Kunst oder kann weg?

Kunst oder kann weg? Meinung
Teil der Exklusiv-Serie Die Hengst-Chroniken

Die Hengst-Chroniken #8

Michael Hengst / 20. Oktober 2019 - 19:49 — vor 2 Jahren aktualisiert

Teaser

Gehören Spiele an die Museumswand oder ins Kaufhausregal, mit anderen Worten: Sind Spiele Kunst? Oder zumindest manche? Spieleveteran Michael Hengst hat da seine ganz eigene Meinung.
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Was ist Kunst? Laut Definition von Wikipedia ist Kunst ein menschliches Kulturprodukt und das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Es wird hierbei unter anderem zwischen bildender Kunst (Malerei, Grafik, Bildhauerei, Architektur), darstellender Kunst (Theater, Tanz und Film), Musik, Literatur und angewandter Kunst unterschieden. Zudem ist praktischerweise klar definiert, dass sich Ausdrucksformen der Kunst verändern, der Kunstbegriff einem stetigen Wandel unterliegt. In der Moderne gilt neben dem Ergebnis auch der kreative Prozess selbst als Kunst. Spiele sind das Ergebnis eines kreativen Prozesses.  Sind also Spiele auch Kunst?
 
Seit Ende der 1980er gibt es diese Diskussion, ob Videospiele eine Kunstform seien.
Seit Ende der 1980er gibt es diese recht hitzig geführte Diskussion, ob Computer- und Videospiele nun eine Kunstform seien oder in Wahrheit nur kommerzielle Produkte, die per Definition nichts im Elfenbeinturm der Künste zu suchen hätten. Auf beiden Seiten des argumentativen Schützengrabens gingen prominente Verfechter in Stellung.
 
2006 adelte beispielsweise der damalige französische Kultusminister die französischen Spieledesigner Michel Ancel (Rayman) und Frédérick Raynal (Alone in the Dark) sowie Shigeru Miyamoto mit dem Ordre des Arts et des Lettres (Orden der Künste und Literatur). 2012 gewährte die amerikanische Kunststiftung NEA (National Endowment for the Arts) erstmals Stipendien für „interaktive Spiele“. Selbst das berühmte Smithsonian Art Museum hatte 2012 eine Ausstellung unter dem Titel „The ...

99 Kommentare

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Veröffentlicht am 30.05.2022: Die Worte "Game Over" sind jedem hier ein Begriff. Der Pixel-Tod ist Teil des Spieler-Lebens. Doch nach einem fatalen Blick in den Kalender kommt Michael Hengst ins Grübeln über das reale Game Over.

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Inhaltsverzeichnis
    Michael Hengst 20. Oktober 2019 - 19:49 — vor 2 Jahren aktualisiert
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    Jörg Langer Chefredakteur - P - 442578 - 20. Oktober 2019 - 19:49 #

    Viel Spaß beim Lesen!

    Patorikku 16 Übertalent - P - 5847 - 20. Februar 2020 - 10:49 #

    Toller Artikel, der Hengst allein ist das Premiumabo wert. Aber Spiele als Kunst zu bezeichnen ist eher eine Art Überhöhung die dem Medium nicht gerecht wird. Wobei man natürlich zurecht fragen darf ob "moderne Kunst", sprich der Klecks an der Wand, der blaue Strich auf rotem Grund wirklich noch in der selben Liga eines Da Vinci, Michelangelos etc.pp. mitspielen dürfen oder ob das...weg kann ;)

    minsche 17 Shapeshifter - P - 6089 - 20. Oktober 2019 - 20:01 #

    Sehr schön (aber wischen statt zwischen in Satz 3 :)
    Oh, habe gerade die "Fehler melden" Funktion gefunden...

    TheRaffer 22 Motivator - - 34443 - 23. Oktober 2019 - 9:15 #

    Sehr gut. Die ist nämlich manchmal ganz praktisch ;)

    Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 20. Oktober 2019 - 20:09 #

    Danke!
    "Ich sehe Spiele deshalb nicht als Kunst, weil sie für mich persönlich eher einen praktischen Nutzwert haben: Sie sollen unterhalten."
    Was ist dann mit zB Papers Please!? Wirklich unterhaltsam ist es nicht, aber ein Spiel ist es.

    Und nach dieser Definition wären Bücher, Musik, Filme und Theater auch keine Kunst, da sie auch unterhalten sollen.
    Dabei wären man bei der Frage was will Kunst (im Betrachter auslösen)?
    Reicht es aus dass es was im Betrachter auslöst?

    zfpru 18 Doppel-Voter - 10841 - 20. Oktober 2019 - 20:16 #

    Papiers Please ist einfach nur ein schlechtes Game.

    Slaytanic 25 Platin-Gamer - - 60460 - 20. Oktober 2019 - 20:23 #

    Nö, ist es nicht.

    Restrictor81 19 Megatalent - - 19289 - 20. Oktober 2019 - 22:18 #

    Da stimme ich zu.

    Faerwynn 19 Megatalent - P - 16359 - 21. Oktober 2019 - 9:43 #

    Und ich widerspreche.

    v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 20. Oktober 2019 - 20:31 #

    Also ich finde Paper's Please ziemlich unterhaltsam.

    wilco96 15 Kenner - P - 3352 - 20. Oktober 2019 - 20:21 #

    Videospiele sind eine Kunstform. Das bedeutet nicht dass alle Spiele Kunst sind genauso wenig wie alle Bilder, Bücher, Musik U.s.w.

    Klabauter 15 Kenner - 3213 - 20. Oktober 2019 - 20:24 #

    Die kommerziellen Computerspiele sprechen überwiegend Affekte an (u.a. stetiges Aktivieren des Belohnungszentrums), während Kunst meiner Meinung nach eher den Verstand anspricht (häufig im Nachgang). Computerspiele können also Kunst sein, wollen es aber mMn meist nicht :)

    Slaytanic 25 Platin-Gamer - - 60460 - 20. Oktober 2019 - 20:24 #

    Ja, das sehe ich auch so.

    Faerwynn 19 Megatalent - P - 16359 - 21. Oktober 2019 - 10:06 #

    Griechische Vasen mit Sexdarstellungen wurden damals sicherlich auch gemacht um Affekte anzusprechen. Aber jetzt stehen sie als Kunst im Museum.

    Moriarty1779 18 Doppel-Voter - - 9439 - 22. Oktober 2019 - 3:43 #

    Griechische Vasen haben im Museum häufig eher weniger künstlerischen Wert als einen archäoligischen.

    thoohl 20 Gold-Gamer - - 20204 - 22. Oktober 2019 - 14:46 #

    Gutes Argument, jedoch schlechtes Beispiel finde ich. Es gibt verallgemeinert z.B. sehr sehr viele Gemälde, ganze Kunstrichtungen, die heute als "Kunst" angesehen werden und damals die Realität abbilden sollten.

    Danywilde 30 Pro-Gamer - - 133326 - 20. Oktober 2019 - 20:27 #

    Danke für die Kolumne, Michael.

