So entstand Gabriel Knight User-Artikel

Exit Light / Enter Knight

Jürgen / 30. November 2019 - 12:41 — vor 1 Woche aktualisiert
Sierra Entertainment war seit 1980 bekannt für Grafikadventures der unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Eine der interessantesten Reihen stelle ich euch hier vor. Auftritt: Der Schattenjäger!
 
Über alle Medienformen hinweg waren Fortsetzungen schon immer beliebt: Selbst Klassiker wie das Alte Testament haben teilweise Jahrhunderte später noch einen Nachschlag bekommen! Und was Film, Funk und Fernsehen recht ist, ist Computer- und Videospielen natürlich nur billig. Schon frühe Automaten wie Pac-Man bekamen eine Fortsetzung spendiert, aber bitte ohne viele Änderungen: Evolution statt Revolution! Klebt dem Pillentypen eine Schleife auf die Glatze und fertig! Was natürlich aus Herstellersicht vollkommen logisch ist: Potentielle Käufer könnten durch zu viele Änderungen vertrieben werden. Oder wie unser ehemaliger Innenminister gesagt hätte: "Ein Teil der Änderungen könnte Sie verunsichern." Mehr vom Gleichen – nur in schöner. Das wollen die Leute. Und der Erfolg gibt den Firmen ja auch meistens recht. Nur selten haben Entwickler den Mut, den einmal eingeschlagenen Weg zu verlassen und sich in die Büsche am Wegesrand zu schlagen. Aber einer äußerst kurzlebigen Serie war es nicht genug, einfach nur gut zu sein. Sie erfand ihre Erzählweise in jedem Spiel neu. Doch auch hier gilt: Ob das immer so schlau war?
 

Wer hat's erfunden?

Jane Jensen begeisterte sich von Jugend an dafür, Geschichten zu schreiben. Aber recht schnell wurde ihr klar, dass sie mit dieser Tätigkeit nur einen Bruchteil ihrer anfallenden Rechnungen würde bezahlen können. Um dieser Künstlerexistenz zu entgehen, schrieb sie sich in Indiana zum Studium der Computer Science ein und ging nach ihrem Abschluss als Systemprogrammiererin zu Hewlett-Packard. Die Arbeit dort war nicht glamourös, machte ihr aber Spaß. Das Programmieren war für sie wie das Lösen logischer Puzzles und so hätte das hier auch schon die erste und letzte Station ihrer Karriere sein können. Doch 1987 machte sie einen folgenschweren Schritt und kaufte sich ihren ersten eigenen PC. Auf diesem Gerät lernte sie die große Welt der Computerspiele kennen – und eines der ersten Programme, das sie spielte, war King's Quest 4 - The Perils of Rosella. Was sie auf dem Monitor sah, verband ihre Liebe für Geschichten mit ihrem Faible für Puzzles auf geradezu perfekte Weise. Genau das wollte auch sie machen.
 
Der Einstieg in die Spielebranche gelang ihr mit Police Quest 3 - The Kindred. Ursprünglich wurde sie für das Handbuch angeheuert, aber wegen diverser Verzögerungen fand sie sich bald darauf im Autoren-Team für das eigentliche Spiel wieder. Einige kleinere Schritte später – unter anderem steuerte sie Ideen für das erste EcoQuest bei – stieg sie neben Roberta Williams zur Co-Designerin beim sechsten Teil von King's Quest namens Heir today, gone tomorrow auf. Ein Schritt, der bei Sierra gang und gäbe war: Junge, hungrige Mitarbeiter wurden in das jeweils aktuelle Flagschiff eingebunden und konnten sich auf diese Weise für größere Aufgaben empfehlen. Eine Chance, die Jensen ganz offensichtlich zu nutzen wusste. Ihr nächster Schritt war bereits die eigenverantwortliche Entwicklung eines Spiels und damit verbunden einer eigenen Marke: Gabriel Knight.
 
