Shepards letzte Mission

Mass Effect 3 Preview

Die Reaper kommen und sie sind nach wie vor nicht friedlich gesinnt! In Mass Effect 3 begibt sich Dauer-Held(in) Shepard nicht nur auf die mit Abstand schwierigste, sondern auch letzte Mission. Da ist es nur verständlich, dass Bioware die Trilogie mit einem "Big Bang" enden lassen wollen. Wir haben den kompletten Prolog gespielt.
Jonas Schramm 2. Februar 2012 - 18:01 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Bösewicht Saren ist tot, das Reaper-Schiff Sovereign ist Staub, und auch die Kollektoren wurden besiegt. Eigentlich könnte sich Shepard nun ganz entspannt zur Ruhe legen. Die größte Gefahr des Universums wartet aber noch auf ihn: die Reaper selbst. Und so begibt sich unser aller Held (der natürlich auch eine Heldin sein kann) ein letztes Mal auf den Weg, die Galaxie zu retten. Mass Effect 3 stellt aber nicht nur das Ende einer Trilogie dar, ihr werdet auch zum letzten Mal in die Rolle von Shepard schlüpfen. Für die Entwickler dürfte das Grund genug sein, Mass Effect 3 in einem spektakulären Höhepunkt enden zu lassen.
 
Wir haben Mass Effect 3 vergangene Woche zwei  Stunden lang angespielt, was ziemlich genau dem Prolog entspricht. Über die Qualität der Story können wir euch also noch nicht allzu viel verraten, dafür konnten wir die Spielmechaniken genau unter die Lupe nehmen. Wird Mass Effect 3 nun ein reines Action-Spiel – oder hat Bioware doch noch ein bisschen an die Rollenspiel-Fans gedacht?
 
Für jeden etwas dabei
Im Laufe des Prologs verschlägt es euch auch auf den Mars (oben). Dort trefft ihr unter anderem auf ein paar Cerberus-Soldaten (unten). Was die dort wohl suchen?
Neuerdings entscheidet ihr euch vor dem Start der Kampagne für einen von drei Spielstilen: Rollenspiel, Action oder Story. Ersteres ist die ganz normale Spielerfahrung, ihr bestimmt also frei die Antworten, die ihr in den Gesprächen geben wollt und schlagt euch mit normalstarken Gegnern herum. Fahrt ihr die Action-Schiene, trifft das Spiel die Entscheidung über die Dialogoptionen (eine Mischung aus Vorbild- und Abtrünnigen-Entscheidungen). Dadurch sollen sich die Zwischensequenzen dynamischer anfühlen, so wie bei einem reinen Action-Spiel eben. Entscheidet ihr euch für die Story-Variante, fallen dagegen die Kämpfe um einiges einfacher aus, sodass ihr euch voll und ganz auf die Story und eure Entscheidungen konzentrieren könnt. Laut Michael Gamble, dem Associate Producer von Mass Effect 3, richten sich die neuen Modi vor allem an Einsteiger, die keinen der beiden Vorgänger gespielt haben. Mass-Effect-Veteranen spielen einfach "wie immer", also den Rollenspiel-Modus. Solltet ihr im Verlauf von Mass Effect 3 feststellen, dass euch der gewählte Spielmodus nicht mehr gefällt, dürft ihr diesen in den Optionen auch einfach ändern. Ihr seid also nie fest an einen Spielmodus gebunden. Übrigens gibt es dennoch auch noch den eigentlichen Schwierigkeitsgrad mit vier Stufen.
 
Da wir beim Antesten keinen Speicherstand aus Mass Effect 2 importieren konnten (im fertigen Spiel ist das natürlich möglich), mussten wir vor dem Start noch unser Aussehen sowie eine Klasse festlegen. Es stehen wieder dieselben sechs wie im Vorgänger zur Wahl: Soldat, Techniker, Experte, Infiltrator, Frontkämpfer und Wächter. Nach diesen Entscheidungen legten wir noch die Hintergrundgeschichte von Shepard fest. Neben allgemeineren Dingen wie Shepards Vergangenheit (Kriegsheld? Waisenkind?) durften wir auch wählen, ob entweder Kaiden oder Ashley auf Virmire gestorben ist – Fans von Mass Effect werden sich natürlich erinnern. Überraschenderweise handelte es sich dabei um die einzige Entscheidung, die sich auf die Geschehnisse der beiden Vorgänger bezog. Wie uns Michael Gamble in einem Interview nach der Anspiel-Session mitteilte, ist dieses System aber noch nicht final. Einsteiger sollen auf jeden Fall besser in die Vorgeschichte eingeführt werden, als wir es für diesen Angetestet-Artikel wurden.
 
