Wahnsinnstat von Vampiro

Spiele-Check: Zet Zillions, gaga-genialer Roguelike-Deckbuilder
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

PC
Bild von Vampiro
Vampiro 125746 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,A7,J10
Dieser User hat uns an Weihnachten 2020 mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 10 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Jäger: Hat Stufe 11 der Jäger-Klasse erreichtDieser User hat uns an Weihnachten 2019 mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Dieser User hat uns bei der Battle-Brothers Aktion mit 5 Euro (oder mehr) unterstützt.Dieser User hat uns an Weihnachten 2017 mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDebattierer: Hat 5000 EXP durch Comments erhaltenIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenDieser User hat uns an Weihnachten 2015 mit einer Spende von 5 Euro unterstützt.Loyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabei

4. Juni 2024 - 12:00 — vor 1 Woche zuletzt aktualisiert
Dieser Inhalt wäre ohne die Premium-User nicht finanzierbar. Doch wir brauchen dringend mehr Unterstützer: Hilf auch du mit!
Kürzlich wurde das populäre Roguelik(t)e-Deckbuilder-Genre um Zet Zillions vom brasilianischen Entwickler Ota Imon Studios und Publisher Raw Fury erweitert. Trotz akuter Zeitknappheit meinerseits konnte ich es mir nicht entgehen lassen, mich in dieses schräge Weltraumabenteuer zu wagen.
Dieser Bosskampf könnte richtig beschissen laufen. Zum Glück haben wir unser Minion, oben links, zur dezenten Unterstützung dabei.
Over the Top Setting
Ihr spielt einen Menschen, der im Jahr 2476 in prekärer Situation aus dem Kälteschlaf erwacht und sich als Kommandant eines Raumschiffes der Starbourne Vanguard wiederfindet. Nun ja, Baby-Cry ist eigentlich ein zum Raumschiff umfunktionierter Planet. Euch zur Seite stehen zunächst die passend zum Comic-Artstyle ziemlich durchgeknallten Offiziere DOK, Ziggy und Foam Gun. Deren Dialoge sind unterhaltsam abgedreht; vor allem, wenn sie vertont sind. Euer Ziel ist es, im All zu überleben, wobei es auch eine sich entfaltende Hintergrundgeschichte gibt. Ihr setzt euch gegen allerlei Gegner durch und kolonisiert Planeten. Eine der "Waffen" ist der mehr oder minder menschliche Müll, den ihr multifunktional einsetzt.

Wie in FTL - Faster Than Light wartet am Ende eines Sektors ein Boss, der besiegt werden will, bevor ihr weiterreisen könnt. Ihr werdet zwar vom Antagonisten Thanatos verfolgt, habt aber nicht wirklich Zeitdruck und könnt jeweils einen Großteil des Sektors erkunden. Da ihr, außer mit speziellen Karten, nur direkt vorm Ziel heilen oder alternativ eure Maximallebenspunkte erhöhen könnt, sind eher eure Lebenspunkte der limitierende Faktor wenn ihr euch fragt, wieviele Nodes ihr noch auf der Hatz nach Karten und der Geldressource Ananas abgrasen könnt.
Reise, Reise, Weltraumreise, ihr wählt die Ziele auf eure Weise. Und auch die Missionen, die allerlei Belohnungen bieten.
Starke Kartenmechaniken
In vielen Knotenpunkten müsst ihr gegen einen oder mehrere Gegner, von Raumschiffen über Raummonster bis zu anderen Planeten, kämpfen. Die Kernwerte sind Bevölkerung und Lebenspunkte. Sorgt ihr mit Karten dafür, dass die Bevölkerungsleiste des Gegners maximal gefüllt ist, wird er eine Runde betäubt. Ein Planet ist dann sogar besiegt. Manche Karten wie Atombomben setzen die Bevölkerung zurück, füllt ihr die Leiste darauf wieder durch einen anderen Effekt, könnt ihr Feinde  mehrfach in einem Kampf damit betäuben. Gegner, die keine Planeten sind, müsst ihr auf 0 Lebenspunkte bringen, um sie zu besiegen.

