Benjamin Braun 14. Januar 2013 - 16:13 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Erst 2001 startete Capcoms Actionreihe um Halbdämon Dante, die sich schnell eine große Fan-Basis schuf, im letzten Teil aber mehr auf einen anderen Protagonisten setzte. Natürlich fassten die Fans den Serien-Reboot DmC - Devil May Cry sofort ins Auge, als er auf der Tokyo Game Show 2010 angekündigt wurde. Allerdings nicht von allen Seiten mit reiner Vorfreude, sondern auch mit Argwohn: Zwar würde Dante als Hauptheld zurückkehren, so viel war sofort klar. Aber was für ein Dante! Keine wallende weiße Mähne hatte er mehr, sondern schwarze, sportlich kurz geschnittene Haare. Manch ein langjähriger Anhänger von DmC glaubte schon damals erkannt zu haben, dass dieser milchbubige Kerl mit Lederjäckchen dem Original nicht gerecht werden könnte. Zumal erstmals ein westliches Studio dafür verantwortlich sein würde und nicht mehr das Team um Serienvater Hideki Kamiya.
 
Wie man sich täuschen kann! Denn auch wenn der neue Dante anders ist als der aus früheren Tagen, er schnetzelt sich wie immer mit akrobatischen Moves durch Horden von Dämonen. Wir haben DmC - Devil May Cry für euch gespielt und verraten, weshalb sich Freunde anspruchsvoller Prügelspiele beziehungsweise prügelorientierter Actionadventures dieses Abenteuer nicht entgehen lassen sollten.

Alles zurück auf NullDer neue Dante ist ein komischer Zeitgenosse. Seine Fähigkeiten sind atemberaubend, doch anstatt sie auch einzusetzen, hat er eine Frauengeschichte nach der anderen und haust irgendwo am Stadtrand von Limbo City in einem Wohnwagen. Doch es kommt schon bald Arbeit auf ihn zu. Erst klopft mit Kat eine künftige Verbündete an seine Tür, die mehr als nur Dantes Libido beflügelt, und kurz darauf ein riesiger Jägerdämon, der es natürlich nicht beim Klopfen belässt. Stattdessen zerlegt er erst Dantes Wohnwagen und will dann ihm an die Wäsche. Schwert und Ebony und Ivory, Dantes Pistolen, hat der affengesichtige Finsterling allerdings nicht viel entgegenzusetzen und endet rasch als Matsch auf einem Kirmesplatz. Die Besuche von Kat und dem Jägerdämon haben natürlich einen Grund: Der Jäger wurde von Oberdämon Mundus beauftragt, Dante, also uns, zu töten. Kat will Dante in eine Untergrundorganisation einführen, die sich gegen Mundus verschworen hat. Irgendwie klar, für wessen Seite wir uns entscheiden...
Die Kämpfe des neuen Dante sind wie gehabt anspruchsvoll, vielfältig und visuell exzellent.

Rasant und trashig
Der grafische Stil ist überaus gelungen, immer wieder stürzt euch DmC in skurrile Welten wie diese "Discothek".
Von Beginn an ist DmC - Devil May Cry sichtlich bemüht, den Pulsschlag bei der Haupthandlung hoch zu halten. Jede Menge Zwischensequenzen warten darauf, im Laufe der 20 Missionen abgespult zu werden. Manche davon vertiefen die Beziehungen der Akteure, wie etwa zu Dantes Bruder Virgil. Andere sind von vorne bis hinten voller Action und wie die Kämpfe selbst von hämmernden Techno- oder Rockklängen untermalt. Zweifellos: Wer nach einer Erzählung epischen Ausmaßes sucht, wird wie schon in den Vorgängern eines Besseren belehrt. Denn auch wenn die Story mit bedeutungsschwangeren Ereignissen aufgeladen wird, bleibt sie doch Trash. Sehr guter Trash, wohlgemerkt. Dennoch finden wir es sehr vorbildlich vom britischen Entwickler Ninja Theory (Enslaved - Odyssey to the West), dass jede einzelne der Cutscenes schon beim ersten Ansehen übersprungen werden kann.