King's Quest war bekannt für seine bunten, fantasievollen Welten voller Fabelwesen und mittelalterlichem Kitsch. So sehr Jensen die Entwicklung des sechsten Teils wohl genossen hat, so wenig passte diese Ausrichtung zu ihren persönlichen Vorlieben: Unter anderem die Graphic Novels von Neil Gaiman waren damals prägende Einflüsse für sie. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich schon ihre ersten Ideen in Richtung des Übernatürlichen bewegten. Eine ihrer ausformulierteren Pläne drehte sich um Werwölfe in Deutschland, die von einer Art Inquisitor gejagt werden sollten. Aber dann entschied sie sich, erst einmal die Ursprungsgeschichte dieses Charakters zu entwickeln und zu erzählen. Im Gegensatz zu George Lucas ging sie also ganz einfach der Reihe nach vor und sprang nicht wild in der Weltgeschichte herum. Ihr Hauptcharakter sollte sich entwickeln und erst langsam begreifen, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gäbe, als seine Schulweisheit es sich träumen ließe.
 
Jensen ging daran, den Charakter auszuarbeiten. In einem Interview mit David L. Craddock erinnert sie sich an die Anfänge: Zunächst schwebte ihr ein Draufgänger und strahlender Held wie Indiana Jones vor. Aber schnell kam sie auf die Idee, einen Tunichtgut in den Mittelpunkt ihrer Erzählung zu stellen. Einen Schürzenjäger, dessen Macho-Gehabe und seine Selbstverliebtheit es auf den ersten und auch den zweiten Blick nicht leicht machen würden, sich mit ihm zu identifizieren. Auch ihre eigenen Erfahrungen als Schriftstellerin flossen in Gabriels Dasein als erfolgloser Autor ein. Sie erinnert sich daran, kurz vor diesem Spiel an einem abgelehnten Buch gearbeitet zu haben. Zusätzlich ausgestattet wurde Gabriel mit einer recht erfolglosen Buchhandlung, die im Laufe des Spiels eine Art Heimathafen für den Spieler wird.
 
Ort des Geschehens sollte New Orleans sein und so begann Jensen zu recherchieren. Das bedeutete Anfang der Neunziger Jahre: Sie rief bei einer dort ansässigen Buchhandlung an und ließ sich Bücher schicken. Während sie in diesem Bereich weiter in die Tiefe ging, wurde auch die Figur des Gabriel Knight immer mehr mit Hintergrund ausgestattet: Er wurde der jüngste Spross einer seit Jahrhunderten wirkenden Familie von "Schattenjägern“, deren Stammschloss in Deutschland liegt. Aber davon ahnt er am Anfang der Geschichte noch nichts, wenn er wie jeder durchschnittliche Buchhändler erst einmal völlig verpennt zur Kaffeemaschine schlurft. Ihn plagen seit Wochen Albträume. Genauer gesagt: Ein immer wiederkehrender Albtraum rund um die Hinrichtung einer Frau.
Am Jackson Square ist immer was los. (Original)

Und täglich grüßt das Murmeltier

Immer wiederkehrend ist ein gutes Stichwort und führt uns zur Struktur des Spiels: Viele Adventures aus den 80ern und 90ern krankten an der Möglichkeit, einen wirklich wichtigen Gegenstand am Anfang übersehen zu können und dann nach zig Spielstunden samt vielen, vielen Sackgassen und Toden festzustellen, dass der besagte wichtige Gegenstand in der Keksdose neben dem Familienportrait auf den Kaminsims im ersten Bild liegt. Und das ist drei Kontinente und 15 Spielstunden her. Dieses Problem umging Jane Jensen, indem sie die Geschichte an zehn aufeinanderfolgenden Tagen spielen ließ, die jeweils in sich abgeschlossen sind. Natürlich werden einige Gegenstände und Hinweise erst Tage später wichtig, aber innerhalb eines Abschnitts muss alles Wichtige gefunden, jedes Rätsel gelöst und jedes Gespräch geführt worden sein, die das Spiel vorgesehen hat. Der Vorteil liegt auf der Hand: Kein böses Erwachen kurz vor Spielende. Aber auch ein Nachteil wird irgendwann deutlich: Manchmal eiert Gabriel etwas planlos durch die Gegend, weil dem Spieler einfach nicht klar wird, was denn bitte jetzt noch zum Abschluss des Abschnitts fehlt. Mir persönlich kommt das mit den Tagen aber entgegen: Ich neige dazu, Kleinigkeiten zu übersehen – und mir ist klar, dass jeder gestandene Adventurespieler da draußen bei dieser Aussage "Shame! Shame! Shame!" gen Monitor ruft. Aber es ist eben leider so. Außerdem sorgt diese Struktur dafür, dass bereits bekannte Orte, wie der immer wieder aufgesuchte Park, mit neuen Überraschungen gefüllt werden können.
 

