Philipp Spilker fragt ganz lieb:

Wieso böse sein?

Was moderne Rollenspiele an Boshaftigkeit von Philipp Spilker fordern oder ihm zumindest erlauben, würde so manche Großmutter vor Schreck erblassen lassen. Doch bisher ist er immer brav geblieben und den guten Weg gegangen. Angesichts aktueller Spiele wie Fable 3, Dragon Age 2 oder Witcher 2 ist es Zeit, zu fragen: Wieso böse sein?
Philipp Spilker 22. Mai 2011 - 22:04 — vor 3 Jahren aktualisiert
Anfuehrung
Ich konnte es nicht tun. Die Explosion hätte sicher toll ausgesehen, meinen PC-Monitor in ein schaurig grelles Licht getaucht. Ich hätte mich danach für kurze Zeit unbesiegbar gefühlt, wäre mit reichlich Geld entlohnt worden. Aber es ging nicht. Ich konnte Megaton nicht in die Luft jagen. Ich musste brav sein, lieb, rechtschaffen. Und somit konnte mich Fallout 3 genauso wenig zu einem Monster machen wie viele Jahre zuvor Star Wars: Knights of the Old Republic. Was für ein Mensch muss das gewesen sein, was für ein Unsympath in den Reihen von Bioware, dass er überhaupt auch nur auf die Idee kommen konnte, die Option einzubauen, das lebensrettende Serum nicht etwa dem freundlichen Arzt zu schenken, sondern es meistbietend an skrupellose Verbrecher zu verkaufen und damit den Tod von Tausenden in den Slums des Planeten Taris zuzulassen? Nein, so etwas mache ich nicht! Herrje, ich habe es ja nicht einmal übers Herz gebracht, in Mass Effect die Rachni auszulöschen. Trotz der unbestreitbar großen Schuld, die sie in der Vergangenheit auf sich geladen hatten. Die Rachni-Königin musste mich nur einmal lieb angucken, ein bisschen auf die Tränendrüse drücken, schwupps hatte ich Mitleid mit ihr. Ich bin zu brav für die moderne Gaming-Welt. Ich bin der Traum aller Schwiegermütter

Das ExperimentWarum sollte ich denn auch böse sein? Was habe ich für einen Grund dazu? Wenn ich mich in den Charakter eines Spiels hinein versetzen möchte, wenn ich ihn wie in Mass Effect 2 oder Fallout 3 sogar zu einem gewissen Teil selbst erstelle – dann möchte ich mich doch auch mit diesem Charakter identifizieren können. Und das kann ich nun mal schlecht, wenn ich ihn an jeder Wegkreuzung böse Dinge tun und schlecht mit NPC's umspringen lasse. Aber wenn man es nie versucht, dann kann man es auch nie wissen. Deswegen bin ich kürzlich ins kalte Wasser gesprungen und habe einen Selbstversuch mit inFamous gemacht.

Vernarbt, unausstehlich, größenwahnsinnig. Und für diesen Typ habe ich 20 Stunden investiert?
Von Beginn an nahm ich mir dort vor, den Helden so unausstehlich böse handeln zu lassen, wie es auch nur irgendwie geht. Ich ignorierte dabei also die Gewissensbisse, die sich pünktlich wie die Maurer bereits nach der ersten Mission einstellten, in der ich hungernden Zivilisten dringend benötige Lebensmittel einfach so vor der Nase wegschnappte. Was auf der „In Videospielen böse sein“-Skala allerhöchstens ein Kavaliersdelikt ist, war für mich bereits eine harte Prüfung. Aber ich habe tapfer durchgehalten! Viele Untaten später stand mein Charakter schließlich als siegreicher Antiheld in den Ruinen einer Stadt, die er wissentlich vor die Hunde gehen ließ. Vernarbt, unausstehlich, größenwahnsinnig. Und für diesen Typ habe ich 20 Stunden investiert? Den übernehme ich jetzt via Savegame-Import in inFamous 2? Am Ende des Spiels stand für mich nicht etwa die Freude darüber, endlich mal ein gewaltiges Arschloch gewesen zu sein. Sondern der Gedanke: Hätte ich dieses Experiment doch lieber einfach bleiben lassen!

Und wenn ich diesen Gedanken schon bei inFamous habe, in dem sich die Gut/Böse-Mechanik nun wirklich nicht groß auf den Ausgang der übergreifenden Story, sondern hauptsächlich auf die Gestaltung der mir zur Verfügung stehenden Superkräfte auswirkt, dann hätte ich ihn bei Spielen, in denen meine Entscheidungen den Spielverlauf teils radikal verändern, erst recht. Denn nach langer Spielzeit wünsche ich mir für meinen Charakter was? Genau, ein schönes und zufriedenstellendes Ende natürlich.

Welches Ende hätten's denn gern?Was deswegen für die nächsten Tage auf meiner To-Do-Liste steht: Beim The Witcher 2-Entwickler CD Projekt anrufen und fragen, welches der 16 (!) Enden ihres Spiels sie als das schönste bezeichnen würden. Wobei mir das vielleicht auch der Verrückte verraten kann, dem es als erstes gelingt, diese 16 Enden selbst zu erleben. Für den haben die Entwickler sich etwas Besonderes einfallen lassen: ein bedrucktes T-Shirt. Also wenn das nicht gleichbedeutend mit dem geringsten Stundenlohn der Welt ist, dann weiß ich auch nicht. Mal ehrlich: Woher soll ich mir die Zeit nehmen, 16 Enden zu sehen? Und woher soll ich ohne Komplettlösung (die CD Projekt ja aber praktischerweise in jeder Edition des Spiels mitliefert) wissen, was ich für welches Ende tun muss?

Um Himmels willen: Böse sein ist mir doch nun wirklich schon anstrengend genug. Da will ich doch nicht auch noch zusätzlich dazu überlegen müssen, wann genau und zu wem genau ich wo genau böse sein muss, um die Story so zu formen, wie ich sie gerne hätte. Und in die Komplettlösung will ich erst recht nicht gucken: Ich lese doch bei einem spannenden Film auch nicht parallel das Drehbuch mit. Daher wird es mir in The Witcher 2 wohl so gehen wie in so ziemlich jedem anderen Spiel mit moralischer Entscheidungsfreiheit: Ich werde, sofern das denn in der düsteren Welt eines Geralt von Rivia überhaupt möglich ist, so nett und moralisch sein wie auch nur irgend möglich. Weil es mir a) am meisten liegt und ich b) ansonsten mehr Zeit mit dem Grübeln über die Konsequenzen meines Handelns als mit dem eigentlichen Spiel verbringen würde. Mit anderen Worten: Lieb sein ist meistens einfach am unkompliziertesten.

Ich scheine nicht der Einzige zu sein, dem das so geht. Denn wenn man sich einmal umhört, hört man erstaunlich oft den Satz: „Böse bin ich dann vielleicht beim zweiten Durchgang!“ Was ungefähr so viel bedeutet wie: „Ich will mir mein erstes Erlebnis mit dem Spiel nicht versauen und glaube, dass es mit einem guten Charakter am meisten Spaß macht.“ Das ist offenbar auch den Entwicklern aufgefallen. Nicht umsonst verwischt die Grenzlinie zwischen guten und bösen Entscheidungen in Dragon Age 2 und Mass Effect 2 so häufig – sondern deshalb, weil nur die wenigsten Spieler Boshaftigkeit rein um der Boshaftigkeit willen anstreben würden. Aber viel an dem Problem, dass ich in Spielen nun einmal nicht böse sein kann und will, ändert das auch nicht. Denn wenn ich statt gut und böse eine Ansammlung verschiedener Grautöne vor mir liegen habe, werde ich trotzdem immer das hellste Grau wählen. Zumindest, wenn ich die freie Wahl dazu habe. Böse sein? Das kann ich nur dann, wenn man mich dazu zwingt.

Zwingt mich!GTA 4 hat mich damals gezwungen. Hat mich in die Haut von Niko Bellic schlüpfen lassen, der doch eigentlich nur gut sein wollte. Der nach Amerika geflüchtet ist, um den Dämonen seiner Vergangenheit zu entkommen, nur um dort mit neuen Dämonen konfrontiert zu werden. Er kann nicht anders, als auf die schiefe Bahn zu gelangen. Egal was er tut: Es zieht ihn immer tiefer in einen Strudel aus Kriminalität und Gewalt hinein. Und wenn es doch einmal Entscheidungsfreiheit gibt für ihn, dann ist es nicht wirklich Freiheit, da er sich effektiv nur zwischen tiefschwarz und tiefschwarz entscheiden kann. Aber dann, ganz am Ende, in der letzten Mission: Da werden die Fesseln gelöst. Die Katharsis des Charakters hat sich Rockstar Games für den Schluss aufgespart: Endlich darf ich als Spieler etwas Gutes tun, wenn ich denn will. Natürlich wollte ich und wurde mit einem sehr zufriedenstellenden Ende dafür belohnt.

Wir Gamer sind ein wahnsinnig friedliches Volk.
Die große Stärke von GTA 4 war also nicht etwa die Freiheit in moralischen Belangen, sondern gerade der Mangel dieser Freiheit. Das sollte nicht in Vergessenheit geraten. Denn wenn die Geschichten über böse oder moralisch zwielichtige Helden, die derzeit noch unerzählt sind, in Zukunft größtenteils auf einer von mehreren Abzweigungen innerhalb eines Spiels versteckt werden, wird sie ein Großteil gutmütiger Spieler (inklusive mir) schlicht nie aus erster Hand erleben. Und das wäre doch schade. Es ist nämlich nicht etwa so, dass ich in Spielen nicht auch gerne mal böse sein würde. Würde ich sogar gern. Und zwar abseits vom "comical evil" eines Evil Genius oder eines Dungeon Keeper. Es ist auch nicht so, dass ich prinzipiell etwas gegen die Gut-Böse-Mechanik in Spielen hätte. Aber wenn ich die Wahl habe, gut zu sein, dann werde ich sie auch wahrnehmen. Selbst wenn es wie in Fable 3 zunächst einen Nachteil für mich bedeutet, ein guter Held zu sein, da ich als Tyrann weit weniger Schulden auf dem Staatskonto anhäufen würde. Peter Molyneux möchte mir den bösen Weg also mit Bequemlichkeit schmackhaft machen, aber selbst das verfängt nicht bei mir.

Der Staatstheoretiker und Philosoph Thomas Hobbes hat im 17. Jahrhundert gesagt, der Mensch sei von Natur auf böse. Aber der kann mir viel erzählen. Bevor der nicht aus seinem Grab steigt, mir persönlich einen Besuch abstattet und vor meinen Augen, ohne mit der Wimper zu zucken, Mass Effect 2, Fallout 3 und Star Wars: KotoR auf die schlimmstmögliche Art durchspielt, glaube ich ihm kein Wort. Wir Gamer sind nämlich trotz Killerspielvorwürfen ein wahnsinnig friedliches Volk. Also ich zumindest. Und ihr doch bestimmt auch?

Euer Philipp Spilker
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Philipp Spilker 22. Mai 2011 - 22:04 — vor 3 Jahren aktualisiert
Hinkelbob 12 Trollwächter - 1192 EXP - 22. Mai 2011 - 22:28 #

Kudos sehr sehr geil geschrieben, und mir geht es in manchen spielen genau so. besonders der Teil mit dem 2. Durchspielen trifft bei mir zu, so mache ich es nämlich gerade bei infamous und Red Dead Redemption
wirklich super Artikel!

icezolation 19 Megatalent - 19004 EXP - 22. Mai 2011 - 22:32 #

Du bist nicht allein, Philipp. Bei mir steht auch stets "Böse sein? Vielleicht beim zweiten Durchlauf" an der Tagesordnung ;)

Raven 13 Koop-Gamer - 1347 EXP - 23. Mai 2011 - 10:02 #

Bei mir auch und meistens dann doch nicht. Ich mag es einfach nicht, böse zu spielen. Es geht mir gegenen den Strich. Lieber bin ich der Held, der allen hilft und am Ende die Welt rettet :D

Philipp Spilker Redakteur - Abo - 22108 EXP - 23. Mai 2011 - 19:14 #

Lasst uns eine Selbsthilfegruppe gründen: GGGG - GamersGlobals gutherzige Gamer.