    Für mich KÖNNEN Spiele Kunst sein, genauso wie Filme, Bücher, Installationen oder Gemälde aber sie MÜSSEN es nicht sein.

    Mich muss Kunst berühren, ich muss sie nicht unbedingt verstehen oder lieben. Sie darf mich allerdings keinesfalls kalt lassen. Was „Experten“ als Kunst anerkennen, ist mir dabei egal.

    Computerspiele sollte dann auch über die eigentliche Mechanik hinaus funktionieren.

    Hermann Nasenweier 21 AAA-Gamer - P - 25394 - 24. Oktober 2019 - 12:36 #

    Finde ich eine gute Meinung. Auch Teile von Spielen sehe ich als Kunst. Ein toller Pixelscreen ist für mich Kunst wenn es obige Punkte erfüllt (also mich berührt) und es handwerklich gut umgesetzt ist. Der Künstler also mit dem virtuellen Pinsel umgehen kann.

    Dabei kann auch das Spiel Mist sein, ändert nichts am künstlerischen Aspekt des einen Elements. Gleiches gilt für Spielemusik, die für sich alleine sicher relativ leicht die Hürde zur Kunst nimmt.

    Spiele insgesamt haben es da galt schwer, da sie oft auch unterhalten wollen. Aber es gibt auch Beispiele die man als Kunst ansehen könnte.

    Es gab ja mal diese kurze Spiel wo man nur über einen Friedhof lief, das würde ich als Kunst sehen weil es zum nachdenken anregt. Allerdings könnte man da auch sagen dass es kein Spiel sei.

    Aber wie Du schon sagst, es ist nur wichtig wie man es selbst sieht. Aber schon die Diskussion zu dem Thema zeigt ja dass es zuminest im Graubereich der Kunst ist ;)

    Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 20. Oktober 2019 - 20:32 #

    Nicht jedes bisschen Farbe auf einer Leinwand ist Kunst.
    Nicht jede Aneinanderreihung von Tönen ist Kunst.
    Nicht jede Anordnung von Buchstaben auf Papier ist Kunst.
    Und nicht jede Zusammenstellung von Codezeilen ist Kunst.

    Aber wenn man akzeptiert, dass die ersten drei genannten Kunst sein können, muss man auch akzeptieren, dass das Vierte Kunst sein kann. Man muss nur darüber streiten, welches Werk dazu gehört und welches nicht.

    Das Museum of Modern Art in New York hat mittlerweile 23 Videogames in der permanenten Art Collection, darunter auch Pong, Pac-Man, Minecraft, Portal und Myst. Ich würde auch ein Mass Effect oder Baldurs Gate dazu zählen. Aber die Frage, ob Videogames überhaupt Kunst sein können, ist damit imho entschieden.

    0xDB 12 Trollwächter - 874 - 20. Oktober 2019 - 20:36 #

    Was ist Kunst und was nicht? Darauf wird es auch am Ende aller Zeiten noch keine Antwort geben.

    Allerdings finde ich Folgendes dazu bemerkenswert: Kunstwerke zeichnet oft aus, daß es keine profanen Gebrauchsgegenstände sind, wie sie jeder Mensch ohne großen Aufwand erwerben könnte, sondern wirklich einzigartige Dinge sind, die es nur ein einziges Mal auf der ganzen Welt, im ganzen Universum gibt, die nur ein einziges Mal erschaffen wurden(und dann irgendwann "fertig" waren und nicht mehr verändert wurden(durch Nachbesserungen oder so...:P) , eine Mona Lisa, einen David, oder sie mindestens, z.B. bei Drucken (Die große Welle vor Kanagawa), in der Auflage stark limitiert sind.

    Computerspiele sind nicht auf diese Art einzigartig erschaffene Werke oder so limitiert. Sie sind Massenprodukte, die beliebig und verlustfrei, verfielfältigt werden können. Ob das nun bedeutet, daß Spiele keine Kunst sind... ja wie gesagt, was ist Kunst und was nicht? Und warum ist das überhaupt wichtig?

    Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 20. Oktober 2019 - 20:54 #

    Woher weißt du das nur eine Mona Lisa im Universum gibt?

    0xDB 12 Trollwächter - 874 - 20. Oktober 2019 - 22:23 #

    Aus Gründen der Kürze ist mit "Universum" selbstverständlich immer das derzeit der Menschheit bekannte Universum gemeint und ja, es kann als gesichert angenommen werden, daß es DIE Mona Lisa darin nur ein einziges Mal gibt.

    Q-Bert 23 Langzeituser - - 40746 - 20. Oktober 2019 - 20:58 #

    >> Und warum ist das überhaupt wichtig?

    Wenn es Kunst ist, kann man es teurer verkaufen. Deshalb finde ich die Unterscheidung von "Kunst" und "Kommerz" so witzig :)

    v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 20. Oktober 2019 - 21:03 #

    Kunst sind nicht unbedingt nur Gegenstände. Es kann auch eine schauspielerische Darbietung sein, eine Performance, eine Installation. Filme sollen auch Kunst sein, wobei ich bei aktuellen Blockbustern eher das Gefühl habe, dass die heutzutage eher wie Computerspiele inszeniert werden.
    Ein Problem, welches ich bei der Kunstdefinition sehe, welche verlustfrei und einzigartig sein muss, dass im Wettlauf mit der Technik immer schwieriger wird, dass kreatives Schaffen überhaupt einer solchen Definition von Kunst gerecht werden kann.

    0xDB 12 Trollwächter - 874 - 20. Oktober 2019 - 22:25 #

    Eine Kunstdefinition wurde von mir ganz bewusst vollständig vermieden.

    v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 20. Oktober 2019 - 22:29 #

    Ich versuche auch, die Definition zu vermeiden. Dein Kommentar sprang mich deshalb an, weil er für mein Empfinden den Kreis etwas sehr stark einschränkt. Es liest sich für mich so, als geht es nur um statische Dinge.

    0xDB 12 Trollwächter - 874 - 20. Oktober 2019 - 23:10 #

    Ja... das könnte man etwas stur auch so eng auffassen, vielleicht "muß" man noch unterscheiden zwischen dem "Werk an sich" und bestimmten Instanzen davon (z.B. Aufführung von Musik, Theaterstücken oder Aufnahmen auf Datenträgern von Filmen, Büchern).

    Das "Werk an sich" wäre dann vielleicht eine Komposition, ein Skript, oder eine endgültige Fassung von diesen aus der Hand der schaffenden Menschen. Das Werk wäre unter Umständen(welche Umstände das sind bleibt für immer unbeantwortet) "Kunst" während aber alle Aufführungen, Darbietungen, Drucke und was es noch geben mag, "nur" Möglichkeiten wären, das Werk zu präsentieren und für Andere erlebbar zu machen (in Fällen, wo das "Werk an sich" nicht unmittelbar für sich steht, wie z.B. ein handgemaltes Bild oder eine handgemachte Skulptur, die es jeweils nur ein Mal gibt).

