Angespielt: Neuer Solopart

GC09: Tekken 6 Preview

Tekken bleibt Tekken, das war schon immer das Prinzip der beliebten Kampfspiel-Reihe. Von Teil zu Teil ändert sich praktisch nichts an der Steuerung oder den eigentlichen Kämpfen. Auch Tekken 6 gesellt sich grundsätzlich in diese Reihe, bringt aber dennoch neue Spielelemente mit sich.
Tim Gross 21. August 2009 - 20:00 — vor 9 Jahren aktualisiert
360 PS3
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Unser Besuch in der Namco-Bandai-Halle begann mit einer kurzen Einführung zu Tekken 6. Wie jedem bekannt sein dürfte, haben wir es hier mit einem klassischen Beat´em´Up zu tun, das sich wie seine Vorgänger nicht wirklich an den Profi-Kämpfen eines Street Fighter orientiert. Von der Serie gewohnt kämpft ihr zwar prinzipiell in 2D, könnt eurem Gegner aber auch nach vorne und hinten ausweichen, das heißt ihr kämpft in einer 3D-Umgebung. Zu Tekken 6 wird es auch ein Bundle mit einem eigenen Arcade-Stick geben, der sich am Spielhallenautomaten orientiert. Aber egal ob mit oder ohne Stick: Wer schon mal Tekken gespielt hat, wird sich hier gleich zu Hause fühlen. Was aber ist nun wirklich neu in Tekken 6?

Wut tut gut

Darf in keinem Tekken fehlen: Rendersequenzen.
Die Entwickler wollen ihr Produkt ein wenig taktischer machen als bislang, um auch Profi-Spieler anzusprechen. Dafür wurde das so genannte Rage-System entwickelt, dass ihr bei Nichtgefallen auch abschalten dürft. In den Standardeinstellungen ist das Feature aber selbstverständlich aktiviert. Worum geht´s beim Rage-System? Wenn sich eure Gesundheitsanzeige ihrem, und damit eurem, Ende neigt, schaltet sich der Wut-Modus ein. Dann richten eure Attacken ab sofort wesentlich mehr Schaden an, und ihr könnt ein verloren geglaubtes Match vielleicht doch noch drehen. Auf der anderen Seite, wenn euer Widersacher in Rage gerät, müsst ihr taktisch kämpfen und verhindern, dass euch tödliche Kombos an den Kopf geworfen werden. Das macht ihr am besten, in dem ihr euren Gegner in die Luft werft und mit schnellen Schlag- und Trittfolgen vom Boden fern haltet. Diese "Jonglier-Taktik" kam schon immer gut in Tekken.

Was gibt es sonst neues in den Kampfarenen? Die Umgebung ist zerstörbar. Ihr könnt euren Gegner durch Wände oder gar durch den Boden prügeln, zumindest in manchen Leveln. An einer Stelle etwa kämpft ihr auf einer riesigen Glasplatte; wenn ihr hier euren Gegner in die Luft befördert und mit ausreichend Gewalt zu Boden rammt, geht es tief nach unten. Dort angekommen ist natürlich nicht Schluss, sondern es wird an Ort und Stelle weitergekämpft. Das erinnert stark an die Dead-or-Alive-Serie, in der die zerstörbare Umgebung ein charakteristisches Merkmal ist.

Ansonsten sei noch erwähnt, dass die Grafikengine komplett überarbeitet wurde und für einen optischen Leckerbissen sorgt. Durch Motion Blur, also Verwischeffekte, und ganz neue Animationen, wirken die Bewegungen so flüssig wie nie zuvor. Auch Levels und Effekte wie Blitze müssen sich nicht vor der Konkurrenz verstecken.

Alle alten Charaktere schaffen es natürlich auch in den neuen Teil. Sie sehen eben nur besser aus.


Neuer Einzelspielerpart

Als großes Highlight wurde uns der neue Kampagnen-Modus gezeigt, in dem ihr stets zu zweit durch echte 3D-Levels lauft und es mit mehreren Gegner gleichzeitig aufnehmt. Die Kamera setzt sich dabei an eine mehr oder weniger feste Stelle und ihr könnt mit dem Analogstick, wie in einem normalen Hack&Slash-Titel, in jede Richtung laufen. In diesem Modus sieht Tekken 6 ein klein wenig nach Devil May Cry aus, es spielt sich aber ganz anders, und zwar wesentlich taktischer. Anders als in den Vorgängerspielen, wo es einen ähnlichen Modus gab, verfügt euer Kämpfer über alle Attacken aus den normalen Duellen. Einziges Problem hier ist die Genauigkeit, denn in einer 3D-Umgebung könnt ihr eure Tritte und Schläge nicht so genau platzieren wie in den 2D-Prügeleien. Je nach Level könnt ihr sogar aus der Karte fallen, beispielsweise wenn ihr auf einem fahrenden Zug unterwegs seid. Ihr müsst also genau darauf achten, wo ihr steht, und eurerseits versuchen, eure Gegner von etwaigen Kanten zu stoßen.

