Karsten Scholz 26. Januar 2012 - 23:33 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Dies ist ein Update zu unserem ausführlichen Test vom Dezember 2011. Alle Screenshots im Artikel stammen von uns.

So ausführlich unser Test zu Star Wars - The Old Republic auch war, ein Online-Rollenspiel entwickelt sich weiter, und oftmals kommen Balance-Probleme erst nach vielen Wochen zum Vorschein. Größere Erweiterungen wie der 1.1-Patch liefern neue Inhalte, die nicht selten potentielles Futter für den Fehlerteufel sind. Zudem sind viele Inhalte für Helden der maximalen Stufe ausgelegt, viele Herausforderungen lassen sich nur in Gruppen oder Raids bewältigen. Auch das offene PvP-Gebiet Ilum in Old Republic funktioniert erst dann richtig, wenn mehrere Dutzend Kämpfer beider Fraktionen aufeinandertreffen und sich bis aufs Blut bekämpfen. Ein Online-Rollenspiel ist also ständig in einem Entwicklungsprozess. Für uns Grund genug, um die letzten Wochen seit dem Test Revue passieren zu lassen und zu erörtern, wie es um den aktuellen Zustand von The Old Republic bestellt ist.

Auf der Suche nach Antworten
Die gut vertonten Gespräche verlieren nach dem Abschluss der Story an Reiz, da sie oft Teil der täglich oder wöchentlich wiederholbaren Aufgaben sind.
Sowohl im Fazit des Tests als auch im dortigen Streitgespräch zwischen Jörg Langer und Karsten Scholz stellten wir mehrere Fragen heraus, die wir zum damaligen Zeitpunkt noch nicht beantworten konnten. Sie würden aber – dessen waren wir uns sicher –  entscheidend für den langfristigen Erfolg des Bioware-MMORPG sein. So war unser Haupttester Karsten zum Beispiel begeistert von der persönlichen Geschichte, die sein Alter Ego im Laufe der Level-Phase erleben durfte. Über 160 Stunden hat er gebraucht, um seinen Botschafter auf Stufe 50 und sein Abenteuer zum Abschluss zu bringen. Doch hat jede Geschichte irgendwann ein Ende. Und aufgrund der aufwändigen Dialogszenen ist es auch nicht zu erwarten, dass die Entwickler im Monatstakt neue Story-Inhalte für alle Klassen liefern können. Wie geht es also mit einem Charakter auf Stufe 50 weiter? Lohnt es sich, ein Abo abzuschließen, weil ihr auf jeden Fall auch im zweiten oder dritten Monat gut unterhalten werdet?

Bevor wir auf die erste Frage eingehen, müssen wir herausstellen, dass es mit dem Abschluss der persönlichen Geschichte einen kleinen Bruch im Spiel gibt. Die Endsequenz fühlt sich wie ein vorzeitiges Ende an – und nicht nur wir hatten das Gefühl, Star Wars - The Old Republic durchgespielt zu haben. Wir stiegen dennoch von unserem Helden-Podest herunter, um herauszufinden, welche weiteren Herausforderungen auf unser Alter Ego warteten. Oder gab es gar keine?

Story: packend, Gameplay: Standard
Patch 1.1: Änderungen
Ein ganzer Batzen Anpassungen hat es mit Patch 1.1 auf die Live-Server von Star Wars - The Old Republic geschafft. Wir haben euch die wichtigsten zusammengefasst.

•    Anti-Aliasing ist nun verfügbar und kann in den Einstellungen aktiviert werden. (Funktioniert nicht im Fenstermodus)
•    Der neue Stufe-50-Flashpoint Kaon wird belagert ist jetzt im normalen und schweren Modus verfügbar (mehr dazu auch im zweiten Infokasten).
•    In der Operation Karaggas Palast warten vier neue Bosse. 
•    In Kriegsgebieten nehmen Level 50-Spieler nicht mehr zusammen mit niedrigstufigeren Kämpfern teil, sondern treten gegen andere 50er an.
•    Die täglich und wöchentlich wiederholbaren Missionen auf Ilum erfordern es jetzt, feindliche Spieler zu besiegen und/oder Ausrüstung aus den zentralen Zielen zu sammeln.

