Test: Einmal Trainer sein

Fussball Manager 10 Test

Kuranyi trifft nicht mehr, die Tabellenspitze betrachten wir nur von unten -- ganz so gut wie für Felix Magath läuft es für uns bei Schalke 04 nicht. Warum auch diese Tiefen des Managerdaseins im neuen FM Spaß machen und wie der neue Online-Modus geworden ist, lest ihr in unserem Managertagebuch. Haben wir den Umbruch noch geschafft?
Christoph Licht 26. November 2009 - 19:26 — vor 9 Jahren aktualisiert
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Von: Carsten Friedrich

Gerald Köhler
– dieser Name dürfte bei vielen computerspielbegeisterten Fußballfans das Synonym für "Fußball-Manager-Guru" sein. Schon bevor er Ende 2001 mit der Veröffentlichung des Fussball Manager 2002 den Startschuss einer neuen EA-Sports-Serie gab, entwickelte er die beliebte und erfolgreiche Anstoss-Serie. Neben Software 2000's Bundesliga Manager läutete diese Anfang der Neunziger eine neue Ära der Sport-Manager-Spiele ein. Übrigens wird an der nach deutscher Rechtschreibung eigentlich falschen Schreibweise "Fussball" bewusst festgehalten – es hat sich eben so eingebürgert.

Zu Beginn der Partie legt ihr euer Aussehen fest und entscheidet euch für einen Verein, den ihr managen wollt.

Der erste Tag im neuen Verein

 
Wie in jedem Jahr legt ihr am Anfang einer FM-Partie zuallererst euer Managerprofil an. Zu den bereits bekannten Funktionen gesellt sich dieses Jahr eine Neuerung: Neben eurem Namen und eurem Geburtstag legt ihr auch euer Aussehen fest. Das funktioniert ganz ähnlich wie in einem Rollenspiel: Ihr sucht euch Frisur, Hautfarbe und Bartwuchs für euer Alter Ego aus, entscheidet euch abschließend für einen Kleidungsstil und fertig ist der Manager. Den Funktionsumfang des Charakter-Editors von Dragon Age - Origins dürft ihr freilich nicht erwarten. Seid ihr fertig, werdet ihr eurer Alter Ego zukünftig im 3D-Spiel wiedersehen – doch dazu später mehr.

Was wäre ein Trainer ohne Verein? Richtig, Lothar Matthäus. Und da unsere Laufbahn erfolgreicher verlaufen soll als die von "Loddar", steht als nächstes die Vereinsauswahl an. Ob ihr sofort bei eurem Lieblingsverein anheuert, eine echte Managerkarriere mit Jobangeboten startet oder euren selbstgegründeten Verein im Creat-a-Club-Modus aus der Kreisliga in die Champions League führt, bleibt euch überlassen. Auch, wie schwer ihr es auf eurem Weg an die Weltspitze habt, dürft ihr konfigurieren, beispielsweise anhand der Schwierigkeit von Spieler- und Sponsorenverhandlungen. Erfreulich: Der spielerisch irrelevante private Manager-Bereich (Familienleben, Häuser, Autos) kann auf Wunsch deaktiviert werden. Zudem ist für die wichtigsten Funktionen nun ein Hilfe-Screen aufrufbar, der genauere Erklärungen liefert. Trotzdem müssen sich Einsteiger bewusst sein, dass der FM 10 einiges an Einarbeitungszeit benötigt – auch wenn diese kürzer ausfällt als in vergangenen Jahren.

Ihr dürft selbst entscheiden, ob ihr ausschließlich auf der Trainerbank Platz nehmt oder Fußballlehrer und Manager in Personalunion à la Felix Magath sein wollt. Nur: Statt schon bei Partiebeginn auszuwählen, welche Aufgaben wir von der (guten) KI verwalten lassen möchten und um was wir uns selbst kümmern, müssen wir den entsprechenden Menübildschirm nach Spielstart umständlich suchen. Wer da nicht weiß, wo sich die Funktion versteckt hält, schaut in die Röhre.

Im Vergleich zum Vorgänger (links) hat sich das grundlegende Aussehen im FM 10 nicht groß verändert.

Das Werkzeug erfolgreicher Manager – der Schreibtisch

Nach der Vereinsauswahl nehmen wir zuerst den Aufstellungsbildschirm unter die Lupe – und sind etwas verunsichert. Haben wir etwa aus Versehen den Vorgänger aus dem letzten Jahr gestartet? Nein, denn in der Tat hat sich das Aussehen des Interfaces nicht groß verändert. Die Menüstruktur wurde sogar eins zu eins übernommen. Auf den zweiten Blick fallen dann doch einige Neuerungen ins Auge. Die wohl wichtigste: Der Fussball Manager ist erstmals auch für Breitbild-Monitore angepasst. Und die Entwickler erlauben euch nun, euren Schreibtisch zu individualisieren. So könnt ihr etwa Gegenstände wie Fanschals, Stifte, Pflanzen bis hin zu einem zerknäulten Blatt Papier (in Anlehnung an das durch einen Papierball beeinflusste DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Werder Bremen und dem HSV der letzten Saison) auf dem Tisch aufstellen. Dazu gesellen sich außerdem die Auswahl des Tischmaterials sowie die spielerisch wertvollere freie Positionierung der Widgets. Diese Widgets verschaffen euch kurz und knapp eine Übersicht über Dinge wie den aktuellen Tabellenstand, euren nächsten Begegnungen und die besten Torschützen eures Vereins.
 

Im Gegensatz zu Breitbild-Auflösungen (oben) werden im 5:4-Format einige Texte nicht komplett dargestellt.
Vollständig von diesen Neuerungen profitieren jedoch nur Besitzer eines Breitbild-Monitors. Ist eure gewählte Auflösunghingegen 1280 mal 1024 Bildpunkte, könnt ihr nur den linken und unteren Bildschirmrand mit Widgets besetzen; die Schreibtischgegenstände sind kaum zu sehen. Wollt ihr auch den rechten Bildschirmrand benutzen, müsst ihr mit der Maus scrollen um den Bildschirmausschnitt zu verschieben – sehr umständlich. Dies hat auch zur Folge, dass der Wochenablauf-Bildschirm abgehackt aussieht. Eine Skalierungsauswahl hätte hier Abhilfe geschaffen.

Wie bereits erwähnt, hat sich an der Menüstruktur wenig getan. Und doch gibt es neue Funktionen, auch wenn sie nur mit der Lupe zu finden sind. So könnt ihr im Rahmen der Stadion-Infrastruktur nun auch festlegen, ob ihr den öffentlichen Nahverkehr subventionieren wollt, oder wie viele Toiletten an Heimspielen aufgestellt werden. Außerdem hat Bright Future für Spieler, denen der Stadioneditor zu umständlich und komplex war, einen handlichen Stadion-Baukasten eingebaut. Mit diesem könnt ihr in null Komma nichts euer Stadion aus- und umbauen. Ansonsten sind alle aus den Vorjahren bekannten Funktionen wieder mit dabei. Von der Aufstellung über das Training bis hin zu Bandenwerbung und Ticketpreisen liegt alles in eurer Hand. Aufgrund dieses Funktionsumfangs sind wir dankbar, dass wir einige der Aufgaben auch an die stets gut agierende KI übertragen können.

Vereinsbereiche, die ihr nicht verwalten wollt, übertragt ihr einfach euren (KI-) Mitarbeitern.
 
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