SirDalamar 14 Komm-Experte - 1967 EXP - 24. Mai 2011 - 7:26 #

Bin dabei. Irgendwie kann ich nur in Strategiespielen die "Bösen" spielen - in RPGs bin ich immer versucht, alles zu retten und jedem zu helfen :)

vetterka 11 Forenversteher - 646 EXP - 25. Mai 2011 - 19:36 #

bin ebenfalls dabei muss dann aber mein BFBC2 tag um zwei Gs erweitern.

Nokrahs 16 Übertalent - Abo - 4723 EXP - 22. Mai 2011 - 22:32 #

Schöner Beitrag und ging mir bei den genannten Spielen im Grunde genauso.

Einen Bösewicht zu glaubwürdig zu designen ist meiner Ansicht nacht erheblich schwerer als einen Helden der für das Gute kämpft.

Mir fallen eigentlich nur eine Handvoll aktzepabler Bösewichte ein, die auch etwas Tiefgang bieten und mit denen ich mich möglicherweise in einem Spiel identifizieren könnte.

Darth Vader beispielsweise oder Al Pacino (Scarface). Hier gibt es zumindest eine Hintergrundgeschichte. Am Ende sind die beiden aber eigentlich auch nicht wirklich "böse" sondern nur dazu "gemacht" worden.

Sind die Entscheidungsfreiheiten in RPG's wirklich vom Umfang her ausreichend um einen glaubwürdigen Bösewicht zu erschaffen? Vieles was mit bisher vorgesetzt wurde war entweder unmoralisch oder unanständig aber macht mich das automatisch zum charismatischen Bösewicht? Sollte da nicht mehr dahinter stecken?

Helden haben es da einfacher. Die erzählen an Lagerfeuern oder in Militärcamps von vergangenen Schlachten, zeigen die Narben und haben meistens noch tragische Verluste wie den Tod eines geliebten Menschen zu betrauern.

Meist kämpfen sie gegen einen Bösewicht der offesichtlich "eins an der Klatsche" hat und von dessen Vergangenheit kaum berichtet wird nur von seinen aktuellen Plänen wie beispielsweise der beliebten Übernahme der Weltherrschaft.

Für Witcher 2 war es bei mir ganz klar der Versuch "neutral" zu sein als Leser der Bücher. Das ist wirklich extrem schwer.

Olphas 20 Gold-Gamer - Abo - 20871 EXP - 22. Mai 2011 - 22:40 #

Zu lange neutral bleiben, selbst wenn es eigentlich nicht mehr geht, hat bei The Witcher zum wohl traumatischsten Spiele-Erlebnis geführt, das ich je hatte. Ich bin an einer Stelle in Akt 4 einfach gegangen anstatt eine Seite zu ergreifen. Und das hatte ... grausame Konsequenzen. Aber genau das macht das Spiel ja so gut :)

TheEdge 14 Komm-Experte - 1906 EXP - 23. Mai 2011 - 11:16 #

Jetzt hast du mich neugierig gemacht. Was passiert denn bei The Witcher an der Stelle wenn du einfach gehst?

Olphas 20 Gold-Gamer - Abo - 20871 EXP - 23. Mai 2011 - 11:36 #

Toruviel hat den Preis dafür zahlen müssen und mir wurde später geradezu ekelerregend genüßlich und detailreich von der Weißen Rayla unter die Nase gerieben, wie dieser Preis ausgesehen hat

Olphas 20 Gold-Gamer - Abo - 20871 EXP - 22. Mai 2011 - 22:37 #

Sehr schöner Artikel. Ich selbst spiele auch lieber den Good Guy. In manchen Spielen versuche ich es auch mal als böser, aber das fällt mir oft schwer und hin und wieder bin ich sogar regelrecht geschockt, mit was für Konsequenzen ich konfrontiert werde.
Besonders schlimm bleibt mir das bei Knights of the Old Republic im Gedächtnis. Da gibt es kurz vor Ende diese Szene, in der man ein Gespräch mit der ganzen Gruppe hat und sich bei böser Spielweise einige Charaktere dagegen auflehnen. Die Entscheidung, die ich meine hatte mit einem Wookie und einer Lebensschuld zu tun ... das tat mir richtig, richtig leid.
Wenn das Spiel es hergibt, wie z.B. The Witcher, dann finde ich mich auch oft auf der Seite der Unterdrückten. Wobei man gerade bei The Witcher ja nicht wirklich von klarem Gut und Böse reden kann, ganz anders als bei den meisten anderen Spielen, die zwei Seiten anbieten. Normalerweise ist es ja doch sehr schwarz-weiß.

Eine Ausnahme ist Mass Effect. Auch da ist mein Haupt-Shepard ganz klar ein Guter. Aber aus irgendeinem Grund, den ich gar nicht genau festmachen kann, macht es mir in der Mass Effect - Reihe auch Spaß, einen abtrünnigen Charakter zu spielen.

Momentan hab ich aber einen ganz anderen Fall: Ich hab nach vielen Jahren noch mal Deus Ex: Invisible War laufen. Damals war es im Vergleich zu Vorgänger natürlich eine Enttäuschung aber für sich betrachtet ist es kein schlechtes Spiel. Aber hier hab ich ein ganz anderes Problem mit den Seiten. Bei keiner der Seiten kann man sagen, dass sie böser oder besser wäre als die andere. Und das schlimmste: Alle Seiten sind mir unangenehm. Am liebsten würde ich für keine der Seiten arbeiten. Das ist natürlich irgendwie ganz blöd.
Ich hab mich gerade heute daran erinnert, dass ein Freund das Spiel damals vor dem Finale einfach aufgehört hat. Sozusagen als weitere Entscheidung, weil alle angebotenen für ihn nicht akzeptabel waren.
Hier wäre eine klarere Aufteilung deutlich besser gewesen.

Larnak 19 Megatalent - Abo - 17754 EXP - 23. Mai 2011 - 0:34 #

Warnung: Könnte kleine Spoiler zu Bioshock 2 und Metro 2033 enthalten

Dazu fällt mir nur ein, dass ich so ein "Experiment" auch mal durchgeführt habe - allerdings aus Versehen und gänzlich ohne Absicht. Damals habe ich bei Bioshock 2 bei einer Little-Sister-Entscheidung ein einziges (!) Mal den falschen "bösen" Knopf gedrückt. Neu laden wollte ich nicht, weil ich lange nicht gespeichert hatte - da dachte ich mir "ach komm, auch der strahlendste Held hat seine Fehlerchen, wird schon nicht so schlimm sein" und habe dann weitergespielt, immer natürlich Gutes tuend, wo das nur möglich war.

Und was macht dieses Spiel? Stellt mich am Ende als bösesten aller Tyrannen, als widerwärtiges Schausal, als personifizierte Schwärze dar. Das Spiel weiß gar nicht, was es mir damit angetan hat! Meine Bemühungen, gut zu sein, derart zu missachten und sich allein auf die bösen Taten beschränken hat mich derart vor den Kopf gestoßen, dass ich es dem Spiel auf immer übel nehmen werde. Und wer das "böse" Ende kennt, der kann sich vielleicht auch vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man eben das geboten bekommt, obwohl man eigentlich ein herzensguter Big Daddy ist. Nach diesem Ende weiß ich eins aber ganz sicher: Nie wieder böse! Und wenn ich dafür 3 Stunden wegen einer falschen Entscheidung nochmal spielen muss.

Naja, zumindest mit einer Ausnahme. Namentlich Metro 2033. Auch dort gibt es ja tatsächlich zwei verschiedene Enden. Das "gute" hat allerdings einen Haken: Man muss im ganzen Spielverlauf so unglaublich rechtschaffen sein, dass niemand ohne entsprechende Hinweise in Lösungen o.ä. auf die Idee kommt, als dermaßen heilig durch die dreckige Metro-Welt zu laufen. Man stelle sich das mal vor: Wir leben in einer postapokalyptischen Welt, sind als Einzelkämpfer inmitten Horden von Mutanten in einer lebensfeindlichen Umgebung unterwegs, immer wieder nah dem Tod - allerdings verwehrt es uns unser strahlendes Gewissen, dringend benötigte Munition von halb verfaulten Leichen aufzusammeln, die wir auf unseren Reisen durch verlassene Tunnel begegnen. Stattdessen stellen wir uns Kraft unserer strahlenden Seele frohgemut dem Gegner, um ihn mit purem Licht, das direkt aus unserem Herzen zu kommen scheint, umzupusten. Äh...
Ok, hier war ich dann tatsächlich mal gern "böse" - wobei man dem Spiel natürlich auch zugute halten muss, dass dieses "böse" im Sinne des Buches das normale Ende ist und sich der böse Charakter auch in Grenzen hält - Ein bisschen übel genommen habe ich dem Spiel das trotzdem, als ich dann von dieser Möglichkeit erfahren habe (die ich mir, da ich das Ende des Buches schon kannte, eigentlich die ganze Zeit gewünscht hatte), denn das richtige "Happy End" bleibt einem so verwehrt.

Fazit: Ich kann Philipp nur zustimmen. Allein die Vorstellung, dass eine meiner gut gemeinten Entscheidungen in modernen Rollenspielen am Ende schlechte Auswirkungen haben könnte, treibt mir Sorgenfalten auf die Stirn.

DerMilchmann 10 Kommunikator - 507 EXP - 22. Mai 2011 - 22:40 #

Toller Artikel und ich kann mich dir nur 1:1 anschließen. Hab bei Fallout 3, Mass Effect 1 und 2 (spiel ich grad), Fable, Jade Empire, etc. auch immer die netteste Variante gespielt. Was soll der Sinn dahinter sein alles noch schlimmer zu machen? Ich will die Welt doch retten! Außerdem nehme ich diese Videospielwelten auch ernst und versuche Entscheidung gut durchzudenken. Ich probiere nicht einfach irgendwas aus sondern versuche immer die bestmöglichste Lösung für die Probleme zu finden. Wenns doch im echten Leben auch so einfach ginge :-)

Joker 12 Trollwächter - 1099 EXP - 22. Mai 2011 - 22:43 #

Gott, ich spiele eigentlich auch immer als Guter, jedoch kenne ich auch einige Leute, die gern böse sind, weil sie das Spiel als Spiel sehen und dadurch eine gewisse Distanz herstellen, die sie nicht als moralisch Verwerfliche Tat letztendlich sehen, sondern eher als Spaß im Spiel, jemand anderes zu sein.

Ich bin aber überzeugt, dass der Mensch nur Gut ist, wenn er mit dem Übel, das er auslöst konfrontiert wird, wirklich nachhaltige Entscheidungen, die ein Spieler getroffen hat und die dann letztendlich etwas bewirken, was er erst später bemerkt, gab es bis jetzt selten, , wenn sogar gar nicht. Finde Schade das Taten in Spielen oftmals gleich zur Rechenschaft gezogen werden und man prinzipiell schon erahnen kann, was passiert, wenn man diese oder jene Antwort nimmt. Der Atem würde einem viel eher bei einer im Nachhinein falschen Tat stocken, anstatt den klaren Weg vorzuzeigen.

