Es geht nicht mit rechten Dingen zu

Es geht nicht mit rechten Dingen zu Meinung
Teil der Exklusiv-Serie Die Hengst-Chroniken

Die Hengst-Chroniken #27

Michael Hengst / 29. Mai 2021 - 10:00 — vor 1 Jahr aktualisiert

Teaser

Spieleveteran Michael Hengst hat während seiner Zeit in der Videospielbranche schon so Einiges gesehen, das Entwickler in Gefahr bringen kann. Ein bestimmtes Risiko sticht für ihn aber hervor.
Anfuehrung
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Vor Gericht und auf hoher See bist du in Gottes Hand – oder der eines guten Anwalts. Ich habe noch eine weitere Situation gefunden, auf die dieses Sprichwort zutrifft: Spieleentwicklung. Hier hat der juristisch versierte Partner einer Kanzlei schon fast den Game Designer als Hauptakteur abgelöst, die Erschaffung von Videospielen ist ein rechtliches Minenfeld geworden. Selbst gestandene Softwarefirmen geraten schnell ins Kreuzfeuer der Hüter der Gesetze und finden sich schneller auf der Anklagebank wieder, als ihr "Day-1-Patch" sagen könnt. Vor allem kleinere Entwickler scheren sich oftmals wenig um Recht und Gesetz. Dabei rede ich hier nicht über "Entwickler", die aus fremden Assets von Kollegen ein vermeintliches eigenes Werk flickschustern. In solchen Fällen wird mit Vorsatz und erheblicher krimineller Energie gehandelt!

Ich rede über Spielemacher, die sich einfach keinen Anwalt leisten können oder wollen, oder auch einfach zu naiv (oder dumm) an die Entwicklung herangehen. Oftmals wollen sie sich auch mit den möglichen rechtlichen Konsequenzen ihres Handelns nicht auseinandersetzen. Aber weder Unwissenheit noch Dummheit schützen vor Strafe. Besonders kurios ist, mit welcher Vehemenz das Recht am eigenen Werk verteidigt wird, gleichzeitig aber im Umgang mit geschütztem Quellmaterial bei vielen Indies eine Laissez-faire-Einstellung vorzuherrschen scheint. Da wird oftmals fälschlicherweise angenommen, dass Material zum Allgemeingut wird, sobald es im Internet zum Download zur Verfügung steht. Seitenlange Lizenzvereinbarungen zu lesen ...

93 Kommentare

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Veröffentlicht am 30.05.2022: Die Worte "Game Over" sind jedem hier ein Begriff. Der Pixel-Tod ist Teil des Spieler-Lebens. Doch nach einem fatalen Blick in den Kalender kommt Michael Hengst ins Grübeln über das reale Game Over.

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Michael Hengst 29. Mai 2021 - 10:00 — vor 1 Jahr aktualisiert
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Hagen Gehritz Redakteur - P - 106114 - 29. Mai 2021 - 9:58 #

Viel Spaß mit Michaels Kolumne!

Maestro84 19 Megatalent - - 16077 - 29. Mai 2021 - 10:07 #

Interessant. Es ist allgemein erstaunlich, wie naiv junge Entwickler finanziell wie rechtlich agieren. Wir sind nicht mehr im Jahr 1990.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 29. Mai 2021 - 11:09 #

Warum denke ich dabei nur an Mad TV?

Gerade bei Indies ist dieses Thema kaum präsent und je nischiger es wird desto schlimmer. Summertime Saga wäre es nicht weniger als 8 Personen, verschiedene eindeutige wie leicht veränderte Markenzeichen.

Ansonsten ist dieses Thema bei Filmprojekten immer wieder ein Quell der Freude, gerade wenn ein ehemaliges Studienprojekt veröffentlicht werden soll. Bis dahin hatte zumindest ich keine Vorstellung davon, was aus den alltäglichen Leben nichts ohne Lizenzverträge im Bild zu suchen hat.

Admiral Anger Freier Redakteur - P - 79916 - 29. Mai 2021 - 10:15 #

Spannender Einblick!

Berthold 22 Motivator - - 31040 - 29. Mai 2021 - 10:43 #

Sehr interessanter Artikel.

zfpru 18 Doppel-Voter - 10841 - 29. Mai 2021 - 10:55 #

Im Zweifel kann man ja ruhig rechtlich mal ins Risiko gehen. Wenn das Prozessrisiko zu groß wird, kann man sich immer noch großzügig Vergleichen. Ich sehe da überhaupt keine Probleme.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 29. Mai 2021 - 11:34 #

Setzt nur voraus, daß Du Dir den Vergleich auch leisten kannst und der Andere überhaupt ein Interesse daran hat. Beides wird meistens nicht der Fall sein.

Maestro84 19 Megatalent - - 16077 - 29. Mai 2021 - 12:15 #

Wenn es am Ende hart kommt und du die Arbeit von hat Jahren finanziell verlierst, dürfte es nicht mehr so lustig sein.

Hoelscher33 14 Komm-Experte - 2040 - 29. Mai 2021 - 12:54 #

Kann man nur hoffen, dass das ironisch gemeint war, wobei... es irgendwie nicht den Eindruck macht.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 29. Mai 2021 - 13:09 #

Es ist eher eine häufige Haltung, bis man mal in diesem Problem gelandet ist.

