Miasma Chronicles

Miasma Chronicles Test+

Taktik-Spaß mit einem Makel

Benjamin Braun / 22. Mai 2023 - 17:47 — vor 1 Jahr aktualisiert
Steckbrief
PCPS5Xbox X
Strategie
Rundentaktik
16
The Bearded Ladies
505 Games
23.05.2023
Link
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Teaser

Mit RTS kann man Benjamin inzwischen jagen. Wenn Strategie, dann am liebsten in Form klassischer Rundentaktik. Das neue Werk der Macher von Mutant Year Zero kommt da wie gerufen, oder?
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal

Seit Jahren spiele ich nur noch selten auf dem PC – eigentlich nur Titel, die es nicht für Konsole gibt. Das gilt privat genauso wie für Tests, aber manchmal stehen die Konsolenfassungen eben nicht rechtzeitig zur Verfügung. So geschah es nun im Fall von Miasma Chronicles, das parallel auch für Xbox Series X|S und PS5 erscheint. Das änderte aber nichts an meiner Vorfreude darauf.

Hinter dem Rundentaktik-Spiel steckt der schwedische Entwickler The Bearded Ladies, der mit Mutant Year Zero - Road to Eden (im Test) die eigene Expertise in diesem Genre unter Beweis gestellt hat. Ob Miasma Chronicles noch einen draufpacken kann? Gemessen an meinen durchweg positiven Eindrücken von einstündigen Hands-on auf der Gamescom letztes Jahr lautet die Antwort: Absolut! Mit der finalen Version sieht das etwas anders aus. Denn Miasma Chronicles hat zwar in beinahe jedem Bereich das Zeug zu einem Rundentaktik-Hit, aber es besitzt eben auch einen Makel, durch den es für mich sein Potential nicht vollends
einlösen konnte.
Die stärkeren Gegner verfügen meist über zusätzliche Panzerung, die einen Teil des Schadens absorbieren. Mit bestimmten Spezialschüssen könnt ihr die Rüstung dauerhaft reduzieren oder wie bei diesem Säureschuss über mehrere Runden verringern.


Von Muttersuche und Froschmutanten

Miasma Chronicles spielt in einer postapokalyptischen Welt, die durch Krieg und das namensgebende Miasma stark verändert wurde. Letzteres äußert sich durch eine schwarze Substanz und Anomalien überall in der Welt, die ein Bewusstsein zu besitzen scheinen. Ihr trefft auf menschliche Gegner, nicht zuletzt aber auch auf Froschmutanten und andere Kreaturen, die vom Miasma in Monster verwandelt wurden. Gerade das Heimatdorf von Hauptfigur Elvis versprüht auch Wasteland- und Fallout-Vibes innerhalb des Science-Fiction-Szenarios. Wenngleich sich Elvis mit den Mutanten und später einer außerirdischen Spezies herumplagen muss, geht es ihm im Grunde vor allem darum, seine verschollene Mutter zu finden. Das dafür notwendige Werkzeug, einen seltsamen Handschuh, hat sie ihm dafür gleich hinterlassen. Mit dem Gerät kann Elvis nämlich die Miasma-Quellen absorbieren, was ihm sogar coole Spezialfähigkeiten einbringt.

Während viele anderen Rundentaktik-Spiele das Storytelling eher stiefmütterlich behandeln, inszeniert The Bearded Ladies hier eine vielleicht nicht sonderlich tiefgründige, dafür aber ansprechende Geschichte, die mit humorvollen Details nicht geizt. Allein Elvis' Roboter-Begleiter Diggs, ebenfalls ein Geschenk seiner Mutter, sorgt immer wieder mal für gute Laune, da ihn seine Stimmungen zum Teil menschlicher erscheinen lassen, als so manchen Homo Sapiens. Er ist ein besonderes Exemplar seiner Art: Von seinem Typ gibt es zwar einige, aber kein anderer davon ist ein Freigeist wie er, der noch dazu einen speziellen Slang spricht. Das gepaart mit einer wirklich schicken Grafik auf Basis der Unreal Engine 4 (nicht sonderlich spektakulär, aber detailreich und ohne grobe technische Schnitzer) ergibt bereits ein verlockendes Abenteuer, das aber vor allem spielmechanisch überzeugt.
In manchen Fällen starten die Rundengefechte sofort. Meist aber bestimmt ihr den Zeitpunkt und könnt zuvor zumindest kleinere Gegner heimlich ausschalten. Die dabei verbrauchten Aktionspunkte erhaltet ihr bei erfolgreichen Stealth-Kills komplett zurück.


