Call of Duty - Black Ops Cold War (Multiplayer) Preview

Potenzieller Online-Kracher

Dennis Hilla / 16. Oktober 2020 - 13:31 — vor 45 Wochen aktualisiert
Steckbrief
PCPS4PS5XOneXbox X
Action
Egoshooter
ab 18
18
Treyarch
Activision
13.11.2020
Link
Amazon (€): 74,70 (), 62,00 ()

Teaser

Der Grundsatz des letztjährigen Modern-Warfare-Reboots lautete „Back to the roots“. Auch Cold War verfolgt diese Philosophie, ändert Kleinigkeiten und lädt das Spielspaß-Magazin ordentlich durch.
Dieser Inhalt wäre ohne die Premium-User nicht finanzierbar. Doch wir brauchen dringend mehr Unterstützer: Hilf auch du mit!
Call of Duty - Black Ops Cold War ab 62,00 € bei Amazon.de kaufen.
Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Im Laufe ihrer 17-jährigen Historie hat die Call of Duty-Reihe nicht nur zahlreiche Szenarios abgefrühstückt, ihr Multiplayer-Modus wurde auch immer wichtiger. Und weil die Entwickler von Treyarch, beziehungsweise Infinity Ward, nicht einfach jedes Jahr einen Aufguss mit neuen Assets abliefern wollten, wurde auch ordentlich an der Online-Variante herumgeschraubt. Die Änderungen schmeckten aber nicht unbedingt jedem, denn mit Wallruns oder dem unnötig komplizierten Pick-10-System schossen sich die Shooter für alteingesessene Fans immer weiter ins Aus. Im letzten Jahr gab es aber wohl einen Moment der Einsicht auf Seiten von Infinity Ward, die mit dem Reboot von Call of Duty – Modern Warfare (im Multiplayer-Test, Note: 9.0) dem Ruf der Fans folgten und zurück zu den Wurzeln gingen.

In just diese Kerbe will Treyarch nun mit Call of Duty – Black Ops Cold War ebenfalls schlagen. Das Spieltempo mag sich im Vergleich zu Modern Warfare wieder minimal erhöht haben, unnötigen Ballast sucht man aber vergebens. Ich habe bereits einige Runden mit der Beta-Version auf Xbox One und PS4 absolviert, mir die neuen Spielmodi angesehen und ziehe ein erstes Fazit, ob Cold War an den grandiosen Vorgänger des letzten Jahres heranreichen könnte. Auf der PS4 läuft die Open Beta bereits, PC- und Xbox-One-Spieler müssen sich noch bis zum morgigen Samstag, dem 17. Oktober 2020, um 19:00 Uhr gedulden – wenn sie keine Vorbesteller sind, die dürfen ebenfalls bereits jetzt ballern. Ende für die Beta ist für alle Plattformen der 19. Oktober 2020 um 19:00 Uhr.
Drei Abschüsse müssen bestätigt werden, doch der nächste Gegner kommt bereits. Ob das gut geht?
 

Ohne viel Schnick-Schnack

Weiterhin angenehm entschlackt ist das Erstellen eines eigenen Loadouts. Zunächst wählt ihr eine Primär- und eine Sekundär-Waffe, die Auswahl gliedert sich dabei wie üblich in Maschinengewehre, Sturmgewehre, Maschinenpistolen, Schrotflinten, Pistolen und so weiter auf. Besonders mit Blick auf die Feuertrupp- und Verbundene-Waffen-Modi ist es auch durchaus ratsam, gleich mehrere Setups zu erstellen, um beispielsweise schnell auf eine Klasse mit einem Raketenwerfer wechseln zu können.

Im Bereich Granaten habt ihr wie gehabt zwei Slots. Auf der einen Seite führt ihr taktische Sprengkörper, wie Betäubungs- oder Blendgranaten mit, auf der anderen rüstet ihr tödliche Sprengstoffe wie reguläre Splittergranaten oder die garstigen, haftenden Semtex-Wurfkörper. Neben den Waffen selbst gibt es noch die Perks, die euch mit passiven Boni versorgen. So dürft ihr dank "Plünderer" Munition von gefallenen Spielern aufheben und "Techniker" erlaubt euch, feindliche Technik wie Geschütze oder Näherungsminen durch Wände hindurch zu sehen. Letztere gehören zum Menüpunkt „Feldausrüstung“, hier schaltet ihr durch Levelaufstiege auch Richtmikrofone und andere nützliche Items frei. Der letzte Punkt im Anpassungsmenü sind die Wildcards, durch die ihr weitere passive Boni erhaltet und beispielsweise mit zwei Granaten pro Typ in den Kampf zieht.