"What can you tell me about Voodoo?"

Zurück zum Inhalt: Nach dem ersten Kaffee erfährt der Spieler, dass Gabriel neben seiner erfolglosen Karriere als Buchhändler noch ein zweites Standbein hat: Er ist Autor, allerdings ein reichlich erfolgloser. Aber eine gerade stattfindende Mordserie, die mit Voodoo in Verbindung steht, soll ihn auf die Erfolgsspur führen. Dazu spannt er seine (unbezahlte) Assistentin Grace Nacimura für die Recherche ein. Grace fungiert als gutes Gewissen Gabriels und ist die einzige Person in seiner Umgebung, zu der er eine etwas tiefere Beziehung aufbaut. Vermutlich, weil sie ihn in einer Tour abblitzen lässt und seine Sprüche mit trockenem Humor kontert. Das macht Grace für mich ganz klar zur Sympathieträgerin in diesem Gespann. Ein weiterer wichtiger Charakter ist Detective Mosley. Er ist der leitende Ermittler bei den Voodoo-Morden und versorgt Gabriel mit Informationen, die nicht in der Zeitung stehen. Das alles im festen Glauben, dass die Hauptfigur in Gabriels Roman nach seinem Vorbild geformt sein wird. Aber natürlich hat ihn Knight hier belogen. Recht schnell taucht auch noch eine mysteriöse Schönheit namens Malia Gedde auf. Ihre Familie ist tief in der Geschichte der Stadt verwurzelt und scheint auch mit den Morden zu tun zu haben.

Weiter will ich in die Geschichte gar nicht eintauchen. Wer das Spiel bisher noch nicht gespielt hat und ein kleines Faible für Adventures nicht verleugnen kann, sollte es auf jeden Fall mal antesten. Mit welcher Version das meiner Meinung nach am besten funktioniert, erkläre ich am Ende des Artikels.

Selbst im Vergleich zu heutigen Spielen bietet Sins of the Fathers eine unglaubliche Fülle an Hintergrundinformationen. Sowohl über die Stadt als auch über Voodoo- Kulte kann man sehr viel lernen, wenn man denn Willens ist. Viele Dinge ergeben sich ganz natürlich im Laufe der Handlung, während andere bei etwas faden Vorträgen im Original Texttafel für Texttafel eingeblendet werden. Und in den vielen Gesprächen, die Gabriel während des Spiels führen kann, stellt er unter anderem immer wieder die Frage: "What can you tell me about Voodoo?" Und es gibt Vieles, was sich darüber zu erzählen lohnt. So gibt es ein herrliches Beispiel für die einmalige Mischung aus katholischer Tradition und Voodoo-Glauben, die in dieser Intensität wohl nur in New Orleans ausgelebt wird. Aber neben dieser realen Geschichte wird auch die Familientradition der Knights immer weiter ausgestaltet und führt uns im Laufe des Spiels auch nach Deutschland. Aufmerksame Leser erinnern sich hier an eine der ursprünglichen Ideen für dieses Spiel.
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Ein ganz normaler Morgen: Gabriel trinkt erst einmal einen Kaffee, während Grace arbeitet. (Original)
Danywilde 24 Trolljäger - - 60005 - 30. November 2019 - 12:14 #

Danke für diesen Artikel über eine von mir sehr geschätzte Spielreihe, zumindest Teil 1 & 2.

Mir hat die Atmosphäre bei beiden Spielen sehr gut gefallen, auch wenn es einige Designungereimtheiten gab. Ich erinnere nur an das Friedhofsworträtsel im ersten Teil und die Klickorgien in Neuschwanstein im zweiten Teil.