Tolles Rundentaktik-System

Miasma Chronicles ist in spielerischer Hinsicht nicht unbedingt ein Titel, der das Genre-Rad komplett neu erfindet. Die Entwickler greifen auf viele Standards zurück, zum Beispiel, dass Schüsse aus erhöhter Position mehr Schaden machen. Jeder Schuss hat abhängig von Waffe, Entfernung und Co. eine bestimmte Trefferwahrscheinlichkeit. Auch die Chance auf kritischen Schaden zeigt euch das Spiel genau an, wobei ihr den Wert durch Waffenverbesserungen oder die Nutzung aktiver Skills erhöht. Ebenso gibt es die durch das XCOM-Reboot von Firaxis popularisierten modernen Standards, wie ein Deckungssystem, das zwischen „halber“ und „voller Deckung“ unterscheidet, wobei Gegner schutzlos dastehen, wenn ihr sie flankiert. Die nur zwei Aktionspunkte pro Runde und Charakter, die ihr zur Bewegung, für Angriffe oder die Verwendung offensiver und defensiver Items wie Napalm-Granaten oder Medipods zur Heilung aus eurem Rucksack braucht, mögen eher nach Minimalismus klingen. Die Bearded Ladies machen daraus aber dennoch einen komplexen Genre-Vertreter, zumal ihr hier sogar Aktionspunkte für Nachladen eurer Waffe benötigt.

Ihr könnt das Rundenprinzip allerdings brechen. Mit der später verfügbaren Gefährtin Jade und ihrem lautlosen Scharfschützen-Gewehr könnt ihr durch die Feindreihen schleichen und zumindest die schwächeren Gegner einen nach dem anderen aufs Korn nehmen. Schaltet ihr einen Feind mit einem einzigen Treffer aus, startet der Rundenkampf nicht. Dann erhaltet ihr gleich beide Aktionspunkte zurück und sogar die Waffe wird ohne Aktionspunkt-Kosten wieder geladen. Selbst, wenn ihr nie daneben schießt, könnt ihr aber nicht alle Gegner heimlich platt machen, da die dickeren Brocken dafür zu viele TP besitzen. Aber ihr könnt euch auf den kommenden Kampf vorbereiten und zumindest einen Teil der Feinde ausschalten, bevor er überhaupt startet. Bosse und andere größere Widersacher legt ihr natürlich leichter, wenn ihr alles auf sie konzentrieren könnt. An manchen Stellen müsst ihr sogar komplett schleichen (und dabei auch mit geworfenen Flaschen Gegner ablenken), um den Ausgang eines Sektors zu erreichen. Denn auch innerhalb der Storymissionen trefft ihr manchmal auf Feindansammlungen, denen ihr erst viel später nach etlichen Stufenaufstiegen gewachsen seid.

Natürlich müsst ihr noch viel mehr bei eurem taktischen Vorgehen beachten. Etwa die vielfältigen Gegnertypen, die sich bei Reichweite und Bewaffnung, Immunitäten und Schwächen bisweilen massiv unterscheiden. Beispielsweise sind Scharfschützen aus größerer Entfernung und ohne geeignete Deckung eine große Gefahr. Geht ihr hingegen quasi auf Tuchfühlung und direkt aufs Feld neben sie, schießen sie schnell daneben. Selbst Taschendiebe können fies werden. Mit ihrer Pistole richten sie nur wenig Schaden an. Aber klauen sie euch zum Beispiel ein Medipod aus dem Inventar (das ihr euch zurückholen könnt), fehlt es euch womöglich in einer entscheidenden Situation.