General_Kolenga 14 Komm-Experte - 2670 EXP - 22. Mai 2011 - 22:49 #

Seh ich an sich auch so- ich habe es in Mass Effect nie wirklich übers Herz gebracht, böse zu sien, selbst, wenn ich wollte (außer vielleicht Gemeinheiten zu gewissen Individuen bwahahaaa). Ich habe immer das getan, was ich für as Richtige hielt und das war meistens der gute Weg. Wenn ich 'böse' Sachen tue, dann tue ich das nur weil ich

a) mal ausprobiren will, was passiert
b) denke, dass es das geringere Übel bedeutet
c) die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen
oder eben d) einfach mla gemein sein will. Und mit gemein meine ich nicht Quarianer dem Untergang zu weihen, sowas würde ich nicht über Herz bringen, sondern eher einer dreisten Reporterin vor laufender Kamera eine zu knallen ;D

Nach wie vor finde ich es aber klasse, dass es die Entscheidung mit fühlbaren Konsequenzen gibt. Eine emotionale Bindung an das Geschehen macht ien Spiel(erlebnis) erst wertvoll

NovemberTerra 11 Forenversteher - 704 EXP - 22. Mai 2011 - 22:52 #

Irgendwie Habe ich das gefühl in geschriebener form in einen spiegel zu schauen :D
Ja in dieser kolumne steckt unglaublich viel wiedererkennungswert ;)

Prismendrache 11 Forenversteher - 594 EXP - 22. Mai 2011 - 23:11 #

Gut oder "böse"? Dass es die Entscheidung überhaupt gibt, dafür danke ich Bioware. Da spiele ich jedes Spiel zwei Mal. Nur so lässt sich überhaupt erkennen, wieviel Energie in ihren Spielen steckt. Und ich werde für eine breite Palette an Möglichkeiten und Folgen belohnt. Alles glaubhaft, alles nachvollziehbar.
Trauriges Gegenbeispiel: Fallout 3. Als ich es anfing, hatte ich Lust, mal zuerst das Arschloch raushängen zu lassen. Und wie schnell war die Luft raus... Der Haupthandlung folgen? Wozu, mein Vater hat mich verlassen, warum sollte ich ihm also hinter rennen, wenn ich ihm doch nicht die Meinung werde sagen können? Megaton in die Luft jagen? Weil jemand sagt, dass ich es tun soll? Ich will böse sein, und kein Laufbursche. Was interessieren mich die Beweggründe der anderen? Zudem, beim ersten Mal Spielen fand ich gar nicht heraus, warum jemand Megaton ausgelöscht sehen will. Erst als ich beim zweiten Mal den Liebmensch raushängen ließ, ließ ich Tenpenny nicht von den Ghoulen auffressen und er erzählte mir, warum er Megaton ausradiert sehen wollte.
Nein, Fallout 3 hat es quasi nie geschafft, mir eine Motivation zu geben, böse zu sein. Es war vollkommen willkürlich.
GTA4 hingegen? Nico war dem Weg der Gewalt gefolgt. Ich entschied mich damals für ein Ende in Verdammnis. Und hier war auch Rockstar konsequent genug. Du spielst nicht den Bösen ohne Konsequenzen. Rockstar hat's geschafft, mir Schuldgefühle zu entlocken. Damit blieben sie dem Spiel treu und gaben night nur belanglose Optionen. So bleibt ein Spiel glaubhaft, auch wenn man nicht mit den Ansichten der Protagonisten übereinstimmt (Stichwort "The Wire").

Deshalb finde ich es gut, Philipp, dass du das Problem mit dem moralischen Dilemma thematisierst. Denn viele Entwickler behaupten, dass gleiche zu tun, nur die wenigsten haben aber eine Ahnung, wovon sie dann reden.

Crizzo Community-Moderator - Abo - 10146 EXP - 22. Mai 2011 - 23:13 #

Philipp, du kannst einfach nicht böse kucken. :D

@Thema:
Ich war in einem Hitman gerne böse und ich hab auch in Bioshock 1 immer die Little Sister ausgebeutet, obwohl sie das umgebracht hat. Die Faszination des Bösen hat mich da voll und ganz in ihrem Bann. :D Wenn die Möglichkeit da ist, und das ist sie in den Spielen die ich spiele recht selten, dann nutze ich das auch ziemlich häufig und konsequent. ;)

JC (unregistriert) 22. Mai 2011 - 23:31 #

Bei dem Foto hab ich mich gefragt: Wer ist jetzt der Teddybär? ;)

Philipp Spilker Redakteur - Abo - 22108 EXP - 23. Mai 2011 - 19:46 #

Kommentar gelesen und gedacht: "Darüber wird sich meine Freundin doch bestimmt wieder schlapp lachen". Der Verdacht hat sich dann auch direkt bestätigt. :) Aber: Es standen durchaus fiesere Varianten des "Böse"-Fotos zur Auswahl. Nur die haben es aus, erm, Fotogenitätsgründen nicht ins Finale geschafft. Um es vornehm auszudrücken. ;)

Philipp Spilker Redakteur - Abo - 22108 EXP - 23. Mai 2011 - 19:50 #

Zur Verteidigung meines bösen Blicks übrigens: Also, der Teddy hatte schon irgendwie Angst, glaubt mir. Das hat man... ganz deutlich merken können. Überhaupt kein Zweifel.

Crizzo Community-Moderator - Abo - 10146 EXP - 23. Mai 2011 - 20:09 #

Ware es kein Standbild...würde man ihn bestimmt zittern sehen. :>

JC (unregistriert) 24. Mai 2011 - 10:26 #

Ah was, siehst du nicht wie eingeschüchtert er auf der rechten Foto dreinschaut?

Contra4you 17 Shapeshifter - Abo - 6763 EXP - 22. Mai 2011 - 23:18 #

Ich Spiele doch nicht Videospiele, um so zu sein, wie ich wirklich bin^^
Gut sein kann ich auch so, aber Videospiele ermöglichen es mir doch in eine Rolle zu Schlüpfen, wo ich das machen kann was ich will.
Im echten Leben spiele ich zwar in keinem Szenario, besitze auch keine Super-Kräfte oder die Qual der Wahl, über das Schicksal anderer zu entscheiden, dennoch haben Spiele wie GTA, einen Zusammenhang mit unserer "Welt". Und das aus einem einfachen Grund, diese Art von Spielen, eines GTA, imitieren unsere Welt. So kann ich versuchen gut zu sein, werde vielleicht sogar belohnt, kann aber genau so gut auch wieder auf die Schnauze fallen. In dem ich jedoch den bösen Buben spiele, kann ich so sein, wie ich es im echten Leben nie sein würde, nicht könnte. Die einzigen Konsequenzen trägt dabei meine Figur, jedoch nicht ich.
In einem "Spiel" wie Heavy Rain, möchte ich natürlich, meinen Sohn retten, egal was kommt. Jedoch provoziert gerade zu ein GTA IV, dass man sich das nächste Auto schnappt und durch die Gegend fährt, ohne Rücksicht auf Passanten oder sich selbst zu nehmen.

Tr1nity Community-Moderator - Abo - 61802 EXP - 22. Mai 2011 - 23:53 #

"Jedoch provoziert gerade zu ein GTA IV, dass man sich das nächste Auto schnappt und durch die Gegend fährt, ohne Rücksicht auf Passanten oder sich selbst zu nehmen."

Nur wer sich provozieren läßt :). Mir war das immer arg, mit Absicht Passanten mitzunehmen, schon bei allen GTAs. Auch wenn ich noch so durch die Gegend gebrettert bin, habe ich bei der GTA-Reihe und z.B. bei ca. 100 GTA4-Videos vielleicht ein oder zwei Passanten aus Versehen erwischt. Aber niemals einen einzigen mit Absicht.

Olphas 20 Gold-Gamer - Abo - 20871 EXP - 23. Mai 2011 - 8:33 #

Gerade bei GTA4 hatte ich ein richtig schlechtes Gewissen, wenn ich versehentlich einen Passanten erwischt hab!

STF 11 Forenversteher - 623 EXP - 23. Mai 2011 - 10:15 #

Bei GTA IV war mir das relativ egal, es hat mich so gut wie nicht berührt. Bei Saboteur war es das genaue Gegenteil. Auch bei Red Dead Redemption. Schon seltsam...

Zum Topic:
Ich spiele meist auch immer auf der guten Seite.
Aber hin u. wieder muss ich auch mal den anderen Weg ausprobieren.
Oder zwischendurch z.B. bei Fallout3, Mass Effect u. Fable2 tue ich auch mal böses/schlechtes.

Crizzo Community-Moderator - Abo - 10146 EXP - 23. Mai 2011 - 14:29 #

Ich überhaupt nicht. Die Person hab ich nicht mal gekannt...keine Beziehung aufgebaut, nix. Da taten mir ja die Tode von Charakterlosen KI-Kameraden in verschiedenen CoD wesentlich mehr leid.
In einem Mafia 1/2 dagegen war ich ein sehr umsichtiger Fahrer, weil es halt auch strenger bestraft wurde. Juckt ja z.B. auch keinen, ob man bei GTA4 an der Ampel hält oder nicht.

Zille 18 Doppel-Voter - Abo - 9753 EXP - 23. Mai 2011 - 11:25 #

Stimmt. Da GTA4 doch noch am nächsten an eine real aussehende Spielwelt kommt, war mir das auch gleich am Anfang aufgefallen. Während ich bei den vorherigen Spielen noch nicht das Gefühl hatte, dass da "jemand" umgefahren wird, war das bei GTA4 dann doch eher der Fall. Auch einer der Gründe, warum ich es bis jetzt noch nicht wirklich weiter als die ersten 3-4 Missionen gespielt habe (neben der ruckelnden Grafik auf meiner Möhre).

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 6788 EXP - 22. Mai 2011 - 23:21 #

Auch ich muss Philipp zustimmen, denn ich zähle mich auch seit BioShock + KotoR zur friedlichen Gamerschaft. Für mich ist allerdings diese Scheinfreiheit, wie sie mittlerweile in Spielen, wie (aus dem Beitrag gegriffen:) GTA4 identisch mit der Möglichkeit böse Entscheidungen treffen zu können. Die Entscheidungsfreiheit an sich ist in dem Sinne eine Einschränkung, weil vermutlich oftmals geplant ist, dass sich ein Großteil der Spieler für die *gute* Seite entscheidet. Ich tippe daher darauf, dass dieses 'Feature' mit dem bösen Pfad einfach nur als zusätzliche Belohnung gen Ende des Spiels aufwartet und eine Bestätigung der Bindung zum Charakter (oder im Falle von Mass Effect auch zur Crew), sowie des moralischen Empfindens darstellt.

Wir entscheiden uns auf dem vorgezeichneten Pfad zu wandeln.

Tr1nity Community-Moderator - Abo - 61802 EXP - 23. Mai 2011 - 0:02 #

Bei den Entscheidungen in GTA 4, die Leute leben zu lassen oder nicht, fand ich eher die gute Entscheidung als Belohnung, da diese Charaktere (außer 2 Ausnahmen) später im Spiel als "Random Character" wieder in Erscheinung traten und man somit mit Mini-Missionen belohnt wird.

Philipp Spilker Redakteur - Abo - 22108 EXP - 23. Mai 2011 - 19:42 #

Ich habe keine Beweise dafür, aber ich würde mal stark vermuten, dass in der überwältigenden Mehrheit aller Fälle das "gute" Ende für ein Spiel sowieso als erstes steht und sich die Entwickler erst danach überlegen: "Was könnten wir denn im Fall eines bösen Charakters noch am Ende ändern?" Meistens kommt das dann natürlich nicht an das Original-Ende ran. So wie auch die alternativen Enden eines x-beliebigen Films es aus gutem Grund nicht in den Hauptfilm, sondern nur in die Extras-Sektion der DVD/Bluray-Verwertung schaffen.

magnuskn 10 Kommunikator - 400 EXP - 22. Mai 2011 - 23:32 #

Endlich mal einer der nicht zwanghaft so tut, als ob böse Entscheidungen treffen das obercoolste sei und er deswegen der Oberstecher. Guter Artikel! :)

Karsten Scholz Freier Redakteur - Abo - 8403 EXP - 22. Mai 2011 - 23:33 #

<= hat Megaton in die Luft gejagd und überhaupt niemanden in dem Spiel am Leben gelassen. In der wirklichen Welt helfe ich Omis über die Straße und räume die dreckige Wäsche hinter meiner Lady her.

