Spiel mit der Geschichte

Spiel mit der Geschichte Report

So kommt die Historie ins Videospiel

Hagen Gehritz / 7. Mai 2022 - 14:00 — vor 1 Woche aktualisiert

Teaser

Was sind die besonderen Herausforderungen bei der Entwicklung von Spielen mit historischem Setting und wie läuft die Arbeit mit Experten ab? Wir haben bei Entwicklern und Historikern nachgefragt.
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2018 war der Autor dieser Zeilen noch Student und saß besonders gespannt in einer Geschichtsveranstaltung, in der Gastdozenten Vorträge hielten oder Doktoranden und Co. ihre Abschlussprojekte vorstellten. Grund für die Spannung war das Master-Thema eines Kommilitonen, der die Darstellung von frühmodernen Kriegen in Film, Videospielen und kostümierten Schlachtnachstellungen ("Re-Enactments", besonders beliebt zum amerikanischen Bürgerkrieg) verglich.

An einer Stelle zeigte er den CGI-Trailer des 2010 erschienenen Total War - Napoleon. Der Film sorgte für viel Erheiterung in der Runde, aus zwei Gründen. Erstens wegen der bewussten Verdrehung historischer Fakten – unter anderem sieht man, wie Napoleons Truppen Admiral Nelsons gestrandetes Flaggschiff HMS Victory in Brand setzt, Frankreich also folglich die Schlacht von Trafalgar gewonnen hat. Zweitens erzeugte die pathetisch-martialische Rede von Napoleon, der sich in Großaufnahme als Bringer von Donner und Tod vorstellt, nicht ganz die beabsichtigte Stimmung.
 
Die Rede und die Schlachtszenen zeigen, wie Inszenierungen der Vergangenheit aus anderen Medien in Spielen aufgegriffen werden; gleichzeitig demonstriert die Zerstörung der HMS Victory, wie Spiele in besonderer Weise die Geschichte als ergebnisoffene Simulation erlebbar machen können. Wer den Titel gespielt hat, mag sich vielleicht auch an die interne Enzyklopädie zu den Einheiten und anderen Spielelementen erinnern – sie verdeutlicht, dass einiges an Recherche in die Entwicklung floss.
 
Dieser Report wirft ein Licht auf die besondere Herausforderung bei der Darstellung von Geschichte in Spielen. Wie kommt eigentlich die Historie in digitale Welten? Konkret zeigen wir, wie die Zusammenarbeit mit Historikern, Archäologen und Museen bei den Titeln A Total War Saga - Troy, dem Indie-Hit The Forgotten City und bei diversen Teilen der Assassin’s Creed-Reihe seit Assassin's Creed 3 ablief.
 
Napoleon verbrennt Admiral Nelsons Flaggschiff in Total War - Napoleon. Die Geschichte mit den eigenen Taten umzuschreiben ist ein starker Reiz, der insbesondere bei Strategiespielen zum Tragen kommt.
 

„Wie es eigentlich gewesen“

Der Reiz an historischen Spielen liegt relativ schnell auf der Hand: Noch stärker als lineare Medien wie Filme und Bücher lassen uns Spiele als Zeitreisende berühmte Orte und Personen besuchen. Wir können quasi selbst bei historischen Momenten dabei sein und nicht nur bei längst Vergangenem mitfiebern, sondern selbst tätig werden. Dass der Realismus dabei seine Grenzen hat, dürfte wenig überraschen. Im Duell "Faktentreue gegen Spielbarkeit" wird sich immer die Mechanik durchsetzen,  und das ist nicht schlimm.

Leopold Ranke, einer der Väter der modernen deutschen Geschichtswissenschaft, prägte noch den Satz, der Historiker „will blos zeigen, wie es eigentlich gewesen.“ Dieser Anspruch, dass Historiker nur genug Quellen ausleuchten müssen, um die letztlich definitive Version geschichtlicher Ereignisse zu liefern, wird im akademischen Feld heute nicht mehr vertreten. Wobei durchaus Streit darüber herrscht, wie nahe man vergangenen Ereignissen kommen kann und wie viel Relativierung angebracht ist.
 
