Shin Megami Tensei 5

Shin Megami Tensei 5

Das ist nicht Persona

Hagen Gehritz / 6. November 2021 - 16:16 — vor 3 Wochen aktualisiert
Steckbrief
Switch
JRPG
16
Atlus
Atlus
11.11.2021
Link
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Teaser

Das JRPG von Atlus wirft euch in eine apokalyptische Welt, in der ihr wie in einem diabolischen Pokémon Dämonen rekrutiert und hochzüchtet – zumindest jene, die ihr nicht reihenweise abschlachtet.
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal

Die Shin Megami Tensei-Reihe existiert schon seit 1987, da erschien der erste Teil in Japan für den Heimcomputer MSX, PC und Famicom (die ersten beiden Titel firmierten dabei noch unter Megami Tensei). In den klassischen JRPGs findet ihr euch immer mitten in oder nach der Apokalypse wieder und überredet Dämonen, an eurer Seite zu kämpfen. Dazu fällt ihr diverse Entscheidungen, die euren Charakter unsichtbar den Kräften der Ordnung oder des Chaos näher bringen, was sich auf das Ende auswirkt.

Die besagten Dämonen werden jedem sehr bekannt vorkommen, der Persona 5 (im Test, Note 9.0) gespielt hat, denn es sind dieselben aus allen möglichen Mythologien verwursteten Wesen, die euch in diesem Spin-off von Shin Megami Tensei unter der Bezeichnung Persona begegnen.

Ich konnte als Persona-Fan und Neuling in Shin Megami Tensei die finale Version des Switch-exklusiven JRPGs bereits über 10 Stunden spielen. An dieser Stelle gibt es bei dem Umfang des Rollenspiels noch keine finale Wertung, aber ich verrate euch, warum ich nach dem Auftakt noch kein Fan von Shin Megami Tensei 5 geworden bin.
Ihr beginnt mit einer überdesignten Uniform und tauscht das gegen eine nicht weniger überdesignte Mischwesen-Gestalt.
 

The End of the World as we know it

Während es in Persona letztlich um die Menschen geht und die Verbindungen, die ihr in dem Alltagssimulations-Teil des Gameplays knüpft, gibt es in der Apokalypse von Shin Megami Tensei 5 keinen geregelten Alltag mehr, nur den steten Kampf mit den Dämonen und einige Fraktionen, die darum ringen, wie sich die Welt nun entwickeln soll. Nach einem sehr kurzen Prolog, in dem euer Protagonist (dessen Aussehen nicht anpassbar ist, aber den Namen dürft ihr frei wählen) ein paar Mitschüler an seiner Highschool kennenlernt, findet er sich nach einem Erdbeben in einem Tunnel plötzlich in einem wortwörtlich verwüsteten Tokio wieder, das als Dämonenwelt Da'at bekannt ist. Gerade als ein paar Dämonen eurem Alter Ego ans Leder wollen, kommt der mysteriöse menschenähnliche Dämon Aogami zur Rettung, der sich mit eurem Helden zu einem Nahobino genannten Wesen vereint.

Formell soll der Pakt nur dauern, bis ihr in Sicherheit seid, allerdings wird schon klar, dass ihr es in dieser Gestalt schaffen könntet, ein Gott zu werden. Es ist also ziemlich klar, wo die Reise hingeht. So zumindest meine Hypothese, denn die Geschichte ist auch nach den ersten zehn Stunden noch keinen Iota vorangekommen. In der ganzen Zeit ging es erst darum, zum Tokio Tower zu laufen, um Aogamis Erinnerungen anzuregen und danach in ein anderes Areal zu laufen, in dem ich vielleicht sicheren Unterschlupf finden kann – dabei rennen in der Spielwelt inzwischen schon diverse Dämonen lieber in Sicherheit, wenn sie mich sehen!
Jedes leuchtende Symbol oben rechts zeigt an, dass ich einen Extrazug erhalten habe (außerdem sinkt der Zähler der verbleibenden Züge nicht). Ist eine reguläre Aktion oder ein Zusatzzug verbraucht, verschwindet ein Symbol. 
 