Taktisch entscheidend sind aber auch die freischaltbaren Spezialfähigkeiten der Helden, bei denen es nur leichte Überschneidungen gibt. Diggs kann zum Beispiel Gegner rammen, was ihnen viel Schaden zufügt und (falls der Widersacher den Ansturm überhaupt überlebt) nach hinten schleudert und für eine Runde handlungsunfähig macht. Für Elvis könnt ihr hingegen Spezialschüsse freischalten, zum Beispiel einen, der Gegnern sofort zwei Rüstungspunkte abzieht. Ein anderer ist der Säureschuss, der unter anderem einen Rüstungspunkt pro Runde abzieht. Bei Jade gibt es Feuergeschosse oder solche mit erhöhter Chance auf kritischen Schaden auf Abruf, aber eben nur, wenn die rundenbasierte Cooldownzeit überschritten wurde. Nur Elvis erhält zudem später Zugriff auf sehr spezielle Miasma-Skills, die ihr aufgrund verschiedener Limitationen aber nicht dauernd einsetzen könnt. So entfesselt ihr unter anderem Kettenblitze oder werft Gegner – manche Sorten bringen ein Chemikalienfass zur Detonation, wenn ihr sie darauf schleudert. In der richtigen Situation, könnt ihr mit allen Miasma-Fähigkeiten größere Kettenreaktionen auslösen. Wechseln dürft ihr sie mitten im Gefecht aber nicht (ebenso wie das restliche Loadout). Über die eher kleinen, aber vielfältigen Skilltrees könnt ihr auch einen weiteren Miasma-Skill-Slot freischalten. Außerhalb von Kämpfen könnt ihr die Lernpunkte jederzeit verlustfrei zurücksetzen und neu verteilen. Kurzum: das System ist klasse! Dummerweise torpedieren andere Dinge die Spielbalance sehr stark.
Die Chance, den hier mit einem Radio angelockten Feind mit dem Schuss zu treffen, war hoch, dennoch schlägt der Versuch fehl. Da ihr wirklich jederzeit speichern könnt, könnt ihr den Schuss aber wiederholen. Mit Glück landet ihr dann sogar einen kritischen Treffer, der mehr Erfahrung gibt und dem ausführenden Helden sogar einen verbrauchten Aktionspunkt zurückbringt.


Für Einsteiger und Hardcore-Spieler, aber nichts dazwischen

Bei der Spielbalance handelt es sich um die eingangs erwähnte große Schwäche von Miasma Chronicles. Der Rundentaktik-Titel hat für Genre-Einsteiger und -Enthusiasten definitiv einiges zu bieten. Die Entwickler vergessen dabei allerdings den großen Teil der Spieler, also Leute wie mich, die irgendwo zwischen die beiden genannten Gruppen fallen. So ist Miasma Chronicles auf der niedrigsten Schwierigkeitsstufe (nicht umsonst "Story" genannt) so leicht, dass ich mich völlig unterfordert fühle. An die dritte oder die letzte der vier Stufen würde ich mich nicht freiwillig heranwagen. Das wäre soweit völlig okay, wenn denn der „normale“ Schwierigkeitsgrad passen würde. Daneben hatte ich am Anfang die Wahl zwischen leichter taktischer Tiefe (wobei etwa Trefferchancen wohl zugunsten den Spielers gerundet werden) und voller taktischer Tiefe, ich wählte letzteres, was sich danach nicht mehr ändern ließ. Auf "Normal" wurden jedenfalls die verlorenen Trefferpunkte am Ende eines Kampfes nicht automatisch wiederhergestellt. Die erholten sich nur über die auch außerhalb der Schlachten nutzbaren Medipods oder mit einem Stufenaufstieg, mit dem ihr aber auch nur begrenzt in diesem Bereich tricksen könnt. Es gibt auch keine Möglichkeit, sich mit einer Rast zu heilen, was besonders witzlos ist, da es sich die Helden zwischendurch immer wieder an Lagerfeuer gemütlich machen und miteinander reden, bevor es weitergeht.

