eSport-Turnierserie vorgestellt:

ESL Extreme Masters Report

Saison 3: endlich ist die ESL auch in Asien angekommen. (Foto: esl.eu)

Europa, Amerika, Asien… und World of Warcraft


Mit der dritten Saison in 2008 begann für die Extreme Masters eine neue Ära. Der Preispott explodierte sprichwörtlich auf  750.000 US-Dollar. Dafür würde auch bereits der eine oder andere Tennis-Weltstar anreisen oder Bayern München ein Gastspiel in Korea geben! Doch nicht nur das Preisgeld wurde verändert, auch an den weiteren Strukturen des Turniers wurden starke Änderungen vorgenommen. Der noch immer sehr beliebte Strategie-Hit Warcraft 3 wurde unter großem Protest der Fangemeinde aus dem regulären Wettbewerb gestrichen und durch das im eSport kontrovers diskutierte World of Warcraft ersetzt, in dem sich Drei-Mann-Teams in der Arena duellieren. Auch vom Konzept der Friday Night Games wurde endgültig Abstand genommen, der Veranstalter konzentrierte sich ausschließlich auf die Global Challenges und schuf eine weitere Instanz vor den Global Finals: die Continental Finals, auf denen die besten Teilnehmer der aufgestockten Global Challenges um ihren Platz auf dem großen Finale und einen weiteren Haufen Preisgeld kämpften.
 
Eine weltweite Turnierserie

Der erste Stopp in der dritten Saison der Extreme Masters fand im Rahmen der Global Challenge Leipzig statt. Wie schon im letzten Jahr wurde die Games Convention als Veranstaltungsort genutzt, jedoch boten die Veranstalter ein abgespecktes Programm an. Lediglich die neue Disziplin World of Warcraft wurde mit zwölf Teams präsentiert, die um 30.000 US-Dollar Preisgeld kämpften. Diese Schlacht und 15.000 US-Dollar konnten am Ende die deutschen Spieler von Nihilum Plasma gewinnen. Sie setzten sich gegen ein bunt gemischtes Teilnehmerfeld aus Spaniern, Franzosen, Amerikanern und weiteren Deutschen durch.
 
Der nächste Halt war in Los Angeles, ein weiteres Mal war die E for All der Schauplatz. 80.000 US-Dollar Preisgeld alleine für dieses Event lockten 16 Counter-Strike-Teams und 8 WoW-Teams in die Stadt der Engel. Die Schweden von SK-Gaming schöpften 25.000 US-Dollar ab, das spanische Team 6tence strich für ihren Sieg im World-of-Warcraft-Turnier 15.000 Greenbacks ein.
 
Keine zwei Wochen später gab es eine weitere Global Challenge auf amerikanischem Boden. Gastgeber war die kanadische Metropole Montreal. Wieder wurde um 80.000 US-Dollar gespielt, wieder vermisste man deutsche Beteiligung und auch die Sieger aus Los Angeles waren wieder mit von der Partie, am Ende standen jedoch andere ganz oben. In Counter-Strike setzte sich das schwedische fnatic durch und in WoW konnte sich das britische Ensemble von SK-Gaming gegen ein aufgestocktes Teilnehmerfeld von 16 Teams durchsetzen.
 
Besonders exotisch war die dritte und auch letzte Global Challenge der Extreme Masters Season 3. Schauplatz eines mit 50.000 US-Dollar dotierten Counter-Strike-Turniers für 16 Teams bildete ein riesiges Einkaufszentrum im warmen Dubai. Der Wettbewerb wurde einmal mehr durch die europäischen Teams dominiert, die teilnehmenden arabischen Teams hatten nicht den Hauch einer Chance. Nach den stark aufspielenden Schweden der letzten beiden Global Challenges schaffte es endlich ein deutsches Team ins Rampenlicht. Keine geringerer als Season-2-Gewinner Mousesports deklassierte die Konkurrenz und konnte mit 25.000 US-Dollar zum nächsten Juwelier laufen.

Ein Counter-Strike-Team aus Dubai war eher für die Abteilung Lokalkolorit zuständig als echte Konkurrenz. (Foto: esl.eu)

