Pole Position auf WiiU

Mario Kart 8 Test

Der König der Funracer ist zurück! Im neuesten Mario Kart bekämpfen wir uns auf der Strecke erneut mit allerlei irrwitzigen Waffen und rasen bis auf die letzten Meter um die Siegerkrone. In unserem Test erfahrt ihr, welche Neuerungen sich Nintendo dieses Mal einfallen lassen hat und wie es um Streckendesign und Fahrgefühl steht.
Christoph Vent 15. Mai 2014 - 15:04 — vor 5 Jahren aktualisiert
Mario Kart 8 ab 58,29 € bei Green Man Gaming kaufen.
Mario Kart 8 ab 44,99 € bei Amazon.de kaufen.
Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Mehr als 20 Jahre und mit dem neuesten Teil stolze acht Familienmitglieder hat die Mario Kart-Serie auf dem Buckel. Während andere Spielemarken bei Nachfolgern oft auf Innovationen setzen, bleibt Nintendo seinem Stil treu und vertraut stattdessen auf Bewährtes. Zwar gab es immer wieder kleinere Neuerungen, doch im Grunde basierten die Funracer-Ausflüge bis zuletzt auf den Anfängen des SNES-Originals anno 1992. Einige Elemente wie neue Items oder der Drift-Boost konnten sich halten, andere wie das Tag-Team-Feature aus Double Dash wurden schnell wieder entfernt. Auch Mario Kart 8 weicht fast ausschließlich in Details von seinen Vorgängern ab. Ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?

Aus Kart mach GleiterDie größte und von Nintendo im Vorfeld am meisten beworbene Neuerung ist die Gravity-Funktion, die euer Kart innerhalb von Sekundenbruchteilen in Schwebegleiter verwandelt. Der Wechsel von fahrbarem zu schwebendem Untersatz geschieht vollautomatisch, sobald ihr die entsprechenden blauen Markierungen überfahrt. Auf beinahe allen Strecken gibt es komplette Abschnitte, die ihr fliegend absolviert. Einen großartigen Unterschied zum normalen Kart-Betrieb werdet ihr aber kaum feststellen. Die Boliden steuern sich bei Kurvenfahrten nur minimal unpräziser, eine Umgewöhnung seitens des Spielers ist nicht nötig. Die Streckenabschnitte fügen sich somit annähernd perfekt in die Kurse ein und fühlen sich ganz und gar nicht wie ein Fremdkörper an.

Darüber hinaus halten viele Strecken aber auch optionale Gravitationssektionen bereit. Ein gutes Beispiel hierfür ist Toads Hafenstadt, die optisch wie eine Mischung aus Monaco und San Francisco wirkt: Im letzten Drittel des Kurses müsst ihr euch die Straße nicht nur mit euren Gegnern, sondern auch mit Cable Cars teilen. Zwar ist die Strecke hier breiter als gewöhnlich, doch seid ihr auch ein offenes Ziel für alle Verfolger und ihre Panzer. Dem Trubel auf der Strecke entgehen könnt ihr aber, wenn ihr stattdessen um 90 Grad gekippt an der Mauer zur Linken entlang fahrt.

Solche Ausweichrouten findet ihr auf nahezu allen Kursen. Allerdings verlangen sie euch auch fast immer ein gewisses Risiko ab, denn die Auffahrten zu den Wandpassagen sind relativ eng – wer hier nicht im richtigen Winkel anfährt, bleibt womöglich an einer Kante hängen und verliert wertvolle Sekunden. Zudem kann genau in diesem Moment eines der Cable Cars oder andere bewegliche Hindernisse die Zufahrt zum Gravity-Abschnitt blockieren.

In einigen Abschnitten verwandelt sich euer Kart in einen Schwebegleiter. Rammt ihr eine dieser Bojen, gibt es einen Boost.

Großartiges Fahrgefühl
Fahrerfeld: Bis zu zwölf der 30 Piloten fahren gleichzeitig um den Sieg.
Das Fahrgefühl der Rennkisten überzeugt wie eh und je, was vor allem der jederzeit nachvollziehbaren und äußerst genauen Steuerung zu verdanken ist. Eine Taste dient zum Beschleunigen, eine weitere zum Bremsen. Wobei wir Letztere selbst auf den höheren Schwierigkeitsgraden eigentlich nur dann benötigen, wenn wir mal frontal in die Bande krachen und den Rückwärtsgang einlegen müssen. Ansonsten reicht es selbst bei Höchstgeschwindigkeiten, rechtzeitig vom Gas zu gehen und gekonnt den Drift einzusetzen. Den leitet ihr wie gewohnt per Tastendruck mit einem kurzen Hüpfer und anschließendem Einlenken in die Kurve ein. Haltet ihr die Rutschpartie lange genug aufrecht, was ihr unter anderem an der Verfärbung der Leuchtspur an euren Reifen erkennt, werdet ihr mit einem kurzen Boost belohnt. Habt ihr euch mit eurem Gefährt vertraut gemacht, werdet ihr zudem einige weitere Möglichkeiten entdecken, kurzzeitig einen Boost einzusetzen – an gewöhnlichen Sprungschanzen etwa, wenn ihr im letzten Moment hoch hüpft und dadurch einen Stunt ausführt. Auf diese Weise gibt Mario Kart 8 auch Profis genug Gelegenheit, bei der Jagd nach der perfekten Runde weitere Zehntelsekunden heraus zu kitzeln.

Welcher Controller darf's denn sein?Bei der Controllerauswahl geht Nintendo vorbildlich vor. Neben dem Tabletcontroller stehen euc
Anzeige
h auch das Pro Gamepad, die Wiimote sowie die Kombination aus Wiimote und Nunchuk oder Wiimote und Classic Gamepad zur Verfügung. Wie schon beim Vorgänger auf der Wii dürft ihr auch per Bewegungssteuerung über die Piste rasen, was sowohl mit dem Tablet als auch der Wiimote möglich ist. Wirklich dazu raten würden wir euch allerdings nicht. Zwar lassen sich die Boliden grundsätzlich ganz ordentlich durch das Neigen der Controller kontrollieren, die Präzision der Stick-Steuerung geht dadurch aber komplett verloren.

Der zweite Bildschirm des Gamepads dient in erster Linie zur Auslagerung von Informationen wie der aktuellen Rangliste oder des Streckenlayouts mit der Anzeige, wo sich gerade welcher Fahrer befindet. Die Idee dahinter ist zwar nachvollziehbar, allerdings werdet ihr im Eifer des Gefechts selbst auf längeren Geraden so gut wie nie dazu kommen, einen Blick auf das Gamepad zu werfen und dort euren Fahrer wiederzufinden. Möchtet ihr wissen, wie groß euer Vorsprung ist, hilft fast nur der Blick nach hinten. Auf den Hauptbildschirm lassen sich die HUD-Elemente nicht bringen – auch dann nicht, wenn ihr ausschließlich mit dem Pro Controller spielt.
Vom Rennstart an geht es heftig zur Sache. Wer hier nicht aufpasst, verliert gleich zu Beginn den Anschluss an die Spitze.
Um über diesen Inhalt mitzudiskutieren (aktuell 103 Kommentare), benötigst du ein Fairness- oder Premium-Abo.