Luftschiff-Stadtplanung von SupArai

Spiele-Check: Bulwark - Falconeer Chronicles – Frischer Aufbau-Wind
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

PC
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SupArai 61471 EXP - 25 Platin-Gamer,R10,S9,A10,J10
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28. März 2024 - 12:00 — vor 2 Wochen zuletzt aktualisiert
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Bei Bulwark - Falconeer Chronicles, erdacht von Einzelentwickler Tomas Sala (The Falconeer), wollte es mir von Beginn an nicht gelingen, die Spielsysteme zu verstehen. Trotz Kurzanleitung in Textform und einer Tutorial-Welt. Also wandte ich mich hilfesuchend an den Entwickler im Discord-Channel. Sala antwortete mir geduldig und ausführlich: Bulwark - Falconeer Chronicles sei ein Spiel, in dem ich meine bisherigen Aufbauspielerfahrungen über Bord werfen soll. Ich soll nicht versuchen zu perfektionieren und einfach bauen, erkunden und Spaß haben. Ich würde nach rund zehn Stunden schon sagen, dass mir dies in Ansätzen gelungen ist. Nun wartet jedoch die echte Herausforderung auf mich: Ich muss für diesen Check versuchen, euch Bulwark - Falconeer Chronicles zu erklären.
Die Verteilung eurer Ressourcen lässt sich jederzeit anzeigen. Ich glaube, die bunten Linien zu verstehen – aber was zum Henker bedeuten die roten Zahlen über meinen Türmen?

Arbeiter, Holz, Stein und Erz…
… sind die Materialen, auf die Bulwark - Falconeer Chronicles baut. Arbeiter werden von eurer Zitadelle generiert, dabei handelt es sich gewissermaßen um das Stadtzentrum. Je belebter und bebauter der Bereich um eure Zitadelle ist, umso mehr Arbeiter produziert sie. Zugriff auf die anderen drei Ressourcen erhaltet ihr über Extraktoren, von denen die Rohstoffe anschließend innerhalb eurer Siedlung verteilt werden. Ein schnödes Lagerhaus befüllt ihr in Bulwark - Falconeer Chronicles allerdings nicht, die Ressourcen werden direkt verteilt. Dabei hängt die Verteilungsreichweite von den Türmen rund um den Extraktor ab: Je bebauter, umso höher die Reichweite – glaube ich. Was ich sicher weiß ist, dass ihr die Rohstoffe benötigt um eure Siedlungen wachsen zu lassen und wenn ein Rohstoff fehlt, ist erstmal Baustopp angesagt.

Die Ursee
Eure Spielwiese, die Ursee, ist nur dezent besiedelt, schließlich ist die Welt mal wieder untergegangen. Aber wo nicht viel ist, kann viel Neues entstehen. Nachdem ihr also mit Zitadelle und Rohstoff-Extraktor eure ersten Gebäude platziert habt, baut ihr rundherum Türme, wertet diese auf und ergänzt sie um schmückende Plattformen, auf denen sich Bewohner niederlassen. Und eure Bewohnerzahl wächst quasi automatisch. Um weitere Rohstoffe zu erhalten müsst ihr jedoch expandieren. Für die Erforschung der Spielwelt nutzt ihr ein Luftschiff, mit dem ihr gemütlich über die Weltkarte schippert.

Dabei stoßt ihr auf Überlebende anderer Fraktionen. Nehmt ihr sie auf, könnt ihr neue Stützpunkte mit ihnen errichten. Außerdem schließen sich euch nach und nach Kapitäne an, mit denen ihr Handelsrouten zwischen euren Siedlungen und den Stützpunkten anderer Fraktionen errichtet. Auch trefft ihr auf Kommandanten, die euch Boni für eure Siedlungen bringen, und erhaltet Spezialgebäude. Ich vermute, dass die Ereignisse mit einem Meilensteinsystem verknüpft sind, das sich an der Bevölkerungsanzahl orientiert. Richtig wichtig für den Spielfortschritt ist, dass ihr die Ursee erkundet.
Die Map ist riesig. Auf euren Erkundungstouren entdeckt ihr Außenposten anderer Fraktionen, Ressourcenfelder, versprengte Außenposten und manches mehr.

Aufbauen auch mit dem Controller
Bulwark - Falconeer Chronicles setzt bei der Steuerung auf ein, zumindest mir, neues System. Eine freie Sicht gibt es nicht, stattdessen springt ihr mit einem Cursor von Gebäude zu Gebäude. Lediglich Türme baut ihr in die Höhe oder vergrößert sie mit Plattformen oder Balkonen in die Breite. Andere Gebäude, wie Extraktoren oder Häfen, können nur an bestimmten Orten gebaut werden. Zentral für die Steuerung ist euer Luftschiff, mit dem ihr viele Gebäude platziert, die Welt entdeckt oder euch per Schnellreise zu entfernten Außenposten teleportiert. Was anfangs einschränkend wirkt, funktioniert in der Praxis immer besser, auch mit dem Controller. So sehr ich die aufs Mindestmaß reduzierte Steuerung aber auch schätze, ertappe ich mich doch immer wieder dabei, wie ich versuche „frei“ über meine Siedlungen zu scrollen.

