Großer Test: Beziehungskrise!

Die Sims 3 Test

Zwei weltbekannte Spiele, Dutzende Erweiterungen und unglaubliche Verkaufserfolge machten es zu einer Frage der Zeit, wann Electronic Arts das nächste Sims herausbringt. Jetzt ist es soweit! Ob der Titel an die glorreiche Vergangenheit seiner Vorgänger anknüpfen kann und sich auch für Veteranen lohnt, klären wir im Test.
Tim Gross 31. Mai 2009 - 19:03 — vor 11 Jahren aktualisiert
PC
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Im Haushalt Gross ist das Chaos ausgebrochen! Zwischen den Geschwistern bahnt sich eine gesellschaftlich nicht sanktionierte Liebesaffäre an, die halbe Nachbarschaft tummelt sich schon seit Stunden im nur Pappkarton großen Haus. Der Mutter droht die Kündigung, und der Herr des Hauses durchwühlt lieber die Mülltonnen des Nachbarn, anstatt sich um die nette Dame vom Jugendamt zu kümmern, die drauf und dran ist, das Jüngste mitzunehmen. Das klingt für euch nicht nach einem normalen Haushalt? Ist es auch nicht, schließlich spielen wir gerade Die Sims 3.

Hier erstellt ihr eure ganz persönliche Figur, bei Bedarf auch eine ganze Familie, und führt sie durch ihren Alltag. Ihr erlebt den kompletten Werdegang eurer Sims und begleitet etwa Baby Gross auf seinem Weg zum Erwachsenen, inklusive pubertärer Probleme, Schule, Beziehungen und Beruf. Dabei achtet ihr immer auf die Bedürfnisse eurer Sims und schickt sie beispielsweise Einkaufen, wenn sich im Kühlschrank nichts mehr zu essen findet. Das erfordert  Aufmerksamkeit und, viel wichtiger, Zeit. Darin liegt auch der spielerische Anspruch begründet: Wie bekomme ich möglichst viele sinnvolle Aktionen in jeden Tagen gequetscht? Schließlich verbringen die meisten Sims ihren Tag bei der Arbeit, sodass für Freundschaften, Fortbildung, Späße und Feiern nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung steht. Netterweise müsst ihr euch anders als früher nicht mehr um jedes kleine Detail, wie etwa den Toilettengang, kümmern, denn die Sims agieren teils autonom. 


Wenn in der Familie oder WG mal dicke Luft herrscht, dann werden Streitigkeiten durchaus amüsant dargestellt.

Ganz klar, die Sims haben das Genre der Lebenssimulation voll für sich beansprucht. Der erste Teil begeisterte die Fans mit den vielen Interaktionsmöglichkeiten und dem Gebäude-Editor. Teil 2 konnte das durch mehr Inhalte und die aufgehübschte Grafik sogar noch toppen. Mit dem dritten Teil erfinden die Entwickler das Rad nicht neu. Stattdessen setzen sie auf das bewährte „mehr vom Guten“- Prinzip. Trotzdem handelt es sich bei Die Sims 3 nicht um einen simplen Aufguss, fast alles im Spiel wurde verbessert, dazu kommen viele Neuerungen. Die wichtigste: Die Stadt ist jetzt nicht mehr nur eine Übersichtskarte, sondern eine wirklich erlebbare Siedlung mit allem, was dazugehört.

Der neue Editor

Wer hat sich nicht schon mal die hübsche Sitznachbarin aus dem Bus in der unmittelbaren Nachbarschaft gewünscht, oder den bösen Chef als Hassobjekt drei Straßen weiter? Im hauseigenen Editor könnt ihr all diese Vorstellungen wahr werden lassen. Der Baukasten im dritten Serienteil fällt erwartungsgemäß um einiges umfangreicher aus, als noch in den vorigen Spielen. Zunächst legt ihr Name und Geschlecht eures Charakters fest, bevor ihr zu den optischen Bearbeitungsmöglichkeiten gelangt. Dazu zählt auch das Alter, das in sechs Stufen angepasst werden kann: Vom Kleinkind zum Kind, über den Teenager zum jungen Erwachsenen, und vom Erwachsenen schließlich zum Senioren. Ein alter Sim spielt sich naturgemäß ganz anders als etwa ein Teenager: So kann der Senior noch immer einen festen Job haben, wird aber aufgrund seiner schlechteren Ausdauer schneller müde. Der Jungspund hingegen muss sich auch um die Schule und seine Hausaufgaben kümmern, doch bleibt ihm genug Power für ausgedehnte Spielplatzbesuche.

