Er läuft und läuft und läuft ...

Sonic Generations Test

Fans des blauen Igels mussten in den letzten Jahren einiges durchmachen. Zum 20jährigen Jubiläum bringt Sega nun Sonic Generations und mischt klassische 2D- mit modernen 3D-Elementen. Ob der Mix geglückt ist, lest ihr in unserem Test, der garantiert ohne Fanboy-Brille, aber mit großem Spaß entstanden ist.
Tim Gross 14. November 2011 - 15:03 — vor 6 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots wurden von uns erstellt.

Sonic feierte in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Das wissen nicht nur eingefleischte Fans, sondern auch die Charaktere im Sonic-Universum. Zumindest schmeißen Letztere zu Beginn von Sonic Generations eine große Party für den blauen Igel. Doch die Freude währt nicht lange: Noch bevor der Kuchen angeschnitten werden kann, taucht ein ungeladener Gast in Form einer fliegenden Gruselfratze auf und entführt Tails, Knuckles, Rosa und Co. Also macht sich der Sega-Held auf, seine Freunde zu finden. Unterstützt wird er dabei von Sonic.

Moment. Sonic bekommt Hilfe von Sonic? Ganz recht, denn das eingangs erwähnte Monster bringt Raum und Zeit durcheinander. Dieses Storyelement erlaubt es dem Spieler, die einzelnen Levels entweder als moderner, schnittiger Igel oder als Retro-Version zu betreten. Deshalb sind auch alle Spielabschnitte sowohl in einer 2D- als auch in einer 3D-Version vorhanden. Wählt ihr den klassischen Sonic, erlebt ihr die Welt als einen Sidescroller der alten Schule. Von links nach rechts geht es im Eiltempo Richtung Ziellinie, vorbei an Hindernissen, Loopings, Gegnern und jeder Menge goldener Ringe. Gleiches gilt, wenn ihr als moderner Sonic unterwegs seid, allerdings seht ihr das Geschehen zumeist aus der Verfolgerperspektive.

Zwei Igel für doppelten Spaß?Doch auch wenn es so klingt: Ihr habt nicht die Freiheit, das komplette Spiel nur mit dem Retro-Igel zu beenden. Ihr müsst stattdessen sämtliche Levels in beiden Varianten abschließen. Das macht aber nichts, denn Sonic lässt sich auch in 3D hervorragend steuern – auch wenn einige Spiele aus der jüngeren Vergangenheit das Gegenteil vermuten lassen (lest dazu auch unseren Report zum Jubiläum). Auf dem PC könnt ihr Sonic zwar auch mit der Tastatur steuern, wir empfehlen aber ganz dringend ein Gamepad. In der Handhabung gibt es im Vergleich zum klassischen Sidescroller ein paar bekannte Unterschiede: Wenn ihr auf einen Gegner zurast, erscheint ein Fadenkreuz, und mit der A-Taste greift Sonic seinen Widersacher an. Weiterhin ladet ihr durch das Sammeln von Ringen und Stunts, die ihr während halsbrecherischer Sprünge ausführt, eine Boost-Anzeige auf. Beim Halten der X-Taste sprintet Sonic für eine begrenzte Zeit besonders schnell und überrennt die meisten Gegner einfach.

Ob in 2D oder 3D, das Geschwindigkeitsgefühl ist in beiden Varianten gelungen. Wie das bei Sonic-Spielen nun mal so ist, verliert ihr im Raserrausch daher schnell den Überblick. Gelegentlich tauchen aus dem Nichts besonders fiese Hindernisse auf (seid verdammt, Stacheln!), denen auch die Reaktionsschnellsten beim ersten Anlauf kaum werden ausweichen können. Da solche Passagen aber nicht ständig vorkommen, bleibt Sonic Generations durchweg fair. Trotzdem: Wer eine möglichst schnelle Zeit hinlegen möchte, sollte den Level weitestgehend auswendig kennen. Das werten wir jedoch nicht als Nachteil, da das Spiel dadurch an Tiefe gewinnt. Zumal es ein Assassins Creed Revelations auch nicht anders handhabt, wenn man Missionen mit 100% Snychronisation erfüllen will. Wie schon in früheren Titeln gibt es wieder unterschiedliche Ebenen. Als Faustregel gilt: Je weiter oben ihr euch aufhaltet, desto schneller kommt ihr ans Ziel. Durch die vielen Routen wird der Wiederspielwert stark erhöht. 

