Schwerelos und durchgeknallt

Borderlands - The Pre-Sequel Test

Das Gesetz der Serie birgt auch Abnutzungsgefahren in sich. Der dritte Ableger der Shooter-Reihe bringt wieder satte und verrückte Koop-Action – diesmal mit geringerer Schwerkraft, Laserwaffen und dem irren Roboter Claptrap (genauer: einem Verwandten) als Spielfigur. Ob 2k Australia erfolgreich in die Fußstapfen von Gearbox schlüpft?
Benjamin Braun 13. Oktober 2014 - 14:05 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Es ist noch gar nicht so lange her, seitdem wir zuletzt mit zufallsgenerierten Waffen in den humorigen Kampf gezogen sind, um Horden wildgewordener Cel-Shading-Schergen aus dem Weg zu räumen. Die letzte DLC-Erweiterung zum 2012 veröffentlichten Borderlands 2 (GG-Test: 8.5) erschien nämlich erst im Frühling dieses Jahres. Nun ist es wieder soweit. In Borderlands - The Pre-Sequel schicken wir mit vier frischen Helden, allein oder im Koop-Modus, diverse „Badass“-Gegner über den Jordan. Aber einiges ist anders. Statt auf dem Planeten Pandora ein Magazin nach dem anderen zu leeren, verschlägt es uns diesmal auf den Pandora-Mond Elpis – geringe Schwerkraft und Sauerstoffmangel inklusive.

Drei Kämpfer und ein PlappermaulZu Beginn der Kampagne habt ihr wieder die freie Wahl zwischen vier Charakteren. Athena, die Gladiatorin, Wilhelm, der Vollstrecker oder Nisha, die Gesetzesbringerin haben ihre jeweiligen Vorzüge – diese drei Kandidaten sind Serienkennern bereits aus Borderlands 2 bekannt. Nicht wenige Spieler aber dürften sich darauf freuen, in die Haut von Fragtrap zu schlüpfen, einer mindestens so geschwätzigen Version des Roboters Claptrap aus den ersten beiden Teilen. Egal, für welchen der vier Helden ihr euch entscheidet, schlagt ihr euch grundsätzlich auf die Seite von Handsome Jack, dem Gegenspieler aus dem letzten Serienteil, um seinen Aufstieg an die Spitze der Hyperion Corporation zu erleben.

Das bedeutet also, dass wir uns auf der Zeitlinie irgendwo zwischen Borderlands und seinem Nachfolger befinden. Handsome Jack befindet sich genau wie ihr zu Beginn auf der Weltraumstation Helios, die von der Lost Legion und ihrer Anführerin Zarpedon geentert wird. Jack will die Station unbedingt wieder unter Kontrolle bringen, und seine Motive sind wohlweißlich nicht davon geprägt, den Wünschen seines Vorgesetzten nachzukommen. Allerdings muss dazu ein Signal auf dem Mond abgeschaltet werden, um Zugriff auf die Sicherheitssysteme der Raumstation zu kriegen. Also sendet euch Jack nach Elpis, um diese Kleinigkeit für ihn zu erledigen. Ein merklicher Unterschied zu den Vorgängern ist, dass dieser Teil in der Erzählung auf Solisten Rücksicht nimmt: Während früher die anderen Charaktere in den Cutscenes plötzlich doch auftauchen, obwohl man solo unterwegs war, ist das im Pre-Sequel während der Kampagne nicht der Fall. Dennoch gilt auch für die dritte Seriendarreichung, dass sie im Koop-Modus mehr Spaß macht.

Tief einatmen
An der Mondoberfläche und in anderen Bereichen ohne Sauerstoff lohnt es sich, den Gegnern die Maske wegzuschießen. Dann erleiden sie kontinuierlich Schaden.
Auf Elpis merkt ihr schnell, dass es etwas anderes ist, ohne Atmosphäre und bei stark verringerter Gravitation unterwegs zu sein. Für Fragtrap ist der Sauerstoffmangel zwar kein Problem, immerhin atmet der kleine Blechmann allenfalls, damit seine menschlichen Mitstreiter ihn nicht für noch seltsamer halten als ohnehin schon. Für alle anderen gilt, dass sie sich regelmäßig um Sauerstoffnachschub bemühen müssen, um keinen Erstickungsschaden zu erleiden.