Keine Schwäche zeigen

Ihr erkundet eine komplett in 3D modellierte Welt. Das muss deshalb betont werden, da ihr in früheren Teilen in der Vogelperspektive als Icon über Karten gehuscht seid. Alle paar Meter laufen Pulks von Dämonen rum. Haut ihr sie oder berühren sie euch, beginnt ein Rundenkampf. Auch in den Kämpfen ist dabei die Zeit der statischen 2D-Sprites vorbei. Jeder Dämon hat einige spezielle Kampf- und Idle-Animationen, die gerade bei schrägen Gestalten nett anzusehen sind.

In den Gefechten kann eure Figur und jeder der bis zu drei aktiven Dämonen in eurer Runde eine Aktion durchführe. Doch das ändert sich rasch durch das Press-Turn-System. Die Feinde besitzen Elemente, durch die sie besonders verwundbar sind oder gegen die sie resistent bis immun sind – die Darstellung der Stärken und Schwächen ist dabei fast identisch zu Persona, auch wenn einige Elemente anders sind. Aus Persona 5 kennt man bereits das System, dass bei kritischen Treffern oder Schwachpunkt-Angriffen der Gegner betäubt wird und ihr manchmal einen weiteren Angriff erhaltet. Im Press-Turn-System werden Feinde nicht betäubt, aber ihr erhaltet immer einen zusätzlichen Zug. Auch wenn der nächste aus der Gruppe keinen schweren Treffern landet, wird als Erstes der erspielte Zusatzzug verwendet, so dass ihr trotzdem weiter die Chance habt, die Zahl eurer Aktionen zu verdoppeln.

Das System gilt aber auch für die Gegner, die auf „Normal“ teils sehr hirnrissige Züge machen und aber dadurch glücklicherweise selten direkt die erste Gelegenheit ausnutzen, um euren Helden zu töten (und es reicht, wenn er stirbt, damit euch ein Game Over sofort ins Hauptmenü befördert). Unterschätzt ihr aber die Gegner und sie schaffen es, eine Kombo aufzubauen, kann auch eure Gruppe in einem Zug ausradiert werden. Besonders kritisch wird es, wenn ihr nicht schnell ein Rudel Dämonen ausschaltet, das im vorigen Zug einen Angriff geopfert hat, um Macht zu sammeln. Dann wird trifft nämlich in ihrem nächsten Zug garantiert jeder Angriff kritisch und sie erhalten in jedem Fall doppelt so viele Züge, sofern sie nicht welche durch Immunitäten oder Angriffe ins Leere verlieren. Auch euer Trupp kann die Welle der Kritischen Treffer auslösen, sobald ihr über die Kämpfe hinweg genug Magatsuhi gesammelt habt, um eure Spezialleiste damit zu füllen. Im Spiel findet ihr zudem Talismane, die weitere Magatsuhi-Moves für bestimmte Dämonenklassen freischalten.

Ihr müsst unterm Strich ständig euer Team auf die häufig in einem Gebiet auftretenden Gegner einstellen und fleißig Debuffs nutzen. Shin Megami Tensei 5 warnt euch nicht umsonst vor Bosskämpfen, denn den ersten Anlauf werdet ihr wahrscheinlich nicht überleben.
 
Die Fee erkennt beim Ansprechen im Kampf, dass ich mich mit einer Artverwandten angefreundet habe (obwohl es eher ein Ausbeutungs-Verhältnis ist) und der Kampf endet sofort. So erhaltet ihr nur Beute für die bis zu diesem Moment im Kampf besiegten Feinde. Manchmal schenkt euch der angesprochene Dämon aber auch etwas.
 

Dämonen haben auch Wünsche

Ich traf bisher kaum Menschen, stattdessen sind freundlicher gestimmte Dämonen die üblichen NPCs und Questgeber. Doch auch im Kampf könnt ihr jederzeit den Versuch wagen, mit den Dämonen zu reden. Sagt ihr, was der Gegner hören will, fragt der nach Items, Geld oder etwas von eurer Lebensenergie. Rückt ihr damit raus, schließen sie sich euch an - meistens zumindest. So kommt ihr hauptsächlich an neue Dämonen, die ihr zu stärkeren Wesen fusionieren wollt und müsst, weil ihr sonst in den Kämpfen keine Sonne mehr seht.