StefanH 22 Motivator - - 37267 - 30. Mai 2021 - 7:28 #

Ich glaube ein Vergleich wird es nach Beginn des Prozesses gestartet. Das heißt auch, dass man auf den eigenen Anwaltskosten sitzen bleibt. Je nach dem wie wichtig der einen Seite ihre Marke/geistiges Eigentum ist, wird da auch keine Bereitschaft zu einem Vergleich bestehen. Also das kann wirklich nach hinten los gehen...

euph 29 Meinungsführer - P - 115750 - 30. Mai 2021 - 9:39 #

Eine fahrlässige Einstellung, die man sich auch leisten können muss.

Necromanus 19 Megatalent - - 17399 - 29. Mai 2021 - 10:59 #

Spannend und für die Entwickler sicher auch ermüdend. Wenn man das wirklich alles richtig machen will, vermutlich auch teuer...

onli 17 Shapeshifter - P - 6544 - 29. Mai 2021 - 21:40 #

Unmöglich. Sieht man auch gut beim Beispiel mit Tom Cruise. Es ist ja keineswegs so, dass der irgendwelche besonderen Rechte hätte die andere Promis nicht haben oder dass es das Medienrecht tatsächlich verbieten würde, den im richtigen Kontext abzubilden. Dass da im vorauseilenden Gehorsam sein Agent eingeschaltet wird ist bestimmt schlicht Angst vor dem Rechtsstreit mit dem Sektenführer und seinen Anwälten. Aber mit der Rechtslage hat das wenig zu tun.

Ähnlich, wie in Europa Angst vor hier eigentlich invaliden Softwarepatenten haben zu wollen. Dass man sich gegen die gar nicht schützen kann ist mit ein Grund, warum die von Nicht-Profiteuren von Patentklagen so vehement abgelehnt werden.

sneaker23 17 Shapeshifter - - 7154 - 29. Mai 2021 - 11:00 #

Dankeschön für diesen Einblick!

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 90187 - 29. Mai 2021 - 11:23 #

Sehr interessanter Einblick, danke Michael.

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28526 - 29. Mai 2021 - 11:39 #

Kann die Naivität aber auch irgendwo verstehen, man wird ja als junger Mensch gerade auch "Spieleentwickler" und Ähnliches, um sich eben nicht mit betriebswirtschaftlichen oder gar juristischen Belangen auseinanderzusetzen. ;)

Maestro84 19 Megatalent - - 16077 - 29. Mai 2021 - 12:16 #

Sollte aber dazu gehören. Denn sonst arbeiten auch Entwickler ganz schnell für tausend Euro im Monat.

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28526 - 29. Mai 2021 - 12:27 #

Auch das ist ja nun nicht unüblich bei Indie-Jung-Entwicklern. Teilweise sogar noch deutlich darunter oder umsonst während des Studiums etc.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 29. Mai 2021 - 13:15 #

Ja nur gibt es da noch so Dinge wie Überschwang. Seit der Cyberpunk Vorstellung mit Keanu Reeves ist er in gefühlt jedem zweitem Pornospiel vertreten.

RyuDrake 13 Koop-Gamer - 1566 - 29. Mai 2021 - 11:59 #

Danke für den interessanten Artikel!

Jetzt wo ich das mit dem Medikit usw. gelesen habe fällt es mir tatsächlich auf das man es nicht mehr so sieht ^^

soulflasher 15 Kenner - 3024 - 29. Mai 2021 - 12:03 #

Sehr interessanter Ausblick, DANKE Michael.
Für mich war schon Ms. Pac Man gendertechnisch ganz weit vorne.
Na dann ab in die Zukunft.
*geheabervorhernochmalpinkeln*

Hoelscher33 14 Komm-Experte - 2040 - 29. Mai 2021 - 13:04 #

Ich bin überrascht (nach Lektüre der Kommentare aber angenehm), dass nun nicht die große Anwaltsschelte losgeht - Blutsauger, etc. pp.

Man wundert sich in der Tat vielfach darüber, wie blauäugig und mit einer "Wird schon schiefgehen"-Einstellung an Dinge rangehen. Nun bin ich nicht im Medien- / Urheber etc.-Recht, sondern im Produkthaftungsrecht zu Hause, aber auch da ist es nicht anders.

Jüngst noch ein Gespräch mit einem Mitarbeiter eines Mittelständlers (etwa 200 Mitarbeiter, 150 Mio. Jahresumsatz) geführt, der sich bitterlich beschwert hat, warum das Unternehmen (einen geringen)sechsstelligen Betrag für seine Produkthaftpflicht- und Rückrufkostenversicherung bezahlt, das sei aus seiner Sicht Geld für "diese Leute", die ja nichts täten und sich am Erfolg des Unternehmens weideten. Die Antwort kann nur sein: "Diese Leute" ermöglichen dir erst, dein Business zu betreben, weil dein Risiko, dass die Produktion eines Abnehmers mal komplett mangelhaft (oder mangelverdächtig) ist, weil dein Erzeugnis mangelhaft ist, oder mal ein Rückruf durchgeführt werden muss, weil durch dein Erzeugnis ein Sicherheitsrisiko entstanden, so groß ist, dass du es gar nicht tragen kannst.

So ähnlich ist es auch hier - die vorbeugende Beratung (und ich sage nicht, dass die günstig wäre!) spart in der Regel viel mehr Geld, als anfällt, wenn die Maschinerie im Streitfall erst einmal angelaufen ist auf beiden Seiten.

