Angetestet: Fantasy-Action für 2

Hunted – Die Schmiede der Finsternis Preview

Rechts seht ihr einen Wargar, der gerade fachgerecht von unserem Helden-Duo zerlegt wird.
 
Action satt
 
Während sich Caddoc zumeist in den Nahkampf wirft, erledigt E'lara ihre Gegner mit dem Bogen aus der Distanz.
Als wir in einer von den Wargar eingenommenen Stadt einen Platz betreten, sehen wir, wie Skelette auf uns zu stürmen. Außerdem feuert eine Ballista ihre tödlichen Projektile in unsere Richtung. Die ersten Feinde erledigen wir mit Caddoc, der durch Drücken des Y-Buttons harte, aber langsame Schläge austeilt. Alternativ hämmern wir auf X und lösen schnelle Angriffe aus, die aber entsprechend weniger Schaden verursachen. Mit jedem „leichten Schlag“ füllt sich zudem eine Leiste. Ist sie voll, lösen wir mit dem Y-Button einen besonders mächtigen Angriff aus – eine Spezialfähigkeit von Caddoc. Das probieren wir doch gleich einmal bei den Skeletten aus! Et voilà -- diese haben gegen uns nicht die geringste Chance.

Doch kaum liegen sie am Boden, trifft uns ein Bolzen aus der in einiger Entfernung stehenden Ballista. Mist, die haben wir bei all der Aufregung ganz vergessen! Ein Blick auf unsere Gesundheit lässt uns in leichte Todesangst ausbrechen, aber mit einem kurzen Druck auf die linke Schultertaste können wir ohne großes Rumgefummel einen Heiltrank zu uns nehmen. Glück gehabt. Ganz im Gegensatz zu E’lara: Sie ist tödlich verwundet. Jetzt gilt es, schnell zu sein: Wir rennen zu ihr und drücken den B-Knopf, um sie ins Leben zurückzuholen. Dabei verbrauchen wir eine Wiederbelebungsphiole. Wäre E'lara uns vor den Augen weggestorben, hätten wir beim letzten Checkpoint erneut ins Spiel einsteigen müssen.
 
Shooter-Anleihen
 
Doch zurück zur Ballista, der wir nun mit unseren Fernkampfwaffen Konter bieten wollen. Beim Bogenschießen zielen wir in Hunted so wie in den meisten Konsolenshootern. Durch Drücken der LT-Taste erscheint ein Fadenkreuz und die Kamera zoomt etwas ran, mit dem rechten Stick wird gezielt, mit der RT-Taste geschossen. Gesagt getan: Mit Caddoc laufen wir ein Stückchen weiter und kauern uns hinter eine niedrige Mauer, um den Pfeilen zu entgehen. Dann verwenden wir Caddocs Armbrust, die zwar schwächer als E'laras Bogen ist, den Wargar hinter der Balliste aber dennoch flugs erledigt. Der Lohn unserer Mühen: Wir dürfen nun selbst Hand anlegen, klemmen uns hinter das Belagerungsgerät und zerstören mit einigen Treffern einen Turm, der krachend in sich zusammenstürzt.

Während dem Spielen finden wir immer wieder neue Waffen, manche davon sind verzaubert. Eine Eisaxt verursacht aber beispielsweise nicht mit jedem Schlag Frostschaden, sondern nur bei kritischen Treffern. Die treten nur mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit ein. Auch die Anzahl der magischen "Ladung" ist begrenzt. Fällt sie auf Null, haben wir plötzlich eine normale Klinge in der Hand. Auch Schilde dürfen wir benutzen.

Shooter-Anleihen: Diese Ballista bedienen wir genau so wie stationäre Geschütze in anderen Shootern.

Teamwork an der Tagesordnung
 
Das Besondere an Hunted ist der Koop-Modus. Jederzeit wird ein Freund in euer Spiel einsteigen und entweder in die Rolle von Caddoc oder E’lara schlüpfen können: An jedem Checkpoint lassen sich die Charaktere tauschen. Schönes, von Fable 3 entlehntes Detail: Wenn ihr in einem „fremden“ Spiel mitmischt, dürft ihr dort erhaltene Kristalle (mit denen ihr in Hunted eure Fertigkeiten verbessert) später in in eure "eigene" Kampagne mitnehmen. 

Und dann wäre da noch eine gute Nachricht, die uns besonders freut: Es wird auch einen Splitscreen-Modus geben. Habt ihr aber gerade keinen Mitspieler zur Hand, dann übernimmt die KI euren Mitstreiter. Wie gut sie diese Rolle ausfüllt, können wir aber noch nicht sagen, da wir größtenteils mit einem menschlichen Begleiter gespielt haben. Einer früheren Präsentation im letzten Jahr nach zu urteilen, bei denen uns Hunted vorgespielt habe, kann sie zumindest Rätsel lösen, die zwei Spieler erfordern, verhält sich aber wohl passiver als der Spieler. Wäre ja auch noch schöner, wenn die KI das Spiel ohne uns lösen könnte... 

Die Rätsel: Alibi oder nicht?

Teamwork ist an vielen Stellen in Hunted gefragt. Manche Türen öffnen sich zum Beispiel nur, wenn ihr zu zweit den Mechanismus bedient. An anderen Stellen hilft nur der Einsatz von individuellen Spezialfertigkeiten. So kann Caddoc besonders schwere Gegenstände bewegen, während E’lara ihre Pfeile an Feuerbecken entzündet, um etwa einen "Schalter" auszulösen, der auf Hitze reagiert: An besagter Stelle entflammen wir ein Feuerbecken, woraufhin sich eine Brücke quasi aus dem Nichts vor uns aufbaut – was sehr eindrucksvoll aussieht.

Die von uns begutachteten Rätsel wirkten recht simpel und liefen meist darauf hinaus, eine kontextsensitive Aktion auszulösen oder mehrere Punkte abzulaufen. Dennoch lockern sie das Spiel angenehm auf, da es durch sie auch einmal Pausen vom Hauen und Stechen gibt. Apropos auflockern: Dafür sorgen auch die ständigen Sprüche der beiden Protagonisten. Als etwa Caddoc im Prolog aus einem Alptraum erwacht, macht sich die Elfe über ihn lustig. Das i-Tüpfelchen dabei ist aber die sehr gute englische Sprachausgabe, der es gelingt, bei den Dialogen auch süffisante Zwischentöne einzufangen. Hoffen wir mal, dass die deutsche Fassung dem gerecht werden wird.
 
In den Kämpfen unterstützen wir uns gegenseitig. Wer sich gut abspricht, hat hier klare Vorteile.
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