Grid

Grid Test+

Ein Pflichttitel für Rennspiel-Fans?

Benjamin Braun / 8. Oktober 2019 - 11:56 — vor 2 Jahren aktualisiert
Steckbrief
PCPS4XOne
Sport
Rennspiel
3
Codemasters Racing
Codemasters
11.10.2019
Amazon (€): 16,55 (Xbox One), 10,00 (PC), 19,95 (Playstation 4)
GMG (€): 3,99 (STEAM), 5,99 (STEAM), 44,99 (STEAM), 3,99 (STEAM), 4,99 (STEAM), 29,99 (STEAM), 3,99 (STEAM), 3,99 (STEAM), 4,99 (STEAM), 39,99 (STEAM), 29,99 (STEAM), 5,99 (STEAM)

Teaser

Codemasters hatte sich zuletzt vor allem auf Dirt Rally und F1 konzentriert. Nun schicken die Briten ein Quasi-Remake von Race Driver Grid von 2008 ins Rennen. Ob sich das lohnt, erfahrt ihr im Test.
Dieser Inhalt wäre ohne die Premium-User nicht finanzierbar. Doch wir brauchen dringend mehr Unterstützer: Hilf auch du mit!
Grid ab 3,99 € bei Green Man Gaming kaufen.
Grid ab 10,00 € bei Amazon.de kaufen.
Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal

Mehr als fünf Jahre nach dem letzten Serienteil Grid - Autosport (im Test: Note 7.5) schickt Codemasters einen Nachfolger zur Rennspielreihe ins Rennen. Nachdem Autosport die Simulationsaspekte etwas größer geschrieben hatte, betont der schlicht Grid getaufte Nachfolger nun das Arcade-Racing wieder stärker. Kein Wunder, handelt es sich doch quasi um ein Remake des 2008 veröffentlichten Race Driver Grid.

Im Spiel brettert ihr mit Muscle-Cars, GT-Fahrzeugen und sogar Formel-Wagen sowohl über permanente Rennstrecken wie in Silverstone, als auch über Stadtkurse in Städten wie Barcelona und Havanna. Im Rennen selbst gebt ihr eurem Teamkollegen kleine Kommandos und schafft euch womöglich Rivalen direkt auf der Strecke, wenn ihr penetrant auf Lackfühlung geht. Ob das gut ist und vor allem Spaß macht? Ich habe es für euch herausgefunden.
Die Rennen in Grid sind nur dann einigermaßen spektakulär, wenn ihr freiwillig auf die Quali verzichtet, um euch von hinten durchs Feld zu wühlen. Aufs Treppchen geht es in den kurzen Rennen dann oft nur mit Drängeln und Schubsen.


Freier Karrrieremodus

In Grid bekommt ihr es anders als seinerzeit im Serienvorläufer DTM Race Driver nicht mit einer eher linear angelegten Karriere zu tun, sondern euch wird ein recht umfangreicher Karrierebildschirm vorgesetzt. Mehr als 100 Wettbewerbe stehen dort zur Auswahl, die sich auf sechs Kategorien verteilten. In den vier zentralen davon geht ihr mit getunten Straßenfahrzeugen, mit Muscle-Cars (beziehungsweise Renntrucks), Touring-Karren sowie den stärkeren GT-Boliden ins Rennen. Hinter den beiden anderen Kategorien stecken eine nach Fernando Alonso benannte Serie, in der ihr vor allem in Formel-Fahrzeuge einsteigt, und ein Sammelsurium von Einladungsevents, in dem euch Rennen im Mini oder auch klassischen Ferrari-Schlitten erwarten.

Um die eigentlich Grid World Series freizuschalten, müsst ihr nicht alle Wettbewerbe meistern und auch nur in vier der sechs Hauptkategorien das finale sogenannte Showdown-Event abschließen. Erwartet bei dem "Showdown" im Namen jedoch nicht, dass es sich dabei um außergewöhnliche Rennspektakel handelt. Tatsächlich gibt es nur zwei Modi: Normale Rennen und Time Attacks, in denen euch ein paar wenige Runden zur Verfügung stehen, um die schnellste Zeit auf den Asphalt zu legen. Die Events selbst bestehen im Regelfall aus zwei bis vier aufeinanderfolgenden Veranstaltungen, die jeweils sehr kurz ausfallen. Länger als drei, vier Minuten seid ihr selten pro Veranstaltung unterwegs.
Jedes Fahrzeug verfügt über eine Cockpit-Ansicht, die hier im verregneten Havanna nicht die übersichtlichste Perspektive darstellt.
 