Danke für den (rechtlichen) Einblick in deine Branche, Michael!

soulflasher 15 Kenner - 3024 - 29. Mai 2021 - 13:38 #

MAMAAAaaa...der Mann von der Hamburg-Mannheimer ist wieder daaa.
Danke Junge.
Mach ihm doch mal ein Kaffee Hag.
Mit Schuss...?
Auf jeden Fall!
*knall*

Paxy 15 Kenner - - 3320 - 29. Mai 2021 - 13:48 #

Hier kann man auch nicht immer der Firma oder den Anwälten vorwerfen widerliche Blutsauger zu sein.

Soweit ich das mal gehört habe: Wenn eine Firma ihr Markenrecht nicht verteidigt, kann es sein, dass in weiteren Fällen, wo dann doch mal geklagt wird, das Gericht sagt "Tja scheint euch sonst auch nicht interessiert zu haben".

Quasi ist man gezwungen dagegen vorzugehen um nicht als "Gemeingut" zu gelten.

Also Klagt man erstmal um sicherzugehen. Gut für die Anwälte!

ABER was danach kommt, da finde ich könnten einige Firmen dann doch mal einen Schritt zurück gehen.

Ab da wird es dann für mich zum Blutsauger, wenn man tortz Warnschuss und Gerichtskosten, Indi-Entwickler (und andere "kleinere") die Hosen auszieht und verkloppt bis sie nicht mehr laufen wollen/können...

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 29. Mai 2021 - 14:03 #

"Soweit ich das mal gehört habe: Wenn eine Firma ihr Markenrecht nicht verteidigt, kann es sein, dass in weiteren Fällen, wo dann doch mal geklagt wird, das Gericht sagt "Tja scheint euch sonst auch nicht interessiert zu haben"."

Im US - Recht ist dies beispielsweise so. Das deutsche Recht wie europäische Recht kennen diesen Aspekt nicht.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 29. Mai 2021 - 13:57 #

Ich frage mich ja, ob derjenige dann auch keine Hausratversicherung und ähnliches hat.

soulflasher 15 Kenner - 3024 - 29. Mai 2021 - 14:05 #

Die Fragen die dich umtreiben...
Bleiben.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40775 - 30. Mai 2021 - 2:53 #

Überleg mal, wo wir heute mit Computertechnik und Videogames wären, wenn die Pioniere von Bill Gates, Steve Jobs, Jack Tramiel oder Nolan Bushnell in ihren Garagen erstmal Versicherungsvertreter und Anwälte gefragt hätten, bevor sie in ihren Garagen gebastelt haben... So ein bisschen Blauäugigkeit und Naivität schadet bei Startups und kleinen Indies nicht. Die juristischen Hürden, die wir inzwischen aufgebaut haben, sind volkswirtschaftlich ein klares Minusgeschäft. Profitieren tun dabei wenige auf Kosten der Allgemeinheit - eigentlich sollte es bei Versicherungen aber ja genau umgekehrt sein.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 30. Mai 2021 - 6:53 #

Da nennst Du vier Namen und drei davon hatten sich entweder sehr gut von Anwälten beraten lassenden oder so ein natürliches Rechtsverständnis hatten, während Bushnell selbst klaute, sich günstig einigte und dann alle anderen verklagte. Immerhin war Gates davon auch der einzige Garagenentwickler.

Cyd 20 Gold-Gamer - P - 21252 - 30. Mai 2021 - 12:08 #

Also bei Bill Gates zumindest: Vater Anwalt, Mutter Vorstand in einer Bank... da wird es sicher auch große Unterstützung in Rechts- und Finanzfragen gegeben haben.

Necromanus 19 Megatalent - - 17399 - 30. Mai 2021 - 13:20 #

Gerade Bill Gates hat doch in seinen ersten Windows Versionen viel geklaut und Apple verarscht. Damals waren die Parteien wohl noch nicht so klagefreudig bzw. Apple hatte Microsoft wohl auch einfach unterschätzt.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 30. Mai 2021 - 13:59 #

Meinst Du die graphische Benutzeroberfläche? Da war zumindest das damalige Gericht nicht Deiner Ansicht und ich weiß es heute nicht mehr. Aber die zweite Klage deswegen bei Win 95, verglich man sich lieber schnell mit MS... wahrscheinlich wäre Apple sonst nämlich Pleite gewesen.

Necromanus 19 Megatalent - - 17399 - 30. Mai 2021 - 15:49 #

Ja die meine ich. Ich habe mein Wissen jetzt tatsächlich nur aus diesem Video: https://www.youtube.com/watch?v=xC1sUpoEwLo
Kurz zusammengefasst hat bei den ersten Beschwerden Bill Gates tatsächlich einfach Apple solang zugequatscht, dass nichts passierte. Getreu dem Motto: Microsoft sieht doch niemals aus wie Apple bzw. niemand denkt bei der Benutzung von MS Produkten daran, etwas von Apple zu nutzen. Daraufhin hat Microsoft auch zusätzlich eine Lizenz gekauft und Apple mit Geld zugeballert. Mit Windows zwei hatte Microsoft aber dann den Bogen überspannt und auch die Lizenz zu weit genutzt. Da wurde dann gegen MS geklagt (und gegen HP). MS hätte das Look&Feel geklaut. Die Klage ging dann tatsächlich 6 Jahre und umfasste auch die späteren Versionen. Nebenbei wurde auch Apple von Xerox verklagt wegen dem Diebstahl von Designs. Wegen 179 Elemente befand das Gericht dass diese durch die Lizenz abgedeckt waren. 10 Elemente seien in Frage gekommen, da wurde aber tatsächlich die Schützbarkeit verneint. Also ja, du hast Recht, das Gericht sah es anders. Dennoch hat Bill Gates erstmal geklaut und sich im Nachgang die Lizenz geholt, so empfinde ich es zumindest.

