Langer lästert: Killerspiele – sie sind wieder da!
Teil der Exklusiv-Serie Langer lästert

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Jörg Langer 324241 EXP - Chefredakteur,R10,S10,C10,A10,J9
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24. Juli 2016 - 20:54 — vor 19 Wochen zuletzt aktualisiert
Am 22.7.2016 erschoss ein junger Münchner neun Menschen und dann sich selbst. Haben Killerspiele ihn dazu getrieben? Der Bundesinnenminister hält das für eine vernünftige Überlegung. Der GamersGlobal-Chefredakteur eher nicht.

Info: Dieses Langer Lästert wird von Jörg auch vorgelesen, siehe Player/Link unten.

Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein! Denn ich bin absolut sicher, nirgendwo so sicher zu sein, wie eben hier in Deutschland. Ich lebe im Land der fanatischen „Bei Rot stehen“-Anbetung, des reinsten Reinheitsgebots für Bier und vor allem der strengen Waffengesetze. Damit nicht genug, ich wohne in der qua Statistik sichersten Großstadt Deutschlands, nämlich in München. Diese Stadt konnte am vergangenen Freitag, dem 22. Juli 2016, binnen zehn Minuten nach der Meldung eines vermuteten Terroranschlags 1.000 Polizisten mobilisieren. Nach einer Stunde waren sogar 2.300 Polizisten und Spezialkräfte vor Ort, darunter das Kommando „Cobra“ aus, richtig geraten, Österreich. Half zwar nicht mehr viel, denn der Amokläufer hatte sein Werk am Olympia-Einkaufszentrum im Wesentlichen schon vollbracht. Ist aber trotzdem beruhigend!
 
Noch beruhigender finde ich, dass sich die politische Elite unseres Landes mit all ihrer Ernsthaftigkeit und Expertise und ihrer ganzen Wirkmächtigkeit bereits der Frage angenommen hat, was die Ursachen für einen solchen Amoklauf sind, und wie man ihn in Zukunft verhindern könnte. Nein, ich meine nicht die armseligen Wirrköpfe von der AfD, die bereits 13,2 Sekunden nach den ersten Schießerei-Hinweisen islamistische Terroristen als Verursacher ausgemacht hatten. Ich sprach von der politischen Elite.
 
Von dieser Elite gibt es aktuell mehrere Vorschläge, etwa den, beim nächsten Terror-Vorfall die Bundeswehr hinzuschicken. Das war laut Ursula von der Leyen bereits am Freitag in Erwägung gezogen worden. Klasse Idee, finde ich! Die Soldaten könnten dann zum Beispiel das Feuer auf die ganzen, ihnen unbekannten Zivilpolizisten eröffnen, deren schnelles und bewaffnetes Erscheinen am Tatort wohl dazu geführt hat, dass danach besorgte Münchner im halben Stadtgebiet Terroristen mit "Langwaffen" beobachtet oder Schüsse gehört haben wollten.
 
Und da es um ein Thema der inneren Sicherheit geht, kommen die sichersten Gedanken natürlich vom Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Das ist der, der nach den Attentaten in Paris im November 2015 nähere Auskünfte mit beruhigenden Worten verweigerte: „Ein Teil dieser Antworten könnte die Bevölkerung verunsichern.“ Also ungefähr meine Worte für den Fall, dass ich in Richtung eines gerade aufsteigenden Atompilzes schaue und gefragt werde: "Papa, wieso kneifst du so die Augen zusammen?  — „Ein Teil meiner Antwort könnte dich verunsichern, Kind.“

Vermutlich hat de Maizière mittlerweile erkannt, dass solche vagen Unheilsandeutungen eher das Gegenteil des Gewünschten, also der Bevökerungssedierung, erreichen. Deshalb hat er sich dieses Mal festgelegt und am gestrigen Samstag per Pressekonferenz festgestellt, dass

... das unerträgliche Ausmaß von gewaltverherrlichenden Spielen im Internet auch eine schädliche Wirkung auf die Entwicklung von Jugendlichen hat. Das kann kein vernünftiger Mensch bestreiten.

Außerdem gab er noch an, dass viele Studien dies belegen würden.
 
Wie ich mich freute, als ich das per Live-Feed mitbekam! Denn in diesem Augenblick hatte schlagartig mein Bauchumfang abgenommen, waren die lichten Stellen meines plötzlich wieder tiefbraunen Haupthaars verschwunden, und war ich wieder 30. Also fast wieder jung! Und außerdem wieder Chefredakteur der GameStar. Letzteres Detail ist mir wichtig, weil ich damals mit an vorderster Front in der "Killerspiele"-Diskussion stand. Zum einen als ein Sprachrohr der Spielergemeinde, zum anderen als Verlagsvertreter, der jeden Monat um die Freigabe der Heft-DVD bangen musste, der fiesen, potenziell jugendgefährdenden Demos wegen.
 
Nach dem Amoklauf von Erfurt am 26. Februar 2002 hatte die Politik schon einmal hohlgedreht. Beim 19jährigen Mordschützen – 16 Menschen hatte er auf seinem nicht vorhandenen Gewissen – waren Ego-Shooter auf seinem Computer gefunden worden. Gut, es war sicher auch Cola in seinem Kühlschrank und ungewaschene Wäsche unter seinem Bett gefunden worden, aber die brachte richtigerweise kein Politiker mit dem Amoklauf in Verbindung. Computerspiele schon, nur eben unrichtigerweise. Knapp drei Wochen später, am 13. Mai 2002, besuchten Gunnar Lott und ich die BPjM, um kurz vor deren Entscheidung über die Indizierung von Counter-Strike die digitalen Unterschriften Zehntausender GameStar-Leser abzugeben, die sich dagegen ausgesprochen hatten.
 
Die Indizierungsbestrebungen und die Unterschriftenaktion hatten natürlich nichts mit Erfurt zu tun, mein Besuch zwei Tage später im Kanzleramt dagegen schon: Bundeskanzler Gerhard Schröder wollte schnelles Handeln demonstrieren und hatte Verbände, Industrie, einen Spielepresse-Vertreter und etliche Minister zum Runden Tisch geladen. Schröder kam etwas verspätet in den Kabinettssaal, setzte sich am ovalen Riesentisch schräg gegenüber von mir hin und erfuhr als Erstes, dass gerade eben die BPjM die Indizierung von Counter-Strike ... abgelehnt hatte. „Was, nicht?“, war seine ungläubige Reaktion auf die ihm von Familienministerin Christine Bergmann zugeflüsterte Info. Danach zischte er ihr zu: „Da musst du dich drum kümmern.“ Da hatte diese aufsässige, dem Familienministerium nachgeordnete Behörde doch einfach nicht das Selbstverständliche geliefert!
 
Den unseligen Begriff „Killerspiele“ – den seit de Maizières gestriger Pressekonferenz wieder alle möglichen Presseorgane reflexionslos nachbeten – hat 1999 einer meiner ganz großen Sympathieträger erfunden, Günther Beckstein, als bayerischer Innenminister. Beim Begriff "Killerspiele" stelle ich mir immer magisch animierte Spielepackungen vor, die auf der Straße jemanden anfallen, ihn immer wieder mit ihren scharfen Kanten treffen, ihn zu Fall bringen und unablässig weiter auf ihn einstechen, bevor er, aus hundert Wunden blutend, unter einem Berg tötungswütiger Spielepackungen endet. Gekillt!
 
Oder ich denke an das Szenario japanischer Horrorfilme, bei dem das Ansehen eines Videos einen Fluch überträgt und unweigerlich zum Tod des Ansehenden einige Tage später führt: Spielst du Doom, holt dich das Verderben! Aber beides meinen die Politiker und Law-and-Order-Apologeten nicht, wenn sie „Killerspiele“ sagen. Oder wenn sie Spieler in Verkennung des Unterschieds zwischen Mediennutzer und Medium „Ego-Shooter“ nennen. Ich möchte übrigens zukünftig „Stratege“ genannt werden wegen meines Lieblingsgenres. Oder „Dramaturge“, weil ich gerne Dramen ansehe in Film und Fernsehen.
 
Die „vielen Studien“, die laut des heutigen Bundesinnenministers belegen, dass es einen Zusammenhang zwischen „Killerspielen“und Amokläufen gäbe, existieren tatsächlich. Es sind meist schon etwas ältere Kurzzeit-Untersuchungen darüber, ob das Spielen von Ego-Shootern direkt danach die Probanden (laut Testfragen oder Skalen-Selbsteinordnung) gewaltbereiter macht als, sagen wir, das Spielen von Solitaire. Mich persönlich macht ja laute klassische Musik gewaltbereit sowie eine beliebige Folge von Deutschland sucht den Superstar. Dummerweise werde ich nie zu entsprechenden Kurzzeit-Studien als Proband eingeladen.
 
Doch gibt es viele andere Studien, die genau diesen Zusammenhang nicht herstellen. Es sind meist die ausführlicheren, neueren Studien. Die unter Medienforschern und Jugendschützern vorherrschende Meinung zum Thema ist heute sinngemäß: Zwar ziehen Ego-Shooter neben Millionen von normalen Menschen auch einige Gestörte an, aber es sind nicht Ego-Shooter, die aus normalen Menschen Gestörte machen. Es ist ihr soziales Umfeld: Menschen, die sie vernachlässigen. Menschen, die sie überfordern. Menschen, die sie demütigen oder aus ihrer Gruppe ausschließen. Wenn dann noch eine narzisstische Persönlichkeit sowie eine Seelen-Krankheit dazukommen, dann kann wohl der Plan in einem verwirrten jungen Mann reifen, andere für das eigene, als gescheitert empfundene Leben büßen zu lassen.
 
Das jedoch interessiert Thomas de Maizière alles nicht. 14 Jahre Diskussion und Gesetzgebung (und eben auch: aus gutem Grund nicht erfolgte Gesetzgebung) seit Erfurt – egal. Die bereits abgeklärtere, reifere Diskussion nach den Amokläufen in Emsdetten (2006) und Winnenden (2009) – alles uninteressant. Im typischen Reflex von Innenpolitikern erzählt er lieber wieder die Mär vom bösen „Killerspiel“. Natürlich sekundierte CDU-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder sogleich (in einem Die Welt-Interview am heutigen Sonntag):

Auch diese Ego-Shooter-Spiele müssen einmal hinterfragt werden. Es gibt für alles Grenzen, wenn Gewalt damit gefördert wird.

Genau, Indikativ, denn auch für Kauder steht anscheinend fest, dass Ego-Shooter-Spiele Gewalt fördern.
 
Der Münchner Attentäter, in Deutschland geboren und mit zweiter Staatsbürgerschaft Iraner, spielte wohl oft Counter-Strike und gab laut eines Mitspielers gerne Hass-Kommentare über Ausländer zum Besten. Er war fasziniert von Amokläufern, besaß Bücher und Zeitungsausschnitte darüber. Er war wohl in stationärer psychatrischer Behandlung gewesen. Seinen eigenen Amoklauf startete er exakt fünf Jahre nach dem eines norwegischen Weltverschlechterers. Nach den Mordtaten des Münchners, auch seine Opfer waren überwiegend Minderjährige, lief er auf ein Parkhaus-Dach und brüllte irgendwas von „Mobbing“ und „Hartz-IV-Gegend“. Kurz darauf erschoss er sich. In seinem Rucksack sollen noch 300 Schuss Munition gewesen sein.
 
Ich bin weder Politiker noch mit der Gedankenkraft eines Thomas de Maizière gesegnet. Aber mein starkes Gefühl ist, dass die Computerspiele-Leidenschaft des verwirrten 18jährigen nichts mit seinem Amoklauf zu tun gehabt hat. Gleichzeitig bin ich sicher, dass de Maizières Zombie-Argumentation noch eine ganze Weile durch die Medien-Landschaft geistern wird. Die „Killerspiele“, sie sind wieder da! Nichts lieben wir mehr als einfache Antworten auf komplexe Fragen. Schlagworte schlagen Studien und Fakten jederzeit. Und Sündenböcke sind besser als Ratlosigkeit. Denn eines darf ein Innenpolitiker unter gar keinen Umständen jemals sagen:
 
„Ich weiß da keine Lösung. So einen Amoklauf können Sie letzten Endes nicht verhindern. Selbst mit noch strengeren Waffengesetzen nicht.“
 
Euer Jörg Langer

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Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 24. Juli 2016 - 20:56 #

Kleine Info: Die eigentlich für heute geplante Pokemon-Go-Kolumne schiebt sich, oder wird als Galerie+ verarbeitet, oder was auch immer.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 24. Juli 2016 - 22:28 #

Danke für die Kolumne zur rechten Zeiten. Bilde mir ein unlängst ein Interview mit (Erwin) Huber gehört/gelesen zu haben, indem er zwar einräumt, den Begriff Killerspiele verbreitet und instrumentalisiert zu haben, dennoch letztlich die (weitgehende) Unsinnigkeit des Arguments attestiert. Krieg die Quelle nicht mehr zusammen :(

Sisko 22 AAA-Gamer - 31769 - 24. Juli 2016 - 23:21 #

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein hatte sich in der ZDF-Doku auch dazu geäußert: http://www.zdf.de/zdfinfo/killerspiele-42060206.html

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 24. Juli 2016 - 23:23 #

Den meinte ich, Danke für den pointer
#IStandCorrected

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13346 - 25. Juli 2016 - 10:20 #

Danke für die Kolumne. Meiner Meinung nach hast du die Priorität richtig gesetzt.

Myxim 15 Kenner - P - 2745 - 29. Juli 2016 - 19:39 #

Als ich abends, während meine Kleine im Hotelzimmer schlief das Auferstehen des Killerspielzombies in den Nachrichten verfolgte, wurde ich mal wieder in meiner Meinung zur Lehrnresistenz einiger Politiker bestätigt. Das Schlimme ist, das der gemeine X-Leser sicherlich wieder gleich aufspringt und mit Mistgabeln jeden Spieler von The Division und Co. zum Psychiater treiben mag.

Mann kann nur hoffen das dieses Stammtischgelabere genauso verpufft wie mancher Wunsch die BW bei solchen Sachen zur Hilfe zu holen. Ich frage mich was passiert wäre, wenn ein verfassungswidriger Einsatz stattgefunden hätte.

Hedeltrollo 16 Übertalent - P - 5169 - 31. Juli 2016 - 6:44 #

Interessant, dass du die Lernresistenz von Politikern ansprichst. Die haben allerdings gelernt, dass sie mit dieser Debatte von den relevanten Fragen ablenken können und sie damit durchkommen.

RMS Titanic 10 Kommunikator - 496 - 24. Juli 2016 - 21:00 #

Thema abgekupfert von der Gamestar? Michael Graf war schneller. Wie bei Mike Schnelle brauch man immer wieder Themen um Klicks zu produzieren.
Aber ich beschwer mich gar nicht. Informationen sind generell wichtig bei einer I.-Seite.
Deswegen auch trotz Premium wird Werbung angezeigt.

Desotho 15 Kenner - P - 3201 - 24. Juli 2016 - 21:02 #

Und sogar ein Seitenhieb auf die AfD der bei der Gamestar allerdings als Twitterunfall vorkam.
Eine Verschwörung! :D

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 24. Juli 2016 - 21:05 #

Nein. Und ich habe die Kolumne nicht geschrieben, weil ich Klicks produzieren will, sondern weil mir das ein Anliegen ist.

Claus 28 Endgamer - - 108710 - 24. Juli 2016 - 21:09 #

Nachvollziehbar, und durch den Inhalt der Kolumne auch gedeckt.

Abgesehen davon ist es Aufgabe der Fachpresse sich mit elementare Themen wie diesen zu beschäftigen, der der Anlass wie in diesem Fall gegeben ist.

Auffällig sind meiner Meinung nach nun vielmehr alle Magazine (Print oder Online), die sich jetzt (wie auch immer) nicht äussern.

zuendy 14 Komm-Experte - 1857 - 24. Juli 2016 - 21:26 #

Einfach mal Danke sagen, besonders für den Punkt mit den einachen Antworten auf komplexe Fragen.

endymi0n 16 Übertalent - - 5434 - 24. Juli 2016 - 21:47 #

Spricht mir aus der Seele.

RMS Titanic 10 Kommunikator - 496 - 25. Juli 2016 - 17:46 #

Sry für das Ot. Stimme dem zu was du geschrieben hast. Es ist auch klar das man darüber schreibt.

Mantarus 16 Übertalent - P - 4781 - 24. Juli 2016 - 21:08 #

Ist ja nicht so, dass sich das Thema nicht anbieten würde und Graf der erste war der da drauf gekommen ist ;)

Skuld 13 Koop-Gamer - 1243 - 24. Juli 2016 - 21:24 #

Es ist auch eine Frechheit, dass die "Tagesschau" das Wetter zeigt. Ist abgekupfert von "heute".

Und wer zur Hölle ist Mike Schnelle?

PS: Bist Du ganz sicher, dass Du Dich nicht beschwerst?

RMS Titanic 10 Kommunikator - 496 - 24. Juli 2016 - 21:39 #

Ist nicht so schlimm wie es aussieht.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 24. Juli 2016 - 21:41 #

370+ XP -- der Profi spricht

RMS Titanic 10 Kommunikator - 496 - 24. Juli 2016 - 21:49 #

Das war aber gemein. Du böser Du.^^

endymi0n 16 Übertalent - - 5434 - 24. Juli 2016 - 21:51 #

Ich glaube jedem Spieleliebhaber liegt dieses Thema am Herzen. Und NJournalisten schreiben eben darüber. Daher wundern mich meherere Kolumnen zu diesem Thema nicht.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 24. Juli 2016 - 22:04 #

Wäre dir ein 'man Pluralität' lieber?

John of Gaunt Community-Moderator - P - 58797 - 25. Juli 2016 - 0:45 #

Was für ein bescheuerter Vorwurf...

Raubpferd 11 Forenversteher - 606 - 25. Juli 2016 - 10:07 #

Die Gamestar-Kolumne war mir im Vergleich viel zu konsenslastig, viel zu viel Kuschelkurs und "ja, wir müssen darüber reden". Deshalb begrüße ich es, dass hier dagegen deutlicher auf die Unsinnigkeit und Überholtheit dieser ganzen Diskussion und auf die dahinter steckende Hilflosigkeit hingewiesen wird. Wir brauchen diese "Killerspiel"-Diskussion nicht, sie wurde schon immer als Ersatz für ein wirkliches, daher kompliziertes und evtl. schmerzhaftes Nachdenken missbraucht. Und dabei müsste es um die Themen gehen, die Langer hier auch anschneidet: Wie kommt es dazu, dass junge Menschen sich so sehr als Versager empfinden, so sehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden und so eine Verzweiflung heranzüchten, die sich dann in Gewalt entlädt? Wer da mit den Achseln zuckt und sagt "selber schuld, der Versager", der ist die eigentliche Fortschrittsbremse und die Wurzel des Problems. Mich hat das populistische Geblubber von De Maizière geärgert, und ich finde, diesen Ärger darf man auch zum Ausdruck bringen, gerade wenn es dabei um Menschenleben geht.

Pomme 16 Übertalent - P - 5964 - 25. Juli 2016 - 11:48 #

Das ist gestern DAS Thema gewesen, wenn man sich mit Spielen beschäftigt. Das schreit geradezu nach einem Meinungsartikel, und ich hätte es als reichlich merkwürdig empfunden, hätte es diesen oder ähnlichen Text nicht auf GG gegeben.

Desotho 15 Kenner - P - 3201 - 24. Juli 2016 - 21:00 #

In dem Zusammenhang fand ich den Artikel recht interessant:
http://www.stern.de/politik/ausland/anders-behring-breivik-anschlag-norwegen-jahrestag-6972868.html

NedTed 18 Doppel-Voter - - 11729 - 24. Juli 2016 - 21:02 #

Ich verstehe nicht warum ein Einfluss von Spielen KATEGORISCH abgelehnt wird! Wir sollten inzwischen alt genug für eine differenzierte Betrachtungsweise sein!

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 24. Juli 2016 - 21:07 #

Wo lehne ich denn einen – bitte zunächst genauer zu definierenden – Einfluss von Spielen kategorisch ab? In der Kolumne geht es darum, dass das Gespenst vom "Killerspiel" wiederbelebt wird, um kostengünstige Lösungen für nicht zu lösende Probleme zu genierieren.

NedTed 18 Doppel-Voter - - 11729 - 24. Juli 2016 - 21:59 #

Ich beziehe mich nicht auf deine Kolumne, sondern auf die allermeisten Kommentare hier.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 24. Juli 2016 - 22:12 #

Auch in denen wird der Einfluss nirgends kategorisch ausgeschlossen.

NedTed 18 Doppel-Voter - - 11729 - 24. Juli 2016 - 22:20 #

Ja, du hast recht. Sorry an alle. Da habe ich wohl zu schnell übertrieben.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 24. Juli 2016 - 22:25 #

Alles gut :)

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 24. Juli 2016 - 22:29 #

Chapeau

MrFawlty 17 Shapeshifter - P - 6325 - 24. Juli 2016 - 21:10 #

Ich bin zwar gerade etwas Müde, aber ich habe nicht gelesen, dass er einen Einfluss kategorisch ablehnt. Er sieht es eher als komplexeres Problem im dem andere Faktoren eine deutlich größere Rolle spielen als Ego-Shooter.

Was auch aktueller Stand der Wissenschaft ist. Spiele als monokausale Ursache ist widerlegt, da wir sonst jeden Tag Millionen Amokläufe haben müssten.

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33916 - 24. Juli 2016 - 21:15 #

Natürlich haben Spiele Einfluss. Aber der ist geringer als Viele denken. Sie zum Hauptsündenbock zu machen ist absurd.

Es müssen sehr viele Faktoren zusammenkommen und zutreffen, bis der Einfluss bei bestimmten Personengruppen sichtbar wird.

steever 16 Übertalent - P - 4931 - 24. Juli 2016 - 21:21 #

Egoshooter machen aus nem lieben Bub keine blutrünstige Bestie. Ein kranker Kopf, der sich für entsprechende Thematik interessiert, wird auch an entsprechenden Spielen Gefallen finden und virtuell seine Perversionen ausleben. Der exzessive Konsum kann dann zu einer Abstumpfung gegenüber Gewalt führen, die virtuelle Realität immer mehr mit der eigenen realen verschmelzen lassen und Hemmschwellen abbauen.

Aber darum ging es in der Kolumne ja nicht wirklich, sondern um das Aufleben der Killerspieldebatte durch bestimmt Politiker, die in ihrer Hilflosigkeit nach etwas Greifbaren suchen.

Sciron 19 Megatalent - P - 15781 - 24. Juli 2016 - 21:09 #

Hach ja, da überkommt mich eine Welle der Nostalgie. Erinnerungen an Leserbriefonkel Rainer Rosshirt von der PC Games damals kommen hoch, wie er sagte, dass Amokläufer wohl auch weisse Tennissocken trugen und diese ein Werk des Teufels seien (oder so ähnlich).

Man hat sich über die Jahre das Maul fusselig diskutiert in Foren, Kommentarspalten und sonstwo. In 2016 hab ich da echt keinen Nerv mehr für. Ich bin wohl einfach alt und müde geworden, bah.

Inso 15 Kenner - P - 3559 - 24. Juli 2016 - 21:15 #

"Info: Am Montagmorgen folgt eine vorgelesene Fassung als "Podcast"."
Feine Sache, da werd ich drauf warten :)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 24. Juli 2016 - 22:17 #

Hab's jetzt noch schnell von zuhause aus gemacht :-)

Namenlos (unregistriert) 24. Juli 2016 - 21:16 #

Grade ebend kam SpiegelTV und beschrieb Counterstrike als ein Spiel bei dem der Level je höher ist je mehr Gegner man abknallt.
Ich fühl mich irgendwie so 2000er...

Außerdem gab es das "Streitgebrüll" von Balkon und Parkhaus noch mal transkribiert. Er kommt aus einer "Türkengegend".

Womit wir noch näher an Weltverschlechterer aus Norwegen wären (eine sehr passende Definition für die ich meinen Hut ziehe).

Punisher 19 Megatalent - P - 14037 - 24. Juli 2016 - 21:36 #

Das Streitgespräch... ich bin immer noch nicht sicher, ob der Typ der den Wahnsinnigen da beschimpft mutig, betrunken oder einfach lebensmüde war...

Aber zum Thema - ja ich glaub das gibt ejtzt ein paar Tage einen 2002er Flashback, und dann wirds wieder sachlich. Angeblich hat er ja sogar ein Manifest verfasst, der Tag war der Jahrestag vom Amoklauf des anderen Wahnsinnigen... ich glaub, da wird das nicht so leicht, das auf Computerspiele ab zu schieben.

blobblond 19 Megatalent - 17762 - 24. Juli 2016 - 22:29 #

Ein paar Bier schien er schon intus gehabt zu haben. Gib doch ein Interview mit dem der da in Mundart rumschreit "hätte ich eine Waffe gehabt, hätte ich die benutz anstelle einer Bierflasche"

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 24. Juli 2016 - 22:30 #

Bier iss doch koa Alk'hol

Frother 13 Koop-Gamer - P - 1418 - 25. Juli 2016 - 1:01 #

Wie wir ja wissen sind ja 8 Bier kein Alkohol.

blobblond 19 Megatalent - 17762 - 25. Juli 2016 - 10:31 #

Jo, ich habe vergessen das Bier in Bayern ein Grundnahrungsmittel ist, sorry!

FliegenTod 12 Trollwächter - 1144 - 24. Juli 2016 - 23:50 #

Hat der Norwegische Nazi nicht WOW gespielt? Könnte man da nicht mal wieder die MMO´s rauskramen und nicht die Shooter, oder mal was neues wie die MOBA´s?

Miggl 12 Trollwächter - P - 1195 - 24. Juli 2016 - 21:39 #

Ja das Zitat zu CS habe ich auch gehört. Zu ihrer Verteidigung muss Mann sagen, dass sie es später relativiert haben und meinten, dass CS mit Sicherheit nicht der Auslöser war.

Bedenklicher fand ich das Interview mit dem Mitspieler, dem deutliche Hinweise auf den Zustand des Täters hätten auffallen müssen. Für mich hat sich das ziemlich klar angehört, in welche Richtung der Typ denkt....

brundel74 14 Komm-Experte - 1975 - 24. Juli 2016 - 23:29 #

Klar, der Mitspieler. Der Amokläufer war in psychiatrischer Behandlung und offensichtlich konnte der Fachmann sowie die Eltern nicht erahnen was passieren würde. Aber der Mitspieler soll irgendein Gefasel ernst nehmen und seine Absichten erkennen.

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 25. Juli 2016 - 10:45 #

Im Internet faseln so viele Leute so viel Blödsinn... Wenn ich da jedes Mal die Polizei rufen würde, wenn irgendwas geschrieben wird, was auf einen baldigen Amoklauf hindeuten könnte, hätte ich einen neuen Vollzeitjob :o

Im Nachhinein ist sowas immer leicht zu sagen, aber es gibt da draußen so viele andere komische Leute, die merkwürdige Dinge sagen, und nie auch nur ansatzweise tatsächlich so etwas tun.

Dazu kommt: Was hätte denn passieren sollen, wenn der Mitspieler sich an irgendjemanden gewandt hätte? In psychologischer Behandlung war er ja schon.

iUser -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 62922 - 24. Juli 2016 - 21:26 #

Hat denn Christian Pfeiffer noch nichts dazu gesagt?