Selbst Geschichtswissenschaft und Archäologie ermöglichen also nicht „die“ einzig wahre Zeitreise; sie rekonstruieren, von Fragestellungen geleitet, auf der Basis von entdeckten Artefakten sowie absichtlich und unabsichtlich hinterlassenen Quellen. Selbst unstrittige Zahlen und Daten müssen letztlich um Interpretation ergänzt werden, um das Wirken und Denken früherer Menschen nachzustellen, das im Zentrum der Geschichte steht. Dabei wird ausgesiebt und verdichtet, und auch das sprachliche Handwerkszeug kommt zum Einsatz, mit dem die Menschheit seit Ewigkeiten Erzählungen interessanter gestaltet.
 
Nun sollen Computerspiele unterhalten, entsprechend erfordern ihre Geschichten zur Geschichte allerlei Zugeständnisse. Ereignisse und  Verwicklungen im Leben entfalten sich normalerweise nicht Schlag auf Schlag – doch für die Tage und Wochen, Monate und Jahre, die bedeutende Geschehnisse und Umwälzungen tatsächlich dauerten, ist in keinem Film und in keinem Spiel genügend Platz. Neben der dadurch nötigen Straffung kommt beim Spiel durch die Mechanik ein Faktor dazu, der nur diesem Medium zu eigen ist. Interessanter als die bloße Feststellung, dass ein Spiel authentischer als das andere ausfällt, ist deshalb die Frage, wieso die jeweiligen Macher so und nicht anders entschieden haben.
 
In Strategiespielen wie Humankind schwebt ihr auf der Karte weit entfernt vom Alltag, der theoretisch dort unten auch irgendwo stattfindet, und habt das große Ganze im Blick.
 

Historien-Strategie

Nicht jedes Historienspiel greift gleichermaßen auf die Geschichte zurück. Angelehnt an die Typologie der Historikerin Angela Schwarz lassen sich drei Gruppen ausmachen. Die erste nutzt beispielsweise Legionäre und Cäsaren eher als grobes Szenario, als eine Art Kolorit. Wäre "Mittelalter" gerade in, sähen die Skins des Mobilspiels Grow Empire Rome halt etwas anders aus. Die zweite Gruppe – darunter die Action-Adventures der Assassin’s-Creed-Serie – webt geschichtliche Hintergründe in die Erzählung ein, lässt uns mit historischen Persönlichkeiten und Ereignissen interagieren, stellt aber die eigene Handlung in den Vordergrund. In der dritten Gruppe steht das möglichst exakte Annähern an die Historie im Fokus – etwa wenn es um die Simulation von historischen U-Booten oder anderem Kriegsgerät geht.
 
Viele Strategiespiele tendieren von diesen drei gedachten Kategorien am ehesten ins Kolorit-Lager. Civilization, Hearts of Iron oder Age of Empires unterscheiden sich in ihren Regeln und der Darstellung, doch die grundlegende Phantasie lässt sich herunterbrechen auf: Erkundung, Ausdehnung des eigenen Bereichs und Kampf. Das sind überzeitliche Konstanten der Menschheit.
 
Gerade bei der Globalstrategie geht es nicht um eine einzelne Schlacht, sondern um die Entwicklung ganzer Nationen oder gar Zivilisationen – und die muss wiederum in Regeln gegossen werden. Die Titel wollen Authentizität vermitteln, aber gleichzeitig die Komplexität reduzieren und mit spaßigen Mechaniken zusammenzufügen. Die Entscheidung für eine bestimmte Epoche in einem bestimmten Kulturkreis spricht zum einen die Phantasie an, besondere Truppen wie beispielsweise Samurai in die Schlacht zu führen. Große Ereignisse einer Zeit inspirieren wiederum besondere Spielmechaniken, um so ein zur Epoche passendes Flair zu schaffen.

Die Tücken bei der Entwicklung dieser Mechaniken beschrieb Chris King, der lange Jahre als Game Designer bei Paradox Interactive tätig war, in einem Vortrag auf der Games Developers Conference 2016  unter anderem am Beispiel von Victoria 2, in dem ihr der Welt in den Jahren 1836 bis 1936 euren Stempel aufdrückt. Wie er verriet, fiel dem Team auf, dass kluge Spieler mit ihren Imperien dem afrikanischen Kontinent fernbleiben würden – aus der reinen Mechanik heraus war es (wie auch ganz überwiegend in der Realität) ein Verlustgeschäft, dort einzufallen und Kolonien zu errichten. Allerdings strebten nun mal die realen Großmächte mit großem Einsatz danach.