Anhand der Screenshots mögt ihr denken, dass es in Shin Megami Tensei 5 überall gleich aussieht. Das liegt teils an den Auflagen für eigene Screenshots und Videoaufnahmen für diese Testprognose (beziehungsweises dieses "review in progress"). Aber auch abseits davon gibt es zwar unterschiedliche Ecken wie Bahnschienen, Oasen und Bereiche mit mehr Häuserruinen, dennoch wirkt das erste Areal (aus dem ich im Rahmen meiner bisherigen Spielzeit noch nicht heraus kam) durch die Gestaltung als Wüste recht eintönig. Es lohnt sich aber, die Augen nach Schleichwegen und Plattformen offen zu halten, da überall Schätze versteckt sind und euch NPCs Tipps zu Bossen und Nebenquests geben. Das Ziel der Hauptquest wird dabei stets auf der Karte angezeigt. Alles andere taucht auf dem Radar auf, sobald ihr nahe genug seid, aber nur wenn ihr die Dämonen bei sogenannten Abzessen in der Welt besiegt, da deren Aura die Karte verdeckt.

Autor: Hagen Gehritz (GamersGlobal)

 
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Meinung: Hagen Gehritz

Shin Megami Tensei 5 macht grafisch eine wesentlich bessere Figur als alle vorherigen Teile, auch wenn die Texturqualität schwankt und manchmal die Pop-ups sehr auffällig sind.

Spielerisch motiviert die Entdeckung. Doch im Zentrum stehen zum einen die Kämpfe in hoher Frequenz, bei denen ich wegen der Schlagzahl doch meist die eigentlich schönen Animationen wegdrücke. Zum anderen dreht sich alles um die Dämonenzucht, bei dir ich möglichst nützliche Skills weitergeben will, die gut mit den Element-Boni der neuen Kreatur harmonieren. Die Standard-Kämpfe sind dabei auf „Normal“ nicht zu anspruchsvoll, unterschätze ich die Gegner aber beim Grind zu sehr, kann mir das um die Ohren fliegen und mich eine halbe Stunde und mehr Fortschritt kosten, je nachdem wie oft ich an den Schnellreisepunkten speichere.

Für weniger frustresistente Neueinsteiger wird es nicht nur einen einfachen Schwierigkeitsgrad sondern per Day-1-Patch auch einen Story-Modus geben. Ich bin mir unsicher, wie gut das beim gleichzeitigen großen Fokus auf die Mechanik aufgehen wird. Die endzeitliche Geschichte bietet interessante Ansätze. In rund 10 Stunden (die verlorene Zeit durch drei Game Over nicht eingerechnet) habe ich aber fast null Story erlebt, sondern bin nur erst zum Tokyo Tower und dann zu einem anderen Areal gelaufen. Langsames Pacing ist nun nicht ungewöhnlich für JRPGs, aber seit zehn Stunden fährt Shin Megami Tensei 5 mit angezogener Handbremse – und zwar im ersten Gang. Fans der Reihe werden sich wohl über den Grafiksprung freuen und wieder Spaß an der Dämonenzucht, der Erkundung und den Kämpfen haben. Mir als Neueinsteiger und Persona-Fan ist der Auftakt des JRPGs aber zu grindig und eintönig.
Hagen Gehritz 6. November 2021 - 16:16 — vor 3 Wochen aktualisiert
Olphas 24 Trolljäger - - 61894 - 6. November 2021 - 16:20 #

Deja vu. *kopfkratz*

Jörg Langer Chefredakteur - P - 432966 - 6. November 2021 - 16:26 #

Da sich der eine oder andere fragt, wo die Preview geblieben ist: Wir hätten eine „Review“ zu der gespielten Version veröffentlichen dürfen, aber mit aus unserer Sicht zu großen Einschränkungen beim gezeigten / beschriebenen Spielfortschritt. Darum haben wir eine „Preview“ veröffentlicht – was aber mit dieser Vorab-Version explizit nicht erlaubt war. Darum nun ein „Special“ ohne Preview-Kasten et cetera – quasi als im Entstehen begriffene Review.

