Gears of War 4 (Multiplayer) Test+

Preview: Neuer Entwickler, alter Spaß

Christoph Vent / 20. April 2016 - 15:39 — vor 2 Jahren aktualisiert
Steckbrief
PCXOne
Action
ab 18
18
The Coalition
11.10.2016
Link
Amazon (€): 14,99 (Xbox One), 96,90 (Xbox One)
Die Mutter aller Deckungsshooter kehrt zurück: Wir haben uns in die Multiplayer-Beta des ersten echten Next-Gen-Ablegers der Erfolgsreihe gestürzt. Sowohl in Text als auch Bewegtbild stellen wir euch Gameplay, Spielmodi, Maps und mehr vor und klären, ob sich der erneute Entwicklerwechsel positiv auswirkt.
Gears of War 4 ab 14,99 € bei Amazon.de kaufen.
Obwohl es schon vorher diverse Spiele gab, in denen ihr auf Knopfdruck hinter Wänden oder anderen Gegenständen in Deckung gehen konntet, gilt Gears of War als eines der ersten wirklich prominenten Beispiele für das Genre der Deckungsshooter. Das Spiel, in dem ihr in der Rolle des Söldners Marcus Fenix – unterstützt von seinen Kameraden – gegen die außerirdischen Locust in den Kampf zieht, wurde aus dem Stand zum Hit. Was viele Käufer aber neben der Kampagne noch mehr interessierte, war der umfangreiche Multiplayer-Modus. Zwei Fortsetzungen und das Spin-off Gears of War - Judgment folgten noch für die Xbox 360, doch um einen ersten Ableger für die Xbox One blieb es lange Zeit still.
 
Mittlerweile liegen die Karten allerdings auf dem Tisch: Das von The Coalition entwickelte Gears of War 4 erscheint am 11. Oktober dieses Jahres. Während um Details zur Kampagne aber abseits erster kurzer Infos weiterhin noch ein Geheimnis gemacht wird, dürfen einige Xbox-One-Spieler nun erstmals Hand an den Mehrspieler-Part legen. Wir haben die Kettensäge geschwungen und berichten von unseren Erfahrungen.
 

Vertrautes Spielgefühl

Nahkampfattacken enden meist tödlich.
Es dauert nur wenige Sekunden, und wir fühlen uns fast schon wie zuhause: Gears of War 4 vermittelt trotz neuem Entwickler genau das Spielgefühl, das wir so schon seit dem ersten Serienteil kennen – und zwar mit all seinen Stärken und Schwächen. In der Schulterperspektive verfolgen wir unseren Kämpfer, schalten wir in den Sprint, wackelt die Kamera wie irre. Auch lässt sich unsere Spielfigur im Laufen nur behäbig steuern, der Wendekreis erinnert dann eher an einen LKW. Das mag für Einsteiger sicherlich ungewohnt sein, doch gewöhnt man sich sehr schnell an diese Einschränkung. Ebenso schnell lernt man die neue Aktion "Yank" kennen: Befindet ihr euch auf der anderen Seite einer Deckung eines Gegners, kann er euch auf Knopfdruck zu euch herüber ziehen. Ihr seid darauf wenige Sekunden lang benommen, und er kann zu einer tödlichen Nahkampfattacke ansetzen. Ähnlich verhält es sich mit dem neuen Sprungtritt.
 
Wir starten gleich die erste Multiplayer-Schlacht. Im Team Deathmatch stehen zunächst fünf sogenannte Platzierungs-Matches an, danach werden wir unserer Spielstärke entsprechend in eine Liga (Bronze, Silber, Gold, Onyx oder Platin) geworfen, sodass wir im Idealfall nur gegen ähnlich starke Spieler antreten. Allerdings machen wir andere Erfahrungen. Knappe, ausgeglichene Matches sind recht selten, zudem müssen wir die erste Runde häufig mit schwachen Bots im Team bestreiten, bis die Partie durch menschliche Spieler aufgefüllt wird.
 

Völkerball mit Shotgun

Besser wird unser Eindruck durch einen Wechsel auf den zweiten Spielmodus – genannt Dodgeball. Wie im Völkerball scheiden wir nach unserem Tod aus und dürfen erst dann wieder einsteigen, wenn uns einer unserer Mitspieler durch einen Kill "wiederbelebt". Plötzlich erleben wir die Spannung, die wir im Team Deathmatch noch vermissten: Die Matches verlaufen häufig sehr knapp, wobei auch ein einzelner Spieler mal den entscheidenden Unterschied ausmachen kann. Spannend wird es vor allem dann, wenn wir als letzter Spieler übrig bleiben und plötzlich drei oder mehr verbliebenen Gegnern gegenüber stehen. Einerseits wäre es nun schlau, sich zurückzuziehen, andererseits müssen wir zwingend einen Kill erzielen, um die Runde noch drehen zu können.
 
