Ich hab da mal eine Idee

Ich hab da mal eine Idee Meinung
Teil der Exklusiv-Serie Die Hengst-Chroniken

Die Hengst-Chroniken #7

Michael Hengst / 28. September 2019 - 18:03 — vor 2 Jahren aktualisiert

Teaser

Spieleveteran Michael Hengst schreibt exklusiv in GamersGlobal über Erfahrungen & Business-Anekdoten aus seiner jahrzehntelangen Laufbahn. Seit längerem arbeitet er vor allem als externer Produzent.
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Woher kommt eigentlich der offenbar weitverbreitete Irrglaube, Spieleentwicklung sei sexy, kinderleicht, trage zur Verbesserung der Welt bei und mache einen über Nacht zum Millionär? Eine spannende Frage, aber noch mehr quält mich eine andere: Wann genau wurde aus dem „Ach so, Du machst Spiele. Hast Du nichts Besseres gelernt?" oder wegen mir auch "Warum machst nicht mal was Vernünftiges?“ eine ganz andere Frage. Und zwar diese: „Boah, das ist ja so cool! Ich habe da eine Idee für ein richtig tolles Spiel!“
 
Meine Schwiegereltern glauben bis heute, ich programmiere Spiele.
Schon bei den Menschen in meinem weitläufigen Bekanntenkreis, die nichts mit der Games Branche zu tun haben, gibt es offenbar ein völlig verzerrtes Realitätsbild über meine Tätigkeit. Meine Schwiegereltern glauben bis heute, ich sitze Tag für Tag im Keller und bastle (aka programmiere) an neuen Spielen. Unbekannten, denen ich im realen Leben und außerhalb der Branchenblase begegne, sage ich immer, ich bin „Verwaltungsmitarbeiter bei Software-Unternehmen“ – das trifft nicht nur den wahren Kern meiner Tätigkeit auf den Punkt sondern erstickt Nachfragen oder Ideen gleich im Keim.

Weil „Verwaltung“ sich für die meisten Leute so anhört, wie eine trockene Scheibe nackter Toast schmeckt – nämlich langweilig. Und „Software“ ist dann die Krönung, weil die meisten Menschen mit dem Wort hochkomplexe Datenbank-Systeme und nervige Anwendungen wie Word assoziieren. Und schon habe ich meine Ruhe. Ich kann den Satz „Ich habe da mal eine Idee...“ ehrlich gesagt nicht mehr hören. Denn die Arbeit an einem Spiel ist eben nicht ...

61 Kommentare

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Veröffentlicht am 30.05.2022: Die Worte "Game Over" sind jedem hier ein Begriff. Der Pixel-Tod ist Teil des Spieler-Lebens. Doch nach einem fatalen Blick in den Kalender kommt Michael Hengst ins Grübeln über das reale Game Over.

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Michael Hengst 28. September 2019 - 18:03 — vor 2 Jahren aktualisiert
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Jörg Langer Chefredakteur - P - 442578 - 28. September 2019 - 18:03 #

Viel Spaß beim Lesen!

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 28. September 2019 - 18:24 #

Verwaltungsmitarbeiter bei Software-Unternehmen? Boah, das ist ja so cool! Ich habe da eine Idee...! :) Eine sehr gelungene Kolumne, die tatsächlich alle Fragen beantwortet, die ich nach #6 hatte. Danke!

Ich glaube gar nicht, dass fast jeder denkt oder gar das Bedürfnis hat, selbst Spiele zu entwickeln oder Ideen zu liefern. Ich denke, das sind sehr, sehr wenige. Aber wenn 41 Millionen Menschen allein in Deutschland inzwischen "Gamer" sind, könnte der Eindruck entstehen, diese sehr wenigen sind inzwischen zu viele. Den Effekt kennen wir doch vom Autofahren: 95% aller Autofahrer halten sich für überdurchschnittlich! Und natürlich irren sie ALLE, denn in Wahrheit bin ich sicher der einzige überdurchschnittlich gute Fahrer in einem verdammten Quadratkilometer Umkreis... ^^

Letztlich glaube ich aber an die Trichtertheorie: Nimm nen möglichst großen Trichter, wirf so viel rein wie du kannst, dann kommt als Kondensat unten ne Menge Saft raus, der auch schmeckt. Ein kleiner Trichter mit wenig Input liefert auch Saft, aber eben nur tröpfchenweise.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 28. September 2019 - 18:25 #

Er spielt also den ganzen Tag Democrazy 3, da sieht man auch nur Tabellen!