Wie schon in Modern Warfare gehören überflüssige Systeme wie Pick-10 und die Spezialisten der Vergangenheit an. Im Waffenschmied könnt ihr noch bis zu fünf neue Anbauten an eure Schießprügel schrauben, von Visieren über Schalldämpfer hin zu Vordergriffen steht alles zur Verfügung, was das Waffennarren-Herz begehrt. Neue Aufsätze schaltet ihr durch Level-Ups des jeweiligen Ballermanns frei, diese kommen natürlich durch Abschüsse. Nützlich ist, dass ihr beim Waffenschmied nun konkrete Werte zu den Verbesserungen seht, und nicht auf Basis der ungenauen Balken raten müsst, was welcher Aufsatz nun konkret bringt.
Ein so aufgeräumter Klasseneditor ist eine Wohltat und lässt euch trotzdem viele Möglichkeiten offen.
 

Starker Standard

Im schnellen Spiel bietet die Multiplayer-Beta von Call of Duty – Black Ops Cold War vier Spielmodi an, die zum guten Genre- und Serienstandard gehören und auch im neuesten Ableger für gunkomplizierten Spaß sorgen. Anzumerken ist, dass sie in der Testphase nur im Standard-Modus, nicht in der Hardcore-Variante spielbar sind. Neben klassischem Team Deathmatch könnt ihr eure Kräfte noch in Abschuss Bestätigt messen. Dabei handelt es sich um eine TDM-Variation, bei der erledigte Gegner Dogtags fallen lassen, die ihr einsammeln müsst. Erst dann gilt ein Abschuss als bestätigt, im Gegenzug könnt ihr auch die Marken gefallener Kameraden einsammeln und dem Feind so wichtige Punkte vor der Nase rauben.

Ebenfalls ein klassischer, sehr beliebter Modus und sogar mein persönlicher Liebling ist Herrschaft. Hier gibt es drei Punkte auf der Map, die ihr einnehmen müsst, indem ihr lange genug im markierten Bereich bleibt. Natürlich können eure Gegner euch die Flaggen auch wieder klauen, so ist ein stetiger Fluss in den Partien. Als letzter Standard-Modus ist Stellung in der Beta enthalten, bei dem es sich um eine Variation von Herrschaft handelt, bei der es aber nur einen Zielbereich gibt. Daher konzentrieren sich die Feuergefechte deutlich stärker.
Dank diesem Abschuss bleibt die Zone weiterhin in der Hand meines Teams.
 

Feuertrupp, Verbundene Waffen & VIP-Eskorte

Die Beta von Call of Duty – Black Ops Cold War bietet neben den erwähnten vier Standard-Modi auch Zugriff auf drei neue Spielvarianten. In Feuertrupp: Schmutzige Bombe treten bis zu 40 Spieler in zehn Teams gegeneinander an. Euer Ziel lautet, dreckige Bomben zur Explosion zu bringen. Zu diesem Zweck müsst ihr Uran einsammeln und es zu den Sprengkörpern bringen, um sie scharf zu machen. Je länger ihr das radioaktive Material aber mit euch herumschleppt, umso verstrahlter wird euer Charakter und ihr könnt Perks nicht mehr nutzen oder verliert kontinuierlich Gesundheit. Sobald eine Bombe hochgegangen ist, wird der Teil der Map, in dem sie sich befunden hat, ebenfalls verstrahlt und ihr solltet euch dort nach Möglichkeit nicht mehr aufhalten. Werdet ihr getötet steigt ihr entweder bei einem Squad-Mitglied wieder ein oder ihr springt mit einem Fallschirm über der Karte ab – Battlefield lässt grüßen. Schmutzige Bombe ist sicherlich ein spaßiger Modus, wenn man mit einem festen Team unterwegs ist und sich abspricht. Mit Randoms artet die Spielvariante auch dank der Fahrzeuge aber schnell in unkoordiniertes Chaos aus, in dem jeder tut, was er will.

Ähnlich sieht die Situation in Verbundene Waffen aus. Dieser neue Modus ist aktuell als Herrschaft oder Angriff spielbar. Also müsst ihr entweder Punkte einnehmen und halten oder eine Zone in der Mitte der Map erobern. Habt ihr das geschafft, steht ein neues Ziel weiter im Feindgebiet offen. So müsst ihr die Gegner immer weiter in die Ecke drängen oder aber ihr steht selbst mit dem Rücken zur Wand. Auf der Map Armada bewegt ihr euch in den 12-gegen-12-Gefechten nicht nur zu Fuß und schwimmend fort, es gibt auch Kanonenboote und Jetskis die ihr nutzen könnt, außerdem erleichtern euch Seilwinden die Fortbewegung auf den gestrandeten Schiffen. Die von mir gespielten Runden waren zwar spaßig, hatten aber ein ähnliches Problem wie Schmutzige Bombe: Ohne Absprache artete es meist in ein Ping-Pong-Spiel um einen Punkt aus, ohne dass ein klarer Sieger gefunden werden konnte.

