eSport-Turnierserie vorgestellt:

ESL Extreme Masters Report

Dieser Inhalt wäre ohne die Premium-User nicht finanzierbar. Doch wir brauchen dringend mehr Unterstützer: Hilf auch du mit!
Jung und Alt kämpfen auf dem ersten Event der Extreme Masters um die besten Plätze (Foto: esl.eu)

Wie Phönix aus der Asche – nur ohne Asche

Während 2006 schon die ersten Todesvorboten der CPL zu bemerken waren, kommt Turtle Entertainment, Betreiber der Electronic Sports League ins Spiel. Das deutsche Unternehmen nutzt die langsam entstehende Lücke im Gefüge der großen eSport-Turniere und verkündet den Europa-exklusiven Start einer neuen Super-Liga. Die Rede ist von den Extreme Masters. Der Fokus lag auf den beiden Platzhirschen im elektronischen Sport: Counter-Strike (5 gegen 5) und Warcraft 3 (1 gegen 1). Das Motto lautete also "Keine Experimente". Schon im Startjahr konnte die ESL die europäische eSports-Elite mit einem hohen Preisgeld von insgesamt 160.000 Euro locken. Davon entfielen 118.000 Euro auf Counter-Strike und 42.000 auf Warcraft 3.
 
Das Qualifikationssystem setzte auf den bereits etablierten nationalen Ligen der ESL auf. Die besten zwei der jeweils höchsten nationalen Spielklasse qualifizierten sich direkt für die Hauptrunde. Schlechter platzierte Teams bekamen über Relegationsspiele die Chance, doch noch am Wettbewerb um das große Geld teilzunehmen. Die Hauptrunde ist nichts weiter als die aus anderen Sportarten bekannte Gruppenphase. Die besten Teams beziehungsweise Spieler qualifizieren sich für das Finalturnier.

Neben der regulären Saison, sprich Qualifikation und Hauptrunde im Internet, konnten sich die Fans auch auf vier Offline-Events freuen. Die Extreme Masters lockten in ihrer ersten Saison Fans auf "Friday Night Games" nach Hamburg, Stockholm, Paris und Moskau. Jede Veranstaltung bot ein spannendes Match aus der Kategorie Warcraft 3 und eines aus der Kategorie Counter-Strike mit Spielern und Teams aus dem jeweiligen Land des Veranstaltungsortes. Für professionellen Spielkommentar sorgte damals noch der IPTV-Sender Giga 2 (heute ESL-TV). Mit den Friday Night Games als Meilensteine auf dem Weg zum Finale konnte man sich schon erste Vorstellungen vom Ausmaß des Finales dieser ersten Saison der Extreme Masters machen. Als Austragungsort wurde die CeBIT im März 2007 in Hannover auserkoren. Über vier Tage hinweg trafen die Besten der Besten Europas bei Counter-Strike und Warcraft 3 aufeinander. Für die deutschen Teilnehmer hat es am Ende nicht ganz gereicht: In Warcraft 3 erreichte Andrew „fire_de“ Regendantz den vierten Platz für Deutschland und konnte immerhin 4.000 Euro mit nach Hause nehmen. Die deutschen Counter-Strike-Teams Alternate (7. Platz) und Mousesports (5. Platz) konnten 2.000 Euro und 3.000 Euro für die Mannschaftskassen einsacken. Ganz oben standen am Ende der Franzose Yoan „ToD“ Merlo (15.000 Euro) und die Polen von Pentagram (40.000 Euro).
 
Europa öffnet sich in der zweiten Saison… ein wenig

In der zweiten Spielzeit verwendete die ESL den gut funktionierenden Qualifikationsmodus aus der ersten Saison, und auch die Disziplinen blieben gleich. Das Gesamtpreisgeld konnte auf 285.000 US-Dollar angehoben werden. Vom Konzept der Friday Night Games wandte man sich jedoch teilweise ab. Das einzige Event dieser Art während der zweiten Extreme Masters Saison wurde in Köln abgehalten. Ansonsten führten die Veranstalter die "Global Challenges" ein, sie stellten ein Turnier im Turnier dar. Die Teilnehmer wurden durch die Ligaleitung teilweise eingeladen, teilweise gab es regionale Qualifikationsturniere.
 
Mit der ersten Global Challenge präsentierten sich die Extreme Masters erstmals auf amerikanischem Boden. Auf der weitgehend gefloptten E for All in Los Angeles konnten die virtuellen Athleten um die ersten 65.000 US-Dollar aus dem Preisgeldpool kämpfen. Neben den amerikanischen Qualifikanten wurden ein koreanisches CS-Team und vier koreanische Warcraft-3-Spieler zum Turnier eingeladen. Die Lokalpatrioten aus den USA hatten den europäischen und asiatischen Herausforderern jedoch nicht viel entgegenzusetzen.
Jugendlich wirkende Sieger in L.A.: fnatic. (Foto: esl.eu)
In Counter-Strike konnten die Schweden vom Team Fnatic 25.000 US-Dollar für den ersten Platz gewinnen. Leider hatte kein deutsches Team den Weg über den großen Teich angetreten. Warcraft 3 wurde von den Koreanern dominiert. June „Lyn“ Park hatte am Ende die Nase vorne und erspielte sich 12.000 US-Dollar Preisgeld und, als Besonderheit, einen Platz für den großen Finalevent. Der deutsche Johannes „hanf“ Morlo konnte sich immerhin auf Platz 5 spielen und mit 500 US-Dollar nach Hause gehen.
 