    Jede Theateraufführung wäre nach so einer Kategorisierung z.B. keine "Kunst" weil die einzelne Aufführung, obwohl jeweils sicher einzigartig, lediglich ähnlich zu dem, was vom Werk intendiert ist, nicht das Werk an sich ist. Aber das ursprüngliche Skript zum Theaterstück wäre "Kunst", in dem Sinne des Werkes an sich.

    Bei einem Computerspiel... nun... was ist daran das "Werk an sich"? Die Kombination aus ausführbarem Code und Daten. Das jeweils gespielte Spiel in den Händen der Spielenden ist dann die Darbietung, bei der die Spielenden nicht das Werk an sich verändern, es nur jeweils individuell erleben.

    Beantwortet irgendetwas davon die Frage, ob Spiele Kunst sind oder nicht? Nein aber es ist interessant, Dinge zu kategorisieren und genau zu benennen, denn das erweitert die Möglichkeiten, wie man darüber nachdenken kann... schränkt sie aber auch gleichzeitig ein, sobald man aufhört es immer feiner und feiner aufzudröseln und andere Aspekte an ihnen zu finden.

    Vielleicht kann man wenigstens sagen, daß wenn überhaupt nur Das Erschaffen von Spielen und das daraus resultierende Werk an sich "Kunst" sein kann, Das Produkt, die X Vervielfältigungen/Downloads es aber nicht sind und das Spielen der Produkte jeweils auch nicht. Analog dazu wären z.B. Bücher, Filme, MusikCDs keine Kunst, nur die jeweiligen zugrunde-liegenden Werke könnten Kunst sein, also das finale Skript eines Buches, Films oder eine Komposition.

    Aber auch das wäre irgendwie hart... gegenüber Künstlern, die z.B. Theater oder Musik spielen... die würden dann ja keine "Kunst" schaffen... "nur" darstellen/präsentieren. Würde man das also mit einschliessen, so daß, das, was sie tun auch "Kunst" wäre, dann müßte man auch das Spielen von Spielen als "Kunst" bezeichnen.

    Am Ende kommt bei solchen Überlegungen also wieder mal nur heraus, daß entweder ALLES Kunst ist und jeder Mensch Künstler ist, oder das NICHTS Kunst ist und niemand Künstler ist. Ich glaube diese Diskussion wird auch überhaupt nur deshalb so oft geführt weil Menschen denken, Kunst müsste irgendwie etwas besonderes, Magisches, sogar Göttliches und Einzigartiges sein, was wahrscheinlich schon die falsche Grundannahme ist. Wenn klar ist, daß Kunst, wie Alles andere, letztlich auch nur Handwerk ist, dann kann man den Kunstbegriff auch gleich ganz abschaffen.

    Zum Glück gibt es aber keine Kunstpolizei, die herumläuft und entscheidet, was Kunst ist und was nicht. :D

    Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 20. Oktober 2019 - 23:16 #

    Kunst ist Handwerk, einerseits gibt es das Kunsthandwerk und andererseits ist jede Kunst durch ein Handwerk entstanden. Wobei man da bei der generativen Kunst dann darueber streiten kann, ob und wo da jetzt das Handwerk stattfindet.

    "Zum Glück gibt es aber keine Kunstpolizei, die herumläuft und entscheidet, was Kunst ist und was nicht. :D"
    Doch! Kuratoren von Museen. :p

    0xDB 12 Trollwächter - 874 - 20. Oktober 2019 - 23:27 #

    Ach die Macht von Kuratoren ist da doch sehr stark auf deren jeweiligen Raum begrenzt. Die dürfen nur darüber entscheiden, was sie da jeweils präsentieren möchten aber sie dürfen keine allgemeingültigen Urteile zu der "Was ist Kunst" Fragestellung fällen und es wird auch niemand abgeholt und eingesperrt... jedenfalls hierzulande nicht mehr.

    Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 20. Oktober 2019 - 23:34 #

    Wenn man als Definition für Kunst nimmt "Alles was im Museum steht ist Kunst", dann haben sie ziemliche Macht.

    0xDB 12 Trollwächter - 874 - 20. Oktober 2019 - 23:41 #

    Im Museum stehen auch Gebrauchsgegenstände aus verschiedenen Menschheitszeitaltern oder Skelette von ausgestorbenen Tieren. Nach der konventionellen, flüchtig vor sich hin wabernden, nicht greifbaren Definition von "Kunst"(es gibt keine, die allgemein akzeptiert wird), sind solche Gebrauchsgegenstände aus dem Alltag aber von "Kunst" irgendwie abzugrenzen.

    Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 21. Oktober 2019 - 0:04 #

    Nur kann man Meißner Porzellan oder Bauhaus Möbel durchaus als Kunst verstehen. Als Gebrauchskunst.
    Ob das jetzt befriedigend ist, ist eine andere Frage.

    Anders gesagt Kunst ist was zur Kunst erklärt wird.
    Wo wir wieder bei der Frage wären, wer tut das und mit welchem Recht und egal wie die Antwort ausfällt kann man darauf wieder mit Beuys antworten. Der dem Werk Begriff eine Absage erklärt hat.

    zfpru 18 Doppel-Voter - 10841 - 20. Oktober 2019 - 23:47 #

    Kunst ist in einem runden Saal in der Ecke zu stehen.

    v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 21. Oktober 2019 - 0:29 #

    Puh, jetzt wird es schwierig. Ich kann das auch nur aus meiner persönlichen Sicht schildern. Fürs erste tue ich mich bezogen auf den Kunstbegriff richtig gehend schwer mit dem Konzept eines nicht reproduzierbaren Werkes (soweit das überhaupt möglich ist) und genauso mit der in einem anderen Kommentar erwähnte Nicht-Interaktion. Das sind für mich beides Konstrukte, welche aus einer Zeit stammen, in der visuelle Massenmedien als reine Technik begriffen wurden und seither von einem erzkonservativen Feuilleton zementiert wird.

    Allerdings könnte ich selbst gar nicht genau sagen, was Kunst eigentlich ist. Ich befasse mich zb seit Jahrzehnten mit Pixelart, welche zuweilen große Parallelen zu klassischer Malerei hat. Das wird auch gerne (von mir auch) als Kunstform bezeichnet, es gibt Bücher, die sich mit der Thematik auseinandersetzen. Nur ob das nach allgemeingültiger Definition Kunst ist - keine Ahnung.

    Nach meinem Verständnis kann prinzipiell jedes Werk zu Kunst werden, sofern die Eigenständigkeit des Schaffens erkennbar ist und mir als Betrachter Raum zur Interpretation lässt. Und ich persönlich sehe auch Können als einen Grundpfeiler, bzw damit meine ich nicht unbedingt Perfektion, aber es ist mMn wichtig, dass der Künstler seine Gedanken auch handwerklich umsetzen kann.

    Bei Spielen finde ich bei Diskussionen oftmals interessant, dass eigentlich meist über Teilbereiche wie Story argumentiert wird, dass man es mit Kunst zu tun hat. Nur man kann in einem Spiel beispielsweise lauter Kunstwerke zu sehen bekommen, aber in der Gesamtheit bleiben sie Kulisse. Was ist aber, wenn zb über die Spielmechanik selbst eine Geschichte erzählt wird, wie bei "What Remains of Edith Finch"?

