Gods Will Fall

Gods Will Fall Preview+

Keltisches Roguelike mit Twist

Benjamin Braun / 18. Dezember 2020 - 16:00 — vor 1 Jahr aktualisiert
Steckbrief
AndroidPCPS4SwitchXOne
Action-RPG
16
Clever Beans
505 Games
29.01.2020
Link

Teaser

Inspiriert von Soulslike-Titeln will die britische Spieleschmiede Clever Beans vor allem Core-Gamer ansprechen. Das Spiel um keltische Krieger und Götter wirkt clever, wirft aber noch Fragen auf.
Dieser Inhalt wäre ohne die Premium-User nicht finanzierbar. Doch wir brauchen dringend mehr Unterstützer: Hilf auch du mit!
Wer mich etwas kennt, der weiß sicherlich, dass ich die Souls-Spiele und ähnlich gelagerte Action-RPGs wie Lords of the Fallen (im Test, Note: 7.5) oder Nioh (im Test, Note: 8.0) gerne mag. Man weiß aber auch, dass mir Teile der Formel in den letzten Jahren ein bisschen zu oft von anderen Herstellern aufgegriffen wurden. Auch das Entwicklerstudio Clever Beans sprach in der Live-Präsentation zu ihrem Kelten-Abenteuer Gods Will Fall, an der ich kürzlich teilgenommen habe, von den Souls-Spielen und dass sie eine teilweise Inspiration für ihr Spiel seien.

Allerdings macht das Action-Adventure des Herstellers aus Manchester einiges anders. So setzt Gods Will Fall auf eine Iso-artige Third-Person-Ansicht, statt nur einem spielbaren Helden gibt es gleicht acht. Außerdem gibt es Permadeath und Zufallselemente, mit denen Roguelike-ähnliche Mechaniken Einzug ins Spiel halten. Angekündigt ist der Midprice-Titel für Ende Januar 2021 und ich verrate euch in diesem Artikel und dem oben eingebetteten Preview-Video, ob er einen positiven ersten Eindruck bei mir hinterlassen konnte. Zu beachten ist, dass jegliches Bildmaterial dieser Preview vom Hersteller stammt. Selbst spielen konnte ich den Titel nämlich leider noch nicht.
Kelten sind nunmal keine Christen. Beweis? Bald ist der 4. Advent, aber der fackelschwingende Gegner hat nur eine Kerze entzündet...


Wie der Zufall es will

Gods Will Fall basiert lose auf der keltischen Mythologie – auch wenn Clever Beans diese Bezüge als essenziell bezeichnet. Gerade mal acht Krieger sind noch übriggeblieben im Kampf gegen die rachsüchtigen Gottheiten wie Osseus, Morrigan oder Belenos. Mit eurer achtköpfigen "Party", aktiv gesteuert wird immer nur einer davon, müsst ihr insgesamt zehn Götter in ihren Unterschlüpfen erreichen und besiegen, um das Überleben zu sichern. In welcher Reihenfolge ihr die Dungeons aufsucht, die allerdings auch an der Erdoberfläche des Inselschauplatzes liegen können, bleibt euch überlassen. Ihr entscheidet vor dem Eingang lediglich, mit welchem der Recken ihr das Gebiet ausräuchern wollt.

Während die Dungeons selbst von Hand designt sind und sich entsprechend optisch und beim Layout auch bei mehreren Spieldurchgängen nicht voneinander unterscheiden, werden in Gods Will Fall andere, zentrale Dinge mit jedem Durchgang "prozedural generiert". Da hängt so manches vom Zufall ab, unter anderem auch die acht Keltenkrieger, deren Startwerte und -waffen. Ebenfalls zufällig bestimmt werden Art und Anzahl der Gegner in den Dungeons oder auch die Bossstärke. Und da ist noch mehr: im Spiel sind auch Charakterwerte- und Entwicklung stark vom Zufall abhängig, wenngleich ihr die Helden mit Verbrauchsobjekten temporär boosten könnt, um eure Möglichkeiten im Kampf zu erweitern.
Die Dungeons sind komplett von Hand designt. Gods Will Fall hat jedoch einige andere Zufallselemente, die zumindest entfernt an Rogue-like-Titel erinnern.
 