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 30. November 2019 - 13:17 #

Das Friedhofsrätsel ist die Pest, das stimmt. Auch andere Rätsel sind jetzt nicht unbedingt logisch. Aber diese Monente, wenn man als Pfarrer verkleidet Gespräche führt. Oder in der Kirche einen Toten zu beklagen hat. Oder oder oder...

schlammonster 30 Pro-Gamer - P - 180898 - 30. November 2019 - 16:03 #

... oder im Park auf geradezu arcadige Art Pantomimen zu Polizisten locken muss *grrr!*

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 30. November 2019 - 16:11 #

Wenn man erst mal drauf gekommen ist, ging es. Aber bis dahin... Aber ich liebe die Idee :)

schlammonster 30 Pro-Gamer - P - 180898 - 30. November 2019 - 18:19 #

War klar. Bei deinem Hang zum *neugierigebitteimzitierthreadnachschauen* hätte ich das wissen sollen ;)

euph 27 Spiele-Experte - P - 81140 - 30. November 2019 - 12:29 #

Ein super schöner Text, danke Jürgen!

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 30. November 2019 - 13:51 #

Vielen Dank für das Lob :)

Harry67 18 Doppel-Voter - - 11441 - 30. November 2019 - 16:23 #

Da schließe ich mich an, und freue mich schon auf den nächsten Teil :)

doom-o-matic 17 Shapeshifter - P - 6770 - 30. November 2019 - 12:35 #

Ach da kommen Erinnerungen hoch, das war so ein tolles Spiel.

wooks 16 Übertalent - - 4227 - 30. November 2019 - 12:43 #

Sehr, sehr toller Artikel. Da Teil 2 zu einem meiner absoluten Lieblingsspielen gehört, würde ich mich sehr über einen Artikel dazu freuen...

Danke Jürgen! :)

StefanH 15 Kenner - P - 3545 - 30. November 2019 - 13:04 #

Dem kann ich mir nur anschließen :) Teil 2 war der erste Teil der Serie, den ich gespielt habe. DAS ist der Gabriel, den ich vor meinem inneren Auge im Pixelmeer des ersten Spiels Jahre später sah :D

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 30. November 2019 - 13:50 #

Es war auch mein erster Teil. Und obwohl ich ihn „erst“ vor ca. 10 Jahren zum ersten Mal gespielt habe, hatte ich damit einen Heidenspaß.

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 30. November 2019 - 13:50 #

Gerne doch. Ich glaube, dass ich mich zuerst um den zweiten Artikel zu Larry kümmern werde. Aber dann...

Harry67 18 Doppel-Voter - - 11441 - 30. November 2019 - 16:21 #

Sehr schön! Teil 2 ist auch mein Favorit :)

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 78153 - 30. November 2019 - 13:57 #

Sehr schön.
Wie Larry sehr gut geschrieben, liest sich recht fluffig. Weiter so.
Zum Spiel: Nie gespielt, aber zumindest der 20th Version würde ich nach dem Artikel eine Chance geben. Was für mich aus dem Text nicht so hervorgeht, ist deine Bemängelung der neuen Sprachausgabe nur so eine Nostalgiefrage für Kenner der Originals, oder wird auch ein Neuling mit der neuen nicht glücklich?

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 30. November 2019 - 14:29 #

Du wirst mit der neuen Sprachausgabe glücklich werden. Sie klingt technisch natürlich viel sauberer und die meisten Sprecher sind richtig gut, ohne einen großen Namen zu haben. Gabriel klingt für mich einfach unerträglich - aber das liegt wahrscheinlich hauptsächlich am Vergleich mit dem Original. Es gibt im Netz Vergleichsvideos zwischen den beiden Versionen, in denen es unter anderem auch um die Stimmen geht. Aber die spoilern mir zu viel. Deshalb hab ich sie nicht verlinkt.

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 78153 - 30. November 2019 - 15:38 #

Danke für die ausführliche Antwort. :)

Hyperlord 17 Shapeshifter - P - 8083 - 30. November 2019 - 14:02 #

Die Serie habe ich voll vergessen, ich war zu jung damals fürs Setting. Schöner Artikel, bin versucht, das nachzuholen!

Noodles 24 Trolljäger - P - 56007 - 30. November 2019 - 14:32 #

Hab das Original vom ersten Gabriel Knight nie gespielt und das Spiel darum in Form des Remakes nachgeholt. Mir hat es gut gefallen, auch der neue Sprecher. Wahrscheinlich weil ich ihn nicht mit dem des Originals vergleichen konnte. ;)

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 30. November 2019 - 14:35 #

Aufgrund deines Avatars kann ich schlecht behaupten, du hättest einfach schlechten Geschmack. Daher wird es wohl der fehlende Vergleich sein ;)

schlammonster 30 Pro-Gamer - P - 180898 - 30. November 2019 - 16:04 #

In einem Wort: Geil! Bitte mehr davon!