Tr1nity Community-Moderator - Abo - 61802 EXP - 23. Mai 2011 - 0:01 #

Schöner Artikel, so ne Überlegung macht man sich groß gar nicht :). Achtung: Kann zu ME2 kleine Spoiler enthalten.

Ich hab da bei sowas immer eine Regel: Wer mir dumm kommt, kriegt's auch entsprechend zurück :). Bei Mass Effect 1+2 hab ich beides gemacht, einen vorbildlichen Charakter und einen abtrünnigen. Aber 100% abtrünnig kann ich auch nicht. Ich kann zwar mal gemein sein (in ME2 grille ich z.B. immer den Kroganer auf Tuchanka und lasse den Container bei Mirandas Mission auf die Gegner fallen, nur um das WTF?! :O-Gesicht von dem Salarianer zu sehen ;)), aber so richtig böse, speziell ohne einen ersichtlichen Grund, mag ich nicht sein. Liegt nicht in meiner Natur. Aber manchmal ist die abtrünnige Variante auch ganz nützlich bzw. erleichtert einem später die Mission (z.B. den Mechaniker beim Auffinden von Archangel außer Gefecht setzen). So richtig böse wäre im Falle von Mass Effect auch etwas "Out of Character" meiner Shepard. Letztendlich bleibt's in ME 1+2 bei mir immer irgendwie relativ ausgewogen :).

bananenboot256 13 Koop-Gamer - 1241 EXP - 23. Mai 2011 - 0:15 #

Der Text könnte von mir stammen, wenn ich ansatzweise so gut schreiben könnte :D

Genau so geht es mir auch immer. Ein Kumpel von mir hat mich total komisch angeguckt, dass ich Megaton nicht in die Luft gejagt hab und in meiner Bruchbude hause, anstatt im Luxusapartment.

Selbst wenn ich seit etlichen Leveln das bestmögliche Karmakonto bei Fallout 3 habe fühle ich mich immer noch schuldig wenn ich in einem fremden Haus zu schnell die Knöpfe drücke und eine Pfanne gestohlen hab :D

Ich will doch wirklich nur lieb sein ;)

Kudos für diese GG-Meinung!

Green Yoshi 19 Megatalent - 14556 EXP - 23. Mai 2011 - 0:22 #

Ich spiel Spiele immer zuerst auf Gut durch und beginn dann eine böse Note, die ich aber nur selten durchspiele (z.B. bei Mass Effect).

Worth2die4 13 Koop-Gamer - 1254 EXP - 23. Mai 2011 - 0:55 #

top geschrieben, mir gehts meist ganz genauso !

JC (unregistriert) 23. Mai 2011 - 1:20 #

Achtung Witcher 2 Spoiler (Ende 1.Akt)

Was ist den hier die "gute" Entscheidung? Helfe ich den Anderlingen oder den Menschen? Terroristen die für eine Gute Sache kämpfen und dabei auch Wehrlose töten, oder Recht und Ordnung und weitere Diskrimierung der Menschen?

Muss dazu sagen, ich bin habe gerade Cedrics Tod beigewohnt und wurde soeben von Zoltan und Rittersporn aufgesucht, also bitte nichts Spoilern. :)

JC (unregistriert) 23. Mai 2011 - 1:21 #

irgendwie habe ich es mit den denn's. Wenn ich mich hier anmelde, kann ich dann Kommentare editieren?

Alex Hassel 19 Megatalent - 17885 EXP - 23. Mai 2011 - 1:41 #

Ja.

Age 19 Megatalent - Abo - 13077 EXP - 23. Mai 2011 - 13:51 #

Toll, danke das du selber spoilerst, man man man...

JC (unregistriert) 23. Mai 2011 - 14:05 #

?? ich habe doch extra einen Hinweis an den Anfang angefügt!

Age 19 Megatalent - Abo - 13077 EXP - 23. Mai 2011 - 20:53 #

Da hab ich wohl nicht geschnallt, dass es auf dein Kommentar bezogen war. Mea culpa.

JC (unregistriert) 23. Mai 2011 - 22:52 #

Kein Problem! Sorry für den Spoiler, aber so ganz unerwartet ist es ja auch nicht. ;)

Falcon 16 Übertalent - 4725 EXP - 23. Mai 2011 - 2:29 #

"The Witcher 2" auf Gut/Böse zu reduzieren ist aber schon sehr dreist.

Der Konflikt der Scoia'Tel und der Menschen kennt wohl kein Gut und kein Böse. Die Menschen haben einerseits die Anderlinge verdrängt, ja teilweise sogar verfolgt... Die radikale Gruppe der Scoia'Tel aber macht genau das Gleiche. Da gibt es in meinen Augen weder ein Gut noch ein Böse, weder Schwarz noch Weiß.

Und zum Artikel Allgemein: Es ist spannender, Böse zu sein, weil man das aus gesellschaftlich-moralischer Sicht im echten Leben nicht sein darf. Daher die Faszination für das Böse im Spiel.
Ausserdem ist Böse sein viel cooler ;)

Deadpool 12 Trollwächter - Abo - 1072 EXP - 23. Mai 2011 - 8:33 #

Ich finde jetzt nicht, dass hier "The Witcher" nur auf Gut/Böse reduziert wird. Und vom Konflikt der Anderlinge und der Menschen, wo "Gut" oder "Böse" wohl eher eine Frage des Standpunktes sind, abgesehen gibt es ja durchaus die Entscheidungsfreiheit ein eher "guter" oder eben "böser" Hexer zu sein.

Zum Artikel: Interessante Überlegung, habe mich auch schon so manchesmal gefragt wer in den ganzen Spielen eigentlich ohne mit der Wimper zu zucken den fiesen Bösewicht raushängen lässt. Wenn ich so drüber nachdenke war glaube ich KotoR I das einzige Spiel bei dem ich grundsätzlich böse war, mit Vorsatz und ich habs genossen, komisch eigentlich. :D

Bernd Wener 19 Megatalent - 13576 EXP - 23. Mai 2011 - 7:03 #

Herrlich Philipp. Das einzige Spiel, das ich wirklich mal als richtig böse durchgespielt habe, war damals Fable (Teil 1), weil mir der gute Held da doch zu schleimig war. Hat in der Welt sogar richtig Spaß gemacht, vor allem, weil es sich optisch auch so schön niedergeschlagen hat. Ansonsten bin ich aber auch meistens viel zu brav ;)

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2183 EXP - 23. Mai 2011 - 7:35 #

Wer etwas tiefer in die Welt von Witcher eintaucht weiss aber, dass man diese kaum auf gut und böse reduzieren kann (Bücher lesen! Jetzt! Es lohnt sich!) Deshalb möchte Geralt ja grade seine Neutralität bewahren. Es gibt halt mehrere Fraktionen für die man vielleicht Sympatien haben kann. Aber alle haben irgendwie nachvollziehbaren Motive für ihr handeln. Und im Spiel ist das nicht anders. Mir ist bis jetzt noch selten so eine Entscheidung wie die mit Megaton aus Fallout in Witcher 2 aufgefallen.

Aber grundsätzlich hast du natürlich recht. Wer spielt denn schon gerne den Weltenzerstörer der von allen gehasst wird? Schöner Artikel! :)

Thomas Barth 20 Gold-Gamer - Abo - 20075 EXP - 23. Mai 2011 - 9:00 #

Ich habe mir dieses "gut sein" mittlerweile völlig abgewöhnt und handle jetzt so, wie mein Gewissen es von mir verlangen würde, wenn ich in so einer Situation wäre. Nehmen wir einmal Megaton in Fallout 3. Dieser fremdenfeindliche Schandfleck auf der Karte, hat es gar nicht anders verdient, als in die Luft gejagt zu werden. Fremden gegenüber sind sie mehr als kritisch eingestellt, von Demokratie halten sie gar nichts und die Gewaltenteilung liegt in der Hand des einen Sheriffs. Im Wilden Westen gab es damals wenigstens noch den Sheriff, einen Richter und den Henker. In Megaton werden alle diese Ämter von einer Person bekleidet, die darüber entscheiden darf wer es verdient hat zu leben und wer nicht.

In Mass Effect 1 ist es nicht anders. Hier etwas das ich im Forum geschrieben habe:
"Mir ist aufgefallen wie rassistisch das Spiel doch ist, wenn man danach sucht. Ashley hat ja sowieso etwas gegen Ausserirdische, da helfen Aussagen wie "Man kann die ausserirdischen nicht von den Tieren unterscheiden" nicht unbedingt weiter. Ich denke ich muss sie loswerden... Am meisten geht mir aber der Rat auf den Sack. Warum haben nur Völker einen Sitz im Rat, die auf 2 Beinen laufen, einen normalem Körperbau haben und sowieso einer gewissen Norm entsprechen? Da ist es doch kein Wunder, dass die Menschen so schnell an einen Sitz im Rat und einen Spectre bekommen, denn dass hat nichts mit ihrer Qualifikation, sondern ihrem Aussehen zu tun. Wer gibt dem Rat das Recht, die Volus, Hanar und Elcor als "minder-befähigtes" Volk einzustufen? Warum dürfen nur Völker etwas vor den Rat bringen, die eine Botschaft auf der Citadel hat? Ich scheiss doch auf ihre Ernennung als Spectre und vor allem ihrem Umgang mit der Kroganer-Genophage. Der Rat ist in meinen Augen noch überflüssiger, als Ashleys Aussagen."

Bin ich böse, wenn ich Megaton in die Luft jage und den Rat sterben lasse? Nein! Ich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, sie am Leben zu lassen!

skelethor 13 Koop-Gamer - 1494 EXP - 23. Mai 2011 - 12:01 #

Hast du dich, nachdem due Megaton in die Luft gejagt hast auch konsequenterweise selbst umgebracht? ;)

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2183 EXP - 23. Mai 2011 - 17:48 #

Hehe, wäre wirklich konsequent ^^

Radiation 11 Forenversteher - 611 EXP - 23. Mai 2011 - 9:05 #

Klasse Artikel und mir wirklich wie von der Seele geschrieben! :D

Schmuhf (unregistriert) 23. Mai 2011 - 9:20 #

Ich gehe in allen Punkten mit Ihnen d'accord, Monsieur Spilker! Vielen Dank für die Kolumne!

Lorion 16 Übertalent - Abo - 5592 EXP - 23. Mai 2011 - 10:10 #

Naja, das eigentliche Problem mit dem "böse sein" in Spielen ist meiner Meinung nach das einem dort in der Regel nur das brachiale "Bäm! In die Fresse!"-Böse zur Verfügung steht. Also böse sein einfach nur des Bösen wegen. Und dadurch wirds einmal vom Gefühl her schon uninteressant, denn welcher halbwegs gebildete Mensch hat Spaß dran nen stumpfsinnigen, brutalen Schläger zu spielen, andererseits aber auch vom Gameplay her, da die bösen Entscheidungen einem meisstens auch Spielinhalt nehmen.

Als Beispiel Fallout 3: bombe ich Megaton weg, bekomme ich ne kleine Zwischensequenz und nen kurzes Gespräch, Ende. Lasse ichs sein und baller den Typen weg, hab ich ne komplette Stadt mit diversen Quests und Optionen. Böse sein lohnt sich also überhaupt nicht. Hätte sich aus der Zerstörung Megatons nun allerdings ein komplett neuer, böser Nebenplot entwickelt, bei dem man für Tenpenny noch weitere Untaten begehen muss und am Ende ggf. selbst zum größten Übelwicht des Ödlandes aufsteigt, ja dann wäre die Zerstörung Megatons eine attraktive Option gewesen.

