Sekiro - Shadows Die Twice Test+

Sauschnell, sauschwer, saugut

Benjamin Braun / 21. März 2019 - 15:00 — vor 1 Woche aktualisiert
Steckbrief
PCPS4XOne
3D-Actionadventure
ab 18
18
From Software
Activision
22.03.2019
Link
Amazon (€): 60,00 (PlayStation 4), 54,98 (PC), 54,99 (Xbox One)
GMG (€): 56,99 (STEAM), 51,29 (Premium)
Sekiro - Shadows Die Twice
Die Macher von Dark Souls widmen sich nach Bloodborne erneut einem ganz anderen Setting. Obwohl das Samurai-Japan mehr Action-Adventure als RPG ist, schafft Hidetaka Miyazaki ein Souls-like-Abenteuer.
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal

Die japanische Spieleschmiede From Software existiert bereits seit geraumer Zeit, konkret seit dem Jahr 1986. Einen Namen machte sich das Studio, das unter anderem das Mech-Actionspiel Armored Core entwickelte, allerdings erst mit der sogenannten Souls-Reihe, die neben dem Seriendebüt Demon's Souls auch die Nachfolger Dark Souls 1 bis 3 sowie (je nach Sichtweise) auch den PS4-Exklusivtitel Bloodborne (im Test: Note 9.0) umfasst.

Mit Sekiro - Shadows Die Twice versuchen sich From Software und Game Director Hidetaka Miyazaki gemeinsam mit Publisher Activision an einem in vielen Bereichen ganz anderen Projekt. Statt auf relativ klassische Rollenspielmechaniken wie Stufenaufstiege und Statusupgrades, setzt Sekiro auf ein Fähigkeitenmenü im Stil typischer Action-Adventures. Zudem ist der Fantasy-Aspekt der Spielwelt eher ein Randthema, denn der feste Ninja-Held Wolf ist in der Sengoku-Zeit im Japan des 16. Jahrhunderts unterwegs, wenn auch in einer fiktiven Version dieser Epoche. Der Charakter spricht zudem auch selbst und fördert während seiner Suche nach seinem Schutzbefohlenen auch noch viele weitere spannende Details über sich und die Welt zu Tage. Was das Spiel ausmacht, was es von der Souls-Reihe unterscheidet und vor allem, ob es gut geworden ist, möchte ich euch in meinem Test näherbringen.
Juzo trinkt genauso gerne wie Bo' Rai Cho aus Mortal Kombat, ist allerdings eine ganze Ecke fieser und härter.
 

Eine Frage der Haltung

Die Ausdauerleiste von Dark Souls, die in den Kämpfen eine zentrale Rolle spielt, fällt in Sekiro komplett weg. Ihr könnt also zuschlagen, einen Ausweichdash vollführen oder springen, wann und so oft ihr wollt. Stattdessen wird der neue Haltungswert als eine zentrale Mechanik eingeführt. So führen Treffer, sowohl bei euch als auch beim Gegner dazu, dass die Haltung darunter leidet. Wollt ihr Feinde besiegen, müsst ihr sie quasi nur ausreichend aus der Balance oder aus der Haltung bringen, um ihnen einen sogenannten Todesstoß zu verpassen. Das funktioniert sowohl bei den vielfältigen Arten an Standardgegnern, aber auch bei Zwischenbossen oder den großen, storyrelevanten Brocken. Stellt ihr es richtig an, müsst ihr also keineswegs die gesamte Trefferpunktleiste eines Widersachers leeren, bevor ihr ihn empfindlich treffen könnt.

Das Kampfsystem selbst ist trotz der höheren Geschwindigkeit und dem stärkeren Fokus auf gut getimte Reaktionen, egal ob nun beim Konterblock (sprich: Parieren) oder auch Ausweichsprüngen, immer noch recht taktisch und duellartig geprägt. Genau das steht in Sekiro jedoch der Tatsache gegenüber, dass es nur begrenzt möglich ist, einzelne Gegner zu pullen. In den meisten Situationen allerdings sorgt die ins Spiel integrierte Stealthmechanik für Abhilfe. Wenn ihr schleicht, werdet ihr allgemein weniger von den ohnehin nicht sonderlich cleveren Gegnern wahrgenommen. Nutzt ihr zusätzlich Büsche in der Umgebung, seid ihr praktisch nicht mehr zu sehen. Zudem könnt ihr euch mit eurem Alter Ego auch per Greifhaken auf Dächer und Ähnliches schwingen, um das Gebiet einerseits besser überblicken zu können, andererseits um nicht alarmierte Gegner mit einem Todesstoß aus der Luft sofort zu erledigen.
Ihr kennt ja den Spruch "Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde". Dieser Typ wird es etwas später anders sehen...
 

Wiederauferstehung nicht ohne Folgen

Sekiro - Shadows Die Twice trägt seinen Namen nicht zufällig. Euer Ninja kann nämlich nach dem Tod manuell wiederaufstehen – sowie Energie für weitere solcher Revivals neben der Rast auch durch eine entsprechende Anzahl an Kills freischalten. Ganz ohne Malus geht die Resurrektion aber nicht vonstatten. Jedes Mal wenn ihr den Wolf wiederbelebt, sinkt die Wahrscheinlichkeit der so genannten göttlichen Hilfe.