    0xDB 12 Trollwächter - 874 - 21. Oktober 2019 - 0:52 #

    Oh wie schön, noch ein Pixel Artist... die Welt ist klein(ich folge Dir mal auf Twitter... bin dort selber sehr wechselhaft mal aktiv und mal nicht, und kaum noch bezüglich PixelArt... will mehr Zeichnen und Malen üben...).

    Das Fass, was ist PixelArt und was nicht mache ich jetzt aber nicht auf. Das wurde in früheren Jahren schon bis zum Erbrechen auf Pixelation, Pixeljoint usw. verbal zerfasert. Ich versuchte da mal vor einiger Zeit durch ein Glossar beschreibend (nicht bewertend) etwas dazu beizutragen, daß diese Sinnkriege nicht mehr so exzessiv geführt werden... ich glaube erfolglos. :D

    Ich finde schon, dass PixelArt eine Kunstform ist, finde aber auch, daß es selbst in der PixelArt Szene keine allgemein akzeptierte Definition/Ansicht davon gibt, was genau PixelArt ausmacht und ich finde, daß man da auch nicht zwangsweise versuchen muß, eine Definition zu finden.

    Handwerkliches Können ist mir auch wichtig(bin da natürlich noch lange nicht "angekommen" und davon überzeugt, daß das ein lebenslanger Prozess der Entwicklung ist), in der Öffentlichkeit ist Können aber glaube ich beim Kunstbegriff nicht so furchtbar wichtig, wobei ich trotzdem denke, daß gekonnte Kunst potentiell "erfolgreicher" ist als irgendetwas Hingepfuschtes.

    Das soll jetzt auch Alles keine Argumentation für oder gegen Irgendetwas sein. Es sind nur weitere Gedanken, die sich auftun. Das Spiel "What Remains of Edith Finch" kenne ich nicht.

    v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 21. Oktober 2019 - 1:57 #

    Ah, und noch ein Pro Motion User :) Ich folge dir mal auch. Wobei ich auf Twitter selbst nicht so viel mache, bzw bin mehr auf Facebook aktiv und bzw die meisten Grafiken sonst auf CSDb, Pixeljoint (unter Veto) oder DeviantArt (unter oliverlindau). Die letzten Jahre allerdings weniger Fullscreens als eher Spiele- oder Demografik.

    Bei der Pixelart-Definitions-Diskussion auf Pixeljoint bin ich auch komplett raus. Bzw ich bin eher auf klassischen Systemen unterwegs, da werden einem die Spielregeln eh von der Hardware vorgegeben und so lange dort nicht mit fremden Scans hantiert oder gewired wird, ist die Welt in Ordnung. Das Thema "C64-Farbpalette" mal ausgenommen...

    0xDB 12 Trollwächter - 874 - 21. Oktober 2019 - 12:34 #

    Pro Motion ist auch sehr gut, hauptsächlich wegen der Nähe zum guten alten Deluxe Paint. Daneben nutze ich manchmal auch Aseprite, was das Potential hat Pro Motion irgendwann in Sachen Komfort zu überholen.

    Auf CSDb, PixelJoint,dA bin ich auch vertreten, nur wie überall auch nicht besonders aktiv. Vielleicht gibt es ja dieses Jahr wieder eine Intro Competition auf CSDb zum Ende des Jahres.

    v3to 17 Shapeshifter - P - 7456 - 21. Oktober 2019 - 13:06 #

    Irgendwie werde ich mit Aseprite nicht warm. Mir gefällt die Benutzeroberfläche so gar nicht und ich vermisse auch Funktionen, um klassische Restriktionen zu simulieren.

    0xDB 12 Trollwächter - 874 - 21. Oktober 2019 - 18:54 #

    In dem Zusammenhang fällt mir ein, daß ich mir schon immer mal MultiPaint angucken wollte ( http://multipaint.kameli.net/ ) ... vielleicht im Dezember. :D

    Maestro84 19 Megatalent - - 16043 - 20. Oktober 2019 - 21:29 #

    Massenproduktion gibt es auch bei Filmen, Musik oder auch Büchern. Goethes Werke waren auch Massenmarktware in ihrer Zeit und zig Maler lebten von Auftragsarbeiten. Ein David oder eine Mona Lisa sind ja nur die Spitzen ihrer Kunstform, so wie vielleicht ein Half Life oder Super Mario Brothers. Wer weiß schon, was in hundert Jahren noch erinnerungswürdig sein wird?

    0xDB 12 Trollwächter - 874 - 20. Oktober 2019 - 21:41 #

    Auf jeden Fall DOOM. :P

    Jahnu 17 Shapeshifter - - 6232 - 20. Oktober 2019 - 20:49 #

    "Pornhub des Paläolithikums", ich lache mich schlapp, vielen Dank dafür! Wenn die Hengst-Chroniken sich ankündigen, streiche ich mir das Wochenende im Kalender an.
    Mir gefällt sehr gut, dass Kolumnen einen gewissen Stellenwert auf GG haben und gefühlt einen größeren Stellenwert bekommen haben als noch vor ein oder zwei Jahren - das macht unsere Seite einzigartig. Wenn nur der olle Lehnhardt endlich wieder zur Nachtwache antreten wollte!

    Hedeltrollo 22 Motivator - P - 32946 - 21. Oktober 2019 - 9:17 #

    Der Vergleich ist eher bemüht witzig. Passender wäre m.E. ein Vergleich mit der Blitz-Illu o.ä. gewesen.

    TheRaffer 22 Motivator - - 34443 - 23. Oktober 2019 - 9:18 #

    Wer kennt denn noch die Blitz-Illu zu Zeiten des Inets?

    Currypuff 13 Koop-Gamer - 1309 - 25. Oktober 2019 - 18:10 #

    Vermutlich hat ein Großteil der Nutzer hier einen nicht unbeträchtlichen Teil seines Lebens in einer Zeit verbracht, in der die Blitz-Illu zumindest vage ein Begriff war ;)

    Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 41951 - 26. Oktober 2019 - 8:57 #

    Ich hab mich damals immer gefreut, wenn ich mal eine Coupé in die Hände bekam. Aber nur wegen so spannender Exklusiv-Stories, in den die Coupé-Reporter investigativ von der Area 51 und den dortigen, hochgeheimen Alien-Experimenten berichteten!

    TheRaffer 22 Motivator - - 34443 - 28. Oktober 2019 - 14:00 #

    Und? Hat er ein Alien gesehen?

    Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 41951 - 28. Oktober 2019 - 15:47 #

    Wenn ich mich recht erinnere, durften dem Reporter die besonders geheimen Labore nicht gezeigt werden, aber natürlich gelang es ihm trotzdem, einen Blick auf ein seltsames Wesen zu erhaschen. Ob es wohl ein Alien war? Man weiß es nicht. Aber eines weiß ich: Einen besseren Report hätte niemand hinbekommen. Bei der Coupé haben damals einfach die absoluten Top-Notch-Investigativ-Journalisten gearbeitet.