Sciron 19 Megatalent - P - 15781 - 24. Juli 2016 - 21:28 #

Doch, macht er grade in der ARD ;).

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 24. Juli 2016 - 21:40 #

Verhalten aber; gegenüber Herrmann, der sich über das böse Internet in Rage redet

Vidar 18 Doppel-Voter - 12273 - 25. Juli 2016 - 7:34 #

Und das sogar recht intelligent ohne Schuldzuweisungen an irgendwelche Medien. Das Thema Spiele wurde aber irgendwie nicht wirklich aufgegriffen obwohl es kurz genannt wurde. (hab aber auch die ersten 10 Minuten verpasst)

Bruno Lawrie 16 Übertalent - P - 4489 - 30. Juli 2016 - 22:23 #

Der Gute ist jetzt 72, ich finde, er könnte sich langsam mal in die wohlverdiente Rente zurückziehen. :-)

Khronoz 14 Komm-Experte - 1826 - 24. Juli 2016 - 21:28 #

Es gibt sicherlich Berührungspunkte, aber sicher sind Spiele in denen Menschen erschossen werden nicht ursächlich. Leider kann man die Attentäter nicht mehr fragen ob Sie bei Ihren Taten bzw. Planung explizit daran dachten dass Sie wie in einem Spiel handeln würden. Sie sind tot. Von daher ist auch jegliche Studie, Diskussion und der der ganze jahrelange ergebnislose Diskurs (da u.a. in sich selbst widersprechend) an sich sinnlos wenn man kein qualitatives psychologisches Profil des Attentäters erstellen kann, weil er sich selbst gerichtet hat. Und ob er Handlungsschemata aus Spielen übernommen hat.

Alte Hütte 10 Kommunikator - P - 500 - 24. Juli 2016 - 21:28 #

Ich zocke seit 25 Jahren, habe dieser Debatte aber immer differenziert gegenüber gestanden. Es wäre zu leicht, da einfache Wirkungen zu entwickeln. Andererseits würde ich gewisse Zusammenhänge auch nicht pauschal zur Seite schieben. Aus meiner Sicht wird durch Spiele niemand zum Killer, der keine grundsätzlich kritische Neigung hat. Auf der anderen Seite kann ich mir durchaus vorstellen, dass bei jemandem, der so drauf ist, ein Spiel durchaus dazu dienen kann, eine gewisse "Verrohung" noch weiter zu intensivieren. Das ist ein verflucht schwieriges Thema, wahrscheinlich kaum wissenschaftlich vernünftig zu belegen. Die üblichen Rufe der Videospielindustrie und der schreibenden Zunft (oder auch der Spieler) im Sinne von "nehmt mir bloß mein Förmchen nicht weg" würde ich aber ungern einfach so unterschreiben, um es mal etwas provokant zu formulieren. Pauschaler politischer Aktionismus ist aber genauso falsch in meinen Augen ... .

Skuld 13 Koop-Gamer - 1243 - 24. Juli 2016 - 22:02 #

Wenn alle Menschen in der Lage wären eine solche Perspektive zu einem Sachverhalt einzunehmen, wäre die Welt besser.

Kudos.

brundel74 14 Komm-Experte - 1975 - 24. Juli 2016 - 23:42 #

Die Debatte über Zusammenhänge von Gewalt und Gewaltspielen lässt sich eben genauso wenig klären wie ob Low Carb oder Low Fat, vegan oder vegetarisch die beste Ernährungsform ist. Der Pfeiffer sagt mittlerweile selber, solche Spiele können ein Verstärker sein. Genauso wie Gewaltfilme oder sonst was.

Wenn der seit Jahren in der Schule gemobbt, verprügelt etc wurde, dann war das absehbar und irrelevant ob er Counter Strike spielt. Vielleicht sollte man sich langsam die Direktoren von Schulen zur Brust nehmen. Zu meiner Schulzeit wurde auch immer systematisch gemobbt und provoziert, zig mal Lehrer und Leiter der Schule in Kenntnis gesetzt. Getan haben die nichts, es abgetan mit "sind doch nur Kindereien", bis einer dem anderen eine Flasche über den Kopf gezogen hat. Wer flog von der Schule? Das Mobbing Opfer, alle anderen blieben und machten weiter wie gehabt.

Das aus Opfern irgendwann Täter werden können ist in vielen Bereichen des Strafrechts so.

Raubpferd 11 Forenversteher - 606 - 29. Juli 2016 - 10:50 #

Kann ich aus beruflicher Perspektive bestätigen - es kommt leider oft vor, dass Lehrer und andere Autoritätspersonen die Abläufe gar nicht richtig verstehen und z.B. Opfer und Täter verwechseln. Außerdem sind Mobbingopfer oft nicht nur bei den Mitschülern, sondern auch bei den Lehrern unbeliebt, weil sie eben bestimmte "schwierige" Eigenschaften haben. Oft ist auch das eigentliche Mobbing subtil und heimlich, die Reaktion darauf sichtbar und laut, was dazu führt, dass das Entsetzen der Lehrer sich auf die Reaktion richtet und eben der Gemobbte als aggressiv, gewalttätig usw. gilt. Da kommt es schnell dazu, dass so jemandem von keiner Seite Solidarität entgegen gebracht wird und am Ende dann eben derjenige von der Schule fliegt, der keine Lobby hat. Da gibt es Abgründe an pädagogischer und psychologischer Inkompetenz, die in solchen Fällen mit keiner Silbe angesprochen werden. Dass so ein System Wut erzeugt, scheint mir nur verständlich, und dass die sich aufstaut, ist oft auch unvermeidlich, weil Aggressionen tabuisiert werden und es schlicht und einfach kein richtiges Ventil dafür gibt.

Sleeper1982 14 Komm-Experte - 2485 - 24. Juli 2016 - 21:31 #

Ich kann mir schon vorstellen das solche spiele einen negativen einfluss auf leute haben können die nicht die nötige reife haben (stichwort altersbeschränkung die ich für sinnvoll halte aber schwer umzusetzen ist oder leute die unter physischen störungen leiden) aber das ist wirklich ein sehr sehr kleiner anteil der gamer. Hoffen wir mal das es nicht wieder so hochkocht wie damals aber bisher habe ich von der neuen "killerspiele" debatte nichts mit bekommen bzw jetzt grad hier zum ersten mal darüber gelesen das es mit den morden in münchen in verbindung gebracht wird.

bertosam 10 Kommunikator - P - 395 - 24. Juli 2016 - 21:33 #

Ich weiß noch, wie baff ich war, als nach dem Amoklauf in Erfurt auf ARD, ZDF und WDR ziemlich offensichtlich Unwahrheiten über Computerspiele verbreite wurden. Seitdem betrachte ich auch diese angeblich seriösen Sender mit einer großen Portion Skepsis. Wer weiß, bei welchen anderen Themen sonst noch so unsauber gearbeitet wird.

RMS Titanic 10 Kommunikator - 496 - 24. Juli 2016 - 21:37 #

Gar nicht so wenig. Du würdest dich wundern.

Deepstar 14 Komm-Experte - P - 2658 - 24. Juli 2016 - 21:45 #

Damit wären wir wohl wieder bei "Lügenpresse".

Weil ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man als seriöses Nachrichtenteam echt so ahnungslos ist und wirklich ausversehen Fakten verdreht. Für mich ist das leider schon vorsätzlich und offenbar politisch motiviert, leider.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 24. Juli 2016 - 23:45 #

Ich habe genug Menschen, auch aus Medienberufen, kennengelernt die tatsächlich so einen Stuss verzapfen ohne von Merkel oder sonstwem gelenkt zu sein. Vorsatz ist da allerdings der Verzicht auf weitergehende Recherche. Chefredakteure oder Verleger, die eine sehr feste eigene Meinung haben und sie gegenüber denen die es besser wissen gnadenlos durchsetzen, auch nicht so selten. Und wenn der Chefredakteur dann stramm CSU ist mag man das vielleicht "politisch" nennen. Aber anders als dargestellt, da ich nicht daran glaube, dass da tatsächlich der Ministerpräsident anruft oder faxt ;) .

Punisher 19 Megatalent - P - 14037 - 25. Juli 2016 - 5:44 #

Naja, die Lügenpresse... ich würde sie eher "Schlamperpresse" nennen, weil Recherche inzwischen leider häufig durch Druck von oben mehr als Schlampig betrieben wird, damit man eine Meldung ja als Erstes hat. "Früher" (tm) hatten alle die Meldung frühestens am nächsten Tag, oder man nahm sich wenigstens die Zeit bis zur nächsten heute oder Tagesschau, um zu recherchieren und zu prüfen. Inzwischen versucht man auf Biegen und Brechen, so schnell wie möglich zu sein um den Kampf um die Echtzeitmedien zu gewinnen und berichtet lieber mal 5 spekulative Dinge, ein- oder zwei davon werden am Ende schon stimmen.

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 25. Juli 2016 - 10:58 #

Wie immer, wenn du dich mal wieder über irgendwas aufregen möchtest, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es aus Unfähigkeit passiert ist, deutlich größer, als dass es ein böser Plan ist. Schon deshalb, weil es viel zu viele Unfähige gibt, die dafür sorgen würden, dass so ein böser Plan gar nicht durchsetzbar wäre.

Bruno Lawrie 16 Übertalent - P - 4489 - 30. Juli 2016 - 23:20 #

Fällt Fernsehen eigentlich unter "Presse"?

Ich halte absolut gar nichts vom ganzen Pegida- und AFD-Schmarrn, aber in Sachen Videospiel-Berichterstattung passt "Lügenpresse" leider sehr gut zum ZDF. Da wurde in der Vergangenheit nicht kritisch berichtet (was völlig ok wäre), sondern mit eklatanten Fehler, die schon Absicht nahelegen.

Wer's noch nicht kennt, hier wurde es genau zerpflückt:
https://www.youtube.com/watch?v=R9JRm3iQQak

Hedeltrollo 16 Übertalent - P - 5169 - 31. Juli 2016 - 6:46 #

Ich habe ja nichts gegen..., aber...

Wenn du nichts davon hältst ist nicht nachvollziehbar, warum du diesen Begriff dennoch aufgreifst.

Bruno Lawrie 16 Übertalent - P - 4489 - 2. August 2016 - 9:54 #

Gegen den Begriff hab ich nichts, wenn er passt. Bei Pegida und AFD, die ich beide komplett ablehne (und auf die sich der von dir genannte Satz bezog), passt er nicht.

Beim ZDF und Thema "Killerspiele" passt er leider. Da wurden Dinge bewusst verfälscht, z.B. das Zeigen von Szenen aus in Deutschland indizierten US-Versionen und dann der Kommentar, dass das Spiel USK16 hat. Oder den Schnitt, wo ein grinsender Spieler gezeigt wird und direkt davor eine - laut des Spieler - von der Redaktion selbst erstellte Szene, wo in einem Shooter auf eine Leiche geschossen wird.

Da wurde die Realität sehr bewusst und mit Absicht verfälscht dargestellt und dann finde ich den Begriff "Lügenpresse" leider passend.

Und das war leider auch nicht nur in einer einzelnen Sendung beim ZDF. Die Reaktion auf die Vorwürfe war damals auch unprofessionell, da fand keine Selbstreflektion statt, sondern es wurde nur runtergespielt.

Den ganzen Sender würde ich deswegen natürlich nicht als "Lügenpresse" bezeichnen, aber ich frage mich seit damals schon, ob sie so manipulierend und fehlerhaft nicht vielleicht auch in anderen Bereichen arbeiten, wo ich das weniger beurteilen kann.

Muffinmann 15 Kenner - - 3590 - 24. Juli 2016 - 21:43 #

Vielen Dank für diesen Beitrag!

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6529 - 24. Juli 2016 - 21:46 #

Allgemein wäre es besser, Politiker würden erst einmal ihren Mund halten den ersten Tag nach eines solchen Vorfalls, siehe auch letztens Frau Künast.

brundel74 14 Komm-Experte - 1975 - 24. Juli 2016 - 23:46 #

Äpfel und Birnen. Künast Kommentar kann ich bei einem mit Axt und Messer bewaffneten Täter nachvollziehen, vor allem wenn vor einigen Monaten ein Polizist einen geistig verwirrten Mensch mit Messer erschossen hat.

Das hier kommt später und ändert null am Problem sondern verschleppt es weiterhin.

Magnum2014 16 Übertalent - 4723 - 25. Juli 2016 - 5:44 #

Dann wäre es für dich also ok gewesen den Täter laufen zu lassen oder das er mit der Axt oder sonstigen Waffen weiter Unheil angerichtet hätte? Für mich zählt das Wohl der Allgemeinheit immer noch mehr als das Wohl des Täters. Ich denke du würdest das genauso sehen wenn Du Kinder hast und der Typ auf sie zulaufen würde. Würdest du das erstmal ausdiskutieren? Würdest du es riskieren bei dem Versuch ihn nur bewegungsunfähig zu machen leider vorbei zu schießen? Wie groß wäre der Aufschrei gewesen wennder Täter nur verletzt gewesen wäre und dann noch jemand getötet hätte? Ich verstehe nicht warum man das Verhalten der Polizisten so kritisieren kann wie diese Kuenast. Wäre sie vor dem Täter gestanden hätte sie sicher das nicht ausdiskutiert oder ?

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 6:28 #

Was für ein polemischer Unsinn!

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 25. Juli 2016 - 11:24 #

Das ist genau die einseitige Polemik, die niemandem hilft. Das "Täter läuft auf deine Kinder zu"-Szenario hat mit dem Fall wirklich überhaupt nichts zu tun.

zuendy 14 Komm-Experte - 1857 - 26. Juli 2016 - 16:08 #

Dennoch hat so Einer erstmal sein absolutes Recht auf Existenz für mich verwirkt. Dieser Todesschuss hätte pauschal nicht gemusst, wie es dazu kam wird ja nun noch geklärt.

ganga Community-Moderator - P - 15587 - 25. Juli 2016 - 6:55 #

Und was hätten die Einsatzkräfte deiner Meinung nach tun sollen anstatt eine Waffe einzusetzen? Selbst ne Axt ziehen für Chancengleichheit? Ein Messer ist kaum abzuwehren ohne sich selbst zu verletzen und bei einer Axt gestaltet sich das ganze wohl kaum einfacher.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 7:00 #

Es ging Künast doch nicht darum, dass überhaupt Waffen eingesetzt wurden. Es ging darum, ob der Täter wirklich zwingend getötet werden musste. Die Frage ist völlig legitim, Zustände wie in Amerika möchte ich diesbezüglich niemals in Deutschland erleben müssen.

ganga Community-Moderator - P - 15587 - 25. Juli 2016 - 7:15 #

Der Kommentar von brundel74 liest sich für mich so als würde er generell anzweifeln ob der Einsatz einer Waffe bei einem mit Axt und Messer bewaffneten Täter überhaupt notwendig war. Vielleicht habe ich ihn da aber auch falsch verstanden.
Ich möchte auch keine Zustände wie in Amerika, wenn eine Waffe eingesetzt wird lässt sich jedoch das Töten auch generell nicht ausschließen. Zumal bei einem Täter der sich in einem engen Zugabteil befand.

endymi0n 16 Übertalent - - 5434 - 25. Juli 2016 - 7:27 #

Alleine aufgrund der gründlicheren Polizeiausbildung (in den USA 6 Monate mit militärischem Drill und der ständigen Aufforderugn die Waffe zu ziehen) wird es bei uns diese Zustände nicht geben.

Amokläufer sind - anders als viele Verbrecher (Räuber) etc schwer einzuschätzen. In diesem Fall kam man wohl über Schüsse nicht herum, ob diese mit Absicht tödlich sein müssen/waren muss im Nachgang geklärt werden.

Hedeltrollo 16 Übertalent - P - 5169 - 27. Juli 2016 - 5:57 #

Sicher? In Sachsen werden Hilfspolizisten nach 3-monatiger "Ausbildung" auf die Menschheit losgelassen. Mit Schusswaffen.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8037 - 27. Juli 2016 - 8:47 #

Hab da auch einen Artikel gelesen, aber handelt es sich nicht eher um "Handlanger" Tätigkeiten und in brenzlige Situationen werden se auch nicht einbeordert? Und nach nem Jahr haben sie die Chance auf eine Ausbildung zu einem "echten" Cop, minus die Zeit welche sie für die Light Ausbildung hatten.

Ansonsten haste recht, mir schmeckt der Gedanke auch nicht noch mehr Waffen auf den Straßen zu haben.

Hedeltrollo 16 Übertalent - P - 5169 - 27. Juli 2016 - 14:57 #

Ja, sie werden wohl eher im Objektschutz eingesetzt. Dennoch können auch diese Leute in heikle Situationen kommen, tragen Schusswaffen und haben Befugnisse, die über das Jedermannsrecht hinausreichen.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 27. Juli 2016 - 15:57 #

Klingt wie Bundeswehrsoldaten, Grundausbildung und Wachdienst

Edit: das steht auf dem Lehrplan für die Wach-P.:
Die nächsten drei Monate verbringen die ersten 50 von ihnen nun in der Hochschule, mit einem vollgestopften Lehrplan. 130 Stunden Unterricht, unter anderem in den Fächern Recht, Kommunikation, Verhaltenstraining und interkulturelle Kompetenz, außerdem 163 Stunden Waffen- und Schießausbildung.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8037 - 27. Juli 2016 - 16:13 #

Du kannst auch nen Gewerbeschein 34a - und dann noch den Schussdingens mit ranmachen, dann biste Security mit Schusswaffe. Dauert auch nicht viel länger - und der Abschluss bei der IHK ist eher ein Witz.

That said: Abwarten und Teetrinken wie sich diese Hilfssheriffs machen - bis jetzt sind ja Schusswaffen in Privathänden (denke ich) noch im grünen Bereich.

floppi 22 AAA-Gamer - - 32775 - 27. Juli 2016 - 19:16 #

Warum musste ich nur gerade an Passierschein A38 denken?

https://www.youtube.com/watch?v=lIiUR2gV0xk
:)

Hedeltrollo 16 Übertalent - P - 5169 - 29. Juli 2016 - 11:43 #

Ja schon. Allerdings wird diese Security-Ausbildung oder besser -Weiterbildung auch nicht ganz unkritisch gesehen. Die üben aber immerhin keine Hoheitsrechte aus. Seis drum. Ich wollte nur darauf hinaus, dass die Ausbildung von Leuten, die hierzulande Schusswaffen tragen dürfen, auch nicht immer top ist. Ein vollgestopfter Stundenplan sagt noch nichts über das Übungsniveau aus.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8037 - 29. Juli 2016 - 12:42 #

Da Security auf privaten Gelände eingesetzt werden, haben sie entsprechend auch mehr als nur das Jedermannsrecht.

Was die Ausbildung angeht und was dabei rauskommt - da stimme ich dir vollstens zu.

Hedeltrollo 16 Übertalent - P - 5169 - 31. Juli 2016 - 6:52 #

Das haben sie nicht. Sie dürfen weder dich doch deinen eventuell mitgeführten Rucksack oder Taschen durchsuchen. Sie dürfen dich auch nur festhalten, wenn sie dich in flagranti erwischen und müssen sofort die Polizei hinzuziehen. Das Hausrecht durchzusetzen erfordert keine hoheitlichen Befugnisse. Das darfst du bei dir zuhause ebenso.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 13:18 #

Natürlich lässt sich das nicht gänzlich ausschließen. Ich finde auch, dass Frau Künast die Frage viel zu schnell gestellt hat, aber falsch ist sie per se nicht.

Palladium 09 Triple-Talent - 339 - 25. Juli 2016 - 19:48 #

Im Gegenteil, die Frage ist richtig und wichtig. Vor allem muss sie gestellt werden dürfen.

zfpru 15 Kenner - P - 2974 - 25. Juli 2016 - 20:44 #

Aber diese Frage wird doch immer gestellt. Nach jedem Schusswaffeneinsatz der Polizei wird diese Frage nach dem jeweiligen Polizeigesetz des Bundeslandes bewertet und untersucht. Das geht von Amts wegen ohne Aufforderung auf Twitter. Das war sogar schon so bevor es Twitter gab.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 21:39 #

Ja, und? Natürlich wird dieser Frage nachgegangen. Und deswegen muss man der Frau einen Strick draus drehen und ihr sonst was unterstellen? Ehrlich, ich raff's nicht.

floppi 22 AAA-Gamer - - 32775 - 25. Juli 2016 - 21:58 #

Von außen betrachtet mag der Tweet harmlos wirken. Er ist es aber nicht. Es ist ein Schlag ins Gesicht für die Polizisten die geschossen haben und allgemein für jeden Polizisten. Die Fragestellung so kurz nach den Geschenissen impliziert, dass die Betroffenen falsch gehandelt haben, sie einen miesen Job abgeliefert haben.

Und das mit dem Wissen, dass man sich ohnehin vor einem Untersuchungsausschuss oder gar vor Gericht verantworten muss. Künast' Tweet ist das Gegenteil von Lob und Anerkennung. Ich verurteile das aufs Schärfste, allerdings hatte ich ohnehin nie viel für Künast übrig. Die Betroffenen werden das sicher mit der nötigen Professionalität nehmen, dennoch tun sie mir leid. Glücklicherweise sieht das die GdP genauso und die sollten es doch am besten beurteilen können.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 25. Juli 2016 - 21:58 #

die Partei-Kollegen haben sich sofort von Kümast distanziert. Sagt alles aus

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 22:03 #

Nur weil zig Gruppierungen die gleichen Reaktionen zeigen, müssen sie noch nicht gleich richtig sein.
Ja, ich betrachte diese Frage eher von außen. Weil das meiner Ansicht nach oftmals die gesündere Betrachtung ist, als sich davon emotional einnehmen zu lassen.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 25. Juli 2016 - 22:08 #

Ich bin mir sicher, dass keiner ein Fass aufgemacht hätte, wenn sie das am folgenden Morgen ohne den Strauss an Satzzeichen gezwitschert hätte

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 22:09 #

Mag sein. Man muss mehrfache Satzzeichen aber auch nicht überbewerten.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 25. Juli 2016 - 21:57 #

Weil alle Kräfte quasi als erstes §32 StGB und §228 BGB eingetrichtert bekommen bevor sie in der Ausbildung zur Waffe greifen dürfen? Weil wir nicht die USA sind (shoot to kill) und es hier im wesentlichen alles rechtmäßig abläuft? Weil multiple exclamation marks are a sure sign of diseased mind? Weil kein Vorbild? Weil Täter vor Opfer?

zfpru 15 Kenner - P - 2974 - 26. Juli 2016 - 18:03 #

Was habe ich bitte wem unterstellt? Stricke drehe ich auf keinen Fall. Das einzige, was ich gemacht habe, ist auf die Unoetigkeit des Tweets hinzuweisen. Der kam mir zu frueh. So schnell ist eine Antwort nicht lieferbar. Eine Untersuchung wird etwas dauern, dann gibt es eine Antwort für Frau Künast. Wahrscheinlich ist Tagespolitik dann aber mit einer anderen Frage beschäftigt.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 27. Juli 2016 - 7:15 #

Ich habe nicht Dich persönlich gemeint, sondern bezog mich allgemein auf die Anschuldigungen, denen sie ausgesetzt war / ist.

steever 16 Übertalent - P - 4931 - 25. Juli 2016 - 7:56 #

Jemand versucht mit einer Axt Menschen abzuschlachten und wird auf seiner Flucht, bei der er weiter versucht Menschen abzuschlachten, getötet. Ohne genaue Kenntnise der Sachlage erdreist sich Frau Künast kurz darauf in der Öffentlichkeit das Handeln der Polizisten zu hinterfragen. Einfach nur traurig. Das kann sie später machen, nach genügend Reflektion, Überlegung, im entsprechendem Rahmen... aber auf Twitter, als erste Reaktion von ihr, kurz nach der Tat? Traurig und kommt leider rechten Parteien wie der AfD zu Gute.

Warum können einige Politiker/innen nicht mit sozialen Medien umgehen????? Frage!

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33821 - 25. Juli 2016 - 8:23 #

Weil das Internet Neuland ist.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 13:21 #

Erdreisten? Ernsthaft? Was sagst Du dann erst zu den Kommentaren, die sie sich eingefangen hat? "Wie kann man die Tötung noch hinterfragen bei einem solchen Monster" (sinngemäß). DAS ist widerlich. Da lobe ich mir lieber eine Frage, die nach den Ursachen forscht. Frau Künast hat niemandem etwas vorgeworfen, wird aber offenbar von vielen so aufgefasst, als würde sie die Erfahrung und Fähigkeiten der Polizisten infrage stellen. Absurd.

steever 16 Übertalent - P - 4931 - 25. Juli 2016 - 13:55 #

Jep, ernsthaft. Nach dieser kurzen Zeitspanne, ohne Kenntnisse der Sachlagen und auf einer hierfür völlig unangebrachten Plattform (Twitter): Dreist, bescheuert (um die Worte des Vorsitzenden der Polizeigewerkschafft zu bennutzen) und absolut Fehl am Platze. Das hatte da nichts zu suchen. Es gehört zu den gängigen Prinzipien nach solch einem Vorfall zu ermitteln, ob die Schussabgabe gerechtfertig war oder nicht. Sie braucht nicht danach zu fragen, das ist Routine.

Wenn man schon unbedingt einen Tweet schreiben muss, dann bedeckter, ohne in eine Frage gestellte Vorwürfe. Oder einfach mal nichts schreiben, erst mit Abstand. Aber nicht jeder kann damit umgehen, der Drang alle zu kommentieren ist nicht nur in Foren groß.

Es hat sich als Notwehr herausgestellt, Täter kam aus dem Gebüsch, kam schnell auf sie zu, es waren angeglich nur noch 3-4 Armlängen zwischen Täter und Polizei. Da kommt von Frau Künast als erstes ein "Wieso konnte der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden??? Fragen!“?
Das ist mehr als nur dreist!

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 14:51 #

"Wenn man schon unbedingt einen Tweet schreiben muss, dann bedeckter, ohne in eine Frage gestellte Vorwürfe."
-> Das ist doch der Punkt: Du arbeitest wie die meisten anderen, die den Tweet doof finden, mit Unterstellungen. Und das ist wirklich ein Niveau, auf dass sich niemand herablassen sollte. Die Frage von Frau Künast war eine Frage. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich gehe ja durchaus damit konform, dass sie erst einmal erste Fakten hätte abwarten müssen, dass Twitter nicht unbedingt die richtige Plattform für solche Fragen ist usw. Aber die Anschuldigungen, die sie von Dir und anderen deswegen ertragen musste, sind nicht besser als ihr Tweet.

blobblond 19 Megatalent - 17762 - 25. Juli 2016 - 14:58 #

Ein Frage mit vier "?"?
Multiple Fragezeichen machen eine Frage nicht fragender, sondern
allenfalls lächerlicher.

