God's Trigger Test+

Schnell, schwer und motivierend

Dennis Hilla / 18. April 2019 - 13:36 — vor 2 Jahren aktualisiert
Steckbrief
PCPS4XOne
Action
Shoot-em-up
One More Level
Techland
18.04.2019
Link
GMG (€): 14,99 (STEAM)

Teaser

In dem Topdown-Twinstick-Shooter spielt ihr einen Engel und eine Dämonin. Während das grundlegende Spielprinzip an Hotline Miami erinnert, bietet One More Levels Spiel aber auch viel eigenes.
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal

Bei Twinstick-Shootern aus der Topdown-Perspektive muss ich immer an Hotline Miami von Dennaton denken. So auch bei God's Trigger von Entwickler One More Level. Nicht nur ähnelt sich das Spielprinzip in vielen Punkten, auch die extrem blutige Darstellung und der zu großen Teilen aus Synthesizer-Beats bestehende Soundtrack hat mich an eines meiner Lieblingsspiele denken lassen. In meinem Test erkläre ich, warum zwischen den beiden Titeln aber doch mehr Unterschiede bestehen, als auf den ersten Blick ersichtlich sind.

Gemeinsam haben God's Trigger und Hotline Miami aber zunächst den sehr schnellen Spielablauf, der selbst kleinste Fehler mit dem sofortigen Tod bestraft. Nach bereits einem gegnerischen Treffer segnet ihr das Zeitliche. So seid ihr gezwungen, Abschnitte und die Routen eurer Feinde auswendig zu lernen. Wenn ihr das aber verinnerlicht habt, dann rauscht ihr mit einem lässigen Flow durch die Gänge und verarbeitet alles zu Hackfleisch, was nicht bei drei sein Heil in der Flucht sucht.
Der Reiter Pest hat nicht nur ein lässiges Cowboy-Outfit, er macht euch auch mit seinen Verwirrungsstrahlen das Leben schwer.
 

Höllisch vernachlässigte Story

So cool die Story von God's Trigger in ihren Grundzügen auch ist, so wenig wird ihr Potenzial ausgeschöpft. Ihr übernehmt die Kontrolle über Harry und Judy. Ersterer ist ein Engel, dem seine Flügel aus unbekannten Gründen genommen wurden, zweitere ist eine Dämonin. Eines haben sie jedoch gemeinsam, weshalb sie sich auch zusammentun: sie wollen die Erde vor dem Untergang bewahren.

Denn die vier Reiter der Apokalypse, Tod, Krieg, Hunger und Pest, sind drauf und dran, unseren Planeten zu unterjochen. Das war es dann aber tatsächlich auch schon an Geschichte. Das finde ich insofern schade, da ich die Grundprämisse durchaus interessant finde und sie eine Menge Potenzial hat. Allerdings wird sie nur in öden Dialogen erzählt, nur gelegentlich gibt es mal eine schicke Comic-Cutscene. Und auch der eine große Twist am Ende lässt mich so kalt, dass ich ihn am liebsten direkt ins Fegefeuer verbannen würde.
Der lokale Koop-Modus macht euch unter Umständen das Leben leichter. Die Spritze am unteren Bildschirmrand beispielsweise signalisiert, dass ihr euren getöteten Kameraden noch einmal aufheben könnt.
 

Zwei Krieger müsst ihr sein

Was God's Trigger in Sachen Story versäumt, macht es beim Gameplay aber wieder wett. Im Solo-Modus dürft ihr jederzeit zwischen euren zwei Helden wählen, in der nur lokal verfügbaren Koop-Variante steuert sinnigerweise ein Spieler Judy und einer Harry. Das ungleiche Duo unterscheidet sich nicht nur in der Herkunft, sie haben zudem eigene Fähigkeiten. Angefangen bei der standardmäßig ausgerüsteten Nahkampfwaffe, hier setzt die Dämonin auf eine Art Peitsche, die zwar eine hohe Reichweite hat, dafür aber weniger Schaden verursacht als der Engel mit seinem heiligen Schwert. Mit diesem wird es aber natürlich schwieriger, weiter entfernte Gegner zu treffen.

Fast jeder erledigte Gegner verliert zudem eine Fernkampfwaffe, die ihr aufsammeln dürft. Ob Pistole, Uzi, Wurf-Kruzifixe oder Sägeblattwerfer, die Munition ist immer stark begrenzt. Zum Glück gibt es da noch die ultimativen Fähigkeiten, beispielsweise macht sich Harry unsichtbar oder erschafft einen Kugelundurchlässigen Schutzschild. Judy dagegen lässt Trugbilder von sich erscheinen, die Feinde ablenken, oder hetzt die Gegner per Gedankenkontrolle kurzerhand aufeinander. So kriegen die flotten Gefechte einen gewissen taktischen Anstrich, der über das Auswendiglernen der Situationen hinausgeht.
Mit Gatling-Gun und aktivierter Zeitlupe haben die auf euch zustürmenden Gegner nicht den Hauch einer Chance.
 

