Test: Die Sims erobern die Uni

Sims 3: Wildes Studentenleben Test

Die ganze Nacht zocken, jeden Abend Party machen und morgens erstmal genüsslich ausschlafen – welcher Student kennt das nicht? Möchtet ihr im neuesten Addon zu Die Sims 3 aber Erfolg haben, solltet ihr diesen Lebensstil gut überdenken. Denn auf dem Campus gilt es auch zu lernen oder Experimente im Labor durchzuführen.
Carstenrog 17. März 2013 - 0:33 — vor 6 Jahren aktualisiert
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Von Carsten Rogowski / Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Schon im Jahr 2005 schickte euch EA in der Sims 2-Erweiterung Wilde Campus-Jahre an die Universität. Mit Wildes Studentenleben erscheint nun ein ähnliches Addon für den erfolgreichen Nachfolger Die Sims 3. Nachdem die Entwicklung der Reihe 2007 an das neugegründete Entwicklerstudio The Sims Studio übergeben wurde, holt EA nun auch wieder Maxis zurück ins Boot, die die Serie Anfang 2000 – damals noch unter der Leitung von Will Wright – erfunden hatte. Mit der Erweiterung und dem aktuell erschienen SimCity (GG-Test) kehrt Maxis also zu ihren Wurzeln zurück – aber auch zu alter Stärke? Das haben wir für euch herausgefunden.

Gute Vorbereitung ist das A und O
Bugs im Studentenleben


Wie bislang jedes neue Sims-3-Addon schlägt sich auch Wildes Studentenleben mit Bugs herum. So hört das Smartphone nicht auf zu klingeln oder Sims verschwinden beim Umzug auf das Campusgelände im Nirgendwo. Auch können Sims manchmal nicht an der Abschlussfeier teilnehmen, was besonders ärgerlich ist, da damit viele Spielstunden verloren gehen.
Anders als im erwähnten Sims-2-Addon, wo nur junge Erwachsene die Hochschule besuchen durften, könnt ihr ab sofort jeden eurer Sims auf die Uni schicken, sobald er ein gewisses Alter erreicht. Das gilt übrigens uneingeschränkt, also auch für Senioren, die sich im öden Alltag langweilen. Eine kleine Hürde gibt es dann aber doch: den Eignungstest. Dessen Ausgang wird von den bis dahin erworbenen Fähigkeiten, persönlichen Merkmalen und dem beruflichen Erfolg beeinflusst. Auch lassen sich so Stipendien abgreifen, etwa wenn ihr in Sport eine hohe Punktzahl erreicht. Um sich letztendlich an der Universität einzuschreiben, benötigt euer Sim nur noch ein Telefon oder einen Computer.

Habt ihr euch für eines der sechs Studienfächer Technik, Medizintechnik, Wirtschaft, Kunst, Kommunikation oder Sport entschieden, legt ihr die Intensität und die Anzahl der Semester fest. Je höher die Intensität, umso höher auch die Studiengebühren, die wiederum im Idealfall durch zuvor erworbene Stipendien abgedeckt werden. Sind alle Formalitäten erledigt, verlässt euer Sim, wie schon bei früheren Addons, seine gewohnte Nachbarschaft und zieht auf das Universitätsgelände. Während des Studiums bleibt die Zeit in der Heimat stehen – auch altert euer Sim nicht. Einen ersten Wermutstropfen gibt es dann bei der Studiendauer: Sie ist aus unerfindlichen Gründen auf maximal zwei Semester beschränkt – wenig realistisch. Warum ihr kein drittes oder viertes Semester anhängen könnt, falls ihr in dieser Zeit keinen Abschluss erlangt, bleibt uns ein Rätsel.

Nobelstudent oder Partyhengst?
Die Studenten verteilen sich auf drei Gruppen. Hier seht ihr einen typischen Nerd, der die meiste Zeit am Computer hängt.
Auf dem Campus angekommen, entscheidet ihr euch entweder für das Wohnhaus einer Studentenverbindung, oder aber ihr mietet euch gleich ein eigenes Haus. Wer das wirkliche Studentenleben auskosten will, sollte aber ersteres wählen, denn nur hier könnt ihr euch so richtig austoben: Kommilitonen mit dem Megaphon wecken oder wilde Partys feiern, gehört hier genauso zum Alltag eines Studenten wie das Gründen von Lerngruppen. Geregelt wird das Zusammenleben im Verbindungshaus durch die Zuordnung der Betten oder das Verschließen der Türen.

Anders als beim Uni-Addon zu Sims 2 habt ihr dieses Mal volle bauliche und spielerische Freiheiten. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, könnt ihr euer Wohnheim zu einem Palast umbauen und einen Butler einstellen. Herrscht im Geldbeutel gerade Ebbe, ist das auch nicht weiter schlimm: Das wissenschaftliche Institut sucht regelmäßig Testprobanden, die Blut oder Speichel spenden. Auch Tagesjobs wie das Einfangen von Fröschen im Labor oder das Sammeln von Steinen für ein wissenschaftliches Experiment bieten eine Möglichkeit, die maue Haushaltskasse aufzubessern. Mit dem solchermaßen verdienten Geld kauft ihr euch dann Möbel und hübscht eure Studentenbude auf. Man will ja leben und nicht nur wohnen...