Hoelscher33 14 Komm-Experte - 2040 - 30. Mai 2021 - 15:16 #

Überleg mal, wo Innovation heute wäre, wenn diejenigen,
die etwas entwickeln / erfinden etc. es nicht schützen
könnten, um daraus einen Gewinn zunächst mal allein zu
amortisieren...

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40775 - 31. Mai 2021 - 0:45 #

Das haben schlaue Menschen schon getan:
https://de.wikipedia.org/wiki/Tragik_der_Anti-Allmende

Harry67 20 Gold-Gamer - - 22004 - 31. Mai 2021 - 6:06 #

Ist aber trotzdem eine völlig andere Fragestellung.

Dass Urheber-, Patent- und Eigentumsrechte auch einen gegenteiligen Extrembereich und ärgerliche Konsequenzen haben können, hat nichts mit den Konsequenzen grundsätzlich fehlender Rechte zu tun.

In jedem System gibt es auftretende Paradoxien und Dilemmatische Situationen. Völlig egal ob Demokratie oder Umweltschutz.

Dennoch netter Wikipediaartikel. Bei der verschärften "Gefahr verwaister Werke" lief mir fast ein kleiner Angstschauer über den Rücken ;)

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40775 - 31. Mai 2021 - 13:23 #

Die Antwort auf eine ausufernde, teils pervertierte Situation ist natürlich nicht die Abschaffung ganzer Rechtssysteme, sondern deren Anpassung.

Patorikku 16 Übertalent - P - 5849 - 3. Juni 2021 - 17:34 #

Gab es da nicht mal diesen Spruch von wegen Deutschland braucht mehr Ingenieure statt noch einen weiteren Juristen?! Wenn man von einem Spieleentwickler als Software-Ingenieur ausgeht auf jeden Fall. Glaub auch dieses typisch deutsch kultivierte Bedenkenträgertum bremst dieses Land als Spieleentwicklungsstandort massiv aus, während hier erstmal sich noch beraten wird, Arbeitskreise gebildet werden und juristische Spitzfindigkeiten abgeklopft werden und Zuschüsse beim Land beantragt werden haben Franzosen, Briten und Amis/Japaner schon ein Spiel fertig...no offense, würde mich freuen wenn Deutschland da mal aus den Puschen kommt, Julian Eggebrecht & Co beweisen ja, dass "wir" nicht gänzlich Spieleentwicklungslegatstheniker sind (wenn wir uns ins Ausland absetzen)...;)

Arno Nühm 18 Doppel-Voter - 9277 - 29. Mai 2021 - 13:55 #

Unterhaltsamer und informativer Beitrag. Vielen Dank dafür :-)

Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 221977 - 29. Mai 2021 - 14:26 #

Sehr interessant. Schöner Einblick. Was mir gleich aufgefallen ist, war die unerträgliche Heuchelei von Heckler&Koch. Man will die Waffen in Spielen nicht in Gangsterhand sehen und gleichzeitig exportiert man reale Waffen an Kartelle, Banden, Paramilitärs und kriminelle Milizen und das oft illegal an den Kontrollbehörden vorbei. Pfui Teufel!

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 29. Mai 2021 - 16:02 #

Eine kleine Korrektur: Oft mit den Kontrollbehörden.

RyuDrake 13 Koop-Gamer - 1566 - 29. Mai 2021 - 16:33 #

Is doch normal… öffentlich: „niemals paktieren wir mit den teufel!“

Aber intern: wie komme ich an mehr Macht, Geld usw? Teufel „hilf uns, uns ist jeder Preis dafür recht!“

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40775 - 30. Mai 2021 - 2:19 #

Der Skandal ist doch nicht, dass Waffenfirmen Lizenzdeals mit Spieleherstellern (aus welchen Gründen auch immer) *ablehnen*, sondern dass Firmen wie Activision für Spiele wie Call of Duty erhebliche Lizenzgelder an reale Waffenfirmen bezahlen und z.B. EA bei Medal of Honor sogar direkt auf die Waffenproduzenten verlinkt hat, mit denen sie "stolz zusammenarbeiten".

Der Fall AM General vs. Activision Blizzard wurde nur deswegen im Sinne von Activision entschieden, weil der Humvee im Spiel keine tragende Rolle spielt, sondern quasi nur "Deko" ist. Das ist im amerikanischen Recht als "Zitat" erlaubt. Sobald man aber eine Waffe oder ein Fahrzeug im Spiel benutzen kann, sind Lizenzgelder fällig.

Ich finde das pervers! Mit dem Kauf eines Computerspiels will ich Freizeitspaß erleben und nicht Kriegswaffen-Hersteller finanzieren. Zu den Hintergründen hab ich mal ne eigene Q-lumne geschrieben:

https://www.gamersglobal.de/user-artikel/q-lumne-9-totale-gehirnwaesche-teil-2

Harry67 20 Gold-Gamer - - 22004 - 30. Mai 2021 - 8:07 #

Da ist unsere spielerische Wirklichkeit, sprich der Wunsch nach spielerischer Abbildung realer Gegebebheiten zu vielschichtig und lässt sich sicher nicht über einen ideologischen Kamm scheren.