    TheRaffer 22 Motivator - - 34443 - 28. Oktober 2019 - 19:16 #

    Beeindruckend ;)

    TheRaffer 22 Motivator - - 34443 - 28. Oktober 2019 - 14:01 #

    Da magst du Recht haben. ;)

    rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28522 - 20. Oktober 2019 - 21:26 #

    Würde ich nicht verallgemeinern. Spiele können Kunst sein. Aktuell würde ich etwa Disco Elysium als Kunstwerk werten, aber Ghost Recon Breakpoint nicht. Es ist auch nicht jeder Roman, jedes Bild, jedes Musikstück und jeder Film "Kunst", das sind erst einmal Medien, die das Potential haben, Kunst zu transportieren. Das ist aber wie bei Spielen nicht der Normalfall, insbesondere wenn die künstlerische Intention nur noch am Rande eine Rolle spielt und zum Beispiel kommerzielle Interessen oder wie hier in der Kolumne erwähnt Unterhaltung das Werk hauptsächlich motivieren.

    Maestro84 19 Megatalent - - 16043 - 20. Oktober 2019 - 21:25 #

    Wie in allen Kunstrichtungen ist Kunst eben subjektiv. Ich mag keine moderne Kunst, andere Mensch lieben Picasso oder die Neuinterpretation von Romeo und Julia. Ich würde jetzt Avenger Endgame oder Gothic in kein Museum aufnehmen, aber Andere schon. Jedem das Seine.

    Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 41951 - 20. Oktober 2019 - 21:38 #

    Videospiele können durchaus Kunst sein, sie sind es aber nicht automatisch. Und genau das Gleiche gilt auch für andere Medien.

    LRod 19 Megatalent - P - 13492 - 20. Oktober 2019 - 22:01 #

    Man könnte durchaus noch den Kunstbegriff aus dem Grundgesetz betrachten. Da gibt es u.A. den materiellen Kunstbegriff (Buch nicht zur Hand, habs hierher: https://www.jurawiki.de/DefinitionKunst ):

    "Kunst liegt vor, wenn das Werk das geformte Ergebnis einer freien schöpferischen Gestaltung ist, in dem der Künstler seine Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse zu unmittelbarer Anschauung bringt und das auf kommunikative Sinnvermittlung nach außen gerichtet ist."

    - freie schöpferische Gestaltung: Klar, bei fast allen Spielen, von der schicken Pixelkunst der 80er und 90er über kreative Bossgegner in 3D und nicht zuletzt die Musik

    - in dem der Künstler seine Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse zu unmittelbarer Anschauung bringt: Das wird schon schwieriger. Ein Far Cry, Ghost Recon oder Call of Duty würde ich da eher aussortieren. Aber es gibt auch Spiele wie Gris oder To The Moon, die da ganz sicher drunter fallen.

    - auf kommunikative Sinnvermittlung nach außen gerichtet: Gris sollte beispielsweise explizit das Thema Depression thematisieren - auch das ist also möglich.

    Somit gibt es durchaus Spiele, die den Kunstbegriff nach dem Grundgesetz erfüllen. Da zählen sicher nicht alle drunter, insbesondere die AAA-Blockbuster nicht, aber eine pauschale Aussage "Spiele sind keine Kunst" ist für mich nicht haltbar.

    PS: Mit dem unter obigem Link erreichbaren "offenen Kunstbegriff" käme man übrigens zum selben Ergebnis. Spiele wie die genannten Gris und To The Moon können und sollen interpretiert werden. AAA-Titel eher nicht. Den "formellen Kunstbegriff" kann man m.E. vergessen, wer den noch vertritt lebt noch im 19. Jahrhundert ;-)

    Jörg Langer Chefredakteur - P - 442578 - 20. Oktober 2019 - 22:18 #

    Ich wollte eigentlich schreiben, dass ich just die Interaktion als Problem sehe, weil es eben nicht das eine, finite Werk des Künstlers ist, das man dann interpretieren kann. Auf der anderen Seite sind gerade Walking Simulatoren (und auch To The Moon, das du nennst), doch arg linear -- und andererseits gibt es ja auch die Performance-Kunst, wo der Witz ja just das Unvorhergesehene ist.

    Insofern: Spiele können schon Kunst sein, denke ich. Würde aber meinerseits To The Moon nicht dazu zählen, weil hier eine Geschichte erzählt wird, die zwar unterschiedlich wirken mag auf unterschiedliche Leute, wo ich aber nicht den großen Interpretationsspielraum sehe. Dann schon eher was wie Journey (auch wenn ich das selbst eher als prätentiösen Quatsch sehe).

    Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 20. Oktober 2019 - 22:50 #

    Dann wäre ein Theaterstück auch keine Kunst bzw nur die Textfassung wäre Kunst, weil die Aufführung wiederum nur eine Interpretation des Regisseur (oder wie man das nennt) ist. Und damit wiederum nicht eindeutig.
    Und interaktive Kunst, ohne Performance Kunst gab es bestimmt schon vor Spielen.

    Jörg Langer Chefredakteur - P - 442578 - 21. Oktober 2019 - 0:06 #

    Sage ich ja, und klar, Theater wäre naheliegender als Performance-Kunst gewesen als Gegenbeispiel.

    LRod 19 Megatalent - P - 13492 - 21. Oktober 2019 - 0:26 #

    Dem Argument mit der Interaktion möchte ich insoweit widersprechen, als dass der Rahmen für die Aktionen ja in vielen Spielen festgelegt ist. Der Designer weiß vielleicht nicht wann ich was genau mache, aber meist gibt es ja doch Schlüsselszenen, die ich früher oder später erreiche.

    To The Moon darfst du gerne streichen, ich stecke auch nicht so tief in der Indieszene, als dass ich da jetzt viele weitere Beispiele außer Gris hätte, aber wichtig ist ja, dass es sie gibt, um ein pauschales "Spiele sind keine Kunst" zu widerlegen.

    Aus meiner Sicht ist Kunst im Übrigen oft prätentiöser Quatsch (siehe den Hype um den "Underground-Künstler" Banksy oder die albernen Wagner Festspiele) - gute Musik abseits des Mainstreams, der nach den obigen Kriterien auch nichts mit Kunst zu tun hat, vielleicht noch am wenigsten.

    Currypuff 13 Koop-Gamer - 1309 - 25. Oktober 2019 - 18:12 #

    Hat Journey bei dir nichts ausgelöst?

    0xDB 12 Trollwächter - 874 - 20. Oktober 2019 - 22:15 #

    Um es mal ganz einfach auf den Punkt zu bringen: Die Spiele, die ich gut finde sind Kunst und alle Anderen sind es nicht!

    sigug (unregistriert) 20. Oktober 2019 - 22:16 #

    Natürlich sind Spiele Kunst. Also gute ala Journey, Inside und Co. Nintendospiele (und viele andere) dagegen nicht.

    Restrictor81 19 Megatalent - - 19289 - 20. Oktober 2019 - 22:19 #

    Was sollen Spiele anderes sein als Kunst? Sicher ist aber auch hier, wie in der "konventionellen" Kunst auch Kitsch und Schund dabei.