Und keine Sorge, die fertige Review inklusive Note folgt, sobald wir ohne Einschränkungen berichten/bebildern können, vermutlich am Release-Tag.

Olphas 24 Trolljäger - - 61894 - 6. November 2021 - 16:30 #

Eieiei, auf sowas muss man auch erstmal kommen Oo Review ja, Preview nein.

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 27768 - 6. November 2021 - 16:37 #

Ja, das klingt nicht sinnvoll.

Ganon 24 Trolljäger - - 67220 - 6. November 2021 - 19:27 #

Die Embargo-Politik der Entwickler treibt manchmal merkwürdige Blüten.

Wunderheiler 21 Motivator - P - 30011 - 6. November 2021 - 20:59 #

Klingt ein bisschen wie bei Death Stranding.

Ganon 24 Trolljäger - - 67220 - 7. November 2021 - 0:14 #

Ok, ist nicht so mein Spiel, deswegen hatte ich die erste Fassung des Videos noch nicht gesehen. Habe erst mal über Hagens Frisur gestaunt. ;-)
Die deutschen Untertitel sind ja teilweise etwas schräg, oder?

"Umsieh dich"
"Retro ist kühl"

Hm ja...

Hagen Gehritz Redakteur - P - 77621 - 7. November 2021 - 10:09 #

Die kleinen roten Miman sind alle Absolventen der Yoda-Sprachschule. Auch der Preta am Ende hat eine lustige Ausdrucksweise, in beiden Fällen ist die schräge Sprache also beabsichtigt.

Ganon 24 Trolljäger - - 67220 - 7. November 2021 - 10:38 #

Ah, na gut. :-)

vgamer85 20 Gold-Gamer - - 26676 - 7. November 2021 - 10:13 #

Hagens Frisur finde ich klasse. Das Spiel sieht öde aus.

AlexCartman 19 Megatalent - P - 18182 - 8. November 2021 - 0:38 #

Ich hatte mich ja auf SMT5 gefreut, aber die Serie scheint tatsächlich Rückschritte zu machen. Schade.

ed_reddison 09 Triple-Talent - P - 252 - 8. November 2021 - 9:42 #

Hmmm…Eurogamer betitelt es als das Beste JRPG auf der Switch. Die hier angeführten Kritikpunkte scheinen mir eher auf wenig Erfahrung mit der Serie zu basieren? Es ist (glücklicherweise) kein Persona und möchte es auch gar nicht sein.

Olphas 24 Trolljäger - - 61894 - 8. November 2021 - 9:57 #

Hagen sagt ja auch klar, dass er als Persona-Fan aber SMT-Neuling da dran geht. Finde das schon nachvollziehbar. Wenn du oder ich SMT bereits kennen wissen wir, dass die Kritikpunkte für uns vielleicht gar keine sind. Finde ich legitim.

Wunderheiler 21 Motivator - P - 30011 - 8. November 2021 - 11:10 #

Die Frage ist halt, ob das eine Bewertung beeinflußt. Ich hab bei einen Battlefield z.B. jetzt noch nie den Aufmacher "Kein Fest für COD Fans" gelesen. Da sollte man schon so fair sein und die Reihe auch als ihre Reihe bewerten und nicht einfach nur ein postapokalyptisches Persona erwarten und dann enttäuscht sein, dass es eben was ganz anderes ist und sein möchte.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 432966 - 8. November 2021 - 12:19 #

Bei der Bewertung eines Spiels beeinflusst und einzig und allein, ob und wie sehr uns ein Spiel Spaß macht. Dass ein Fanboy immer Gründe finden wird, wieso uns Spiel X mehr Spaß hätte machen müssen, versteht sich von selbst :-)

Wunderheiler 21 Motivator - P - 30011 - 8. November 2021 - 13:49 #

Ich glaube hingegen schon, dass die Einstellung am Ende das Urteil beeinflussen kann. Wenn man unbedingt ein Spiel Marke X will, das man dann enttäuscht sein kann, wenn ein Spiel es dann anders macht.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 432966 - 8. November 2021 - 14:14 #

Dann solltest du nicht Spieletester werden, denn in der Regel schließt man von sich auf andere, und in der Tat wäre man für den Job ungeeignet, wenn man nicht zu Korrekturen an der eigenen Erwartungshaltung in der Lage ist.