Danke für den Einblick in diese Seite der Spielentwicklung.
Die langweilig und komplex klingt und die Gefahr bietet von beiden Seiten angegriffen zu werden.

zfpru 18 Doppel-Voter - 10841 - 28. September 2019 - 18:44 #

Das wichtigste in der Entwicklung ist der (Finanz)-Controller. Die Kreativität kann ich mir mal eben extern Einkaufen. Den Überblick über Projekte und Finanzen nicht.

Altior 17 Shapeshifter - - 6064 - 28. September 2019 - 19:19 #

So ist es in jedem Unternehmen...

Altior 17 Shapeshifter - - 6064 - 28. September 2019 - 18:48 #

Schildert eigentlich das Arbeitsleben bei meiner Firma, was gibt's denn da zum Rumheulen?
So ist das Leben als bezahlter Mitarbeiter.

Green Yoshi 22 Motivator - P - 32255 - 28. September 2019 - 20:47 #

Er jammert ja nicht über seinen Job, sondern über die Reaktionen von Anderen auf seinen Job. Ein Arzt will in seiner Freizeit auch nicht ständig die gesundheitlichen Probleme von Wildfremden geschildert bekommen, sobald er seinen Beruf genannt hat.

Maestro84 19 Megatalent - - 16043 - 29. September 2019 - 2:38 #

Freunde sind Lehrer und dummen Kommentaren von wegen zwölf Wochen Ferien im Jahr gibt es erstaunlich viele Pädagogen da draußen.

angelan 14 Komm-Experte - - 2483 - 29. September 2019 - 8:42 #

So geht das glaube ich in jedem Beruf, wenn man sich anmaßt zu wissen, wie viel Arbeit der andere hat und wie anstrengend es ist, oder vielleicht wie langweilig...
Und: beim Thema Lehrer: jeder hat ja die Möglichkeit, den Beruf zu ergreifen etc.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63003 - 29. September 2019 - 13:22 #

Jein es geht in meistens darum die eigene Kompetenz zu überschätzen, während gleichzeitig die Kompetenz Anderer unterschätzt wird. Stichwort Dunning - Kruger - Effekt.

Abgesehen davon bräuchte meine Spielidee mindestens einen achtstelligen Betrag und wirtschaftlich erfolgreich wäre sie bei bestimmten schwierigen Rahmenbedingungen.

Patorikku 16 Übertalent - P - 5847 - 29. September 2019 - 13:54 #

Weiß auch nicht was alle gegen diese Lehrer haben....die tuhen doch garnix ;)

Glaub in jedem Beruf gibt es viele dröge Tätigkeiten, sonst wäre es ja auch keine Arbeit und jeden Beruf kann man mit viel Engagement und Herzblut füllen und etwas daraus machen, diejenigen, die gefühlt zu gut bezahlt werden und gefühlt dafür zuwenig tun stoßen bei den meisten sauer auf, Stichwort, der mit 50 frühpensionierte Finanzbeamte, der sich von seinem Hausarzt hat "gaga" diagnostizieren lassen und jetzt Surfkurse auf Hawaii nimmt sowie die Rentnerin, die mit 70 noch Klos putzen muss um überhaupt über die Runden zu kommen...