Levelsystem und Bosskämpfe

Mit jedem Kill verdient ihr Erfahrungspunkte, tötet ihr viele Gegner hintereinander wird der erhaltene Wert vervielfacht. Vor jedem Level dürft ihr nach einem Stufenaufstieg dann eure Fähigkeiten upgraden, beispielsweise erhöht ihr die Reichweite eurer Nahkampfwaffe oder die Dauer der ultimativen Fähigkeiten. Das geschieht pro Charakter, wen ihr mehr spielt entscheidet, wer schneller im Rang aufsteigt. In den Abschnitten verteilt findet ihr zudem Vorteile, von denen Judy und Harry je einen ausgerüstet haben dürfen. So erleidet ihr keinen Schaden durch Explosionen oder steckt einen Zusatztreffer ein.

Jedoch säubert ihr nicht nur einen Raum nach dem anderen, es gibt auch abwechslungsreiche Spezialabschnitte. Beispielsweise müsst ihr unbemerkt eine Militärbasis infiltrieren oder schießt mit einer stationären Gatling-Gun alles kurz und klein. Besonders cool finde ich die leider nicht sonderlich zahlreichen Bosskämpfe. Diese erfordern jeweils eine eigene Taktik, beispielsweise müsst ihr im Duell gegen Pest zunächst seinen Verwirrungsstrahlen ausweichen, die eure Steuerung umkehren. Danach erschafft er Illusionen von sich, die ihr alle erschlagen müsst, um ihm Schaden zuzufügen.

Weitere Informationen zu God's Trigger, dem Schwierigkeitsgrad, der Ähnlichkeit zu Hotline Miami und dem Soundtrack erfahrt ihr in meinem Audio- und Videotest.

Autor: Dennis Hilla (GamersGlobal)

 
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Meinung: Dennis Hilla

Hotline Miami gehört für mich zu den besten Spielen, die ich je in die Finger bekommen habe. Dementsprechend skeptisch stand ich God’s Trigger gegenüber, mit seiner blutigen Darstellung, der schnellen Spielweise und dem zumindest ähnlichen Soundtrack schrie für mich alles nach „ABKLATSCH!“. Durch die Fähigkeiten, die abwechslungsreichen Schauplätze, die zwei Charaktere und auch den optionalen lokalen Koop-Modus konnte mich One More Levels Spiel dann aber schnell für sich gewinnen. Wie schon in Dennatons Werk entwickelt sich ein toller Flow und die Motivationskurve geht – eine gewisse Frustresistenz vorausgesetzt – steil nach oben.

Doch während ich so durch die Levels fegte, stellte ich immer wieder kleine Ärgerlichkeiten fest. Besonders die überfrachtete Steuerung, die mit dem Gamepad noch in Ordnung ist, per Maus und Tastatur aber regelrecht zu Knoten in den Fingern führt, sorgte öfters mal für unnötige Ableben meinerseits. Auch recycelte Gegnertypen oder die Story, die hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt, sind unschön. Unterm Strich ist God’s Trigger aber ein sehr gut gelungener Twin-Stick-Shooter mit hohem Motivationspotenzial.
 
God's Trigger PC
Einstieg/Bedienung
  • Anständige Controller-Steuerung...
  • Gutes, ausführliches Tutorial
  • ...die aber sehr überladen ist
  • Per Maus und Tastatur herrscht Finger-Verknotungs-Gefahr
Spieltiefe/Balance
  • Motivierendes Spielprinzip
  • Sinnvolle, nicht übermächtige Fähigkeiten
  • Zwei Helden, die sich gerade genug unterscheiden
  • Abwechslungsreiche Schauplätze
  • Tolle Bosskämpfe, die jeweils eine andere Taktik voraussetzen
  • Immer wieder auflockernde Elemente
  • "Learning by dying"
  • Fordernd, aber nie unfair
  • Angenehm entschlacktes Levelsystem
  • Arcade-Modus für zusätzliche Herausforderungen
  • Gegnertypen oft recycelt
  • Story im Grunde interessant, aber mau umgesetzt
  • Nur wenige Bosse
  • Recht kurz (fünf Stunden)
Grafik/Technik
  • Schicker Cel-Shading-Look
  • Detaillierte, abwechslungsreiche Umgebungen
  • Schwache Charaktermodelle, Animationen und Effekte
Sound/Sprache
  • Gute englische Sprachausgabe
  • Knackiger, an den jeweiligen Level angepasster Soundtrack
  • Gute deutsche Übersetzung
  • Soundabmischung nicht immer ideal
  • Keine deutsche Sprachausgabe
Multiplayer
  • Komplett im lokalen 2-Spieler-Koop spielbar
  • Kein Online-Modus
8.0
Userwertung7.7
Mikrotransaktionen
Hardware-Info
Minimum: Win7 64Bit, Core i5 2,3 Ghz oder vergleichbar, Geforce 560 GTX, 4 GB RAM
Maximum: Win7 64Bit, Core i7 3,0 Ghz oder vergleichbar, Geforce GTX 970, 8 GB RAM
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • uPlay
  • Origin
  • Hersteller-Kontoanbindung
  • Ständige Internetverbindung
  • Internetverbindung beim Start