Es galt also, so King weiter, Mechaniken zu finden, die Anreize für den Kolonialismus schufen, damit das Spiel sich entsprechend der Historie entwickelt. Nun taten sich bei der Recherche diverse Erklärungen für imperialistische Bestrebungen in Afrika auf, wie zum Beispiel Ablenkung von innenpolitischen Problemen oder globalpolitischer Geltungsdrang. Die für Victoria 2 passendste Antwort fand das Team im Geschichtsbild von Karl Marx. Der erklärte den Kolonialismus mit der Kapitalismuskritik-Brille als Maschinerie, um Rohstoffvorkommen zu sichern und den Kolonien den Kauf der eigenen Waren aufzuzwingen – ausgehend davon ließen sich am besten Regeln ableiten, die im Kontext der Spielmechanik Sinn ergeben.
 
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Chris King betonte in seinem GDC-Vortrag, dass es nicht darum gehe, sich Ideologien von Marx oder anderen Denkern zueigen zu machen, sondern sich zu Gunsten der Mechanik bei der Geschichte zu bedienen. Dennoch kann die Analyse interessant sein, welche Weltbilder sich aus Design-Entscheidungen ableiten.
Hagen Gehritz Redakteur - P - 96393 - 7. Mai 2022 - 13:55 #

Endlich könnt ihr ihn auch lesen. Viel Spaß dabei!

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 132363 - 8. Mai 2022 - 14:51 #

Danke, darauf habe ich mich schon sehr gefreut. Ich werde ihn morgen Nachmittag genüßlich lesen!

Edit: ich habe den Report jetzt gelesen und er hat mir wirklich sehr gut gefallen. Lieber Hagen, das hast Du sehr gut gemacht.

So etwas würde ich gerne öfters hier lesen. War das noch eine Gegenleistung aus einer Weihnachtsaktion oder ist er so entstanden?

Hagen Gehritz Redakteur - P - 96393 - 8. Mai 2022 - 15:42 #

Das ist der Weihnachtsaktions-Report, für den ihr früher in diesem Jahr bei der Umfrage mit drei möglichen Themen mehrheitlich für den Historien-Artikel abgestimmt habt. =]

J.C. 15 Kenner - P - 3660 - 7. Mai 2022 - 14:18 #

Absolut klasse, vielen Dank!

kurosawa 12 Trollwächter - 852 - 7. Mai 2022 - 15:10 #

super artikel. gerne mehr davon, welche die hintergründe des entstehens eines spiels beleuchten.

Olphas 25 Platin-Gamer - - 62188 - 7. Mai 2022 - 16:23 #

Sehr schöner Artikel! Da hat sich das warten doch gelohnt :)

Crizzo 19 Megatalent - P - 16074 - 7. Mai 2022 - 16:32 #

Toller Artikel, danke dafür Hagen! :)

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28099 - 7. Mai 2022 - 16:39 #

Super Report! Gerade in der Pause bei einer Tasse Kaffee gelesen. Forgotten City habe ich selbst gern gespielt und ich muss als jemand, der das alte Rom vor allem aus Historien-Filmen kennt, sagen, dass mir die extremen Feinheiten wohl gar nicht aufgefallen sind. Außerdem finde ich es geradezu absurd, dass man sich sogar um die Farbe der Möhren gekümmert hat, wenn das ganze Spiel -

ACHTUNG SPOILER

sich später als von-Däniken'scher Alien-Esoterik-Sci-Fi-Mumpitz entpuppt.