Wobei Fanboys natürlich auch das gerne verwechseln: Sollte Hagen zum Beispiel das starke Grinden und einen stupiden Dungeon-Crawler-Ansatz kritisieren im Test, kommt dann als nächstes: "Tja, wer starkes Grinding und konsequente Dungeon-Crawler nicht liebt, der hätte natürlich nicht testen sollen".

Auch der Verweis auf die Persona-Serie, und dass die Persona-Serie dem Tester womöglich mehr Spaß macht, wäre kein Beweis, dass der Tester das Spiel nicht verstanden hat oder ihm nie eine Chance geben wollte, auch wenn das Fanboys gerne dann so darstellen in 100% der Fälle.

Fanboys sind einfach so. Aber du bist bestimmt keiner, oder? Also mach' dir mal keine Sorgen :-)

Wunderheiler 21 Motivator - P - 30011 - 8. November 2021 - 14:30 #

Keine Sorge, ich möchte kein Spieletester werden (und auch kein Essenstester, weil da ist mir die Problematik einmal sehr deutlich geworden, als ich mental mich sehr auf ein Gericht gefreut hatte und das die Alternative, obwohl herausragend, weniger gut würdigen konnte).

Ich habe noch nichts kritisiert (kenne ja auch weder den 5. Teil noch den Test), aber wenn wir hypothetisch bleiben: Sollte bei einem Spiel, wo man seinen Schwierigkeitsgrad einstellen kann und es keine Zufallskämpfe gibt, es ein Negativ-Punkt sein? Das Spiel bietet einem ja die einfache Möglichkeit, mehr Spaß an dem Spiel zu haben.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 432966 - 8. November 2021 - 15:17 #

Du, das gleiche gilt für mich: Kenne weder Teil 5 noch den Test, denn der muss erst noch geschrieben werde :-) Aber zu deiner Frage: Wenn ich Spaß an Kämpfen habe, will ich die durchaus haben, aber ich will vielleicht nicht dermaßen viele davon machen (müssen), dass ich sie aus reinen Zeitgründen auf super-einfach stelle. Bevor ich mir das antue, spiele ich vermutlich lieber einen Titel, bei dem die Mischung besser für mich passt.

Wunderheiler 21 Motivator - P - 30011 - 8. November 2021 - 15:26 #

Zum Glück hat SMT5 ja die Wahl zwischen super-einfach, “normalem” einfach, normal und schwer.

Aber lassen wir die Hypothesen. Ich freue mich zumindest sehr auf das Spiel, die Tests die es schon gibt ließen sich zumindest sehr vielversprechend :)

Hagen Gehritz Redakteur - P - 77621 - 8. November 2021 - 23:31 #

Die Herangehensweise war nicht "Ich habe Bock auf mehr Persona, das sollte mir SMT jetzt bieten". Vielmehr werden sich gewiss viele Persona-Fans fragen, ob für sie Shin Megami Tensei durch die bestehenden Parallelen einen Blick wert ist und da wollte ich unterstreichen, dass es viele Unterschiede gibt.

ed_reddison 09 Triple-Talent - P - 252 - 8. November 2021 - 14:44 #

Aber gemäß dieser Argumentation müsste man ja darauf schließen, dass nur solche Genres und Spielereihen bei GG eine positive Einordnung erhalten können, die generell bereits dem Geschmack der Redaktion entsprechen.

Ansonsten wären nur ja negative Einordnungen möglich. Wenn bspw. eine gewisse Grindlastigkeit bereits aus Redaktionssicht grundsätzlich negativ einzuordnen ist (aus meiner Sicht ein klares Pro-Kriterium).