Dass es bei Sonic immer um Geschwindigkeit geht, ist hinlänglich bekannt. In Sonic Generations gibt es allerdings auch einige ruhigere Passagen, die eine willkommene Abwechslung darstellen. Rechnet nicht damit, stundenlang an einem besonders schwierigen Rätsel festzuhängen. Doch es gibt auch anderes zu tun, als euren Control-Stick permanent nach vorne beziehungsweise rechts zu schieben. Beispielsweise wartet die eine oder andere Hüpfpassage, die nur die wenigsten auf Anhieb im Eiltempo nehmen werden können.   

Die Hindernisse, die sich Sonic in den Weg stellen, sind vielfältig und zahlreich. Neben Gegnern, Stacheln und Abgründen finden sich auch bewegliche Fallen wie hier.

Genau wie damals – nur noch hübscherDie einzelnen Levels, die sich an den zahlreichen Sonic-Titeln von der Mega-Drive-Ära bis heute orientieren, wählt ihr in einer Oberwelt aus. Sobald ihr den ersten wählbaren Level betretet, dürften zumindest die Sonic-Fans der ersten Stunde unter euch in Freudentränen ausbrechen. Dabei handelt es sich schließlich um die berühmte Green Hill Zone. Und so saftig grün wie in Sonic Generations war das Gras dort noch nie. Aber nicht nur das Gras, sondern die gesamte Welt zeigt sich in zeitgemäßer, teils traumhaft schöner Optik. Allerdings: Durch die hohe Geschwindigkeit bekommt ihr von der schönen Grafik ungefähr das mit, was man mit 200 km/h auf der Autobahn von der vorbei rauschenden Landschaft so sieht. Nicht sehr viel. Viele Details, die sich oft im Hintergrund entdecken lassen, gehen verloren. Da lohnt es manchmal, innezuhalten und den Blick schweifen zu lassen. Auch wenn dabei eine gute Zeit auf der Strecke b
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leibt.

Aber es gibt ja alle paar Meter eine wilde Kamerafahrt, in der Sonic mehr oder weniger automatisiert läuft. Hier lässt sich die schöne Grafik genießen, was teils richtig Laune macht. Zum Beispiel im Level „City Escape“, in dem ihr von einem riesigen Truck verfolgt werdet, der euch die Plattformen spektakulär unter den rot-weißen Schuhen wegreißt. An anderer Stelle hängt sich Sonic an einen fliegenden Helikopter und springt ohne Rücksicht auf Verluste in die Tiefe.

Wem das nicht genug ist, der hat vielleicht mehr Spaß an den (kurzen) Einlagen, in denen Sonic mit einem Skate- oder Snowboard unterwegs ist -- oder in der Wasserrutsche. Auch die Musik trägt ihren Teil zur gelungenen Sonic-Atmosphäre bei, handelt es sich doch um einen Mix aus bekannten und einigen neuen Melodien. Insgesamt überzeugt uns Sonic Generations auf der technischen Seite, auch wenn viele und lange Ladezeiten auf Dauer ein wenig stören. Außerdem haben wir auf unserem System immer wieder einige Ruckler festgestellt (von der Konsolenfassung werden sie nicht berichtet). Diese traten jedoch nur vereinzelt auf, sodass sie keinen Einfluss auf die Wertung haben.
Alte Bekannte: Die ersten sechs Levels in der Vorschau-Ansicht
In diesem Kasten zeigen wir euch die Ansicht der ersten sechs Levels in Sonic Generations. In dieser Form werden euch die Spielabschnitte in der Oberwelt angezeigt. 1 An erster Stelle seht ihr die "Green Hill Zone", den wohl bekanntesten Level aller Sonic-Spiele. Charakteristisch ist die klassische Sega-Musik, viele Loopings und ein sattes Grün. 2 Als nächstes rennt Sonic durch den Level "Chemical Plant". 3 Diese beiden und "Sky Sanctuary" zählen zur Mega-Drive-Ära. 4 Die nächsten drei Welten stammen aus der Dreamcast-Zeit. Hier spielt ihr zunächst "Speed Highway", wo ihr auch dem berühmt-berüchtigten Riesen-Truck begegnet. 5 Danach rennt Sonic in "City Escape" ins Ziel, bevor er in 6 "Seaside Hill" die wunderschönen Hintergründe genießen kann.
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