat, war dadurch umso höher.
Der Vorteil heute bei Spotify, Steam-Sale oder auch dem neuen Microsoft game pass ist, dass man auf Spiele stößt, die man normalerweise nicht kaufen würde. Dadurch habe ich schon einige Hidden Gems für mich gefunden. Zahlen würde ich hinterher dann schon auch mehr, mit dem wichtigsten Gut - der Lebenszeit - machen wir das ja eh schon.

bluemax71 18 Doppel-Voter - - 9851 - 28. November 2019 - 13:47 #

Ich bin bereit 60 oder sogar mehr Euro für ein gutes Spiel zu bezahlen. Leider finde ich, dass immer mehr Programme darauf ausgelegt sind durch DLC's zusätzliche Gewinne zu erzielen. Auch dagegen spricht erstmal nichts. Aber wen wie bei Civ 6 man mit einem Paket (dafür zahlte man dann etwas mehr) die nächsten beiden DLC's kostenlos bekommt und diese dann schlecht gemachte Scenarios enthalten, danach dann echte Erweiterungen zu 40 Euro kommen, ist das unverschämt. Ich finde das ist schon Betrug.
Zweites Beispiel HOI 4. Man the Guns - Laut Entwickler wird damit der Seekampf so wie er gedacht war. Da frage ich mich doch wieso das nicht als Patch bereitgestellt wird. Auch gibt es Anpassungen an weiteren Spielmechaniken. Sowas ist aus meiner Sicht kein DLC.
Aktuell kaufe ich so gut wie keine neuen Spiele mehr. Wenn dann nur im Angebot und wenn ich mir ziemlich sicher bin nicht wieder verarscht zu werden wie bei Civ 6.

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 28. November 2019 - 15:28 #

Die DLC Politik ist auch in meinen Augen ein riesen Problem. Ich warte mittlerweile auch bei Videospielen, welche ich frühe blind gekauft hätte, erst einmal ab, ob da noch was kommt und wie gut das dann ist. Meist warte ich bis zu GoTY oder Definitive Fassung der Spiele. Die enthält alle Verbesserungen, ist meins von Fehlern befreit und enthält zusätzlich die DLC's. Das ist mir meistens wichtiger als das Spiel am Releasetag zu spielen. Gut Spiele werden selten schlechter, nur weil ein Jahr drauf gewartet wird.

Aladan 24 Trolljäger - 55218 - 28. November 2019 - 15:45 #

Das Problem ist halt, dass so unheimlich viel Dreck auf Steam durch gewunken wird.

Ich wünschte, sie würden einen kuratierten Pfad einschlagen. Gerne auch als zweite Oberfläche parallel zu ihrer Müllhalde.

Tr1nity 28 Party-Gamer - P - 108985 - 28. November 2019 - 16:21 #

Ich finde nicht, daß die Spiele zu billig sind. Immerhin wird gerade via Steam die ganze Retail-Logistik, gedruckte Handbücher etc., ja selbst stellenweise sogar die Retail-typische Disk eingespart. Hinzu kommt, daß Steamnutzer (und andere Publisher mit Accountzwang) ihre Spiele nicht mehr weiterverkaufen können, sondern nur eine Lizenz erwerben. Heutige Spiele kommen zu gefühlt 98% unfertig und/oder mangelhaft auf den Markt und Spieler fungieren als nicht bezahlte Alpha- und Betatester bzw. übernehmen die Arbeit der Qualitätssicherung. "Es kommt nicht drauf an wie das Spiel erscheint, sondern wie es wird." - O-Ton Todd Howard, und er wird nicht der einzige sein, der so denkt. Herzblut, Schweiß, Tränen? Das merkt man heute nur noch bei den wenigsten Spielen. Dafür merkt man die Profitgier. Auch darf man das Prinzip von Angebot und Nachfrage nicht außer Acht lassen. Bei günstigeren Preisen kann mehr Umsatz durch mehr Käufe gemacht werden, als mit Normalpreis. Würden sich solche Sales nicht lohnen, würden sie diese nicht machen - auch die die Publisher auf ihren eigenen Plattformen. Zudem wird mit jährlichen Franchise-"Fortsetzungen" doch selbst die "Wegwerfmentälität" von den Entwicklern/Publishern fabriziert. Steam ist im Grunde auch nur eine Vertriebsplattform. Ohne die hätten kleinere Entwickler schon gar keine größere Möglichkeit, ihre Spiele überhaupt an den Kunden zu bringen. Andererseits wird so viel auf den Markt geschmissen, daß man da nicht unbedingt dem Laden oder dem potenziellen Käufer was vorwerfen kann. Stichwort Überflutung und Übersättigung.

iYork 18 Doppel-Voter - 9513 - 29. November 2019 - 1:23 #

Die ganze Welt funktioniert so dass ein paar wenige fett Kohle abgreifen und für eine riese Zahl an Menschen bleiben nur die Reste für die wir uns gegenseitig zerfleischen sollen. Warum sollte es ausgerechnet bei Spielen anders sein?

