GC 2017: Solomodus von Gwent - The Witcher Card Game angeschaut

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Benjamin Braun 340667 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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29. August 2017 - 12:08 — vor 3 Wochen zuletzt aktualisiert
Ursprünglich sollte Monsterjäger Geralt selbst im Mittelpunkt stehen. Letztlich werdet ihr in die Rolle von Königin Meve schlüpfen. Ob der Solomodus des Online-Kartenspiels dennoch lockt oder eher abschreckt, erfahrt ihr hier.
Drei große Abenteuer hat Geralt von Riva bereits hinter sich gebracht – und angeblich soll er nach The Witcher 3 - Wild Hunt (im Test: Note 9.0) sowie den beiden Addons auch keinen weiteren virtuellen Auftritt mehr haben. Das gilt auch für den Solomodus von Gwent -  The Witcher Card Game, dem Free-to-play-Sammelkarten-Spinoff aus dem Hause CD Projekt Red. Denn entgegen der ursprünglichen Ankündigung werdet ihr in der Solokampagne nicht die Geschicke des weißhaarigen Monsterjägers leiten. Im „Thronebreaker“ genannten Abenteuer-Modus werdet ihr stattdessen die Rolle von Meve, der Königin der nördlichen Reiche Tyria und Rivia übernehmen. Ob der Solomodus dennoch (oder gerade aufgrund dieser Entscheidung) spielenswert sein könnte, verraten wir euch im Folgenden.
Gute Meve, schlechte Meve: Dialogentscheidungen gibt es auch im Solomodus von Gwent.


Entscheidungen ohne Geralt
Schon in den Witcher-Rollenspielen hatten Entscheidungen eine große Bedeutung. Das soll auch in „Thronebreaker“, dem Solomodus von Gwent – The Witcher Card Game nicht anders sein. In den Dialogen zwischen Heldin Meve, ihren Begleitern oder auch den Bewohnern eines besuchten Dorfes müsst ihr euch immer wieder entscheiden. Miemt ihr die skrupellose Herrscherin oder handelt ihr euch im Umgang mit den Untertanen durch zu viel Milde einen womöglich langfristig nicht allzu zielführenden Ruf ein? Details zum Entscheidungssystem konnten wir zwar noch nicht in Erfahrung bringen. CD Projekt verspricht aber, dass es neben den Entscheidungen mit direkten Konsequenzen auch langfristige geben wird, die auch den Ausgang der Geschichte beeinflussen können.

Die Präsentation der Handlung fällt erwartungsgemäß nicht ganz so hochwertig aus wie in The Witcher 3. Eingeleitet wird der Solomodus mit einer teilanimierten Zeichensequenz, die ungefähr dem Stil aus dem ersten Witcher-RPG entspricht. Die Dialoge im Verlauf der Kampagne finden in einer Seitenperspektive statt, wobei die Charaktere abseits ihrer Mimik auch nur rudimentär animiert sind. Die Dialoge sind übrigens vollständig vertont. Eine deutsche Sprachausgabe wird es wohl geben, reinhören konnten wir abseits des unten verlinkten Trailers jedoch noch nicht. Aber allein der genial vertonte englische Erzähler, der uns in die Story einweist, ist so phänomenal gut, dass wir die deutsche Lokalisation eigentlich gar nicht brauchen. Deutsche Untertitel und Bildschirmtexte wird es natürlich auch zur englischen Sprachfassung geben.
Die Grafik kann natürlich nicht mit Witcher 3 mithalten. Aufwendig animiert und mit hübschen Parallax-Effekten ausgestattet ist der Solomodus von Gwent trotzdem.


Miniatur-Oberwelt
Die Oberwelt in Gwent - The Witcher Card Game seht ihr grundsätzlich aus einer Iso-Perspektive. Windmühlen in den Dörfern, Flüsse in der Umgebung und ähnliches sind hübsch animiert, beim Durchqueren der Landschaften erzielt CD Projekt durch Parallax-Scrolling (also mehrere, sich unabhängig voneinander verschiebende Bildebenen) eine angenehme Tiefenwirkung. Meve, die in der Oberwelt stets allein als leicht überproportional große Figur über die Wege gesteuert wird, folgt hier aber nicht bloß linearen Pfaden. Tatsächlich gibt es mit Fundobjekten und zusätzlichen NPC-Begegnungen auch optionale Inhalte, die ihr mitnehmen dürft, wenn ihr wollt. Vorteile dürfte euch das insbesondere im Kampf sowie beim Ausbau eures mobilen Lagers sein. Zum einen schart ihr nämlich zusätzliche Helden um euch, die euch im Kartenkampf bedeutende Bonuseffekte bringen können. Die können im Rahmen der Kampagne natürlich auch sterben, wenn ihr falsche Entscheidungen trefft oder sie versagen euch im Rahmen dessen einfach nur die Gefolgschaft.