Prügeln ist gut, kombinieren ist besserDie größte Stärke von DmC - Devil May Cry ist das Kampfsystem. Von Beginn an stehen nur drei der sieben Schwierigkeitsgrade zur Verfügung, wovon der dritte (Nephilim) bereits alles andere als ein Spaziergang ist. Lasst euch nicht täuschen: Die ersten paar Spielabschnitte führen umfassend ins Kampfsystem ein und sind eher einfach. Doch danach werden die ersten größeren Herausforderungen gezündet. Dante kämpft grundsätzlich nur mit Waffen und nicht mit bloßen Händen. Zu Beginn hat er nur sein Schwert Rebellion und ein Pistolenduett, später erhält er automatisch sechs weitere Ausrüstungsteile, darunter Arbiter (Dämonenaxt), Osiris (Engelssense), Eryx (Panzerhandschuhe) und Aquila (scharfkantige Wurfwaffen). Nur manchmal nützlich fanden wir das Schrotgewehr sowie die Explosivpfeile verschießende Pistole.

Die Angriffsarten verteilen sich auf drei Bereiche: normale, dämonische und Engelswaffen. Um die gewöhnlichen Waffen wie das Schwert einzusetzen, reichen bereits die Aktionstasten. Um die besonders mächtigen Waffentypen einzusetzen, müsst ihr zusätzlich den linken beziehungsweise rechten Trigger halten. Viele Feindtypen lassen sich nur mit den Spezialgattunge
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n angreifen oder für Folgeangriffe anfällig machen. Mithilfe bestimmter Hinterlassenschaften einiger Gegner sammelt ihr Punkte, die ihr in zusätzliche Angriffstypen und mächtige Kombos investiert.

Die Kombos sind zwar prinzipiell leicht zu kapieren, doch bevor ihr im Kampf den rechten Trigger zur richtigen Zeit zieht, wird es dauern. Um das Kampfsystem wirklich zu verinnerlichen und auf den höheren Schwierigkeitsgraden zu bestehen, ist einige Praxis vonnöten. Das gilt besonders für die Verkettung von Angriffen und lange Kombos. Gerade gegen größere Feindgruppen ist es möglich, lange Kombos zu kreieren und den Fight nach dem ersten Schlag komplett in der Luft stattfinden zu lassen. Ihr könnt nicht nur Feinde in die Luft schleudern, sondern euch auch per Engelshaken zu ihnen hinziehen und so weiter in der Luft verdreschen. Oder ihr zieht Feinde, die wieder in Richtung Boden fallen, mit eurer Sense wieder nach oben. Je mehr Waffen- und Angriffstypen ihr einsetzt, ohne zwischenzeitlich getroffen zu werden, umso höher fällt euer Score aus, der wie üblich in Devil May Cry einer der größten Anreize ist, die relativ kurzen Levels immer wieder zu spielen.
Die Gegner in DmC
In diesem Kasten möchten wir euch ein paar der Gegnertypen aus dem neuen Devil May Cry vorstellen. 1 Die Hexe zaubert immer wieder einen Schutzschild, um sich oder ihre Mitkämpfer, den ihr zunächst zerstören müsst. 2 Den Schlächter könnt ihr nur durch Angriffe auf seinen Bauch besiegen. Er attackiert euch mit mächtigen Hieben und schießt mit rasiermesserscharfen Metallteilen. 3 Der Traumjäger (im Bild seht ihr eine Abart davon) ist ultraflink und wehrt mit seinen Schwertern die meisten eurer Angriffe ab. Ihr müsst lernen, seine wenigen schwachen Momente zu erkennen und für eure Attacken zu nutzen. 4 Die Harpyen sind eine der fliegenden Spezies. Ohne den Einsatz eurer Engelssense könnt ihr sie nicht besiegen. 5 Beim Wüter handelt es sich um eine Art Werwolf. Spätere Abarten sind, wie manche anderen Feindtypen auch, nur mit Engels- oder Dämonenwaffen besiegbar. 6 In den spektakulären Bosskämpfen müsst ihr unter anderem gegen diesen fiesen Fötus antreten. Wie alle Bosskämpfe besteht auch dieser aus mehreren Phasen.
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