Geheime Mars-Mission
Die Handlung von Mass Effect 3 baut auf den Mass Effect 2-DLC Die Ankunft auf, in dem ihr die Ankunft der Reaper bestenfalls etwas herauszögern, aber nicht verhindern konntet. Mass Effect 3 beginnt auf der Erde, wo Shepard (aktuell in Untersuchungshaft) und Captain Anderson die Ankunft der lebenauslöschenden Maschinen hautnah miterleben. Gegen die Feuerkraft der riesigen Metallkäfer haben die Menschen aber nicht den Hauch einer Chance, und so müsst auch ihr die Flucht ergreifen. Mit Anderson im Schlepptau kämpft ihr euch über die Dächer und stellt über ein Funkgerät Kontakt zur Normandy her. Ihr trefft aber auch schon die erste "moralische Entscheidung". Wenig später retten euch Joker und Ashley (beziehungsweise Kaiden), während sich Anderson entscheidet, auf der Erde zu bleiben, um die Menschen in ihrem Abwehrkampf zu unterstützen. Zuvor versetzt er Shepard aber kurzerhand in den Rang des Commanders zurück. Neben einem Wiedersehen mit Anderson, Joker und Kaiden oder Ashley trefft ihr auf der Erde auch auf einen neuen Begleiter: James Vega. Der heißblütige Muskelprotz ist ein Soldat der Systems Alliance und soll im weiteren Verlauf der Geschichte die Rolle eines Anti-Helden bekleiden.
 
Auf der Normandy angelangt, ist an eine kleine Erkundungstour durch das Raumschiff nicht zu denken: Admiral Hackett beordert Shepard sofort auf den Mars, wo anscheinend eine Entdeckung gemacht wurde, die gegen die Reaper sehr hilfreich sein könnte. Auf dem roten Planeten angekommen, bekommt ihr es nicht nur mit einem Sandsturm zu tun, der die Kommunikation mit der Normandy zunehmend erschwert, sondern auch mit Cerberus-Soldaten. Was
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diese auf dem Mars zu suchen haben, klärt sich kurze Zeit später, als ihr auf Liara T'Soni trefft. Sie erklärt uns, dass es sich bei der Entdeckung um ein altes Archiv der Protheaner handelt. Dieses Volk sah sich vor 50.000 Jahren ebenfalls von den Reapern bedroht, ihre Technologie ist vielleicht die letzte Hoffnung der Menschheit. Den weiteren Verlauf des Prologs verbringt ihr mit der Suche nach diesem Archiv und findet letztendlich auch heraus, welchen Plan Cerberus verfolgt.
Wie schon die Flucht von der Cerberus-Raumstation am Anfang von Mass Effect 2 läuft auch die Intro-Sequenz von Mass Effect 3 sehr linear ab. Ziel sei es nicht nur, die neuen Spieler an die Story heranzuführen, sondern auch Mass-Effect-Veteranen in die überarbeiteten Spielmechaniken einzuführen. Sorgen müsst ihr euch aber nicht machen. Nach den gut anderthalb Stunden, die ihr auf Erde und Mars verbringen werdet, soll sich Mass Effect 3 stark öffnen und wieder zahlreiche Sonnensysteme zum Erkunden bereit halten. Euer letzter Besuch auf der Erde wird der Prolog ebenfalls nicht gewesen sein: Städte wie New York, London und Vancouver hat Bioware schon als Schauplätze bestätigt.
Liara T'Soni (rechts) solltet ihr schon aus den Vorgängern kennen. James Vega (links) ist ein neuer Team-Kamerad.
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