    0xDB 12 Trollwächter - 874 - 20. Oktober 2019 - 23:16 #

    Ungeachtet einer Beantwortung der Frage, ob Spiele Kunst sind oder nicht (dazu schrieb ich oben schon viel zu viel) muss man dabei auch das Prinzip vom Survivorship Bias denken: Die Kunst früherer Jahrhunderte wird oft so wahrgenommen, als ob sie irgendwie viel viel besser, besonderer und "göttlicher" war als heutige Kunst und Popkultur. Das hängt aber nur damit zusammen, daß der ganze Schrott, Kitsch und Schund eben einfach mit der Zeit vergessen wurde, während das gute Zeug aus den Gründen eben, daß es als besonders wertvoll erachtet wurde, bis heute mit durch die Zeiten durchgeschleppt wurde.

    Bluff Eversmoking (unregistriert) 21. Oktober 2019 - 10:08 #

    Ich würde sagen, sie sind banale Unterhaltung, und daher von "Kunst" und "Kultur" ähnlich weit weg wie Tennissocken.
    Aber ich möchte niemandem die Illusion nehmen, man bewege sich in Kreisen von Künstlern und Intellektuellen, weil man Assasins Creed, Division oder Days Gone spielt. So 'ne Aura macht ja was her!

    funrox 15 Kenner - P - 3515 - 20. Oktober 2019 - 23:12 #

    Also Selbtportraits mit Selfies zu vergleichen ist schon sehr gewagt. Ich traue mir durchaus zu, ein Handyfoto von mir zu machen. Malen kann allerdings schon meine 7-jährige Tochter besser als ich.

    Ich denke schon, dass Spiele Kunst sein können. Nur halt nicht alle. Genauso wie herumliegende Stühle für mich auch keine Kunst sind.
    Ich bekomme immer gesagt, dass es auf die Idee dahinter ankommt. Ich bezweifle aber, dass, wenn ich auf die Idee gekommen wäre, auch Erfolg hätte...

    Alain 21 AAA-Gamer - P - 29761 - 20. Oktober 2019 - 23:20 #

    Candy Crush und Co. gehören natürlich in ein Museum. In den Raum auf die F2P Area direkt neben Lootboxen Fokus - so wie die Bravo Zeitung auch in so einige Museen gehört und dort auch in einigen ausgestellt ist.

    Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 20. Oktober 2019 - 23:26 #

    Und russische Autoren wurden nach Seiten bezahlt, daher sind ihre Bücher oft so dick...

    Alain 21 AAA-Gamer - P - 29761 - 21. Oktober 2019 - 9:42 #

    Das gehört dann in den Bereich Apple Arcade, Google Play Pass und Werbefinanzierung durch Dauerbannereinblendung.

    Hyperbolic 19 Megatalent - P - 18114 - 20. Oktober 2019 - 23:32 #

    Ich war vor ein paar Tagen in Seattle im MoPop Museum. Da gab es einen Bereich der Indie Spielen gewidmet ist und in einem Bereich der der Fantasy Pop Kultur gewidmet ist waren Original Blizzard Gemälde zu World of Warcraft ausgestellt.
    Computerspiele sind also bereits im Museum. Abgesehen davon das es noch Spezialmuseen wie den Digital Retro Park bei Frankfurt und das Computerspiele Museum in Berlin gibt.

    Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 70428 - 21. Oktober 2019 - 1:28 #

    Ich vertrete auch die hier schon ein paar Mal genannte Meinung, dass Spiele Kunst sein können, aber nicht jedes Spiel deswegen automatisch Kunst ist. Und das gilt auch für Filme, Musik etc., wo ja nicht angezweifelt wird, dass es Kunst ist.

    Harry67 20 Gold-Gamer - - 21984 - 21. Oktober 2019 - 5:56 #

    Solange es Leute gibt, die einen Picasso nicht als Kunst sehen (können), ist die Diskussion schwierig. Wann ist ein Foto Kunst, wann wird ein Reim zur Dichtung, wann ein Roman zur Literatur?

    Kunst geht aus meiner Sicht damit los, dass ein Mensch sein Werk als Kunst behauptet, also nicht nur als Handwerk, Propaganda oder ähnliches definiert. Und dann zeigt sich, ob affine andere Menschen dem zustimmen und es künftig als Kunst verordnet wird.

    Kurzgefasst: Kunst wird in der Kunst als Kunst kommuniziert ;)

    Cura 15 Kenner - P - 2859 - 22. Oktober 2019 - 7:33 #

    Das ist schlicht falsch. Ein Foto wird Kunst, wenn es gleichermaßen eine Aussage hat und formal-ästhetischen Regeln folgt (Vordergrund, Hintergrund, Bildaufteilung um nur ein paar Stichworte zu nennen), ein Reim wird zur Dichtung, ein Roman zu Literatur, wenn genau wie beim Foto Aussage und formale Regeln eingehalten werden.
    Kunst ist mitnichten eine Behauptung sondern Zusammenspiel von handwerklicher Meisterschaft und der Fähigkeit, sich künstlerisch ausdrucken zu können. Dass der Rezipient das in bestem Falle als Einheit wahrnimmt macht dann das Kunstwerk aus.
    Und was heutzutage geschaffen wird, können wir allenfalls zur Diskussion stellen. Ob das wirklich Kunst ist, oder ob das weg kann, entscheiden nachfolgende Generationen.

    rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28522 - 22. Oktober 2019 - 14:27 #

    Der formalästhetische Kunstbegriff gilt heute aber oft als veraltet, da gibt es auch Aktionskunst und Prozesskunst, bei der es gar nicht mehr um ein "Werk" geht. Oder es werden Sachen als Kunst bezeichnet, gerade weil sie Regeln durchbrechen.

    0xDB 12 Trollwächter - 874 - 22. Oktober 2019 - 14:38 #

    Ja und auch ist handwerkliche Meisterschaft oder Befähigung keine Vorraussetzung für Kunst. Die Freiheit der Kunst ist ein im Grundgesetz verankertes Grundrecht.

    Cura 15 Kenner - P - 2859 - 23. Oktober 2019 - 8:12 #

    Sollte der Kommentar nicht ironisch gemeint sein, denke ich schon, dass handwerkliche Meisterschaft und Befähigung durchaus Vorraussetzung sind. Das schränkt ja die Freiheit nicht ein ...
    Natürlich kann man jemand einen Pinsel in die Hand drücken und sagen: "Mach mal" und es dann als Kunst verkaufen.
    Natürlich kann man jemand eine Geige in die Hand drücken und sagen: "Kommen doch Töne raus" und ihn dann als Virtuosen verkaufen.
    Natürlich kann sich irgendjemand in einem Youtube-Video unter dem Nicknamen "PinaBausch Reloaded" verrenken und in den Kommentaren wird Kunst geschrieen.
    Aber deswegen ist es noch keine. Die Frage ist, wie offensichtlich Scharlatanerie ist. Je mehr "Handwerk" den einzelnen aber zu eigen ist, desto mehr verschwimmen die Grenzen zur Scharlatanerie bis es vielleicht wirklich Kunst wird. Oder überspitzt formuliert: Wer in der Lage ist, ein Porträt zu zeichnen, wird, wenn er wirklich künstlerisch veranlagt ist, auch ein Dreieck zeichnen und es als Porträt verkaufen können. Schlicht, weil er um Proportion, Verhältnismäßigkeit und Raumaufteilung weiß. (Das ist freilich nur ein an den Haaren herbeigezogenes Beispiel)
    Ich bin mir sehr sicher, dass es deutlich mehr als eine Behauptung braucht, um Kunst zu schaffen.

