Angetestet: Der Browsershooter

Quake Live Preview

Bald zehn Jahre ist es bereits her, seit Unreal Tournament und das indizierte Quake 3 Arena den Begriff "Mehrspieler" neu definierten. Während jedoch Unreal Tournament bereits zu einer erfolgreichen Serie wurde, konnte id Software nie wieder an den Erfolg des Originals anknüpfen. Quake Live soll dies nun ändern.
Christoph Licht 28. Mai 2009 - 15:57 — vor 10 Jahren aktualisiert
PC
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Quake Live baut zwar auf der technischen Grundlage des indizierten Quake (nebst Addon) auf, hat aber ein neues, in eurem Browser ablaufendes Spiel daraus gemacht. Das ist zudem kostenlos, weil es sich über Werbung finanzieren soll. Darunter fallen nicht nur Werbeflächen auf der Webseite, sondern auch im Spiel selbst im Interface und auf Werbeplakaten in den Arenen. Soviel Innovation in einer nach Spieleverhältnissen uralten Actionserie war uns eine ausführliche Teilnahme am Betatest wert. 

3…2…1…Fight

Die meisten der derzeit rund 40 Karten sind Veteranen bereits bekannt und lediglich recycelt worden, während nur sechs Karten komplett neu sind – weitere stehen jedoch bereits in den Startlöchern. Erst beim direkten Vergleich fallen die kleinen, aber feinen Änderungen an den Spielinhalten auf. So macht die Lightning Gun etwas mehr Schaden, die Rail Gun dafür etwas weniger. Und auf den bekannten Karten selbst sind die Powerups wie Lebenskugeln (geben eine bestimmte Anzahl an Hitpoints), Rüstungen (absorbieren einen Teil des Schadens) oder das berühmte Quad Damage (vierfacher Schaden für eine kurze Zeit) teilweise anders verteilt oder an anderen Stellen neu hinzugekommen. Oft sind auch Elemente wie ein zusätzlicher Teleporter an vorher unbedeutenden Stellen eingefügt worden. Zusätzlich hat id das Interface stark entschlackt. Die klobige Übersichtsleiste am unteren Bildschirmrand ist nun übersichtlicher und moderner gestaltet, und auch sonst versperren nur wenige Elemente die Sicht.

Der letzte Gegner ist ausgeschaltet und wir können nach hartem Kampf die gegnerische Flagge nach Hause bringen.

Die Grafik kann sich trotz vorwiegend eckiger Kanten und nur minimalen Verbesserungen noch heute sehen lassen.  id Software hat also davon abgesehen, Dinge wie alternative Feuermodi oder ähnlich "neumodisches Zeug" einzubauen. Der Kern des schnellen, unkomplizierten und stark wettbewerbslastigen "Fraggens"  bleibt unangetastet. Dadurch ist der Adrenalinausstoß immer noch hoch, wenn ihr mit wenig Lebenspunkten in einer Clan Arena den letzten Gegner erledigt oder im Capture-the-Flag in letzter Sekunde die gegnerische Flagge nach Hause bringt. Einsteiger werden sich jedoch immer noch schwer tun, in das Spiel hineinzukommen – trotz des komplett neu gestalten Einstiegs und Drumherums.

Zeig mir, was du drauf hast

Jetzt wird’s ernst: Drei Aufgaben erwarten euch.
Nach dem Einloggen auf www.quakelive.com erwartet euch der Download eines kleinen Browserplugins (4 bis 7 MByte), danach landet ihr in der Zentrale von Quake Live. Aber gleich loslegen geht nicht: Im Hintergrund müssen erst noch die restlichen Spieldaten heruntergeladen werden. Je nach verfügbarer Bandbreite kann dies bei rund 250 MByte einige Zeit dauern. Da ist es praktisch, dass der Download gestaffelt erfolgt und ihr schon nach kurzer Zeit zumindest Zugriff zum Einstufungsmatch erhaltet. Aufgeteilt in zwei Teile, begrüßt euch zu Beginn die Spielfigur Crash zu einem dreistufigen Test. Müsst ihr zuerst nur einen einfachen Bunny-Hop meistern, erhaltet ihr die Experteneinstufung nur, wenn ihr den Strafe-Jump perfekt beherrscht. Was ein Strafe-Jump oder Rocket-Jump ist, erklärt euch Crash aber nicht. Nur Zeichnungen an der Wand zeigen, was nötig ist, um das nächste Portal zu erreichen.

Habt ihr den Level durch eines der Portale verlassen, wirft euch das Spiel in euren ersten Kampf in einer der derzeit 40 Arenen. Die computergesteuerte Spielfigur Crash erzählt hier zuerst einige Grundlagen der Karte und des Spielablaufs. Danach startet ein 10 Minütiges Deathmatch (jeder gegen jeden) in dem ihr zum ersten Mal zeigen könnt wie gut eure Reaktion ist und was ihr so drauf habt. Im Hintergrund schaut euch derweil Quake Live über die Schulter und passt nicht nur die Intelligenz von Crash euren Fertigkeiten an, sondern stuft euch am Ende des Matches in einen von fünf Rängen (Englisch: "tier") ein. Diese Einstufung dient dem Skill-Matching-System als Anhaltspunkt fürs Aufspüren geeigneter Gegner. Es macht schließlich nicht sehr viel Spaß, auf einem Server zu landen, auf dem man vor lauter Profis nur den Todesbildschirm sieht! Die Einstufung bleibt jedoch nicht fest: Je mehr Daten ihr dem System liefert, sprich je mehr ihr spielt, desto genauer weiß Quake Live Bescheid über eure Vorlieben und Schwächen und passt den Serverbrowser entsprechend an.

Die kleinen und großen Hilfsmittel
Quake Live bietet ein umfangreiches Sortiment an Waffen und Powerups. Hier eine kleine Auswahl der wichtigsten:  1 Im Vordergrund die Unverwundbarkeitskugel, im Hintergrund der "Doubler" – er verdoppelt euren Schaden. 2 Die rote Rüstung gibt euch 100 Rüstungspunkte, die gelbe 3 hingegen nur 50. Das "Megahealth" 4 beschert euch 100 Lebenspunkte – bis zu einem Maximum von 200. Die Lightning Gun 5 eignet sich hervorragend für mittlere Distanz. Der Raketenwerfer 6 ist die meistgenutzte Waffe des Spiels und das Markenzeichen der Serie. 

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