Das kann man konsequent nennen, ich finde das blöd. Denn genau das beißt sich mit vielen anderen Funktionen von Miasma Chronicles wie etwa der stark begrenzten Ausbeute an Plastik, der Währung im Spiel. Kauft ihr bei Händlern also die überteuerten Medipods nach (in den Umgebungen sind sie relativ rar gesät), schröpft ihr euer Konto leicht so stark, dass es für neue oder zusätzliche Waffen oder hilfreiche Anbauteile wie Visiere kaum noch reicht. Letztere findet ihr zwar ebenfalls in den Umgebungen. Aber die besseren eben auch nur dort, wo ihr es mit Feinden zu tun kriegt, denen ihr erst auf höheren Stufen halbwegs gewachsen seid. Das gilt vor allem für die Nebenmissionsgebiete, die zwar oft schon sehr früh verfügbar, aber zunächst kaum machbar sind.

Autor: Benjamin Braun, Redaktion: Hagen Gehritz (GamersGlobal)
 
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Meinung: Benjamin Braun

Miasma Chronicles war eines meiner persönlichen Highlights auf der letzten Gamescom. Im Prinzip gefallen mir daran immer noch dieselben Dinge wie beim Anspielen in Köln: das gute Rundentaktik-System, die gelungene visuelle Präsentation und auch die Inszenierung der Handlung.

Die größte Schwäche, nämlich die schlechte Spielbalance auf "normal", war damals noch nicht absehbar. Die macht den Titel nicht etwa zu einem Reinfall, zieht ihn aber unnötig nach unten. Genre-Einsteiger und Hardcore-Fans müssen sich hingegen keine Sorgen machen, denn im Gegensatz zu durchschnittlich Rundentaktik-begabten Spielern wie mir, kommen diese beiden Gruppen definitiv viel stärker auf ihre Kosten.

Manches Balancing-Problem wird sich wohl mit einem Update noch regeln lassen, wobei ich dann eine Aufwertung um bis zu einem vollen Notenpunkt für möglich halte. Die Balance-Schwäche gänzlich abzuschalten, dürfte aber kaum gelingen – schließlich dürfte sie ja nicht erst in den letzten paar Wochen der Entwicklung entstanden sein.
 
Miasma Chronicles PC
Einstieg/Bedienung
  • Vier Schwierigkeitsgrade
  • Gute Tutorial-Funktion, die nach und nach alles erklärt
  • Speichern jederzeit möglich (auch innerhalb der Kämpfe)
  • Fummelige Steuerung bei Höhenunterschieden im Terrain (besonders bei der Nutzung von Wurf-Items)
Spieltiefe/Balance
  • Durchdachtes, komplexes Rundentaktik-System
  • Coole Miasma-Skills und etliche weitere Fähigkeiten und Upgrade-Optionen
  • Viele Nebenmissionen und Schatzobjekte
  • Nett inszenierte Story
  • Heimliche Kills möglich, ohne die Rundenschlachten zu starten
  • Teils Schleichen ohne Feindkontakt möglich (und an einigen Stellen Pflicht)
  • Ausgerechnet auf "normal" schlecht ausbalanciert, sodass nötige Investitionen in Heilitems die Progression behindert
  • Für Genre-Einsteiger und Hardcore-Spieler geeignet, für "Normalos" nur bedingt
  • Nebenmissionen früh verfügbar, aber erst auf höheren Heldenstufen überhaupt machbar
Grafik/Technik
  • 120-Hertz-Modus...
  • Hübsche Grafik
  • Erfreulich niedrige Hardware-Anforderungen
  • Läuft praktisch immer flüssig
  • ... der nicht aktiv ausgeschaltet werden kann
  • Kleinere Animations- und Clippingfehler
  • Recht lange Ladezeiten (auch mit SSD)
Sound/Sprache
  • Überwiegend gute englische Sprecher
  • Gute Soundeffekte
  • Deutsche Text-Übersetzung teils fehlerhaft
  • Einzelne Sprachfetzen falsch (männliche NPCs werden als Frau angesprochen u.a.)
Multiplayer