SPOILER ENDE

Bei Assassin's Creed finde ich es extrem schade, dass das Kompendium mit den Hintergrund-Infos bzw. überhaupt "Geschichte zum Mitspielen" nach und nach komplett gestrichen wurde. Gerade Teil 3 oder Unity taugen ja quasi als Geschichtsunterricht mit den ganzen historischen Ereignissen, die man sozusagen "live" miterlebt und dann direkt im Spiel nachlesen kann, wer die Leute wirklich waren und zu jedem Gebäude eine kleine Geschichte bekommt. Davon ist gar nichts mehr übrig, auch weil die Reihe zunehmend, mittlerweile ja komplett, im Fantasy-Mythologie-Genre angekommen ist. Ja, es gab noch diesen Discovery-Modus, aber losgelöst vom eigentlichen Spiel finde ich das nicht mehr so spannend´, zumal das erst zig Monate nach Release kam.

ds1979 17 Shapeshifter - - 6916 - 7. Mai 2022 - 17:36 #

Also ich hatte das Wissen von alten Rom aus meiner ersten Lebenshälfte ausschließlich aus Sandalenfilmen und wurde dann über eine örtlichen Römerverein ( was es nicht für Vereine gib) über die Antike aufgeklärt. Im Zweifelsfall bevorzuge ich weiterhin die Sandalenlore, wer will schon die Realität wenn er solch ein Spektakel haben kann?

AlexCartman 19 Megatalent - P - 18995 - 8. Mai 2022 - 11:49 #

Ich halte ja immer noch das Rom aus den Asterix-Bänden für die definitive Version.

Elfant 25 Platin-Gamer - P - 62824 - 9. Mai 2022 - 17:51 #

Bei AC 3 bin ich noch bei Dir, aber Unity hat da schon zu deutliche Schwächen.

10vorne 14 Komm-Experte - P - 2041 - 7. Mai 2022 - 23:25 #

Toller Report, genau mein Ding!

marcw11 15 Kenner - - 3830 - 8. Mai 2022 - 9:03 #

Großartiger Artikel. Gerne mehr in der Art.
Fand damals Waterloo total spannend, aber die reale Spielbarkeit hat es dann relativ bald wieder auf den Stapel verbannt.

toreyam 21 AAA-Gamer - P - 30299 - 8. Mai 2022 - 9:31 #

Wow, ich glaube da steckt richtig viel Arbeit drin. Super Report, vielen Dank Hagen für das Aufdröseln des Themas, damit es Leser wie ich (eher mäßig bewandert in Geschichte) nachvollziehen und etwas dazulernen können.

TSH-Lightning 25 Platin-Gamer - - 56112 - 8. Mai 2022 - 10:00 #

Toller Artikel mit interessanten Einblicken. Irgendwann muss ich dann The Forgotten City auch mal nachholen, aber vorher steht auch noch Expeditions - Rome auf der Liste. Die Geschichte ist für mich bei RPGs oft ein wesentlicher Grund dafür, ob man in das Spiel eintauchen kann. Wie im Artikel genannt, will ich als Spieler das Zeitalter oder die Mythologie spielerisch erleben und nicht etwas historisch perfektes haben was keinen Spaß macht; hat bei mir mit Assassin's Creed Odyssey sehr gut funktioniert.

AlexCartman 19 Megatalent - P - 18995 - 8. Mai 2022 - 11:57 #

Ich habe mich gerade durch zwei dicke Wälzer zum 1. und 2. Weltkrieg geackert. Den Hinweis, dass es zu historischen Ereignissen keine definitive Geschichtsschreibung gibt, finde ich wichtig. Jeder Historiker muss schon aus Gründen der Praktikabilität kürzen und auswählen, und dabei entstehen natürlich Lücken und/oder Tendenzen in der Berichterstattung. Davon, dass immer mal wieder neue Originalquellen auftauchen oder alte als falsch/gefälscht entlarvt werden, ganz zu schweigen. Und nicht ganz zuletzt sind auch Zeitzeugen oft nicht zuverlässig, als Beispiel seien da nur die Prozesse gegen hochrangige Offiziere der Nazis genannt, in denen die Angeklagten natürlich genau wussten, dass ihre wahrheitsgemäßen Aussagen ihnen oft den Strick einbringen würden.

