Spaß mit dem Sith-Nachwuchs

Star Wars: The Old Republic Preview

Dank guter Story, hilfreichen Begleitern und spannenden Missionen ist The Old Republic ein Einsteiger-freundliches Hybrid-Spiel, das gleichsam Fans von Solo-RPGs und MMO-Cracks begeistern kann. Nach unserem Beta-Ausflug für die Republik inspizierten wir nun den Weg der Siths, als Inquisitorin Globela respektive Kopfgeldjäger Grobal.
Heinrich Lenhardt 24. November 2011 - 16:38 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots im Artikel stammen von uns.

Hallo, mein Name ist Heinrich und ich bin ein Questtext-Wegklicker. Egal, wie liebevoll mir herkömmliche MMORPGs in der Vergangenheit ihre Missionsbeschreibungen präsentierten, klickte ich immer reflexartig auf "annehmen", ohne das Kleingedruckte zu lesen: "Erspart mir die Hintergründe; ich will nur wissen, wo ich hin soll und was es an Beute gibt". Aber dann kam Star Wars: The Old Republic und machte einen neuen Menschen aus mir. Andächtig lausche ich den Sprechern in den mit raffinierten Kamerawinkeln inszenierten Dialogen – und wähle dabei zwischen verschiedenen Antworten und Aktionen, die sich auf den weiteren Missionsverlauf auswirken. Um von der Wegklickeritis dauerhaft kuriert zu werden, werde ich ab Jahresende gerne eine monatliche Rezeptgebühr für The Old Republic entrichten, denn bereits die Beta-Phase beschert mir reichlich wohlige Gefühle.

MMO-Story auf Einzelspieler-RPG-NiveauRein auf das erste Dutzend Charakter-Erfahrungsstufen bezogen, hat World of Warcraft endlich seinen Meister gefunden. The Old Republic bietet aus der Sicht des Autors das beste Einstiegserlebnis, das er bei MMORPGs bisher erlebt hat, und verschmilzt Tugenden von Einzelspieler- und Multiplayer-Titeln zu einem gelungenen großen Ganzen. Jahrelang hat uns Bioware gepredigt, wie das MMO-Genre von einer aufwendig inszenierten Story profitieren würde. Und die Burschen haben ihre Versprechen gehalten! Ihr neues Online-Opus greift viele Tugenden des geliebten Solo-RPGs Knights of the Old Republic auf. Das sind nicht nur die eloquent ausformulierten und professionell vertonten Dialoge, in denen der Spieler Entscheidungsfreiraum hat. Auch das Aufbauen einer eigenen Crew und das damit verknüpfte Crafting-System steckt voller reizvoller Entscheidungen und gibt jedem Einzelspieler einen Begleiter als Kampfbeistand, um Minigrüppchen zu bilden.

Sith-Inquisitoren wissen sich auch im Nahkampf zu wehren – wozu hat man ein Lichtschwert im Handtäschchen stecken?
Von heroischen Gruppen und Sith-AzubisNeben der gewissenhaft ausgearbeiteten Story und starker Einzelspieler- sowie Einsteiger-Freundlichkeit überrascht uns Star Wars - The Old Republic in einer dritten Kategorie äußerst angenehm: Das Kampfsystem macht verdammt viel Spaß! Grundlage ist das World-of-Warcraft-kompatible Managen von Sonderfähigkeit-Abklingzeiten und Energie-Verbrauch. Besondere Spielmechaniken wie das Deckungssystem des Schmugglers oder die Fokuspunkte des Jedi-Ritters geben der Sache die passende Würze. Und die Kämpfe fühlen sich von Anfang an ernsthaft heroisch an. Das System ist daraufhin designt, dass ihr es mit drei oder mehr Standardgegnern gleichzeitig zu tun bekommt und diese taktisch clever auseinander nehmt. Gelegentliche "heroische" Zonen auf Planeten mit stärkeren Gegnern laden euch zudem zu spontanen Gruppenbildungen ein.

Nachdem e
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in früheres Sonderkommando von GamersGlobal die Old-Republic-Beta bereits auf Seiten der Galaktischen Republik erforscht hat, machen wir diesmal mit dem Sith-Imperium nähere Bekanntschaft. Korribans Akademie und seine geheimnisvollen Ruinen sind der Ausgangspunkt für die Klassen Sith-Inquisitor und Sith-Krieger, während Kopfgeldjäger und Imperiale Agenten auf Hutta starten.

Unsere Inquisitorin Globela bekommt gleich zu Spielbeginn zu spüren, dass an der Akademie ein rauer Wind weht. Ein Ausbildungsplatz als Lehrling von Lord Zash ist zu vergeben; ausgesiebt wird nicht durch Numerus Clausus, sondern mit tödlichen Prüfungen, durch die sich die Reihen der Anwärter rasch lichten. Unser Ausbilder scheut zudem nicht vor miesen Tricks zurück, um seinem Lieblingsschüler Ffon einen Vorteil zu verschaffen. Packende Dialoge bauen in kurzer Zeit eine fesselnde Atmosphäre auf, Boshaftigkeit und Skrupellosigkeit der Sith sind herrlich dick aufgetragen. Einige Charaktere in der Akademie werden so überzeugend fies dargestellt, dass wir mitunter erregt Richtung Monitor grummeln und fluchen – ein gutes Zeichen!
Vor dem Eingang der Sith-Akademie von Korriban, der Ausbildungsstätte für Sith-Krieger und -Inquisitoren.

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