Test-Verriss: Don't come back!

Terminator - Die Erlösung Test

Während wir den kürzlich angelaufenen Film als durchaus gelungen bezeichnen würden, wenn auch sehr actionbetont und als für 15jährige konzipiert, können wir vor dem Spiel nur warnen: Lest den Test der wohl schrecklichsten Filmumsetzung der letzten Jahre!
Christoph Licht 23. Juni 2009 - 11:34 — vor 9 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3
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Terminator - Die Erlösung spielt zeitlich zwei Jahre vor den Ereignissen des vor kurzem angelaufenen gleichnamigen Kinofilms, also in Los Angeles, im Jahr 2016. John Connor, der im Spiel nicht von Chrisitan Bale verkörpert wird, ist noch ein einfacher Widerstandskämpfer gegen die Maschinen – später wird er ja, wie wir wissen, der Anführer der in ihrer Existenz bedrohten Menschheit werden.

Die Handlung wird größtenteils per vorgerenderten Zwischensequenzen erzählt.
Skynet, ein ursprünglich als Verteidigungscomputer gedachtes Militärprojekt, betreibt nach Erlangung eines eigenen Bewusstseins die Auslöschung allen Lebens auf der Erde. Und da der von ihm angezettelte Atomkrieg nicht hundertprozentig erfolgreich war, müssen eben die Bodentruppen an, eben die Terminatoren nebst Kollegen. Als John einer anderen Widerstandstruppe zur Hilfe eilen will,  verkracht er sich mit seinem Team und Vorgesetzten. Nur von einer gewissen Blair Williams begleitet, bricht er auf. Viel mehr ist zu der Geschichte nicht zu sagen, denn eine Wendung in der Handlung, wirkliche dramaturgische Elemente oder gar so etwas wie einen Spannungsbogen sucht ihr vergeblich. Und nicht nur diese Suche bleibt vergebens...
 
Die Ruinen von Los Angeles
 
Terminator - Die Erlösung umfasst insgesamt 9 Kapitel. Die darin enthaltenen Missionen sind meist in unter 5 Minuten geschafft. Dass dabei eine rekordverdächtig kurze Gesamtspielzeit (unter vier Stunden) herauskommt, könnt ihr euch denken. Ihr seid meistens zu Fuß unterwegs. In einigen Missionen kämpft ihr aber in Fahrzeugen mit montierten Maschinengewehren, fahrt mit einem Zug durch die U-Bahnschächte von Los Angeles oder steuert einen gekaperten Harvester-Panzer. Jedoch gehen sämtliche Missionen nach dem Prinzip „Zerstöre alle Maschinen“ vor. Genauso repetitiv haben die Designer auch das Leveldesign angelegt, ihr rennt durch die immer gleichen Landschaften: Stadtruinen, U-Bahnschächte, kleinere Waldabschnitte und Fabrikgelände.
 
Ein Skin Job will euch ans Leder. In Deckung gehen soll ein zentrales Element sein, aber wirklich erforderlich ist es nicht.

Während uns Teil 1 der Terminator-Saga zeigte, dass normale Schrotflinten und Gewehre nicht viel gegen die Terminatoren ausrichten können, so hat man sich im neusten Terminatorfilm – und folglich auch im Spiel – darüber hinweggesetzt. Auch mit Schrotflinten und MGs könnt ihr die Terminatoren solange beharken, bis sie zu Boden gehen. Doch wieso sich die Mühe machen? Die Granaten, Rohrbomben und Raketenwerfer sind dermaßen stark, dass ihr bei einem Volltreffer nur eine einzige Rohrbombe braucht, um selbst den stärksten Gegner in den Maschinenhimmel auffahren zu lassen. Immerhin sind diese „Superwaffen“ nur selten zu finden.

In unserem 1. Video seht ihr die Effektivität der Panzerfaust -- sollten die Skynet-Roboter nicht etwas mehr aushalten?



Die Maschinen sind in der Überzahl! 
Das Spiel bietet gerade mal eine Handvoll von Gegnertypen an: spinnenartige Roboter namens T-7-T, fliegende Drohnen namens Aerostats, Hunter Killer, T-600-Cyborgs und Skin Jobs, also T-600er mit Gummihaut. Nur selten kommt mal der Harvester-Großmotz zum Einsatz. Zum Ausgleich für die Tristesse würden wir uns zumindest eine ordentliche KI wünschen, doch auch hier enttäuscht uns das Entwicklungsstudio GRIN: Die Gegner stehen meistens auf einem Fleck und schießen wild um sich. Auch wenn ihr Widerstandskämpfer an eurer Seite habt, so schießen die Maschinen nicht etwa auf eure Kameraden, sondern ausschließlich auf euch. Macht aber nichts! Ihr braucht noch nicht einmal die herumstehende Deckung zu nutzen, ein bisschen Herumtänzeln um einen Terminator genügt, um ihn gefahrlos zu Platinenschrott zu verarbeiten. Die einzigen halbwegs ernstzunehmenden Adversarien sind Flugzeuge. Nicht, dass diese Robot-Flieger schlauer agieren würden – die Steuerung ist schlicht so schwammig, dass ihr sie nicht gut treffen könnt.

Allzu einfach ist das Spiel trotz der künstlichen Dummheit nicht. Denn Terminator - Die Erlösung erlaubt euch erst dann die Regeneration der Lebensenergie, wenn ihr im aktuellen Kampf alle Maschinen ausgeschaltet habt. Es gibt keinerlei Verbandskästen oder ähnliches, und auch die in Konsolenspielen längst zum Standard gewordene „Geh in Deckung, erhalte Hitpoints zurück“-Spielmechanik wird ignoriert.  Umso ärgerlicher ist es, wenn ihr bei dem letzten Gegner doch mal den Löffel abgebt und den kompletten Kampf wieder über euch ergehen lassen müsst. Ja, richtig befürchtet: Ein Schnellspeichern gibt es in Terminator - Die Erlösung selbstverständlich nicht. Immerhin existiert ein Checkpoint-System, das euch nach dem Ableben nicht am Anfang des Levels, sondern direkt vor dem Kampf weiterspielen lässt.

Skynets Armee fährt ihr schweres Geschütz auf: Ein hausgroßer Havester (hinten) versucht, uns zu töten.



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