 
Nach dem Ende der Global Challenges mussten nur noch die endgültigen Teilnehmer für das große Global Final ausgespielt werden. In jeder der drei Regionen (Europa, Amerika und Asien) wurde ein Continental Final abgehalten, auf dem die besten regionalen Teams um ihren Platz im großen Saisonfinale kämpfen. Je besser die Platzierung der jeweiligen Teams auf einer der Global Challenges, desto mehr Plätze für das Global Final wurden für den entsprechenden Kontinent vergeben. Für Asien wurden HON, SK-Gaming (World of Warcraft) und Wemade Fox (Counter-Strike) ins Rennen geschickt. Amerika wurde von den Teams X3O, Gravitas Gaming und Evil Geniuses (Counter-Strike) sowie SK-Gaming, Complexity, Evil Geniuses und Mousesports Cake (World of Warcraft) repräsentiert. Für das übermäßig stark vertretene Europa hielten in Counter-Strike mTw, das deutsche Alternate, fnatic, Meet Your Makers, SK-Gaming, AndThenSome und Crack Clan die Fahne hoch. Das in Dubai noch unglaublich stark aufspielende Mousesports verpasste die direkte Qualifikation bei WoW, stattdessen waren Innerfire, aAa, Nihilum Plasma, x6tence, SK-Gaming und zwei Teams aus dem Hause Mousesports in dieser Disziplin gesetzt.
Die letzte Schlacht wurde wieder in Hannover auf der CeBIT 2009 geschlagen, bei der es um die letzten 200.000
Team HON schreit sich zum Sieg in WoW. Foto: esl.eu
US-Dollar im Preisgeldpott ging. In Counter-Strike zeigten die Schweden von fnatic ein weiteres Mal, aus welchem Holz sie geschnitzt sind und bezwangen im großen Finale die Polen von Meet Your Makers. 50.000 US-Dollar winkten als Belohnung. Weniger erfolgreich verlief das Turnier für Deutschlands Vertreter Alternate, die mit Platz 5 und lediglich 6.000 US-Dollar Preisgeld vorlieb nehmen mussten. In World of Warcraft konnte das koreanische Team HON in einem Herzschlagfinale die 30.000 US-Dollar Siegprämie einstreichen. Deutschland musste mit einem weiteren fünften Platz leben, der nur 3.000 US-Dollar einbrachte.
 
Stillstand? Weit gefehlt!

Nach dem erfolgreichen Abschluss der dritten Saison planten die Verantwortlichen bei Turtle Entertainment sogleich die nächste Saison, die im August angekündigt wurde. Als ob es die Wirtschaftskrise gar nicht geben würde, sollen 500.000 US-Dollar Preisgeld ausgeschüttet werden. Das komplexe, aber bewährte System aus regulärer Online-Saison, Global Challenges, Continental Finals und Global Final wird beibehalten. Counter-Strike und World of Warcraft befinden sich unverändert auf dem Spielplan. So weit, so gut, doch eine Bombe ließen die Veranstalter noch platzen. Als dritte Disziplin führte man Quake Live (1 gegen 1) ein. Somit hat die Extreme Masters auf jeden Fall die Aufmerksamkeit der alten Deathmatch-Garde auf ihrer Seite und zieht gleichzeitig neue Fans an, die auf den Zug des kostenlosen Shooters aufgesprungen sind.
 
Mehr über die Spieler, alle nervenaufreibenden Matches und ob sich die deutschen Teams bereits in die oberen Tabellenränge spielen konnten erfahrt ihr demnächst hier auf GamersGlobal.de

Autor: André Pitz

André Pitz 12. Oktober 2009 - 12:47 — vor 10 Jahren aktualisiert
Rondrer (unregistriert) 13. Oktober 2009 - 13:43 #

Interessanter Artikel, auch wenn mich das Thema nicht so wirklich anspricht. Aber gerade deswegen war es interessant mal so eine Art Zusammenfassung zu lesen.
Ganz durchgeblickt hab ich zwar nicht, insbesondere bei den Aufzählungen mehrerer Teams und wer dabei jetzt welche Disziplin spielt, aber das ist für mich eh nicht so wichtig.

Auf jedenfall Daumen hoch und gerne mehr davon ;D

fragpad 14 Komm-Experte - P - 1814 - 13. Oktober 2009 - 20:59 #

Bin etwas zwiespältig - erste Seite ist richtig gut und schade ist das Du Dich danach nur noch auf die Extrem Masters konzentriest und etwas zu viel Plazierungen/Zahlen bringst. Ein kurzer Blick rüber nach Korea oder China hätte ich sehr gut gefunden oder auch nen Überblick über die kleineren Ligen und Tuniere.
Aber das kann ja noch kommen :)

André Pitz 15 Kenner - 2976 - 13. Oktober 2009 - 21:08 #

In der Hinsicht anderen Turniere/Ligen und der eSport in anderen Ländern habe ich schon etwas in Planung, keine Angst ;) Hätte ich so etwas auch noch mit in den Artikel gepackt, wäre er einfach viel zu lang geworden.Hier lag mein Fokus auf den Extreme Masters, da die im Moment einfach das Maß der Dinge bilden.

Stefan Schmitt 12 Trollwächter - 984 - 15. Oktober 2009 - 17:03 #

eSport-Turnierserie vorgestellt:
ESL Extreme Masters

Habe bei dem Titel nichts anders erwartet.

Sebastian Conrad 16 Übertalent - 4790 - 14. Oktober 2009 - 8:32 #

Toller Bericht. Bin selber eSport-Fan und weine immer noch unserer verpassten Chance nach bei den Europameisterschaften der Clanbase anzutreten. Haben damals n Spring-Cup gewonnen und kamen so in den Pool für die Wildcard. Das waren damals schöne Zeiten in Beben 3 :)

Christian Korndoerfer 14 Komm-Experte - 2128 - 15. Oktober 2009 - 11:17 #

schöner artikel, sehr informativ für leute die sonst weniger mit dem thema zu tun haben könnt ich mit vorstellen. gibt auf jedenfall nen stimmiges gesamtbild über die szene ab. für "insider" natürlich wenig neues, aber dafür isses ja auch nicht gedacht :)

Stefan Schmitt 12 Trollwächter - 984 - 15. Oktober 2009 - 17:03 #

Als jemand, der selbst in der eSport-Szene aktiv ist, kann ich sagen: Sehr guter Artikel.