Ich zitiere mal Terry Pratchett:
„Oh! Fünf Ausrufungszeichen. Ein sicherers Merkmal dafür, dass jemand seine Unterhose auf dem Kopf trägt.“

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 15:04 #

Das ist natürlich der ultimative Beweis! Entschuldige bitte, aber das Niveau der Vermutungen und Unterstellungen erreicht gerade neue Tiefpunkte.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 25. Juli 2016 - 17:00 #

Sven, oben schriebst du selbst vom "falschen" Zeitpunkt und das ist doch genau der Knackpunkt. §32 StGB wird von (deutschen) Einsatzkräften in aller Regel richtig angewandt, und da braucht die ehemalige Bundesministerin nicht unterschwellig die Rechtmäßigkeit der Aktion anzweifeln. Alles andere geht den rechtstaatlichen Weg. Die Kollegin Eckhart-G. hat da sicher besonnener gezwitschert.

steever 16 Übertalent - P - 4931 - 25. Juli 2016 - 15:34 #

Es war nur eine Frage, mehr nicht? Ernsthaft? Frau Künast wollte um kurz nach Mitternacht mal nachfragen, warum er nicht angriffsunfähig geschossen werden konnte? Mehr nicht? Kein Vorwurf, dass man vielleicht auch anders hätte handeln können? Sie wollte lediglich Antworten, auf ihre Frage und konnte nicht den nächsten Morgen abwarten, um die Frage beantwortet zu bekommen? ("Dass es Notwehr war, die Polizisten nur noch wenigen Sekunden hatten, um zu handeln, bevor der Täter mit erhobener Axt sie erreicht.")

Wozu die Frage überhaupt? Nach solch einer Schussabgabe wird die Notwendigkeit immer untersucht. War ihr das nicht klar?

Und eine Frage kann sehr wohl mehr als nur eine Frage sein. Wenn ich jemanden frage: "Bist du dumm?", dann ist das vielleicht auch nur eine Frage, kann aber anders rüberkommen, als Beleidigung. Wenn ich jemanden frage: "Musste das sein?", dann ist das vielleicht auch nur eine Frage, kann aber ebenso anders rüberkommen, als hätte es nicht sein müssen, als Vorwurf... so wie hier.

Wenn alle, einschließlich Polizei, Staatsanwaltschaft und Co. es als Vorwurf empfinden (um es noch nett auszudrücken), dann muss man sich die Frage stellen, ob nun alle Frau Künast falsch verstehen oder ob es vielleicht doch an Frau Künast lag, sie ihr Twitterverhalten eventuell mal überdenken sollte.

Es geht hierbei ja nicht um's Hinterfragen per se. Wenn der Täter z.B. mit erhobenen Händen und/oder aus weiter Ferne erschossen worden wäre, dann wären solche Fragen angebracht, nach (!) genauer Kenntnis der Sachlage. Wobei auch überhaupt nicht notwendig, da diesen Fragen in Deutschland automatisch immer nachgegangen werden. Zu dem Zeitpunkt war aber noch nichts klar und dennoch kam dieser Tweet, der total daneben war.

Polizei hatte wenige Sekunden zu entscheiden, den Täter der mit erhobener Axt auf sie zustürmt und vorher ein Massaker in einem Zug angerichtet hat, zu erschießen und "nur" bewegungsunfähig zu machen...
Und da kommt von jemanden, der gemütlich in seinem Bett liegt oder auf dem Sofa sitzt in einem Tweet "ja, musste das denn sein?" und es soll nicht als Vorwurf aufgefasst werden, nur als simple Frage? Ach bitte. ;) Natürlich ist das Tiefschlag für die Polizisten vor Ort, der nicht hätte sein müssen. Da könnte ich mal Dieter Nuhr für Frau Künast zitieren, passend wäre es.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 21:44 #

Vielleicht wollte sie aber auch einfach nur die Thematik hinter dieser Frage mehr in die Öffentlichkeit rücken, denn in aller Regel werden die Ergebnisse solcher Untersuchungen nicht öffentlich gemacht. Müssen sie auch nicht, können sie aber ruhig.
Ich finde die Reaktionen darauf jedenfalls ziemlich bezeichnend (nicht speziell Deine), sie zeigen deutlich, dass dieser Frage gerne auch mal öffentlich nachgegangen werden kann. Nicht wenige deutsche Bürger scheinen es ja völlig richtig zu finden, dass der Täter erschossen wurde. War ja schließlich ein "Monster".

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 25. Juli 2016 - 22:12 #

Wer mit einer Axt auf Leute losgeht und ihnen mehrfach ins Gesicht damit schlägt, ist für mich ein Monster. Was denn sonst? Und nein, man sollte ein solches Monster nicht erschießen, sondern gefangennehmen und rechtskräftig verurteilen, und idealerweise im Prozess herausarbeiten, wie aus einem Menschen so ein Monster werden konnte. Aber dass ein Polizist auch nur ein minimales Eigenrisiko auf sich nehmen soll, einen auf ihn zukommenden Angreifer mit Axt nicht-lethal zu stoppen, will mir nicht in den Kopf.

Und Künast hätte eine Nacht drüber schlafen sollen und dann die Formulierung überdenken sowie weniger Fragezeichen benutzen. So aber wirkte ihr Tweet zumindest auf mich einseitig und vorverurteilend. Das war doch einfach ein Beißreflex zu später Stunde. Ich vermute, das sieht sie selbst so mittlerweile. Mögliche Polizeigewalt deckt man nicht mitten in der Nacht vom Sofa oder vermutlich eher dem Rücksitz einer Dienst-Limousine auf, in Unkenntnis jeglicher Fakten.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 25. Juli 2016 - 22:17 #

Wollt ich oben tippen, sie hat eingeräumt, die Länge eines tweets sei ungeeignet so einen Sachverhalt hinreichend präzise auszuformulieren.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 22:18 #

"Was denn sonst?"
-> Ein Mensch mit einer Vorgeschichte? Ich will Täter ganz sicher nicht verteidigen, aber solche Menschen einfach als Monster abzustempeln ist ganz sicher nicht das richtige Signal.

"Aber dass ein Polizist auch nur ein minimales Eigenrisiko auf sich nehmen soll, einen auf ihn zukommenden Angreifer mit Axt nicht-lethal zu stoppen, will mir nicht in den Kopf."
-> Habe ich wo behauptet? Oder Frau Künast?

"So aber wirkte ihr Tweet zumindest auf mich einseitig und vorverurteilend. Ich vermute, das sieht sie selbst so mittlerweile."
-> Ja, vermutlich. Kann ich sogar nachvollziehen, dass er so wirkte. Das bedeutet aber nicht, dass sie es auch so gemeint hat, wovon aber offenbar die Internet-Gemeinde felsenfest von überzeugt war. Immerhin impliziert Dein letzter Satz, dass Du davon nicht ganz so felsenfest überzeugt bist.

floppi 22 AAA-Gamer - - 32775 - 25. Juli 2016 - 22:26 #

Ein Spitzenpolitiker sollte die nötige Rhetorik beherrschen, die Wirkung ihres Tweets sollte ihr bewusst sein. Das war aber eines Spitzenpolitikers nicht würdig, nicht mal annähernd. Das war rechtspopulistisches Niveau, öffentlichwirksam und stark polarisierend um im Nachhinein zu sagen, so wäre das ja gar nicht gemeint. Das war Dumm und das muss sie sich nun auch vorhalten lassen. Völlig zurecht.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 25. Juli 2016 - 22:31 #

Niemand stempelt "solche Menschen" ab. Dieser Mensch wurde nicht als Monster geboren. Und natürlich hatte er eine Vorgeschichte. Doch er ist mit großer Sicherheit aus eigenem Antrieb zum Monster geworden, durch seine Tat. Vielleicht stand er aber unter Drogen und wurde komplett gehirngewaschen und zur Tat angestiftet. Unwahrscheinlich, aber das hätte dann ein Gericht herauzuarbeiten gehabt, das auf verminderte Schuldfähigkeit entscheiden hätte können. Vielleicht hätte er im Gefängnis seine Tat bereuen und wieder zum Mitglied der menschlichen Gemeinschaft werden können. Aber zum Zeitpunkt der Tat und durch seine Tat war er ein Monster.

Mein letzter Halbsatz war zudem nicht auf mich gemünzt, sondern auf Frau Künast. Oder welche Fakten konnte sie deiner Meinung nach kennen zu diesem Zeitpunkt?

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 26. Juli 2016 - 10:43 #

Die Tat war widerlich und absolut nicht entschuldbar. Trotzdem: Dieser Mensch war dennoch ein Mensch, kein Monster. Auch nicht während der Tat. Ich gebe zu, auch mir fällt es mitunter schwer, Menschen nicht als Monster zu bezeichnen. Bei jemandem, der religionsfanatisch und selbstmörderisch sich und andere Menschen in die Luft sprengt, da fällt mir auch schon fast nichts anderes mehr zu ein. Dennoch finde ich persönlich es wichtig, diese Grenze zu wahren, sie nicht zu überschreiten. Täte ich es, würde ich solchen Menschen jegliche Menschlichkeit berauben und das kann es nicht sein. Auch Massenmörder leiden, lieben, freuen sich, fühlen mit. Sie sind nicht durch und durch böse, auch nicht während der Tat, aber genau das müssten sie sein, damit sie "Monster" wären. Die Taten sind monströs.
Ansonsten stimme ich Dir soweit zu.

"Mein letzter Halbsatz war zudem nicht auf mich gemünzt, sondern auf Frau Künast. Oder welche Fakten konnte sie deiner Meinung nach kennen zu diesem Zeitpunkt?"
-> Ich meinte den letzten Satz, den ich von Dir zitiert habe. Sorry für das Missverständnis.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 26. Juli 2016 - 10:53 #

Kann ich so nachvollziehen, nur folge ich dir in dem Punkt halt nicht: Ein "Monster" (das wäre normalerweise nicht meine Wortwahl, ist mir zu theatralisch) ist man aus meiner Sicht nicht nur, wenn man durch und durch böse ist. Das ist vermutlich niemand. Für seine Geliebte war ein gewisser Oberlippenbartträger nicht böse, für seine Schäferhündin auch nicht. Aber ich mag da nicht nach dem theoretisch oder praktisch irgendwo versteckten Guten in einem Attentäter suchen, oder mir Gedanken machen, wie dieser arme junge Mann von der bösen Welt seelisch so verunstaltet werden konnte. Mir reicht da die monströse Tat. Ob sie begangen wird, weil jemand einen Hass auf die Welt hat, einen Hass auf Blonde/Schwarze/wen-auch-immer oder weil er glaubt, damit die Welt zu verbessern, das ist mir völlig egal.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 26. Juli 2016 - 10:59 #

Naja, ich mache mir ja auch nicht bei jedem Blutbad Gedanken wie "Was war das wohl für ein Mensch?", "Was hat ihn dazu getrieben?". Ganz sicher nicht, ist mir in der Regel auch völlig egal, ebenso wie Dir. Mir reicht da das "Wissen", dass auf jeden Menschen zutrifft, was ich beschrieben habe, um ihn nicht zum Monster / Wahnsinnigen zu reduzieren.
Nichtsdestotrotz: Dein Standpunkt ist für mich durchaus nachvollziehbar.

CBR 20 Gold-Gamer - P - 20294 - 25. Juli 2016 - 14:49 #

Die Frage kann durchaus gestellt werden. Aber nicht auf dem Wege, auf dem Frau Künast dies getan hat.

Stichwort: "Erst informieren, dann posten." (bezogen auf Frau Künast)

In der Art, in der Frau Künast dies getan hat, kam dies einer Vorverurteilung gleich.

kommentarabo 14 Komm-Experte - 1953 - 25. Juli 2016 - 16:51 #

"Da lobe ich mir lieber eine Frage, die nach den Ursachen forscht."

also, mir scheint das auch ein sehr unpassender anlass, um nach den ursachen von polizeigewalt zu forschen. oder nach welchen ursachen soll sie denn sonst forschen, mit der frage?

da halte ich es wieder mit der faz: so twittert man für die afd. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/renate-kuenasts-tweet-ueber-den-zug-attentaeter-von-wuerzburg-14347745.html

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 26. Juli 2016 - 9:50 #

Ich finde das keinen falschen Anlass: Gerade wenn jederman sagt, "klar, war garantiert Notwehr" (oder gar: "Gut, dass sie den über den Haufen geschossen haben") ist die obligatorische Prüfung wichtig. Aber Tweet-Timing und -Formulierung waren tendenziös aus meiner Sicht.

Sie hätte tagsdrauf einfach daran erinnern sollen, dass auch in diesem Fall geprüft wird, ob der Schusswaffeneinsatz gerechtfertigt war. Damit hätte sie aber nicht so schön konträr die Anti-Polizeiwillkür-Mahnerin geben können.

Aber man sollte das auch nicht aufbauschen: Auch unsere lieben Politiker hauen viel Mist raus, wenn der Tag lang und das Smartphone nahe ist.

Myxim 15 Kenner - P - 2745 - 29. Juli 2016 - 19:51 #

Die Frage ist ob man in einer solchen Situation Zeit hat gezielt in die Beine zu schiessen wenn einer mit einer Stichwaffe auf Dich zu kommt. Ich denke zwar, der gemeine Polizist hat sicher mehr Übung als der gemeine Bürger, aber in einer solchen Situation geht für mich die Eigensicherung vor. Ich denke mal, dass der Schuss sicherlich erst einmal zur Mannstoppung gedacht war, und nicht gezielt tödlich wirken sollte. In den USA haben wir da ganz andere Probleme, vor allem wenn man farbig ist, wie es scheint.

blobblond 19 Megatalent - 17762 - 30. Juli 2016 - 3:03 #

Das sogenannte "shooting to wound", also das Schiessen, um zu Verletzten, funktioniert nur im Film. Einen Täter nur in die Arme und Beine zu schiessen wäre sogar für John Wayne schwierig, die Trefferfläche ist dafür zu klein. Wenn ein Polizist sich entscheidet zu schiessen, dann geschieht das unter enormem Druck und wenn er sich einer grossen Bedrohung ausgesetzt sieht. Der Polizist müsse zudem auf ein Ziel schiessen, das sich schnell bewegt. Diese Faktoren mache gezielte Schüsse extrem schwierig.
Polizisten sind darauf trainiert, auf das Zentrum des Körpers zu schiessen, also auf die Brust, die größte Trefferfläche. Denn so sei die Wahrscheinlichkeit am grössten, die Bedrohung zu stoppen.
Schau dir mal das Video an:
https://m.youtube.com/watch?v=J_KJ1R2PCMM

Wäre dafür, das Frau Künast oder auch jeder der ruft, "auf die Beine schießen" mal bei so einer Simulation mitmacht, damit sie mal selbst erleben wie wenig Zeit man in solchen Situationen hat.

antares 11 Forenversteher - P - 629 - 25. Juli 2016 - 10:50 #

Ich drücke es jetzt mal ein wenig provokativ aus: Wenn man mit erhobener Axt aus einem Gebüsch Mitglieder eines SEK anspringt, dann geht man ein gewisses Risiko ein erschossen zu werden. Für mich ist das absolut nachvollziehbar.

blobblond 19 Megatalent - 17762 - 25. Juli 2016 - 11:30 #

Einen geistig nicht zurechnungsfähingen mit Axt und Messer bewaffneten Täter, hält man mit schüssen auf die Beine nicht auf. Auch beim Täter werden Adrenalin und Endorphine ausgeschüttet, und gerade Endorphine haben tatsächlich eine Art schmerzstillende Wirkung.
Ein bewaffneten Täter ist gerade zu vollen gepumpt mit Adrenalin, Endorphinen und teilweise anderen chemischen Drogen, den hält man nicht so einfach auf.
Außerdem ist nicht gesagt das man Beinschüsse überlebt, wenn man Pech hat trifft die Kugel die Beckenarterie, Oberschenkelarterie oder auch die Unterschenkelarterie.
Schüsse auf Arme und Schultern fallen auch weg, zu kleine Trefferfläche um einen Präzisionsschüss in 2-3 Sekunden abzusetzen, dazu verlaufen auch dort Arterien.
Auch Gummiegeschosse, Tränengas und Elektroschocker können tödliche wirken bzw. den Täter nicht stoppen.
Auch Gummieprojektile können in den Körper eintretten. Oder wie beim Iñigo Cabacas, eines Fan von Athletic Bilbao, zu einen Schädelbruch und damit zu erhebliche Hirnverletzungen führen.
Künast Kommentar kann ich nicht nachvollziehen, da sie keine Ahnung zu haben scheint.

Fairfax 11 Forenversteher - 679 - 24. Juli 2016 - 21:58 #

Nervt mich im Moment auch ziemlich, dass sofort wieder einfache Schlagwörter in Form von "Killerspielen" und "strengeres Waffenverbot" aufkommen. Leider wissen eben unsere Uralt-Politiker darauf überhaupt keine Antworten mehr. Während andere Nationen (Österreich) sich mittlerweile trauen auch sehr junge Menschen mit hoher politischer Verantwortung zu betrauen, müssen wir in vielen Fällen mit ahnungslosen Fossilen Vorlieb nehmen.
Ich denke allerdings, dass die Medien mittlerweile Computerspiele so weit in den Mainstream aufgenommen haben und Reporter dort mittlerweile auch ein so niedriges Alter haben, dass die Diskussion schnell sachlich geführt wird.

Völlig unabhängig von den aktuellen Ereignissen und dieser Tat frage ich mich persönlich aber schon lange, woher diese extreme Massenpopularität der Ego-Shooter herkommt. Bis auf wenige gute (Bioshock, Half-Life z.B.) find ich besonders dieses ganze Militär-Zeug sowas von langweilig und austauschbar... Es gab mal eine Hochzeit von Adventures, dann eine Hochzeit von Echtzeit-Strategie und jetzt eine Hochzeit von Ego-Shootern. Ich finde grundsätzlich ist diese Fixierung der Industrie auf die Spielmechanik Ego-Shooter (Story erzählen, während man Gegner mit Waffe ausschaltet) sehr langweilig, unkreativ und faul. Klar, die Industrie gibt den Leuten was sie wollen und was sich verkauft. Und da finde ich es schon verstörend, dass die heutige Jugend fast ausschließlich auf Ego-Shooter abfährt und andere Genres ein Nischendasein führen... einzige Rollenspiele scheinen da wegen ihren Immersionspotentials gerade aufzukommen

Deepstar 14 Komm-Experte - P - 2658 - 24. Juli 2016 - 21:56 #

Alles ziemlich seltsam. Vor 15 Jahren hat man das ja noch irgendwie alles akzeptiert, da waren Videospiele auch noch gar nicht so in der Gesellschaft etabliert.

Jetzt sind weitere 15 Jahre vergangen und man könnte ja durchaus meinen, dass die "Zockergeneration" mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft und damit in der Politik angekommen ist. Haben hier auf GG doch auch schon viele 30, 40 und 50-jährige.

Aber vielleicht dauert es doch noch einmal weitere 15 Jahre... dann ist Doom knapp 40...

DocRock 13 Koop-Gamer - 1215 - 24. Juli 2016 - 22:09 #

Zockende Berufspolitiker wirst du wahrscheinlich auch in 150 Jahren nicht finden...

EddieDean 14 Komm-Experte - P - 2326 - 24. Juli 2016 - 23:10 #

Bei deren Arbeitspensum werden die auch keine Zeit dafür haben.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33821 - 25. Juli 2016 - 6:27 #

Aber wenigstens Leute, die in ihrer Jugend mal gezockt haben. Und zwar nicht Pacman, sondern Doom.

Borin 13 Koop-Gamer - 1685 - 25. Juli 2016 - 9:09 #

Ich kenne zwei Berufspoliter_innen, die früher gespielt haben. Der eine hat u.a. auch Shooter gespielt, die andere hat(te) Nintendokonsolen.
Jetzt haben die aber sicherlich kaum oder keine Zeit mehr.

Technikus 13 Koop-Gamer - P - 1361 - 24. Juli 2016 - 22:05 #

Ich bin überrascht nun doch wieder Counter-Strike und Konsorten im Visier zu sehen, dabei ist doch gerade Pokémon Go so angesagt und wird von absolut jedem (und damit automatisch auch allen künftigen Amokläufern und Bombengürtel-Terroristen) gespielt. Mindestens der großen deutschen Tageszeitung mit den vier Buchstaben hätte ich folgende Schlagzeile zugetraut: "Der Trainer mit dem irren Blick: Pokémon Go gab seinem Leben einen Sinn. Dann nahmen sie ihm die Arena."

Bluff Eversmoking 13 Koop-Gamer - P - 1480 - 28. Juli 2016 - 13:00 #

Bei "Pokemon Go" geht es nicht darum, Gegnern mit einem Gewehr in den Kopf zu schießen. Die Spielmechanik von "Pokemon Go" belohnt auch keine Schüsse in den Kopf des Gegners. Sie läßt das nicht mal zu und sie schlägt dies auch nicht als bevorzugte Problemlösung vor.

endymi0n 16 Übertalent - - 5434 - 28. Juli 2016 - 13:09 #

http://www.welt.de/vermischtes/article157344383/Messerstecherei-unter-Pokemon-Go-Spielern.html

"Einige Fans von 'Pokémon Go' macht die Jagd nach Monstern offenbar äußerst aggressiv: In einem Bremer Stadtpark lieferten sich die jungen Männer eine wilde Schlägerei, auch ein Messer kam zum Einsatz."

Aladan 21 Motivator - - 28680 - 24. Juli 2016 - 22:07 #

Was da momentan für Kot im Fernsehen verbreitet wird bestärkt einfach das Gefühl, dass dieses Medium nur noch gut Oma Erna vorgesehen ist.

Bloß nicht tiefgründig erklären sondern sinnfreie Parolen senden, um die plumpe uninformierte Masse in die gewünschte Richtung zu lenken.

Danke für das Länger lästert,aber das Thema nervt wirklich ohne Ende. Es zeigt auf einfachste Weise, wie Fehlinformationen verbreitet werden, bis sie zu Tatsache und Fakten werden..

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 24. Juli 2016 - 22:14 #

Das ist doch zu sehr Stammtischparole. Unterschiedliche Meinungen kommen zu Tage:
[bei Plasberg]:
der NDR Reporter: das Internet ist nicht böse
der Polizei-Pressesprecher: auch wenn drei Kriterien (Counterstrike, Amok-Literatur und Punkt 3) erfüllt sind, ist das kein klares Indiz für einen potentielle Täterschaft, Rechtfertigung für Rasterfahndung oder [den totalitären Staat] {letzteres hat er nicht gesagt}

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 24. Juli 2016 - 23:57 #

Der Pressesprecher der Polizei München ist aber wirklich klasse. Der hat schon am Tag der Tat sehr besonnen reagiert, war super informiert und extrem gelassen auch angesichts der x-ten identischen Frage. Das war vorbildliche Arbeit.

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13884 - 25. Juli 2016 - 0:00 #

Stimmt, der Mann ist echt Erstklassig. Hat sich sich nicht durch provokante Suggestivfragen aus der Ruhe bringen lassen und Souveränität ausgestrahlt.

Aladan 21 Motivator - - 28680 - 25. Juli 2016 - 5:02 #

Selbst im Morgenmagazin wird extra erwähnt, er hätte Ego Shooter konsumiert. Hier natürlich wieder als "Killerspiele" deklariert.

DocRock 13 Koop-Gamer - 1215 - 24. Juli 2016 - 22:08 #

Also ok, sagen wir mal so: früher hätte ich das Killerspiel-Argument auch in die Tonne gehauen. Aber wer mal ein paar Runden Moba, WoT oder CS spielt, der fragt sich manchmal wo er da gelandet ist wenn man so den Chat betrachtet. Ich hab sowas früher nicht rausgehauen, man denke nur an das allseits beliebte "I hope you get cancer and die".

Es wäre also gar nicht mal so schlecht, in der Computerspielewelt zu schauen, was man gegen die Sitten und Gebräuche da tun kann bzw. vom Gesetzgeber auch vorschreiben. Und zwar mehr als irgendwelche Pseudo-Chat-Banns. Vorstellen könnte ich mir z.B. die zwangsweise Hinterlegung der echten Personendaten, so dass man eben nicht mehr anonym rumpöbeln kann. Muss ja nicht öffentlich sein, nur auf dem Firmenserver verschlüsselt oder sowas.

Das hat natürlich jetzt relativ wenig damit zu tun, was Politik-Aktionisten wieder wollen (Verbot für alles für alle etc). Aber was machen könnte man schon. Im übrigen finde ich politische Einflussnahme auf einer Gamingseite immer etwas schwierig. Das aber mal ganz unabhängig vom Thema.

De Vloek 14 Komm-Experte - P - 1878 - 25. Juli 2016 - 4:51 #

Ich glaube dass ein Datenhinterlegungszwang nix bringt, selbst wenn es eine gesetzliche Grundlage gäbe die solches Verhalten unter Strafe stellt (was meines Wissens nach nicht der Fall ist). Idioten und Arschlöchern ist sowas völlig egal, die sind einfach so drauf.
Bei mir aufm Server (DayZ, ich liebe dieses Spiel aber so viele Idioten hab ich noch nie bei einem Online-Spiel erlebt) wird jeder der rumpöbelt sofort permagebannt ohne Diskussion. Das ist das einzige was hilft, auch wenn sich dadurch das Problem vielleicht nur verlagert auf andere Server (gibt genug wo sowas toleriert wird) oder im schlimmsten Fall ins RL. Anderseits, ohne das "Ventil" Online-Spiel würden diese Menschen vielleicht direkt auf die Strasse gehen und rumstressen.

Mclane 18 Doppel-Voter - P - 11871 - 24. Juli 2016 - 22:09 #

Ich bin 49 und spiele seit meinem 14. Geburtstag Computerspiele. Darunter eine Menge Shooter verschiedenster Bauart und Güte. Ich pflege bei solchen Diskussionen immer darauf hinzuweisen, dass ich in der Realität noch keinen abgemurkst habe. Obwohl mir der Gedanke hin und wieder kam. Ich trainiere auch viele Jahre verschiedene Kampfsportarten ohne je eine Prügelei vom Zaun gebrochen zu haben. Allerdings hatte ich auch früher panische Angst vor Spinnen. Und nach tausenden von virtuellen Spinnen die ich erschlagen, erschossen und mit Zaubersprüchen gegrillt habe, sind mir die echten inzwischen auch völlig egal geworden. Also, das da gar keine Übertragung stattfindet würde ich so nicht unterschreiben. Aber wo soll man da mit Verboten anfangen und vor allem wo soll man aufhören.

De Vloek 14 Komm-Experte - P - 1878 - 25. Juli 2016 - 6:25 #

Ich habe als i-Dötzchen schon Wolfenstein 3D gespielt, während meiner Jugend am liebsten brutale Shooter, und heutzutage zocke ich gerne realistische Militärsimulationen.
Ich glaube aber nicht dass diese Spiele irgendeine Art von negativen Einfluss auf mein Verhalten haben. Ich lehne jede Art von Gewalt ab. Ich habe mich noch nie im Leben geprügelt. Waffen sind mir total fremd, mit nem Luftgewehr auf Dosen schiessen war das krasseste was ich jemals gemacht habe ;)

Es gibt allerdings Spiele, die eindeutig positiven Einfluss ausgeübt haben, zB meine Englisch- und Geschichtskenntnisse, Reaktionsfähigkeit, logisches Denken verbessert haben.
Insofern stimme dir zu, ein gewisser Einfluss ist nicht von der Hand zu weisen. Es muss aber kein negativer sein, und ich hab noch nie was wissenschaftlich Fundiertes über die Schädlichkeit von Computerspielen gehört.

Es liegt immer am Menschen selbst, egal ob es sich um Gewalttäter, Suchtkranke oder eben Amokläufer handelt. Da ist ein gewisses Grundpotential vorhanden, völlig egal ob der jenige dann Egoshooter spielt, Horrorfilme schaut oder Marilyn Manson hört.