 
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Dennis Hilla 18. April 2019 - 13:36 — vor 2 Jahren aktualisiert
Dennis Hilla Redakteur - P - 142348 - 18. April 2019 - 13:36 #

Wie immer viel Spaß beim Lesen/Sehen/Hören!

Tock3r 18 Doppel-Voter - 12436 - 18. April 2019 - 14:01 #

Das spricht mich optisch schon deutlich mehr an als Hotline Miami, allerdings sind mir das schon fast zu viele Spezialfähigkeiten. Hmm ...

Bluff Eversmoking 17 Shapeshifter - P - 6303 - 18. April 2019 - 14:16 #

Ich mag Spiele ohne Story, und die positiven Eigenschaften im Abschnitt "Spieltiefe / Balance" wären was für mich, und der Grafikstil spricht mich auch an.

Aber der Hinweis auf die überladene Steuerung macht mir Angst. Warum muß ein Spiel im Stil von Hotline Miami ausgerechnet eine überladene Steuerung haben?

doom-o-matic 17 Shapeshifter - P - 8304 - 18. April 2019 - 14:41 #

Oh mann, der naechste Ueberraschungshit innerhalb weniger Tage! Wishlisted!

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 26814 - 18. April 2019 - 14:45 #

Ohh Twinstick-Shooter . nice.

Cupcake Knight 18 Doppel-Voter - 10819 - 18. April 2019 - 14:48 #

Schöner Test.

Mich würde glaub ich das Levelsystem stören, auch weil mittlerweile gefühlt jedes Spiel sowas hat.
Und grafisch gefällt es mir auch nicht so wie Hotline Miami.

Hyperlord 18 Doppel-Voter - P - 10440 - 18. April 2019 - 15:30 #

Ach das gefällt mir gut, ich setze das aber erst Mal auf die Wunschliste :-)

Prinz 10 Kommunikator - 432 - 18. April 2019 - 15:53 #

Das wäre ein perfektes Spiel für die Switch, aber eine entsprechende Version scheint derzeit nicht geplant zu sein.

Mal schauen, vielleicht hole ich es mir auf dem PC

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 149158 - 18. April 2019 - 16:10 #

Schöner Einstiegsgag! :) Der Grafikstil gefällt mir aber das Spiel ist leider nichts für mich. :(

Hyperbolic 19 Megatalent - P - 15636 - 18. April 2019 - 16:36 #

Das Spiel sieht schick aus und wurde charmant präsentiert!

Sciron 20 Gold-Gamer - P - 23641 - 18. April 2019 - 16:49 #

Ach, nett. Da hab ich vor Ewigkeiten mal einen Bericht von der GC drüber gesehen und es mittlerweile schon wieder vergessem. Twinsticker sind genau mein Ding, also werd ich das in naher Zukunft mal eintüten.

TSH-Lightning 24 Trolljäger - - 51812 - 18. April 2019 - 20:03 #

Kein Spiel für mich, aber ein Klasse Test von Dennis mit kreativer Einleitung.

Dennis Hilla Redakteur - P - 142348 - 18. April 2019 - 20:15 #

Danke :)

Ganon 24 Trolljäger - P - 65868 - 19. April 2019 - 10:57 #

"Learning by dying" ist für mich ein Minuspunkt, mich nervt das. Also kein Spiel für mich, obwohl es optisch recht cool wirkt.
Aber auf jeden Fall ein guter Test mit tricktechnisch sensationeller Einleitung. ;-)

Bluff Eversmoking 17 Shapeshifter - P - 6303 - 19. April 2019 - 12:54 #

Habe mal eine halbe Stunde angespielt, und der Ersteindruck ist vielversprechend. Ich bin zur Zeit noch etwas Nex-Machina-konditioniert, so daß regelmäßig vergesse, den Feuerknopf zu drücken, um den Angriff auszulösen, aber das wird sich vermutlich legen.

Die Controllerbelegung ist bislang beherrschbar, viel mehr an Knopfbelegung sollte aber nicht mehr hinzukommen.

Marulez 16 Übertalent - P - 4475 - 1. Mai 2019 - 9:32 #

Sieht gut aus. Im Sale ja

Maverick 30 Pro-Gamer - - 650692 - 5. Mai 2019 - 20:05 #

Scheint dem Test nach ja ein gelungener Vertreter des Genres geworden zu sein, aber erstmal muss ich noch Hotline Miami fertig spielen. ;)