Test: Die Hölle blutrot färben

Dante's Inferno Test

Nach der Apokalypse und dem alten Griechenland dürfen Actionfans nun auch die Hölle unsicher machen. Damit ihr im Fegefeuer nicht verloren geht, nimmt euch GG an die Hand und leitet euch durch die schaurige Welt von Dante's Inferno. Wir haben die Hölle überlebt und sagen euch, was euch in den Abgründen erwartet. Es wird gruselig...
Mister G 3. Februar 2010 - 19:06 — vor 9 Jahren aktualisiert
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Hereinspaziert, hereinspaziert. Herzlich Willkommen in der Hölle. Mein Name ist Vergil und ich bin heute ihr Reiseführer. Ich muss sie darauf hinweisen, dass Videoaufnahmen und Fotografien strengstens verboten sind. Wir wollen schließlich verhindern, dass Beweise an die Oberwelt gelangen. Wo kämen wir sonst hin, wenn die Menschen nur noch Gutes tun und unsere Folterknechte arbeitslos werden? Hier noch ein paar Warnhinweise: In der Vorhölle werden unsere Gäste mit Pech überzogen, angezündet und in den Höllenschlund geworfen. Lassen sie lieber ihren Helm auf. Zu ihrer Rechten sehen sie unsere Säurebehandlung für Neuankömmlinge. Und direkt daneben können sie das Abziehen der Haut beobachten. Wer minderjährig ist oder einen schwachen Magen hat, sollte sich nun zum Ausgang begeben: Im Laufe unserer Tour werden wir auf Babys treffen, die statt Armen und Füßen, Klingen und Sägeblätter haben. Erwähnte ich bereits, dass die lieben Kleinen aus den vernarbten Brüsten nackter Riesengöttinnen schlüpfen?

Gevatter Tod ist sauer auf euch -- und das ist nie eine gute Sache.

Vom Touristen zum Protagonisten

So oder so ähnlich würde wohl ein Tourist die Hölle erleben. Der italienische Dichter Dante Alighieri beschreibt die Hölle in seiner berühmten Göttlichen Komödie (La Divine Comedia) aus gewisser Distanz, als passiver Zuschauer. Für ein Spiel wäre das nicht geeignet, stattdessen schnappen wir uns ein Schwert und lassen im Intro-Level gleich mal 30 Sarazenen über die Klinge springen. Denn das neueste Werk der Dead Space-Macher Visceral Games spielt im 12. Jahrhundert, zur Zeit der Kreuzzüge. Im Namen des Papstes und der Kirche morden und vergewaltigen tausende Kreuzritter die "Ungläubigen". Einer von ihnen ist unser Protagonist Dante: Per Tastendruck steuert ihr seine Aktionen und variiert leichte und schwere Attacken.

Dante`s Inferno ist ein prototypischer Verteter des Hack-and-Slay-Genres, schnetzelt sich zudem technisch auf Xbox 360 wie PS3 flüssig und ist mindestens genauso blutig wie Darksiders oder God of War. Überhaupt sammelten die Entwickler scheinbar jede Menge Inspirationen von Sonys Vorzeigekriegsgott und dem Reiter der Apokalypse: Ein großer Teil der Attacken und Kombos wurden direkt von Kratos kopiert. Wir werten dies aber nicht als Minuspunkt. Schon Darksiders hat eindrucksvoll gezeigt, dass Inspirationen und Bedienelemente aus anderen Spielen ein großartiges Endergebnis ergeben können.

Bosskämpfe setzen auf Brachialgewalt und Quick-Time-Events. Ein bekanntes Prinzip aus Spielen wie God of War.

Dead War God of Space?

Eigentlich hat Visceral Games Kopien gar nicht nötig, schon mit Dead Space bewies sie, über welche Fähigkeiten sie verfügt. Auch Dante’s Inferno ist kein gewöhnliches Schnetzelspiel. An der Oberfläche kämpfen? Schnee von gestern! Stattdessen wird Dante in den ersten fünf Minuten hinterrücks erdolcht und vom Sensenmann abgeholt. „Aber der Papst versprach uns die Absolution. All‘ unsere Sünden mögen vergeben sein, wir kämpfen und sterben für das Kreuz“ schreit Dante in exzellentem Englisch beziehungsweise ziemlich gutem Deutsch Gevatter Tod entgegen. „Er hat gelogen. Der Papst ist doch auch nur ein Mensch“. Als streng gläubiger Katholik können wir uns das nicht bieten lassen und greifen kurzerhand den Sensenmann an. Die linke Schultertaste ist hierbei unser bester Freund, damit blocken wir fast alle Schläge ab.

Schon der erste Mini-Bosskampf macht klar: Das hier ist kein Zuckerschlecken. Im höchsten von vier Schwierigkeitsgraden (wobei erst nach dem ersten Durchspielen der letzte namens Infernalisch freigeschaltet wird) kommt es auf perfektes Timing an: Warten, Schläge blocken, dann mit dem rechten Stick hin und her hechten, Schwachstelle suchen, losknüppeln, schnell wieder in Verteidigungsstellung. Ist der Sensemann besiegt, dürfen wir als Souvenir seine erste Worthälfte mitnehmen. Doch Gevatter Tod rächt sich, schlüpft in die Kluft eines Sarazenen und tötet die wunderschöne Beatrice – Dante’s geliebte Ehefrau. Die Geschichte wird in einem Mix aus Realfilm-CGI-Sequenzen und einem künstlerisch sehr interessantem Manga-Stil erzählt. So bekommen wir einen Einblick in die Taten Dantes – sehen, wie er gemordet und geplündert hat. „Ich hab versprochen mitzugehen“ haucht Beatrice ihrem Liebling noch entgegen, bevor sie der Tod ins Jenseits entführt. Dante ist entschlossen, sie zu befreien und seine Sünden zu tilgen. Dazu steigt er kurzerhand in die Hölle hinab.

Wahre Liebe: Für seine geliebte Ehefrau steigt Kreuzritter Dante sogar in den Schlund der Hölle hinab.

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