Daher lehne ich jegliche Verbote ab, das bringt so viel wie manch andres Verbot auch, nämlich garnix. Obwohl... man könne ja erstmal bei der Firma Glock ansetzen, dann mit Heckler&Koch weitermachen, bis hin zu Rheinmetall, Krauss Maffei Wegmann usw, bis sie alle weg sind. Das wäre mal was, da würde sich der Pazifist in mir freuen :P

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 6:33 #

"Es liegt immer am Menschen selbst, egal ob es sich um Gewalttäter, Suchtkranke oder eben Amokläufer handelt. Da ist ein gewisses Grundpotential vorhanden, völlig egal ob der jenige dann Egoshooter spielt, Horrorfilme schaut oder Marilyn Manson hört."
-> Das ist etwas kurz gedacht. Du schreibst ja selbst von Grundpotential und genau das ist es beim Menschen selbst: Grundpotential. Viel wichtiger als dieses ist jedoch das soziale Umfeld des Menschen.

De Vloek 14 Komm-Experte - P - 1878 - 25. Juli 2016 - 7:35 #

Ja da ist was dran, das hatte ich bisher nicht bedacht. Wenn das soziale Umfeld ein gutes ist, können auch Menschen mit gewalttätigen Tendenzen den Dreh noch kriegen. Oder umgekehrt, ein eigentlich friedlicher Mensch wird durch seine Mitmenschen in den Wahnsinn getrieben, salopp gesagt.
Das Umfeld aus Familie, Freunden, Mitschülern, Nachbarn usw wird heutzutage noch ergänzt durch Facebookfreunde, Chatbekanntschaften, Clanmates usw, dass erhöht wohl die Chance an den Falschen zu geraten. Keine Ahnung ob sowas im aktuellen Fall ein Rolle spielt, aber es wäre ja nicht das erste mal, dass Internet-Trolle jemanden zum Äussersten treiben.

Bluff Eversmoking 13 Koop-Gamer - P - 1480 - 25. Juli 2016 - 7:37 #

Du hast noch niemanden abgekurkst. Aber bei quasi jedem bundesdeutsche Amokläufer sind nun mal Killerspiele gefunden worden. Es gibt offensichtlich sehr wohl einen Zusammenhang zwischen kaputten Inhalten auf dem Computer und kaputten Gehirnwindungen, zumal bei deckungsgleichen Inhalten.

Thomas Schmitz Freier Redakteur - 2685 - 25. Juli 2016 - 8:20 #

Nun ja - die Amokläufer waren alle jung, und junge Menschen spielen eben doch sehr häufig, vor allen Dingen junge Männer. Deshalb würde ich hier noch keinen Zusammenhang zwischen Amoklauf und Spiel ziehen.

Bluff Eversmoking 13 Koop-Gamer - P - 1480 - 25. Juli 2016 - 8:30 #

Aber sie haben eben nicht übereinstimmend Mario Kart oder Infocom-Adventures gespielt.

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 25. Juli 2016 - 9:57 #

Weißt du das? Ich habe immer nur gesehen, dass sie Counterstrike spielen sollen (auch die, die es gar nicht hatten), und ein Zweitspiel war offenbar nicht vorhanden.
Ich hatte bei der gesamten Berichterstattung immer nur den Eindruck, die Journalisten kennen nur dieses eine Spiel...

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 25. Juli 2016 - 11:30 #

Sie haben auch nie gegessen, denn wenn sie gegessen hätten, wäre man darüber sicherlich informiert worden. Ich habe aber nie eine Brotfund-Meldung gelesen.

Vielleicht sollte man einfach allen, die nichts essen, Brot aufzwingen, dann gibt es keine Amokläufer mehr.

Bluff Eversmoking 13 Koop-Gamer - P - 1480 - 25. Juli 2016 - 15:01 #

Es gibt keinen logischen Zusammenhang zwischen Brot und Gewalt. Es gibt aber ganz offenbar einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem uneingeschränkt positiv dargestellten Abschlachten von Menschen in einem Spiel, in einem Film und in der Realität.

Und jede Problemklientel reagiert auf die immer gleiche Art, wenn man ihr Problem benennt. Ganz gleich, ob es ums Rauchen geht, um Tempolimits auf der Autobahn oder um gewaltverherrlichende Spiele:

1. Reflexempörung
2. Problem leugnen
3. Problem verharmlosen
4. Problem relativieren

Gähn.

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 25. Juli 2016 - 16:27 #

Und die Leute, die meinen, irgendwo ganz klar einen Zusammenhang entdeckt zu haben, verfolgen auch immer die gleiche Pseudo-Argumentation.

Wer hat denn hier die Abwesenheit von Mario-Spielen als vermeintliche Tatsache in den Raum gestellt?

Gähn.

Bluff Eversmoking 13 Koop-Gamer - P - 1480 - 25. Juli 2016 - 18:08 #

Das ist keine "Pseudo-Argumentation", sondern ein berechtigter Einwand auf deinen völlig grotesken Brot-Amoklauf-Relativierungsversuch.

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 26. Juli 2016 - 1:18 #

Aha, es ist also berechtigt, einfach mal so anzunehmen, dass niemand von den Amokläufern Mario gespielt hat, ohne es zu wissen. Genau. Und was kommt als nächstes?

Natürlich war mein Brot-Vergleich grotesk. Es war sein Zweck, unberechtigt zu sein.

Bluff Eversmoking 13 Koop-Gamer - P - 1480 - 28. Juli 2016 - 12:53 #

Hätte man bei den bekannten Amokläufern sonstige Spiele als gemeinsamen Faktor vorgefunden, wäre das in den Medien gemeldet worden, und es wäre ein Dauerthema in den entsprechenden Fachkreisen (Kriminalistik, forensische Psychiatrie etc.)

Das ist aber nicht der Fall, und ich wüßte auch nicht, inwiefern Zelda, Mario, Turrican, Sonic Hedgehog oder Crash Badicoot jemanden zum Morden animieren sollten.

Stattdessen findet man bei den meisten Tätern Spiele, die der späteren Tat in der Ausführung eindeutig entsprechen. Und du versuchst, diesen völlig offensichtlichen Zusammenhang in Frage zu stellen. Das ist doch kaum ernstzunehmen.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8037 - 28. Juli 2016 - 12:59 #

Mal so reingegrätscht: Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie mich Counter Strike zum Morden animieren soll, oder wenn wir so banal sind - irgendein Spiel.

Die Aussage was "eindeutig" ist und nicht, im Bezug auf Menschen die "eindeutig" anders Ticken - ist eine Sache für Psychologen, Ärzte und Therapeuten, der Rest dürfte durchaus Unqualifiziert sein die vor sich Aktionistisch hinblubbern.

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 29. Juli 2016 - 8:41 #

Kaum ernstzunehmen ist dein Versuch, aus Unbekanntem Tatsachen zu machen und daraus irgendetwas abzuleiten. Selbst die "offensichtlichen" Zusammenhänge, die du aus bekannten Informationen kreierst, sind außerordentlich abenteuerlich. Wenn die Welt so einfach wäre, hätten wir keine Probleme mehr. Aber zum Glück ist nicht jeder so schnell mit zweifelhaften Wahrheiten bei der Hand.

Myxim 15 Kenner - P - 2745 - 29. Juli 2016 - 19:59 #

Es ist wie die Fragestellung was zuerst da war, das Ei oder die Henne. Ich gehe davon aus, dass jemand, der gewisse gewaltätige Veranlagungen hat, sicherlich auch den einen oder anderen Shooter dann hat, sofern er PC spielt. Nur ist da das Spiel eher ein Hinweis das er solche Neigungen haben könnte, aber nicht muss und vor allem sicherlich nicht Auslöser. Ich denke auch das eine oder andere Spiel wird auf den Platten sein, das jugendfrei ist, nur erzeugt dies keine Schlagzeile.

Harley Skin 09 Triple-Talent - 293 - 24. Juli 2016 - 22:15 #

Wenn ich als labiler Mensch, mit psychischen Erkrankungen, so wie z.b. der Amokläufer Spiele den ganzen Tag spiele, wo es nur ums Töten geht und er sich damit identifizieren kann, dann kann das durchaus ein Auslöser in diesem Moment für eine Amok Tat sein!

Ähnlich verhält es sich beim Konsum von Horrorfilmen. Schauen psychisch labile Personen 10 Stück am Tag und nichts anderes, können auch diese Auslösung einer Tat werden.

Man müsste, um absolut sicher zu gehen, eine Art Gesundheitszeugnis einführen, das man vor dem Kauf eines Produktes einreichen muss. Dies ist aber mit unseren Gesetzen nicht durchführbar.

Ich erlebe es ja tagtäglich in der Nachbarschaft. Dort gibt es auch einen 16 Jährigen, der Counterstrike tagein und tagaus spielt. Oft höre ich das Geschrei am Fenster wie "Verf.. Hu..söhne ich bring euch alle um". Sieht man diese Person später am Abend auf der Straße, merkt man aus seinen Unterhaltungen, das immer noch sehr viel Aggressivität in seiner Stimme liegt, bedingt durch das vorherige Dauerspielen!

Nicht jeder ist halt labil oder psychisch krank. Ich selbst habe auch des Öfteren mal Horrorshooter wie Undying oder auch Painkiller gespielt, aber ich spiele diese nur wegen der Atmosphäre und nicht, weil ich in diesen Spielen irgend eine Art Person sehe, von denen ich der festen Überzeugung bin, mich mit ihr identifizieren zu können!

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 25. Juli 2016 - 0:03 #

Ich würde wetten, der Typ wäre auch aggro wenn er nie gezockt hätte. Ich habe mal in einer WG mit nem klassischen "Ghetto-Kid" wohnen müssen. Seine Kumpels konnten mit Zocken nichts anfangen. Dennoch haben sie sich dauernd als H*rensöhne bezeichnet, mit Leuten Streit angefangen weil sie Bock drauf hatten und waren auch sonst in ihrer Grundhaltung extrem Aggro.

Solche Menschen gibt es, gab es schon immer, wird es wohl leider immer geben. Ich bin da sogar froh wenn sie, wie mein damaliger Mitbewohner, ihre Aggressionen im Multiplayergame rauslassen als wenn sie, wie seine Kumpels, auf der Straße Leute aufmischen. Wie gesagt, ohne je GTA gespielt zu haben (damals war GTA 3 gerade sehr populär ;) ).

De Vloek 14 Komm-Experte - P - 1878 - 25. Juli 2016 - 5:28 #

So einen Kandidaten kenne ich auch. Der kann mit Videospielen nicht viel anfangen, unter anderem weil er einfach keine Geduld dazu hat und nicht lernwillig/fähig ist. Ansonsten hat er immer ein Messer in der Tasche, pöbelt gerne wildfremde Menschen an und rastet auch mal aus, dass man es mit der Angst zu tun bekommt.

Ich könnte mir vorstellen, wenn der mal intensiv GTA oder sonstiges zocken (und im besten Fall noch Alkohol und Drogen weglassen) würde, könnten sich die Aggressionen in der virtuellen Welt entladen statt in der realen.

Andererseits, womöglich machen brutale Spiele so nen Aggro-Typen nur noch aggressiver, oder die Grenzen zwischen virtueller und realer Welt verschimmen. Vielleicht sollten sich psychisch labile Menschen doch lieber von Spielen fernhalten, die aggressive Herangehensweise erfordern, und lieber Knobel- oder Sportspiele zocken.

Aber was weiss ich schon, ich kann den Menschen ja nur vorn Kopp kucken. Wird wohl von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein wie ein Spiel auf sie wirkt, wenn überhaupt.

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 25. Juli 2016 - 11:36 #

Dann brauchst du aber auch ein Zeugnis, das dich dazu berechtigt, Nachrichten und Bücher über Amokläufe zu konsumieren, da Amokläufe (soweit ich weiß nachgewiesen) Nachahmer erzeugen, was ja in diesem Fall auch die starken Referenzen zu Utøya und Winnenden (wars glaub ich) zeigen.

Irgendwann ist man bei diesen Dingen einfach bei einem Punkt, wo man nicht sinnvoll weiterkommt mit Regulierung und Einschränkung.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 25. Juli 2016 - 13:22 #

Die Amokläufe München, Winnenden, Emsdetten und Erfurt waren keine spontanten Aktionen, sondern, nach allem, was man weiß, geplant. Teils seit sehr langer Zeit (München: Wohl über ein Jahr, ausweislich des gefundenen "Manifests").

Bereits das widersrpicht doch der Theorie des "Auslösers in diesem Moment".

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8037 - 25. Juli 2016 - 13:57 #

Was aber, wenn zB durch das Spielen dieser Spiele eine Menge Leute erst gar nicht erst Gewalttaten durchführen, weil sie sich virtuell abreagieren? Die These ist genauso gut wie die, die du ablässt.

"Man müsste, um absolut sicher zu gehen, eine Art Gesundheitszeugnis einführen, das man vor dem Kauf eines Produktes einreichen muss. Dies ist aber mit unseren Gesetzen nicht durchführbar."

Ahja... Lasst uns noch Listen einführen. Oder besser den gläsernen Menschen per Gesetz festlegen. Damit zB der Kioskbesitzer nachprüfen kann: "Na guter Mann, sie hatten in den letzten 3 Tagen schon Bier, sicher das sie jetzt noch eine wollen? Ich müsste sie beim Amt melden." - was für eine gruselige Vorstellung.

Du kannst dich auf den Kopf stellen, alles richtig machen und am Ende des Tages läuft doch einer rum, der völlig anders tickt. Um das zu ändern, müsste man schon GenTests an Kindern machen und dort gleich vorsortieren - Eltern dürfen natürlich nur mit Elternschein Kinder kriegen ... wo soll das Enden?

24/7/365 wird man Medial beballert mit Mord, Krieg, Tot, Terror, Lügen und Talkshows ... mich wundert es eher, das sowas nicht tagtäglich passiert.

seb 13 Koop-Gamer - 1768 - 25. Juli 2016 - 20:49 #

Die Katharsis-Theorie in Bezug auf das Spielen gewalthaltiger Spiele ist als widerlegt zu betrachten.
Allerdings ist die Existenz der "vielen Studien" die de Maziere nennt um den monokausalen Zusammenhang von Spielen zur Ausübung von realer Gewalt zu untermauern auch als widerlegt zu betrachten.

lolaldanee 13 Koop-Gamer - 1234 - 24. Juli 2016 - 22:17 #

„Ich weiß da keine Lösung. So einen Amoklauf können Sie letzten Endes nicht verhindern. Selbst mit noch strengeren Waffengesetzen nicht.“

In Zeiten in denen man funktionierende Waffen aus 3D-Druckern drucken kann, lässt sich sowas noch weniger ganz verhindern, als jeh zuvor, das stimmt ohne Frage. Aber viel viel schwieriger machen, das könnten es strengere Waffengesetzte auf alle Fälle... mir hat noch niemand schlüssig erklähren können warum irgend einen Privatperson die jetzt nicht grade Jäger ist, eine Schusswaffe haben sollte, noch dazu eine so leicht zu versteckende wie eine Pistole, oder gar was halbautomatisches
Also wenn ich abwägen muss, zwischen ein paar Waffennarren und Schützenverseinsmitgliedern ihr Hobby kaputt machen zu müssen, und einer schusswaffenfreien Gesellschaft, dann wähle ich letzteres

Übrigens, im Irak sind heute 14 Menschen bei einem Anschlag gestorben, In Syrien und bei den Kurden wahrscheinlich noch viel mehr.. Warum schreibt darüber niemand eine Kolumne? Ist schließlich viel wichtiger, sind ja deutlich mehr Leute dabei gestorben
Ob der Attentäter im Irak auch CS gespielt hat? wer weiß...

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 24. Juli 2016 - 22:23 #

Warum gedenkst du den 80 Toten infolge eines Anschlags in Kabul nicht? #FAIL

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13884 - 24. Juli 2016 - 22:26 #

Eine Waffe illegal zu beschaffen, verhindert leider auch das schärfste Waffengesetz nicht.
Ich habe in den letzten 25 Jahren unzählige Kolumnen über Kriege, Terroranschläge, zivile Opfer, Folter usw gelesen, selbstverständlich werden die nach wie vor geschrieben, du suchst hier nur am falschen Ort nach einer tagesaktuellen Berichterstattung.

lolaldanee 13 Koop-Gamer - 1234 - 25. Juli 2016 - 8:11 #

Is klar, ersteres wäre zuerst mal ein Fall von Durchsetzung des geltenden Waffenrechtes.

Zweiteres ist nur ein Ausdruck meiner Frustration darüber, was für ein riesen Austand um den Irren da gemacht wird, der jetzt die neun armen Würste auf dem gewissen hat, während relativ gesehen die viel schlimmeren Ereignisse die sonst so passieren nur kurz in einer "X hat in Y so ungefähr Z" Menschen umgebracht Meldung erwähnt werden, weil das ist ja so "normal" da in Y

Die Sensationsgeilheit unserer Medien größtenteils kotzt mich so an, aber wenn schon Sensation dann bitten überall gleich! Würde mich mal ja schon Interessieren wie die Medienlandschaft so auschauen würde, würde man jedesmal wenn in "weit weit weg Land" ein paar genau so wertvolle Menschen sterben, auch so ein riesen Mediendrama aufziehen - Zumindest, man bekähme mal ein Gefühl dafür, wo WIRKLICH mal jemand Hilfe braucht! Ich glaube den Sudan würden wir bald kennen wie unsere eigne Stadt!

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33821 - 25. Juli 2016 - 8:29 #

Themen im Inneren werden eben ausführlicher behandelt als solche im Ausland. Das finde ich verständlich. Es geht einem eben näher, denn es könnten einen selbst betreffen oder jemanden, den man kennt.
Ja, ein Sprengstoff-Attentat mit hunderten Toten "weiter weg" ist eigentlich schlimmer, aber auch irgendwie abstrakter. Da gibt es sicher auch eine gewisse Abstumpfung mittlerweile, was natürlich nicht gut ist. Aber einen Zusammenhang mit Sensationsgeilheit sehe ich da nicht. Zu Vorfällen im Inland gibt es eben mehr Diskussion und darüber wird dann auch berichtet.

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 25. Juli 2016 - 11:37 #

"Warum schreibt darüber niemand eine Kolumne?"
Zumindest für GG ist das leicht zu beantworten: Weil da kein merkwürdiger Innenpolitiker Verbindungen zu "Killerspielen" sieht.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 25. Juli 2016 - 12:11 #

Was er wohl – und das wäre durchaus richtig – meint, ist halt der Umstand, das 14 tote Unschuldige im Irak oder auch 80 tote Unschuldige in Kabul vor zwei Tagen weit weniger spannend sind für ein deutsches Publikum als 9 tote Unschuldige in München.

Nur, das ist eben so und auch menschlich nachvollziehbar. Weil es bei uns passiert ist oder zumindest in einer deutschen Stadt, weil man sich viel stärker selbst in Relation dazu setzen kann, während ein Aufenthalt in Kabul für die allermeisten Menschen in Deutschland kein auch nur ansatzweise realistisches Szenario ist. Niemand kennt jemand, der in Kabul wohnt, niemand kennt jemand, der über zwei Ecken einen der getöteten Afghanen kannte, und so weiter.

Dieses Spiel um die angeblich falsche Betroffenheit und falsche Aufmerksamkeitszuwendung kann man beliebig weiterspielen. Wie wäre es mit den durchschnittlich 10 Toten im deutschen Straßenverkehr jeden Tag?

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 25. Juli 2016 - 16:38 #

Ich fand nur den Ort seiner Fragestellung etwas merkwürdig, da es hier ja nicht um Amokläufe / Anschläge allgemein geht, sondern um den Killerspiel-Bezug. Schließlich gibt es hier zu anderen Anschlägen auch keine Kolumne, auch wenn sie nah dran waren.

Bei der allgemeinen Thematik finde ich schon, dass wir da unter einer Realitätsverzerrung leiden, die meiner Meinung nach auch für eine sachliche Debatte nicht zuträglich sind. Der Vergleich mit den Verkehrstoten wirkt vielleicht im ersten Moment zynisch, aber die überproportionale mediale Präsenz der Anschläge erweckt bei einigen Menschen den starken Eindruck, als müsste man geradezu fest damit rechnen, in die Luft gesprengt zu werden, wenn man vor die Tür geht. Und wenn dann Menschen anfangen, ihr Verhalten aufgrund der Anschläge zu verändern (wobei es ja just Ziel der Terroristen ist, uns in unserem Werte- und Sicherheitsgefüge zu verunsichern), indem sie öffentliche Plätze zu meiden beginnen oder anfangen, in der Bahn ausländisch aussehende Menschen mit Terroristen in Verbindung zu bringen (was sich bei der medialen Präsenz ja auch gar nicht verhindern lässt, da unterbewusst / automatisch), sich im Straßenverkehr aber verhalten wie eh und je, obwohl das Risiko dort viel größer ist, tun wir uns damit glaube ich als Gesellschaft keinen Gefallen.

Zum Thema "falscher Betroffenheit" finde ich diese Kolumne von Sascha Lobo ganz treffend, die das Maß der Betroffenheit darauf zurückführt, wie sehr uns selbst wahrscheinlich erscheint, dass es uns hätte treffen können, womit diese Betroffenheit am Ende eine recht egoistische wäre:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/attentate-wir-sind-alle-terroregozentriker-a-1103888.html

Claus 28 Endgamer - - 108710 - 25. Juli 2016 - 22:31 #

Da gibt es einen schönen Film zum Thema, krieg nur den Filmtitel grade nicht mehr zusammen.
Irgend ein Dörfliches Szenario, in dem diverse Männer beim Sex sterben.
Quintessence am Ende des Films: ja, dass sind die spannende Tode. Aber kein Schwein interessiert sich für die Millionen Toten aus dem Holocaust. Wenn ich mich richtig erinner, waren die Toten oder aber das Dorf da mit drin verstrickt. Irgendwann Anfang der 1990er Jahr rausgekommen.

blobblond 19 Megatalent - 17762 - 26. Juli 2016 - 0:04 #

Kenne nur den Film "Invasion der Bienenmädchen" von 1973.
"In der Kleinstadt Peckham sterben reihenweise eigentlich gesunde Männer während des Geschlechtsverkehrs an Herzversagen. Das Pentagon schickt Agent Neil Agar nach Peckham, um die mysteriösen Todesfälle aufzuklären. Schon bald stößt er auf eine Spur, die mit der attraktiven Wissenschaftlerin Dr. Susan Harris und ihren Bienen-Experimenten zu tun hat..."

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13884 - 24. Juli 2016 - 22:19 #

Das Leben ist ein komplexer Ablauf, es gibt nicht die eine Antwort auf komplexe Probleme, schade eigentlich.

De Vloek 14 Komm-Experte - P - 1878 - 25. Juli 2016 - 6:28 #

Leben und leben lassen. Tja, es wäre schön wenn das mal klappen würde.

floppi 22 AAA-Gamer - - 32775 - 24. Juli 2016 - 22:21 #

Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe, haben sämtliche Amokläufer und sogar Terroristen eine chemische Substanz namens Dihydrogenmonoxid zu sich genommen -- die übrigens nicht verboten und frei erhältlich ist! Ich meine, dass man hier ansetzen müsste, diese Substanz muss dringend verboten werden.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 24. Juli 2016 - 22:24 #

Das Perfide ist doch, dass jeder Mensch zu etwa 70% aus dieser potentiell gefährlichen Substanz besteht!

floppi 22 AAA-Gamer - - 32775 - 24. Juli 2016 - 22:46 #

Exakt und unsere Lügenpresse samt Behörden verschweigt das alles, damit niemand auf die Idee kommt sich dies selbst einzuverleiben. Anstatt das Zeug einfach zu verbieten, es wäre so einfach...

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 24. Juli 2016 - 22:47 #

Teile der Welt werden durch Nestlé bereits ausgeschlossen!!1elf

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13884 - 24. Juli 2016 - 22:29 #

Und Dihydrogenether gleich mit!

Hank Scorpio 14 Komm-Experte - P - 2078 - 24. Juli 2016 - 22:22 #

So wahnsinnig überraschend ist das ja alles nicht. Das ist halt das Problem, wenn man sich Korrelationen - oder Studien, die darauf aufbauen, - anschaut:
Die Anzahl der Störche korreliert bestimmt auch ganz wunderbar mit der Geburtenrate. Oder die Anzahl der Feuerwehrleute mit dem Brandschaden.
Das bedeutet aber NICHT, dass der Storch die Babys bringt und die Feuerwehrleute für den Schaden sorgen. Es kann auch immer einen Bias geben (z.B. eine gemeinsame Ursache für beides).
Also braucht man neben der Korrelation zumindest noch eine vernünftige Ursache/Wirkungs-Theorie. Und die scheint für Außenstehende da/offensichtlich zu sein - und für "Gamer" eben nicht.

Leider sehe ich aber auch immer den Versuch, den Einfluss von Spielen komplett zu leugnen. Den Satz "Aber mein starkes Gefühl ist, dass die Computerspiele-Leidenschaft des verwirrten 18jährigen nichts mit seinem Amoklauf zu tun gehabt hat" lese ich hier z.B. so. Das ist mir dann auch zu undifferenziert.
Am Ende führt vermutlich ein ganzes Mosaik von Ursachen zu einem solchen Amoklauf. Und Spiele haben dann einen vergleichsweise sehr kleinen Anteil daran. Und sei es nur die Art und Weise, wie der Amoklauf stattfindet.

NedTed 18 Doppel-Voter - - 11729 - 24. Juli 2016 - 22:27 #

Ich glaube die Problematik wird von einem falschen Gesichtspunkt aus betrachtet. Das Spielen von "Killerspielen" betrachte ich nicht als Auslöser. Ich denke aber, dass das Zielen auf Menschen und dann auch das finale betätigen des Abzugs durch Spiele wesentlich vereinfacht wird.
Schaut euch mal dazu dieses Video an, wo erklärt wird wie stark dieser natürliche Reflex ist, jemanden nicht bewusst zu töten und wie das Militär versucht diesen abzutrainieren.
https://youtu.be/zViyZGmBhvs

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 6:45 #

Zwar habe ich mir das Video jetzt nicht angeschaut, spontan würde ich aber sagen: Wie ist es dann mit all den Gewaltverbrechern? Haben die auch vorher alle Videospiele gezockt, um die Hemmschwelle nach unten zu korrigieren?
Ich weiß, das sind schon ziemlich gemeine Gegenfragen, ich meine das auch nicht böse. Allerdings erklärt der Blick auf etwaige "Vereinfachungen" durch Gewaltspiele ... Nichts. Zum Einen ist jeder Mensch unterschiedlich und genauso unterschiedlich sind die Wirkungen von Gewaltspielen. Dann sind Menschen normalerweise sehr wohl in der Lage, zwischen Virtualität und Realität zu unterscheiden - ihnen ist also bewusst, dass sie "nur" Pixel abschießen, keine Menschen und daher ändert sich auch nichts an der Hemmschwelle, in der Realität den Abzug zu drücken.
Klar, natürlich kann die Hemmschwelle durch den Konsum herabgesetzt werden. Es bleibt aber defintiv bei einem "kann", es steckt keine zwingende Korrelation dahinter.