    Harry67 20 Gold-Gamer - - 21984 - 23. Oktober 2019 - 8:24 #

    Du könntest vielleicht mal den vollständigen Kommentar lesen, statt einzelne Fetzen aus dem Zusammenhang zu reißen:
    Nach der Behauptung kommt natürlich die Akzeptanz oder Nicht-Akzeptanz anderer kunstaffiner Menschen.

    Cura 15 Kenner - P - 2859 - 23. Oktober 2019 - 15:44 #

    Ich bin doch auf 0xDB's vollständigen Kommentar eingegangen?

    Harry67 20 Gold-Gamer - - 21984 - 23. Oktober 2019 - 16:21 #

    Ich bezog mich nur auf die "Behauptung" und das war ja Teil meines Kommentars. Sorry fürs Missverständnis.

    0xDB 12 Trollwächter - 874 - 23. Oktober 2019 - 15:28 #

    Und ich bin sicher, daß Du da auf dem Holzweg bist. Jeder Mensch hat das bedingungslose Recht sich künstlerisch zu betätigen. Können ist dafür absolut keine Vorraussetzung. Ob Kunst ohne nennenswertes Können ein Publikum findet ist eine davon unabhängige Frage(die aber auch mit Ja, auch solche Kunst findet ein Publikum, beantwortet werden kann) aber es gibt aus guten Gründen keine Kunstpolizei, die irgendeine Form von Gewalt und Entscheidungsrecht darüber hat, was sich Kunst nennen darf und was nicht. Ferner gibt es auch genug Künstler, die nur für sich, ganz privat, Kunst schaffen und mit Publikum gar nichts zu tun haben wollen, also ist auch ein Publikum keine Vorraussetzung für Kunst.

    Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10853 - 22. Oktober 2019 - 15:28 #

    Demnach wären weder die Fettecke, Christos Verhüllungen und generell alles dadaistische keine Kunst.

    Harry67 20 Gold-Gamer - - 21984 - 22. Oktober 2019 - 17:15 #

    Na ja, auch deine vermeintlich "objektivierte" Kunstsicht beruht letztlich auf dem was "in der Kunstwelt" zeitweise als Kunst definiert, also kommuniziert wurde. Es ist und bleibt ein soziales Phänomen.

    "Und was heutzutage geschaffen wird, können wir allenfalls zur Diskussion stellen. Ob das wirklich Kunst ist, oder ob das weg kann, entscheiden nachfolgende Generationen."

    Das ist eine Paraphrase dessen, was ich schrieb. Ich würde es allerdings nicht auf nachfolgende Generationen einschränken.

    Cura 15 Kenner - P - 2859 - 23. Oktober 2019 - 8:18 #

    Ich muss um Verzeihung bitten, bin derzeit völlig erkältet und offenbar auch geistig umnachtet. Ich habe den ersten Satz Deines Ausgangsposts so gelesen:

    "Solange es Leute gibt, die einen Picasso als Kunst sehen (können), ist die Diskussion schwierig."

    Das schöne Wort NICHT vor dem schönen Wort als wollte mein ignorantes, von Schleim umnebeltes Hirn nicht wahrnehmen. Insofern ... ;)

    Harry67 20 Gold-Gamer - - 21984 - 23. Oktober 2019 - 8:26 #

    Oh verstehe. Da sind wir schon zwei Umnebelte. Mich hats ebenfals fies erwischt. Gute Besserung!

    Gorkon 19 Megatalent - - 16610 - 21. Oktober 2019 - 8:16 #

    Schöner Artikel mit interessanten Ideen. Hat mir sehr gefallen. :-)

    Apfelsaft 13 Koop-Gamer - P - 1670 - 21. Oktober 2019 - 8:51 #

    Ich finde diese ganzen Schubladendiskussionen mühsam. Ist doch völlig egal ob Spiele Kunst, Sport oder was auch immer sind. Sie machen mir deswegen nicht mehr oder weniger Spaß.

    direx 22 Motivator - - 31771 - 21. Oktober 2019 - 8:54 #

    Nahezu alles, was wir heute allgemein als "Kunst" betrachten, war am Ende eine Auftragsarbeit für irgendeinen reichen Schnösel. Somit ist Kunst immer das, was wir als solche definieren. Also können auch Spiele "Kunst" sein, warum auch nicht.

    wizace 15 Kenner - 2812 - 21. Oktober 2019 - 9:08 #

    „ Und ich schon knapp an einem Hausverbot in dem einen oder anderen Museum vorbeigeschlittert bin.“

    Ich will jetzt gar nicht wissen, ob das mit der Rezeption von Büsten als Masturbationsvorlage zu tun haben könnte. Herr Hengst!

    Olphas 25 Platin-Gamer - - 62292 - 21. Oktober 2019 - 9:52 #

    Hmm, hieß der berühmte Kritiker nicht Roger Ebert? Hier ist immer von Rob und Robert die Rede :)

    Faerwynn 19 Megatalent - P - 16359 - 21. Oktober 2019 - 10:07 #

    Ich will da Michael auch ein wenig widersprechen. Vielleicht wird vieles mit kommerzieller Absicht erzeugt, aber eben auch nicht alles. Was ist mit Freeware, als Hobby erzeugt? Welches Argument spricht dort dann gegen den Kunstcharakter? Und was mir zu kurz kommt: Musik ist Kunst, Grafik ist Kunst, Film ist Kunst. Eine nicht-interaktive Slideshow wäre also Kunst. Nur weil ich es beeinflussen kann soll es keine Kunst sein? Das wurde schon verhandelt und bei Installationen von Aktionskünstlern gibt es schon lange welche, bei denen der Betrachter Einfluss hat. Und dann wäre da noch das Argument, dass Kunst erst beim Zusammentreffen mit dem Betrachter entsteht...

    Michl 16 Übertalent - 4299 - 21. Oktober 2019 - 10:31 #

    Tolle Kolumne, interessante Meinung (meiner eigenen ähnlich), schön geschrieben.

    Wolfen 17 Shapeshifter - P - 6020 - 21. Oktober 2019 - 12:41 #

    Liest sich sehr erheiternd, schöne Kolumne! :)

    Crizzo 19 Megatalent - P - 17090 - 21. Oktober 2019 - 16:48 #

    "Mechanisch super gemacht sind"? Du meinst die Technik und Steuerung?