Du kommst hier nicht raus

Sobald ihr einen der Dungeons mit dem Krieger eurer Wahl betreten habt, gibt es kein Zurück mehr. Entweder überlebt ihr den Dungeon und den finalen Bosskampf am Ende oder ihr müsst es mit einem anderen Krieger erneut probieren. Dauerhaft verloren ist euer Recke dabei nicht zwingend, wenn er im Kampf niedergestreckt wird. Es besteht, wie die Entwickler es nennen, lediglich die "Gefahr des Permadeath". Denn nur wenn die finale Attacke eines Gegners als "tödlich" klassifiziert ist, wobei das wohl insbesondere für die Aktionen der Bosse gilt, reduziert sich eure Party dauerhaft. Handelt es sich umgekehrt um eine nicht-tödliche Attacke, wird der Krieger bloß im Dungeon gefangen und kann nur durch einen Sieg über den darin befindlichen Boss wieder befreit werden.

Das verspricht definitiv spannende Konstellationen. Denkbar wäre beispielsweise, dass ihr in einem Dungeon bereits sieben Recken verloren habt, allerdings sind sie alle nur eingesperrt und nicht dauerhaft tot. Beim letzten Versuch einerseits den drohenden Game-Over-Bildschirm vor Augen zu haben, umgekehrt aber auch die Option, die komplette Party auf einen Schlag zu retten, klingt zumindest auf dem Papier ziemlich spannend. Ähnlich sieht es bei der Entscheidung aus, anstelle eines Dungeons, den man vorerst noch für zu schwer hält, erst mal mit einem anderen weiterzumachen. Allerdings ist eben genau das aufgrund der vielen Zufallselemente gleichzeitig ein möglicher Schwachpunkt. Denn potenziell ist das System frustrierender als das von Dark Souls und Co.
Adventure-Spieler wissen: "'nen Piraten aufzuhalten is' nich' unjefährlich". Die Oberwelt in Gods Will Fall aber ist es. Denn außerhalb der Dungeons erwarten euch keine Gegner, wohl aber Geheimnisse und Sammelobjekte, die das Kelten-Setting vertiefen sollen.


Fünf Waffenarten zum Sieg

Was schon mal einen guten Eindruck auf mich macht, ist das Kampfsystem mit den insgesamt fünf unterschiedlichen Waffenkategorien wie Schwert, Lanze oder Doppelaxt. Denn die verändern offenkundig massiv die Art, mit der ich Feinde bekämpfe und deren Beherrschung soll laut Clever Beans auch entscheidend dafür sein, ob ich die Bosse niederstrecken kann oder nicht. "Easy to learn, hard to master" ist dabei aber dennoch zunächst vor allem ein Versprechen der Entwickler, die zuvor unter anderem an der Entwicklung von WipeOut Omega Collection beteiligt und für das (insgesamt ordentlich bewertete) Prügelspiel When Vikins Attack für PS3 und PSVita verantwortlich waren.

Die Kämpfe wirken bisweilen leicht unpräzise, aber unterhaltsam und vielfältig. Die mehrphasigen Bossfights stechen dabei eindeutig hervor. Die wirken teils zwar vergleichsweise statisch, was an der Iso-artigen Perspektive liegen mag. Die taktische Finesse jedoch scheint nicht zu kurz zu kommen. Gerade Belenos, der im Spiel als eine Art Motte dargestellt ist und unter anderem eine Lichtattacke zündet, hat Lust auf Mehr gemacht.

