Another Sight Preview+

Dennis Hilla / 16. August 2018 - 17:57 — vor 5 Wochen aktualisiert
Ein Kater, ein blindes Mädchen, reale Künstler der viktorianischen Ära und Steampunk-Elemente. Für sich genommen gute Zutaten, die in diesem Fall aber nur begrenzt funktionieren.
Another Sight ist das Erstlingswerk des italienischen Studios Lunar Great Wall. Die Entwickler bezeichnen sich selbst ganz bescheiden als „Super-Indie“. Das liegt der Tatsache zugrunde, dass sie zwar ohne großen Publisher arbeiten, durch jahrelange Erfahrung in der Spieleindustrie aber eine Menge Know-How mitbringen. Sieht man sich die Karrieren der Studiomitglieder an, könnt man fast verwundert sein, dass ihr Debüt ein 2D-Puzzle-Plattformer mit Story-Fokus ist. Schließlich kommen die meisten Mitarbeiter aus der Rennspiel-Ecke.
 

Mysteriöser Untergrund

In Another Sight übernehmt ihr die Kontrolle über zwei Charaktere. Zum einen wäre da das junge Mädchen Kit, das direkt zu Spielbeginn ihr Augenlicht bei einem Tunneleinsturz der Londoner U-Bahn verliert. Zum anderen steuert ihr den Kater Hodge, dem ihr in der mysteriösen Unterwelt der englischen Hauptstadt begegnet. Gemeinsam erkunden die beiden die immer abstruser werdenden Gebiete, die normalen Menschen in aller Regel verschlossen bleiben.
Der Ursprung dieser seltsamen Energie ist nur eines der Geheimnisse, das in der Londoner Unterwelt aufgedeckt werden will.
 

Von Künstlern und Musikern

Um voranzuschreiten müsst ihr regelmäßig kleine Umgebungsrätsel lösen. In den von uns gespielten Levels waren das oftmals simple Schalter-Puzzles, bei denen Kit an einem Hebel ziehen muss, um eine Plattform zu heben, auf der Hodge sitzt. Deutlich spannender ist da schon die Story-Komponente, die sich nicht nur mit der seltsamen Untergrundorganisation, sondern auch dem verschwundenen Vater der frisch Erblindeten befasst.

Im Spielverlauf trefft ihr zudem immer wieder auf zeitgenössische Künstler und Musiker, wie Monet oder Debussy. Diese bringen weiter Licht ins Dunkel, zudem verändert sich die Spielwelt auf Basis ihrer Werke. Beispielsweise wird nach einem Treffen mit Monet Kits „Blick“ um eine ganz neue Farbpallette erweitert.

In unserer Preview schildern wir euch unsere ersten Eindrücke von Another Sight. Außerdem klären wir, ob der Genre-Mix funktioniert und für wie sinnvoll wir einen Release in diesem Jahr halten.

Autor: Dennis Hilla; Redaktion: Jörg Langer (GamersGlobal)

 
Anzeige

Meinung: Dennis Hilla

Ich finde die Grundidee von Another Sight durchaus spannend. Eine blinde Hauptcharakterin, Steampunk-Elemente kombiniert mit dem viktorianischen Stil und die geheimnisvolle Untergrundwelt von London. Das alles garniert mit cleveren Umgebungspuzzles verpackt in einen 2D-Plattformer könnte eine wirklich tolle Kombination sein. Allerdings krankt das Erstlingswerk von Lunar Great Wall an einigen Stellen.

Zum einen sind da die wahrlich uninspirierten Rätsel, die ich bisher gesehen habe. Gehe zu Punkt A, ziehe an Schalter B, daraufhin öffnet sich Tür C – gähn! Zum anderen gibt es noch einige technische Probleme, wie in Fußböden glitchende Charaktere. Wenn ich bedenke, dass die Entwickler in diesem Jahr releasen wollen, sehe ich noch viel Arbeit auf sie zukommen. Die sich allerdings lohnen würde, denn die Geschichte verspricht spannend zu werden und auch die Spielwelt ist durchaus interessant.
Another Sight
Vorläufiges Pro & Contra
  • Interessante Story-Idee
  • Schönes Design, basierend auf echten Künstlern
  • Singleplayer-Koop-Ansatz reizvoll
  • Sehr gute englische Sprecher
  • Rätsel bisher sehr generisch
  • Noch viele technische Fehler
Aktuelle Einschätzung
Another Sight könnte ein spannender Puzzle-Plattformer werden, der vor allem durch seine Story und ungewöhnliche Heldin besticht. Auch die Idee, dass sich die Spielwelt nach Treffen mit realen Künstlern optisch umkrempelt, ist angenehm unverbraucht. Allerdings stören in der Preview-Fassung fade Rätsel und noch sehr maue Technik den positiven Eindruck.
BEFRIEDIGEND
Aktueller Stand
  • Aktuelle Preview-Fassung (PC)
Dennis Hilla Redakteur - 61468 - 16. August 2018 - 17:57 #