Und so ists eigentlich fast immer, wähle ich die böse Option, ist die Quest meisst sogar noch direkt im Dialog beendet oder man hat am Ende die "böse" Option den Auftraggeber noch um 3 Gold/Credit mehr zu erpressen. Langweilig.

Das Böse in Spielen ist im Endeffekt also einfach nur unglaublich schlecht designt und dadurch größtenteils auch entsprechend uninteressant.

Ich persönlich liebe es eigentlich das Böse zu spielen, einfach weils nen Kontrastprogramm zum realen Selbst ist. Omas helfe ich so schon über die Straße, das brauch ich dann nicht nochmal in nem Spiel. Versaut wird mir das aber immer von einfallslosen Entwicklern, die einfach bloß das uninteressante 08/15-Böse anbieten, wo das subtile Böse doch eigentlich das interessante wäre. Liesse sich im Endeffekt auch gar nicht so schwer realisieren, in dem man dem Spieler ganz zu Anfang 2-3 gut/böse Entscheidungen vorsetzt, bspw. bei eher belanglosen Nebenquests. Entscheidet der Spieler sich primär fürs Böse, startet ein Nebenplot bei dem er von Bösewichtorganisation XY angeworben wird. Nimmt er das Angebot an, arbeitet er zukünftig für die böse Seite. Am Hauptplot selbst muss das dann gar nicht viel ändern, da man weiterhin für die Guten arbeitet, in entsprechenden Schlüsselsequenzen dann aber im Sinne seiner bösen Auftraggeber handelt. Das liesse sich dann bspw. noch prima mit dem biowaretypischen Loyalitätssystem kombinieren, bei dem man versuchen könnte entsprechende Charaktere auf seine Seite zu ziehen oder das Gruppenmitglieder misstrauisch bezüglich der eigenen Motive werden. Das Ende würde sich dann natürlich auch entsprechend der vorherigen Entscheidungen ändern.

Wäre also einiges möglich und das sogar ohne gleich ne zusätzliche böse Hauptstory erstellen zu müssen.

Derart fände ich das persönlich jedenfalls deutlich spannender nen Bösen zu spielen, nicht zuletzt weil man übers ganze Spiel hinweg den "Wenn ihr alle wüsstet"-Gedanken hätte.

Aber da das nur der Optimalfall wäre, für mich jedenfalls, behelfe ich mir derweil damit halt einfach nur tendenziell den Bösewicht zu spielen, also gute und böse Entscheidungen zu kombinieren, aber eben mit starker Ausrichtung gen böse.

vicbrother 17 Shapeshifter - 6987 EXP - 23. Mai 2011 - 22:47 #

Also den Artikel fand ich jetzt nicht den Hauer, dagegen ist dein Gedankengang sehr schön formuliert, Lorion: Das Böse in Spielen ist einfach nur... böse.

Dieses "Star Wars"/"Herr der Ringe"/"AD&D"-Gut/Böse-Schema ist total langweilig. Will ich viele Quests erfolgreich lösen spendet man in vielen Spielen irgendeinem NPC Geld und sieht es nie wieder. Super. Quest gelöst, man ist der Gute aber bringen tut es einem nichts. Daher sollten sich neuere RPGs mehr an der Realität orientieren: Ich mag A und B, aber für wen entscheide ich mich? Und: Warum entscheide ich mich so?

Dies führt den Spieler dann wieder auf die reale Basis des Handelns: Statt Gut/Böse gibt es dann wieder Altruisten, Egoisten, unbefangene und teilnahmslose, feindliche und freundliche, aufgeschlossene und (wenn man an die Unterdrückung der Elfen in DA:O denkt) "rassistische" Spielweisen. Aus einem solchen Spiel kann man viel lernen und über sich selbst erfahren.

Christoph 16 Übertalent - Abo - 5191 EXP - 23. Mai 2011 - 10:12 #

Schöner Artikel, danke!
Ich glaube, ich bin nicht gerade "gerecht" oder "gut", denn der eine oder andere Böse stirbt schon mal ohne Prozess, und ich klaue auch nicht nur Bargeld und Bratpfannen, aber sowas wie Megaton bringe ich auch nicht gut hin (eher zum Grafik Anschauen und dann sofort Neuladen). Also "chaotisch-gut" im alten AD&D-Sinne trifft's wohl am besten. So dürfte es wohl den meisten gehen.
Aber das gute finde ich trotzdem, dass man in den grau/grau-Spielen wie Witcher eben nicht genau weiß, was gut und was böse ist. Die Unmöglichkeit, immer gut zu handeln bzw zu wissen, was richtig ist, macht schon die Spannung aus, finde ich.

Vidar 18 Doppel-Voter - Abo - 9475 EXP - 23. Mai 2011 - 10:38 #

Es wurde schon angesprochen aber gerade in the Witcher gibts kein gut und kein Böse. Da kann sich schnell eine Anfangs "gute" Tat als genauso falsch präsentieren.
Und genau das ist auch das besondere an the witcher, es gibt kein schwarz und weiß sondern nur ein grau und grau.

zu anderen Spielen
Bin eigentlich auch immer ein guter Charakter gewesen einzige ausnahme KOTOR. Allein das Sith Ende war die ganze Sache wert :D

Philipp Spilker Redakteur - Abo - 22108 EXP - 23. Mai 2011 - 12:42 #

Ich rede doch aber bei The Witcher auch gar nicht von "gut" bzw. "böse", sondern schreibe: "Ich werde, sofern das denn in der düsteren Welt eines Geralt von Rivia überhaupt möglich ist, so nett und moralisch sein wie auch nur irgend möglich." Gerald bringt das im ersten The Witcher, wenn er in Kapitel 1 Abigail vor den Dörflern rettet, wirklich ganz gut auf den Punkt: "I chose the lesser evil." Natürlich ist das nicht traditionell gut-böse, aber auch bei The Witcher sind da schon noch Abstufungen zu erkennen -- man kann sich schon bemühen, "gut" zu sein.

Christoph 16 Übertalent - Abo - 5191 EXP - 21. Juni 2011 - 9:01 #

Im ersten Witcher-Buch (Der letzte Wunsch) mit den Kurzgeschichten gibt's ziemlich am Anfang eine gute Episode dazu, die seine Philosophie und die Problematik, sich dabei zu täuschen, rüberbringt: "Das kleinere Übel". Das allererste Kapitel dort ist übrigens das Intro-Video von Witcher 1 geworden.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - Abo - 6024 EXP - 23. Mai 2011 - 10:48 #

Schon schlimm, wenn man Pixelkandidaten was antun soll/antut und man dann ein schlechtes Gewissen hat... Geht mir nicht anders.

Megaton musste trotzdem nach einem kurzen Spielstand-Load/Save platt gemacht werden, das Archivment wollte es so. ;)

Anonymous (unregistriert) 23. Mai 2011 - 11:00 #

Wenn einem das Böse in Spielen auch mal die tatsächlichen Vorteile bieten würde, glaube ich würde das auch etwas intressanter sein.
Man will sich halt nicht wie ein Arsch fühlen und dann eine bestenfalls gleich große Belohnung kriegen wie wenn man sich als Strahlemann fühlen kann. Ich denke die moralische Beweisführung muss auf das Spiel warten, das diese absolute inbalance wagt ...

Wenn ich ehrlich bin - in den Fallout spielen hab' ich so viel geklaut (Natürlich hab' ich sonst immer darauf geachtet gut zu sein, so das man da noch den Heiligenschein hatte ... ) das ich wohl kaum behaupten könnte - selbst mit meinem "heiligsten" Charakter dort tatsächlich gut gewesen zu sein.

Letztlich find' ich es meist auch zumindest intressant einen vor allem eigennützigen und nicht über-alle-maßen-hilfsbereiten Charakter zu veranschlagen und zu spielen ... aber das beinhaltet auch oft das man viele Quests auslässt oder Questgeber gleich umnietet, sofern man die Gelegenheit hat. Dadurch hat eine solche Spielerfahrung selten die tiefe oder den Umfang einer Gutmenschkarriere

Zille 18 Doppel-Voter - Abo - 9753 EXP - 23. Mai 2011 - 11:31 #

Klasse Artikel! Ich selber mache manchmal ein Savegame um dann die Konsequenzen abschätzen zu können. Das funktioniert bei RPGs aber wegen der langen Spielzeit meist nicht. Da gibt es dann auch wegen meiner mangelnden Freizeit keine Experimente.

The Witcher hat mir damals so gut gefallen, weil die Entscheidungen nicht so einfach zu fällen waren. Ließ man den Anderling-Rebellen die Vorräte, um ihre Verletzten versorgen zu können hatte man später indirekt das Blut von Unschuldigen an den Fingern. Aber: Obwohl ich das heute weiß, entscheide ich mich nicht anders. Es ist zwar ein deterministisches Computerspiel, nur für die Handlung von anderen fühle ich mich nicht so verantwortlich, wie für meine eigenen.

Klasse wäre ein Spieldesign, das nicht nach dem Schema "Handlung -> Auswirkung" funktioniert, sondern einem die Möglichkeit gibt, weiter zu verzweigen. Beim Beispiel oben etwa: Ich rette die Verwundeten und habe später durch eine Dialogoption oder ähnliches die Möglichkeit, das Verhalten der Rebellen trotzdem noch zum guten zu wenden.

Andererseits: Wenn es zu stark verzweigt, verpasst man eben auch zu viel. Ich bin selten gewillt, etwas zwei Mal durch zu spielen. Das liegt hauptsächlich an der mangelnden Freizeit und dem Drang, auch neue Spiele ausprobieren zu wollen.

Philipp Spilker Redakteur - Abo - 22108 EXP - 23. Mai 2011 - 12:56 #

Die Savegame-Strategie hat ja The Witcher 2 quasi "ab Werk", da es sehr regelmäßig automatische Speicherpunkte anlegt, die man, genau wie seine eigenen Saves, nicht überschreiben kann. Warum? Damit man komfortabel zu bestimmten Abzweigungen springen kann und nicht aus Versehen an einer bestimmten Stelle gerade mal nicht selbst gespeichert hat.

Mir gibt das aber weniger das Gefühl von "Wow, so viel Freiheit!" als das Gefühl von "Wenn du es nur einmal spielst, verpasst du die Hälfte." Löblich einerseits, dass es so viele Abzweigungen gibt. Aber andererseits hoffe ich, dass das kein Trend ist, der sich unendlich weiter nach oben schraubt, bis wir irgendwann Spiele haben, die man nach dem ersten Durchspielen nur zu einem Zehntel wirklich "erlebt" hat. Das wäre dann nämlich auch wieder der falsche Weg.

Zu The Witcher generell: Ich habe mit den Anderlingen im ersten Witcher mal beide Optionen durchgespielt und hatte nicht das Gefühl, wirklich die Konsequenzen tragen zu müssen. Nun gut, dann ist in dem einen Fall eben ein Kontaktmann tot -- aber mal ehrlich: Der ist doch eh nur Staffage und hat "verzichtbare Nebenfigur" in dicken Lettern auf seiner Stirn stehen. Hinzu kommt, dass ich beim ersten The Witcher auch in der Enhanced Edition noch mehrmals das Gefühl hatte, dass zwischendrin einfach einige Zeilen aus dem Drehbuch fehlen. Da gab es schon so einige Schwächen im Storytelling. Und wenn mir dann eine Konsequenz meiner Taten vorgestellt wird, ich den Zusammenhang aber nur so halb verstehe (bzw. mir teils die Unlogik förmlich ins Gesicht springt), verliert das alles ganz rapide an Eindruck und Glaubwürdigkeit.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - Abo - 6024 EXP - 23. Mai 2011 - 20:00 #

Sehe ich jetzt nicht so schlimm, solange der eine Weg, den man bestritten hat, mich vollends befriedigt hat.

Hat was von: "Wenn ein Baum Umfällt, macht er auch ein Geräusch, wenn keiner da is der es hört?"