Maestro84 19 Megatalent - - 15629 - 8. Mai 2022 - 12:32 #

Nicht zu vergessen sind politische Überzeugungen von Historikern. Über Jahrzehnte war so die Sicht auf den Ersten und Zweiten sehr angelsächsisch geprägt, natürlich gab es da direkte Linien vom preußischen Militarismus über die Alleinschuld der Deutschen am Ersten Weltkrieg direkt zu Hitler. Sogar deutsche Historiker haben diese Sichtweise, vielleicht auch aufgrund der eigenen Karriere, lange geteilt. Dass Kritik an dieser Sichtweise noch in den 2010ern für Aufregung sorgte, ist ja bezeichnend, wie emotional Geschichte noch Jahrhunderte später beurteilt wird.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 21714 - 8. Mai 2022 - 19:07 #

Bei den deutschen Historikern gibt es auch sehr unterschiedliche Richtungen. Ich bin am besten mit der bürgerlichen Linie gefahren: K.D. Erdmann, K.D. Bracher eher konservative Historiker, die durch eine angenehme Zurückhaltung auffallen.

Hagen Gehritz Redakteur - P - 96393 - 8. Mai 2022 - 12:49 #

Quellenkritik war für mich eines der spannendsten Elemente des Geschichtsstudiums und die Reflexionen zu Kontexten, Perspektiven und Intentionen sind durchaus allgemein fürs Leben nützlich.

Ich habe mir nur das Nötigste an Latein draufgeschafft, was eigentlich schon sehr ungünstig für einen guten Teil der europäischen Geschichte ist. Der Vergleich von übersetzten lateinischer Quellen offenbart teils überraschend unterschiedliche Interpretationen durch die Übersetzer. Wenn man dann wiederum schaut, wie sich bei der Geschichte des Altertums erhaltene Quellen offenbar bei nicht erhaltenen Texten bedienen, wie viel Zeit zwischen eigentlichen Ereignissen und den Aufzeichnungen dazu liegen und welche Philosophien bspw. antike Geschichtsschreiber antrieben (ich musste einmal lachen, als ich in einer Quelle las, der spätere römische Diktator Sulla habe im Bürgerkrieg Infos genutzt, die er durch das Verhör eines Satyrn erhielt), bin ich umso froher um jede archäologische Erkenntnis.

euph 29 Meinungsführer - P - 114796 - 8. Mai 2022 - 12:23 #

Sehr schöner Report. Danke dafür.

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 68614 - 8. Mai 2022 - 13:46 #

Wirklich ein gelungener Report, war interessant und hat Spaß gemacht zu lesen. :)

Rohrkrepierer 16 Übertalent - - 5665 - 8. Mai 2022 - 17:16 #

Danke für diesen üppigen Report. Er steht auf meiner Leseliste für die nächsten Abende.
Wen das Thema Geschichte und Videospiele interessiert, es gibt eine Dokureihe von ARTE namens HISTORY‘S CREED, die sich in knackigen Kurzfolgen mit vielen Aspekten der Geschichte und ihres Umgangs in Videospielen beschäftigt.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 21714 - 8. Mai 2022 - 21:58 #

Toller Report, danke dafür.
Ich denke, es ist wie beim wohligen Erschauern, wenn man beim Besichtigen einer Burg vor den realen mittelalterlichen Folterinstrimenten steht. Alleine das Gefühl,dass ein Setting so oder ähnlich tatsächlich stattgefunden hätte, erzeugt schon eine sehr immersionsdienliche Intensität.

Deklest 06 Bewerter - 87 - 8. Mai 2022 - 22:48 #

Ein Hammer guter Report. Ich bin sehr erfreut, dass ich das lesen durfte.

Edelstoffl 16 Übertalent - P - 4178 - 8. Mai 2022 - 23:32 #

Spitzen- Report! Danke dafür! Lustigerweise habe ich seinerzeit auch auch erwägt, meine Abschlussarbeit im Geschichtsstudium über historische Elemente in PC-Spielen zu schreiben, es aber für Propaganda im WKI verworfen. Gerne mehr solche Beiträge.

Tasmanius 21 AAA-Gamer - - 26782 - 9. Mai 2022 - 13:59 #

Aber wäre das nicht viel interessanter gewesen? Propaganda im ersten Weltkrieg scheint mir ein viel bestellter Acker.

Edelstoffl 16 Übertalent - P - 4178 - 10. Mai 2022 - 7:10 #

Ich hab das Thema lokal aufgezogen, da ich im Archiv meiner Heimatstadt auf jede Menge Quellen gestoßen bin.

thoohl 19 Megatalent - - 19506 - 10. Mai 2022 - 16:33 #

Klingt spannend. Wie muss ich mir das vorstellen, klassische manipulation, wussten sie es eigentlich besser und haben getäuscht...?
Ich kenne spontan nur diese Plakate...

