Taktikgeister, Actionsoldaten

Ghost Recon Future Soldier Preview

Fast fünf Jahre warten Fans von Ghost Recon nun auf den nächsten großen Serienableger. Ende Mai ist es mit Future Soldier so weit, in dem futuristische Gadgets eine große Bedeutung bei der Erfüllung eurer Aufträge spielen. Unterstreichen sie den stärkeren Fokus auf die Action oder sind sie gar ein Garant für taktischen Tiefgang?
Benjamin Braun 3. Mai 2012 - 18:00 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Bei traditionsreichen Spielereihen ist es für Fans immer ein Ärgernis, wenn der Entwickler beim neuen Teil den spielerischen Fokus verschiebt. Da ist das Geschrei oft groß, sofort wird das Ende der Serie prophezeit (oder neuerdings eine Petition gestartet). Umgekehrt zeigt sich allerdings, dass das verbissene Festhalten am Gewohnten viele Spiele nicht weiterbringt. Duke Nukem Forever ist vielleicht das beste Beispiel für ein Spiel, bei dem die Meinungen weit auseinanderdriften. Die einen lieben das simple „Run and Gun“-Prinzip, die anderen vermissen beinahe alles, was einen modernen Shooter ausmacht. Und bei der Ghost Recon-Serie? Da dürften die Fans taktisch anspruchsvolle Missionen erwarten und offene Areale anstelle von Schlauchlevels. Der neueste Teil Ghost Recon Future Soldier bringt das und moderne Militärgadgets mit, kombiniert das Gewohnte aber noch stärker als im Vorgänger mit krachender Balleraction. Wir haben die Kampagne des Spiels einige Wochen vor dem Release ausführlich angespielt.

Aus der Hitze Sambias in die Kälte Russlands „War never changes“ ist wahrscheinlich der denkwürdigste Satz aus der Fallout-Reihe. Der Begriff Krieg findet in den letzten Jahren allerdings nur noch selten Erwähnung, stattdessen geht es meist um den Kampf gegen den Terrorismus oder den in „Globalen Konflikten“. In Ghost Recon – Future Soldier sind die Gründe dafür aber wohl kaum politisch motiviert. Viel mehr geht es darum, dass sich ein weltweit operierendes Netzwerk dafür anbietet, den Spieler in die unterschiedlichste Einsatzgebiete rund um den Globus zu schicken. Und so werden auch eure Ghosts von der sengenden Hitze im Süden Afrikas ins kühle Kaliningrad oder zu anderen Schauplätzen in Europa, Asien und dem schwarzen Kontinent ziehen. Aber es gibt noch eine Gemeinsamkeit mit Modern Warfare: Das Böse hat einmal mehr seinen Ursprung in Russland.

Eine der ersten Aufträge führt eure vierköpfige Spezialeinheit, die sich wie üblich aus verschiedenen Klassen zusammensetzt, nach Sambia. Dort herrscht ein skrupelloses Militärregime, das die Zivilbevölkerung ausbeutet und illegalen Waffenhandel mit den russischen Terroristen betreibt. Das müsst ihr natürlich verhindern, dafür müsst ihr aber zunächst ein Flüchtlingslager infiltrieren, um den Aufenthaltsort eines hochrangigen Offiziers in Erfahrung zu bringen und schließlich mit einem Lebensmitteltransport ins Lager der Waffenhändler zu gelangen. Denn nur dort könnt ihr erfahren, wo der Flieger mit den Waffen abheben soll.

So lange ihr diese Information nicht habt, führt eine Entdeckung automatisch zum Abbruch der Mission. Wie gut, dass eure Ghosts allesamt mit einem Tarnmechanismus ausgestattet sind, durch den sie selbst am helllichten Tag nur auf kurze Distanz bemerkt werden. Während eine Entdeckung bis zu diesem Punkt ein Scheitern bedeutet, könnt ihr den Alarm später oft gar nicht verhindern. Dann beginnt die große Abwehrschlacht, bei der ihr alle Widersacher aus dem Weg räumen müsst, manchmal auch innerhalb einer kurzen Zeitspanne, bei der ihr den Start des Transportflugzeugs mit schierer Waffengewalt unterbindet, um den Zeitplan der Russen zu durchkreuzen. Später dringt ihr dann bis ins Herz des Terrornetzwerkes in Russland vor. Immer wieder zwingen euch die Wetterbedingungen sowie die Tageszeit an den verschiedenen Schauplätzen dazu, im Sandsturm oder im eisigen Klima des Baltikums Gebrauch von eurer modernen Militärtechnik zu machen.