Jeder Charakter erhält in diesem so genannten Campaign-Scenario-Modus seinen eigenen Level, in dem zahlreiche Gegner für Ärger sorgen, und der jeweilige Charakter, beispielsweise Jin, am Ende als Endgegner auf den Spieler warten. Damit gibt es mehr als 40 Missionen, die ihr nach und nach auf einer Übersichtskarte freischaltet. Zwar dürft ihr euch zu Beginn der Kampagne einen Charakter aussuchen, alle anderen müsst ihr aber erst freispielen. Natürlich gibt es hier auch eine Koop-Option, denn wie bereits erwähnt, laufen immer zwei Kämpfern durch die Gegend. Ein Online-Koop-Modus ist geplant, aber noch nicht eingebaut. Ob das bis zum Release klappt, steht auch noch in den Sternen.

Rollenspiel-Elemente

Jetzt wird es interessant, denn im Campaign-Scenario könnt ihr euren Charakter individualisieren. Ihr dürft beispielsweise die Haare verändern (aber nur ein bisschen), die Kleidung wechseln und Farben ändern; den ursprünglichen Charakter erkennt man aber trotzdem noch, was gewollt ist. Eine viel größere und wichtigere Neuerung sind aber die Gegenstände die ihr auf eurer Reise erhaltet. Diese könnt ihr wie in einem Rollenspiel ausrüsten. Uns wurde zwar nicht gezeigt, wie wir diese Items genau ausrüsten, wir gehen aber davon aus, dass es sich um Kleidung wie Schuhe oder Hosen handeln wird, die ihr in einem Menü auswählt. Je nachdem für welche Gegenstände ihr euch entscheidet teilt ihr mehr Schaden aus oder friert bei einem Treffer euren Gegner kurzzeitig ein. Das erinnert gar ein wenig an die Diablo-Spiele. In den Umgebungen lauft ihr auch immer wieder an Kisten vorbei, die sich zerstören lassen und kleinere Items wie Gesundheitstränke enthalten. Besiegte Gegner wiederum hinterlassen Schatzkisten, die ihr unbedingt sammeln solltet, mit genügend Punkten könnt ihr nämlich neue Gegenstände kaufen.  

Im neuen Campaign-Scenario kämpft ihr zu zweit gegen mehrere Gegner zur gleichen Zeit.


Zum Schluss noch eine sehr ungewöhnliche Neuerung für Tekken, die ausschließlich in der Kampagne verfügbar ist. Ihr könnt Schusswaffen benutzen. Die werden entweder von Gegnern fallen gelassen oder liegen einfach irgendwo auf der Karte herum. Neben einer Pistole haben wir eine Gatling Gun und einen Flammenwerfer in Aktion erlebt. Durch all diese Items spielt sich Tekken in der Kampagne ganz anders als gewohnt. Mut zu Neuem hätten wir den konventionellen Entwicklern eines Tekken gar nicht zugetraut.

Auch in der neuen Kampagne verfügt euer Charakter über die gleiche Aktionspalette wie im Duell.
Tekken 6 macht einen guten Eindruck. Wir sehen aber das Problem, dass sich am eigentlichen Spielprinzip in all den Jahren eigentlich gar nichts verändert hat. Der neue Kampagnen-Modus ist eine tolle Idee, die meisten Spieler werden sich aber höchstwahrscheinlich auf die bekannten Duelle konzentrieren. Und die sind gewohnt gut, nur eben schon bekannt. Die zerstörbare Umgebung ist zwar ein nettes Feature, eine spielentscheidende Änderung sehen wir darin aber nicht. Wir setzen unsere Hoffnung auf die Kampagne: Wenn die langfristig motiviert, bekommt Tekken einen echten Mehrwert. Ansonsten gilt: Wer Tekken so mag wie es ist, der wird auch an Teil 6 Gefallen finden.

Autor: Tim Gross (GamersGlobal)
Tim Gross 21. August 2009 - 20:00 — vor 9 Jahren aktualisiert

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