Edelstoffl 16 Übertalent - P - 4178 - 10. Mai 2022 - 23:07 #

Wäre eine viel zu umfassende Antwort. Aber zusammenfassend gesagt, war die Kriegsbegeisterung bei weitem nicht so groß, wie in den Medien oft dargestellt und in der Erinnerugskultur verankert. Interessant auch der Blick auf verschieden Bevölkerungsgruppen: Sozis/Konservative, Männer/Frauen, Katholiken/Protestanten/ Juden, Da ich mich auch mal sehr mit Antisemitismus im Kaiserreich befasst habe, war hier die sog. "Judenzählung im Deutschem Heer" sehr interessant.Insgesamt war die Propaganda natürlich verfälschend und manipulierend - wie das nun mal so ist. Wir sehen's ja gerade selbst beim Blick auf Russland.
Sehr faszinieret war ich aber, dass sich die deutsche Propaganda im Vergleich zur Entente regelrecht harmlos darstellte. Dort fand eine regelrechte systematische Entmenschlichung des Kriegsgegnersstatt - ein Bild, welches bis heute noch im Kollektivgedächtnis der betroffenen Nationen nachwirkt.

Tasmanius 21 AAA-Gamer - - 26782 - 11. Mai 2022 - 20:41 #

Oh ja, das ist natürlich spannend :-). Ich finde, sobald ein lokaler Bezug hergestellt ist, zu Orten, die man kennt, vielleicht zu Personen, die irgendwie mit dem eigenen Stammbaum interagiert haben, wird Geschichte irgendwie viel konkreter und "näher".
Danke für die Auskunft!

Hermann Nasenweier 20 Gold-Gamer - P - 21294 - 9. Mai 2022 - 0:09 #

Schöner Artikel, da hat sich Hagen echt viel Arbeit gemacht.

Kühlschrankmagnet 10 Kommunikator - 455 - 9. Mai 2022 - 11:01 #

Der kursorische Streifzug durch dieses interessante Gebiet war mir eine sehr willkommene Abwechslung vom üblichen Einerlei und hat bestimmt auch viel Arbeit gemacht, umso bedauerlicher finde ich das nur mäßige Abschneiden des Artikels in der Publikumsgunst.

Vielleicht wächst ja noch Interesse nach, wenn sich die Kommentare füllen. Vielleicht kann man das Thema aber auch durchschnittslesergemäßer aufbereiten, indem man nicht alle Inhalte in einen Textkörper kippt, sondern sie nach Aspekten portioniert und in jeweils gesonderten Artikeln in einer Serie von Einseitern bringt.

Cpt. Metal 17 Shapeshifter - P - 6509 - 9. Mai 2022 - 11:06 #

Sehr schöner Artikel, vielen Dank!

xan 18 Doppel-Voter - P - 11403 - 9. Mai 2022 - 11:06 #

Sehr schöner Artikel dessen Herzblut und Privatinteresse spürbar ist.

Hat sich ja nicht mehr all zu viel getan in der Geschichtswissenschaft seit ich meinen Abschluss habe, wenn auch "nur" als Nebenfach.

Mich würden als Spinoffs die Interviews mit den Gesprächspartner reizen.

Gerne mehr solcher tiefer recherchierten Reports. Vielleicht für sowas mal ein Crowdfunding statt für ein Let's Play?

So, jetzt muss ich aber zurück an die Arbeit und Wissen ausm Boden holen.

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 132363 - 9. Mai 2022 - 11:26 #

Siehe dazu meine Userfrage im MoMoCa.

xan 18 Doppel-Voter - P - 11403 - 9. Mai 2022 - 12:49 #

Ah, Danke für den Hinweis. Werde ich direkt mal reinhören.

Hagen Gehritz Redakteur - P - 96393 - 9. Mai 2022 - 14:36 #

Danke! Zum Stand des Fachs: Im Report ging es um einen Eindruck vom allgemeinen Forschungsansatz. Der ist immer noch aktuell. Mehr hätte zu weit geführt, aber da reift schon manches, was interessant zu werden verspricht, zum Beispiel im Feld der digitalen Methoden. Habe da delbst ein wenig helfen dürfen, Datenbanken zu füllen, die als Grundlage für quantitative Sozialstudien dienen können.