Diese Mechanik verhindert, dass ihr nach eurem endgültigen Ableben eine große Zahl an Münzen und Erfahrungspunkten verliert. Denn wenn ihr endgültig das Zeitliche segnet – Wiederbelebungen sind noch begrenzt oft einsetzbar – verliert ihr die Hälfte der Erfahrungspunkte zur nächsten Stufe, sowie die Hälfte eures Barvermögens. Die Göttliche Hilfe greift mit einem bestimmten Prozentsatz ein und verhindert, dass ihr zu viel verliert. Allzu hoch ist die Wahrscheinlichkeit aber nicht.
In drei Kategorien erwerbt ihr neue Fähigkeiten. Für mächtigere Angriffe oder Kräfte müsst ihr mehr Fertigkeitspunkte aufwenden.
 

Von PC bis Xbox One

Das Spiel erscheint, genauso wie zuletzt Dark Souls 3 (im Test: Note 8.5), hierzulande parallel für PC (via Steam), PlayStation 4 und Xbox One. Trotz der Multiplattformausrichtung hinterlässt Sekiro einen technisch sehr guten Eindruck – selbst spielen konnte ich bislang jedoch nur die PS4-Fassung. Visuell glänzt das Spiel allgemein mit seinem erstklassigen Artdesign, starken Animationen und tollen Effekten.

Auf PS4 Pro und Xbox One X läuft Sekiro in 1800p und mit HDR, wodurch das Action-Adventure noch ein bisschen besser aussieht, als im 1080p-Modus. Die Ladezeiten sowie die allgemeine Performance beim Erkunden der Spielwelt, in normalen Kämpfen oder Bossfights, ist deutlich besser als die des indirekten Vorgängers Bloodborne. Knüppelhart ist Sekiro trotz ein paar Verschiebungen vom RPG hin zum Action-Adventure indes immer noch. Aber ob ihr es glaubt oder nicht, dürft ihr zwar wie gehabt nicht frei speichern, aber tatsächlich das Spiel komplett pausieren. Vielleicht ist dieser Umstand Myazaki aber auch einfach nur entgangen...

Autor: Benjamin Braun, Redaktion: Dennis Hilla (GamersGlobal)

 
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Meinung: Benjamin Braun

Obwohl ich Sekiro vor der Testversion nicht selbst spielen konnte, war mir klar, dass From Software hier nicht einfach ein Dark Souls in anderem Setting liefern würde. Das Spiel ist aber letztlich auch nicht so anders, dass die Verwandtschaft nicht genauso erkennbar bliebe, wie bei eineiigen Zwillingen. Denn abseits von einigen frischen Funktionen und allgemein mehr Action-Adventure-typischen Elementen, als in den RPG-lastigeren Souls-Spielen, gibt es auch eine Reihe von klaren Parallelen.

Das Spiel ist wirklich gut geworden, keine Sorge. Aber ein bisschen fehlt mir dennoch der Mut, mal etwas ganz anderes zu machen, das den Geist der Souls-Spiele nicht aus fast jeder Pore versprüht, das total überrascht und nicht so sehr darauf abzielt, gewisse Erwartungen zu erfüllen, die das Ganze eben auch irgendwo kreativ einschränken. Aber es ist letztlich Meckern auf höchstem Niveau, denn das Kampfsystem macht mächtig Laune, die Gegner sind enorm vielfältig und gewohnt knüppelhart. Vor allem gefällt mir aber der verstärkte Hang zum aktiven Storytelling in diesem visuell ansprechenden und hochwertig umgesetzten historischen Japan-Setting.

Nur gerade wegen dem Mehr an Story verstehe ich nicht, weshalb From Software sich ein weiteres Mal gegen Schwierigkeitsgrade oder sogar freies Speichern sperrt. Ich mag und schätze die Herausforderung. Aber anders als in Dark Souls hätte ich hier auch nach dem Feierabend Lust auf die Geschichte. Die entspannter erlebbar zu machen, anstatt sie sich gewohnt hart erarbeiten zu müssen, das wäre nach Dark Souls wahrlich eine mutige Entscheidung gewesen. An sich vermisse ich aber eigentlich nicht wirklich etwas im Spiel.
 
Sekiro - Shadows Die Twice PS4
Einstieg/Bedienung
  • Umfangreiches Tutorial
  • Kampftrainer im Hub-Level
  • Im Wesentlichen eingängige Steuerung
  • Dezent überladene Gamepad-Bedienung
Spieltiefe/Balance
  • Flottes, Taktik- und Timing-basiertes Kampfsystem
  • Spannende Geschichte
  • Abwechslungsreiches Gegnerdesign
  • Packende Fights mit Zwischengegnern und Bossen
  • Motivierendes Charaktersystem
  • Umfangreiche Stealthoptionen
  • Hoher Spielumfang
  • Wiederbelebung, die nicht folgenlos bleibt
  • Bossfights teilweise zu hart
  • Gegnerverhalten und Timing bisweilen undurchsichtig
  • Grinding teils Pflicht
  • Schleichen wirkt an manchen Stellen aufgesetzt
Grafik/Technik
  • Sehr detaillierte Umgebungen
  • Überwiegend exzellente Animationen
  • Durchweg flüssige Darstellung
  • HDR auf PS4 Pro und Xbox One X
  • Relativ lange Ladezeiten bei Schnellreise
Sound/Sprache
  • Gute deutsche Sprecher
  • Stimmungsvoller Soundtrack
  • Passende Soundeffekte
 
Multiplayer

Nicht vorhanden
 
8.5
Userwertung7.0
Mikrotransaktionen
Nein
Hardware-Info
Keine Besonderheiten
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • uPlay
  • Origin
  • Hersteller-Kontoanbindung
  • Ständige Internetverbindung
  • Internetverbindung beim Start
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Benjamin Braun 21. März 2019 - 15:00 — vor 1 Woche aktualisiert

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