Um ausreichend Truppenkarten zu haben, müsst ihr zwangsläufig Quests erfüllen und Kämpfe bestreiten. Gold gibt es zwar immer als Belohnung, aber Bogenschützen(-Karten), Artillerie(-Karten) und so weiter gibt es nur, wenn ihr in Quests und Kämpfen entsprechend Rekrutierungspunkte sammelt, die ihr dann ins Anheuern neuer Truppen investiert. Wie stark sich dieses System am Ende auf Erfolg oder Misserfolg in den Kämpfen auswirkt? Das können wir noch nicht einschätzen. Irrelevant wird es aber definitiv nicht sein.
Es kracht, es zischt, zu seh’n ist nischt.


Neue Karten braucht das Land
Der Abenteuer-Modus soll aber natürlich nicht bloß Solospieler ansprechen, die keine Lust haben, sich online in Gwint (so heißt das Kartenspiel Gwent in der deutschen Fassung von The Witcher 3) mit anderen zu messen. Auch die Onlinewilligen haben durch den Abenteuer-Modus Vorteile – oder wenigstens ein paar einzigartige Karten. Im Laufe der Kampagne schaltet ihr nämlich mindestens 20 einzigartige Exemplare für den Mehrspieler-Modus frei. Alle in einem Durchlauf gibt es aber nicht. Welche ihr erhaltet (freispielen könnt ihr aber mehr als nur die einzigartigen 20) hängt aber von euren Entscheidungen ab.
 
Im Standbild ist es nicht zu sehen, aber die animierten Karten sind hübsch anzuschauen.
Was den Kartenspielmodus selbst angeht, tut CD Projekt gut daran, das visuelle Erscheinungsbild deutlich im Vergleich mit Witcher 3 aufzuwerten. Klar, der Kartentisch ist per se relativ statisch, aber gerade die vielen neuen animierten Karten werten das Geschehen doch enorm auf. Zudem lassen die animierten Karten deutlich erkennen, dass die Entwickler etwas von ihrem Handwerk verstehen.

Wie umfangreich ist der „Thronebreaker“-Modus? Motivieren Story (oder auch die Bonuskarten für den Mehrspieler) ausreichend, damit sowohl Solisten als auch Online-Willige bereit sind, Zeit zu investieren? Alles Fragen, die wir noch nicht abschließend beantworten können. Unsere bisherigen Eindrücke vom Solopart sind jedoch positiv und wir sind zuversichtlich, dass auch die Story über Meve weit mehr als nur Beiwerk ist. Ansonsten gilt weiterhin: Wer Gwint mag, wird Gwent mögen. Und wer richtig gut darin ist, der könnte im Rahmen der auf der gamescom angekündigten Turniere sogar Geld damit verdienen.

Autor: Benjamin Braun (GamersGlobal)

Video:

Benjamin Braun Redakteur - P - 340667 - 29. August 2017 - 12:08 #

Viel Spaß beim Lesen!

Simonsen 16 Übertalent - 4163 - 29. August 2017 - 12:16 #

Danke, habe ich im Rahmen von Witcher 3 wirklich Gefallen an Gwint gefunden.
Die Beta habe ich mir bisher nicht angeschaut, aber dazu fühlt man sich ja bald gezwungen oder ist ein echter Releasetermin jetzt auch mal irgendwann genannt worden?

Ghost0815 13 Koop-Gamer - 1666 - 29. August 2017 - 12:26 #

So und kostet die Singleplayer Campaign jetzt was?

Extrapanzer 14 Komm-Experte - P - 1881 - 29. August 2017 - 15:45 #

Habe ich mich auch gefragt. Mir ist nicht klar, wie das in Relation zu dem Ding steht, dass ich schon seit Monaten ungenutzt auf der Platte rumfliegen habe.

Funatic 14 Komm-Experte - P - 2638 - 29. August 2017 - 13:09 #

Hab 4-5 Wochen die Beta auf PS4 gespielt, dann konnte ich mich, warum auch immer, über ne Woche nicht mehr einloggen und jetzt vermisse ich es auch nicht. Gibt zuviele Alternativen :-)

Hyperlord 15 Kenner - P - 3798 - 29. August 2017 - 13:27 #

Hat Meve noch alle Zähne in dem Game?

Leser 14 Komm-Experte - P - 2028 - 29. August 2017 - 14:21 #

Ich habe Gwent in Witcher 3 kein einziges mal gespielt. Das fange ich jetzt mit einem eigenständigen Gwent-Spiel nicht an. ;)

Aber ich hasse Kartenspiele auch im "RL".

Lencer 15 Kenner - P - 2950 - 29. August 2017 - 14:38 #

Ich lehne zwar Kartenspiele in RL nicht ab, im Witcher war mir irgendwie die Zeit dafür zu schade, hab bisher auch keine einzige Runde gespielt.

Tommylein 14 Komm-Experte - P - 1982 - 29. August 2017 - 19:18 #

Ging mir ganz genauso.

Drapondur 26 Spiele-Kenner - - 72033 - 29. August 2017 - 18:20 #

Einmal probiert und dann die ganzen Quests damit ignoriert. :)

TheRaffer 16 Übertalent - - 4195 - 29. August 2017 - 19:44 #

Vielleicht reizt es mich mal, wenn ich Zeit für Witcher 3 gefunden habe, aber so ohne diesen Vorlauf ist das für mich persönlich jetzt wenig spannend.

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