Extrapanzer 17 Shapeshifter - P - 6904 - 28. September 2019 - 19:09 #

Ich benutze immer gerne den folgenden hinkenden Vergleich, weil in der IT-Branche "Cookbooks" so lange populär waren:
ich bin "Techniker", ich kann Dir einen Herd mit 6 Kochplatten und 2 Backöfen hinstellen, natürlich alles redundant und über mehrere Stromkreise und mit USV-Batterie abgesichert, so dass Du zu 99.99% warmes Essen bekommst, selbst wenn Ersatzteile mal 2 Tage bis zum Einbau brauchen. Ich hänge Dir das Ding auch ins Internet und installiere 10 tolle Apps, wenn Du willst!
Ich prüfe gerne täglich, ob die Kochplatten funktionieren, ob der Backofen läuft und ob überall die Temperaturverteilung stimmt,aber ich bin verdammt noch mal kein Koch!
Warum fragst Du mich also zum 10 Mal, wann das Kochbuch/Cookbook fertig ist? Ich bin dafür nicht zuständig!
Leider ist mein Chef (Peter-Prinzip) auf seiner Unfähigkeitsstufe angelangt und kapiert es nicht. Ich hoffe mal, dass er mit dem Auto in die Werkstatt fährt und für die Waschmaschine den Kundendienst anruft, das grundlegende Prinzip also verstanden hat, aber bei IT setzt sein Verstand aus!
Nächste Woche muss ich auf eine Schulung "Herkunft der wichtigsten Küchengewürze". Wenn er meint ...

Sokar 20 Gold-Gamer - - 21859 - 28. September 2019 - 19:14 #

Schöner Überblick, so läuft es nunmal heute, wo man viel Idealismus und eine Garage nicht mehr oder nur in Ausnahmefällen ausreichen. Und das ist nicht nur in der Spieleentwicklung so, sondern in der SOftwareentwicklung allgemein. Oder besser sollte (IEEE? Scrum? Nee, wir machen da unsere eigenen Anforderungsdokumente und Prozess, die sind viel besser, die kennen ja unsere Branche nicht...).
Ich würde echt gerne mit jemandem wie Michael arbeiten, weil alle die Dinge die beschrieben hat sind unbestreitbar wichtig, aber langweilen mich ins bodenlose. Ich konzentriere mich da lieber auf das, was ich drauf habe und mir Spaß machen (Coden), das organisatorische soll dann jemand machen, der darauf mehr Bock hat.

Player One 16 Übertalent - P - 4427 - 28. September 2019 - 19:31 #

Ein Freund meines Sohnes war auch fest überzeugt, später mal Spiele zu produzieren/programmieren. Ein Einblick ins Geschehen hat ihn dann völlig frustriert. Schon beim Nachholen des Abis ist ihm die Puste ausgegangen. Es hört sich immer alles so einfach an aber letztendlich sind halt immer die schnöden Tugenden wie Fleiß, Disziplin, strukturiertes Arbeiten, etc. gefragt. Wer hat schon das Glück, täglich mit Spaß und Kreativität arbeiten zu können.
Schöner Artikel.

TSH-Lightning 25 Platin-Gamer - - 56148 - 28. September 2019 - 19:51 #

Geile Hengst-Chronik mitten aus dem Leben :) Fühlt sofort mit dir. Also ich behaupte auch immer ich arbeite im IT-Support, das stimmt zwar nicht wirklich, aber ich muss wenigstens nicht meine wahre Tätigkeit erklären, die eh nur ein dutzend Mitarbeiter im Unternehmen verstehen. Außerdem gehört meine Kostenstelle wirklich zur IT! :D

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 70428 - 28. September 2019 - 22:11 #

Wenn du IT-Support sagst, wirst du dann nicht ständig von den Leuten mit ihren PC-Problemen belästigt? :D

TSH-Lightning 25 Platin-Gamer - - 56148 - 29. September 2019 - 9:33 #

Nein, erstaunlicher Weise nicht mehr so oft. Bin aber eh nur noch für Familie und sehr gute Freunde tätig; im besten Fall hab ich es selbst zusammengebaut. Die die ankamen, obwohl man sich Monate/Jahre nicht gesprochen hat, haben sich nach dem Hinweis auf genau diese Tatsache und einen PC-Laden in Ihrer Nähe meist sehr geschämt. Früher hab ich öfter geholfen, aber honoriert wurde das oft nicht. Und dann waren da noch Typen, die gefragt haben, ob ich die E-Mail ihrer Ex "hacken" könnte? WTF!?

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 70428 - 29. September 2019 - 15:38 #

Ja, wenn man was mit IT macht, ist man doch automatisch auch ein Hacker. ;)

Slaytanic 25 Platin-Gamer - - 60460 - 28. September 2019 - 20:07 #

Ich hatte viel Spass beim Lesen in den "Arbeitsalltag" von Michael Hengst.

