Test: Jagd auf Alma

Fear 3 Test

Kann ein kleines Mädchen im roten Kleid gestandenen Spielern Angst einflößen? Es kann, wie Alma vor Jahren in Fear eindrucksvoll bewiesen hat. Funktioniert das auch im dritten Teil der Serie, der auf einen relativ belanglosen zweiten folgt? Wir sind als Point-Man ins Gefecht gegen geklonte Soldaten und mystische Kreaturen gezogen.
Rechen 23. Juni 2011 - 23:13 — vor 8 Jahren aktualisiert
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2005 erschien mit Fear ein Grusel-Shooter der Extraklasse. Eine wirklich schlaue KI, die den Spieler in den spannenden Feuergefechten unter Druck setzte, wurde von Monolith mit klasse gescripteten Schockelementen verheiratet. Entsprechend positiv fiel auch das Urteil der Presse und der Spieler aus. Fear 2 versuchte 2009 an diesen Erfolg anzuknüpfen, schaffte das aber nur bei den Kämpfen – bei den Gruseleffekten konnte Fear 2 nicht mehr mithalten. Morgen steht mit Fear 3 der nächste Teil der Serie in den Händlerregalen, und wir verraten euch, ob wir uns fürchten durften – oder mussten.
 
Was ist hier los?
 „Hä?! Was mach ich denn hier und was zum Teufel ist eigentlich los?“ Wer Fear 1 und 2 nicht gespielt hat, wird sich diese Frage mehr als nur einmal stellen, denn der Titel nimmt sich nicht die Zeit, euch in die Geschichte einzuführen und wichtige Charaktere vorzustellen. Doch selbst wenn ihr mit der Rahmenhandlung vertraut seid, werdet ihr an der wirr erzählten Story nicht viel Freude haben. Damit ihr nicht völlig im Dunkeln tappt, fassen wir euch im folgenden Absatz einige Eckdaten zusammen.
 
In Fear 3 schlüpfen wir in die Rolle von Point Man, einem Mitglied des F.E.A.R.-Spezialkommandos und Held des ersten Teils. Erneut kämpfen wir gegen den Armacham-Konzern, der einmal mehr Horden von geklonten Soldaten auf uns hetzt. Diesmal werden sie allerdings nicht von Paxton Fettel – unserem irren Bruder – angeführt. Von wem dann? Tja, das verrät das Spiel leider nicht. Fettel und Point Man sind die Kinder der paranormal begabten Alma und verfügen daher über übersinnliche Fähigkeiten. Point Man hat zum Beispiel stark verbesserte Reflexe und Fettel kann rote Energie-Kugeln als tödliche Projektile verschießen. Unser übergeordnetes Ziel ist es, zu verhindern, dass die hochschwangere Alma ein weiteres Kind in die Welt setzt. Das versucht zumindest Point Man. Was Fettel vorhat, könnt ihr am Anfang noch nicht ahnen.
 
Um den Plot noch etwas unüberschaubarer zu machen, wird er noch in zwei Äste aufgeteilt; Neben der Jagd nach der (immer rot gekleideten) Alma beschäftigt sich Fear 3 auch mit der Kindheit von Point Man und Fettel. Und die ist mit "grausig" noch vorsichtig beschrieben. Immer wieder seht ihr, wie die Beiden ihr Dasein in einem verschlossenen Raum fristen und einzeln abgeholt werden, um grausamen Experimenten unterzogen zu werden. Das kranke Ziel dahinter: Die Erschaffung perfekter Killer. Und das hat ja bekanntlich auch funktioniert. 
Alt-Bösewicht Fettel ist in Fear 3 unser Bruder. Die rote Aura, die ihn umgibt, rührt von seinen speziellen Kräften her.