Nicht vorhanden
 
7.0
Userwertung7.3
Mikrotransaktionen
nein
Hardware-Info
Minimum: Win 10, i5-4590/ FX 8350, 8 GB RAM, GTX 970/ R9 290, 30 GB HDD
Maximum: Win 11, i7/ Ryzen 7, 16 GB RAM, GTX 1070/ RX Vega 56, 30 GB HDD
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • Kopierschutzlose GoG-Version
  • Epic Games Store
  • uPlay
  • Origin
  • Hersteller-Kontoanbindung
  • Ständige Internetverbindung
  • Internetverbindung beim Start
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Benjamin Braun 22. Mai 2023 - 17:47 — vor 1 Jahr aktualisiert
Hagen Gehritz Redakteur - P - 182139 - 22. Mai 2023 - 17:48 #

Viel Spaß mit dem Test von Benjamin!

Flooraimer 16 Übertalent - P - 4150 - 22. Mai 2023 - 18:12 #

Danke für den Test. Da bin ich mal gespannt - Video ab!

Jamison Wolf 19 Megatalent - P - 14086 - 22. Mai 2023 - 18:20 #

Lässt sich die Character-Outlines im Spiel abschalten? Das ist zwar gut, wenn man seine Leute oder Gegner sucht, aber irgendwie beisst sich das mit meiner Immersion.

Ansonsten, sieht gut aus und erinnert mich daran das ich "Mutant Year Zero" noch auf meinen PoS habe... :/

goldetter 16 Übertalent - P - 5811 - 22. Mai 2023 - 18:23 #

Ich fand schon Mutant Zero ist zu schnell zu schwer geworden.

Da bin ich lange gut durch gekommen, dann gab es eine Mission mit so mutierten Hunden, da habe ich kein Land mehr gesehen und nach ein paar Anläufen die Lust verloren.

Daher lasse ich das aus.

Bin zu verweichlicht.

Vampiro Freier Redakteur - - 125768 - 22. Mai 2023 - 18:36 #

Schade, dass es kein Kracher wurde. Aber ganz ehrlich, wann hört das mit diesen Superarmen und Superhänden und Superhandschuhen endlich wieder auf? Finde ich furchtbar.

Muss auch endlich erstmal den Vorgänger spielen. Habe den auch. Nur, wann.

SupArai 25 Platin-Gamer - - 62129 - 22. Mai 2023 - 18:40 #

Oooch schade, dass die Spielschwierigkeit - wie meiner Meinung schon bei Mutant Year Zero - schon wieder nicht passt. Ich hab' Miasma Chronicles jetzt echt ne gnaze Zeit verfolgt und schon leichte Vorfreude entwickelt. Aber so ist das nichts für mich, hoffentlich bessern die Entwickler mit nem Patch nach.

So oder so: Danke für den Test.

Juuunior 14 Komm-Experte - 2647 - 22. Mai 2023 - 20:02 #

Ein morgiger Sofortkauf:-) Danke für den Test!

timeagent 19 Megatalent - - 18403 - 22. Mai 2023 - 20:06 #

Danke für den Test. Das sieht echt interessant aus. Mutant Year Zero hatte mir gut gefallen, da denke ich, dass das hier auch passt.

ssj3rd 09 Triple-Talent - 282 - 22. Mai 2023 - 21:06 #

Ach fuck, habe auf einen Kracher gehofft :-(

antares 18 Doppel-Voter - 9482 - 23. Mai 2023 - 1:56 #

Ich fand die Balance in den Vorgängern auch schon nicht ideal. Schade, dass die Entwickler nicht dazu gelernt haben.

Q-Bert 25 Platin-Gamer - P - 57061 - 23. Mai 2023 - 2:02 #

MYZ hatte schon ein riesiges Problem: Dass das ganze Spielsystem auf Save & Reload beruht! Da gab es Gegner, die musste man zwingend in einer Runde legen (sonst rufen sie Verstärkung und das bedeutet Game Over). Das Umlegen klappt aber nur, wenn jeder Schuss auch ein Treffer ist. Und was bitte sollen Trefferchancen, wenn ich dann doch aus jeder noch so kleinen Chance durch dauerndes Reload, Reload, Reload eine 100%-Chance mache? Eben... das ist sinnlos! Sinnlose Verschwendung von Lebenszeit und Spielfreude.