Neben den genannten Punkten gab es eine Vielzahl von Fehlerbehebungen und Balancing-Anpassungen. Die gesamte Liste der Patchnotes findet ihr auf der offiziellen Seite (auf Deutsch).
Im Test hatten wir bereits auf das Standard-MMO-Gameplay hingewiesen. Während der Level-Phase wurde dieser Kritikpunkt durch den im Genre einzigartigen Stil des Storytellings aufgefangen. Sobald ihr eure persönliche Geschichte abschließt, was freilich sehr lange dauert, fällt dieses Plus zu einem guten Teil weg. In den Quests werden euch Dialoge zwar weiterhin in durchgängig synchronisierten Sequenzen dargeboten, doch spätestens beim dritten Anhören büßt jedes noch so spannende Gespräch seinen Reiz ein. Dank der diversen täglichen und wöchentlichen Aufgaben wird eure Leertaste bald zum wichtigsten Werkzeug, um schnell durch die immergleichen Dialoge zu kommen.

Als Lohn der Aufgaben winken in erster Linie Marken, die ihr in ordentliche Modifikationen oder Ausrüstungen investiert. Doch so toll die kaufbaren Artefakte auch sind: Wir empfanden das tägliche Abarbeiten der Missionen auf Dauer eher ermüdend. Noch mehr repetitive Arbeit erwartet euch in den Operationen und Flashpoints (mehr Informationen zum neuen Flashpoint "Kaon wird belagert" in der Infobox auf Seite 3). Sämtliche Instanz-Herausforderungen lassen sich in mehreren Schwierigkeitsgraden meistern. So könnt ihr die Esseles, den ersten Flashpoint für angehende Helden, auch mit Stufe 50 besuchen. Dafür müsst ihr lediglich den Schwierigkeitsgrad des Flashpoints auf "Schwerer Modus" umschalten. Erwartet in der harten Version deshalb aber nicht gleich ein völlig neues Spielgefühl. Die Instanz bleibt im Wesentlichen dieselbe, einzig die Lebenspunkte und die Stärke der Angriffe eurer Feinde wird erhöht. Gleichzeitig verfügen die meisten Bossgegner über einen Enrage-Timer, der euch bei den Kämpfen im Nacken sitzt. Gerade frisch auf Level 50 aufgestiegene Kämpfer sollten die schweren Flashpoints noch eine kurze Zeit meiden: schlecht ausgerüstete Heiler und Tanks werden nämlich unter den Schlägen von so manchem Boss-Gegner ins Wanken geraten beziehungsweise mit den Heilungen nicht mehr hinterherkommen. Mit passender Ausrüstung sind die Herausforderungen aber gut zu meistern.

Ähnlich sieht es in den Operationen aus. Hier wählt ihr sogar zwischen drei Schwierigkeitsgraden (No
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rmal, Schwer, Albtraum), die sich ebenfalls speziell durch die Anzahl der Lebenspunkte des Bosses und seinen ausgeteilten Schaden unterscheiden. Während der normale Schwierigkeitsgrad sogar unter dem der schweren Flashpoints anzusiedeln ist, sollten gerade Einsteiger die schwereren Versionen zunächst meiden und erst an ihrer Ausrüstung feilen. Erfahrene Raid-Gilden dürften sich mittlerweile durch den schweren Modus geschlagen und auch schon die ersten Albtraum-Bosse besiegt haben. Da es mit Patch 1.1 erst vor kurzem einen Zuwachs an Boss-Gegnern gab, haben zumindest auf unserem Server (Darth Traya) die wenigsten Gilden den Raid-Content wirklich durch. Einzig für Gilden, die wie Irae AoD stark auf den Spielfortschritt ausgerichtet sind, ist der Raid-Bereich trotz dreier Schwierigkeitsgrade etwas zu leicht geraten. Der Otto-Normal-Raider wird hingegen geraume Zeit beschäftigt sein. Zumindest was die Anzahl der Instanz- und Raid-Herausforderungen angeht, muss sich Star Wars - The Old Republic also absolut nicht hinter starken Konkurrenztiteln (zum selben Zeitpunkt ihres Lebenszyklus') verstecken.
Mit Stufe 50 könnt ihr die kleineren Flashpoints in einer schweren Version erneut besuchen. Unterschätzt dabei auf keinen Fall die Stärke der bekannten Bosse. Wenn der Botschafter im Bild nicht schnell aus der Zielmarkierung tritt, wird er durch den Machtblitz von Boss Vokk über 10.000 Schaden nehmen, in der Enrage-Phase sogar 30.000 und mehr.
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