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 30. November 2019 - 16:11 #

Vielen Dank.

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 30. November 2019 - 16:23 #

Hier auch mal ein herzliches Danke an Testleser Elfant und die beiden Ober-Artikel-User ChrisL und Admiral Anger für alle Anmerkungen. Und dazu an Q-Bert für die Einsprengsel bei dummen Fragen meinerseits.

Olphas 24 Trolljäger - - 58187 - 30. November 2019 - 16:24 #

Die ersten beiden fand ich auch super und hab sie vor gar nicht allzu langer Zeit noch mal gespielt. Wobei ich da die 20th Anniversary Edition gespielt habe. Klar war Tim Curry der bessere Gabriel, aber so schlimm wie es immer behauptet wurde fand ich den neuen Sprecher gar nicht. Gut, es hat einen Moment gedauert, bis ich mich dran gewöhnt habe, aber ansonsten fand ich es okay.
Bei der Gelegenheit wollte ich auch den dritten Teil mal nachholen, aber hab den vor lauter technischen Problemen nicht vernünftig zum laufen gekriegt.

Danywilde 24 Trolljäger - - 60005 - 30. November 2019 - 16:33 #

Ja, der dritte Teil. Den wollte ich auch irgendwann mal nachholen, aber diese Optik schreckt mir doch sehr ab.

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 30. November 2019 - 16:36 #

Ich hab mir die GoG-Version gekauft und dann noch die alte Packung gebraucht ersteigert, weil ich den Comic "in echt" haben wollte :D
Die GoG-Version krankt bei mir momentan noch daran, dass jede Bewegung einen dicken schwarzen Streifen in den Hintergrund fräst, der erst beim nächsten Kamerawechsel weg ist. Da geht die Zerstörung dann wieder von vorne los.

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 136897 - 30. November 2019 - 16:46 #

Schöner und interessanter Artikel! Die Serie kam zwar zu meiner aktiven Adventurezeit, ist aber an mir vorbei gegangen.

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 30. November 2019 - 17:04 #

Es ist nicht zu spät! Schreib Dich nicht ab! Lern Lesen und Schreiben! Äh... Spiel Gabriel Knight!

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 136897 - 30. November 2019 - 18:33 #

Meine Adventurezeit ist (leider) vorbei. Hab erst letztens Thimbleweed Park gespielt. Und obwohl ich die leichte Variante gewählt habe, habe ich trotzdem ständig in die Lösung gelünkert. Adventures sind nichts mehr für mich... :|

Noodles 24 Trolljäger - P - 56007 - 30. November 2019 - 21:00 #

Hat es dir denn auch keinen Spaß gemacht? Denn in anderen Genres spielst du ja auch auf Leicht oder cheatest gern, da machts doch nix, wenn du in nem Adventure mal in die Lösung schaust, solange du Spaß dabei hast. ;) Und gibt ja mittlerweile immer mehr Adventures mit Hinweis-System. Hatte nicht Thimbleweed Park auch eines? Da konnte man doch ne Hilfe anrufen, oder nicht?

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 136897 - 1. Dezember 2019 - 22:11 #

Ja, da habe ich auch oft angerufen. :) Aber es stellte sich kein Flow ein. Anfangs habe ich es ja noch selber probiert aber hinterher habe ich fast ständig die Hotline angerufen oder in die Lösung geschaut. Die Story fand ich zwar ganz witzig aber das spielen selbst war mehr ein Abarbeiten.
Ich frage mich immer wieder, wie ich das damals geschafft habe. Anfang bis Mitte der 90er habe ich fast ausschließlich Adventures gespielt und ich habe die alle selber gelöst. Die Lösung gab es oft erst ein, zwei Monate später in einer Zeitschrift. Internet gab es ja in der Form noch nicht. Irgendwie fehlt mir mittlerweile die Geduld für Adventures.