Wenn ich in DCS eine A-10 fliege und damit eine feindliche Stellung bombardiere, dann spiele ich mit einer bitte möglichst akkurat und realistisch anmutenden Simulation der Originalwaffe. Nichts anderes ist so ein Flugzeug. Das gilt auch für noch bösere Me-109, rote Baron Fokkers und Ak-74s in Jagged Alliance. In meiner Art zu Spielen haben auch diese Themen ihren Platz.

Warum es ok sein sollte für einen Ferrari im Spiel Lizenzen abzudrücken für einen Hummer aber nicht, erschließt sich mir nicht.

Waffenhersteller grundsätzlich zu verteufeln ist bei genauerer Betrachtung auch nicht so einfach. Nimmst du das Recht auf Selbstverteidigung eines Staates raus, wird sowas wie die Besetzung der Krim Standard. Bei mir zumindest hat Habeck viel Sympathie mit seiner bemerkenswerten Aussage zur sicher ebenfalls nicht unproblematischen Ukraine gewonnen.

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 71986 - 30. Mai 2021 - 23:00 #

Ist doch logisch, dass die Entwickler für die Abbildung realer Waffen in einem Shooter Lizenzgebühren an die Hersteller zahlen müssen, genau wie bei realen Autos in Rennspielen. Wenn du das nicht unterstützen willst, darfst du diese Sachen halt nicht spielen. Gibt ja auch genug Actiontitel mit Fantasiewaffen. Ein Grund warum ich lieber Sci-Fi- als Military-Shooter spiele, ist eben, dass es da keine realen Fraktionen etc. gibt, über die man sich moralische Gedanken machen müsste.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40775 - 31. Mai 2021 - 0:02 #

Es ist "logisch" in unserer durchkommerzialisierten, westlichen Welt, weil wir inzwischen so an solche Konventionen gewöhnt sind, dass viele sich gar nicht mehr erinnern können, dass diese Phänomene erst wenige Dekanden existieren. Vor 50 Jahren wäre kein Mensch auf die Idee gekommen, Lizenzgebühren zu bezahlen, um einen Alltagsgegenstand in einem Kunstwerk zu erwähnen. In einer altruistischeren Gesellschaft wäre es genauso unlogisch wie es das in der asiatischen Kultur der Fall ist.

Ganon 26 Spiele-Kenner - - 71986 - 31. Mai 2021 - 11:17 #

Alltagsgegenstände kannst du problemlos darstellen, nur eben keine Markenprodukte. Ich kann ja auch keine neue Limonade auf den Markt bringen und sie Fanta nennen. Dass Markenrechtsstreits absurde ausmaße annehmen können, ist unbestritten. Aber die Existenz eines Markenrechts ist doch nicht pervers, sie ist rechtlich notwendig.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40775 - 31. Mai 2021 - 13:27 #

Für mich sind Autos, Bahnhöfe oder Krankenwagen mit roten Kreuzen Alltagsgegenstände. Und auch hier: Die Alternative zur kritiklosen Akzeptanz aller Auswüchse ist nicht die Abschaffung des gesamten Markenrechts, sondern die Anpassung der „Freiheitsgrade“, wo es nicht greift.

Green Yoshi 22 Motivator - P - 32549 - 29. Mai 2021 - 17:57 #

Die neue Urheberrechtsreform macht das ganze sicher nicht einfacher für Entwickler. Meiner Meinung nach wird dadurch die Kreativität der Studios beschnitten. Wer würde sich schon trauen in seinem Spiel mit Konzernen wie Coca-Cola oder Nestle abzurechnen? Beispielsweise in Form einer bitterbösen Satire. Stattdessen wird schon Monate vor Release groß betont, dass das eigene Spiel total unpolitisch sei, um ja auf der sicheren Seite zu sein.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 29. Mai 2021 - 18:47 #

Eigentlich ändert sich durch die Urheberrechtsreform da nichts für die Entwickler.
Der Rest ist schlicht Feigheit vor dem Feind. Das Spiel soll sich möglichst gut verkaufen und da sollen dann keiner davon ausgeschlossen werden oder irgendwo anecken. So ein Spiel stelle kann ich mir allerdings spontan nicht vorstellen.

Maestro84 19 Megatalent - - 16077 - 29. Mai 2021 - 18:48 #

Das Thema ist nunmal schwierig. Andererseits findet es natürlich keine Firma - es gibt ja nicht nur z.B. das böse Nestlé - amüsant, wenn Sie negative PR erfährt.

amenon 17 Shapeshifter - P - 7245 - 29. Mai 2021 - 23:53 #

Total interessant. Danke für die Einblicke.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40775 - 30. Mai 2021 - 2:22 #

Ich weiß ja nicht, ob Michael ein Heer von Anwälten beschäftigt. Aber ich bin sicher, irgendein Hersteller von Grillsaucen wird sicher eine Rezeptur finden, die der Hengst "kopiert" hat... vielleicht schreibt dann mal ein Lebensmittelproduzent eine süffisante Kolumne über zu naive (oder dumme) Indie-Grillsaucen-Macher.

