Gears of War im Fantasy-Setting

Hunted - Demon's Forge Preview

Bethesda ist auch ein Publisher -- im aktuellen Fall vertreibt der Rollenspiel-Spezialist das neue Werk eines Rollenspiel-Urgesteins: Brian Fargo (als ehemaliger Interplay-Chef für Bard's Tale mitverantwortlich) orientiert sich bei seinem Koop-Spiel Hunted allerdings mehr an Gears of War denn an Oblivion. Action satt oder Birne matt?
Jörg Langer 15. März 2010 - 16:34 — vor 9 Jahren aktualisiert
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Bei den gezeigten Bildern handelt es sich um vorgefertigte Szenen, keine live geschossenen Screenshots. Das ist üblich für frühe Präsentationen.

Um einen ganz Großen der Spieleindustrie war es zuletzt ruhig geworden: 1983 gründete Brian Fargo das Softwarehaus Interplay Productions, das in seiner wechselvollen Geschichte einige ungeheuer brillante Titel veröffentlichte. Insbesondere in den frühen Jahren häufte Interplay Ruhm an, mit zeitlosen Klassikern wie Wasteland und Bard's Tale und nicht zuletzt Fallout. Später kamen teils sehr gelungene, teils auch mäßige Titel im Star-Trek-Universum dazu und immer häufiger Spiele wie Freespace 2 oder Descent 3, die zwar gut waren, sich aber schlecht verkauften. 2002 verließ Fargo das Unternehmen, das ein Jahr später viele Mitarbeiter entließ und heute zwar noch existiert, aber nur als kleines Büro mit einigen Lizenzrechten.

Fargo aber gründete 2003 InXile Entertainment (lies: "in Exile", im Exil), die bislang nur das durchwachsene Action-Adventure Bard's Tale für Xbox, PS2 und später PC veröffentlichte -- das aber praktisch nichts mit den ruhmreichen Dungeon-Crawl-Rollenspielen gleichen Namens aus den 80ern zu tun hatte. Dann wurde es wieder ruhig um die Firma -- jetzt aber hat sie ihr neues Werk vorgestellt: Hunted - The Demon's Forge. Ein Spiel, mit dem Brian Fargo das Wesen früherer Dungeonspiele in die Neuzeit transportieren will. Das heißt: Bombastgrafik statt Einzelbilddarstellung, Action statt Rollenspiel, viel Sprachausgabe statt langer Bildschirmtexte.

Schnetzeln zu zweit

"Ich will all das traditionelle Dungeon-Kriechen, aber mit neuer Technologie!" So leitet Brian Fargo die ausführliche Präsentation ein, die er in einem Münchner Nobelhotel hält. Auf der Unreal-Engine 3 aufbauend, hat sein Team ein Spiel erstellt, das in der Geschichte und grobem Setting an Diablo erinnert, in der spielerischen Machart aber an Gears of War 2 und Fable 2. GoW 2 deshalb, weil Hunted ebenfalls stark auf brutale Kämpfe und das Huschen von Deckung zu Deckung baut. Und Fable 2, weil es um Schwert- und Bogenkämpfe geht, mit dem einen oder anderen Magie-Einsprengsel.

Fable 2 ist auch aus einem anderen Grund ein guter Vergleich: Wie dort kann jederzeit ein Freund ins Spiel kommen, allerdings noch nahtloser als im Lionhead-Titel. Denn wir sind nie allein unterwegs, sondern steuern immer einen von zwei Charakteren: den grobschlächtigen Klischee-Krieger Katic oder die grazile Jägerin Eloira. Beide Namen sind mit Vorsicht zu genießen, wir haben sie bislang nur gehört, nicht gelesen. Wenn ihr solo spielt, übernimmt die KI die zweite Figur, andernfalls eben ein Freund. An Checkpoints könnt ihr wechseln -- auch, wenn ihr allein spielt. Ähnlich wie in Fable 2 darf euer Freund die in "eurem" Spiel gewonnenen Kristalle (für Upgrades) in sein eigenes Spiel mit zurücknehmen. Es soll auf jeden Fall aber auch möglich sein, Hunted: Demon's Forge von Anfang bis Ende im Koop-Modus durchzuspielen.

Teamwork zählt: Während wir als Krieger den Wargar levitieren, schießt die Jägerin mit dem Bogen auf ihn.


Ein Dorf, wie ausgestorben

Ähnlich wie beim Start von Diablo besucht ihr anfangs ein kleines Dorf. Eine engelsgleiche Erscheinung namens Seraphim hat euch dorthin gelockt, euch Schätze und Ruhm versprochen. Doch das Dorf ist leer, die Bewohner scheinen schlagartig geflüchtet oder entführt worden zu sein. Ein typisches Dark-Fantasy-Setting, zu dem auch die alsbald auftauchenden Gegner (die wohl Wargar heißen) perfekt passen: Müssten wir wetten, ob sie oder die sehr ähnlichen Blight-Gestalten aus Dragon Age bei einem Zweikampf die Oberhand behalten, wir würden wohl eher auf die Hunted-Variante setzen. Seraphim übrigens wird zu eurer ständigen Auftraggeberin, es entwickelt sich zwischen Eloira und ihr sogar ein gewisser Zickenkrieg.

Die beiden Helden schnetzeln sich alsbald durch das Dorf, wobei sie umgestürzte Säulen, sonstige Ruinen oder auch mal einen Holzwagen als Deckung benutzen. Beide können sowohl Nahkampf- als auch Fernkampfwaffen einsetzen und Zaubersprüche loslassen, aber natürlich ist der Krieger ein besserer Schwerkämpfer und die Jägerin die geübtere Bogenschützin. Zum Zielen dient ein Fadenkreuz, doch auch dabei seht ihr euren Helden immer in der typischen, leicht versetzten Schulterperspektive. Die vorgefertigten Bilder in diesem Artikel geben die eigentliche Spielperspektive also nur näherungsweise wieder. Nicht nur Pfeile (gerne auch mal an einem Feuer in Brand gesetzt) fliegen hin und her, sondern auch ständige Kommentare und Sticheleien zwischen den beiden Protagonisten. Daraus, so unsere frühe Prognose, könnte das Spiel seinen wesentlichen Reiz beziehen. Das Dorf stellt natürlich nur den Anfang des Abenteuers, schon bald geht es hinab in einen finsteren Dungeon, in dem irgendwo ein Dämonenfürst und dessen namensgebende Schmiede lauern dürfte.

Die Wargar werden euch nur in Gruppen richtig gefährlich -- dummerweise sind sie fast immer in Gruppen unterwegs...
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