Prinzenrolle rückwärts von LRod

Spiele-Check: The Rogue Prince of Persia - Zeitschleifen im Orient
Teil der Exklusiv-Serie Spiele-Check

PC
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LRod 18724 EXP - 19 Megatalent,R7,S7,A4,J10
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14. Juni 2024 - 17:49 — vor 4 Wochen zuletzt aktualisiert
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Mit tollen Animationen und dem stimmungsvollen Setting konnte Prince of Persia im Jahre 1989 die Spieler begeistern und den Grundstein für eine der langlebigsten Spielereihen legen. Der neueste Titel aus dieser Reihe, The Rogue Prince of Persia, ist sei kurzem im Early Access spielbar. Verantwortlich zeichnet das Studio Evil Empire, das von ehemaligen Entwicklern des Indie-Hits Dead Cells gegründet wurde. Es überrascht daher nicht, dass der Rogue Prince – wie auch der Name schon andeutet – ein ganz ähnlich gestricktes Roguelike ist, in dem der Titelheld dank 2D-Seitenansicht nach zahlreichen 3D-Auskopplungen ein wenig zu seinen spielerischen Wurzeln zurückkehrt.
Die Sprungeinlagen sind nicht ganz ohne. An Wänden im Hintergrund, wie hier im Bild, könnt ihr allerdings ein paar Schritte entlanglaufen und dies auch mit Sprüngen kombinieren.

Der Prinz gegen die Hunnen
Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Die Hunnen haben das orientalische Reich des Prinzen überfallen. Dieser muss sich so schnell wie möglich zurück zur Hauptstadt durchkämpfen, um sein Reich zu retten. Das ist zwar nicht leicht, praktischerweise ist er aber in einer Zeitschleife gefangen, die ihn bei jedem Tod zum Abend des Angriffs zurückversetzt und so unendlich viele Versuche ermöglicht. Zu seinem Glück verhindert zudem eine obskure Schamanin, dass sein Lager im Umland des Orts von dieser Schleife erfasst wird, was das Freischalten dauerhafter Verbesserungen ermöglicht.

Verbesserungen erfordern aber Ressourcen und Blaupausen und die muss sich der Prinz durch wiederholte Versuche nach und nach erspielen. Anfangs startet ihr nur mit Dolchen, Bogen und einem Kick, der Gegner gegen Hindernisse sowie in Abgründe schleudert – oder aber Steine gegen Feinde. Später kommt eine im Hub freischaltbare Auswahl an Schwertern, Speeren und Wurfwaffen hinzu.

Kämpfen und Springen sind dabei fast gleich wichtig. Die meisten Sprungpassagen sind durchaus machbar, auch wenn fiese Fallen alle paar Meter zu finden sind. Interessant sind dabei auch die Wallruns, die ihr an Wänden in der Hintergrundgrafik ausführt. Deutlich kniffliger werden die Parcours in den durch Türen erreichbaren Nebenräumen, an deren Ende aber prall gefüllte Beutetruhen auf euch warten.

Die Kämpfe sind derzeit aber noch schwieriger als die Sprungpassagen. Während ihr mit etwas Übung schnell vorankommt, sorgt die Kombination aus Gegnern mit Schilden oder Spezialfähigkeiten mit den allgegenwärtigen Fallen schnell für anspruchsvolle Kämpfe. Das liegt nicht zuletzt an dem hohen Schaden, den ihr bei jedem Fehler einsteckt, während die Heilmöglichkeiten sehr rar sind. Auf die Spitze getrieben wird dies, sobald ihr dem ersten der derzeit zwei Bosse gegenübersteht. Der bestraft jeden Fehler brutal und fordert euch sauber ausgeführte Sprung- und Wallruneinlagen ab.
Schon der erste Bosskampf erfordert präzises Ausweichen per Sprung und Wallrun.

1001 Versuche

Etwas einfacher wird euer Leben durch die bis zu vier Medaillons, die euch Buffs verleihen. So sorgt ein Medaillon dafür, dass ihr beim Kicken von Gegnern gegen Hindernisse Giftwolken erzeugt oder bei Treffern Gold erbeutet wird. Viele Medaillons haben zudem mehrere Stufen, die über ein interessantes Upgrade-System, das manchmal harte Entscheidungen erfordert, auf- und auch wieder abgewertet werden können.