Klabauter 10 Kommunikator - P - 379 - 24. Juli 2016 - 22:25 #

Im Prinzip zutreffende und zustimmenswerte Kolumne; nur zwei Kleinigkeiten zu mäkeln:

- der Finale Satz kann von keinem Minister gesagt werden, da Ohnmächtigkeit keinen Platz in der Politik hat; bei nicht vorhandenen Lösungsansätzen bietet man einfache Erklärungen (à la Killerspiele an)

- zweitens ist ein Amoklauf keine unabänderliche Naturkatastrophe; wenn man die soziokulturellen Hintergründe (im Text angesprochen; Mobbing, soziale Isolation etc.) betrachtet sind das genau die Punkte an denen man ansetzen könnte...ist aber zu teuer, langwierig und bedarf einer differenzierten Herangehensweise ans Sujet.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 24. Juli 2016 - 22:36 #

Letzteres ist auch, wo ich ansetzen würde: Ziemlich viele dieser Leute scheinen Depressionen zu haben und auch in Behandlung gewesen zu sein. Denken wir mal an den Piloten, der vor anderthalb Jahren seine Germanwings-Maschine hat zerschellen lassen.

Aber es gibt aus gutem Grund das Arztgeheimnis, und das müsste infrage gestellt werden, wenn man nun etwa flächendeckend Psychater dazu verpflichten wollte, auffällige Patienten vorsorglich zu melden.

Man könnte sicher auch Online-Foren und Chats nach Keywords absuchen. Dann könnte man versuchen, statistische Wahrscheinlichkeiten zu ermitteln, beim Erreichen einer Schwelle die Echtwelt-Adresse an die nächste Polizeidienstelle übermitteln und dann mal vorbeischauen. Man muss dazu nur zur Volksrepublik China werden.

Ich denke, dass die einzige Chance, solche Leute vor ihrem Tun abzubringen oder sie sicherheitshalber "anzuschwärzen", das direkte persönliche oder Online-Umfeld ist. Aber diesen Schritt zu gehen, ist mit das Schwerste, das es gibt, denn a) kümmert einen irgendein Online-Kumpel dann im Zweifel doch nicht so sehr, und b) hat vermutlich fast jeder einen ziemlichen Horror davor, falsch zu liegen mit so einem Verdacht.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 24. Juli 2016 - 22:43 #

Im Zusammenhang 4U9525 ist die Verhandlung - vielmehr die rechtliche Bewertung - sicher recht spannend, in der eine Opferfamilie, die Täterfamilie beschuldigt, fahrlässig (oder gar vorsätzlich) mit der psychischen Instabilität des Piloten im Wissen um die Verantwortung für 150+ PAXE umgegangen zu sein.

Klabauter 10 Kommunikator - P - 379 - 24. Juli 2016 - 23:02 #

Vielleicht müsste man neben der angesprochenen (und wichtigen) individuell erhöhten Sensibilität für die Verfassung anderer Menschen auch (mal) die richtig dicken Bretter bohren:

Zum Beispiel die Frage stellen, warum denn überhaupt so viele Menschen an Depressionen (oder anderen psychischen Störungen) erkranken und wodurch diese ausgelöst werden (als "übliche Verdächtige": Leistungsdruck, Abstiegs-/Zukunftsängste, Veränderung familiärer Strukturen (Isolation) etc).
Ich vermute mal unter Psychologen/Sozialwissenschaftlern sind Ursachen und mögliche Präventionsmaßnahmen bekannt, aber gesellschaftlich nicht durchsetzbar, da es dazu erheblicher finanzieller Aufwendungen (zB. Sozialarbeiter oder Strukturelle Verbesserungen im Wohnraum) und gesellschaftlicher (ideologischer?) Veränderungen bedarf (Leistungsgedanke/Wertgedanke)

Einen Veränderung der GEsellschaft in totalitärer Richtung ist gewiss weder nötig noch erstrebenswert...leider aber wahrscheinlicher als oben genanntes (Stichwort Überwachung)

Magnus Draken 12 Trollwächter - 888 - 25. Juli 2016 - 9:01 #

Schon nach der Germanwings-Tragödie war ich entsetzt davon, dass so viel gefordert wurde Depressive besser zu überwachen. Im meinen Augen genau so ein Schwachsinn wie die Sache mit den guten alten Killerspielen, denn denn die Stigmatisierungen treffen zu 99,99 % die Falschen. Es gibt so viele depressive Menschen auf dieser Welt -die meisten vermutlich unerkannt/unbehandelt. Und wenn man diese armen Menschen unter Generalverdacht stellt, ihnen den Job wegnimmt, etc. werden noch weniger in Behandlung gehen. Manche oder vielleicht sogar viele mögen Depressive mögen tatsächlich suizidale Tendenzen aufweisen, aber andere Menschen mit in den Tod zu reißen? Das wird kaum einer wollen. Und ist es überhaupt bedeutsam, dass ein Amokläufer depressiv ist? Für mich ist es eher wenig verwunderlich, dass so ein Mensch nicht gerade glücklich durchs leben gelaufen ist. Und ist es auffällig, dass ein Mensch mit Gewaltfantasien sich zu entsprechenden Computerspielen hingezogen fühlt? Eigentlich auch nicht. Hier wird doch nur versucht Symptome, statt Ursachen anzugehen. Wie viele Menschen sterben doch gleich jedes Jahr im Straßenverkehr? Sollten wir Autobesitzer nicht als potentiell gefährlich einstufen? Oder Männer, denn die laufen ja meistens Amok?

blobblond 19 Megatalent - 17762 - 25. Juli 2016 - 10:29 #

Depressive Menschen begehen keine Amokläufe, da ihnen die Kraft dazu fehlt. Wenn Amoktaten von einem depressiven Täter verübt wurden, muss der Täter vorher Psychopharmaka eingenommen haben oder kurz vorher abgesetzt haben. Psychopharmaka versetzen Menschen in die Lage eine Gewalttat durchzuführen. Die Analyse unterschiedlicher Amoktaten zeigt, dass die Medikamente aus unauffälligen, ruhigen Menschen gewaltbereite Amoktäter machen können. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch der Psychopharmaka einnimmt und danach Amok läuft oder sich umbringt, ist sehr gering. Je mehr Menschen Psychopharmaka einnehmen, desto höher ist jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Amokläufe und Suizide ereignen. Es gibt einen wissenschaftlich belegten Zusammenhang zwischen Suiziden und der Verschreibung von Antidepressiva. Psychopharmaka und speziell Antidepressiva sind potentiell gefährliche Medikamente, deren Einsatz in jedem Einzelfall intensiv abgewägt werden muss und die nicht leichtfertig und ohne sorgfältige Überwachung der Patienten verschrieben werden sollten.

Ghost0815 13 Koop-Gamer - 1635 - 24. Juli 2016 - 22:25 #

Sein wir ehrlich, wir haben alle darauf gewartet, das die Press wieder schreiben/berichten kann, das 'Killerspiele' (die es in Deutschland nicht gibt, weil sie auf dem Index stehen) schuld sind.

Argh.

Das der Killer 300 Schuss Munition und eine Waffe hatte, aber die Quelle, wo man soeas herbekommt, interessierte wieder keinen der Berichterstatter!

floppi 22 AAA-Gamer - - 32775 - 24. Juli 2016 - 22:37 #

Doch, doch, in einigen Medien wird über das Darknet samt Tor-Browser berichtet, wo der Täter seine Waffe -- eine Theaterwaffe, die wieder brauchbar gemacht wurde -- herhatte.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 25. Juli 2016 - 0:09 #

Heute bei Twitter gelesen und gelacht (unabhängig von deinem Beitrag, ich fand den Tweet nur witzig): "Darknet, das ist für Politiker und Medien das, was bei Google ab Seite 2 angezeigt wird"

jguillemont 21 Motivator - P - 26466 - 25. Juli 2016 - 6:25 #

Das ist wirklich lustig.

zfpru 15 Kenner - P - 2974 - 24. Juli 2016 - 22:31 #

Interessant wären jetzt folgende Fragen an den Minister. Wenn ihm so viele Studien vorliegen, warum erkennt er erst jetzt Handlungsbedarf?
Waren diese Studien nicht aussagekräftig für eine Prävention?
Was stellt er sich im juristischen Sinn als Killerspiel vor?

Zum Einsatz der Bundeswehr:
Gibt es nicht gute Gründe dafür die Armee nicht für solche Zwecke im Inneren einzusetzen? Auch weil Polizei und Bundeswehr ganz anders ausgerichtet sind.

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13884 - 24. Juli 2016 - 22:36 #

Der Einsatz der Bundeswehr im Inneren sollte sich auf das Verstärken von Deichen und SAR im Katastrophenfall beschränken. Als ehemaliger Soldat, lehne ich alles darüber hinaus strikt ab.

floppi 22 AAA-Gamer - - 32775 - 24. Juli 2016 - 22:38 #

Als ehemaliger Zeitsoldat (Z12) und Reservist stimme ich dir vollkommen zu.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 24. Juli 2016 - 22:45 #

Was spricht gegen Evakuierung/Erstversorgung von Opfern, so dass sich spezialisierte Einsatzkräfte auf die ursächlichen Aufgaben fokussieren können?

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13884 - 24. Juli 2016 - 23:03 #

Sollte es zu einem Anschlag solchen Ausmaßes kommen, das selbst überregionale zivile Kräfte incl. THW nicht mehr ausreichen, würde es sowieso ein SAR geben, dazu braucht es keine zusätzlichen Regelungen, die da gerade in einigen Köpfen der Politiker rumgeistern, da geht es eher um den Einsatz als Kombattanten.

floppi 22 AAA-Gamer - - 32775 - 24. Juli 2016 - 23:25 #

Es gibt spezialisierte Einsatzkräfte für Evakuierung und Erstversorgung -- THW, Rettungsdienste, Feuerwehren, Seelsorger. Da braucht es keine Bundeswehr dafür.

Die Bundeswehr darf im Inneren nur im Katastrophenfall und bei Innerem Notstand eingesetzt werden. Das ist gut so und das sollte so bleiben.

Ausnahme hier ist beispielsweise die Flüchtlingshilfe, die unter Amtshilfe firmiert und sich auf Unterbringung oder Transport beschränkt und keine hoheitlichen Aufgaben beinhaltet. Das ist ok.

Sciron 19 Megatalent - P - 15781 - 24. Juli 2016 - 23:51 #

Als jemand, der nichtmal zur Musterung eingeladen wurde und keinen Zivildienst gemacht hat, stimme ich ebenfalls zu.

Mclane 18 Doppel-Voter - P - 11871 - 24. Juli 2016 - 22:52 #

Die scheinen zu denken, wenn Armee und Polizei bewaffnet sind, wird das schon irgendwie das Gleiche sein.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 24. Juli 2016 - 22:59 #

Keine Ahnung wer "die" sind?

Kabinett/Bundesregierung sehen den Einsatz von Bundeswehrkräften bei terroristischen Großlagen als verfassungskonform an:
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-07/weissbuch-bundeswehr-terroranschlaege-nato-sicherheitspolitik

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13884 - 24. Juli 2016 - 23:10 #

Soll teile der Regierung/Kabinett geben, die Killerspiele...

Novachen 18 Doppel-Voter - 12754 - 24. Juli 2016 - 22:47 #

Ja, diese mordernde Killerspiele.
Pokemon Go ist so ein Spiel, was die Leute anfällt und umbringt.

Da sind die Pokemon in der Augmented Reality immerhin auf der Straße und auf Autobahnen, tauchen sogar mitten im Auto auf.
Die Verführen also Leute dazu überfahren zu werden oder tödliche Unfälle zu bauen.

Wenn das nicht ein "Killerspiel" sein soll.
Aber das BKA redet von Counterstrike... Counterstrike Go?

Arno Nühm 15 Kenner - P - 2753 - 24. Juli 2016 - 22:58 #

Ausgezeichnetes Langer lästert. Stimme Jörg zu 100% zu.
Mal schauen, wie die Politik dieses Mal langfristig mit diesem Thema umgeht.

blobblond 19 Megatalent - 17762 - 24. Juli 2016 - 23:04 #

Der ausschlaggebende Auslöser dürfte bei den Antidepressiva liegn.
Beim Germanwingsflug 4U95254 ging man ja in diese Richtung.
Antidepressants and Violence
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1564177/pdf/pmed.0030372.pdf
http://www.schattauer.de/de/magazine/uebersicht/zeitschriften-a-z/nervenheilkunde/inhalt/archiv/issue/1096/manuscript/13310/show.html

Das Time Magazine berichtete im Jahr 2011, dass auf der Liste der 10 häufigsten Medikamenten, die Gewaltverbrecher vor oder während ihrer Tat eingenommen hatten, Antidepressiva fünf Plätze belegen.
Der Amokläufer von Aurora stand, wie die meisten jungen Amokläufer in Amerika, unter Antidepressiva, Angstlöser, SSRIs, genauer gesagt wurde bei ihn Sertralin, Vicodin und noch andere Beruhigungsmitteln gefunden.
Der Columbine High School-Attentäter Eric Harris hatte Luvox im Blut.
Beim Shooting an der University of California war es der Angstlöser Xanax.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23275 - 24. Juli 2016 - 23:35 #

Hab da mal eine erschreckende Doku drüber gesehen. Ein ganz normal wirkender Familienvater hat ohne Grund einen Laden überfallen, obwohl das gar nicht zu seinem Charakter passt und er keinerlei Geldprobleme hatte. Danach hat er das Medikament abgesetzt.

In dem Fall war die Tat aber von langer Hand geplant.

Borin 13 Koop-Gamer - 1685 - 25. Juli 2016 - 9:26 #

Das ist leider ein ganz schwieriges Feld.
Man muss sicherlich auch bedenken, dass es nicht ungewöhnlich ist, bei psychisch Kranken Antidepressiva nachzuweisen. Die meisten in den so genannten westlichen Staaten dokumentierten Amokläufe der letzten 20 Jahre wurden von Männern in psychischer Behandlung begangen. Das führst Du ja an.
Dann gibt es auch bei Psychopharmaka (wie bei anderen Medikamenten) keine hundertprozentige Sicherheit.
Was bei den Medikamenten eben hochproblematisch ist, ist dass die Nebenwirkungen bei nicht korrekter so genannter Einstellung der Patienten heftig sein können und die Krankheit deutlich verschlimmern. Außerdem werden in den letzten Jahren zunehmend mehr solcher Medikamente verschrieben.
Man darf aber auch nicht außer acht lassen, dass die Medikamente auch vielen Menschen helfen.
Wie geschrieben: ein sehr schwieriges Feld.

Doktorjoe 11 Forenversteher - P - 622 - 24. Juli 2016 - 23:12 #

Spiele zu spielen gibtveinem die Möglichkeit, der tristen und frustrierenden Realität zu entfliehen, so man diese denn als so negativ empfindet. Offenbar können so dann Gefühle, die schon vorhanden sind, verstärkt werden. Dies gilt aber genauso auch für positive! Von daher fände ich persönlich den Ansatz gut, den Schutz der Anonymität in gewissen Spielen aufzuheben, um dadurch hoffentlich die schlimmsten negativen Auswüchse im Chat zu stoppen. Andererseits darf man bei der Bewertung auch nicht vergessen, dass ein fröhliches "friss sch... Und stirb" o.ä. wohl in den meisten Fällen von Jugendlichen nicht so gemeint und auch empfunden wird wie es Erwachsene wahrnehmen. Und ein letzter Satz noch: man kann eine Gesellschaft nicht durch Gesetze reglementieren, die sich alle an dem allergrößten vorstellbaren Idioten orientieren. Sonst müsste man jedem quasi seinen Tagesablauf vorschreiben...

roxl 10 Kommunikator - P - 382 - 24. Juli 2016 - 23:21 #

Zu solchen politischen Schlussfolgerungen wären doch Wirrköpfe selbst nach Tagen -geschweige nach Sekunden- nicht in der Lage. Dazu braucht es schon Eliten.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23275 - 24. Juli 2016 - 23:30 #

Die Tagesschau um 20 Uhr hat Counterstrike als gewaltverherrlichendes Videospiel bezeichnet. Wissen die nicht, dass dies ein juristischer Begriff ist und ein gewaltverherrlichendes Spiel auf dem Index stünde? Die können ja auch nicht einfach sagen "Die volksverhetzenden Aussagen des Innenministers über Flüchtlinge wurden von der Opposition scharf kritisiert".

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13884 - 24. Juli 2016 - 23:35 #

Offensichtlich kennt selbst der Dr. jur. sich nicht so richtig aus in dem Thema, wie soll die Redaktion der Tagesschau da besser sein. Es ist schon eine traurige Vorstellung.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33821 - 25. Juli 2016 - 6:50 #

Die könnten mal Leute einstellen, die sich über so etwas informieren oder "recherchieren". Die könnte man dann "Journalisten" nennen. Verrückte Idee, ich weiß.

roxl 10 Kommunikator - P - 382 - 24. Juli 2016 - 23:34 #

Irgendwie finde ich das Statement legitim. Örtliche Nähe, passende Rubrik und die Killerspielemottenkiste. Bleibt hoffentlich die Ausnahme.

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 86519 - 24. Juli 2016 - 23:35 #

Wichtig, richtig, aktuell, am Puls der Zeit und auch so wahr. Danke, Jörg!

VikingBK1981 18 Doppel-Voter - P - 12864 - 24. Juli 2016 - 23:47 #

Gerade die letzte Aussage ist so richtig, genau das müssten er eigentlich sagen. Man kann Amokläufe nunmal nicht verhindern, genauso wenig wie die meisten Terroraktionen. Auf jeden Fall nicht durch kurzfristige Aktionen.

Leider wird der Herr Innenminister von der Debatte auf Spieleplattformen nicht viel mihbekommen und wenn sich Spieler schriftlich an ihn wenden weiß ich nicht ob das sooo sinnvoll wäre.

Hohlfrucht 14 Komm-Experte - 2679 - 24. Juli 2016 - 23:48 #

Das erste Langer Lästert seit langem, bei dem ich nicht die Augen verdrehen und das Lesen des Textes einstellen musste. Sehr eloquent geschrieben und auf den Punkt gebracht.

Mich persönlich nervt die, erneut aufkommende, Debatte jetzt schon. Ich habe sie seit dem ersten Aufkommen des Begriffs "Killerspiele" einfach zu oft geführt und sie verläuft jedes Mal fruchtlos. Ich hoffe dass dieser Geist aus der Vergangenheit schnell wieder in seiner Kiste verschwindet. Wir brauchen keine Schnellschuss Deppenlösung, sondern eine Politik die sich ernsthaft mit den Ursachen beschäftigt.

brundel74 14 Komm-Experte - 1975 - 25. Juli 2016 - 0:07 #

Bisher ist ja keine Debatte wie früher entstanden. Zumindest in der ersten Talkrunde mit dem Thema, bei der auch Pfeiffer und CSU teil genommen hat, wurde lediglich hin gewiesen die Spiele können bei psychisch erkrankten Menschen als Verstärker aber niemals als Auslöser dienen.

Da habe ich aus Richtung der CSU schon deutlich anderes gehört. Eher wurde das Umfeld des Täters und die Quelle der Waffe in den Vordergrund gestellt. Auch eine betroffene Mutter von einem anderen Amoklauf will von der Politik sehen dass keiner legal Waffen zu Hause hat und sich Jugendliche keine Anleitungen zum Amoklauf aus dem Internet suchen können. Auch hier kein Wort über Killerspiele. Glaube auch nicht dass Grüne und SPD sich auf diesen schmalen Grad begeben ein Jahr vor der Wahl junge Wähler mit Verschärfungen zu gängeln.

Hohlfrucht 14 Komm-Experte - 2679 - 25. Juli 2016 - 7:25 #

Diese Talkrunden verfolge ich schon seit Jahreb nicht mehr. Mein Fernseher ist nicht an die Antenne angeschlossen. Davon abgesehen möchte ich sowas auch gar nicht mehr gucken.
Mein Kommentar bezog sich auf Debatten in meinem privaten Umfeld. Gestern habe ich so eine Debatte mal wieder führen dürfen und das nervt. Als Innenminister sollte man sich schon genau überlegen was man in die Welt hinaus posaunt, es gibt nämlich durchaus noch Leute, die auf das Geschwätz von Politikern etwas geben und deren Äußerungen für voll nehmen.

Thomas Schmitz Freier Redakteur - 2685 - 25. Juli 2016 - 0:32 #

Danke Jörg und gut, dass du deine Kolumne zu "Pokémon Go" geschoben hast.

Was mich am meisten aufregt: De Maizière nahm ja sogar das Wort "Verbot" für Gewaltspiele in den Mund. Da sollte er als Bundesinnenminister aber schon wissen, dass Spiele, die Gewalt verherrlichen, in Deutschland entweder indiziert oder sogar beschlagnahmt werden.

Deutschland hat, was Gewalt in Spielen angeht, den härtesten Jugendschutz. Die Zahl der indizierten Spiele nimmt seit Jahren ab, selbst die Zahl der Spiele ab 18 liegt gerade mal bei rund fünf Prozent. Und dennoch wird wieder diese Sau durchs Dorf getrieben, weil man so mal wieder ganz schnell einen "Schuldigen" gefunden hat.

Gestern hat es das ZDF sogar irgendwie durch den Satzbau so hinbekommen, dass es sich anhört, als sei Anders Breivik vor fünf Jahren durch "World of WarCraft" ins Darknet abgedriftet. Was für ein Schwachsinn.

Und noch eine Anekdote zum Thema Shooter und alte Redakteure: Ich sollte letztes Jahr über die ESL One Cologne berichten. Daraus wurde aber nichts, weil ich - so die Meiung eines alt(gedient)en Redakteurs - im Vorbericht nicht gegen die ganzen Verrückten, die CounterStrike spielen, gewettert habe. Da half auch die Diskussion nichts, in der einige andere mir beigesprungen sind. Am Ende hat der Redaktionsleiter mir den Termin entzogen und ihn einem Reporter übergeben, der absolut nichts mit Spielen zu tun hat und deshalb auf keinen Fall parteiisch sein konnte.

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32791 - 25. Juli 2016 - 0:38 #

Vielen Dank für die passende Kolummne, eindeutig besser als etwas zu Pokemon Go.

wolverine 16 Übertalent - P - 4219 - 25. Juli 2016 - 1:53 #

Daumen hoch! Das war ein "Langer lästert" nach meinem Geschmack und nimmt mir, genauso wie vielen anderen Spielern, die Worte aus dem Mund.

De Vloek 14 Komm-Experte - P - 1878 - 25. Juli 2016 - 4:23 #

Warum denn immer Counterstrike? Es gibt doch Spiele, die einen viel besser zum Killer ausbilden können, zB America's Army oder ArmA. In letzterem darf man soger Massenvernichtung üben :P

Vidar 18 Doppel-Voter - 12273 - 25. Juli 2016 - 7:38 #

Counterstrike hat gefühlt jeder und die Leute kennen es bzw haben davon schon gehört.

Aladan 21 Motivator - - 28680 - 25. Juli 2016 - 7:40 #

Gott sei dank haben sie sich noch nicht auf Pokemon eingeschossen, dass hat doch quasi auch jeder in irgendeiner Form ;-)

Rashim of Xanadu 16 Übertalent - 4072 - 25. Juli 2016 - 4:29 #

Was? Bundeswehr schicken? Im Hochsommer? Gut, daß der Uschi noch eingefallen ist, daß die Soldaten bei den momentanen Temperaturen den Terroristen praktisch unbewaffnet gegenüber gestanden hätten.

yankman 13 Koop-Gamer - P - 1776 - 25. Juli 2016 - 6:09 #

Selten einen Artikel gelesen in dem ich Jörg so zustimme. *thumbsup*

xan 15 Kenner - P - 2958 - 25. Juli 2016 - 6:23 #

Richtige und wichtige Kolumne. Mal schauen wohin die öffentliche "Debatte" gehen wird. Gerade nach dem gestrigen Sprengstoffselbstmord. Ich bin ja grundsätzlich offen Ideen und Lösungen zu diskutieren, aber um ehrlich zu sein, have ich seit langem das Gefühl, dass es nur noch eine Symbolpolitik ist. Die auf kurzfristigen Wählerfang und nicht auf nachhaltige Lösung ausgelegt ist.

PeterS72 15 Kenner - P - 2826 - 25. Juli 2016 - 9:44 #

Das Aufwärmen der alten Debatten deutet durchaus auf Symbolpolitik hin.
Aber ich bin mir nicht sicher, ob das heute noch so zündet wie vor 10 Jahren, dafür sind Spiele doch zu verbreitet inzwischen. Selbst die "reguläre" Presse betrachtet das Thema Killerspiele inzwischen deutlich differenzierter als damals, wir ein Blick z.B. in die Süddeutsche Zeitung zeigt. Selbst ein aktueller Kommentar in der FAZ ist da eher skeptisch.

Symbolpolitik bedeutet letztendlich, daß man keine bessere Politik hat oder diese nicht offenlegen möchte. Ich vermisse hier Ehrlichkeit. Absolute Sicherheit gibt es nicht, aber offensichtlich sehen CDU/CSU dies immer noch als ihre "Kernkompetenz" an, die dem Wähler vermittelt werden muss. Und da darf man natürlich nicht zugeben, daß dies ein leider nur ein leeres Versprechen ist.

Allerdings finde ich die Reaktionen der Populisten rechts von CDU/CSU noch schlimmer. Dagegen wirken Killerspiel und Bundeswehr Debatten harmlos.

Das ganze Ausschlachten solcher Katastrophen für eigene wahltaktische Zwecke ist massiv widerlich, nicht nur in Deutschland. Siehe Trumps Reden nach Orlando. Wie die von den Schicksalsschlägen Betroffenen sich dabei fühlen, kann ich mir gar nicht vorstellen.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33821 - 25. Juli 2016 - 6:55 #

Ich bin sonst kein Freund der Läster-Kolumne, aber diese hier war wirklich gut, danke dafür. Das Thema wurde ja immer wieder hochgekocht, passiert ist zum Glück nie etwas (außer der sinnvollen Änderung des JuSchG, die Indizierungen sogar erschwerte). Von daher denke oder hoffe ich mal, dass es diesmal auch so ist - und fürchte, dass es in anderen Bereichen, an denen man ansetzen könnte ebenso abläuft.

Kirkegard 19 Megatalent - P - 15113 - 25. Juli 2016 - 7:20 #

Es existiert wie immer nicht nur eine Ursache, genau so wenig wie es nur Schwarz und Weiß gibt.
Ein kleines Mosaiksteinchen gebührt der Sparte "Killerspiele".

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61433 - 25. Juli 2016 - 7:25 #

Danke Jörg, für dieses richtig gute "Langer lästert".

Bluff Eversmoking 13 Koop-Gamer - P - 1480 - 25. Juli 2016 - 7:29 #

Habe am Wochenende für 6 Euro "Battlefield 4" gekauft, und habe durchaus den spontanen Eindruck, dass dieses Spiel für testosterongestörte 17jährige Kinder entworfen wurde, die sich an Kopfschußboni erfreuen. Gepaart mit dem erbärmlichen Bildungsniveau unserer Tage und mit etwas medieninduzierter Dummheit ist der Weg zur tatsächlichen Umsetzung des Gespielten vielleicht weitaus weniger weit, als Computerspieler das wahrhaben möchten.

Aladan 21 Motivator - - 28680 - 25. Juli 2016 - 7:33 #

Und wie siehst du es dann mit den Laser-Tag Spielen, die inzwischen in allen größeren Städten verfügbar sind und das von dir genannte Spiel direkt in die Wirklichkeit übertragen wird?

Bluff Eversmoking 13 Koop-Gamer - P - 1480 - 25. Juli 2016 - 7:33 #

Was sind Laser-Tag-Spiele?