Aggressive Rivalen

Die Rennen in Grid bieten durch die relativ große Anzahl an Orten und unterschiedlichen Streckenlayouts sowie den wechselnden Umgebungsbedingungen (Tag oder Nacht, Trockenheit oder Regen) zwar eine gewisse Abwechslung, fallen insgesamt aber vergleichsweise unspektakulär aus. Verstärkt wird dieser Eindruck noch, falls ihr vor einem Rennen die Qualifikationsrunde absolviert. Wer weit vorne startet, lässt das Feld entsprechend rasch hinter sich und dreht einsam seine Runden. Die Alternative besteht im Verzicht auf die Quali. Dann jedoch müsst ihr euch entsprechend innerhalb weniger Runden praktisch immer durch das 16 Teilnehmer umfassende Feld wühlen. Je nach Strecke ist ein Podestplatz, ohne die Brechstange auszupacken, kaum zu erreichen.

Eine Besonderheit von Grid stellt das Rivalen-Feature dar. Berührt ihr einen anderen Fahrer zu oft oder rammt ihn besonders hart, erhöht das dessen Aggressivität. Während die KI ansonsten eher zurückhaltend  und etwas zu sehr auf die Ideallinie fixiert rumkurvt, fängt ein Rivale an zu drängeln und ist auch spürbar etwas schneller unterwegs.  Sobald ihr aber einen kleinen Vorsprung auf den Rivalen herausgefahren habt, was innerhalb von Sekunden geht, werdet ihr davon jedoch kaum noch etwas merken. Zeitstrafen gibt es im Spiel übrigens nicht, wenn ihr einen auf Rammbock macht, sondern nur, wenn ihr besonders auffällig die Strecke abkürzt.
Die Stadtkurse machen visuell eindeutig am meisten her. Aber wo sind eigentlich die Zuschauer, die man ab und zu jubeln hört?


Tu, was ich dir sage

In Grid habt ihr aber nicht nur Gegner, sondern auch einen Verbündeten auf der Strecke. Dem Teamkollegen könnt ihr während des Rennens kleine Befehle geben, etwa, dass er auf Angriff fahren soll oder das hinter euch liegenden Feld abschirmt. Letzteres scheint durchaus zu funktionieren. Ich hatte jedenfalls mehrfach den Eindruck, dass ich nach der Annahme des Befehls (je nach Rennsituation verweigert die KI die Ausführung) schneller einen größeren Vorsprung herausfahren konnte. Letztlich macht aber auch diese Funktion keinen gravierenden Unterschied.

Erkennen konnte ich auch nicht, worin sich andere, später gegen Ingame-Geld anheuerbare Mitstreiter groß unterscheiden sollen. Theoretisch aber soll jeder davon eine eigene Mentalität besitzen. Was in jedem Fall anders ist: die potenziellen Teamkollegen fordern verschieden große Anteile an der Siegprämie ein. Auch wenn ich in meiner Testversion mit dem „VIP-Bonus“ der Deluxe Edition ausgestattet war: Geldsorgen müsst ihr euch dabei nicht wirklich machen. Für die besonders teuren Fahrzeuge hätte auch ich etwas sparen müssen. Ausreichend Geld für die meisten der Vehikel hat man aber bereits nach einem, spätestens zwei der kurzen Wettbewerbe.

Autor: Benjamin Braun, Redaktion: Hagen Gehritz, Dennis Hilla (GamersGlobal)


 
Anzeige

Meinung: Benjamin Braun

Mit Grid lenkt Codemasters die Reihe wieder stärker auf den arcadigen Ansatz des ersten Serienteils von 2008. Damit ergänzen die Briten, zumindest aus deren Perspektive betrachtet, sinnvoll ihr Rennspielportfolio, das zuletzt praktisch nur noch aus Dirt Rally und der F1-Reihe bestand. Das Problem ist, dass Grid letztlich nichts Besonderes bietet und für einen Arcade-Racer nicht spektakulär genug ist. Hier drehe ich halt meine Ründchen in einer losen Sammlung von Kurzevents, die für ein schnelles Rennen zwischendurch taugen, vom gesamten Ablauf her aber mit semi-spannend noch eher wohlwollend umschrieben wären.