Viel Spaß beim Lesen, Hören oder Ansehen!

De Vloek 14 Komm-Experte - P - 2551 - 16. August 2018 - 18:31 #

Danke für die Preview, sieht interessant aus. Erinnert mich an Trine, aber der Lost-Vikings-Ansatz kommt hier anscheinend (bisher) etwas zu kurz. Mal sehen wie es sich weiterentwickelt.

Despair 17 Shapeshifter - 6137 - 16. August 2018 - 18:39 #

Sieht irgendwie nach "Never Alone" aus. Das hab' ich irgendwann wegen der verkorksten Steuerung abgebrochen.

Noodles 24 Trolljäger - P - 47660 - 16. August 2018 - 19:14 #

Ja, das Spiel hat der Entwickler im MoMoCa auch als eine der Inspirationen genannt.

Evoli 17 Shapeshifter - 6658 - 16. August 2018 - 18:46 #

Das Wort Charakterin gibt's immer noch nicht ;)

De Vloek 14 Komm-Experte - P - 2551 - 16. August 2018 - 18:55 #

Charakteuse klingt halt etwas zu altmodisch.

Evoli 17 Shapeshifter - 6658 - 16. August 2018 - 18:59 #

Protagonistin wäre vielleicht schöner...
Oder Hauptfigur, Hauptdarstellerin...
Es gibt ja durchaus Alternativen.

De Vloek 14 Komm-Experte - P - 2551 - 16. August 2018 - 19:26 #

Das stimmt allerdings. Klingt auch alles besser. Charakterin klingt irgendwie... falsch ;)
Andererseits hab ich grundsätzlich nix dagegen wenn Wörter erfunden oder abgewandelt werden, das passiert eh ständig und wenn es oft genug angewendet wird kommt es in den Duden und gut is :)

TSH-Lightning 20 Gold-Gamer - P - 21131 - 16. August 2018 - 19:16 #

Doch du schreibst es nur falsch: Charakter*innen ;)

Steffi Wegener 17 Shapeshifter - 6256 - 17. August 2018 - 3:12 #

Stimmt denn die Sound- und Musikatmosphäre? Ich stelle mir hier mystisch-urbane SFX a la Thief trifft auf Blade Runner vor. Bei einem Spiel, das scheinbar optisch mehr zu zeigen hat als spieltechnisch, könnte das ein entscheidender Pluspunkt sein.

Aladan 24 Trolljäger - P - 49459 - 17. August 2018 - 5:11 #

Was ist das denn schon wieder.. Nehmt es weg, nehmt es weg!

NordishBen 15 Kenner - P - 2889 - 17. August 2018 - 7:20 #

Geht es nur mir so? Bei dem Titelbild vom Video musste ich gleich erstmal an Alice im Wunderland denken. Hoffentlich beheben die Entwickler noch die angesprochenen Mängel, denn das ganze wirkt doch ansonsten ziemlich sympathisch.

Olipool 16 Übertalent - 4554 - 17. August 2018 - 9:53 #

Danke für das Preview und DANKE für den Teasertext, der schon vor dem Anklicken das Fazit andeutet.
In Zeiten der "Bitte klick mich doch"-Tests hätte da eigentlich stehen müssen:"Ob dieser Mix gelungen ist, erfahrt ihr im Test."

Noodles 24 Trolljäger - P - 47660 - 17. August 2018 - 23:10 #

Sieht ganz nett aus, begeistert mich aber noch nicht. Mal das fertige Spiel abwarten. Denn grundsätzlich sprechen mich die Zutaten Puzzle-Plattformer, viktorianisches London und Steampunk an.

FantasticNerd 15 Kenner - - 3038 - 2. November 2018 - 13:27 #

Hat schon jemand das Spiel testen können?

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)