Green Yoshi 22 Motivator - P - 32255 - 28. September 2019 - 20:39 #

Das Thema Spieleentwicklung wird im Fernsehen und Zeitschriften so gut wie nie behandelt, daher fällt es leicht sich da ein falsches Bild zu machen als Außenstehender. In der Schule werden zwar verschiedene Berufe vorgestellt, der des Spieleentwicklers ist aber selten darunter.

Die BBC in Großbritannien hat bereits 1982 den Zuschauern mit der Sendung "The Computer Programme" ein paar Grundlagen beigebracht. Vielleicht einer der Gründe, warum so viel mehr Videospiele aus Großbritannien als aus Deutschland kommen.

Ich könnte mir Baukästen wie "Dreams" und "Super Mario Maker 2" ganz gut für AGs an weiterführenden Schulen vorstellen. Wenn man einen Fünftklässler vor Unity setzt, dürfte er dezent überfordert sein. In der 13. Klasse sieht das natürlich anders aus. Aber aktuell schafft es die Bildungspolitik ja noch nicht mal genügend Lehrer auszubilden und muss daher schon auf Quereinsteiger zurückgreifen. Von daher erwarte ich mir da jetzt keine innovativen Ideen in der Zukunft.

ADbar 18 Doppel-Voter - - 9062 - 28. September 2019 - 20:45 #

Danke für den Einblick in diesen langweiligen Arbeitsalltag. Hat mir Spaß gemacht, darüber zu lesen. Zum Glück mache ich was ganz anderes... ;P

"Ich hätte da mal ne Idee":
To be on Top führte einen ja schon mal in die Musikindustrie ein. Mad TV gab uns einen Einblick in die Erlebenswelt eines Programmchefs bei einem TV-Sender. Nun muss der nächste Schritt her!
Tripple A-Blockbuster-Supergame-Maker - Stürze dich in die Welt der Spieleentwicklung und entwickle den nächsten Spielehit. Free-to-Play etc. inklusive aber kein Muss.

Na, Crowdfunding???

Mo von Wimate 19 Megatalent - P - 14583 - 28. September 2019 - 21:41 #

Versuche es mal mit "Game Dev Tycoon" - gab glaube ich auch noch ein zweites Game (wenn ich mich nicht irre, sogar mit Fortsetzung), dass als Mad TV für Games durchgehen kann. :)

Ich würde für eine gute WiSim trotzdem spenden ^^

JackoBoxo 19 Megatalent - P - 18130 - 28. September 2019 - 20:47 #

Schöner Text. Trifft es ziemlich genau! Danke.

BostonGeorge 14 Komm-Experte - 2518 - 28. September 2019 - 20:56 #

Hallo Herr Hengst - eine Freude das zu lesen! Das Thema wird viel zu selten mal so klar beleuchtet. Ich arbeite in der Immobilienbranche im Verkauf und der Großteil der Kunden denkt mein Job wäre der wie bei einer gewissen TV-Sendung und Freunde denken das alles easy ist und ich denen doch mal schnell eine schöne Wohnung besorgen kann, und günstig! Es ist deutlich dröger und sehr ähnlich zu Ihrer "Verwaltungstätigkeit*, was es kein Deut schlechter macht, im Gegenteil! Nur die Vorstellung der Leute die meinen zu wissen was ich arbeite ist halt diametral konträr zu Realität. :)

PS. Es gab zu diesem Thema (Realität in der Spielebanche) mal einen sehr guten Podcast entweder von Gamestar oder Herrn Peschke (the pod). I know... Die Konkurrenz aber wirklich hörenswert!

Claus 31 Gamer-Veteran - - 348106 - 28. September 2019 - 20:57 #

Ein ferngesteuerter Panzer im Regal - Wunderbar!
:D
Wie immer sehr schön zu lesen. Danke!

Michael Hengst 17 Shapeshifter - P - 7058 - 29. September 2019 - 20:30 #

Nur ein Panzer? :-). Alte Jugendsünden...