Das soll nicht bedeuten, dass Grid vollkommen spaßbefreit wäre. Aber ein guter Arcade-Racer braucht mehr als ein ordentliches Angebot an Strecken und Fahrzeugen oder eine solide Technik, die besonders auf den Stadtkursen, egal ob bei Tag, Nacht, Regen oder Sonne hübsche Grafik auf den Bildschirm zaubert. Dass künftig mehr Content kommen soll, Fahrzeuge und Strecken, und zumindest Letzteres wohl kostenlos, wird den Mangel an mechanischen Besonderheiten und spielerischer Klasse jedenfalls nicht ausgleichen.

Grid ist für mich klar ein Rennspiel, das man spielen kann, aber nicht muss. Forza Horizon, Wreckfest, vielleicht auch das im kommenden Monat erscheinende Need for Speed: Wenn es im arcadigeren Rennspielsektor eine Lücke gibt, dann verpasst Codemasters die Chance, sie mit Grid hochkarätig zu füllen.
 
Grid XOne
Einstieg/Bedienung
  • Selbsterklärendes Spielprinzip
  • Viele Anpassungsoptionen
 
Spieltiefe/Balance
  • Gutes, arcadiges Fahrmodell ...
  • Nette Rivalen-Funktion ...
  • Solide Gegner-KI
  • Recht großes Angebot an Strecken und Fahrzeugen
  • Jedes Fahrzeug mit Cockpitansicht
  • Kein Gummibandeffekt erkennbar
  • ... das teils sehr künstlich wirkt
  • ... ohne wirkliche spielerische Relevanz
  • Rennen allgemein recht unspektakulär und kurz
Grafik/Technik
  • Insgesamt detaillierte Grafik
  • Schöne Effekte (Licht, Regen)
  • Gelegentliche Einbrüche der Bildrate
Sound/Sprache
  • Satte Motorengeräusche
  • Passende Musik
  • Ständiges Reifenquietschen nervt
Multiplayer

Nicht getestet
 
6.5
Userwertung7.3
Mikrotransaktionen
Hardware-Info
Keine Besonderheiten
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • Kopierschutzlose GoG-Version
  • Epic Games Store
  • uPlay
  • Origin
  • Hersteller-Kontoanbindung
  • Ständige Internetverbindung
  • Internetverbindung beim Start
Partner-Angebote
Amazon.de Aktuelle Preise (€): 16,55 (Xbox One), 10,00 (PC), 19,95 (Playstation 4)
Green Man Gaming Aktuelle Preise (€): 3,99 (STEAM), 5,99 (STEAM), 44,99 (STEAM), 3,99 (STEAM), 4,99 (STEAM), 29,99 (STEAM), 3,99 (STEAM), 3,99 (STEAM), 4,99 (STEAM), 39,99 (STEAM), 29,99 (STEAM), 5,99 (STEAM)
Benjamin Braun 8. Oktober 2019 - 11:56 — vor 2 Jahren aktualisiert
Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 31550 - 8. Oktober 2019 - 12:09 #

Danke für den Test, allerdings ist das Video auf YT noch nicht gelistet. Einen Arcade-Racer zum Feierabend könnte ich schon genießen, allerdings ist mir da der "Vollpreis" etwas teuer. Werde dann wohl doch bei Forza Horizon im Game Pass bleiben.

Dennis Hilla Redakteur - P - 162312 - 8. Oktober 2019 - 12:09 #

Das Video ist öffentlich :)

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 31550 - 8. Oktober 2019 - 12:13 #

Stimmt, jetzt ist es das. Hat aber auch nur einen Aufruf, obwohl ich schon 3x drauf war und es 4 Likes hat. Muss wohl YT-Hickup sein.

Crizzo 19 Megatalent - P - 16093 - 8. Oktober 2019 - 12:11 #

Ob Jörg oder Anatol die 1. Bildunterschrift auch so gesehen hätten? https://www.gamersglobal.de/video/need-for-speed-payback-stunde-der-kritiker :D

Hendrik 27 Spiele-Experte - P - 88804 - 8. Oktober 2019 - 12:44 #

Gibt's keinen Mp?

Sciron 20 Gold-Gamer - 23951 - 8. Oktober 2019 - 12:52 #

Hatte ich mir mehr von erhofft. Trotz des arcadigeren Ansatzes ist es mir auch immer noch zu "ernsthaft" und ich würde mir aktuell mal wieder mehr Gaudi-Racer ohne Lizenzkarren wie eben Wreckfest oder sowas wie Burnout, Motorstorm oder Split/Second wünschen. Das wird in der aktuellen Generation sträflich vernachlässigt.