Global Challenge Nummer 2 fand auf der DreamHack in schwedischen Jönköping statt. Die DreamHack steht mit über 11.000 Teilnehmern als weltweit größte LAN-Party im Guinnes Buch der Rekorde. Auf diesem Event wurden rund 90.000 US-Dollar an Preisgeld ausgeschüttet, hauptsächlich an ein spezielles Zusatzturnier in World of Warcraft, welches das amerikanische Team Pandemic (45.000 US-Dollar) für sich entscheiden konnte. Für Warcraft 3 und Counter-Strike wurde diese Gelegenheit lediglich genutzt, um wichtige Matches der Hauptrunde auszuspielen.
 
Nach zwei Global Challenges wurde ein Friday Night Game in Köln eingeschoben. Der Niederländer Manuel „Grubby“ Schenkhuizen konnte in Warcraft 3 den deutschen Vertreter Andrew „fire_de“ Regendantz mit 2 zu 0 bezwingen. Ganz anders sah es in Counter-Strike aus. Hier besiegte das deutsche Team Mousesports die Dänen von MTW mit 2 zu 1.
 
Wieder fand eine Saison der Extreme Masters ihr Ende auf der CeBIT in Hannover. Wieder hieß es vier Tage lang eSport pur. Wieder ging es um riesige Summen Preisgeld. Counter-Strike verlief aus deutscher Sicht wesentlich erfolgreicher als in der Vorsaison: Team Alternate spielte sich auf Platz 3 und kassierte 15.000 US-Dollar. Die Sensation schaffte Mousesports. Nach einem perfekten Turnier konnten sie mit 50.000 US-Dollar als Sieger vom Platz gehen. In Warcraft 3 stand der Koreaner June „Lyn“ Park, der schon in Los Angeles gewann, ganz oben auf dem Treppchen, mit einem Scheck über 20.000 US-Dollar wedelnd.

Kein freier Platz während der Finalspiele. Wobei, würden die in der ersten Reihe sich nicht so fläzen... (Foto: esl.eu)
 
Rondrer (unregistriert) 13. Oktober 2009 - 13:43 #

Interessanter Artikel, auch wenn mich das Thema nicht so wirklich anspricht. Aber gerade deswegen war es interessant mal so eine Art Zusammenfassung zu lesen.
Ganz durchgeblickt hab ich zwar nicht, insbesondere bei den Aufzählungen mehrerer Teams und wer dabei jetzt welche Disziplin spielt, aber das ist für mich eh nicht so wichtig.

Auf jedenfall Daumen hoch und gerne mehr davon ;D

fragpad 14 Komm-Experte - P - 2074 - 13. Oktober 2009 - 20:59 #

Bin etwas zwiespältig - erste Seite ist richtig gut und schade ist das Du Dich danach nur noch auf die Extrem Masters konzentriest und etwas zu viel Plazierungen/Zahlen bringst. Ein kurzer Blick rüber nach Korea oder China hätte ich sehr gut gefunden oder auch nen Überblick über die kleineren Ligen und Tuniere.
Aber das kann ja noch kommen :)

André Pitz 15 Kenner - 2976 - 13. Oktober 2009 - 21:08 #

In der Hinsicht anderen Turniere/Ligen und der eSport in anderen Ländern habe ich schon etwas in Planung, keine Angst ;) Hätte ich so etwas auch noch mit in den Artikel gepackt, wäre er einfach viel zu lang geworden.Hier lag mein Fokus auf den Extreme Masters, da die im Moment einfach das Maß der Dinge bilden.

Stefan Schmitt 12 Trollwächter - 984 - 15. Oktober 2009 - 17:03 #

eSport-Turnierserie vorgestellt:
ESL Extreme Masters

Habe bei dem Titel nichts anders erwartet.

Sebastian Conrad 16 Übertalent - 4790 - 14. Oktober 2009 - 8:32 #

Toller Bericht. Bin selber eSport-Fan und weine immer noch unserer verpassten Chance nach bei den Europameisterschaften der Clanbase anzutreten. Haben damals n Spring-Cup gewonnen und kamen so in den Pool für die Wildcard. Das waren damals schöne Zeiten in Beben 3 :)

Christian Korndoerfer 14 Komm-Experte - 2128 - 15. Oktober 2009 - 11:17 #

schöner artikel, sehr informativ für leute die sonst weniger mit dem thema zu tun haben könnt ich mit vorstellen. gibt auf jedenfall nen stimmiges gesamtbild über die szene ab. für "insider" natürlich wenig neues, aber dafür isses ja auch nicht gedacht :)

Stefan Schmitt 12 Trollwächter - 984 - 15. Oktober 2009 - 17:03 #

Als jemand, der selbst in der eSport-Szene aktiv ist, kann ich sagen: Sehr guter Artikel.