LRod 19 Megatalent - P - 13492 - 28. September 2019 - 21:03 #

Das nächste Zelda würde ich vielleicht nicht hinbekommen. Aber konkrete kleinere Ideen habe ich immer mal wieder, entweder aus dem Gedanken "jetzt noch das zu machen wäre cool" oder aus einem "warum wurde das so blöd umgesetzt?!".

Konkretes Beispiel: Fantasy General 2 würde mich total reizen, wenn es einen (jedenfalls auf einfach) für haarscharf gewonnene (und damit meist sehr spannende) Schlachten nicht mit dem Dahinschmelzen der Kerntruppen bestrafen und quasi zum fehlerfreien Neuspielen zwingen würde, sondern mir beim Unterschreiten einer Grenze stattdessen Verstärkung schicken würde, damit ich die Kampagne auch nach so einer Schlacht weiterspielen kann (und eben nicht mehrfach wiederholen). Das wäre für mich besseres Spieldesign und eine Idee, die ich gerne diskutiere :-)

Aber klar, eine komplette eigene Spielidee zu entwickeln ist dann doch etwas ganz anderes.

TSH-Lightning 25 Platin-Gamer - - 56148 - 29. September 2019 - 9:37 #

Also bezüglich Fantasy General 2: PN an Jan Wagner raus! ;)

Olphas 25 Platin-Gamer - - 62292 - 28. September 2019 - 21:20 #

Wieder eine toll zu lesende Kolumne! Als Software-Entwickler, der mittlerweile quasi fast nicht mehr entwickelt, sondern eben viel von dem in dem Bereich notwendigen Verwaltungskram macht (allerdings nicht in der Spielebranche), kommt mir einiges davon sehr vertraut vor.

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 41951 - 28. September 2019 - 21:21 #

Sehr interessant zu lesen, das hätte ruhig noch mehr ins Detail gehen können :)

xan 18 Doppel-Voter - P - 11484 - 28. September 2019 - 21:40 #

Ich glaube das gilt für ganz viele Jobs. Die Realität ist halt leider meist sehr ernüchternd im Vergleich zur wunderbaren Vorstellungswelt. Man möchte ja auch irgendwie, dass es irgendwo irgendwie diese fabulösen Jobs wirklich gibt. :)

Mo von Wimate 19 Megatalent - P - 14583 - 28. September 2019 - 22:08 #

Um die letzte Frage zu beantworten:
Aus dem selben Grund, warum (fast) jeder der mit Freunden in der Kneipe mal ein Fussballspiel gesehen hat, glaubt ein besserer Fussballnationaltrainer zu sein.

Aus Begeisterung!
Da ist etwas (Fussball oder Games) dem wir einen guten Teil unserer Freizeit widmen und auch mit monetärer Aufmerksamkeit bedenken, etwas das uns Spaß macht und emotional bindet. Ich glaube, dass die emotionale Begeisterung für das Thema manchmal das Rationale etwas vernebelt.
Bei Games kommt halt noch hinzu, dass die Branche noch relativ neu ist und man immer wieder hört, dass in den 80ern, drei Mann Teams in der Garage quasi alleine die Klassiker developed haben.
Der dritte Punkt: Wer würde nicht gerne hin und wieder den Chef raushängen lassen. "Du, Grafiker, mach das weniger comichaft und wehe die Animation ist nicht flüssig, ey, du, Soundfuzzi, das klingt genau wie bei der Konkurrenz, kannst du nichts eigenes komponieren? Und wenn der Coder nicht bald alle Bugs aus dem Code holt, wird er nach Indien Outgescourced und die 10 megacoolen Features die mir - nur mir ganz alleine - eingefallen sind und das Genre verändernde Alleinstellungsmerkmal sind, können nicht mehr rechtzeitig implementiert werden.

Jac 19 Megatalent - P - 14462 - 28. September 2019 - 22:12 #

Die Kolumne regt zum Nachdenken an, weswegen sie wirklich gut ist. Danke für diesen interessanten Text!