Autor: Benjamin Braun, Redaktion: Dennis Hilla (GamersGlobal)

 
Anzeige

Meinung: Benjamin Braun

Ich hätte definitiv Lust darauf, Gods Will Fall selbst auszuprobieren. Die Kämpfe sehen spaßig aus und ich will einfach wissen, wie sie sich anfühlen, insbesondere bei den Bossen. Das Konzept finde ich gleichsam spannend wie in Teilen seltsam. Ich habe nichts gegen zufällige Gegner oder Unterschiede in ihrer Stärke. Aber die eher zusammengewürfelte Charakterentwicklung, auf die ich offenkundig nur sehr begrenzt Einfluss nehmen kann, macht mich noch wenig an.

Auch wenn dieser Punkt bei vielen Preview zutrifft, ist gerade bei Gods Will Fall das selbst spielen und erleben besonders entscheidend, um die Qualität des Abenteuers wirklich einschätzen zu können. Deshalb bin ich auch eher vorsichtig optimistisch, dass Clever Beans hier an einem Actionspiel arbeitet, das mir den Januar versüßen kann. Im Kalender vorgemerkt ist es jedenfalls schon mal.
 
Gods Will Fall
Vorläufiges Pro & Contra
  • Kämpfe wirken vielfältig und unterhaltsam ...
  • Spannendes Spielkonzept mit Roguelike-Anleihen
  • Vielversprechende Bossfights
  • Hübsche Grafik
  • ...sind allein beim Zusehen aber schwer einzuschätzen
  • Zu vieles scheint vom Zufall abzuhängen
Aktuelle Einschätzung
Das Konzept von Gods Will Fall ist definitiv spannend, die offenbar hohe Bedeutung des Zufalls aber könnte dem Spiel einen tödlichen Strick knüpfen. Das Grundkonzept macht mich allerdings mehr an, als dass ich mir Sorgen darüber mache, ob mir bestimmte Eigenheiten auf den Geist gehen könnten. Es gibt ohne eigene Spieleindrücke zunächst einfach weder einen Grund für überschwängliche Vorfreude noch für Schwarzmalerei.
Gut
Aktueller Stand
  • Aktuelle Beta-Version (PC)
Benjamin Braun 18. Dezember 2020 - 16:00 — vor 1 Jahr aktualisiert
Jörg Langer Chefredakteur - P - 434724 - 18. Dezember 2020 - 16:10 #

Viel Spaß beim Konsumieren! Und Danke an Benjamin für seinen letzten Inhalt hier im Jahr 2020 (bei den Spiele des Jahres ist er auch vertreten natürlich)!

Altior 16 Übertalent - - 4314 - 18. Dezember 2020 - 16:48 #

Wie schön von Benjamin zu hören.
Gleich gehts zum Twitch Event

Danywilde 29 Meinungsführer - - 122363 - 18. Dezember 2020 - 18:07 #

Das sieht ja schon interessant aus. Mal schauen, wie es dann im Endeffekt ist.

TheRaffer 22 Motivator - P - 32672 - 18. Dezember 2020 - 19:49 #

Nee, da bin ich raus. Denke für die Preview, die mir zugleich eine Warnung ist ;)

JensJuchzer 21 AAA-Gamer - P - 25441 - 19. Dezember 2020 - 10:14 #

MAl auf den Test warten ob das passt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat mir auch der Grafikstil dann ganz gut gefallen. Leider wirkt die WElt ziemlich leer und steril :(

Faerwynn 19 Megatalent - P - 15832 - 19. Dezember 2020 - 10:53 #

Interessant. Aber als alter Roguelike-Fan muss ich sagen, das ist wohl eher rogue-lite - sieht nicht sehr rundenbasiert aus. :)

Bantadur 17 Shapeshifter - - 6982 - 21. Dezember 2020 - 8:12 #

Weckt eher wenig Interesse bei mir. Zufällige Progression, die Chance, Waffen bei er Aufwertung zu zerstören... nee, da gibt es genug auf dem Spielemarkt, das mir eher zusagt.

rammmses 21 AAA-Gamer - - 27509 - 21. Dezember 2020 - 23:20 #

Da hätte man den Random-generic-name-generator aber nochmal anwerfen sollen, es gab doch gerade erst Godfall auf PS5.