Über Karten gibt es zahlreiche Buffs und Debuffs wie erhöhten Schaden, Giftschaden zu Beginn der Runde, Rüstung und noch viel mehr. Das Kartenausspielen kostet Energie, ihr bekommt davon drei Einheiten pro Runde. Die gezogenen Karten bleiben auf der Hand, bis ihr sie ausspielt. Rüstung wird sowohl durch Schadens- als auch Bevölkerungsattacken reduziert. Natürlich gibt es zig Abhängigkeiten, die ihr um erfolgreich zu sein, unbedingt nutzen müsst. Beispielsweise machen manche Karten Schaden in Abhängigkeit der auf dem Gegner vorhandenen Bevölkerung.
Karten lassen sich aufleveln. Hier wähle ich meinen Piepmatz, damit ich ihn besser hochpeppeln kann.


Da hört es aber nicht auf. Es gibt auch noch eine Fusionsmechanik. Verschiedene Karten könnt ihr kombinieren und teilweise so auch Effekte auflösen. Beispielsweise befüllt ihr die Schrottkanone, nunja, mit Schrott. Die fügt bis zu fünfmal einem zufälligen Gegner Schaden zu. Und fusionieren kostet keine Energie! Ausspielen lässt sich die Kanone dann auch noch und gibt euch etwas Rüstung. Aufgrund der vielen Abhängigkeiten ist es wichtig, dass ihr euer Deck nicht nur mit spannenden Karten aufbläht, sondern auf zueinander passende Karten setzt.
Unpassende könnt ihr immer mal wieder loswerden. Es gibt auch Kartenupgrades und spannende Kreaturenkarten, die ihr zu einer mächtigeren Karte züchten könnt, wenn ihr sie oft genug passend eingesetzt habt. Neue Karten bekommt ihr nach Kämpfen, in Shops oder auch durch das Absolvieren von Missionen. So ergattert ihr auch mächtige Eigenschaften, die beispielsweise dafür sorgen, dass ihr beim Fusionieren je zwei Rüstung erhaltet. Aber auch die Gegner haben Eigenschaften, so bekam ein Gegner fünf Rüstung für jeden Bevölkerungszuwachs.
Das Interface ist gut lesbar und es gibt Tooltips. Links übrigens meine Traits. Der Crispy King ist eine aufgelevelte Karte.
Fazit
Zet Zillions ist ein ziemlich genialer Roguelike-Deckbuilder in einem Gaga-Setting. Die Deckbuildingmöglichkeiten haben sich als erstaunlich komplex entpuppt, sind aber durch die gute Lesbarkeit des UI gleichzeitig sehr zugänglich. Trotzdem müsst ihr natürlich ein wenig Spielerfahrung sammeln um zu erkennen, was sich euch so für Möglichkeiten im Weltall bieten. Der Spielspaß wird – unterstützt durch den rockig-fetzigen Soundtrack – am Anschlag gehalten.

Insgesamt ist Zet Zillions mehr Roguelike als Roguelite. Einen von derzeit scheinbar drei Minions habe ich freigeschaltet: Der Junker gibt mir zum Start eines Kampfes zwei Einheiten Schrott (entgegen des Namens sehr nützlich). Und er gibt während des Kampfes immer mal einen Kommentar ab. Über das Starter-Deck "Frag a Jam" bin ich allerdings nicht hinausgekommen. Zet Zillions setzt meines Erachtens vor allem auf eure Fähigkeit, die vorhandenen Mechaniken und sich in einem Run entfaltenden Optionen immer besser zu nutzen. Wenn ihr auf Roguelike-Deckbuilder steht, solltet ihr euch das Weltraumabenteuer nicht entgehen lassen.
  • Einzelspieler
  • Roguelike-Deckbuilder
  • Für Einsteiger bis Profis
  • Erhältlich seit 23.5.2024 für 9,99 Euro
  • In einem Satz: Abgedrehtes Weltraumabenteuer mit Spieltiefe für Deckbuilding-Aficionados.