Sorry, aber Bearded Ladies verstehen mMn den Kern von guter Rundentaktik nicht. So ein Spiel darf knüppelhart sein, aber es muss dabei trotzdem fehlertolerant sein! Was ich hier von Miasma lese, lässt mich daran zweifeln, dass die Entwickler aus den Fehlern des Vorgängers gelernt haben. Wenn ich Ladebildschirme betrachten will, kann ich auch Windows-Updates installieren... die sind wenigsten kostenlos und dienen (hoffentlich) einem höheren Zweck.

Harry67 20 Gold-Gamer - - 24618 - 23. Mai 2023 - 7:48 #

Da schließe ich mich an. Letztlich ist das nicht Rundentaktik sondern Puzzle spielen mit stark überteuertem Glücksfaktor. Auf MYZ hatte ich große Hoffnungen gesetzt, fand auch das Setting ganz witzig ... aber wenn der Spielspaß so borniert zur Strecke gebracht wird...

Neben der Fehlertoleranz, bestehe ich auch darauf, dass es eine Offenheit für unterschiedliche Taktiken geben muss, dass unterschiedliche Spielstile erlaubt sein müssen. Das geht nur mit gut balancierten Gamedesign.

Hier höre ich jedenfalls das selbe Problem heraus, da ändert auch ein supereasy Durchklickmodus nichts daran.

ds1979 21 AAA-Gamer - P - 25402 - 23. Mai 2023 - 8:11 #

Das ist doch schon so seit dem Reboot von Xcom, diese Sache mit der Trefferwahrscheinlichkeit und auf höheren Schwierigkeitsstufen auch dort nur per Save & Reload bewältigbar. Ich habe auch schon ein paar andere Tests gelesen, die waren deutlich postivier, also ich warte noch den Test in der neuen M!Games ab und entscheide dann.

Q-Bert 25 Platin-Gamer - P - 57061 - 23. Mai 2023 - 11:45 #

Nö, XCOM 1 konnte ich auf "normal" im Ironman-Modus (!) ohne einen einzigen Verlust eines meiner Charaktere durchspielen. Weil dieses Rundentaktik-System so gebaut ist, dass man Fehlschüsse einkalkulieren kann. Klar, auch da ist es ärgerlich, wenn die 95%-Chance daneben geht, aber dann kriegt man halt mal nen Gegentreffer ab oder der Kampf dauert etwas länger... aber das System ist tolerant für solche Ausfälle. Bei MYZ bedeutet an diversen Stellen ein Fehlschuss sofort das Ende der Partie... reload.

Kühlschrankmagnet 10 Kommunikator - 520 - 23. Mai 2023 - 10:27 #

Wenn man sich bei "Mutant" mit Positionierung, Gruppenzusammensetzung, Waffenverbesserung und den mächtigen Tötungsboni auseinandersetzte, glich das Spiel eher einem eleganten Tanz als einer stumpfen Ladeorgie.

Klar, das Spiel hatte eine spitze Zielgruppe (schwer, Schleichfokus, skurrile Welt), aber aus lauter Verdruss, sich nicht zum anvisierten Publikum zählen zu dürfen, muss man die Entwickler ja nicht gleich als Stümper verunglimpfen.
Die Kämpfe waren geschickt gestaltet und man war aufgefordert, die Lücke (oftmals nur eine einzige) in der Gegnerverteidigung zu finden. Dort setzte man dann den Hebel an und löste das Puzzle.
Es ist völlig legitim, was anderes zu wollen. Nur ist es eben auch komplett in Ordnung, etwas abseits deiner Wünsche anzubieten. Konventioneller gestaltete Rundentaktik gibt es gegenwärtig doch fast wie Sand am Meer.

Q-Bert 25 Platin-Gamer - P - 57061 - 23. Mai 2023 - 12:21 #

Es geht nicht um meine Vorlieben/Wünsche, sondern um gutes oder schlechtes Spieldesign. Das ist völlig unabhängig davon, was ich persönlich mag (ich mag auch MYZ, obwohl es schlecht designt ist). Ich spiele ja fast alles, was auch nur im Entferntesten mit Rundentaktik zu tun hat. So spitz kann eine Rundentaktik-Zielgruppe gar nicht sein, als dass ich da nicht drin bin. Und ich FEIERE unkonventionelle Spiele total, genau wie neue Ideen oder neue Settings. Aber MYZ ist nicht schwer - es ist nur schlecht designt.