Die Sache mit Urheberrechten, Geschmacksmustern, Bildrechten und Patenten läuft leider völlig aus dem Ruder und behindert kreative Arbeit massiv. Das kann nicht im Sinne der Allgemeinheit sein. Diese Kolumne hier ist mir viel zu unkritisch, fast schon hörig, gegenüber denen, die Rechte an z.T. simpelsten Dingen beanspruchen.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 30. Mai 2021 - 6:58 #

Ich empfehle die aktuelle Folge - Rechtsbelehrung zum deutschen Patentrecht.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 22004 - 30. Mai 2021 - 7:13 #

Zur traurigen Wahrheit gehört allerdings auch, dass viele "Kreative" einfach nur simple Klauer sind.

onli 17 Shapeshifter - P - 6544 - 30. Mai 2021 - 11:19 #

Absolute Zustimmung. Diese Unterwürfigkeit, die aus der Kolumne zu entnehmen ist, mag notwendig sein, wenn man als Teil der Maschine versucht ein Medienprodukt herzustellen. Aber unangenehm unkritisch auf jeden Fall, die Fehler ausschließlich bei den Opfern des absurden Systems zu suchen.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 22004 - 30. Mai 2021 - 11:26 #

Vielleicht bist du auch einfach noch nicht Opfer eines dreisten Idioten geworden, der deine kreative Leistung für seine eigenen Zwecke zweckentfremdet.

Green Yoshi 22 Motivator - P - 32549 - 30. Mai 2021 - 22:00 #

Du meinst wie die Macher von Candy Swipe? ;-)

https://www.derstandard.at/story/1389860296844/entwickler-erhebt-schwere-vorwuerfe-gegen-candy-crush-hersteller-king

In diesem System gilt ausschließlich das Recht des Stärkeren. Wer sich keine Top-Anwälte leisten kann, der hat schon verloren.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 22004 - 30. Mai 2021 - 23:03 #

Sehr übel. Bin beim Lesen richtig emotional geworden.

Die richtige Antwort liegt meiner Ansicht nach in Netzwerken. Alleine gehst du bei sowas kaputt.

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28526 - 30. Mai 2021 - 14:45 #

Es geht ja nicht darum, dass sich Entwickler aus irgendwelchen idealistischen Gründen bewusst gegen das Urheberrecht auflehnen, sondern wirklich oft nicht wissen, was sie tun. Was dir vorschwebt, wäre halt ein anderes Thema.
Was dieses angeht, glaube ich auch, dass es eher nach hinten losgeht, wenn man geistiges Eigentum freigibt, weil dann letztendlich der Anreiz fehlt, da überhaupt groß zu investieren, wenn man mit seiner Engine, Middleware etc. kein Geld mehr verdienen kann.

onli 17 Shapeshifter - P - 6544 - 30. Mai 2021 - 16:45 #

Geistiges Eigentum ist nicht Engine/Middleware. Das sind ja konkrete Softwareprodukte, die du so oder so verkaufen kannst. Geistiges Eigentum wäre "Ich habe eine Idee, wie man Listen sortiert, und das ist jetzt meine", und jeder der dann Listen in seiner Software auf gleiche Art und Weise sortiert (selbst wenn er selbst auf die Idee kam) wird verklagt. Und Im Zweifel wird erstmal gegen jeden vorgegangen der eine Software produziert, weil der sortiert garantiert eine Liste, und das möglicherweise mit dem beanspruchten Verfahren.

Und dass junge Entwickler nicht wissen können was sie in hochkomplizierten Medienrechts & Urheberrechtsfragen tun - ja, eben. Das ist aber viel mehr die Schuld eines völlig kaputten Rechtesystems als die Schuld der Entwickler. Wie beim Roten Kreuz, so einen Quatsch kann doch kein vernünftiger Mensch nachvollziehen.

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28526 - 30. Mai 2021 - 17:34 #

Naja, das Patent bezieht sich dann schon auf konkrete technische Lösungen für dein Sortierproblem, die dann auch eher nicht "zufällig" genauso von jemand anderem programmiert werden. Oder hast du jetzt ein konkretes Beispiel, wo jemand verklagt wurde, weil er natürlich nur dieselbe Idee und Lösung hatte?

onli 17 Shapeshifter - P - 6544 - 30. Mai 2021 - 18:18 #

> das Patent bezieht sich dann schon auf konkrete technische Lösungen für dein Sortierproblem,

Nein. Das sollte so sein, dem ist aber nicht so.

Wenn es dich wirklich interessiert les mal in https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0167642306001754 rein. Oder zumindest https://patents.stackexchange.com/questions/46/was-there-a-landmark-controversial-software-patent-of-a-trivial-idea-before-the

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28526 - 30. Mai 2021 - 19:08 #

Gut, dann sind mir solche extremen Fälle einfach nicht bekannt.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 30. Mai 2021 - 17:40 #

Ah ok vernünftig Menschen kommen also nicht auf diese Idee. Eine Frage: Wo begegnet Dir den überall im Alltag das Rot Kreuz Zeichen? Ich hätte da eine Vermutung.

onli 17 Shapeshifter - P - 6544 - 30. Mai 2021 - 18:20 #

Was, kommen nicht auf welche Idee? Was genau willst du da von mir verstanden haben?^^

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 30. Mai 2021 - 21:46 #

Der Drang zum Feierabend...