Direkt umzukippen, droht im neuen Borderlands allerdings niemand: Ihr verliert exakt einen Sauerstoffpunkt pro Sekunde beziehungsweise einen Lebensenergie-Punkt, wenn ihr wirklich keinen Sauerstoff mehr habt. Nachschub gibt es außerdem reichlich bei gefallenen Gegnern, zudem könnt ihr quer über die Spielwelt verteilte Stationen aktivieren, die eine Art Sauerstoffglocke bilden und euren Vorrat innerhalb einer Sekunde vollständig aufladen. Innerhalb von Gebäuden müsst ihr euch übers Atmen gar keine Gedanken machen, da es dort fast immer eine künstliche Atmosphäre gibt. Um den Sauerstoff bei euch zu tragen, erhaltet ihr früh im Spiel eines der sogenannten Oz-Kits. Das dient aber noch einem anderen Zweck. Ihr könnt es als Vortriebdüse verwenden, um besonders weite Sprünge zu schaffen.

So ähnlich wie bei Granaten- oder Klassen-Updates könnt ihr später im Spiel bessere Varianten finden, die einen größeren Speicher bieten, oft aber auch noch andere Vorteile mitbringen und etwa permanent Waffenschaden oder bestimmte Resistenzen erhöhen. Zumeist gewähren die Oz-Kits speziellen Elementar-Schaden bei eurer Schmetterattacke. Schwebt ihr nämlich über den Gegnern, könnt ihr euch per Knopfdruck nach unten stürzen. Ihr erzeugt dann generell eine kleine Druckwelle, die Gegner im näheren Umfeld aus dem Gleichgewicht bringt und ihnen Schaden zufügt. Habt ihr das entsprechende Oz-Kit, gibt es etwa eine kleine Feuerwelle, die unter Umständen auch Feinde entzündet.

Weg mit der MaskeEs ist in manchen Missionen ein gewisser Aufwand mit der Suche nach Sauerstoff verbunden. Das bedeutet aber nicht, dass diese Zusatzaufgabe zu insgesamt mehr Arbeit neben dem weiterhin enthaltenen Mikromanagement mit den ganzen Waffen und sonstigen Ausrüstungsteilen im Vorgänger führt. Tatsächlich hatten wir sogar von Beginn an den Eindruck, dass – von der Munitionssuche in Kisten und anderen Behältnissen abgesehen – die Funde neuer Waffen wenigstens dezent heruntergefahren wurden. Wer genau da
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s an Borderlands mochte: Keine Sorge, ihr werdet mehr als genug Schießprügel finden, die ihr mit euren aktuellen Modellen abgleichen könnt.

Der Sauerstoffmangel ist in jedem Fall etwas, das ihr euch auch im Kampf zunutze machen könnt. Auch die meisten eurer Gegner müssen atmen, weshalb es sich lohnt, ihnen kurzerhand die Maske von der Birne zu schießen. So erhalten sie stetig Erstickungsschaden, der wie üblich als aufpoppende Zahlen angezeigt wird. Natürlich könnt ihr auch die Umgebung zu eurem Vorteil nutzen. Die Fässer mit Säure, explosiven Inhaltsstoffen, Elektroschaden sind zwar nicht immer optimal auf den Schlachtfeldern positioniert, helfen euch im Kampf in vielen Fällen aber doch sehr. Genauso wie im Vorgänger seid ihr damit in der Lage, Schilde von Gegnern zu reduzieren, bevor ihr wertvolle Munition dafür verwendet, oder besonders starke Feinde einzufrieren und um sie dann wie einen Eisblock bersten zu lassen. Moment mal, einfrieren? Ja, denn in Borderlands – The Pre-Sequel kommt mit Eis ein neues Element dazu, das ihr im Kampf nutzen könnt. Natürlich gibt es dieses Element nicht bloß in Fässerform, sondern auch als Extra für Waffen.
Neu sind die Cryo-Waffen, mit denen ihr Gegner einfriert und gegebenfalls im Nahkampf bersten lasst. Hail to the King!

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