Mein bisheriger Favorit der neuen Modi ist die VIP-Eskorte. Der Name sagt hier eigentlich schon alles, ihr müsst eine Zielperson zum Extraktionspunkt bringen. Das gegnerische Team versucht im Gegenzug, das zu verhindern. Gespielt wird sechs gegen sechs, wenn ihr abgeschossen werdet haben eure Kameraden noch die Chance, euch wiederzubeleben, außer der Schütze durchsiebt euch auch noch, während ihr am Boden kriecht. Dann seid ihr dazu verdammt, den Rest der Runde zuzusehen. Der Trupp, der als erstes vier Durchgänge für sich entscheiden kann, gewinnt. Clever ist, dass der VIP von einem Spieler gesteuert wird und zumindest nicht ganz wehrlos ist. Er hat eine Pistole und kann eine Aufklärungsdrohne anfordern, was gewisse taktische Vorteile bringen kann. Interessanterweise hat in meinen Beta-Runden in VIP-Eskorte das Teamplay deutlich besser funktioniert als bei Combined Arms und Schmutzige Bombe. Mit einem vollen Sechser-Team könnte der Modus ein richtiger Hit werden.
Anzeige
Der VIP ist gleich am Extraktionspunkt und nur noch ein Gegner am Leben: Die Runde ist im Kasten!
Dennis Hilla Redakteur - P - 141947 - 16. Oktober 2020 - 13:31 #

Viel Spaß beim Lesen!

Sciron 20 Gold-Gamer - P - 23637 - 16. Oktober 2020 - 15:39 #

Die Beta hat noch so ihre Probleme. Vor allem was die Server, Sichtbarkeit der Gegner und dem teils fragwürdigen Aiming der Waffen angeht. Dennoch macht sie schon jetzt deutlich mehr Laune als das lahme und camper-verseuchte Modern Warfare.

Mounting und die unzähligen Fenster pro Maps wurden rausgeschmissen, dafür spielt sich alles wieder schneller und arcadiger wie die alten Black Ops-Teile. Spieler trauen sich auch wieder, sich über die Karte zu bewegen. Der Einfluss von MW lässt sich aber nicht verleugnen. Mit Black Ops 4 haben wir wohl für längere Zeit das letzte, wirklich rein arcadige CoD gesehen.

Größter Kritikpunkt bei MW waren ja die Maps. Erstens gab es zu wenige und was man hatte, war dann meist ziemlicher Käse, mal von Highlights wie Gun Runner oder Hackney Yard abgesehen. Da zeigt sich Cold War bisher auch besser, wenn auch nicht überragend. Satellite und Moskau sind ok, Miami zu unübersichtlich (auch wenn die Spawns im Vergleich zur Alpha angepasst wurden) und Cartel mit seiner Buschseuche ist ja mal der absolute Witz. Da muss in der Vollversion echt mehr gutes Zeug kommen.

Die ganzen Combined Arms-Modi interessieren mich dabei relativ wenig. Der klassische 6v6-Multiplayer sollte endlich wieder in den Vordergrund gerückt werden.

soulflasher 15 Kenner - P - 3024 - 16. Oktober 2020 - 17:02 #

Danke für den Hinweis: "Viel Spaß beim Lesen!".
Echte War Dogs "spielen" diese Spiele nicht.

Goremageddon 15 Kenner - 3654 - 17. Oktober 2020 - 19:24 #

Klingt erst mal nicht schlecht. Wie immer steht und fällt das Game für mich aber mit dem HC Modus, ohne Radar und minimaler TTK. Der Vorgänger hat mir da sehr gut gefallen und hat mich nach über 10 Jahren CoD Abstinenz wieder ins Boot geholt. Das es kein Waffenauflegen mehr gibt finde ich allerdings sehr schade. Das hat im Vorgänger wirklich einen riesen Nutzen gehabt.

Das die Scorestreaks nach dem Ableben zurückgesetzt werden muss allerdings sein denn sonst verfehlt das ganze seinen Sinn. Da bin ich voll bei Dennis, das muss korrigiert werden.

Goremageddon 15 Kenner - 3654 - 19. Oktober 2020 - 14:03 #

Habe heute mal ein Paar Runden reingeschnuppert und muss sagen mir gefällt dieser Teil der Serie deutlich schlechter als MW. Das Mounting fehlt extrem, es geht wieder mehr in Richtung Arcade und die Maps sind mir zu "offen". Im letzten Teil gefiel mir gerade die vielen Optionen und das "unübersichtliche. Das hat ein "realistisches" Feeling erzeugt seine Augen quasi überall haben zu müssen. Quasi alles was bei MW das Spiel massiv verbessert hat ist wieder raus. Schade drum aber so bleibe ich halt noch eine Weile bei MW und setzte dann wieder aus.Daran wird auch der HC Modus nichts ändern können es sei denn es gibt noch massive Änderungen. Mal schauen ob es wieder so lange dauern wird wie zuletzt (Teil 4 bis 16) bis wieder ein CoD kommt das mir zusagt.