Noodles 24 Trolljäger - P - 56007 - 1. Dezember 2019 - 23:14 #

Ich glaub, wenn man viele Adventures spielt, hat man irgendwann so ein spezielles Denken drin. Ich spiel ja ziemlich viele Adventures und die wenigsten fordern mich noch. Liegt natürlich zum einen daran, dass es heutzutage kaum noch Adventures gibt mit fordernden Rätseln, die meisten verzichten ja darauf "zugunsten des Story-Flusses". Wie ich die Begründung hasse. Wenn ich Spaß am Rätseln hab, stört es mich doch nicht, wenn die Story dadurch unterbrochen wird, beim Shooter stört es mich ja auch nicht, wenn ich zwischen den Storyschnipseln ballere. Naja, ich schweife ab.

Jedenfalls, dadurch dass ich viele Adventures spiele, hab ich halt so ne Art Erfahrungsschatz und Denken aufgebaut (kann es grad nicht besser beschreiben), so dass ich meistens sehr schnell weiß, was die Entwickler da jetzt von mir wollen und manche Rätsel sogar schon löse, bevor es gefordert wird. Und wahrscheinlich ist es so, wenn man gar keine Adventures mehr spielt, dass man da etwas einrosten kann. Noch dazu gehört ja Thimbleweed Park auch zu den schwereren Adventures. Müsstest es vielleicht mal mit einem etwas leichteren ausprobieren, um rauszufinden, ob Adventures wirklich grundsätzlich nix mehr für dich sind. :)

Naja, und fehlende Geduld ist natürlich heutzutage auch ein größeres Problem, wo man haufenweise ungespielte Titel rumliegen hat, da will man dann eher nicht viel Zeit ohne Fortschritt verschwenden. ;)

SupArai 18 Doppel-Voter - - 10494 - 2. Dezember 2019 - 15:13 #

Welche Adventures würdest du denn in die Kategorie "Leicht" einsortieren?

Ich tue mich nämlich auch echt schwer mit den Rätseln in Adventuresu und mache eher einen Bogen drum...

Noodles 24 Trolljäger - P - 56007 - 2. Dezember 2019 - 15:30 #

Die neueren Sachen von Daedalic wie Silence oder Die Säulen der Erde. Oder manche Spiele von Wadjet Eye, die komplette Blackwell-Reihe fand ich z.B. ziemlich einfach. Auch eher leicht fallen mir Adventures in nem realistischeren Setting, da es dort meist keine abgedrehten Rätsel gibt, wie z.B. die Black-Mirror-Reihe. Wobei dort der erste Teil fordernder ist als die beiden Nachfolger. Da fällt mir auch noch The Raven von KingArt ein, schönes Detektiv-Adventure, bei dem ich die Rätsel als recht leicht in Erinnerung hab.

SupArai 18 Doppel-Voter - - 10494 - 2. Dezember 2019 - 17:33 #

Cool, danke! :-)

Von Daedalic habe ich The Whispered World und einen Deponia-Teil begonnen, bin aber irgendwann zu ungeduldig geworden und habe in eine Lösung geschaut. Und wenn ich diese Schwelle einmal überschritten habe, ist die Luft raus, dann finde ich nicht mehr ins Spiel zurück.

Black Mirror ist ja ein Asbach-Adventure, das gab es doch schon vor 20 Jahren oder ist das sogar noch älter? Das habe ich abgebrochen, weil da später so Logik-Rätsel gelöst werden wollten. An denen bin ich kläglich gescheitert, natürlich NUR weil die richtig schlecht designt wurden... ;-)

Ich schaue mal nach den genannten Titeln...

Despair 17 Shapeshifter - 6922 - 2. Dezember 2019 - 17:55 #

Wenn's noch einfacher sein soll: Die Telltale-Adventures ab "The Walking Dead" oder "Life is Strange". Die spielen sich quasi von allein. ;)

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 2. Dezember 2019 - 18:34 #

Ich finde die Sachen zwar toll, aber als Adventures nach der Definition "Was mit Rätseln" laufen sie nicht.