Vidar 18 Doppel-Voter - 12273 - 25. Juli 2016 - 7:36 #

Wie Paintball nur ohne Frischluft und Dreck dafür aber mit Laser/Licht-Waffen und Leuchtewesten :D

Aladan 21 Motivator - - 28680 - 25. Juli 2016 - 7:38 #

Und fast genauso spaßig :-D

Aladan 21 Motivator - - 28680 - 25. Juli 2016 - 7:37 #

Grob gesagt: Du bekommst eine Knarre/Gewehr in die Hand gedrückt, mit der du Laser verschießt und wenn du deine Gegner an der Weste/Helm/Waffe triffst bekommst du dafür Punkte und schaltest diese für eine Zeitlang aus. Gibt es in verschiedenen Spielmodi.

Bluff Eversmoking 13 Koop-Gamer - P - 1480 - 25. Juli 2016 - 7:44 #

Speziell bezogen auf Battlefield ist es der Gesamteindruck: völlig spaßbefreit, nimmt sich selbst bierernst, aufgesetzt martialische Dialoge, Belohnug von exzessiver Gewalt, speziell Belohungen durch Schießen in den Kopf. Wir reden hier nicht von Splatoon, Overwatch, oder Paintball oder Lasertag-Ballereien. Bei den klassischen Killerspielen wird nun mal genau das Verhalten gefordert und belohnt, über das nachher in der Tagesschau berichtet wird.

Aladan 21 Motivator - - 28680 - 25. Juli 2016 - 7:55 #

Für dich ist das so. Für Millionen Battlefieldspieler ist das nicht so.

Bluff Eversmoking 13 Koop-Gamer - P - 1480 - 25. Juli 2016 - 8:03 #

Natürlich nicht.

Nur sind das die Letzten, auf deren Meinung ich in dem Zusammenhang etwas geben würde. Wenn man den Sumpf trockenlegen möchte, darf man nicht die Frösche fragen.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9247 - 25. Juli 2016 - 9:33 #

Übertrag mal den Gedanken auf andere Beispiele. Das ist nämlich ein ziemlich autoritäres Gehabe.

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61433 - 25. Juli 2016 - 9:39 #

War auch mein Gedanke, und genau das Denken was mich an unseren aufrechten und allwissenden Politikern so stört.

Kirkegard 19 Megatalent - P - 15113 - 25. Juli 2016 - 8:12 #

Seine Aussage stimmt doch. Man wird für exzessives Gewaltverhalten (in undifferenzierter Darstellung) belohnt.
Und das ist nun mal bedenklich bei labilen jungen Menschen die im Elternhaus nicht gelernt haben zu differenzieren. Ja so was gibt es. Zum Glück wird kaum einer zum Amokläufer.
Auch wenn du "Millionen" Battlefield Spieler vertrittst die das deiner Meinung nach nicht so sehen, ändert das nichts an der von BE geäußerten Tatsache.

Aladan 21 Motivator - - 28680 - 25. Juli 2016 - 9:07 #

Ich spiele kein Battlefield, sehe es aber bedenklich, dass es tatsächlich selbst unter den vermeintlich "informierten" Leute gibt, die glauben, dass die Spieler es spielen um Menschen sterben zu sehen.

Kirkegard 19 Megatalent - P - 15113 - 25. Juli 2016 - 9:14 #

Das hat er aber nicht geschrieben ;-)

Aladan 21 Motivator - - 28680 - 25. Juli 2016 - 9:18 #

Soll ich jetzt jedes Wort auf die Goldwaage legen? Alles, was er geschrieben hat zielt darauf ab, Spieler von Battlefield in diese Richtung zu drängen.

Kirkegard 19 Megatalent - P - 15113 - 25. Juli 2016 - 9:37 #

Naja, wenn man Usern etwas unterstellt sollte man das nicht mit, der hats schon so gemeint, argumentieren.
Da bin ich mal raus.

steever 16 Übertalent - P - 4931 - 25. Juli 2016 - 9:19 #

Natürlich will man sie (virtuell) sterben sehen, ansonsten gibt es doch keine Punkte. Erinnere mich an die tollen Videos von Harald Fränkel, als er den Multiplayer von Call of Duty im "Mahatma Gandhi"-Style als Pazifist spielte: Ja keinen Menschen virtuell erschießen. Die wenigsten dürften darauf aus sein.

Mehr Tötungen, mehr Punkte, desto schneller steigt man auf. Am besten gezielte Kopfschüsse, stirbt der Gegenüber schneller und man wird mehr daürf belohnt. Mehrere Menschen schnell hintereinander erschossen und die Belohnung steigen noch weiter.

Ich spiel die Spiele auch ab und an (sehe da nur meist kein Land und lasse es daher lieber sein). Aber das man für exzessive Gewalt belohnt wird, das kann man nicht von der Hand weisen und darum ging es ja.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 25. Juli 2016 - 9:24 #

Aber der Antrieb ist doch da nicht das Sterbensehen, also das Ergötzen an Leid! Der Antrieb ist der Wettkampf, das Gewinnenwollen.

steever 16 Übertalent - P - 4931 - 25. Juli 2016 - 9:33 #

Klaro, das könnte man eher bei Spielen wie Manhunt so sehen. Ich bezog mich auch verstärkt auf den Ursprungspost, der eben - sofern ich es richtig verstanden habe - nicht aussagte, dass Menschen Battlefield spielen, um sich am Leid, dem Sterben zu ergötzen. Sondern aussagte, dass Battlefield und Co. Gewalt belohnen, wie so viele andere Spiele auch.

EDIT: Eventuell doch falsch verstanden.

Aladan 21 Motivator - - 28680 - 25. Juli 2016 - 9:35 #

Auch Mario belohnt Gewalt, immerhin versenke ich den miesen Entführer in der Lava, um die Prinzessin zu retten...

steever 16 Übertalent - P - 4931 - 25. Juli 2016 - 9:38 #

Ja, Peta dürfte an den Mariospielen ihre Freude haben. ;D Aber die Gewalt dürfte da weniger auf Realismus getrimmt sein und nicht unbedingt ohne Weiteres 1:1 auf die Realität zu übertragen sein, insbesondere im Vergleich zu einem GTA, Battlefield oder CoD.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33821 - 25. Juli 2016 - 9:43 #

Peta hat sich tatsächlich mal über den Waschbär-Anzug von Mario aufgeregt, nach dem Motto, Mario trägt Pelz. Was natürlich totaler Schwachsinn ist, zumal es eigentlich kein Waschbär ist, sondern ein Tanuki, eine mythologische Figur.

steever 16 Übertalent - P - 4931 - 25. Juli 2016 - 9:45 #

Hatte ich gar nicht mitbekommen. Pelzträger, der Schildkröten killt. :D

Aladan 21 Motivator - - 28680 - 25. Juli 2016 - 9:33 #

Die Spieler, die ein Spiel nur spielen, um jemanden beim sterben zuzusehen, sind wohl nichts anderes als die Leute, die sich gerne den Standard Splatter-Horror anschauen.

Ich als Spieler wünsche mir, das ich es schaffe, meinen Gegner mit meinen Fähigkeiten zu besiegen, um z. B. mit dem Fahrzeug das Ziel zu erreichen und damit das Spiel zu gewinnen.

Das der Sprachgebrauch in Spielen seit Jahren von "Kopfschuss", "Töten" etc. beherrscht wird, ist nicht verwunderlich und wurde direkt aus dem Englischen übernommen. "Kill" ist halt kürzer und einprägsamer als "eliminate", "headshot" hört sich besser an als "head strike". Man sollte sich da schon mal ein bisschen damit beschäftigen und unterscheiden, was im Spiel damit gemeint ist und dem was es in der Wirklichkeit bedeutet.

Nintendo ist da übrigens ziemlich gut drin, diese Begriffe komplett zu umgehen. ;-)

steever 16 Übertalent - P - 4931 - 25. Juli 2016 - 9:41 #

Ich bezog mich wie gesagt auch auf den Urpsungspost, der in Battlefield und Co. die Belohnung von realistisch dargestellter Gewalt sieht. Je mehr ich töte, desto mehr Punkte bekomme, je ausgefeilter die Tötungen sind, desto höher die Belohnungen (Kopfschüsse, Killstreaks und Co.), das alles in einem möglichst realistischem Rahmen. Dem ist eben mMn auch so. Dass die Battlefield-Spieler dieses Spiel spielen, um sich an dem Sterben zu ergötzen, na, das sicher nicht.

Aber wie gesagt, hab da eventuell auch was falsch verstanden. ;)

Aladan 21 Motivator - - 28680 - 25. Juli 2016 - 9:45 #

Keine Sorge steever, meinte damit jetzt nicht speziell dich, wollte nur die Kommentar-Struktur nicht zerstören ;-)

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33821 - 25. Juli 2016 - 9:40 #

Wenn ich in einem Multiplayer-Shooter die Gegner erschieße, tue ich das nicht, um Blut und Gewalt zu sehen, sondern um möglichst effektiv (z.B. durch Kopfschüsse, die mehr Schaden machen) Punkte zu erzielen. So empfinden das während des Spiels IMHO die meisten. Nur für Beobachter von außen sieht das eben brutal und gewaltgeil aus. Das ist das Problem, warum Politiker und andere "Experten", die sich eben nicht in der Szene auskennen oder selbst spielen, das nicht verstehen können.

steever 16 Übertalent - P - 4931 - 25. Juli 2016 - 9:43 #

Auf jeden Fall. Dennoch finde ich den Punkt, dass möglichst realistische virtuelle Gewaltausübung belohnt wird, nicht ganz uninteressant.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33821 - 25. Juli 2016 - 9:45 #

Ok, ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dass das Leute beeinflussen kann, wenn sie eh schon labil sind.
Ich persönlich meide ja auch militärisch-realistische Gewalt in Spielen, lieber was Sci-Fi-mäßiges wie UT oder Doom, da ist die Gewalt so unrealistisch-übertrieben, dass ich sie eher als Unterhaltung ansehen kann.

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61433 - 25. Juli 2016 - 10:06 #

Wie wäre es mit Assassins Creed ?

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 25. Juli 2016 - 11:55 #

Nein, man wird für Mausklicks belohnt. Nicht für Gewaltverhalten.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 14:35 #

Du begehst den gleichen Denkfehler wie viele andere auch: Menschen - auch Jugendliche! - sind sehr wohl in der Lage, zwischen Realität und Virtualität zu unterscheiden.

Kirkegard 19 Megatalent - P - 15113 - 26. Juli 2016 - 10:29 #

Du begehst den gleichen Denkfehler wie viele andere auch:
Menschen - auch Jugendliche! - können aufgrund einer negativen Sozialisation dazu nicht immer in der Lage. Da gibt es wenige Ausnahmen, aber die sind dann leider gefährlich.
Z.B. aufgrund von psy. Störungen, Drogen, Druck, Mobbing ect.
Und zwar weil sie aufgrund mehrerer Ursachen nicht mehr in der Lage sind zu differenzieren. Da reicht ein kleiner Auslöser und der Schalter wird umgelegt.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 26. Juli 2016 - 10:47 #

Derart differenziert stimme ich Dir zu. Bluff Eversmoking hat genau das vermissen lassen.

De Vloek 14 Komm-Experte - P - 1878 - 25. Juli 2016 - 7:48 #

So was ähnliches wie Schiesskinos. Nur mit Multiplayer statt Singleplayer und futuristischen Infrarot-Laserstrahlen statt altmodischer ballistischer Munition.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33821 - 25. Juli 2016 - 7:56 #

Was zur Hölle sind Schießkinos?

John of Gaunt Community-Moderator - P - 58797 - 25. Juli 2016 - 8:47 #

Gute Frage! Lasertag kenne ich ja, aber Schießkino hab ich noch nie gehört.

steever 16 Übertalent - P - 4931 - 25. Juli 2016 - 8:52 #

Ein Begriff, der 2016 verstärkt von De Vloek geprägt wurde. Dadurch wollte er die Immersion von Laser Tag hervorheben, der einen wie in einem futuristischem Action-Film abtauchen lässt. Nur dass man hier das Ganze nicht alleine konsumieren kann, sondern nur in Kombination mit anderen Menschen.

Zaroth 16 Übertalent - P - 5250 - 25. Juli 2016 - 9:35 #

So werden umgangssprachlich Anlagen genannt, mit denen Spezialeinheiten trainieren. Der Trupp steht z.B. in der Mitte eines Raumes und auf die Wände werden spezielle Lagen projiziert, auf die die Schützen reagieren müssen.
Das Ganze gibt es je nach Anforderungen mit modifizierten (Laser, Luftdruck) oder echten Waffen.

De Vloek 14 Komm-Experte - P - 1878 - 25. Juli 2016 - 14:00 #

Nicht nur Spezialeinheiten, auch Jäger trainieren in Schiesskinos, da gibts echt ne Menge Örtlichkeiten die sowas für Zivilisten anbieten.

Zaroth 16 Übertalent - P - 5250 - 26. Juli 2016 - 7:35 #

Von Jägern wusste ich das noch nicht. "Spezialeinheiten" ist in dem Zusammenhang auch unpräzise. Auch spezialisierte Einheiten (ja, da gibt es einen Unterschied) und in abgewandelter Form auch Otto Normalsoldat trainieren mit solchen Simulatoren.

yankman 13 Koop-Gamer - P - 1776 - 25. Juli 2016 - 10:07 #

Ich spiele sehr gern Battlefield, vor allem mit den richtigen Leuten im Team.
Aber ich muss dir zustimmen, der generelle Ton unter den Spielern ist furchtbar. Da kommen viele Probleme zu Tage wie niedriges Bildungsniveau, versteckte Aggression, Minderwertigkeitskomplexe, geringes Selbstwertgefühl etc..
Es ist aber die Frage ob dieses durch Spiele wie Battlefield forciert wird oder solche Ventile einfach ein Ventil sind.
Die Headshotproblematik seh ich nicht so kritisch. Es sicher fragwürdig, aber Stats halten die Spieler bei der Stange und da gibt z.b. auch Revives.
Ich fände es wichtiger das solche Spiele erst Menschen zugänglich gemacht werden, die klar zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können.

Aladan 21 Motivator - - 28680 - 25. Juli 2016 - 10:18 #

Das was du beschreibst kannst du auf jedes beliebige Onlinespiel erweitern. Egal, ob WoW, LoL, Overwatch oder was auch immer, du wirst solche Leute immer treffen.

yankman 13 Koop-Gamer - P - 1776 - 25. Juli 2016 - 16:20 #

Also ich hab viele Jahre lang intensiv Online-Racing gezockt. Da war der Ton deutlich gemässigter. Ich denke es hat schon sehr mit der Art des Spiels zu tun.

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61433 - 25. Juli 2016 - 16:40 #

Dem muss ich leider widersprechen. Ich spielte 1 1/2 Jahre Dirt 2 online da war der Ton stellenweise sehr unterirdisch. :(

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 25. Juli 2016 - 16:45 #

Das hängt wohl stark mit der Zielgruppe zusammen. Je jünger, größer und kompetitiver, desto Rüpel. Zumindest meiner Erfahrung nach.

De Vloek 14 Komm-Experte - P - 1878 - 25. Juli 2016 - 16:45 #

Dafür wird im realen Verkehr rumgepöbelt ohne Ende, zum Glück gibt es (noch) keine Sprechverbindung zwischen den Verkehrsteilnehmern, da wär was los ;)

Aber es stimmt, es kommt aufs Spiel an. Je beliebter ein Spiel, desto mehr Idioten spielen es. Online Racing klingt jetzt eher nicht nach Massenmarkt, die von Aladan genannten Beispiele allerdings schon.

Hank Scorpio 14 Komm-Experte - P - 2078 - 25. Juli 2016 - 10:25 #

Da muss ich dir zustimmen - gerade den letzten Satz würde ich unterstreichen. Das entscheidende Frage wäre aber: Wie soll man das feststellen?
Die meisten haben ja mit der Aussage: "Battlefield 4 sollte nicht von kleinen Kindern gespielt werden." wohl eher kein Problem.
Aber was ist mit Leuten, die älter geworden sind, ohne eine gefestigte Persönlichkeit zu entwickeln?

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 14:45 #

"Es ist aber die Frage ob dieses durch Spiele wie Battlefield forciert wird oder solche Ventile einfach ein Ventil sind."
-> Genau das ist eine der wichtigsten Fragen in der Thematik. Das Problem: Sie wird sich niemals eindeutig beantworten lassen, dafür sind Menschen einfach zu unterschiedlich.

steever 16 Übertalent - P - 4931 - 25. Juli 2016 - 8:49 #

Killerspieldebatte dürfte doch eh nur ein klitzeskleines Dasein fristen, das auf Videospielseiten wohl noch am meisten zu Diskussionen führt. Viele werden nicht mal mitbekommen haben, dass Killerspiele vereinzelt wieder genannt wurden, eventuell erst auf entsprechenden Gamingseiten. In den allgemeinen Medien ist die Debatte jedenfalls nicht wirklich präsent. Solche "Amok"läufe dürften auch die wenigsten Menschen in Angst versetzen, im Vergleich zu dem nun verstärkt aufkommenden Terror. Dort werden die Leute eher nach Antworten und Lösungen verlangen und dort werden Killerspiele keine simple Erklärungs- und Lösungsversuche bringen können.

ronnymiller 12 Trollwächter - 859 - 25. Juli 2016 - 9:08 #

Danke für diese ausführliche Ausformulierung meiner Gedanken ;)

Es ist eben leichter mal eben "Killerspiele" zu sagen, als sich mit sozialen Problemen, steigender Armut, Ghettobildung, Zweiklassengesellschaft, verfehlter Bildungspolitik und verfehlter Flüchtlingspolitik auseinanderzusetzen.
Dann müsste man ja auch großflächig eigene Fehler eingestehen. Mit "Killerspiele" hat man aber mal schnell eine Erklärung parat. Die Chance auf dem PC eines Jugendlichen ein "Ballerspiel" zu finden, schätze ich übrigens bei 99 Prozent ein. Wenn die Argumente einiger Politiker stimmen würden, die sich gerade so zu Wort melden, müssten alle Jugendlichen irgendwann zwingend Amok laufen.
Schade, dass wir diesen Unsinn schon wieder diskutieren.

Gendrosh 11 Forenversteher - 585 - 25. Juli 2016 - 9:19 #

Gut geschrieben!

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8037 - 25. Juli 2016 - 11:15 #

Wenn man für blinden Aktionismus einen Preis bekäme, unsere Politiker hätten eine Vitrine voll, dass würde so manch einen Münchner-Fussballprofi vor neid erblassen lassen.

Dazu das ganze Mediendrama ... wenn der Sinn darin bestand das der kranke Schütze seine 15 Minuten Ruhm haben wollte - das hat er geschafft. Ich kann solche Artikel, die 2 Minuten nach der Tat hochkommen, ala "Was wir bisher wissen!", nicht mehr ertragen.

Wie wärs erstmal Fakten schaffen und dann das Übel angehen - und gleichzeitig mit den Personen beschäftigen die jetzt zurückgeblieben sind und damit leben müssen.

Wie wärs mit Mobbing bekämpfung? Wie war das "Nervige Sing-Sang Stimme", "Komischer Gang", "Komischer Typ" - sogar ne Anzeige die auf Mobbing rausläuft? Aber nee, der Herr Langer sagts schon: Warum tief überlegen was das Problem sein könnte, wenn man einfach mit dem Finger auf ne Spielepackung zeigen kann.

Traurig... mein Beileid.

rammmses 18 Doppel-Voter - P - 11676 - 25. Juli 2016 - 11:34 #

Amokläufe sind (zum glück) äußerst seltene einzelfälle, daher ist jeder versuch der verallgemeinerung per se absurd. Das ist wie den zusammenhang zwischen lottogewinnern zu suchen, um die chancen zu erhöhen. Amokläufe lassen sich nicht verhindern, irgendwer unter 80 mio wird immer irgendwann austicken und eine möglichkeit finden. Es ist blödsinn da mit depression, mobbing, armut oder videospielen zu kommen, all das trifft auch auf zig tausende andere zu, die niemals so eine tat machen würden. Die unbequeme wahrheit ist eben, da kann man nichts machen. Im gegensatz zu anderen viel größeren problemen, wo die politik aktiv würden könnte.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9247 - 25. Juli 2016 - 11:39 #

Die Mischung macht es eben. Alarmsignale gab es ja scheinbar schon, man muss sie nur mitbekommen und richtig deuten. Denn solche Amokläufe sind selten völlig spontane Aktionen. Sie entwickeln sich über einen längeren Zeitraum.

Gerade in dem Fall München gab es scheinbar noch einen Mitwisser. Dementsprechend hätte der Amoklauf, meiner Meinung nach, durchaus verhindert werden können.

Sciron 19 Megatalent - P - 15781 - 25. Juli 2016 - 11:47 #

Um die Zeit zu zitieren: "Es habe sich zudem bestätigt, dass der 18-Jährige bis vor wenigen Wochen wegen einer psychiatrischen Erkrankung behandelt wurde, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. In der Wohnung habe man ärztliche Behandlungsunterlagen gefunden, die auf eine Angststörung und Depressionen hindeuteten. Er habe sich sowohl in stationärer als auch ambulanter Behandlung befunden. Zudem habe man Medikamente gefunden."

Er WAR also bereits bei vermeintlichen Profis in Behandlung. Wer wenn nicht die hätten die Alarmsignale denn richtig deuten müssen? Denen traue ich da deutlich mehr Kompetenz zu als irgendwelchen "Kumpels", die jetzt als Mitwisser ausgequetscht werden.

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4617 - 25. Juli 2016 - 11:58 #

Man muss da unterscheiden zwischen der medizinischen Dienstleistung "Diagnose" und dem allgemeinen Kontrollauftrag, Eigen- und Fremdgefährdung einzuschätzen und ggf. weiterzugeben.

Und dann ist noch nicht gesagt, dass etwas getan wird. Viele psychisch Kranke werden bestenfalls und auf eigene Verantwortung (d.h.: nur inkonsequent) mediziert, eine Therapie findet weitaus seltener statt, obwohl diese langfristig weit höhere Chancen der Verbesserung bringt.

Nur: Betreuung und therapeutische Maßnahmen kosten Geld. Dieses ist schlicht und ergreifend nicht da bzw. wird nicht bereitgestellt. So besteht das Leben vieler psychisch Kranker aus einem Kreislauf von Medizierung, Vereinsamung, eigenmächtiger Absetzung der Medikation, Krise / Psychose, stationärer Einlieferung (max. 6 Wochen) mit Zwangsmedikation, Entlassenwerden in denselben altem Mist, Abbruch der Therapie und folglich: Absetzung der Medikation. Sowas geht manchmal jahre- und jahrzehntelang.

Das ist ein Notnagel-Programm, bei dem es klar ist, dass irgendwann einer austickt.

Die "Profis" können hier leider wenig verändern. Du kannst niemanden zwangsweise medizieren, nur während einer manischen / psychotischen Phase. Stellt sich eine Besserung ein, hat derjenige eine Chance, daraus was zu machen. Und wird dann oft alleine gelassen.

rammmses 18 Doppel-Voter - P - 11676 - 25. Juli 2016 - 12:22 #

Er war ja bereits länger in Behandlung. "Alarmsignale" sind eben schwierig, weil 99,99% mit denselben "Signalen" nicht zum Amokläufer werden. Dass das Umfeld oder hier gar ein Mitwisser nicht aktiv werden, ist zwar schlimm, aber nicht Sache des Staates. Es wird ja so getan, als ob man sowas mit Gesetzen verhindern könnte.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9247 - 25. Juli 2016 - 13:52 #

Ich habe mich überhaupt nicht zu Gesetzen geäußert.

Du hast geschrieben, dass man solche Taten nicht verhindern kann, ich bin da anderer Meinung. Es geht in erster Linie um die Personen, die mit dem Täter zu tun haben. Diese sollten Probleme erkennen.

Gedanken sollte man sich darüber schon machen. Wenn ich über die Personen folgende Schlagworte weiß: Waffe, hat Winnenden besucht, ist in psychiatrischer (oder ähnlicher) Behandlung und fällt durch rassistische oder amokverherrlichende Aussagen auf, wurde über Jahre extrem gemobbt, dann sind das in der Gesamtheit ausreichend Alarmsignale. Selbst wenn die Waffe als Punkt weg fällt, sollte derjenige besser überwacht/betreut werden (durch Eltern, Freunde, Psychiater).

Natürlich bleibt die Frage offen, inwieweit welche Personen diese Sachen überhaupt mitbekommen haben. Im Nachhinein sieht man das Gesamtbild, von denen im Zweifel viele nur einzelne Stücke wussten.

In letzter Konsequenz ist es eine Sache des Staates, aka Gesellschaft. 9 Menschen wurden ermordet. Wenn nun jemand wusste, dass der Täter illegal eine Waffe besaß und das nicht gemeldet hat, dann hat er sich schlicht und einfach strafbar gemacht.

Ähnlich war es im Fall Winnenden, wo der Vater die Waffe nicht ordnungsgemäß und unzugänglich für den Sohn aufbewahrt hat. Damit trägt derjenige eine Mitverantwortung für die Tat und wird dafür zur Rechenschaft gezogen. Nur mal ein kleiner Hinweis: Der Vater von Tim K. wurde wegen "fahrlässiger Tötung" verurteilt.

rammmses 18 Doppel-Voter - P - 11676 - 25. Juli 2016 - 14:21 #

Die Waffe hat er sich ja illegal besorgt und das ist durch das Internet und diverse mögliche Trixereien (auch durch den Anonymitätswahn der technikaffinen Menschen begünstigt) kaum zu verhindern. Alles andere sind zwar Zeichen, aber nichts davon ist strafbar. In professioneller Behandlung war er, mehr hätte man nicht machen können. Ich sehe da kein systemisches (Staats-)Versagen, woran man arbeiten könnte.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9247 - 25. Juli 2016 - 16:00 #

Ob man den Kauf einer Waffe verhindern kann, weiß ich nicht. Sollte man untersuchen. Dafür kenne ich mich mit dem Thema aber zu wenig aus. Wurde die denn anschließend per Post verschickt?

Was heißt denn strafbar? Wenn jemand von dem Plan des Amoklaufes oder der illegalen Waffe wusste und dies nicht gemeldet hat, hat er eine Straftat begangen. Deswegen wird ein Haftbefehl gegen den 16-jährigen Bekannten beantragt.

Und wenn man den Täter richtig diagnostiziert/eingeschätzt hätte (wie schon geschrieben, ist das nicht einfach, deshalb erstmal keinen Vorwurf an die behandelnden Personen), dann wäre er nicht auf freiem Fuß gewesen, sondern in der Psychiatrie.

rammmses 18 Doppel-Voter - P - 11676 - 26. Juli 2016 - 10:44 #

Ja, da kommen sicher einige Dinge zusammen. Ich meinte, selbst wenn jemand gemeldet hätte, dass er über Amokläufe recherchiert, Winnenden besucht etc. hätte man nichts machen können, weil das per se nicht verboten ist. Richtige Soziopathen, die quasi über Monate so eine Tat planen, sind wohl auch kaum empfänglich für psychiatrische Behandlung, da sie ja in weiten Teilen rational handeln, also im Sinne von "die Kontrolle haben". Man sollte sich nicht einbilden, dass man sowas hundertprozentig verhindern kann, aber in Anbetracht der extremen Seltenheit solcher Fälle sind wir ganz gut dabei. In anderen Ländern passiert sowas täglich.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9247 - 27. Juli 2016 - 9:02 #

Es gäbe Mittel, wenn auch mit hohen Auflagen (Zwangseinweisung). Da könnte man z.B. auch im Hinblick auf Terrorismus mal über andere Maßnahmen bzw. Erleichterungen nachdenken.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8037 - 27. Juli 2016 - 9:56 #

Meinst du erleichterung in Form von noch schärferen Gesetzen? Noch mehr Befugnisse? Mehr Überwachung?