Ich habe nicht so viele Spiele weil ich mir auch nicht jede Woche ein neues leisten kann. Dafür haben meine Spiele einen hohen Wert für mich! Aber wer sich 1000 Spiele kauft für den hat ein einzelnes Spiel dann keinen Wert mehr. Da ist der Preis völlig egal. Liegt aber an jedem Menschen selbst.

Inso 18 Doppel-Voter - - 9510 - 29. November 2019 - 1:33 #

Einmal muss ich sagen, das PC-Spiele bei Steam über die Jahre wieder teurer geworden sind. Einen Großteil meiner fast 1000 Steamspiele habe ich zur "Anfangszeit" der Sales geholt. Da haben AAAs nach 1-2 Jahren schnell mal 5€ oder sogar nur 2,50 gekostet.
Entsprechend hab ich zugeschlagen, gesammelt, und viele Perlen nur entdeckt, weil ich einfach mal auf blöd zugeschlagen habe.

Heute bleibt ein MGS5 oder Far Cry jahrelang über der 20€-Marke. Das sorgt bei mir dafür, das ich viel eher nur die Spiele kaufe, bei denen ich mir im Vorfeld sehr sicher bin, das ich sie dann auch wirklich spielen werde. Denn viel zu oft ist ein (AAA-)Spiel nach 1-2h wieder von der Platte.
Im Endeffekt kaufe ich für den höheren Preis also klar weniger Spiele, und gebe auch für das Hobby weniger Geld aus. Im Umkehrschluss wird mir leider das ein oder andere entgangen sein.

Ausserdem wird über die höheren Preise weniger das Geld gestreut. Klar: wenn mich Spiel A das ich unbedingt haben will, mehr kostet, bleibt für B weniger über. Ich glaube gerade kleinen Studios tut der niedrige Preis gut, weil für ein "schau ich mal rein" eher was über ist.
Und: das es PoS oder MoJ gibt, zeigt doch, das die Leute nicht kaufen was sie brauchen, sondern "nach Budget" (und auch gern mal drüber^^).

Denn, und das ist im Artikel leider ziemlich untergegangen: man bekommt ja über die Spiele auch keine Test-Übersicht mehr. Zu meinen Mega Drive Zeiten oder auch Playstation hatte ich eine Übersicht was raus kommt - alles war in Magazinen zumindest mal angespielt, und ich konnte mein Geld relativ sicher anlegen. Heute bekomm ich die AAAs gewertet, aber wegen allem anderen muss ich halt selbst schauen (und da finde ich Steam-Reviews oder Youtubekasper selten wirklich hilfreich).
Da halte ich es für ein naheliegendes Verhalten, das man sich seine Portion gewertete AA(A) nach Wertungen kauft, und dann nochmal "blind" einpackt was sich gut liest. Aber das halt auch nur, wenn das Risiko bei einem schlechten Spiel nicht allzu hoch ist.

Denn Digital vervielfältigen kost halt (fast) nix, im Gegensatz zum Laden früher. Da macht es für den Entwickler doch eig keinen Unterschied ob Betrag X aus wenigen teuren Verkäufen oder vielen günstigen stammt. Zusammen mit der PoS-Budget-Theorie scheinen mir günstige Spiele also klar nen Gewinn zu sein.

Und zu guter letzt: Grundsätzlich mache ich den Wert eines Produktes für mich selbst eig nie über den Preis aus. Wenn mir was nicht gefällt gefällt es mir nicht, egal ob es jetzt 6 oder 60€ gekostet hat. Andererseits fesselt mich auch etwas günstiges. Mag aber persönliche Herangehensweise sein. Sprich: ein 60€-Spiel hat für mich diesbezüglich wirklich 0 Mehrwert.

Patorikku 16 Übertalent - P - 5847 - 25. Februar 2020 - 14:44 #

Wie immer: Ein echter Hengst! Nintendos Preispolitik wirkt sich auch bei deren Gebrauchtspiele aus, stets haben sie auch Jahre später noch den höchsten Gebrauchtwert, gerade beim N64 wirds auch langsam wahnsinnig wenn man dreistellige Beträge für 20 Jahre alte Module hinlegen will, etwa Conker's BFD. Miyamoto sagte einmal, man dürfe nicht auf physische Datenträger verzichten, Spielberg sagte dasselbe hinsichtlich Medium Film, die Förderung des Digitalhandels zerstört periphere Infrastrukturen, Einzelhändler und am Ende auch ein Stück Spielekulturgut. Zudem entschleunigt es ungemein ein physisches Spiel zu kaufen um mal ein Buzzword der Veganjutebeutelfraktion zu nutzen.