SupArai 18 Doppel-Voter - - 10494 - 2. Dezember 2019 - 22:43 #

Danke für die Idee, aber danke nein, ich habe die ersten beiden Teile zu The Walking Dead gespielt und das hat mir gereicht an Telltale... ;-)

Noodles 24 Trolljäger - P - 56007 - 2. Dezember 2019 - 18:58 #

Ja, das erste Black Mirror ist schon ziemlich alt, die beiden Nachfolger aber noch nicht ganz so, erschienen 2009 und 2011. :D Aber Adventures altern ziemlich gut (außer sie haben auf 3D-Grafik gesetzt), also ist das egal. ;) Hab jetzt mal eher bekanntere Titel von bekannteren Entwicklern genannt, gibt natürlich noch haufenweise unbekannteres Zeug, worunter auch leichte Titel sind. ;) Vor kurzem hab ich z.B. Agatha Knife gespielt, dsa ist sehr skurril, aber auch ziemlich einfach.

Und ja, die älteren Sachen von Daedalic sind eher fordernd, vor allem The Whispered World, da musste ich auch mal was nachschauen. Von ihren älteren Adventures fällt mir noch A New Beginning ein, das ist auch ganz empfehlenswert und meiner Erinnerung nach nicht so schwer.

Q-Bert 19 Megatalent - P - 16229 - 30. November 2019 - 17:08 #

Wunderschönes Titelbild und klasse Metallica-Referenz in der Überschrift. Leider kann ich zu Gabriel nicht viel sagen, da ich nie einen Teil der Reihe gespielt habe. Deswegen ist es spitze, dass es solche Artikel auf GG gibt, um meine Wissenslücken zu schließen :)

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 30. November 2019 - 17:18 #

Inhaltlich habe ich ja nicht viel verraten. Ich wollte mehr Hintergrund liefern und das Spiel anteasern, damit auch junge Hüpfer noch unbeschwert das Spiel genießen können :)

SupArai 18 Doppel-Voter - - 10494 - 2. Dezember 2019 - 15:15 #

Da kann ich mich anschließen. Sierra hatte ich generell nie auf dem Schirm.

Aber danke für den UA, Jürgen, interessant und gut zu lesen! :-)

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 2. Dezember 2019 - 18:36 #

Vielen Dank, das freut mich.

Splatter 10 Kommunikator - P - 485 - 30. November 2019 - 18:04 #

Schöner Artikel, danke dafür. GK gehört zu meinen Lieblingsadventures von Sierra, trotz einiger kruder Rätsel (in deutsch war das Friedhofsrätsel dank einiger Übersetzungfehler kaum lösbar). Aber es bot eine tolle Story mit dichter Atmosphäre. Und auch mir gefällt das englische Original (CD) am Besten. Der 2. Teil bot dann leider bestenfalls unfreiwillige Komik (auch wenn er unter den FMVs noch ganz gut dastand), der 3. Teil hingegen gar nichts mehr.
Jane Jensen arbeitete übrigens auch noch an anderen Spielen mit, u.a. Gray Matter und Cognition, beides richtig gute Adventures.

StefanH 15 Kenner - P - 3545 - 30. November 2019 - 18:32 #

Danke für den Hinweis auf Cognition! Das sieht interessant aus und ist bei Steam und GOG gerade auch echt günstig zu haben :) Gray Matter habe ich auch RICHTIG gerne gespielt!

Olphas 24 Trolljäger - - 58187 - 30. November 2019 - 19:13 #

Mir hat Cognition auch sehr gut gefallen und es ist schade, dass das so unter dem Radar geblieben ist. Also: spielen :)

Noodles 24 Trolljäger - P - 56007 - 30. November 2019 - 21:01 #

Wurde da nicht sogar mal ne zweite Staffel angekündigt? Hab ich auch ewig nix mehr von gehört. Mir hat Cognition aber auf jeden Fall auch ziemlich gut gefallen. :)

Despair 17 Shapeshifter - 6922 - 30. November 2019 - 22:40 #

"Moebius: Empire Rising" fand ich auch ganz ok. Hat ein paar nervige Momente, aber auch dezente Gabriel Knight-Vibes. Für aktuell 4,49 € im Steam-Sale kann man es mitnehmen.

Splatter 10 Kommunikator - P - 485 - 30. November 2019 - 23:46 #

Ja, war auch nicht übel (bis auf das Labyrinth-Gedöns am Ende) und für den Preis macht man da nix verkehrt. Leider flogen die ganzen neueren Jensen-Adventures etwas unter dem Radar. Das dürfte auch der Grund sein, warum es z. B. zu Cognition noch keinen Nachfolger gab.
Gibts auf GOG übrigens z. Z. für 4,09 €, genau wie Cognition.