Schleichen und Ballern im Wechsel
Bis zu vier Gegner schaltet ihr mit eurem Team zeitgleich aus.
Zu Beginn einer jeden Mission bestimmt ihr die Ausrüstung, die im Normalfall aus Primär- und Sekundärwaffe sowie zwei weiteren Items wie etwa einer Rauchgranate besteht. Spezielle Gadgets wie eine EMP-Granate oder auch der Warhound, ein ferngesteuerter Roboter mit Raketen, stellt euch das Spiel nur im Rahmen bestimmter Spielabschnitte zur Verfügung. Das gilt auch für Nachtsichtgeräte oder visuelle Vorrichtungen, mit denen ihr metallische Objekte wie Waffen auch durch Wände sehen könnt. Die Wärmebildkamera ist besonders nachts von Nutzen und zeigt euch neben den Gegnern auch beispielsweise den Motor eines Jeeps an, den ihr mit ein paar gezielten Schüssen zur Explosion bringen könnt.

Die Übersicht über das Schlachtfeld steht meist im Vordergrund der Missionen. Dazu stehen euch in Future Soldier auch Sensorgranaten zur Verfügung. Die werft ihr zum Beispiel auf einen schlecht einsehbaren Hügel, um eine bessere Vorstellung von Anzahl und Position der Feinde zu erhalten. Effektiver ist nur eine unbewaffnete, aber mit Nightview und Wärmesensor ausgestattete Drohne, mit der ihr die Gegend weiträumig erkundet und sogar Gegner für euer ganzes Team sichtbar markiert. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, da die Drohne ihrerseits entdeckt werden kann. Der sie fernsteuernde Soldat ist zudem ungeschützt, weshalb ihr sie nur aus einer sicheren Position heraus einsetzen solltet.

Kontrolle über das Geschehen genießt ihr also in Sachen Übersicht und eure eigenen
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Aktionen, nicht aber über eure Kameraden. Die agieren weitestgehend selbstständig, verharren in Deckung, wenn ihr stehenbleibt, oder folgen euch,wenn ihr vorrückt. Sinnvollerweise aber nicht wie auf einer Ameisenstraße, sondern breit gefächert, wodurch ihr Gegner fast immer ins Kreuzfeuer nehmen könnt. Ein paar Befehle gibt es dann aber doch: Wenn ihr unter Beschuss steht, könnt ihr eure Mitstreiter anweisen, per Sperrfeuer für Entlastung zu sorgen. Aber auch beim heimlichen Vorgehen sind Befehle möglich. So markiert ihr bis zu vier Gegner auf einmal, woraufhin sich eure Mitstreiter in Schussposition bewegen. Sind alle Ziele im Visier, gebt ihr das Schießkommando, um alle im selben Moment auszuschalten. Das klappt aber nur, wenn eure Kameraden freie Schussbahn haben. Praktischerweise wechseln eure KI-Mitstreiter grundsätzlich nie in eine Position, in der sie entdeckt werden können, und bewegen sich auch nur innerhalb eines begrenzten Radius um euch herum. Befehle,bestimmte Positionen einzunehmen oder heimliche Kills mit dem Kampfmesser auszuführen, könnt ihr hingegen nicht erteilen. Nahkampf-Tötungen sind ausschließlich mit eurer eigenen Spielfigur möglich.
In einigen Abschnitten gilt es, unentdeckt zu bleiben, damit der Auftrag nicht scheitert. Manchmal wird aber auch Alarm ausgelöst, ohne dass ihr etwas dagegen machen könnt. Dann strömen meist mehrere Gegnerwellen auf euch ein.
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