Aus meiner Perspektive sehr schade, da man damit diesen Titeln damit natürlich in keinster Weise gerecht wird. Vermutlich aber auch schlicht der geringen Größe der Redaktion geschuldet.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 432966 - 8. November 2021 - 15:08 #

Du kannst dich sehr gerne in theoretischen Überlegungen verlieren und daraus dann zu weiteren Schlussfolgerungen gelangen, die mit der Größe unserer Redaktion zu tun haben.

Du könntest aber auch einfach mal diverse unserer bislang 1.568 Tests ansehen und prüfen, ob nur Spiele, die 1:1 auf unsere Befindlichkeiten passen, die Chance auf eine gute Bewertung haben.

Ich würde ja zur zweiten Variante raten, da sie auf Fakten beruht :-)

Davon unbenommen bleibt natürlich, dass bei subjektiven Tests subjektive Bewertungsmaßstäbe angelegt werden (die aber natürlich nicht willkürlich sind, sich am Genre orientieren und die Erfahrung des Testers einfließen lassen). Du erwartest jedoch sicher nicht von mir, dass ich Metroid Dread eine 8.0 gebe, wenn mir das Spiel keinen rechten Spaß machen will, oder?

Das wäre übrigens auch so eine typische Fanboy-Wunschvorstellung: "Tests dürfen nur von Fans durchgeführt werden". Nee, und das kann auch keine Redaktion dieser Welt leisten, denn es gibt nie genug Redakteure, um einen Fan für jede halbwegs wichtige Serie bereitzuhalten..

Was viele Redaktionen machen: Sie wissen, was Titel mit hohem Fanboy-Aufkommen sind, und werten dort gnädiger / euphorischer, als wenn das selbe Spiel von einem unbekannten Studio käme. Typische Erkennungssätze sind dann auch "Für Fans aber sicherlich...".

Wir machen das nicht, sondern stellen die Pro und Contras eines jeden Spiels gewissenhaft dar, schreiben, wieso wir es super oder gar nicht gut finden, und der mündige User zieht sich daraus seinen Nutzen.

ed_reddison 09 Triple-Talent - P - 252 - 8. November 2021 - 15:23 #

Klar kann man das alles machen und es ist ja auch legtim. Was bleibt ist dennoch die Frage nach dem Sinn.

Wenn ich einen Test suche der SMTV für mich im Kontext der Gesamtserie einordnet finde ich den hier leider nicht und das ist schade.

Den letztlich kann ich diesem Preview nur die Information abgewinnen, dass Hagen offenkundig das Gameplay von SMT im Generellen nicht gefällt. Was absolut ok ist aber mir persönlich natürlich nichts an Erkenntnis hinsichtlich genereller Einordnung bringt. Das muss ich dann woanders lesen.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 432966 - 8. November 2021 - 16:16 #

Der Sinn eines jeden Tests bei uns ist es, Genrefans über ein potenziell interessantes Spiel in ihrer Beutekategorie zu informieren. Es ist aber nicht Sinn des Tests, Fans genau einer Spieleserie eine minutiöse Änderungsliste zum Vorgänger zu geben. Wieso auch? Die Fans kaufen es doch sowieso.

Wenn es dir aber nicht um eine minutiöse Änderungsliste geht, wird dir kraft deiner Vorerfahrung bestimmt auch Hagens Test eine Einordnungsmöglichkeit geben (wenngleich sicher nicht eine so gute wie der Test eines ähnlich begabten, aber mit der Serie vertrauteren Redakteurs – das ist klar).