Patorikku 16 Übertalent - P - 5847 - 28. September 2019 - 22:42 #

Letzten Endes sind Namen wie Sid Meier und Shigeru Miyamoto auch Aushängeschilder/Repräsentanten ihrer jeweiligen Entwicklerteams, dutzende bis hunderte Namen, die großes geleistet haben, aber nicht dieses internationale Prestige genießen, ein wirklich tolles Spiel ist am Ende auch meisterhafte Teamorganisation anstatt zündender Ideen...

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 28. September 2019 - 23:27 #

Schöne Kolumne, Danke dafür.

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 220408 - 29. September 2019 - 1:34 #

Danke für den Einblick und die Klarstellung. :) Finde die H-Chroniken super.

Maverick 33 AAA-Veteran - - 827986 - 29. September 2019 - 8:09 #

Yupp, ein echter Mehrwert für GamersGlobal. Bin schon auf die nächste Ausgabe gespannt. :)

Maestro84 19 Megatalent - - 16043 - 29. September 2019 - 2:35 #

Verwaltung ist eben dröge. Ich arbeite in einer öffentlichen und auch, wenn mir die Arbeit Spaß macht und gut bezahlt wird, so werde ich wohl vor kreativer Freude nicht frühverrentet. Aber es gibt nunmal Arbeit, die muss gemacht werden und da bedarf es stoischer, preußischer Gelassenheit. Zur Entspannung ist ja die Freizeit da.

Maverick 33 AAA-Veteran - - 827986 - 29. September 2019 - 8:07 #

Sehr interessanter Text über die Spiele-Entwicklung, gerade weil die Kolumne sich dem anderen Blick hinter die Kulissen verschreibt. Danke und Kudos, Michael! :)

angelan 14 Komm-Experte - - 2483 - 29. September 2019 - 8:44 #

Besten Dank für die Einblicke.
Genauso ist es bestimmt nicht nur bei Spieletestern so, dass sie in der Arbeit ihr Hobby machen dürfen und dafür auch noch bezahlt werden.
Ich stelle mir das Testen auch nicht als die Freude pur vor.
Vor allem hat man einfach nicht immer Lust auf etwas, aber man muss es tun.

TheLastToKnow 25 Platin-Gamer - - 64647 - 29. September 2019 - 8:59 #

Ich versuche meine Berufsbezeichnung auch immer wage zu halten, um nichts darüber erzählen zu müssen. :D

DavidPM 22 Motivator - - 34850 - 29. September 2019 - 9:39 #

Kommt mir auch sehr bekannt vor! :-)

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 29. September 2019 - 10:58 #

Jetzt würde mich interessieren, was du machst :-)

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28522 - 29. September 2019 - 9:41 #

Glaube das gibt es ähnlich mit fast jedem Beruf, dass Außenstehende meinen, sie wüssten, wie das abläuft oder stellen sich das falsch vor. Am Ende gibt es halt überall viel "echte Arbeit" und nicht nur die ultimative Selbstverwirklichung.

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 29. September 2019 - 10:58 #

Selbst innerhalb eines Betriebes mit verschiedenen Abteilungen, kommt das oft genug vor.

paschalis 30 Pro-Gamer - - 235906 - 29. September 2019 - 12:35 #

Danke für den Einblick in den Arbeitsalltag. Bis auf den Teil mit der ständigen Kommunikation klingt es eigentlich nach etwas, was mir durchaus gefallen könnte ;-)

Faerwynn 19 Megatalent - P - 16359 - 29. September 2019 - 12:49 #

Jupp, das ist eine sehr gute Beschreibung. Deswegen bin ich auch aus der Spielebranche raus. Softwareentwicklung ist so, und ob es Spiele sind oder etwas anderes ist höchstens der Tropfen Sirup in einem Glas Wasser. Der Job war dann auch ohne Spiele weiter so unaufregend. Erst der Wechsel zurück in InfoSec hat dafür gesorgt, dass ich mich morgens auch mal wieder auf die Arbeit freuen kann.

Wer Spiele kreieren und umsetzen will, der muss das als Hobby machen oder in einem kleinen Indieteam, mit allen Risiken, Vor- und Nachteilen. Ansonsten heißt Spielebranche immer mit dem IP von anderen zu arbeiten, und das als Zahnrad in einem großen Getriebe. Selbst als Entwicklungsleiter.