Viel Spaß/Erfolg beim Buddeln!

xan 18 Doppel-Voter - P - 11403 - 9. Mai 2022 - 15:21 #

Klingt spannend und kannst mir gerne, wenn du magst, mehr dazu schreiben. Hier oder per PN oder auch gar nicht :)

Superkeks 10 Kommunikator - P - 405 - 10. Mai 2022 - 11:34 #

Noch ein "Stoindlkramer" hier?

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 41646 - 9. Mai 2022 - 11:54 #

Toller Artikel, danke dafür!

bluemax71 18 Doppel-Voter - - 9826 - 9. Mai 2022 - 12:44 #

Hallo Hagen. Ich hatte leider erst heute Zeit deinen Artikel zu lesen. Sehr interessanter Einblick, toller Artikel. Da ich mich als Geschichtsfan sehe genau mein Ding. Vielen Dank.

rofen 15 Kenner - P - 2748 - 9. Mai 2022 - 19:28 #

Toller Artikel!

Edelstoffl 16 Übertalent - P - 4178 - 10. Mai 2022 - 7:15 #

Interessant, wieviel Historiker sich auf GG tummeln - ist das Zufall? :) Generell glaube ich wahrzunehmen, dass Kulturwissenschaftler auch gerne zocken. Gibt's da einen Zusammenhang? Die gemeinsame Lust am Eskapismus? Wär mal ein Forschungsprojekt ;)

Superkeks 10 Kommunikator - P - 405 - 10. Mai 2022 - 11:31 #

Endlich Zeit gefunden, in Ruhe diesen tollen Artikel zu lesen. Man merkt, dass du viel recherchiert hast und vor allem hast du den Inhalt gut strukturiert und aufbereitet (gerade Faktencheck vs. Spielmechanik). Als aktiver "Archaeogamer" hab ich mich ganz wohl gefühlt.

Sokar 20 Gold-Gamer - - 21359 - 10. Mai 2022 - 16:42 #

Super Artikel, da steckt viel Arbeit drin. Und Fachwissen. Viele von den Referenzen außerhalb der Spiele kannte ich nicht, hab aber auch Informatik studiert ;)
Als jemand, der sich auch für Geschichte interessiert, fand ich den Blick hinter die Kulissen super, wie die Entwickler an diesen Aspekt rangehen - und das sowohl bei kleiner Indie-Produktion als auch große AAA-Spiele (Spoiler: wir können uns kein Team zur historischen Recherche leisten ;)

Shake_s_beer 17 Shapeshifter - - 6255 - 10. Mai 2022 - 21:43 #

Ein sehr interessanter und toll gemachter Report! Habe es leider erst jetzt geschafft, ihn zu Ende zu lesen. Für mich -als jemand mit BA-Abschluss in Geschichte - war da viel spannendes zu lesen . Danke , Hagen!
Wie viele andere User würde ich mir solche spannenden Reports auch häufiger wünschen. Aber ich verstehe auch, dass das schwierig möglich ist. :)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 439559 - 11. Mai 2022 - 10:58 #

Ja, die längeren Reports sind schwierig, aber bei so positivem Feedback wie hier fällt es uns leichter, bei Gelegenheit den nächsten anzugehen :-)

Mr.Blonde 12 Trollwächter - P - 828 - 12. Mai 2022 - 14:07 #

Sehr guter Artikel!

Jürgen 26 Spiele-Kenner - P - 66534 - 17. Mai 2022 - 20:11 #

Ich habe gerade erschreckt festgestellt, dass ich hier noch gar keinen Kommentar hinterlassen habe. Klasse Artikel. Mit viel Liebe und Details gespickt, ohne langweilig zu werden. Ich habe bei Hintergrund-Artikeln (nicht nur auf GG) oft das Gefühl, dass das Thema nur angerissen wurde. Hier nicht. Es bleiben keine Fragen offen. Vielen Dank!

rgru0109 13 Koop-Gamer - P - 1594 - 17. Mai 2022 - 18:40 #

Toller Artikel, danke dafür!