Es erwarten euch auch nur drei Menüs: Neben der Karte gibt es die Inventarübersicht eures Luftschiffs – hier gibt es Erklärungen zu den Gebäuden und was sie bewirken – sowie einen Seelenbaum, der euch euren Baufortschritt anzeigt und wer alles für euch arbeitet. Die Warenkreisläufe in euren Städten könnt ihr euch auf Knopf- oder Tastendruck anzeigen lassen.
Die Ressourcen-Extraktoren könnt ihr unkompliziert abbauen, wenn der Rohstoff erschöpft ist, und an einen neuen Ort verpflanzen. Um die Siedlung weiter aufzubauen, müsst ihr sie allerdings mit allen vier Ressourcen beliefern.

Atmosphärisch starkes Setting
Ein Extralob von mir erhält der gesamte atmosphärische Aufbau des Spiels. Der Grafikstil gefällt mir richtig gut. Er wirkt dezent, ist aber bei genauerer Betrachtung und vor allem bei der Gestaltung der wachsenden Türme sehr detailreich. Ihren Teil zur gelungenen Stimmung trägt die Farbpalette bei: Sonnenaufgänge tränken alles in orange, ein Nebel legt einen bläulichen Schleier über die Welt und wenn ein Sturm über die Ursee zieht, bin ich froh im Warmen zu sitzen.

Hinzu kommt die tolle Soundkulisse, bestehend aus ruhigen Melodien und stimmigen Effekten. Im Endeffekt klingt hier nichts neu, aber die Gesamtkomposition mit leicht melancholischer Note gefällt mir gut. Zudem ist das Spiel nahezu komplett vertont mit, in meinen Ohren, wirklich guten Sprechern – allerdings nur auf Englisch mit deutschen Untertiteln.
Ab und an werden eure Handelsrouten von Piraten attackiert. Die daraus resultierenden Kämpfe sind weniger prächtig inszeniert.

Fazit
Mir gefällt das spielerische Konzept von Bulwark - Falconeer Chronicles. Der Titel macht euch keinen Stress, es gibt keine komplexen Warenketten und mit nervigem Lagermanagement müsst ihr euch auch nicht rumschlagen. Die Ursee ist dabei eine riesige Sandbox, die es zu entdecken gilt. Dabei erlebt ihr ständig kleine Fortschritte. Und häufig habe ich mich einfach im Ausbau der Türme in meinen Siedlungen verloren.

Nichtsdestotrotz schmerzt es mich ein wenig, dass ich das Regelwerk einfach nicht kapieren will. Ich scheine auf der Suche nach Tiefe und Verkomplizierung zu sein. Aber genau das bietet Bulwark - Falconeer Chronicles eben nicht. Es fordert euch spielerisch nicht heraus und bietet keine super-tiefen Systeme. Es möchte, dass ihr Spaß am Ausprobieren, am Entdecken dieser Welt habt und die Zeit im Spiel genießt.
  • Aufbauspiel für PC, Playstation 4|5, Xbox One|Series X
  • Einzelspieler
  • Für Einsteiger
  • Preis: 19,50 Euro (Demo vorhanden)
  • In einem Satz: In Bulwark - Falconeer Chronicles steht der Spaß am Entdecken und Aufbau einer neuen Zivilisation klar im Vordergrund.

Video:

Sokar 24 Trolljäger - - 48129 - 28. März 2024 - 12:40 #

Ich habe die Demo bei einem Steam fest gespielt und fand sie eigentlich auch interessant. Aber war mir nicht sicher, ob das Spiel genug Tiefgang und Langzeitmotivation bietet. Und die sehr eigentümliche, auf Controller ausgelegte Steuerung. Mal sehen, ob ich ihm nochmal eine Chance geben.

SupArai 25 Platin-Gamer - - 61471 - 28. März 2024 - 14:10 #

Viel Tiefgang solltest du, glaube ich, nicht erwarten. Eher was zum Entspannen.

Bei der M+T-Steuerung wäre ein Freie Sicht-Feature, einfach wegen der Gewöhnung, schon klasse.

Tasmanius 21 AAA-Gamer - - 28804 - 28. März 2024 - 13:10 #

Das klingt aber gemütlich :-). Schön, dass es nicht nur Hardcore-Survival-City-Builder, die in Eiswüsten oder auf atmosphärenlosen Felsplaneten spielen, gibt.

SupArai 25 Platin-Gamer - - 61471 - 28. März 2024 - 14:11 #

Schöne Komprimierung meiner gut 6000 Zeichen! :-)

Labrador Nelson 31 Gamer-Veteran - P - 266417 - 28. März 2024 - 14:23 #

Das will ich unbedingt mal ausprobieren. Danke für den tollen Check!

SupArai 25 Platin-Gamer - - 61471 - 28. März 2024 - 16:52 #

Gerne und viel Spaß.

Maryn 15 Kenner - - 3914 - 28. März 2024 - 20:42 #

Cool, dass es diesen Check zu einem so ungewöhnlichen Spiel gibt!
Kommt auf jeden Fall mal auf die Merkliste, aufbaumäßig bin ich aber noch mit Against the Storm gut bedient.

Flooraimer 15 Kenner - P - 3351 - 29. März 2024 - 0:34 #

Ich finde, das Spiel hat einen interessanten Ansatz und damit ein Alleinstellungsmerkmal im Genre. Jetzt muss es sich nur noch gut verkaufen.

Deklest 13 Koop-Gamer - 1539 - 29. März 2024 - 20:40 #

Irgendwie habe ich nicht verstanden, was es genau sein will.
Danke für den Check, denn du kannst ja für meine Blödheit nichts.