Ausführlich erklärt und disktutiert wurde das bereits hier, gerade auch am Beispiel vom MYZ:
https://www.gamersglobal.de/user-artikel/q-lumne-7-entscheide-dich

Jamison Wolf 19 Megatalent - P - 14086 - 23. Mai 2023 - 13:13 #

Also ich hab mir mal deinen Beitrag angeschaut, gehe aber nicht ganz mit. Ja, %-Chancen mit freien Speichern verleiten zum wiederholen bis einen das Ergebnis passt.

Kann man machen, muss man aber nicht. Viele Survival Spiele sind auch mit %-Chancen überschüttet und das Spiel wird, wenn man akzeptiert das "Dieter der Krieger" jetzt stirbt, ein ganz anderes als wenn man nur jeden Sieg mitnimmt.

Ich gehe aber mit dir Konform, wenn das schlechte Ergebnis unweigerlich zum Untergang führt, dann ist das schlechtes Game-Design. Es muss die Möglichkeit geben fehler zu machen und daraus zu lernen - also mehr lernen wie man F5 und F9 bedient. ;)

Ich hab ja auch bestimmt über 1000 Stunden in diversen XComs verbracht und nur die Spiele, wo ich mich geweigert habe zu reloaden, blieben mir in Erinnerung. Wo dann die epische Schlacht damit endet das der geliebte Toon seine Leute rettet aber sein "eigenes" leben opfern muss.

Auch eine Niederlage kann schick sein. Blöd nur, wenn eine Niederlage = Game Over bedeutet, dann hat es sich der Entwickler leicht gemacht mit einer freien Speicherung ala "Ja dann lad doch neu and GIT GUD" (aka Spiel so, wie ich es vorgesehen habe oder geh vor die Hunde).

Kühlschrankmagnet 10 Kommunikator - 520 - 23. Mai 2023 - 15:54 #

"Mutant" bietet jenseits der Neulade-Taste etliche viel interessantere Möglichkeiten, die Trefferchance günstig zu beeinflussen.

Deine Kolumne gucke ich mir dennoch gerne an und selbst falls sie nur ein per Zirkelschluss "bewiesenes" Postulat über schlechtes Spieldesign sein sollte, sage ich trotzdem schon mal ein vorgeschossenes Danke für die Mühe, auch solche Inhalte hier beizutragen. Das Thema ist ja toll.

rammmses 22 Motivator - - 32775 - 23. Mai 2023 - 8:35 #

Das ist aber auch der Inbegriff von grau-brauner-Grafik-Suppe. Aber immerhin dieses Mal ohne Enten :D

antares 18 Doppel-Voter - 9482 - 23. Mai 2023 - 11:24 #

Ich sehe im Spieldesign der Bearded Ladies keine Evolution. Im Prinzip hat das Studio bisher dreimal das gleiche Spiel gemacht, nur das Setting war anders. Erinnert mich ein wenig an Piranha Bytes.

Ganon 27 Spiele-Experte - - 84226 - 28. Mai 2023 - 10:57 #

Das Miasma bekämpfe ich lieber weiter in Tears of the Kingdom. ;-)

Benjamin Braun Freier Redakteur - 441751 - 28. Mai 2023 - 15:08 #

Dachte Ganon wäre die Wurzel allen Übels und nicht der, der das Böse bekämpft. Aber Nicknames halt, verwechsle auch immer Golmo und Gollum.

Ganon 27 Spiele-Experte - - 84226 - 29. Mai 2023 - 20:04 #

In TotK ist es doch der Dämonenkönig, der hat mit Ganon überhauuuupt nichts zu tun. ;-)

TheRaffer 23 Langzeituser - P - 40497 - 29. Mai 2023 - 19:57 #

Joah, könnte mir gefallen. :)