DomKing 18 Doppel-Voter - 9247 - 27. Juli 2016 - 10:12 #

Es geht um die Zwangseinweisung von psychisch Kranken. Die aktuelle Sicherheitskonstruktion hat für mich in der letzten Woche zwei Mal nicht funktioniert. München und Ansbach. Von daher wäre das ein Punkt, wo man meiner Meinung nach ansetzen könnte.

Gibt natürlich auch noch andere Punkte.

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 27. Juli 2016 - 10:19 #

Zwangseinweisung hat schon bei Adolf bestens funktioniert, zumal man den Zwangseingewiesenen, der vermutlich aufbegehren wird, dann auch gleich problemlos ruhigspritzen kann - denn wäre er geistig gesund, würde er sich ja gar nicht erst beschweren...

DomKing 18 Doppel-Voter - 9247 - 27. Juli 2016 - 10:22 #

Wie gesagt, man sollte mal darüber nachdenken, ob man etwas sinnvoll verbessern kann. Alternativ kann man es auch so lassen und diese Menschen dann andere Menschen umbringen und verletzen lassen. Weil "kann man ja nichts machen"...

Die Nazischiene ist eine Frechheit von dir.

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 27. Juli 2016 - 10:45 #

Nein, das ist keine Frechheit - es ist exakt der Grund, weshalb Zwangseinweisungen in diesem Land außerordentlich schwer sind; und es ist ebenfalls der Grund, weshalb im Grundgesetz der Einsatz von Soldaten im Inland außer zur Katastrophenhilfe grundsätzlich untersagt ist.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9247 - 27. Juli 2016 - 11:27 #

1. Rede ich von Menschen, die eine Gefahr für sich und andere sind und das
2. von Ärzten mit heutigem Normen, Werten und Ausbildung festgestellt wird.
3. Hast du selber festgestellt, dass es Zwangseinweisungen heute bereits gibt,
4. genauso wie im Übrigen Beruhigungsspritzen.

Ist bei dir die Welt so schwarz und weiß, dass es nur ganz oder gar nicht gibt? Natürlich sind die Anforderungen hoch und sollen sie auch bleiben. Trotzdem sollte man überlegen, ob eine Straftat unmittelbar bevorstehen muss oder ob nicht andere Kriterien reichen. Und du kannst davon ausgehen, dass es meiner Meinung nach durchaus mehrere strenge Kriterien sein werden, die zutreffen müssten. Nur hilft den Opfern die Zwangseinweisung des Täters nach der Tat i.d.R. nicht. Warum sollte man also nicht darüber nachdenken, ob man in dem Bereich etwas verbessern kann? Zu welchem Schluss mit welcher Begründung man dann kommt, ist doch noch gar nicht gesagt. Aber Denkverbote im Voraus vorgeben? Nö.

Was hat der Inlandseinsatz mit der Sache zu tun? Um das geht es in dem Kommentarstrang gar nicht.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 27. Juli 2016 - 11:41 #

Du hast halt das Problem, dass von, vermute ich einfach mal, Millionen von Patienten in psychiatrischer Behandlung (über ein Jahr), mindestetens aber Hunderttausenden, nur ungefähr 0,25 pro Jahr zum Attentäter werden. Wo ziehst du nun die Grenze für eine stationäre Einweisung? Auf welcher Rechtsgrundlage? Und willst du einen Verwandten zwangseingewiesen sehen, der vielleicht mal eine schlechte Phase hat und im Suff irgendwelchen Blödsinn in die Nacht hinausgeschrien hat? Wie am Flughafen, wenn jemand einen dummen Bombenwitz macht, und dann wird er erst mal festgenommen mittlerweile?

Bereits jetzt sind Ärzte und Psychiater nicht an die Schweigepflicht gebunden, wenn sie eine akute Gefahr für Leib und Leben sehen, des Patienten selbst oder durch ihn.

Ich würde da eher an dem Punkt ansetzen, dass die gesamte Profession besser darauf geschult wird, auch an solche möglichen Ergebnisse zu denken, und das eigene Warnglocken-System feinzutunen.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9247 - 27. Juli 2016 - 11:53 #

Naja, ich gehe jetzt von den aktuellen Fällen aus und nicht von deinen Beispielen, die tatsächlich banal sind.

Im Fall München gab es schon viele Punkte. Da ist weiterhin das Problem, dass der behandelnde Arzt vermutlich nicht alle Informationen hatte.

Im Fall Ansbach ist vom "spektakulärem Suizid" im Gutachten die Rede. Da stellt sich mir die Frage, warum die Person weiter frei herumlief? War man der Meinung, wenn man die Abschiebung aussetzt, würde es gut gehen? Ging es rechtlich nicht? Gab es andere Gutachten? Usw. usw.

Und klar, es geht immer um die Ausnahmefälle. Deswegen ist die ganze Sache quantitativ gering. Es geht mir nicht darum, wie unten angedeutet, tausende zwangseinzuweisen. Trotzdem ist es wichtig, sich damit zu beschäftigen, wenn diese Menschen in der Lage sind Hunderte umzubringen.

Wenn man sich damit auseinandergesetzt hat und zu dem Ergebnis kommt, dass kein Handlungsbedarf besteht, ist es auch ok.

Ich sehe z.B. durch die aktuellen Fälle keinen Bedarf das Waffenrecht weiter zu verschärfen.

blobblond 19 Megatalent - 17762 - 27. Juli 2016 - 11:46 #

"2. von Ärzten mit heutigem Normen, Werten und Ausbildung festgestellt wird.
3. Hast du selber festgestellt, dass es Zwangseinweisungen heute bereits gibt"

Sagt dir der Fall Gustl Mollath was?
Und er ist kein Einzelfall.

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 27. Juli 2016 - 11:48 #

Meinst du wirklich, dass in 20 Jahren noch jemand weiß, von welchen Menschen du geredet hast?
Meinst du wirklich, dass in 20 Jahren noch alle Ärzte heutige Normen, Werte und Ausbildungen besitzen?
Ja, ich weiß, dass es Zwangseinweisungen und Beruhigungsspritzen gibt - ich weiß aber auch, wie leicht man das System missbrauchen kann, und ich will wirklich nicht erleben, dass 1000 oder mehr Menschen auf Verdacht weggesperrt werden, damit -eventuell- ein möglicher Amoklauf verhindert wird.
Und was der Inlandseinsatz mit der Sache zu tun hat? Mit genau den gleichen Argumenten wird - schon wieder - versucht, der Bundeswehr Polizeiaufgaben zuzuschieben, und das möchte ich ebensowenig erleben wie erleichterte Zwangseinweisungen.
Mir persönlich reicht es schon, dass die Bundeswehr heute in Ländern aktiv ist, in denen sie NIEMALS aktiv sein könnte, wie man mir vor 40 Jahren nachdrücklich erklärt hat.

kommentarabo 14 Komm-Experte - 1953 - 27. Juli 2016 - 12:31 #

aber fremd- oder eigengefährdung sind doch bereits heute voraussetzung für zwangseinweisungen. insofern verstehe ich nicht, was du ändern willst?

floppi 22 AAA-Gamer - - 32775 - 27. Juli 2016 - 12:37 #

blobblond erwähnte bereits Gustl Mollath. Ich füge dem noch Gert Postel hinzu, einem Postboten, der jahrelang als Arzt/Psychiater -- teils in leitender Position -- gearbeitet hat. Hier ein tolles Interview: http://www.hoaxilla.com/hoaxilla-197-gert-postel/

Es ist schon richtig, dass eine Zwangseinweisung nur sehr schwer durchführbar ist.

Ich halte es da wie Jan Böhmermann: "Wer Menschen mit Bomben töten will, dem wird das immer gelingen." Und erweitere es auf: "Wer Menschen im Rahmen eines Amoklaufs oder terroristischen Aktes töten will, dem wird es immer gelingen." Ok, der Ansbacher Attentäter war zu dumm dazu und hat, außer sich selbst, "nur" verletzt. Auch der Würzburger Attentäter konnte niemanden töten, allerdings schwer verletzen -- nicht missverstehen, dass soll die Taten auf keinen Fall schönreden.

Schwierig ist das Thema ohnehin zu beurteilen, denn eine Zwangseinweisung existiert ja. Nur erfährt man leider nicht in den Medien: "Amokläufer zwangseingewiesen, bevor er Tat durchführen konnte." Vielleicht arbeitet das System ja so gut, dass wir bereits 99% aller Amokläufer frühzeitig erkennen?

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8037 - 27. Juli 2016 - 12:34 #

Ich hab immer meine Probleme wenn es um "Zwänge" geht und wenn man da auch noch die Schwellen senkt, sehe ich halt das es missbraucht wird.

Bevor man anfängt alle Prinzipien über den Haufen zu werfen und alles zu verschärfen, wie wärs wenn man erstmal alles rausfindet was man rausfinden kann UND dann kann man schauen wo es hakt, wo das System, die Gesellschaft und der Rest versagt hat.

Am Ende des Tages glaube ich nämlich das die "Hellen"-Wirrköpfe sich noch durch jedes System mogeln und schaden anrichten. Sonst werden nachher die, die nicht so helle sind einfach noch schneller Weggesperrt, obwohl das vielleicht gar nicht nötig wäre... So nach dem Motto: "Aus den Augen, aus dem Sinn!".

Fehlt ja nur noch die Aussage: "Aber wenn es nur einen Menschen retten kann, dann ist das Gerechtfertigt!!1elf" - was Blödsinn ist, dann dürfte es auch kein Automobil geben. Wir können ja mal die Verkehrstoten mit den Amokläufen vergleichen. Car. Wins. Always.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9247 - 27. Juli 2016 - 12:38 #

"wenn man erstmal alles rausfindet was man rausfinden kann UND dann kann man schauen wo es hakt, wo das System, die Gesellschaft und der Rest versagt hat."

Nichts anderes sag ich doch. Ich frage eben, ob das System hier versagt hat oder nicht. Das sollte geprüft werden. Wenn man zu dem Schluss kommt, dass alles funktioniert hat und Änderungen es nicht wert sind (Kosten höher als der Nutzen), dann ist es so.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8037 - 27. Juli 2016 - 13:51 #

Die Kosten sollten das letzte Problem bleiben, wenn ich mir da das User-Feedback von Fefe durchlese, von Leuten aus Hilfsbereichen, wie da auf die Kohle geschaut wird (https://blog.fefe.de/?css=) um immer zu sparen, da wunder ich mich nicht.

Ich meine, geh doch selber mal zum Arzt - die werden nicht dafür bezahlt dich zu Heilen, sondern pro Patient der Aufschlägt. Wie oft ich mich geärgert habe, weil Doc nur schnell nen Mittelchen & Krankschreibung raushaut ... Ich will keine Krankschreibung und irgend nen Pharmaka, ich will das Problem gelöst haben und nicht sympthome bekämpfen ~ oder beschwichtigen.

Mal von der Akzeptanz in der Gesellschaft - da sind uns die Amerikaner zB nen Stück voraus. Wenn hier einer zum Psychologen geht, hat er seinen Makel weg, biste im Amiland nicht bei einem wirste eher schief angeguggt, weil wir alle haben ne Macke.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9247 - 27. Juli 2016 - 14:50 #

Es geht um die Kosten-Nutzen-Analyse. Damit sind alle Faktoren (z.B. auch Freheitsrechte, Umsetzbarkeit usw.) gemeint und nicht nur das Geld.

seb 13 Koop-Gamer - 1768 - 28. Juli 2016 - 10:57 #

Es fehlen allerdings die Zahlen wie oft das System in der letzten Woche funktioniert hat.

blobblond 19 Megatalent - 17762 - 27. Juli 2016 - 11:39 #

Mh, sowas habe ich glaube schon mal gesehen!

Ausnahmezustand (Originaltitel: The Siege)
"Als ein Bürogebäude der Regierung, in dem auch die Anti-Terror-Sondereinheit des FBI ihr Hauptquartier hatte, von einer Autobombe zerstört wird, sterben 600 Menschen. In der Folge wird über New York City das Kriegsrecht verhängt, Einheiten der US-Army unter dem Kommando von William Devereaux besetzen die Stadt und riegeln Brooklyn ab, den Stadtbezirk mit den meisten Immigranten. Alle Araber, arabischstämmige Bürger und Muslime werden überprüft und einer Rasterfahndung unterzogen. Viele von ihnen werden rechtlos und ohne Gerichtsverhandlung in Konzentrationslager verbracht, verhört und gefoltert."
https://de.wikipedia.org/wiki/Ausnahmezustand_(Film)

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 14:47 #

Wie Du schon andeutest, ist es letztlich wirklich die Frage, was das Umfeld (dazu zählen auch die Therapeuten!) nun überhaupt wusste. Auch eine psychiatrische Behandlung funktioniert nur, wenn der Patient mitmacht. Wenn er das nicht tut und nicht vollkommen offen gegenüber den Therapeuten agiert, ist das bereits ein Problem, für dessen eventuelle Folgen niemand zur Rechenschaft gezogen werden kann.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9247 - 25. Juli 2016 - 15:54 #

Richtig, deswegen muss sich die Gesellschaft aber durchaus die Frage stellen, was man verbessern kann. Und nicht, wie rammmses, einen Amoklauf mehr oder weniger einfach hinnehmen.

Die Therapeuten werden vermutlich nicht zur Rechenschaft gezogen werden, außer es gab eindeutige Hinweise. Aber natürlich hast du recht, wenn der Patient nicht mitmacht, dann hilft das auch nicht. Die Therapeuten im Fall Winnenden wurden im Übrigen auch freigesprochen.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 25. Juli 2016 - 21:46 #

Die Frage muss gestellt werden, ganz klar.

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4617 - 25. Juli 2016 - 11:33 #

Ego-Shooter sind nicht die Ursache von Amokläufen, sondern (oft) ein Symptom im Umfeld derer, die Amok laufen. Nur: bei entsprechend anfälligen Leuten kann auch eine Wechselwirkung eintreten.

Überspitzt gesagt: wäre jemand bereit, freiwillig Pfleger in einer geschlossenen Abteilung zu sein, in der die Patienten täglich Counterstrike spielen dürfen?

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 25. Juli 2016 - 12:17 #

Da würde ich an deiner Stelle erst mal einen oder mehrere Pfleger fragen. Könnte aber theoretisch sein, dass die das in Sachen Stressabbau für eine gute Idee hielten! Zumindest, falls die Patienten dazu feinmotorisch, emotional und mental in der Lage wären. Denn so ohne weiteres landet man normalerweise nicht in der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie.

Unregistrierbar 16 Übertalent - 4617 - 25. Juli 2016 - 19:25 #

Ich kenne Leute, die in der Psychiatrie arbeiten. Denen habe ich zwar noch nicht diese Frage gestellt, aber ich bin mir sicher, dass dort keiner auf die Idee käme, denen Counterstrike vorzusetzen.Dort ist alles möglichst ruhig, alles, das Mobiliar, die Lage, es g8bt Töpferkurse, Gesprächstherapie.
War also eher eine rhetorische Frage. Ego-Shooter sind nichts für psychisch Kranke.
Womitnich in keiner Weise ein Verbot befürworte, aber einen Persilschein kann man diesem Genre auch nicht ausstellen. Ich würde es auch keinem Kind oder Jugendlichen geben. Auch keinem labilen Erwachsenen. Nur muss diese Kontrolle anders her, nucht durch ein generelles Verbot.

KanoFu 10 Kommunikator - 521 - 25. Juli 2016 - 12:18 #

Jap, denn ich sehe im Gegenteil zu imho Dir darin den Vorteil, dass Patienten einen kompetiven Wettbewerb starten können -wenn sie denn wollen-.
Das könnte (?) therapeutisch doch nicht das schlechteste Mittel sein.
Allerdings ist das ein reines Bauchgefühl. Und ich würde mich als Patient freuen, wenn der Pfleger mir mein Hobby lässt und mich sogar noch mit anderen Menschen spielen lässt.
Nen Problem sind doch beim Spielen, nur Leute, die nicht verlieren können, nicht die mit nem "Dachschaden".

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 25. Juli 2016 - 16:43 #

Ich denke das kommt immer auf den Dachschaden an. Wenn es da irgendwie Probleme gibt, die Realität zu erkennen und von Wahnvorstellungen zu unterscheiden, kann ich mir schon vorstellen, dass Spiele, die noch eine neue Form von "Realität" in die Welt bringen, schwierig sein könnten. Aber das ist auch nur ein Bauchgefühl :D

vermeer 08 Versteher - 168 - 25. Juli 2016 - 13:22 #

Klasse Kommentar. Als nicht-Abonnent würde ich so einen beitrag "flattrn" - wenn's das denn gäbe :)
Mein Senf zum Thema:
Wer widerlegt mir den (von den Politikern bzw."Experten") mal einfach die schnell aufgestellte These, dass die sogenannten Killerspiele nicht sogar den ein oder anderen Amoklauf verhindern, da sich irgendwelche Psychopathen am Bildschirm (und nicht in der Realität) abreagieren konnten?

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33821 - 25. Juli 2016 - 13:35 #

Ganz oben in der Kopfzeile gibt's den Punkt "Spende".
http://www.gamersglobal.de/sonstiges/gg_unterstuetzen
Falls dir danach ist. ;-)

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 25. Juli 2016 - 16:47 #

Die Abos werden nicht automatisch verlängert - das ist quasi wie flattern :-) (vor kurzem gabs auch eine Preissenkung des Abos)

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 25. Juli 2016 - 13:25 #

Man könnte das Waffenrecht auch lockern.

ganga Community-Moderator - P - 15587 - 25. Juli 2016 - 15:01 #

Und was soll das bringen?

McSpain 21 Motivator - 27019 - 25. Juli 2016 - 15:41 #

Eine Reaktion provozieren. ;)

P.S.: Hat auch geklappt. :D

blobblond 19 Megatalent - 17762 - 25. Juli 2016 - 16:02 #

Frag ma bei der NRA nach!;)

Deren Werbespruch laut ja:
"Only Thing That Stops A Bad Guy With A Gun Is A Good Guy With A Gun"!

McSpain 21 Motivator - 27019 - 25. Juli 2016 - 16:16 #

Bisher haben sie dafür aber recht wenig neue Good Guys importiert.

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 25. Juli 2016 - 16:44 #

Hat das eigentlich schon mal geklappt?

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8037 - 25. Juli 2016 - 17:07 #

Klar, alles nur eine Definitionsfrage. Was des eines Terroristen, ist des anderen Freiheitskämpfer. Der Sieger schreibt die Geschichte.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73397 - 25. Juli 2016 - 14:13 #

Well said, Jörg.

Gaiska 10 Kommunikator - P - 443 - 25. Juli 2016 - 14:16 #

danke

Triton 16 Übertalent - P - 5289 - 25. Juli 2016 - 14:27 #

Erinnert mich da den Schwachsinn mit den Negerküssen die nun Schokoküsse heißen, könnte ja jemand zum Rassisten dadurch werden.

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 25. Juli 2016 - 16:44 #

Da ging es meiner Wahrnehmung nach eher darum, dass Schwarze sich von dem Neger-Begriff angegriffen fühlen, auch wenn er nur Schokoküsse bezeichnet.

Passatuner 14 Komm-Experte - P - 2086 - 25. Juli 2016 - 14:50 #

Spiele machen einen nicht zum Amokläufer, aber manch Amokläufer hat sicher solche 'Killerspiele' gespielt. Anders: eine Waffe macht einen nicht zum Mörder, aber ein Mörder hat manchmal eine Waffe (absehen von der Tatsache, dass die meisten Morde nur mit Händen und Füßen geschehen).

Und jetzt esse ich ein Negerkussbrötchen ;)

Tomate79 16 Übertalent - P - 4098 - 25. Juli 2016 - 15:26 #

Das Wort zum Sonntag, gewaltfrei und kostenlos!

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 25. Juli 2016 - 15:21 #

Alles beeinflusst einen Menschen, auch Videospiele, Filme, Serien, Eltern, Bilder, Landschaften, Blumen und Trinkpäckchen.

Aber die Schuld bei "einem" Medium zu suchen ist irreführend.

Berthold 15 Kenner - - 2826 - 25. Juli 2016 - 16:56 #

Schön geschrieben. Kann ich voll und ganz unterstützen.
Ein Bekannter hat mich gestern auch angesprochen, was ich denn davon halte, ich spiele ja schließlich auch solche Spiele... Ich konnte ihn leider nur verwirrt ansehen. Jetzt werde ich ihm mal den Link zu dieser Kolumne mailen.

Doc Bobo 16 Übertalent - P - 4824 - 25. Juli 2016 - 21:37 #

Gehe mit dem gesagten konform, würde das ganze aber, gerade weil es so lächerlich ist, heutzutage gar nicht mehr aufwärmen. Von mir Lob an die Polizei und Sanis, die armen Schweine halt, die von solchen Aktionen sicherlich schlaflose Nächte und schlimmeres davontragen. Die Schwadköppe in Berlin sind demnächst eh wieder andere, deren Tun und teils komplett peinlichen Aussagen kann ich genausowenig verhindern, wie die tragische Ballerei eines kranken Spinners. Von daher ignorier ich es einfach lieber und lebe den nächsten Tag...

defndrs Game Designer - - 745 - 25. Juli 2016 - 21:02 #

Was das Ganze insgesamt auch zeigt ist, dass die Gründe für solche Taten allgemein (zu) vielschichtig sind. Fallen irgendwann als Auslöser für Gewalt mal Religionen, Minderheiten oder Sekten weg, gibt es immernoch den klassischen Amoklauf. Irgendwer wird immer aus Angst, Hass oder Unfähigkeit heraus Stress machen. Manchmal denke ich, die ganze Suche nach den Ursachen bringt nichts. Wären die Ursachen für solche Taten nämlich so simpel, dass sie sich einfach finden und beseitigen ließen, hätten wir das ganze Problem nicht. Aber weiter sucht der Mensch verzweifelt an der falschen Stelle nach Gründen für das Unerklärliche, wird schließlich Hoffnung schöpfen nur um dann wieder zu verzweifeln. Das einzige was helfen würde, wäre wenn die Leute mal ein Problem in all seiner Komplexität und vollen allen Seiten betrachten würden. Um dann sich selbst und andere einfach mal in anderem Licht zu sehen. Da sind die Menschen aber noch nicht auf der entsprechenden Evolutionsstufe angelangt, stochern lieber ewig weiter im gleichen Morast. Paar Hippies, die sich anfassen und im Kreis für Weltfrieden tanzen, bringen übrigens auch nichts. "L' Enfer c'est les autres." Mh, wie weit ist KI derzeit nochmal...? :)

Sancta 15 Kenner - 3154 - 25. Juli 2016 - 21:06 #

Meine These zu Amokläufern: In 100% (!) aller Fälle von Amokläufen haben die zuständigen Behörden ermittelt, dass der Amokläufer entweder direkt am Tag der Tat oder zumindest wenige Tage zuvor Brot konsumiert hat. Hat das mal jemand untersucht? Findet ihr das nicht auch beängstigend.
Aber im ernst: Sehr sehr genialer Beitrag von Jörg Langer.

Sciron 19 Megatalent - P - 15781 - 25. Juli 2016 - 21:17 #

Muss Vollkorn gewesen sein. Wenn sich die Samen zwischen den Zähnen verfangen, ist mir auch oft nach Mord und Totschlag zumute.

rattenzahn 08 Versteher - 176 - 25. Juli 2016 - 21:37 #

danke fuer den klugen beitrag. ich weiss auch nicht, wie man diese unsinnige diskussion beenden kann. vielleicht muessen wir, die wir ein komma richtig setzen koennen, uns alle outen und zeigen, dass shooter spielen nicht gleichzusetzen ist mit einer defekten seele, einer generellen minderbegabung oder geistigen verrohung.

Q-Bert 11 Forenversteher - 594 - 25. Juli 2016 - 23:14 #

Ein "Amoklauf" bedeutet in aller Regel: Der Täter stirbt am Ende. Entweder richtet er die Waffe gegen sich selbst oder wird von Polizeikräften erschossen. Damit rechnet jeder "Amokläufer", wenn er seine Tat plant. "Erweiterter Suizid" passt als Begriff daher auch besser, denn der Täter will sein eigenes Leben beenden und dabei noch möglichst viel Schaden anrichten.

Warum sollten Computerspiele im Allgemeinen und CounterStrike im Besonderen einen Menschen in den SELBSTMORD treiben? Der Gedanke ist einfach nur absurd!

Sehr leicht nachvollziehbar ist dagegen, was einen potentiellen Amokläufer an CS fasziniert, denn das Spiel ist hervorragend dazu geeignet, für ein paar Stunden den Stress der realen Welt zu vergessen, mal abzuschalten. Das kennt jeder, der nach einem anstrengenden Schul- oder Arbeitstag nach Hause kommt und bei CS entspannt. Es erscheint logisch, dass der Effekt umso größer ist, je verzweifelter oder sinnloser ein Mensch sein Reallife empfindet. Dass ein potentieller Amoktäter eine Zuflucht in Killerspielen findet, überrascht nicht.

Ich halte es daher für wahrscheinlicher, dass Killerspiele potentielle Amokläufer in viel mehr Fällen davon ABHALTEN, ihre Pläne in die Tat umzusetzen, als dass sie diese Ideen fördern würden.

Harry67 13 Koop-Gamer - P - 1641 - 26. Juli 2016 - 7:43 #

Danke für den Klartext. Wir werden leider immer mit Politikern leben müssen, die in blindem Aktionismus politisch ausschlachten werden, was immer möglich ist. Dafür muss dann das "Fremde" herhalten, das was man nicht kennt - in diesem Falle suspekte Shooterspieler. Und überhaupt diese "Gamer" ... können die nichts Vernünftiges mit ihrer Zeit anfangen ...?

Da wird sich nichts ändern. Aber irgendwann kommt so ein Södertyp bestimmt auf die brilliante Idee, eine Shootersteuer einzuführen.

RP-User (unregistriert) 26. Juli 2016 - 8:10 #

Die ersten Nachahmungstäter haben bereits zugeschlagen: heute.de/japan-amoklaeufer-toetet-viele-menschen-in-behindertenheim-44547164.html

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 26. Juli 2016 - 8:30 #

Ein Täter, der sich hat festnehmen lassen: Scheint mir anders gelagert zu sein. Generell aber sind Nachahmungstäter ein klares Problem. Über Selbstmorde von Jugendlichen wird kaum noch berichtet, wäre dasselbe bei Amokläufen möglich, es gäbe mit großer Sicherheit weniger.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 26. Juli 2016 - 10:49 #

Ich glaube nicht, dass es sich hierbei um eine klassische "Nachahmung" handelt. Der Mann hatte seine ganz eigenen, absurden Beweggründe, die Tat zu begehen.

Thomas Schmitz Freier Redakteur - 2685 - 26. Juli 2016 - 9:22 #

Heute morgen ist mir dann der Kaffee aus dem Gesicht gefallen. Da steht wortwörtlich in meiner Tageszeitung (für die ich fast zwölf Jahre gearbeitet habe): "...und spielten gewaltverherrlichende Videospiele wie Counterstrike" - und zwar in einem Artikel, keiner Meinung.