Sollte allerdings der eine Weg so kurz und trist sein, das man die anderen Spielen MUSS, dann ist das für mich auch ein NoGo.

vicbrother 17 Shapeshifter - 6987 EXP - 25. Mai 2011 - 9:49 #

Ich würde mir wünschen, dass vor allen Zwischensequenzen und Hauptdialogen das Spiel den Spielstand speichert und entsprechend benennt, damit man das Spiel später einfach an entscheidenden Stellen nochmal eine neue Richtung geben kann. Leider läuft man ja viel zu häufig direkt ohne Vorwarnung in geskriptete Dialoge...

Makariel 17 Shapeshifter - Abo - 8850 EXP - 23. Mai 2011 - 11:58 #

KOTOR war das erste Spiel in dem ich "böse" war. Die dachten doch tatsächlich mich schert ob die meine Crewmitglieder foltern? Ich hab auch im Alleingang den Sith-Tempel ausgerottet. War das nun böse oder nicht? Immerhin waren die Sith "böse", aber das ändert ja nichts an der Tatsache das es Massenmord war. Aber wenn sie würdige Sith gewesen wären, hätten sie es ja geschafft mich aufzuhalten, wie ich mit 2 Lichtschwertern bewaffnet den Tempel aufmische :-P

Bei Mass Effect spiel ich Renegade, was sehr viel Spaß macht. Es ist eins der wenigen Spiele, wo die Designer kapiert haben das eine simple gut-böse Entscheidung nicht funktioniert. Ein Renegade ist nicht "böse", er rettet ja trotzdem das Universum, nur halt auf eine andere Art und Weise. Und das ohne notwendigerweise einen höheren Bodycount zu verursachen als ein Paragon.

Viele gut-böse Entscheidungen in Spielen sind schwachsinnig. Die geben einem im Prinzip die Wahl ob man ein Kind vor dem ertrinken retten will oder lieber ein wehrloses Baby mit einem Sack voller Kätzchen erschlägt. Richtig schwachsinnig wird es dann wenn man einen Bösewicht jagt der einen (in Zahlen: 1!) Menschen getötet hat und diesen mit dem moralischen Zeigefinger erschlägt, nachdem man selbst geschätzt 250 Banditen brutalst gemeuchelt hat.

Ich mag Spiele wo es weniger schwarz-weiß zur Sache geht. Witcher hat mir insofern gut gefallen, da ich dort immer wieder vor Entscheidungen stand die mir richtig schwer fielen. Bitte mehr davon!

Philipp Spilker Redakteur - Abo - 22108 EXP - 23. Mai 2011 - 19:34 #

Also wie man in KotoR den Bösewicht spielen kann, ist mir ein Rätsel. Da hätte ich alleine schon bei der Serums-Entscheidung auf Taris, auf die ich ja auch eingehe, derartige Gewissensbisse, dass ich wahrscheinlich bald den Spielstand löschen und neu starten würde. Aber gut, dann ist halt die dunkle Seite der Macht stark in Makariel. ;)

Dass die Renegade-Spielweise in Mass Effect nicht per se "böse" ist, ist natürlich richtig -- ich kann mich trotzdem schwer dazu durchringen. Einzige Ausnahme sind die Dialogentscheidungen, also jene Momente, in denen man den Dialog abrupt mit einem Mausklick auf Paragon- oder Renegade-Art unterbrechen kann. Da habe ich tatsächlich nicht widerstehen können und musste manchmal Renegade wählen. Lag auch an der Belohnung, versteht sich, denn die bestand in absoluten "badass"-Handlungen meines Shepard. Aber danach konnte ich dann doch wieder nicht anders, als brav meines Weges zu gehen. War also nur ein kurzes Intermezzo.

SirCartman 13 Koop-Gamer - 1795 EXP - 23. Mai 2011 - 13:07 #

Die Kolumne ist wirklich schön geschrieben und ja auch ich finde mich darin wieder. Das ich in Baldurs Gate noch einen guten Charakter gespielt habe, lag vor allem (so dachte ich zumindest!) an der Spielmechanik. Der einzige Grund böse zu sein, waren die starken und interessanten NPCs wie Edwin. In der Spielwelt und bei den Quests war es selten lohnend vom guten Pfad abzuweichen. Bei KOTOR habe ich es dann ernsthaft versucht, aber es fiel mir schwer. Ich müsste das Game dringend mal durchspielen, fällt mir auf. ;) In Fable war ich auch böse. Allerdings habe ich auch da am Ende die „richtige“ Entscheidung gefällt. Gute Chars sahen dort aber auch nicht wirklich rechtschaffend, sondern tuckig aus. (Ein Held der von Schmetterlingen begleitet wird?!?!?)

Ich denke es gibt mindestens drei Gründe warum sich Spieler eher ungern für die dunkle Seite entscheiden, wenn sie die Wahl dazu haben.
Zum einen ist es eine Frage Identität. Geht man davon aus, dass die überwiegende Mehrheit der Spieler über einen halbwegs intakten Wertekanon verfügen und das Computerspielfiguren zumindest ein auch wenig Identifikationsfiguren sein sollen, so ist es die logische Konsequenz, dass es Spielern leichter fällt, gute Taten zu vollbringen.

Der zweite Grund hängt mit den Kosten des Gut-Seins zusammen. Normalerweise ist es in vielen Situationen sehr schwer „gut“ zu sein. Angenommen man findet ein Portmonaie mit 150 Euro und einem Hartz 4-Ausweis. Gut wäre es das Geld zurück zu geben. Immerhin ist klar, dass diese Person nicht sehr viel Geld hat. Allerdings verzichtet man dann auf nen Batzen Geld, den man selbst gut gebrauchen kann (je nach Situation mehr oder weniger). Gut sein ist in diesem Fall teuer bzw. man „bestraft sich selbst“! In Computerspielen sind die „Strafen“ für gute Handlungen in der Regel nicht so groß. Eine Ausnahme wäre in Baldurs Gate I Drizzit DoUrden. Meuchelt man ihn, bekommt man die besten Schwerter im Spiel(die man auch nicht anders erlangen kann!). Allerdings ist dies eine wahrlich böse Tat. Generell sind solche Entscheidungen aber oft selten. Fallout hatte auch einige Situationen in denen Egoisten sehr viele Vorteile einheimsen konnte. Zum Beispiel in dem man erst eine Quest löste und dann den Questgeber meuchelte um sein Zeug zu bekommen oder in dem man Ladenbesitzer tötete um die Ausrüstung zu bekommen, die man sich nicht leisten konnte.

Mit dem Egoismus ist der dritte Faktor angeschnitten, der mich häufig dazu bringt „gut“ zu sein. Gut und böse sind etwas relatives. Stehlen ist allgemein als böse angesehen. Robin Hood gilt aber als gut! Es kommt also auf den Kontext und subjektives Empfinden an. In Politikwissenschaft z.B. sind gut und böse-Kategorien nur von sehr eingeschränkter Relevanz, weil jedes Individuum und jede Organisation in der Regel „gute Gründe“ hat, so zu handeln, wie sie handelt. Jemand der einfach nur mordet um des Mordens willen, ist nicht böse sondern geisteskrank. Und wer spielt schon gerne eine Psychopathen? Zwei Gründe die einen dazu bringen, böse Taten (in den Augen anderer!) zu vollbringen sind Egoismus und Gefühle. Letzteres ist schwer in einem Spiel nachvollziehbar zu vermitteln. Selbst wenn man die Vorgeschichte seines Charakters mit all dem Leid erfahren oder gar selbst erspielt hat, ist man wohl kaum in der Lage ein paar Polygon-NPCs so inbrünstig zu hassen, dass man nur ihren schmerzvollen Tot will. Auch wird man kaum oder nur schwerlich die Liebe für eine dahingeschiedene Person selbst nachvollziehen können, um dann die Konsequenz zu ziehen, dass andere dafür gnadenlos bestraft werden müssen. In solchen Situationen neige ich dazu, zu verzeihen oder zumindest von Strafen wie Folter und Tot abzusehen. Ob ich das in der Realität, nachdem ich ähnliches wie der Spieleheld erlebte, auch so handeln würde, steht in den Sternen. Es bleibt also der Egoismus. Über diesen könnte man wirklich Möglichkeiten schaffen, den Spieler einen Bösewicht als Spielfigur reizvoll erscheinen zu lassen. Hier gilt aber das, was ich als zweiten Punkt genannt habe. Zumindest meiner Erfahrung nach, die leider keine aktuellen Spiele beinhaltet, weil ich nicht über die entsprechende Technik verfüge. Aber hoffentlich bald. ;)

Das das Verteilen von spielerischen Vorteilen für böse Taten funktionieren kann, zeigen implizit Spiele wie Deus Ex oder Dark Project. Hier nahmen Spieler Schwierigkeiten im Kauf um z.B. keine Wachen zu erledigen. Wer „gut“ sein will, der muss eben gut sein. :)

P.S. Was sind eigentlich Kudos?

Age 19 Megatalent - Abo - 13077 EXP - 23. Mai 2011 - 13:56 #

Mit Kudos bekundest du einfach nur, dass du das Gelesene gut fandest. Also ein Feedback für den Schreiber, dass er etwas abgeliefert hat, das die Leser gut finden.

SirCartman 13 Koop-Gamer - 1795 EXP - 23. Mai 2011 - 14:44 #

Danke! :-)

Ganesh 16 Übertalent - Abo - 4046 EXP - 23. Mai 2011 - 14:31 #

Ich spiele auch lieber gut. Aber man muss schon sagen, dass diese Wahrnehmung ja von den entsprechenden Rollenspielen in dreierlei Hinsicht bevorzugt wird:

1. 'Böse'/Renegade/wasauchimmer ist meist ziemlich plump. Ohne ein wirkliches Motiv handelt niemand. Bösen Entscheidungen fehlt dies Motiv meist. Sie sind nicht in entsprechende Handlungsketten eingegliedert. Bsp.: In Fallout:NV kann man ganz am Anfang in seinem ersten Ort bereits entscheiden, Gangstern die Herrschaft über dieses Startdorf zu überlassen. Aber warum sollte man das tun? Die Menschen dort haben einem das Leben gerettet und waren nicht im Geringsten unfreundlich zu einem. Das Motiv fehlt schlechthin.
Dieser Punkt ist durchaus korrigierbar, kostet den Entwickler aber Zeit und Mühe.

2. Hinzukommt, dass sich nur sehr wenige Menschen selbst ihre Handlungen als 'böse' beschreiben würden. Das Urteil kommt meist von außen, während das Individuum selbst seine Handlungen als Gut oder zumindest gerechtfertigt begreift. Im RPG kommt dem Spieler eine Doppelrolle zu: Er steht außerhalb und handelt. Dieses Paradox wird durch fehlende Motive noch verstärkt (1). Verstärkt wird dieses Problem durch Spielelemente wie dem Dialograd, was ja Entscheidungsmöglichkeiten farblich nach moralischer Klassifikation kennzeichnet oder Karma-Systemen, die eine generelle Einordnung der Figur vornehmen, wie sie in Realität nicht gegeben ist.

3. Die Folgen von Entscheidungen sind meist abzusehen. Hierfür ist wieder das Dialograd ein Beispiel: Will ich gut spielen, brauche ich bloß konsequent die obere Möglichkeit zu wählen. Simpel. In der Realität ist gutes Handeln ein kontinuierlicher Abwägungsprozess und oft ist nicht klar, ob die Ergebnisse einer guten Entscheidung auch gut sind.

Lyhawk 14 Komm-Experte - Abo - 2312 EXP - 23. Mai 2011 - 14:38 #

Eine sehr interessante Kolumne, Philipp.

Vor allem ist es auch schön, die ganzen Erfahrungen der anderen User mit Moral in Spielen in den kommentaren zu lesen.