Ich meinte, wenn vernünftige Menschen das Rote Kreuz Zeichen nicht als geschütztes Schutzzeichen nicht nachvollziehen könnten, müsste es Dir im Alltag ständig begegnen.

onli 17 Shapeshifter - P - 6544 - 30. Mai 2021 - 22:05 #

In Computerspielen z.B. war dem ja auch so! :)

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 30. Mai 2021 - 22:32 #

Ja und es war dort schon immer ordnungswidrig. Oder anders: Nur weil ich Spiele seit Kindesbeinen raubkopiere, wird es dadurch nicht legaler.

onli 17 Shapeshifter - P - 6544 - 30. Mai 2021 - 23:16 #

Das stimmt natürlich im Zweifel nicht, Stichwort Gewohnheitsrecht, normative Kraft des Faktischen und nötige Anpassung der Gesetzeslage an gesellschaftliche Überzeugungen, was man in allen möglichen Bereichen immer wieder beobachten kann.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 31. Mai 2021 - 0:12 #

Ebenso wie die Korrekturen um die Gewohnheiten einer Gesellschaft mit deren Willen in Einklang zu bringen. Es wir sich wohl niemand aktiv dafür entscheiden, daß Rote Kreuz Zeichen (und ähnliches) zum Allgemeingut zu erklären, wenn man ihm die Konsequenz aufzeigt, nämlich das es dann kein Schutzzeichen mehr ist und Feldsanitäter, Krankenhäuser usw. im Kriegsfalle legale Ziele sind.
Ein anderes Beispiel dafür ist die DSvGO. Die größte Änderung zu vorher in Deutschland war, daß man dem Papiertiger einen Satz Krallen und Zähne gab. Plötzlich waren Dinge, welche seit Jahrzehnten im BDSG standen und stehen unmöglich von jetzt auf gleich zu erfüllen.

euph 29 Meinungsführer - P - 115750 - 30. Mai 2021 - 11:33 #

Was läuft denn da deiner Meinung nach völlig aus dem Ruder? Das Menschen, die etwas geschaffen haben, daran beteiligt werden wollen, wenn mit ihrer Leistung Geld verdient wird?

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40775 - 30. Mai 2021 - 14:24 #

Nein, aber dass ich vom Betreiber des Eiffelturms eine Lizenz benötige, wenn ich ein Urlaubsfoto mit Nachtbeleuchtung des Turms auf Facebook hochladen will. Oder dass Patente auf menschliche DNA erteilt werden. Oder dass ein rotes Kreuz auf weißem Grund kein Allgemeingut (mehr) ist. Zum Beispiel.

Cyd 20 Gold-Gamer - P - 21252 - 30. Mai 2021 - 14:53 #

"Nein, aber dass ich vom Betreiber des Eiffelturms eine Lizenz benötige, wenn ich ein Urlaubsfoto mit Nachtbeleuchtung des Turms auf Facebook hochladen will."

Kenne es nur so, dass Nachtaufnahmen des Eifelturms für private Zwecke kein Problem sind. Nutzt man aber die Nachtaufnahmen für kommerzielle Zwecke braucht man die Lizenz. Wurde das geändert oder war das schon immer so?

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 30. Mai 2021 - 16:14 #

Jein die "neue" Nachtbeleuchtung des Eifelturm fällt in Frankreich unter das Urhebergesetz. Du darfst es für den privaten Gebrauch aufnehmen, aber Du darfst es ohne eine Lizenz nicht außerhalb des Privatenumfelds verbreiten. Solange Du es also nur Deinen Freunden und Familie zeigst, ist alles in Ordnung. Es auf dem Marktplatz auszuhängen oder bei Facebook frei auszustellen darfst Du nicht.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 22004 - 30. Mai 2021 - 16:21 #

Wenn ich das "Foto für private Zwecke" aber auf Instagramm, Facebook, Youtube o.ä. lade und den Betreibern damit Rechte übertrage, das Geschäftsmodell bediene, evtl sogar selber als Influencer davon profitiere etc., dann wird es kompliziert ;)

Cyd 20 Gold-Gamer - P - 21252 - 30. Mai 2021 - 17:21 #

@Elfant/Harry67

Danke euch. Dass das öffentliche Posten der Nachtaufnahme nicht erlaubt ist, war mir nicht bewusst.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 30. Mai 2021 - 16:41 #

Nachtphoto des Eifelturms:
Erstens verlangt Facebook schon von Anfang an, daß Du alle Rechte am Bild so wie dem Dargestellten hast und die Techte an Facebook überträgst, damit sie sie versilbern können.
Zweitens: Wenn dem nicht so wäre, dürftest Du das Photo bei Facebook hochladen, solange es im "Privaten Umfeld" gezeigt wird. Du erinnerst Dich vielleicht daran, daß "wir" so damals unsere Raubkopien legitimiert haben.

Patente der menschlichen DNA:
Gibt es ja auch nicht. Ich nehme an Du meinst, Patente auf Medikamente und technische Verfahren, welche auf Teilen der menschlicher DNS basieren.

Rot Kreuz Fahne
Die ist schon seit 1864 ein Schutzzeichen.

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40775 - 31. Mai 2021 - 0:30 #

Ich erinnere mich daran, eine Q-lumne "Danke, liebe Raubkopierer" geschrieben zu haben, wo ich argumentiere, welchen großen Gefallen sie der gesamten Entwicklung von Videogames getan haben. Der Rechteübergang an Facebook ist bekannt - aber wie kann man diese Perversität verteidigen? Ist für mich so als würde die Post Rechte an den Texten meiner Postkarten bekommen.

DNA:
Meines Wissens wurden in der EU über 1000 Patente auf menschliche DNA-Stränge erteilt - natürlich für einen medizinische Verfahren. Generell sind auch nicht-menschliche DNA-Patente extrem umstritten. Stell dir vor, die chinesischen Wissenschaftler in Wuhan hätten ein Patent auf die Gensequenz von Sars-Cov-2...