    Michael Hengst 17 Shapeshifter - P - 7058 - 22. Oktober 2019 - 10:38 #

    Spielmechanik... Technisch nicht unbedingt. Beispiel: Tetris!

    LG
    Michael

    Cura 15 Kenner - P - 2859 - 22. Oktober 2019 - 7:23 #

    Ich finde die Kolumne eher schwach und ein bisschen überflüssig. Deinen Standpunkt, mit Kunst im Allgemeinen (ich nehme das mal, Du schränkst es ja nicht weiter ein) nichts anfangen zu können, kann ich durchaus akzeptieren – allein: wieso schreibst Du bei Deinem offenherzig zu Tage getragenen Desinteresse und Unverstand dann eine ganze Kolumne darüber, ob Videospiele Kunst seien oder nicht? Interessant wäre das Thema, wenn es jemand einordnen würde, der vom „Fach“ ist. Nur – wer ist in so einem Fall „vom Fach“? Wo sind Spiele, betrachtete man sie als Kunstform, überhaupt einzuordnen? Musik? Bildende Kunst? Literatur? Darstellende Kunst? Da kämen also nur viele Menschen in Frage, die aus den unterschiedlichsten Gattungen kommen und aus ihrer Sicht dieses Thema erörtern oder eben jemand mit dem ganz großen Überblick: Kunsthistoriker. Und genau da setzt mein eigentliches „Stirn-In-Falten-Werfen“ ein. Ob etwas „wirklich“ Kunst ist oder eben nicht, entscheiden nach meinem Dafürhalten nicht diejenigen Generationen, die zum Zeitpunkt der Schöpfung zufällig anwesend sind sondern einzig und allein der Umstand, ob etwas die Generationen überdauert.
    Besonders störe ich mich an der Aussage von Dir, dass Du den künstlerischen Mehrwert (so übersetze mich mal Deine Aussage, dass Künstler früher nicht „die Welt verändern“ wollten sondern nur des lieben Broterwerbs wegen tätig waren) denjenigen Künstlern absprichst, die nur durch einen Mäzen überhaupt in der Lage dazu waren, Kunst zu schaffen. Das war nun mal gängige Praxis bis ins ausgehende 19. Jahrhundert, das Künstler eben zunächst sogenannte Auftragskunst produzierten. Was wirklich Kunst war, entschieden – verkürzt formuliert - dann eben die nachfolgenden Generationen. Erst dann entwickelte sich die Auffassung und der Wille, Kunst um ihrer selbst willen, etwas „bleibendes“ zu erschaffen. Heute leben wir halt in einer Mischform. Auf der einen Seite haben wir „Mäzene“ (Spieleindustrie …) die Werke in Auftrag geben und den von sich aus werkelnden Künstler (Indie-Studio – um vielleicht mal eine gefährliche Analogie aufzumachen), der den Anspruch hat, etwas von bleibendem Wert zu erschaffen. Nur ist eben der Kunstbegriff absolut keine persönliche Angelegenheit. Anekdotisch betrachtet sicherlich, objektiv betrachtet eben nicht. Denn auch Kunst (egal, welche Form) folgt strengen Regeln, ästhetischen und formalen, die auf den ersten Blick nicht erkennbar, so doch aber vorhanden sind. Letztendlich folgen Picasso und Michelangelo denselben formalen Regeln, wenn sie eine Skulptur erschaffen, nur ist ihre Sprache grundverschieden. Unterm Strich haben Johann Sebastian Bach und Michael Jackson zwar grundlegend verschiedene Aussagen und Musikstile, aber letztlich folgen beide strengen formalen Regeln ohne deren Einhaltung wir als Hörer das Gehörte nur als Chaos wahrnehmen würden. Was will ich damit sagen: Um Künstler zu sein, muss man sein Handwerk verstehen! Sonst ist man Dilettant. Handwerk und Kunst schließen sich also keinesfalls aus.
    Abschließend konnte ich nicht ganz klar herauslesen, ob Du Dich mit dem Satz „ …sie sind halt immer noch Unterhaltung“ (bezugnehmend auf zuvor genannte Spiele) in die „Was-Unterhält-Ist-Keine-Kunst“ Richtung positionierst. Was hanebüchen wäre. Um das hier mal kurz zu halten: Das Shakespeare zu seinen und unseren Zeiten unterhält und gleichermaßen große Kunst geschaffen hat, sollte wohl auch dem größten aller Banausen klar sein. Das eine schließt das andere gewiss nicht aus.

    wizace 15 Kenner - 2812 - 22. Oktober 2019 - 9:44 #

    Kunst liegt im Auge des Betrachters. Ein Spiel kann Kunst sein, genau so wie ein Schuh oder ein Stück Butter in der Badewanne. Ein Schuh kann aber genau so gut ein Alltagsgegenstand sein, ein Stück Butter in der Badewanne ein Schmutzfleck und ein Spiel eine geistlose Klickerei mit dem Ziel der Gewinnmaximierung beim Publisher.
    Ich empfinde Dinge als Kunst, die mir etwas sagen, die anregend sind, mir Perspektiven aufzeigen. Bestimmte Spiele, wie z.B. Last Express machen das, haben insofern etwas künstlerisches. Ein Spiel muss aber keine Kunst sein, um gut zu sein. Ein gutes Strategiespiel, selbst Schach, ist in meinen Augen keine Kunst, auch wenn es eine Kunst sein mag, es zu meistern ;) Eine Schachfigur könnte ich mir hingegen unter bestimmten Umständen wieder als Kunstwerk vorstellen...
    Unterm Strich würde ich sagen, es gibt mit Sicherheit künstlerisch hochwertige Spiele, es gibt auch gute Spiele, die keine Kunst sind und es gibt leider einen Haufen von Spielen, die weder Kunst noch gut sind.

    anni 13 Koop-Gamer - P - 1372 - 22. Oktober 2019 - 19:45 #

    Ein schönes, kontroverses Thema, schön und kontrovers beleuchtet. Geil!!!
    Danke dafür!!! Super Kolumne.

    Funatic 19 Megatalent - - 15892 - 23. Oktober 2019 - 7:34 #

    Sehr schöne Kolumne und eine interessante Meinung. Die Kunstszene ist heutzutage leider ein Forum in dem sich Leute daran aufgeilen wie überlegen sie doch anderen Leuten sind. Dieses selbstverliebte, pseudointellektuelle geschwafel um die eigene Deutungshoheit empfinde ich nur noch als ermüdent. Da verbringe ich meine Zeit lieber mit nem unterhaltsamen Spiel, egal ob das nun Kunst ist oder nicht.

    TheRaffer 22 Motivator - - 34443 - 23. Oktober 2019 - 9:21 #

    Schöner Einblick in eine sehr spannende Sichtweise von "Kunst". Kann ich in vielen Bereichen sehr gut nachvollziehen. :)

    Zum Thema Spiele und Kunst:
    Kann, muss aber nicht.

    Labrador Nelson 30 Pro-Gamer - - 220408 - 24. Oktober 2019 - 2:41 #

    Danke für diese Meinung. Größtenteils stimme ich zu, mit Ausnahmen in bestimmten Fällen.