Ich selbst mag es auch einfach nicht, unbegründet fies zu NPCs zu sein und dergleichen. Bei mir heißt es dann aber nicht "böse im zweiten Durchgang". Den gibt es eh nie ;) Bei manchen Rollenspielen geh ich dann anders vor. Ich versuche nicht mich selbst in der Figur zu spielen, ich entwerfe Rollen, die ich dann in der Figur auslebe.

In Fallout 3 war ich eine Abtrünnige, die sich verraten fühlte von der Vault. Mit Wut im Bauch streifte das Mädel allein umher, auf der Suche nach Spuren ihres Vaters. Was fand sie? Raider, die ihre Unterschlüpfe mit Leichenteilen schmücken. Überlebenskampf.
Das prägt, sie musste auf ihren eigenen Vorteil bedacht sein, sie musste hart sein. Sie hat Megaton gesprengt, die Idioten dieser "Religion" verenden eh schon weil sie den ganzen Tag in verseuchtem Wasser baden.
Erst als sie ihren Vater wiedertraf mit seinen Ambitionen, seinen Zielen, an denen er festhält. Zudem Erinnerungen an die Mutter. Da hat sie gemerkt, dass sie viel ihrer Menschlichkeit in den Wastelands eingebüßt hat und versuchte wieder auf den rechten Weg zu kommen. Ihr Karma war letzten Endes wieder gut.

Die besten Spiele sind aber wirklich die, in denen die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen, am besten so, wie es mein Vorredner anspricht: Man kann sich nur entscheiden und hat keine Orientierung wie roter Text = böse, grüner Text = gut. Man entscheidet sich und muss hoffen, dass richtige zu tun.

Die Möglichkeit zu einem charismatischen Bösewicht zu werden, wie es schon weiter oben geannt wurde, fände ich auch sehr gut. Oder jemanden, der gezwungen ist böses zu tun, aber sich nicht verweigern kann. Das man doppelt mitleidet, mit der Figur und den anderen Opfern.

grüße
Lyhawk

vicbrother 17 Shapeshifter - 6987 EXP - 23. Mai 2011 - 23:01 #

Ein charismatischer Bösewicht wäre z.B. ein Pate, der für Ruhe, Ordnung und einer Form von Gerechtigkeit sorgt - warum gibt es sowas nur so selten in Rollenspielen?

In NWN2 schließe ich mich der Stadtwache an, weil die Banditen mir bisher nicht begegnet sind und ich mit der Stadtwachenmitgliedschaft Vorteile verschaffe. Ok.

Schließe ich mich den Banditen an, zünde ich die Stadtwache nur nach der Rettung der Menschen im Gebäude an. Ich bin also dennoch gut. Man bewegt sich so doch nur im Kreis, taucht aber nicht wirklich in die Spielewelt ein.

Ich gewöhne mir an in RPGs egoistisch zu spielen. Ja, ich bin ein Mitglied der Stadtwache, ja ich breche dennoch in Häuser ein und meuchle auch hier und da einen Menschen. Hauptsache ich kriege die beste Ausrüstung!

CruelChaos 11 Forenversteher - 711 EXP - 23. Mai 2011 - 15:20 #

Ich Spiele solche Spiele im ersten Durchgang immer so wie ich Entscheiden würden, ohne "Gut" oder "Böse" zu Berücksichtigen. Zwar sind meine Entscheidungen fast durchgängig "gut", aber manche Entscheidungen die ich als "Gut" ansehe werden vom Programm als "böse" angesehen. Damit kann ich meinen Charakter gut an mich selbst anpassen. ... Apropos ich hab noch nie einen 2ten durchgang mit Böse bis zum Ende gespielt ...

Lokis667 10 Kommunikator - 515 EXP - 23. Mai 2011 - 16:18 #

Genauso geht es mir auch. Ich versuche im ersten Durchgang immer das Gute in Person zu sein. Hatte mich damal bei Mass Effect aufgeregt, als ich doch tatsächlich einen kleinen organgen Balken hatte, trotz extremer Gutherzigkeit ^^
Fallout 3 hab ich beim 2. Mal auf böse durchgespielt. Aber eine Mission ging einfach nicht. Dort soll man ein Kind aus little lamplight weglocken und es zu Sklavenhändlern bringen....DAS war zu viel.

Fozzie 12 Trollwächter - 875 EXP - 23. Mai 2011 - 16:52 #

Zunächst mal: wirklich interessante Kolumne!

Zum Thema an sich:

Ich finde es interessant, dass einige hier angemerkt haben, dass sie in Spielen gerne mal "böse" sind, weil sie durch ihre eigenen moralischen Werte abseits einer virtuellen Realität dazu nicht in der Lage wären.

Bei mir ist es in gewisser Weise umgekehrt - ich wähle aus dem selben Grund in Spielen stets die "gute" Option. Nicht etwa, weil ich im echten Leben ein welpentretender Bosnickel wäre, sondern weil mich Computerspiele in Form des Protagonisten im Unterschied zum echten Leben in die Situation versetzen, etwas tatsächlich nachhaltig gutes zu bewirken.
Ich bin kein Feuerwehrmann, Notarzt oder Rettungsschwimmer und ich hab auch keinen Haufen Geld, mit dem ich das Los notleidender Mitmenschen verbessern könnte. In einem Spiel habe ich aber die Macht, Leben zum besseren zu verändern oder sogar zu retten - was liegt also näher, als diese Chance auch zu nutzen?

Philipp Spilker Redakteur - Abo - 22108 EXP - 23. Mai 2011 - 19:12 #

Interessanter Gedanke, den ich durchaus auch auf meine Spielweise übertragen kann.

Poledra 18 Doppel-Voter - Abo - 12224 EXP - 11. Oktober 2011 - 17:35 #

Genauso spiele ich es auch und ich kann mich dann auch über die Auswirkungen meiner Entscheidungen freuen und ein Spiel genießen.

John of Gaunt Community-Moderator - Abo - 36655 EXP - 23. Mai 2011 - 17:58 #

Ich bin da genau so wie Philipp *kontrolliert die Anzahl der Ps* Ich spiele, wenn ich die Wahl habe, eigentlich immer lieber den Good Guy und höchstens beim zweiten Mal den Bad Guy. Mit ersterem kann ich mich einfach besser identifizieren, bei manchen Sachen, die man als letzterer machen muss, bekomme ich regelrecht Gewissensbisse.

Bei meinem Durchgang in Fallout 3 habe ich zum Beispiel einen gesonderten Spielstand angelegt, um die Vernichtung von Megaton zu sehen. Weiterspielen wollte ich so aber nicht. Kleine Mädchen in Bioshock töten? Im Leben nicht...

Am besten finde ich allerdings die Spiele, in denen es eben nicht schwarz-weiß zugeht, sondern alles ein grauer Brei ist, in denen auf den ersten Blick gute Entscheidungen sich als äußerst schlecht herausstellen, es immer zwei Seiten der Medaille gibt.

Philipp Spilker Redakteur - Abo - 22108 EXP - 23. Mai 2011 - 19:11 #

Yay, du hast dich tatsächlich nicht bei den P's verzählt. Für diese eine, wirklich außerordentlich gute Tat hast du jetzt offiziell eine böse Tat in einem Spiel deiner Wahl gut. ;)

John of Gaunt Community-Moderator - Abo - 36655 EXP - 23. Mai 2011 - 19:17 #

Bekomme ich dein Dog-Tag in Bad Company 2? :D

Ich hatte übrigens vergessen, dich für den Artikel zu loben. Sehr schöne Kolumne! Ich würde mich freuen, wenn du das öfter machen würdest!

Philipp Spilker Redakteur - Abo - 22108 EXP - 23. Mai 2011 - 19:25 #

Danke, Sir. Aber mein Dog-Tag kann man sich nicht erschleimen. ;) Das muss man sich schon auf dem Schlachtfeld verdienen. Wie heißt es so schön? We will meet again. :)

Wuslon 18 Doppel-Voter - Abo - 9063 EXP - 23. Mai 2011 - 19:12 #

Ein genialer Artikel! Und du bist nicht allein. Den Satz "Vielleicht beim zweiten Durchspielen" gibts bei mir nicht, ich muss immer lieb sein. Hab sogar in Diablo 2 einen Paladin gespielt, weil der ein heiliger Krieger is :-)

JC_Denton 13 Koop-Gamer - 1654 EXP - 23. Mai 2011 - 19:15 #

Ein guter Artikel!
Leider gibt es zu viele Spiele, die mich nur vor die Wahl zwischen Gutmensch und Psychopath stellen.
Wie schon andere angemerkt haben, sind die bösen Verhaltensweisen meist völlig unmotiviert und wirken so regelrecht psychopathisch. Schaut man auf bekannte "böse" Persönlichkeiten aus der Weltgeschichte, so wird man wohl keinen so extremen Charakter finden, wie ihn sich meist die Entwickler ausdenken.
Ich bin - bis auf ganz wenige Ausnahmen - noch nie in einem Spiel wirklich für gute Handlungen "bestraft" worden. Meist kann man sich als Gutmensch aufspielen, ohne dass man groß über die Konsequenzen nachdenken muss. Geld an Arme verschenken? Klar, denn mein Held zahlt weder Miete, noch muss er sich etwas zu essen kaufen. Ich nehme einfach einen weiteren gut bezahlten Auftrag an und das Geld kommt wieder in die Kasse. Eine Bestrafung ist das nicht, denn wenn mir zusätzliche Aufträge lästig wären, dann hätte ich das Spiel nicht gekauft.
Die Entwickler rechnen offensichtlich nicht wirklich damit, dass der Spieler einen realistisch bösen Charakter spielen will. Die Story soll man als Gutmensch bestreiten und wenn man sich austoben will, dann kann man den Psychopathen spielen. Vielleicht fehlen den Entwicklern auch einfach nur talentierte Autoren.

Philipp Spilker Redakteur - Abo - 22108 EXP - 23. Mai 2011 - 19:24 #

Talentierte Autoren gibt es schon, aber in den wenigsten Fällen sind sie so extrem in die Entwicklung des Spiels eingebunden wie beispielsweise Alex Garland (Drehbuchschreiber für Filme, unter anderem für The Beach verantwortlich) in Enslaved. Diese enge Zusammenarbeit mit ihm merkt man Enslaved durch die sehr kohärente Story, den tollen Spannungsbogen und die glaubwürdigen Charaktere deutlich an. Wie gesagt: Leider ist das ein Ausnahmefall. Und leider ist es schon so, dass eine gute Story in einem Videospiel in den meisten Fällen immer noch sehr platt ist, wenn man sie mit guten Stories aus der Welt der Bücher oder Filme vergleicht. Aber dabei muss man einfach sehen: Das Medium Videospiel ist immer noch verhältnismäßig jung, da tut sich was, das wird im Lauf der Zeit schon noch besser werden.

Aber ja: Talentierte Autoren, die eng mit dem Entwicklerteam zusammen arbeiten, sind ganz sicher ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin, glaubwürdige und spielenswerte böse Charaktere zu entwickeln. Wobei das natürlich auch für gute Charaktere gilt.

vicbrother 17 Shapeshifter - 6987 EXP - 23. Mai 2011 - 23:13 #

"Schaut man auf bekannte "böse" Persönlichkeiten aus der Weltgeschichte, so wird man wohl keinen so extremen Charakter finden, wie ihn sich meist die Entwickler ausdenken."

Das habe ich früher schon in Geschichte kritisiert: Heute hat man aus der Geschichte moralisch gelernt, wie kann man dann die Epochen der Geschichte dann mit dem heutigen Blick kritisieren? Man muss doch vielmehr die damalige Entwicklung aus der Sicht der damaligen Zeit betrachten und auch mit Menschen die vor der betrachteten Zeit lebten - dann sieht man oft eine noch breitere Zustimmung, denn für die Menschen davor wäre es eine unerreichbare Vision gewesen.