Der neue Editor ist wesentlich umfangreicher als noch in Die Sims 2, wobei es für männliche Sims weniger Auswahl gibt.


Des weiteren beeinflusst ihr stufenlos den Körperbau; von spindeldürr bis amerikanisch-fett ist alles möglich. Zuletzt wählt ihr noch die richtige Kleidung aus unzähligen vorgegebenen Modellen, legt euch passende Accessoires wie Ringe oder Uhren zu und bestaunt die vielen auswählbaren Schuhe. Wieviel ihr hier tatsächlich verändern könnt, seht ihr schon an den Frisuren: Nicht nur den Haar-Typ und die Farbe lässt sich bestimmen, sondern mit diversen Reglern auch die persönliche Wunschfrisur erschaffen. Dabei wählt ihr eine Farbe für den Ansatz, für die Spitzen und die Basis, sogar Strähnchen sind möglich. Wem das noch nicht reicht, der sucht sich noch eine passende Haarspange aus. Sollte irgendetwas nicht ganz eurer Vorstellung entsprechen, dann ändert es einfach! Alleine bei den Haarspangen könnt ihr Farben, Muster und das Material festlegen; kreativen Designern werden hier kaum Grenzen gesetzt. Einzig die wenigen verfügbaren Frisuren der männlichen Sims enttäuschen uns ein wenig...

Welche Persönlichkeit hätten’s gern?


Viele Spieler haben zu diesem Zeitpunkt bestimmt schon einiges an Mühe in ihren ganz individuellen Sim, oder sogar eine ganze Familie, gesteckt, aber fertig ist man noch nicht. Neben dem Aussehen bestimmt ihr selbstverständlich auch die Persönlichkeit der Sims, die sich besser anpassen lässt denn je. Bei einem erwachsenen Sim wird der Charakter durch fünf wählbare Merkmale bestimmt; von diesen gibt es unfassbar viele. Sie unterteilen sich in die Kategorien Mental, Physisch, Sozial und Lebensstil. Beispiel gefällig? Euer Sim könnte einen leichten Schlaf haben, die Natur hassen, Kinder mögen, flirtfaul und ein Trampeltier sein. Dabei schließen sich Kategorien wie ordentlich und unordentlich logischerweise gegenseitig aus. Es ist ein großer Spaß, verschiedene Charakterkonstellationen auszuprobieren. So weiß jeder, dass ein rechtschaffener Mensch, der sich nichts lieber als Sicherheit im Beruf wünscht, nicht allzu gut mit einem hitzköpfigen Tagedieb als Partner auskommt. Im Spiel führt das zu lustigen Erlebnissen am laufenden Band.

Nach dem Bestimmen der Persönlichkeit wählt ihr aus fünf vorgegebenen Lebenszielen, die sich jeweils an eure gewählte Persönlichkeit anpassen, eines aus. Manche Sims wollen „Total Beliebt“ sein, während andere lieber „Nachrichtensprecher“ oder sogar „Imperator des Bösen“ werden würden. Zu guter Letzt bestimmt ihr noch Lieblingsessen, -farbe und -musik, und außerdem die Stimme euers Alter Egos. Wem das alles zu viel ist, kann natürlich auch alles vom Zufall bestimmen lassen. Es zwingt euch auch niemand, nur mit einem Sim zu starten, genauso gut könnt ihr gleich eine ganze Familie in die Kleinstadt beamen.

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