Rotes Kreuz:
Ist ja auch okay, dass das rote Kreuz ein geschütztes Zeichen ist, damit nicht jeder Homöopath seine wirkungslosen Zuckerkugeln unter der Flagge verteilen darf. Aber es ist auch ein Allgemeingut wie eine rote Ampel, wo jeder weiß, das heißt Stopp. Irgendwann findet jemand ein altes Pergament, wo die erste Ampel erfunden wurde und dann dürfen rote Ampeln nur noch nach Lizenzzahlungen an die Erben benutzt werden...

SupArai 24 Trolljäger - P - 50831 - 31. Mai 2021 - 10:57 #

Was ich dich immer schon mal fragen wollte...

Hast du das Schreiben deiner Kolumnen eingestellt? Oder kann ich die auf einer anderen Seite finden?

Q-Bert 23 Langzeituser - - 40775 - 31. Mai 2021 - 13:35 #

Sagen wir „dauerhaft vorübergehend pausiert“. Sollte ich wieder Lust finden, dann kommt es natürlich exklusiv auf GamersGlobal :)

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 90187 - 31. Mai 2021 - 13:56 #

Faultier.... :D

Gorkon 19 Megatalent - - 16622 - 31. Mai 2021 - 21:38 #

Schade eigentlich. Ich wusste doch, dass auf GG was fehlt. Jetzt weiss ich es wieder. ;-)

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 63010 - 31. Mai 2021 - 22:44 #

Eiffelturm:
Die Zwangsenteignung von Facebook verteidigte ich ja nicht.
Ich hoffe aber, daß Du Dich auch an die Kommentardiskussion darunter erinnerst.

DNA:
Dies ginge nur wenn sie es selbst erzeugt hätten und selbst dann hätte das Interesse der Öffentlichkeit an Impfstoff und Heilmittel überwiegen.^^
Ja diese Patente sind schwierig und haben deswegen auch höhere Hürden.

Rotes Kreuz:
Hier liegt schon der Denkfehler. Das Rote Kreuz Zeichen heißt ja nicht "Hier gibt es medizinische Hilfe" sondern "Auf mich zu schießen ist ein Kriegsverbrechen". Das Zeichen darf oft in Friedenszeiten von den Rotkreuz - Organisationen als ein geschütztes Kennzeichen verwendet werden.

Ampel:
Solange halten Patente nun auch nicht.

thoohl 20 Gold-Gamer - - 20208 - 31. Mai 2021 - 23:03 #

Bei Cabal oder war es Commando, kann auch Green Beret gewesen sein. Mhh. Jedenfalls ging das da.

"Auf mich zu schießen ist ein Kriegsverbrechen".

The Real Maulwurfn 17 Shapeshifter - P - 6901 - 1. Juni 2021 - 14:00 #

Kriegsverbrechen sind zuweilen in Spielen möglich, das stimmt.

euph 29 Meinungsführer - P - 115750 - 30. Mai 2021 - 9:44 #

Schöner, interessanter Text. Vielen Dank für die Einblicke.

AlexCartman 19 Megatalent - P - 19159 - 30. Mai 2021 - 17:35 #

Spannender Einblick. Besonders das Thema "Architektur" hätte ich spontan nicht auf der Pfanne gehabt. In der nächsten Folge dann bitte gerne weitere Erkenntnisse, wie zum Beispiel Ubi Soft in ihrer "The Division"-Reihe ganze Städte lizensieren konnte (oder was sie geändert haben, um eben das nicht tun müssen).

thoohl 20 Gold-Gamer - - 20208 - 30. Mai 2021 - 19:50 #

Soweit interessant
Würde mir mal eine Kommentierung zum Uploadfilter wünschen und Perspektiven zum Internet. Ob es bereits Alternativen zu youtube gibt oder wie man ans internet außerhalb des rechtsraumes der eu gelangen kann, also ohne uploadfilter.

Gorkon 19 Megatalent - - 16622 - 30. Mai 2021 - 21:52 #

Sehr interessanter Artikel. Das mit Musik und Bildern von Promis war mir bekannt. Das auch Gebäude und das rote Kreuz, sowie Waffen dazu zählen ist neu für mich. Ist spannend, was nicht alles geschützt wird heutzutage.

TheRaffer 22 Motivator - - 34483 - 31. Mai 2021 - 21:04 #

Puh, es gibt doch mehr Stolperdrähte als man denkt. Auf die Geschichte mit dem roten Kreuz wäre ich nie gekommen.

Christoph 18 Doppel-Voter - P - 9966 - 13. Juli 2021 - 14:34 #

Danke für viele interessante Infos!

Ich bin selbst Anwalt; zwar nicht im Urheber- und Medienrecht, aber es lässt sich ganz allgemein bestätigen, dass viele Mandanten grundsätzlich überhaupt nicht naiv sind, sondern alles richtig machen WOLLEN. Aber das ist wie Steuererklärung: es gibt so viele Regeln, und die ändern sich so oft, dass es quasi unmöglich ist, zu jeder Zeit alles zu berücksichtigen, zumal wenn man nicht aus der (Rechts-)Branche ist, sondern zum Beispiel Spiele macht.

P.S.: Kleine Korrektur, bitte nicht falsch oder wiseass-mäßig verstehen: "Anklage"-Bänke oder Angeklagte gibt es nur im Strafprozess, also Staatsanwaltschaft gegen Bürger wegen Straftaten. Im Zivilprozess, also zwischen Menschen oder Unternehmen, sind es nur "Klagen", "Beklagte" und Gerichtssäle mit normalen Sitzen ;-) ...das Ergebnis ist dann meinetwegen Schadensersatz oder irgendeine Forderung als Zahlung, aber normalerweise keine "Strafe".