Spannende Schusswechsel
Shooter-Fans können seit jeher mit konfusen Storys leben. Prominentes Beispiel: Modern Warfare 2 (GG-Test: 9.0) Viel wichtiger ist die Frage: Wie sieht es mit den Kämpfen aus? Da können wir euch beruhigen, denn gerade die gefallen uns ausgesprochen gut. Um den Schergen von Armacham einzuheizen, steht uns ein breites Arsenal an Schusswaffen zur Verfügung. Gleichzeitig mitführen dürfen wir davon allerdings nur zwei. Zur Auswahl stehen unter anderem Pistole, Schrotflinte, Sturmgewehr und Raketenwerfer, das sind die klassischen Vertreter, wie ihr sie auch in jedem Militärshooter findet. Ausgefallener ist die Strahlenkanone, die vor allem gegen Mechs effektiv ist. Und natürlich ist auch der beliebte Bolzenwerfer mit dabei, mit dem wir schon im ersten Teil Gegner spickten. Hinzu kommen noch drei Granatentypen, mit denen wir Gegner entweder betäuben, töten oder unter Strom setzen. Mit neuer Ausrüstung versorgen wir uns bei gefallenen Gegnern und bei Kisten, die in den Levels verteilt sind. Wie viel Munition wir tragen können, hängt von unserer Stufe ab: Wie in einem Rollenspiel bekommen wir für manche Tätigkeiten (zum Beispiel für das Erledigen von 50 Gegnern) Erfahrungspunkte und steigen im Level auf. Dann dürfen wir zum Beispiel mehr Granaten oder ein zusätzliches Magazin für jede Waffe mitführen.  
 
Neues Deckungssystem
Aus der Deckung feuern wir unsere Maschinenpistolen ab. Achtet besonders auf die Patronen, die links und rechts davonfliegen.
Mithilfe des neuen Deckungssystems verschanzen wir uns durch Drücken des B-Buttons hinter Hindernissen und lehnen uns zum Schießen vor. Anders als in den alten Teilen bleiben wir verschanzt, bis wir von der Deckung weglaufen oder erneut B drücken. Manche Materialen halten feindliche Kugeln jedoch nicht ab. Klingt gut, ist allerdings nicht konsequent umgesetzt. Denn zum Teil nutzen wir auch Stoff oder Matratzen als schusssichere Deckung. Allzu sicher sollten wir uns aber auch hinter einer Matratze nicht fühlen, denn unsere Feinde werfen mit Vorliebe Granaten in unsere Richtung. Dank einer eingeblendeten Warnung haben wir meist genügend Zeit, den Sprengsätzen davonzulaufen. Die KI ist insgesamt clever, nutzt Deckungen und setzt uns in den Gefechten effektiv unter Druck. Schade ist hingegen, dass die Köpfe der Feinde recht vorhersehbar aus Deckun
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gen wieder auftauchen. Die Gegner sprechen mit ihren hasserfüllten Stimmen während der Schusswechsel auch miteinander. Und verraten uns so netterweise, was sie als nächstes vorhaben…
 
Wenn wir Treffer einstecken, färbt sich der Bildschirm rot. Es reicht jedoch, einen Augenblick zu warten, um Gesundheit zu regenerieren. Wenn ihr dazu aber keine Gelegenheit habt, solltet ihr in den Zeitlupenmodus wechseln. Jetzt könnt ihr in aller Ruhe ein paar Kopfschüsse verteilen und die Situation wieder unter Kontrolle bringen. Eure Gegner vertragen übrigens meist mehr als einen Kopfschuss, selbst dann wenn sie keine Helme tragen. Anscheinend haben die Klonkrieger ihr Hirn eher anderswo untergebracht. Sollten die Armacham-Schergen euch einmal zu stark werden, könnt ihr den Schwierigkeitsgrad (Rekrut, Kommando, Furchtlos) auch ändern, müsst dann aber beim letzten Speicherpunkt wieder neu einsteigen. Das sollten sich auch gestandene Spieler offen halten, denn Fear 3 ist generell fordernd und an einigen wenigen Stellen frustig schwer. Hinzu kommen die oft unfair gesetzten Speicherpunkte, die euch dazu nötigen, längere Szenen mehrfach anzugehen.

before
after
Rechts seht ihr die selbe Szene auf der Xbox 360. Wie wir finden, sieht diese auf niedrigen Auflösungen sogar einen Tick besser aus (die Farben wirken ein wenig kräftiger). Dieser Vorteil verschwindet aber natürlich bei Bildschirmen, die mehr als nur eine Auflösung von 1280*720 unterstützen.
 
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