In dieser Zoomstufe habt ihr die ganze Studentenstadt im  Überblick. Immer zugreifbar: der Stundenplan (Interface unten).

Erst die ArbeitHabt ihr es eurem Sim vorerst wohnlich eingerichtet, geht der Ernst des Lernens richtig los: Im Haus des Studentenverbandes wird der Sim begrüßt und erhält Informationsmaterial sowie einen Stundenplan, der vorgibt, wann und wo die Vorlesungen stattfinden. Deren Anzahl hängt auch von der eingangs ausgewählten Studien-Intensität ab. Darüber hinaus legt Sims 3: Wildes Studentenleben jedem Eingeschriebenen ein studienspezifisches Utensil ins Inventar, das ihm beim Lernen hilft. Ein Sportstudent beispielsweise erforscht die Anatomie des Menschen an einem Skelett. Ein Kunststudent findet hingegen einen Zeichenblock in seinem Inventar vor. Neu hinzugekommen sind auch einige Fähigkeiten. Die Zeiten der heilen Sims-Welt gehören mit Wildes Studentenleben der Vergangenheit an, denn mit Graffitis und Bodengemälden verbessert ihr eure Straßenkunstfähigkeit. Wie im richtigen Leben drohen aber auch hier saftige Geldstrafen, solltet ihr erwischt werden.

Das Ziel des Studiums ist es aber nicht, die Wände der Nachbarschaft zu verschönern, sondern der erfolgreiche Abschluss des Studiums. Die eigentlichen Vorlesungen fallen jedoch enttäuschend aus: Nur einmal in der Woche dürft ihr euren Sim in den Vorlesungssaal begleiten und ihm dort beim Studieren zuschauen. Einige der Unterrichtsstunden finden auch im Außenbereich des Campus' statt. Meistens läuft es aber darauf hinaus, dass euer Sim ein Gebäude betritt und ihr dann kurz wartet, bis er wieder hinauskommt – gerade hier hätten wir uns aber mehr Interaktion gewünscht.

Am letzten Tag des Studentenseins erwarten euch die alles entscheidenden Prüfungen – um diese zu bestehen, sollte euer Lernbalken möglichst gefüllt sein. Zudem müsst ihr inklusive dieser Prüfung genügend Studienpunkte gesammelt haben. Doch lohnt sich die Mühe: Das Abschlussdiplom verspricht euch bei der späteren Berufswahl zurück in der Heimat höhere Einstiegsgehälter und den Start auf einer höheren Karrierestufe – sehr schön, dass sich das Addon somit direkt auf das Basisspiel auswirkt. Solltet ihr das Studium allerdings nicht bestehen, könnt ihr es neu von vorne angehen, sobald ihr wieder zuhause seid.

Willkommen in der Gegenwart
In Wildes Studentenleben erreichen die Sims endlich den aktuellen Stand der Technik: Die veralteten Handys landen auf dem Elektroschrott und werden durch moderne Smartphones ersetzt, mit denen die Studenten im Internet surfen, Kurznachrichten verschicken oder Freunden niedliche Katzenvideos zeigen. Wer möchte, kann sogar die Farbe des Gehäuses seinem eigenen Geschmack anpassen. Das wahre Highlight ist jedoch die neue Blog-Funktion. Um seine Profilneurose zu pflegen, darf euer Sim nun über den letzten Kinoabend oder die letzte Vorlesungsstunde im Internet berichten. In Zweizeilern schickt ihr dafür einen Text in das virtuelle Internet und hofft, dass der Blog gut ankommt. Schafft ihr es, dadurch genügend Anhänger zu
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gewinnen, könnt ihr eure Internetseite sogar für teures Geld verkaufen. Mit steigender Blogfähigkeit erwerbt ihr zudem neue Apps, durch die ihr etwa Sims mit bestimmten Eigenschaften aufspüren könnt. Oder ihr bestellt euch gleich per SMS einen potentiellen Kandidaten für ein kleines Techtelmechtel ins Haus – die virtuelle Partnersuche stoppt auch nicht vor der Uni.

Ebenso wichtig ist die Pflege eurer sonstigen sozialen Kontakte. Die Studenten auf dem Campus sind in drei Gruppen unterteilt: Sportler, Rebellen und Nerds. Je nachdem, wie sich euer Sim anstellt, steigt oder fällt sein Ruf bei den jeweiligen Gruppen. Feierlustige haben einen guten Stand bei den Sportlern, Nerds sehen es hingegen gerne, wenn ihr viel Zeit am Computer verbringt. Rebellen wiederum sind begeistert, wenn ihr an Protestaktionen auf dem Campusgelände teilnehmt oder regelmäßig Mülltonnen durchsucht. Erreicht ihr bei einer der Gruppen eine ausreichend hohe Reputation, winken Boni und eine Karriere in einem der drei Jobs, die die Erweiterung mitbringt. Zur Wahl stehen Sportagent, Videospielentwickler oder Kunstgutachter.

Das Studentenleben findet nicht nur in Innenräumen, sondern auch auf dem Campus statt, "Gespräche" inbegriffen.
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