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 136897 - 30. November 2019 - 18:30 #

Alle drei Teile gibt es aktuell bei gog für jeweils 3,49 Euro. Das Remaster vom ersten Teil kostet 6,09 Euro.

Slaytanic 24 Trolljäger - - 53630 - 30. November 2019 - 19:51 #

Vielen Dank für den sehr lesenswerter Userartikel.

Alain 18 Doppel-Voter - P - 9236 - 30. November 2019 - 23:00 #

Schöner Artikel...

Und starker Hinweis auf einige Titel meines Pile of Shame.

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 1. Dezember 2019 - 17:45 #

Vielen Dank. Gib ihnen ne Chance.

Nivek242 26 Spiele-Kenner - P - 68272 - 1. Dezember 2019 - 10:21 #

War schön zu lesen, danke dafür.

TSH-Lightning 22 AAA-Gamer - P - 31280 - 1. Dezember 2019 - 10:22 #

Auch ohne irgendeinen Teil gespielt zu haben ist die Entstehungsgeschichte sehr interessant. Habe aber schon ewig kein Adventure mehr gespielt und wenn ich ehrlich bin werde ich auch diese vermutlich niemals nachholen.

EvilNobody 14 Komm-Experte - P - 2320 - 1. Dezember 2019 - 11:46 #

Schaut euch mal die "Spiele mit Bart"-Folge zu GK2 an. XD

Faerwynn 18 Doppel-Voter - P - 10325 - 1. Dezember 2019 - 13:40 #

Toll, vielen Dank. Ich habe den ersten Teil 2000 gespielt und ihn sehr geliebt. Den zweiten Teil könnte ich damals nicht ertragen, vielleicht probiere ich es nochmal.

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 1. Dezember 2019 - 17:46 #

Die Optik ist besser gealtert als die des dritten Teils.

Currypuff 11 Forenversteher - P - 735 - 5. Dezember 2019 - 10:53 #

Ich könnte mir gut vorstellen, dass der dritte Teil auch sonst heute eher nicht mehr gut zu spielen ist. Damals kam er zu einer Zeit raus, wo Sierra um Teufel komm raus von ihrem perfektionierten 2D-Look auf 3D gewechselt haben (King‘s Quest 8 und eben Gabriel Knight 3). Sah also schon zu Release ziemlich grützig aus. Die Steuerung in 3D steckte für Adventures auch noch in den Kinderschuhen (Grim Fandango, Monkey Island 4) und war in meiner Erinnerung echt nervig. An die Story habe ich keinerlei Erinnerung mehr, aber Charaktere und Rätsel haben mich damals echt nicht vom Hocker gehauen. Baphomet‘s Fluch ging ja in eine ähnliche Richtung, und ich weiß noch, dass ich das in jeder Hinsicht für das bessere Spiel gehalten habe und immer noch tue.

Despair 17 Shapeshifter - 6922 - 5. Dezember 2019 - 13:22 #

Ich fand die Geschichte um die Rennes-le-Château-Legende recht interessant. Aber die Steuerung war wirklich totale Grütze. Die Grafik könnte ich mir zur Not heute noch antun, aber die Steuerung nicht mehr.

TheRaffer 20 Gold-Gamer - P - 20363 - 5. Dezember 2019 - 13:08 #

Vielen Dank für den schönen Artikel. Das wirft bei mir die Frage auf, warum ich diese Spiele bis jetzt sträflich vernachlässigt habe, wo ich doch ein Adventurefreund bin. :)

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 6. Dezember 2019 - 15:09 #

Das ist in der Tat eine gute Frage. Teuer sind sie ja nun nicht mehr und wenn Du nicht grundsätzlich ein Sierra-Problem hast, dann solltest Du sie mal anspielen.

TheRaffer 20 Gold-Gamer - P - 20363 - 7. Dezember 2019 - 17:04 #

Habs auf die Liste gepackt und beim nächsten GO der Finanzministerin ist es meins :)

Jürgen 24 Trolljäger - 50025 - 7. Dezember 2019 - 17:17 #

Das freut mich. Viel Spaß damit!