Die Dropshot ist eine der neuen Spezialwaffen. Ihre Projektile lassen sich per Analogstick steuern.
Die drei zur Verfügung stehenden Karten haben uns noch nicht ganz überzeugen können. Zwar gefällt uns ihr symmetrischer Aufbau, der beiden Teams die gleichen Chancen gewährt, allerdings hätten wir uns ein komplexeres Design der Maps gewünscht. Ob nun die Karte in einer Hafenanlage, an einem Damm oder einem Wohngebiet – der Aufbau ist durchweg sehr flach gehalten. Das führt allerdings auch zu einer hohen Übersicht. Selten hatten wir das Gefühl, den Überblick zu verlieren, wo sich gerade unsere Mitspieler und Gegner befinden.
 

Abstriche bei der Grafik

Wir möchten zwar nicht behaupten, dass Gears of War 4 mit durchgehend 60 Bildern pro Sekunde über den Bildschirm läuft, Einbrüche bei der Bildrate konnten wir aber nicht feststellen. Das flüssige Spielerlebnis wird jedoch durch Abstriche bei der Optik erkauft, die generell noch recht detailarm daher kommt. Auch die Texturen sind in Sachen Schärfe nicht unbedingt auf dem neuesten Stand der Technik – zu Beginn einer Partie dauert es sogar bis zu zehn Sekunden, bis sie komplett geladen wurden. An Animationen und Co. haben wir so gut wie nichts auszusetzen, auch die Soundeffekte inklusive Knattern der Kettensäge können sich hören lassen.
 
Autor: Christoph Vent (GamersGlobal)
 
 
Anzeige

Meinung: Christoph Vent

Im Team Deathmatch kommt es noch zu Problemen mit dem Matchmaking, zu häufig werden die Partien noch mit Bots aufgefüllt, und die Optik haut mich ehrlich gesagt auch nicht vom Hocker. Doch verbuchen wir diese Punkte unter dem Begriff Beta-Krankheiten (schließlich ist eine Beta für so etwas ja auch da) und konzentrieren uns aufs Wesentliche: Wer die Multiplayer-Modi der vergangenen Gears-of-War-Spiele mochte, wird auch mit dem von Teil 4 seinen Spaß haben. Das Gameplay ist deftig wie eh und je, und vor allem der neue Dodgeball-Modus verspricht jede Menge spaßige Stunden.

Gears of War 4 (Multiplayer)
Vorläufiges Pro & Contra
  • Eingängiges Spielgefühl
  • Knackige Schussgefechte
  • Toller Dodgeball-Modus
  • Neue Aktionen (Yank und Sprungtritt)
  • Harte Nahkampfaction
  • Karten eher einfach aufgebaut
  • Grafik recht detailarm
  • Matchmaking nicht ideal
Aktuelle Einschätzung
Die Beta-Fassung zu Gears of War 4 gibt bereits einen guten Ausblick darauf, was euch in der finalen Version erwartet: Harte, gnadenlose Action, wie ihr sie von der Reihe gewohnt seid. Es bleibt lediglich zu hoffen, dass die Entwickler das unausgegorene Matchmaking noch in den Griff kriegen und vielleicht noch etwas an der Grafikschraube drehen – doch bis Oktober sind ja auch noch einige Monate Zeit.
Gut
Aktueller Stand
  • Aktuelle Beta-Version

Christoph Vent 20. April 2016 - 15:39 — vor 2 Jahren aktualisiert
Christoph Vent Redakteur - P - 162584 - 20. April 2016 - 15:42 #

Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

Marulez 15 Kenner - 3903 - 20. April 2016 - 17:36 #

Sieht es denn schlechter aus als bei dem GoW Remastered MP Modus?

Welat 15 Kenner - 3463 - 20. April 2016 - 18:13 #

Danke für das interessante Video!

NedTed 19 Megatalent - 13188 - 20. April 2016 - 20:43 #

Hätte wer gesagt, das Video stammt von der 360, hätte ich es auch geglaubt...

rammmses 19 Megatalent - P - 15599 - 21. April 2016 - 17:25 #

Ist auch so mein Gedanke gewesen. Hoffe die Kampagne schaut wesentlich besser aus.

Olphas 24 Trolljäger - - 50975 - 21. April 2016 - 11:44 #

Auf der Startseite steht beim Teaserbild übrigens Videotest. Hab mich schon gewundert :)

Pro4you 19 Megatalent - 14264 - 21. April 2016 - 11:59 #

Sieht ja gar nicht mal so gut aus. Wie ein HD Remake einer Old Gen Version die auf 60fps und Kantenglättung poliert wurde.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)