ZockerVater 23 Langzeituser - - 44106 - 8. Oktober 2019 - 14:08 #

Danke für den Test. Hatte mir etwas mehr erhofft. Also ein launiger Arcade-Racer fehlt nach wie vor?

Ole Vakram Nie 17 Shapeshifter - P - 6932 - 8. Oktober 2019 - 14:35 #

Danke für den Test.
Aber das Video konnte ich mir dann doch nicht bis zum Ende anschauen... das Spiel ist ja mal... gäääääääähn.....

Desotho 17 Shapeshifter - P - 7482 - 8. Oktober 2019 - 17:19 #

Für mich persönlich war Wreckfest immer noch am spassigsten die letzten Jahre.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 425916 - 8. Oktober 2019 - 18:00 #

Ich fand das auch ziemlich gut. Bin zudem froh, dass die Konsolen-Fassung (hatte es für ein anderes Magazin auf PC getestet, lange Zeit zuvor privat die Early-Access-Version von "Next Car Game" auf Steam gekauft) am Ende ordentlich performt. Nur die langen Ladezeiten gehen mir ziemlich auf den Zweiger. Keine Ahnung, was da so lange dauern soll.

TSH-Lightning 25 Platin-Gamer - - 56114 - 8. Oktober 2019 - 17:45 #

Das Spiel weckt irgendwie 0 Emotion in mir.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 425916 - 8. Oktober 2019 - 17:57 #

Da bist du nicht der einzige, und ich habe das Ding sogar selbst gespielt.

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 132870 - 9. Oktober 2019 - 12:30 #

Das geht mir auch so.

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 68646 - 8. Oktober 2019 - 18:07 #

Okay, ich bleib weiterhin bei Forza Horizon 4. ;)

Benjamin Braun Freier Redakteur - 425916 - 8. Oktober 2019 - 18:19 #

Reicht, spätestens mit den Erweiterungen. Muss mal langsam das Lego-Teil runterladen und spielen. Müsste in meiner Version inklusive sein, immer noch nicht nachgeschaut.

TheRaffer 22 Motivator - - 33863 - 8. Oktober 2019 - 19:31 #

Ich höre da irgendwie raus, dass es zu leicht ist und auch sonst nichts besonderes bietet...

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28111 - 8. Oktober 2019 - 21:08 #

Ja, wer braucht das jetzt? Glaube die Reihe kann abdanken.

Maverick 33 AAA-Veteran - - 781723 - 8. Oktober 2019 - 21:32 #

Schade, dass sich der neue Grid-Teil so unspektakulär präsentiert und wohl eher vor sich hinplätschert in der Karriere.

Altior 16 Übertalent - - 5463 - 8. Oktober 2019 - 21:34 #

Danke für den ausführlichen Test.

CptTrips 10 Kommunikator - 488 - 8. Oktober 2019 - 22:02 #

So Benjamin, nach all den Jahren muss ich mal was loswerden. Bitte bereit machen für Geschleime. ;)

Meiner Meinung nach gehörst du mit deinen tollen Tests zur Top 5 im deutschsprachigen Raum. Ich finde deine Art zu schreiben und auch die Videos richtig klasse.
Bei dir merkt man immer, dass du ein Gamer durch und durch bist und nicht jeden Trend sofort feierst, nur weil ... naja deswegen. :)

Rennspiele interessieren mich eigentlich null, aber ich habe mir trotzdem das Video angeschaut. Ein größeres Lob geht nicht.

Wollte ich mal loswerden.

Beste Grüße

Sven Gellersen 23 Langzeituser - - 41662 - 9. Oktober 2019 - 7:54 #

Schade, da hatte ich Hoffnung drauf gesetzt. Muss aber zugeben, dass ich trotzdem Interesse habe, aber zum vollen Preis werde ich mir das sicherlich dann doch nicht holen.

BobaHotFett 13 Koop-Gamer - 1516 - 9. Oktober 2019 - 10:28 #

Seit wann ist die Cockpit-Perspektive übersichtlich?

Marulez 16 Übertalent - 4668 - 9. Oktober 2019 - 10:53 #

Gut ein Spiel weniger was interesse weckt.^^

thoohl 19 Megatalent - - 19510 - 9. Oktober 2019 - 13:31 #

Schade. Hatte etwas darauf gesetzt. Eine klassische Meisterschaft mit 20 bis 30 Fahrern, 20 Rennen und fahren um Wertungspunkte. Mehr bräuchte ich nicht. Aber bitte kein Formel 1.