Sterbt ihr schließlich doch, landet ihr wieder im Hub, in dem ihr mit einer Währung namens Spirit Glimmer neue Waffen und Medaillons freischaltet – sofern ihr diese in den Levels an speziellen Feuerstellen ins Hub geschickt habt. Das Gold, die andere Währung im Spiel, mit der ihr in den Levels bei Händlern Waffen und Medaillons kauft, geht dagegen mit dem Tod allerdings verloren.

Die Levels werden bei jedem Versuch neu generiert und verzweigen sich auch. So habt ihr schon früh die Wahl zwischen zwei Bereichen als erstem Level, die ihrerseits wieder zwei Ausgänge haben, die aber zu denselben beiden Bereichen des zweiten Levels führen.

Positiv erwähnen muss ich die Musik im Spiel, die treibende elektronische Beats mit orientalischen oder mongolischen Einflüssen kombiniert. Technisch ist in dieser frühen Early Access-Fassung nichts zu beanstanden. Allerdings gibt es derzeit keine deutschen Texte.
Das Medaillon-System ist überraschend komplex. Dieses neue Amulett würde an dieser Stelle das alte in der Mitte zerstören, das linke abwerten und das rechte aufwerten.

Fazit
The Rogue Prince of Persia macht in dieser frühen Version einen guten Eindruck. Die Animationen sind flüssig und die Wallruns und Sprungeinlagen machen, untermalt von dem tollen Soundtrack, viel Spaß. Allerdings gibt es im Vergleich zu Dead Cells derzeit noch viel weniger Möglichkeiten, den eigenen Charakter während eines Runs hochzurüsten. Das war für mich besonders beim ersten Bosskampf spürbar, der im Vergleich zu den Levels davor (und danach) eine deutliche Spitze in der Schwierigkeit darstellt. Glücklicherweise lassen sich seit dem neusten Inhaltspatch die Lebenspunkte und die Anzahl der Heiltränke erhöhen, was das Vorankommen im Spiel (fast zu sehr) erleichtert.

Allzu schnell, nämlich nach dem vierten Gebiet und dem zweiten Boss, ist das Spiel schon wieder vorbei. Der Wiederspielwert ergibt sich dann nur noch aus den Storyhappen, die euch gelegentlich in bestimmte Gebiete lotsen. Weitere Einstellungsmöglichkeiten wie bei Dead Cells fehlen noch.

Insgesamt hat das Spiel für mich also schon ein hohes Potential, aber es ist eben doch spürbar, dass es sich noch im Early Access befindet. Es fehlt noch an Content und auch das Balancing kann gerne verbessert werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Spiel daher nur für ungeduldige Enthusiasten geeignet. Alle anderen Genrefans können es aber auf dem Wunschzettel behalten und einen zweiten Blick riskieren, wenn der Release ansteht.
  • 2D-Roguelike
  • Einzelspieler
  • Derzeit vor allem für Profis
  • 19,99 Euro auf PC (Early Access)
  • In einem Satz: Schweres Roguelike, das sein Potential zum Ende des Early Access hoffentlich ausschöpfen kann
Deklest 13 Koop-Gamer - 1586 - 14. Juni 2024 - 23:41 #

Ich würde wahrscheinlich an den Sprungeinlagen scheitern, egal wie weit der Prinz schon aufgelevelt wäre.

Nivek242 33 AAA-Veteran - P - 987878 - 15. Juni 2024 - 6:26 #

Danke für den Check, habe bei Steam direkt zugeschlagen. Ich mag diese Art von Spielen sehr.

LRod 19 Megatalent - - 18724 - 15. Juni 2024 - 22:40 #

Viel Spaß damit (und etwas Geduld beim Warten auf mehr Content während der EA-Phase)!

SupArai 25 Platin-Gamer - - 62613 - 15. Juni 2024 - 10:51 #

Ja, mmmhhh, weiß nicht. Irgendwie bin ich Roguelite-müde. Optisch gefällt mir der Rogue Prince zudem nicht, das ist mir zu reduziert.

Da greife ich direkt zu Dead Cells, dem Original.

Danke für den Check. :-)

Ganon 27 Spiele-Experte - - 84462 - 15. Juni 2024 - 11:20 #

"nur für ungeduldige Enthusiasten geeignet"

Also da bin ich raus. ;-)
Danke für den Check!

LRod 19 Megatalent - - 18724 - 15. Juni 2024 - 16:03 #

Alles gut, man merkt ja wie gesagt, dass es eine frühe Early Access-Phase ist. Zum Release gibt es bestimmt mehr Inhalte.

Moe90 22 Motivator - - 35527 - 16. Juni 2024 - 19:12 #

Sieht nach einem launigen Spiel aus. Danke für den Check!

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