Es ist daher auch ein Fehler Figuren der Geschichte rein negativ oder positiv zu zeichnen. Es gibt immer gute und schlechte Seiten eines Menschen, es gibt immer Motive die er verfolgte. Diese Ausblendungen nerven mich im TV (gern z.B. bei den Geschichtsdokus die oft nur eine Seite positiv und fehlerfrei darstellen) schon sehr.

Philipp Spilker Redakteur - Abo - 22108 EXP - 23. Mai 2011 - 19:28 #

Was mal gesagt werden muss: Ich freue mich sehr über die Diskussion hier und lese gespannt mit. Auf einige Kommentare werde ich auch sicher noch reagieren, aber bitte rechnet es mir nicht als "bad karma decision" an, wenn ich das nicht bei jedem Einzelnen schaffe. :)

Anonymous (unregistriert) 23. Mai 2011 - 20:17 #

Ich hab bei solchen Spielen bestimmte Verhaltensmaximen

1. Soviele Frauen f***** wie möglich, wenn ich eine Frau Spiele was auch öfter mal vorkommt dann Frauen und Männer (auch Aliens zb in Mass Effect)
2. Zu normalen Menschen immer grundsätzlich freundlich sein und bei Problemen helfen
3. Zu Königen oder sonstigen Monarchen (oder Leuten die ihren Status ererbt haben) immer möglichst unfreundlich sein (sie wenn möglich stürzen) und fast immer die seite der Aufständischen/Unterdrückten wählen.
4. Der jeweiligen Religion und Kirche gegenüber nichts als verachtung zollen und sie wenn möglich aktiv bekämpfen (Der eine Moment in Dragon Age 2 war wunderschön)
5. Wer mir dummkommt kriegt auf die Fresse, es sei denn er hatte wirklich nachvollziehbare Gründe
6. Im zweifelsfall lieber andere als sich selbst opfern (zB Enden von Fallout 3 und Dragon Age) sonst aber schwierige Aufgaben selbst erledigen
7.Möglichst viel Macht erlangen, solange es nicht auf kosten von Demokratie und Menschenrechten geht

Mit diesen Regeln spiele ich in der Regel einen überwiegend ziemlich guten Charakter, der allerdings auch einige dunkle Seiten hat. In Mass Effect 2 war meine Paragon fast komplett voll und meine Renegade leiste hatte ca 1/3 weniger punkte.
Eine Ausnahme war Kotor, was ich komplett auf Sith gespielt habe, aber da war ich auch noch jünger und fand böse sein cool^^

Faxenmacher 15 Kenner - 3671 EXP - 24. Mai 2011 - 0:16 #

Sehe ich ähnlich wie Philipp. Ich spiele auch den eher guten, einen der die Welt rettet und der strahlenden Held ist. Aber rein zum Testen der bösen Optionen, warum nicht ein zweites Spiel starten? Das habe ich dann aber nie zu Ende gespielt. ;)

Herr Hartz 11 Forenversteher - 610 EXP - 24. Mai 2011 - 12:54 #

Ein wirklich feiner Artikel. Ich würde mal behaupten, das spricht vielen Gamern aus der Seele.

Da erinnere ich mich noch an meinen zweiten Durchgang bei Dragon Age Origins. Dort habe ich das Blut der Andraste zerstört, worauf Whynn mein Team erbost verlassen hat. Da hatte ich schon ein richtig schlechtes Gewissen ;)

Maximilian John Community-Event-Team - 9638 EXP - 24. Mai 2011 - 14:17 #

Den Text unterschreibe ich so. Immer wenn ich irgendetwas böses in Computer-Spielen tue, wozu ich nicht vom Spiel gezwungen werde, lade ich einen alten Speicherstand. Den, warum auch immer, habe ich auch Schuldgefühle wenn ich virtuell jemanden schlecht behandel.

Tw3ntyThr33 14 Komm-Experte - Abo - 2308 EXP - 24. Mai 2011 - 15:45 #

Ich werde immer mit den zweiten Teilen böse.

KotOR kann ich bis heute nicht als Sith durchspielen, ich hab es einmal gemacht (man kann sich ja kurz vor dem Finale nochmal komplett umentscheiden, was die Gesinnung angeht) und es fühlte sich so falsch an.
Bei KotOR 2 hingegen gefällt mir der Weg des mächtigen Sith-Lords viel besser. Das könnte aber auch daran liegen, dass man in KotOR 1 fast die gesamte Party einbüßt und seine ganzen liebgewonnen Freunde verliert.
Bei KotOR 2 hingegen kann man sie alle auf seine Seite ziehen und sogar zu ihrem ~Lehrmeister werden.

Selbes bei Mass Effect, den ertsen Teil habe ich komplett als vorbildlicher, verständnisvoller Shepard durchgespielt. Da man hier seinen Spielstand importieren konnte, verhielt es sich auch beim zweiten Teil 2, ich war allerdings immer wieder versucht, mich mal ein bisschen böse zu verhalten.
Das habe ich mir dann allerdings für den zweiten Durchlauf aufgespart, wobei ich sagen muss, dass ich mit diesem Shepard nicht immer nur böse war, einem verwundeten Alien habe ich z.B. trotzdem Heilung verschafft.
Dieser zweiter Shepard ist erbarmungslos und hat extreme Methoden, aber ist bestimmt kein grausammer Mistkerl. Ich will einfach niemanden spielen, der immer und grundsätzlich böse ist.

Blacksun84 16 Übertalent - Abo - 4609 EXP - 25. Mai 2011 - 21:19 #

Nur gut zu sein hat halt keine Nachteile. Wie wäre es denn, wenn z.B. bei ME 3 die Rachni einen in den Rücken fallen und man damit verliert? Oder in DA1 durch Egoismus auf Seiten der Dunklen Brut getrieben wird und die Fereldener vernichtet? Bisher hat man eher die Wahl zwischen "Total sozial" und "Arschloch mit einem guten Kern". Aber mal so richtig böse sein bzw. auch mal böse Taten am Ende besser für die Allgemeinheit als die gute darzustellen, das schafft kein Spiel. Mehr Mischung muss also her. Ich lasse den kleinen Gauner laufen? Kommt drei Jahre später als Anführer der örtlichen Kultisten wieder.

Tr1nity Community-Moderator - Abo - 61802 EXP - 25. Mai 2011 - 21:24 #

"Wie wäre es denn, wenn z.B. bei ME 3 die Rachni einen in den Rücken fallen und man damit verliert?"

Da hilft dann Plan B, der zweite Charakter ;). Meine Renegade-Shepard hat in ME1 die Rachni-Königin abgemurkst. Meine vorbildliche natürlich nicht. Mir war das Abmurksen zwar arg, aber da mußte/wollte ich durch :). Interessanter für ME3 finde ich z.B. die Entscheidung mit den Quarianern bei Talis Verhandlung in ME2: Sollen sie in den Krieg mit den Geth ziehen, oder nicht, oder hab ich dazu gar nix gesagt und nur Tali als mein Crew-Mitglied verteidigt? Das ist ja auch das Schöne an so Rollenspielen, du hast so viele Möglichkeiten, und/oder kannst diese ganzen Faktoren ausprobieren, die den Wiederspielwert erhöhen.

Anonymous (unregistriert) 28. Mai 2011 - 1:39 #

das mag vlt vielen so gehen. aber man vergisst dabei, dass ja nicht alle menschen ne soziale ader haben. soll auch "böse" bzw asoziale leute geben, die ebenfalls spielen. entsprechend spielen die dann eben auch böse.
mir selbst jedenfalls geht es so, dass ich in spielen eben keine gewissensbisse habe. da bin ich jetzt nicht unbedingt böse, aber ich bringe dann auch mal diesen oder jenen npc um, wenn es mir vorteile bringt.

Guy Inkognito (unregistriert) 12. Juni 2011 - 9:39 #

Nachdem ich lange Jahre früher immer den Strahlemannhelden verkörpert habe, den allein Luft, Liebe und die Dankbarkeit der geretteten Bevölkerung zum Leben reichten, habe ich mich schon seit längerer Zeit einer glaubwürdigeren Spielweise zugewendet.

Ist es furchtbar böse, wenn man Geld für seine Dienste verlangt und diese im Vorfeld wissen will, bevor man jemanden "hilft". Nein, das ist es nicht. Dafür, dass man sein Leben riskiert und ja auch von irgendetwas leben muss, hat man auch eine Bezahlung (!= Belohnung) verdient.

Ich finde man muss einfach zwischen dem brutalen sinnlosen Schlächter, der das chaotische Böse verkörpert und z.B. dem ziel- und zweckgerichteten Bösen unterscheiden, das Selbstzweck, Eigennutz, Rache, Gier oder andere Emotionen verkörpert. Das Böse muss kein wahnsinniger Schlächter sein. Es kann ein subtil arbeitender Genosse sein, der für das Erreichen seiner Ziele durchaus auch bereit ist anderen zu schaden.

Soll jeder seinen Charakter so spielen, wie er es für richtig hält. Wer aber einen "Abenteurer", der durch die Lande zieht und von der hohlen Dankbarkeit eines Bauern lebt, selbst für das Setting für glaubwürdig hält, tut mir leid.

Meine Beispiele sind einfach nur beispielhaft. Es geht direkt um Taten, die die gesellschaftliche Moral allgemein dem "Gut" oder "Böse" zuordnet.

Christoph 16 Übertalent - Abo - 5191 EXP - 21. Juni 2011 - 9:06 #

Das ziel- und zweckgerichtete Böse ist also weniger böse als das chaotische Böse. Du hast eine gewisse Zustimmung im deutschen Strafrecht. Es gibt Verbrechen, die zwar nicht gerechtfertigt, aber entschuldigt sind, weil der Täter zum Beispiel in einer besonderen Notlage war. Und die ganze Strafzumessung richtet sich nach Ursache, Anlaß, Zweck etc. der Tat aus Sicht des Täters. Aber eins ist klar: Böse werden bestraft, und nur die altruistischen dankbarkeitsgeilen Paladine kommen in den richtigen Himmel! Die chaotisch-guten Hexer müssen mit den Dorfmädels hinterm Busch zurechtkommen! ;)

Asto 15 Kenner - 2904 EXP - 20. Juli 2011 - 18:35 #

Das Problem habe ich immer. Ich spiele so wie es mir gefällt, aber da bin ich immer der Held ^^

Poledra 18 Doppel-Voter - Abo - 12224 EXP - 11. Oktober 2011 - 17:37 #

Irgendwie ist am Ende des Artikels (die letzten beiden Absätze) das Format verloren gegangen.

Keksus 20 Gold-Gamer - 24685 EXP - 19. Oktober 2011 - 23:42 #

Dieses Gut / Böse passt in diesen Spielen irgendwie meistens nicht ganz. Wieso böse sein? Als Bösewicht bekommt man meistens eine Menge spielerischer Vorteile. Deshalb. Außerdem sind manche Dialoge als Bösewicht viel witziger.

Ich spiele solche Spiele aber nur noch so, wie ich auch wirklich handeln würde.

Viel mehr störrt mich das Abhandensein von Spielen, wo man WIRKLICH böse sein kann. Bei Dungeon Keeper gehts am Ende primär auch gegen andere Böse. Overlord? Die Helden gegen die man kämpft wurden korrumpiert. Bei den hier angesprochenen Rollenspielen rettet man sowieso die Welt. Das einzige Spiel das ich kenne, wo man wirklich mal böse sein durfte war das überzeichnete Evil Genius. Obwohl das böse sein da nicht sehr gut rüberkam. Ich glaub da werd ich mal einen Artikel drüber schreiben müssen.

SearinoX 10 Kommunikator - 412 EXP - 7. Dezember 2011 - 19:49 #

Super Artikel, mir geht es meistens genauso.
Aber: Ich mag grau / grau Entscheidungen sehr (bzw. solche, bei denen man sich der Auswirkungen nicht bewusst ist). Ist immer wieder eine nette Abwechslung wenn der "edle, strahlende Helden-Modus" nicht greift und man sich seine Aktionen wirklich gut überlegen muss. :)

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