Dem stellvertretenden Chefredakteur habe ich mitgeteilt, dass das natürlich absoluter Unsinn ist. In der gleichen Ausgabe steht übrigens von einem Autor eine Betrachtung über den Zusammenhang zwischen Spielen, psychischen Störungen und Amokläufen - sachlich, vorsichtig, gut.

Erschreckend aber, dass ich unter jungen (!) Ex-Kollegen eine Diskussion angeregt habe und da sofort in die Defensive gedrängt wurde. Bei Counterstrike müsse man ja andere Figuren töten, also sei es gewaltverherrlichend. Mein Einwand, dass man das persönlich ja gewaltverherrlichend finden dürfe, sich in einem sachlichen Artikel aber dann doch eher an die Definition des Gesetzgebers und die Einstufung durch die USK halten sollte, kam nicht gut an. Mein Vergleich, dass man bei Völkerball auch auf Menschen ziele und denen sogar in echt wehtun kann, ebenso nicht.

Das zeigt aber auch, dass die Diskussion um Gewalt in Spielen doch noch nicht zu Ende geführt wurde.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 26. Juli 2016 - 9:42 #

Respekt, dass du dich da unbeliebt gemacht hast!

Da reden schlicht Leute übers Thema, die keine Ahnung von den gesetzlichen Grundlagen und der seit Jahrzehnten geführten Diskussion haben. Dann aber sollten sie besser nicht drüber schreiben: jugendbeeinträchtigend, jugendgefährdend, gewaltverherrlichend, kriegsverherrlichend – das sind Begriffe, die man im Kontext nicht einfach nach Bauchgefühl verwenden kann, sondern die klar definiert sind, und deren Anwendbarkeit auf "verdächtige" Medien regelmäßig von Vertretern der Kirchen, des Jugendschutzes usw. geprüft wird.

Mich persönlich stört schon das Wort "gewalthaltig", das u.a. auch der G.A.M.E. in seinem aktuellen Statement verwendet. Wo bitte ist denn Gewalt enthalten in einem Spiel? Gewaltdarstellend wäre das richtige Wort. Mir geht es da überhaupt nicht ums Reinwaschen oder sprachliches Verklausulieren, sondern im Gegenteil: um sprachliche Präzision.

Thomas Schmitz Freier Redakteur - 2685 - 26. Juli 2016 - 9:47 #

Mir eben auch. Man darf in einer Kolumne/in einem Kommentar wegen mir sogar sagen, dass man Counterstrike für gewaltverherrlichend hält. Aber nicht in einem sachlichen Artikel. Da geht es eben auch um sprachliche Präzision. Reicht ja, wenn die meisten Journalisten den Unterschied zwischen mutmaßlich/vermeintlich und offenbar und scheinbar nicht kennen.

genauso (unregistriert) 26. Juli 2016 - 10:07 #

Jörg Langer bezeichnet also die Anhänger der AFD als Wirrköpfe. Wie schön das du dich als dreckiger linker Vollpfosten outest.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 26. Juli 2016 - 10:24 #

Ich meinte jene armseligen Wirrköpfe der AfD, die nichts besseres zu tun hatten, als das gleich und mit Hashtags wie #afdwaehlen verbunden als islamistischer Terror zu interpretieren.

Über die Anhänger der AfD habe ich keine Aussage getroffen, aber bist du ein typisches Exemplar? So in Sachen Lesekompetenz?

Dass ich ein Linker bin, wäre mir neu.

Hal Fischer 17 Shapeshifter - - 7093 - 26. Juli 2016 - 10:32 #

Du nimmst aber leider nicht jeden Kommentar ohne ausreichenden Beleg einfach hin, und da du offensichtlich eine andere Meinung vertrittst, bis du automatisch ein linker.

seb 13 Koop-Gamer - 1768 - 26. Juli 2016 - 10:38 #

Ein "dreckiger" Linker bitteschön, soviel Zeit muss sein ;)

Hal Fischer 17 Shapeshifter - - 7093 - 26. Juli 2016 - 10:41 #

Naja, ich denke einmal dass auch der durchschnittliche Linke genügend verdient, um sich Seife leisten zu können ;)

seb 13 Koop-Gamer - 1768 - 26. Juli 2016 - 10:43 #

Vorsicht, das wird hier noch eine politischere Diskussion als über die Politik betreffs gewaltdarstellender Spiele...

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 26. Juli 2016 - 10:57 #

Ja, ich hätte gar nicht antworten sollen. Bitte Subthread hiermit beenden, sonst löschen wir ihn vom anonymen Comment an.

Hal Fischer 17 Shapeshifter - - 7093 - 26. Juli 2016 - 10:31 #

Quot erat demonstrandum ...

endymi0n 16 Übertalent - - 5434 - 26. Juli 2016 - 10:34 #

quod* :)

Ich denke aber auch, dass man die AfD mit gutem Gewissen als wirr bezeichnen darf. Schau sich einer die zerstrittenen Fraktionen doch an.

rammmses 18 Doppel-Voter - P - 11676 - 26. Juli 2016 - 10:47 #

Wenn das kein Trolling ist, geht es als Realsatire durch^^

Despair 16 Übertalent - 4437 - 26. Juli 2016 - 11:45 #

Ich wähnte mich kurzzeitig in der youtube-Kommentarsektion...^^

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 26. Juli 2016 - 11:50 #

Wuhäääää Zensuuuuralarm

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 26. Juli 2016 - 11:55 #

Bitte Subthread beenden, das ufert sonst aus. "Killerspiele" sind schon ein hinreichend kontroverses Thema.

yankman 13 Koop-Gamer - P - 1776 - 26. Juli 2016 - 10:57 #

Don't feed the Wirrkopf

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73397 - 26. Juli 2016 - 17:16 #

Ganz ehrlich, wieso schaltet man so ein beleidigendes und dummes Geschwätz frei?

steever 16 Übertalent - P - 4931 - 27. Juli 2016 - 0:49 #

Jörg hat ihn freigeschaltet, da er wohl Spaß dran hatte ihm zu antworten. ;)

malkovic 13 Koop-Gamer - P - 1253 - 30. Juli 2016 - 23:19 #

Und er hat, falls es so war, gut daran getan. Unterdrückt man so ne AfD-Meinung, dann spielt man den Leutz eher in die Hände, von wegen Märtyrer und so. Großes Lob, diese Meinung hier zuzulassen und sich dann eben zu äußern.
Bitte öfter ...

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 2. August 2016 - 13:42 #

Google Märtyrer. Vielleicht meinst du Zensur?

Hal Fischer 17 Shapeshifter - - 7093 - 26. Juli 2016 - 10:18 #

Ein, wie ich finde, durchaus interessanter Gedanke zum Thema: http://m.taz.de/Amoklaeufer-als-popkulturelle-Figuren/!5321658;m/

Max Headshot (unregistriert) 26. Juli 2016 - 10:38 #

Ist eigentlich noch keiner auf die Idee gekommen, zwischen Single- und Multiplayern zu differenzieren ? In Multiplayern scheint mir das Aggressionspotential wesentlich höher, NPC's können eigentlich niemanden aggressiv machen.

Noodles 21 Motivator - P - 30197 - 26. Juli 2016 - 16:10 #

Doch, so dumme KI-Kollegen, die man beschützen muss, sonst ist die Mission gescheitert, aber die Deppen rennen immer zielsicher in die Kugeln der Gegner. Sowas macht aggressiv. :D

rammmses 18 Doppel-Voter - P - 11676 - 26. Juli 2016 - 17:11 #

Ach nein? Schau dir mal das Dark Souls Let's Play mit Jörg an ;)

Star Wolf (unregistriert) 26. Juli 2016 - 12:15 #

Ich habe am Wochenende mit einer Nicht-Gamer-Freundin gesprochen, die aktuell dem Pokémon GO-Hype verfallen ist und zum ersten Mal in ihrem Leben feststellt, dass ihr "Hipster" oder ähnliche, teils beleidigende Begriffe von Fremden auf der Strasse nachgerufen werden, nur weil sie ein Videospiel spielt. Ich kenne viele Privatpersonen, die auf YouTube publizieren und sich dort eine Community oder Freundschaften aufbauen, weil sie niemanden in ihrem Alter finden, der sich für Games interessiert. Diese schämen sich teilweise heute noch in der Öffentlichkeit mit einem 3DS gesehen zu werden. Sie werden verurteilt von Eltern, Freunden und vereinzelt sogar von den Partnern. Ich wette jeder Fan kann diesbezüglich einige Geschichten erzählen.

Und in diesem Kontext reden wir dann von einer Killerspiel"debatte", obwohl wir eigentlich Killerspiel"vorwurf" meinen. Denn die mutmaßliche "Diskussion" resultiert eigentlich aus einer Verteidigungsposition, die bereits im Jugendalter beginnt. Man erklärt sich, versucht begreiflich zu machen, wie die eigene Sicht ist und widerlegt die dutzenden Falschaussagen. "Videospiele sind..." und "Gamer sind..." wird in den Raum geknallt, ungeachtet der Schwachsinnigkeit Menschen mit einem gemeinsamen Hobby einige Charaktereigenschaften zuzuschreiben. Beim Thema Sexismus, Rassismus, Homophobie sind sogar Teile des Journalismus auf diese Frechheit aufgesprungen, nur mal so am Rande.

Die Leute sind es einfach leid. Sie sind es leid verurteilt zu werden, sie sind wütend und reagieren nicht aus grundsätzlichem Hass, sondern aus einer Frustration heraus, weil sie - sofern es hart auf hart kommt - kaum eine Lobby haben. Und unterm Strich ist die eigentliche Tragik nicht, dass die Killerspieldebatte wieder kommt, sondern dass alle Versuche in der Vergangenheit für Aufklärung zu sorgen, sei es durch Gamer selbst, sei es durch Artikel oder andere Beiträge, sei es durch die hervorragende Dokumentation von Christian Schiffer, Personen im öffentlichen Leben nicht davon abgehalten haben, weiterhin an ihrer Ansicht festzuhalten und verdeutlicht gleichzeitig politisches Scheitern im Umgang mit Popkultur.

Xentor 14 Komm-Experte - 2164 - 26. Juli 2016 - 13:50 #

hachja Killerspiele, das lieblingsthema vom Dampfnudel aus der Klasse De Majonaise ehm De Maiziere.
(absgesehen davon das dieser Kerl bei ziemlich JEDEM thema eine Lachnummer ist.... )
Naja ich frag mich immer warum es immer Spiele sind, warum schreit niemand auf die bösen Splatter Filme? (Keine bange mir sind die egal, aber ich mein nur... is wieder so eine zweieerlei Maaß Kiste).
Naja wenns nicht das eigene medium betrifft (Ich wette mal so ziemlicher keiner unserer Politgurken kommt über "Die Sims", was Computerspiele angeht hinaus) Dann kann mans ja auch verteufeln.

Hal Fischer 17 Shapeshifter - - 7093 - 26. Juli 2016 - 15:06 #

Naja, ich denke schlicht und ergreifend, dass das damit zusammenhängt, dass die Anzahl an "Video Nasties" gewaltig zurück ging und die meisten Regisseure von damals mittlerweile im Mainstream angekommen sind - siehe Peter Jackson, Sam Raimi oder George Romero um nur mal ein paar zu nennen.

Thomas Schmitz Freier Redakteur - 2685 - 26. Juli 2016 - 15:15 #

Die Antwort ist aber doch recht einfach: Bei Spielen bist du aktiv, bei Filmen passiv. Spiele sind der neue Film sind die neue Heavy-Metal-Musik.

Zaroth 16 Übertalent - P - 5250 - 26. Juli 2016 - 15:31 #

Wenn ich Heavy Metal höre, bin ich dann ein Retro-Gamer?

Hal Fischer 17 Shapeshifter - - 7093 - 26. Juli 2016 - 15:34 #

Und wenn du Manowar hörst ein True-Retro-Gamer ?

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 26. Juli 2016 - 15:34 #

Wenn du in meinem Alter bist, dann definitiv ja ;-)

Despair 16 Übertalent - 4437 - 26. Juli 2016 - 20:16 #

Aber was ist, wenn ich aktiv Heavy Metal spiele? *akte x-melodie pfeif*

;)

Funatic 14 Komm-Experte - P - 2272 - 26. Juli 2016 - 17:24 #

Am besten finde ich das "Argument" mit ego-shootern lernt man das töten! Achso das bedeutet wenn ich nur lang genug FIFA spiele kommt der Anruf vom FC Bayern, nach 6 Monaten ausgiebigem Need for Speed spielen wird mir der Führerschein ausgehändigt und morgen geh ich dann mal in die Halfpipe und beeindrucke alle mit meinen Tricks, hab ja ausgiebig Tony Hawk gespielt.
Die ganze Diskussion lässt mich einfach nur an der Menschheit als "Krone der Schöpfung" zweifeln. Aber klar es ist natürlich so viel angenehmer den Bild-Leser damit zu beruhigen das Computerspiele schuld waren als das man hinterfragt wie es sein kann das in unserer Gesellschaft immer wieder Menschen durchs Raster fallen und keine andere Wahl sehen als andere und sich selbst zu töten...solche Gedankengänge könnten einem ja glatt den Tatortabend verderben.

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 26. Juli 2016 - 20:26 #

Das ist doch der Grund, warum verschiedene Bundesliga-Vereine gerade E-Sport-Teams aufstellen!

supersaidla 15 Kenner - P - 3892 - 27. Juli 2016 - 0:54 #

Sehr schön auf den Punkt gebracht, danke.

knallfix 14 Komm-Experte - 1835 - 27. Juli 2016 - 8:10 #

Ein westliches Problem, es muss immer einen Grund geben, den man abstellen kann.
Gibt es aber nicht, immer.

Bei einem 20 jährigen Raser, der seine 4 Mitfahrer totfährt, kommmt niemand auf Idee, nach Rennspielen auf seinem PC zu suchen.

Biomechanoid (unregistriert) 27. Juli 2016 - 10:13 #

Autofahren ist ja auch zweckgebunden. Musst du Einkaufen, zur Arbeit, Kind abholen etc. ist das Auto ja unerlässlich. Ebenso gehört es gesellschaftlich betrachtet zur Selbstverständlichkeit, ein jeder soll und muss Autofahren. Zeigen, ja, ich kann es mir leisten und es sicher führen. Die Unfälle durch Drogen (Alkohol ist hier inbegriffen), psychischer Natur oder schlicht durch Ablenkung (quängelndes Kind auf der Rückbank, das Mobiltelefon in der Hand, die Fluppe abschnippen etc), ja mein Gott, passiert halt. Videospiele sind bei der älteren Politfraktion einfach ein Unding, Zeitverschwendung und was weiß ich noch alles. Und die Alten, die die Alten wählen, die sind wichtig. Die Jungen sollen gefälligst machen was man ihnen sagt, basta.
Solange Videospiele gesellschaftlich nicht mindestens so anerkannt werden, wie Autofahren als Selbstverständlichkeit oder das Biertrinken (Dicker Bauch zeigt ja bekanntlich von Wohlstand, auch bei Hartz 4 Empfängern) wird das politisch betrachtet einfach nix mehr.

blobblond 19 Megatalent - 17762 - 27. Juli 2016 - 11:47 #

Oder ist die Autolobby nur größer als die der Gamer?

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 27. Juli 2016 - 13:16 #

Inzwischen liest man immer oefter (egal ob FAZ, SZ oder Brand Eins) dass Fuehrerschein/Auto laengst ihren Status verloren haben - das deckt sich auch mit meinem Umfeld (natuerlich Stadt)

Biomechanoid (unregistriert) 27. Juli 2016 - 20:31 #

Das Auto war ja auch nur ein Beispiel für eine gesellschaftlich anerkannte Tätigkeit bzw. ein kulturelles nicht mehr wegdenkbares Ding. Ich hätte auch Radfahren nehmen können, ist das gleiche in grün und gerade in der Stadt (dein Umfeld) wieder sehr in Mode gekommen.

guapo 18 Doppel-Voter - 9878 - 27. Juli 2016 - 20:54 #

Passt schon - ist mir keine Herzensangelegenheit :)

Biomechanoid (unregistriert) 27. Juli 2016 - 10:06 #

Als bekannt wurde, dass der Täter CounterStreik gespielt hatte, war der politischen Instanz doch klar, dass man hier ein gefundenes Fressen für die Medien und für Meinungsmache in der Hand hält, um von den sozialpolitischen Defiziten in diesem Land abzulenken. Thomas de Maizière mach seine Arbeit als Bundesinnenminister folgerichtig also korrekt und lenkt von den Innersten Problemen des Landes ab.

ak... 13 Koop-Gamer - P - 1239 - 28. Juli 2016 - 16:48 #

Einfach "Danke" für diese Kolumne.

pauly19 14 Komm-Experte - 2495 - 28. Juli 2016 - 19:01 #

Danke für den Artikel, der leider wieder aufzeigt, dass es am Schluss Politiker sind, die keine Ahnung haben, aber einen Sündenbock finden müssen, damit die nächste Wahl auch gewonnen wird.

Dark Souls ist Gott 13 Koop-Gamer - 1225 - 29. Juli 2016 - 13:22 #

Erstmal danke für's Vorlesen.
Zum Artikel: genau mein Reden. Ich hab die Pressekonferenz auch zufällig gesehen und dachte, mich trifft der Schlag. Allerdings konnte ich mich ob der Lächerlichkeit dieser Aussage gar nicht mehr richtig aufregen. Beruhigend ist auch, dass auch der Rest der Bevölkerung ähnlich darauf reagiert hat und ich auch schon wieder beschwichtigende Töne aus der Politik gehört hab. Meiner Meinung nach ist das ein Eisen, das die Politik nicht mehr anfassen möchte, da derart weltfremde Aussagen über Videospiele und Internet den Piraten seinerzeit soviel Zulauf beschert hat, dass sie derzeit in manch Landesparlament anwesend sein dürfen.

Rabarbar (unregistriert) 29. Juli 2016 - 16:51 #

ja, ich weiß ja nicht Jörg.
Arbeite in der Werbung und da ist es Konsens, in der kommunikation für Kunden und für sich selbst immer unpolitisch zu bleiben (also auch kein schlechtes wort über Parteien und somit über ihre Wähler zu verlieren). Als "Dienstleister" eigentlich Allgemeinwissen, aber ist ja dein laden hier.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 30. Juli 2016 - 12:02 #

Ich arbeite nicht in der Werbung.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 20695 - 30. Juli 2016 - 22:13 #

Hö? Was? Aber ich dachte ... Sapperlot, wo bin ich denn hier gelandet?

Thomas Schmitz Freier Redakteur - 2685 - 31. Juli 2016 - 18:40 #

Aber dieser Spielejournalismus ist doch wie Werbung! Als ob hier eine einzige Wertung entstanden ist, die nicht gekauft ist!

So, ich steig jetzt mal in meinen goldenen Ferrari, den ich für die 9.5 für "Day of the Tentacke" von Double Fine erhalten habe, und dreh noch mal eine Runde um mein 800.000-Quadratmeter-Anwesen.

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13884 - 31. Juli 2016 - 20:11 #

Verdient ist verdient!

Lefty 10 Kommunikator - 513 - 30. Juli 2016 - 11:43 #

2002 hatte ich diesen WTF-Blick? Als ich die wiederaufkeimende Killerspiele-Debatte las bin ich in hysterisches Lachen ausgebrochen. Eine Frage: Warum sollte man ein solch leidigen Thema mit Fakten kommen welche die Meinung widerlegen, wenn in 5-10 Jahren später wieder alles von vorn anfängt?

Ich lache einfach nur noch laut darüber *schulterzuck* Andererseits muss ja fast froh sein darüber, dass man hier nicht so einen Gschwollschädel wie diese Trump-Knalltüte sitzen hat. Schaut man nach Bayern, sind da zwar schon Anwärter zu finden aber so doof ist Deutschland dann irgendwie doch nicht.

Marcel86 05 Spieler - 35 - 1. August 2016 - 19:48 #

tolle Killerspieldebatte. Wär es nicht interessanter zu verhindern das psychisch Gestörte Schusswaffen im Internet kaufen können?

DomKing 18 Doppel-Voter - 9247 - 2. August 2016 - 9:24 #

Vorschläge wie man das verhindert? Ist ja nicht so, als hätte er es legal gemacht.

Darknet stärker überwachen ist aufgrund der Verschlüsselung sicherlich schwierig. Psychisch Kranken das Internet verbieten? Pakete für Packstationen scannen/röntgen?

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61433 - 2. August 2016 - 9:38 #

"Herr Minister, wir müssen das Darknet verbieten !"
"Ähm, ich dachte das ist schon illegal ?"

Lencer 14 Komm-Experte - P - 1947 - 2. August 2016 - 20:58 #

Einfach mal Danke. Du sprichst mir aus der Seele.

Thomas Schmitz Freier Redakteur - 2685 - 6. August 2016 - 9:32 #

Oh Mann. Heute vier Leserbriefe in unserer Tageszeitung zu de Maizières Computerspiele-Aussage und einem neutralen Artikel eines Redakteurs dazu.

Die Highlights:
"Wer tagein, tagaus vor dem Computer sitzt und virtuell Menschen abschlachtet, hat große Lust, nach all dieser Spielerei mal in echt Menschen zu töten oder dem IS beizutreten."

"Unterstützt wird sie [die Spieleindustrie, Anm.] von einzelnen Hochschulinstituten, die für "Forschungsergebnisse" großzügig honoriert werden." - Dann folgt aber der Hinweis, dass man doch bitte die Erklärung der Amerikanischen Akademie der Kinderärzte zur Mediengewalt lesen solle, weil da die Wahrheit drin steht.
Abgeschlossen wird dieser zweite Leserbrief mit dem Satz: "Der amerikanische Militärpsychologe Dave Grossman beschreibt in seinem Buch "Wer hat unseren Kindern das Töten beigebracht?", dass die Vorläufer der Ego-Shooter-Spiele entwickelt wurden, um Rekruten die Tötungshemmung zu nehmen." - Da frage ich mich: Was sind denn die Vorläufer der Ego-Shooter-Spiele???

"Welchen Einfluss Computerspiele insbesondere auf Jugendliche haben, erhält zur Zeit mit "Pokemon Go" ein anschauliches Beispiel". - Stimmt, nur dass Jugendliche keinen gewaltverherrlichenden Spiele spielen dürfen.

Der vierte Leserbrief stellt dann die komplette Jugendkultur infrage, weil die diese Spiele ja offenbar braucht. Allein schon die Tatsache, dass einzelne von diesen Spielen zu Amokläufen angeregt würden, rechtfertige ein Verbot.

Zum Glück weiß ich, dass die Leser meiner Tageszeitung im Schnitt gefühlt 100 Jahre vor Zuses Z1 geboren wurden.

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 6. August 2016 - 13:03 #

Als Kind wurde mir prophezeit, die Comics würden mir den Erwerb von Bildung für alle Zeiten verwehren.
Ein paar Jahre später wurde mir rundweg erklärt, die Rockmusik würde schon verhindern, ich könne jemals ein anständiger Mensch werden.
Wieder ein paar Jahre später erklärten christlich gestählte Menschen, dank der Pille sei der Untergang des Abendlandes unvermeidbar.
So ist das eben, wenn dumme Menschen versuchen, ihr Hirn zu benutzen...

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61433 - 6. August 2016 - 13:45 #

Made my Day ! :D

Larnak 21 Motivator - P - 25587 - 6. August 2016 - 14:35 #

Und, haben sie am Ende nicht alle recht behalten?
:O

Lencer 14 Komm-Experte - P - 1947 - 6. August 2016 - 20:36 #

Kommentar-Kudos !!! Danke.

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32791 - 6. August 2016 - 20:56 #

...he,he, schön zusammengefasst.

seb 13 Koop-Gamer - 1768 - 6. August 2016 - 15:04 #

Den Grossmann zitieren sie gerne unvollständig und falsch, daran musst du dich gewöhnen ;)

spe3dator (unregistriert) 11. August 2016 - 14:08 #

Ich sehe da schon eine Verbindung zwischen Spielen und den Gewalttaten, allerdings nicht in dem Spiel als Medium, sondern in dem Bereich Multiplayer, die dortige Stimmung und den sozialen Umgang miteinander.

Schlechte Spieler oder sagen wir die "Verlierer" wurden zu Zeiten eines Q3A entschieden anders behandelt als es heute der Fall ist. Die Chats verrohen und werden immer exzentrischer. Zynismus, Beleidigungen und dergleichen sind absoluter Standard in MP-Titeln geworden.

Geschürt wurde dies durch Spiele wie CS oder WoT. Gerade letzteres ist chatseitig kaum noch zu ertragen.

Es werden durchaus Agressionen geschürt, aber eben NICHT durch das Spiel und die Inhalte, sondern durch den leistungsorientierten Ergebnisporno. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass junge Spieler durch soziale Zwänge mitspielen wollen und in dem Spiel nur Ablehnung und Beleidigungen erfahren. Kombiniert man dies mit dem Drang besser zu werden und mehr Anerkennung zu wollen, so ergibt dies einen Sog. Man spielt mehr, wird dennoch weiter beleidigt und begibt sich in so eine Frustspirale, wo ich in meinem gesetzten Alter nicht weiss, wie ich da mit 15 drauf reagiert hätte.

Aber diese Diskussion wird nicht geführt. Meine Bedenken haben an der Stelle auch nichts mit dem Begriff "Killerspiele" zu tun. Es ist vielmehr das alte Lied vom Internet, seiner Anonymität und der Respektlosigkeit anderen gegenüber. Also insofern nicht mal direkt ein Thema, das zwangsweise mit Spielen zu tun hat.

Dennoch sehe ich gerade Titel a la World of Tanks mittlerweile sehr kritisch, was die jüngeren Spieler betrifft.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324241 - 16. August 2016 - 16:09 #

Interessanter Punkt, danke. Die Frage ist, ob dieselbe Form von Ablehnung im Real-Life vorkommt. Oder ob sich vielleicht Leute, die im Real-Life ständig einen drauf bekommen, nicht online abreagieren. Letzteres könnte ja sogar heilsam für die Seele sein. Also das könnte ist sehr groß geschrieben, natürlich, aber die Anonymität im Internet kann auch was Gutes haben: Ich versage zwar, aber niemand weiß genau, wer ich bin. Anders als bei den Mädchen in der Schule oder auf dem Sportplatz. Nur so ein Gedanke :-)

Davon unbeeinflusst, macht macht mich der Umgangston an manchen Orten des Internets sehr betrübt.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9247 - 16. August 2016 - 17:58 #

Das ist leider nicht Spiele-exklusiv. Auf allen sozialen Plattformen findet man ohne Ende Beleidigungen. Auf Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat und Co. geht es genauso zu wie in so manchen Videospielen. Oder teilweise noch schlimmer, weil man die betroffene Personen z.B. auf Fotos sieht und damit eine Verbindung hergestellt wird. Deswegen hat das Mobbing auch neue Züge angenommen.

seb 13 Koop-Gamer - 1768 - 17. August 2016 - 10:51 #

Schau an, schau an. Auch wenn ich bei den fast verdrängten Zitaten aus der grauen Vorzeit die Übelkeit runterkämpfen muss, ist das doch schon angenehm unaufgeregt und sachlich (vor allem für dieses kaum in die Tiefe gehende Format):
http://www.tagesschau.de/inland/kurzerklaert-killerspiele-101.html

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 17. August 2016 - 11:03 #

Stimmt, gut und sachlich erklärt - und dabei so kurz, das selbst Politiker dem noch folgen könnten...

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