"Dass Hagen offenkundig das Gameplay im Generellen nicht gefällt" als angeblich einzigem Erkenntnisgewinn für dich aus diesem Vorab-Bericht klingt für mich halt mehr nach beleidigter Leberwurst als nach einer Auseinandersetzung mit dem, was Hagen tatsächlich schreibt und erzählt.

ed_reddison 09 Triple-Talent - P - 252 - 8. November 2021 - 16:57 #

Mir geht es mehr darum, dass solche Artikel eher Spieler bestärken sollten sich an Genres und Spielreihen heranzutrauen, die normalerweise vielleicht außerhalb der eigenen Komfortzone liegen…anstatt Vorbehalte zu untermauern. Das ist natürlich nur möglich, wenn der Autor schon entsprechend tiefe Erfahrung mit dem besprochenen Inhalt hat. Soweit so gut….aber gut…hier dreht sich die Diskussion auch schon im Kreis

Jörg Langer Chefredakteur - P - 432966 - 8. November 2021 - 17:27 #

Und du glaubst wirklich, dazu sei ein Fan-geschriebener Test besser geeignet als von jemand, der sich das ohne Vorbelastung ansieht? Also ich fand als alter Diablo-2-Fan just Hagens "Newbie"-Preview zu Diablo 2 Resurrected sehr aufschlussreich – und mich haben dann bei meinem Test teils ganz ähnliche Dinge gestört. So wie ich dich verstehe, hätten wir Hagen niemals an Diablo 2 Resurrected lassen dürfen, und ich hätte als alter Fan von Diablo 2 nur zu einer Ausnahmewertung gelangen dürfen statt zu der 7.5, die es dann wirklich geworden sind...

Von wegen im Kreis drehen: Ich will dir nicht deine Meinung nehmen, die hast du ja klar rübergebracht. Aber ich wollte sie auch nicht unwidersprochen stehen lassen. Ich habe jetzt alles zum Thema gesagt, was mir wichtig war :-)

CBR 21 Motivator - P - 25034 - 9. November 2021 - 10:26 #

Macht er doch auch. Er zählt Stärken und Schwächen auf und verweist - ganz wichtig für mich! - darauf, dass in den ersten zehn Stunden noch gar nicht viel passiert ist. Das ist für mich ein klares Indiz darauf, den Test abzuwarten. Vielleicht zieht das noch deutlich an und der Start dient nur dazu, sich mit der Mechanik vertraut zu machen? Oder es dümpelt weiter vor sich hin? Wie nach jedem Preview: Endgültigen Test abwarten :-)

AlexCartman 19 Megatalent - P - 18182 - 9. November 2021 - 0:00 #

SMTV ist eine Abkürzung, die interessante Konnotationen weckt. :)

CBR 21 Motivator - P - 25034 - 9. November 2021 - 10:22 #

Es ist doch seit jeher so, dass ein jeder die Pro und Contra selbst abwägen muss, ob sie auf einen zutreffen. Mich nervt neben übertriebenem Grinding diese Dämonenzucht, wo ich möglicherweise jeden einzeln leveln muss. Das ist überhaupt nicht mein Ding. Du schätzt beides sehr. Da gibt es kein objektives Mittel. Darum muss jeder für sich die Note nochmal entsprechend der eigenen Gewichtung anpassen. Das passt für mich schon lange sehr gut.

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 27768 - 10. November 2021 - 12:46 #

So, mein Exemplar kam heute an. Gruß nach Gera. Ich werde jetzt mal reinspielen um dann im Test Hagens subjektiven Argumenten mit meinen subjektiven Eindrücken zu widersprechen ;)

Michael Hengst 16 Übertalent - P - 5935 - 24. November 2021 - 22:20 #

Und durch. Rund 60 Stunden -- allerdings optionale 2 Bosse links liegen gelassen. Das Spiel lebt wirklich vom Optimieren. Mit der richtigen Skill- und Monster-Kombi ist es auch nicht wirklich schwer...:-). Aber die schiere Anzahl an spielbaren Figuren und Skills sind teilweise echt schwer überschaubar. Die Story kommt, wie Hagen schon sagt, ziemlich spät im Spiel auch wirklich an. Dafür gibt es eine knuffige Moral-Entscheidung -- nebst entsprechenden Enden und New Game+ wenn man was verpasst hat. Oder weiter an seiner Truppe feilen will. Pokémon für Erwachsene -- und das ist wörtlich zu nehmen. Das Monsterdesign ist schon teilweise sehr schräg.