Rainman 23 Langzeituser - 39509 - 29. September 2019 - 14:45 #

Interessante Kolumne. Schön zu lesen.
Vielleicht könnte sich Michael ja mal um Star Citizen kümmern und dort die Millionen Gedankenfäden und Ideen sinnvoll miteinander verbinden, damit dann am Ende auch ein spielbares Produkt herauskommt. ;)

paschalis 30 Pro-Gamer - - 235906 - 29. September 2019 - 14:58 #

Wenn er das schafft darf er sich offiziell Titan Hengst nennen.

euph 29 Meinungsführer - P - 115741 - 29. September 2019 - 15:52 #

Mehr als das

paschalis 30 Pro-Gamer - - 235906 - 29. September 2019 - 18:35 #

Super Titan Jupiter Hengst?

Patorikku 16 Übertalent - P - 5847 - 30. September 2019 - 7:35 #

Nova Enforcer Titan Stallion.

Michael Hengst 17 Shapeshifter - P - 7058 - 29. September 2019 - 20:33 #

Star Citizen? Oha...ich glaube ich passe :-D

funrox 15 Kenner - P - 3515 - 29. September 2019 - 18:40 #

„Verwaltungsmitarbeiter bei Software-Unternehmen“...
Das nenne ich wirklich cool.
Zumindest im Vergleich zu meinem Finanzbuchhalter. :-)

bluemax71 18 Doppel-Voter - - 9851 - 30. September 2019 - 9:28 #

Na super, da platzen auch die letzten Fantasien wie es wäre bei der Entwicklung von Spielen mit dabei zu sein. Vielen Dank HERR HENGST... ;-) Leider sehen fast alle Jobs mehr oder weniger so aus. Kreativität ist selten gefragt.

Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 30. September 2019 - 13:56 #

Spannende Kolumne. Hat spass gemacht zu lesen.

Zaroth 18 Doppel-Voter - 10638 - 30. September 2019 - 15:47 #

Da ich selbst viel Verwaltungs- und Kommunikationsaufgaben mache, möchte ich für die auch mal eine Lanze brechen. Die machen (mir) Spaß und es ist immer interessant zu sehen, wie unterschiedliche Fachrichtungen (MINTler, Finanzen, Marketing, ...) ticken und es ist spannend, einen Weg zu finden, sie unter einen Hut zu bekommen.

Das konkrete Arbeiten "am Produkt" dagegen ist mittlerweile so arbeitsteilig geworden, dass man dort in vielen Fällen immer nur einen kleinen Ausschnitt mitbekommt und im "schlimmsten Fall" immer wieder das Gleiche mit veränderten Parametern erledigen muss.

tl;dr:
Was ich sagen will: jede Tätigkeit hat ihre Vor- und Nachteile. Einige davon lernt man erst später in der Praxis kennen.

Epic Fail X 18 Doppel-Voter - - 10110 - 30. September 2019 - 17:16 #

Spannender Artikel!
Ich glaube, "Ich hätte da eine Spielidee..." bedeutet einfach nur "Lieber Michael, bitte baue mir das Spiel meiner Träume!"

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 133326 - 30. September 2019 - 17:28 #

So sind doch die meisten Jobs. Klingen für Außenstehende relativ langweilig und uninteressant, sind es aber für den ausübenden (hoffentlich) nicht. Ich hätte mir zu Abizeiten auch meine jetzige Tätigkeit nicht als meinen zukünftigen Job vorgestellt.

Patorikku 16 Übertalent - P - 5847 - 30. September 2019 - 17:40 #

Naja zu Oberstufenzeiten waren Spieleentwickler in meiner Fantasie auch alle Millionäre, umgeben von schönen Frauen, die irgendwo unter der Sonne Kaliforniens andere an ihrer Genialität teilhaben ließen...die Realität ist da etwas nüchterner ;-)

TheRaffer 22 Motivator - - 34443 - 5. Oktober 2019 - 20:58 #

Sehr interessanter Einblick in so einen Alltag. Ist wahrscheinlich dennoch nicht "unspannend" als Tätigkeit, aber eben weit von dem entfernt, was sich Otto-Normal-Gamer darunter so vorstellt...