Video:

Hagen Gehritz Redakteur - P - 181762 - 4. Juni 2024 - 11:15 #

Der Name Ota Imon kam mir so bekannt vor: Das Studio hat auch das schöne, etwas andere Mech-Spiel Wolfstride gemacht. Das muss ich auch mal weiterspielen.

Vampiro Freier Redakteur - - 125746 - 4. Juni 2024 - 20:13 #

Ja, genau. So kam ich auf Wolfstride, bzw es kam wieder auf meinen Radar. Spielt sich wohl sehr anders, aber ist auf meiner Merkliste gelandet, da der Entwickler einen sehr kompetenten Eindruck macht.

Faerwynn 20 Gold-Gamer - P - 20352 - 4. Juni 2024 - 12:03 #

Klingt gut, vielleicht wenn ich mit Inkbound fertig bin.

Vampiro Freier Redakteur - - 125746 - 4. Juni 2024 - 14:31 #

Viel Spaß beim Lesen!

paschalis 31 Gamer-Veteran - P - 458666 - 7. Juni 2024 - 12:35 #

Danke, habe ich gehabt, auch wenn ich natürlich wusste, dass ein Roguelike-Deckbuilder mich niemals ernsthaft interessieren würde :)

Edermuckl 13 Koop-Gamer - P - 1421 - 4. Juni 2024 - 15:27 #

Spiele es bereits seit Release und es gefällt mir auch sehr gut. Ich finde auch, dass es eine schöne Mischung aus FTL und einem Deckbuilder ist.

Vampiro Freier Redakteur - - 125746 - 4. Juni 2024 - 20:11 #

Sehr cool, danke für deinen Input. Das bestätigt dann sozusagen die Spiel-Empfehlung für die Zielgruppe :)

Deklest 13 Koop-Gamer - 1577 - 4. Juni 2024 - 23:11 #

Das Spiel klingt ja echt abgedreht. Leider sind Dexkbuilder nichts für mich, bzw. erschließt sich für mich nicht, wie ich daran Spaß haben könnte.
Danke für den Check.

Vampiro Freier Redakteur - - 125746 - 8. Juni 2024 - 11:26 #

Deckbuilder sind im Prinzip Taktikspiele mit RNG und mit gutem Deckbuilding (als zusätzlicher Ebene) optimierst du deine Gewinnchancen/reduziers RNG.

Sehr gerne :)

floppi 24 Trolljäger - P - 52660 - 5. Juni 2024 - 16:52 #

Genau mein Beuteschema, werde ich mir anschauen. Danke für den tollen Check! Hatte ich noch nicht auf dem Schirm.

Edit: Erster Run ist absolviert, bis zum zweiten Boss bin ich gekommen. Gefällt mir sehr gut. Allerdings vermisse ich so ein paar Komfortfunktionen, wie etwa zu sehen wie eine Karte verbessert wird. Zudem nehmen die Gespräch etwas an Fahrt raus. Aber letzteres ist eine Kleinigkeit.

Vampiro Freier Redakteur - - 125746 - 8. Juni 2024 - 11:27 #

Vielen Dank :) Das freut mich sehr, cool dass es dir dann auch in Praxis insgesamt gefällt!

Das mit der Kartenverbesserungen, da meinst du vermutlich die Kreaturen? Das stimmt, da sieht man nix. Bei der Verbesserung einer Karte mit einer Karte kommt ja einfach dieser Bonus dazu.

Die Dialoge fand ich (bis jetzt) ganz witzig, kann man aber glaube ich skippen.

Mitarbeit