Nordkorea okkupiert die USA

Homefront Report

Homefront ist wörtlich zu verstehen: Für US-Amerikaner historisch unbekannt, kämpfen sie in 20 Jahren an der Heimatfront: Nordkorea hat erst die Brüder im Süden und dann den bösen kapitalistischen Feind im Osten überrannt. Ihr kämpft für den Widerstand.
Christoph Hofmann 4. Juni 2009 - 21:23 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Auf der E3 2009 wurde Homefront erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Zu sehen gab es echte Spielszenen - live vorgespielt. Wir waren vor Ort und haben uns das Spektakel angeschaut und dabei auch genauere  Details zur Hintergrundgeschichte erfahren. So wurde uns deutlich gemacht, dass im Gegensatz zu Frontlines - Fuel of War nicht nur knappe Ölreserven Schuld am Krieg sind - in Homefront ist neben der Energie- auch eine langjährige Wirtschaftskrise für den Zusammenbruch der alten Weltordnung verantwortlich. Während Amerika im Jahre 2027 deshalb nur noch ein Schatten seiner selbst ist, ergreift Nordkorea die einmalige Gelegenheit und startet eine großangelegte Invasion - mit Erfolg. Zuerst musste Südkorea dran glauben, danach marschierten die Soldaten in die USA ein. Zwei Jahre regiert Nordkorea bereits die 50 Bundesstaaten, aber überall gibt es Widerstandsnester. Verfasst wurde die Hintergrundgeschichte von Drehbuchautor und Regisseur John Milius. Conan der Barbar (1982) und die erfolgreiche Fernsehserie Rom (2002-2005) gehen genauso auf sein Konto wie der Film Red Dawn (1984). Interessantes Detail: Ursprünglich sollte China der Gegner sein. Aufgrund wirtschaftlicher Interessen ließ THQ jedoch die Nordkoreaner einspringen.

Ein Propagandaplakat
Vorgeplänkel

Ihr werdet in das Szenario als Widerstandskämpfer versetzt und tourt durch die gesamte USA. In typischen und ikonischen US-Umgebungen müsst ihr gegen die Nordkoreaner bestehen und werdet im großen Finale in San Francisco die Waffen sprechen lassen. Die Demo zeigt direkt den Beginn des Spiels in einer kleinen Vorstadt in Colorado. Die Rebellen haben es sich hier seit Monaten häuslich eingerichtet, auch wenn es mehr wirkt wie ein Flüchtlingslager. Teils halb zerstörte Einfamilienhäuser mit ein wenig wildem Rasen vor der Haustür dominieren genauso das Bild wie herumliegender Schrott. Strom wird durch Solarpanels auf den Dächern erzeugt und Wasser steht in großen Tanks bereit. Auch Frauen und Kinder laufen durch das Bild. Doch zunächst seht ihr nicht viel. Stattdessen eröffnet euch eure verschwommene Sicht nur den Blick auf einen Rebellenanführer im Gespräch mit einem Kollegen. "Dass er hier ist ändert alles! Wir müssen sofort weg, sie werden sicher bald kommen!" dröhnt es aus den Boxen und es ist klar: Wir sind gemeint. Warum wird uns jedoch nicht erzählt. Stattdessen zeigt uns der Rebellenführer das Lager und gibt so einen ersten Eindruck von der Grafik. Wie schon bei Frontlines - Fuel of War, basiert diese wiederrum auf der Unreal Engine 3 und ist technisch nicht weiter ungewöhnlich. Laut den Entwicklern wurde sie jedoch stark in vielen Bereichen wie Physik erweitert. Das Setting ist da schon eher ungewohnt. Vom grimmigen Braun eines Unreal Tournament 3 oder Damnation ist der Titel dadurch weit entfernt. Realistische Farben und stimmige Licht- und Schatteneffekte dominieren stattdessen die trügerische Idylle.

Lebendige Welt

Während uns der Rebellenanführer im Stile von Half-Life 2 einige Details über den Widerstand erzählt, erleben wir im Hintergrund viele Szenen, die echtes Leben und eine gewisse Hektik andeuten. So werden die kostbaren Solarpanels abgebaut und die LKWs beladen. Ganz klar: die Evakuierung ist in vollem Gange während wir in der Waffenkammer ankommen. Dort bekommen wir sogleich unseren ersten Schießprügel in die Hand gedrückt: eine Adapted Combat Rifle (ACR). Auf die Vielzahl der Waffen sind die Entwickler besonders stolz. Mit der Hilfe eines Waffenexperten basieren sie auf modernen Schießprügeln, die jedoch realistisch in die Zukunft weiterentwickelt wurden. Ein Aspekt, der auch bereits in Frontlines - Fuel of War vorhanden war. Aber was bringt uns eine Waffe ohne Gegner? Deshalb folgt sogleich Geschrei und Schüsse werden abgefeuert: die Nordkoreaner sind da! Was nun folgt sind typische Ego-Shooter-Gefechte wie man sie bereits aus Call of Duty 4 - Modern Warfare, Battlefield 2 und natürlich dem inoffiziellen Vorgänger kennt. Um sich dennoch von der Konkurrenz abzusetzen, setzt Homefront auf die "Drama Engine". Mit Hilfe dieser Funktion wird jedes Skriptereignis aus der Sicht des Spielers dargestellt, egal wo er sich gerade befindet. In der Vorführung wird dies anhand eines Jeeps gezeigt, der von einer Rakete zerstört wird. Wir als Spieler bekommen dieses Sequenz immer mit, egal ob wir direkt neben dem Jeep stehen oder woanders. Damit wollen die Entwickler eine Mischung aus herkömmlichen Skriptevents, die immer nur dort passieren wo der Spieler ist, und einer freien Erkundung des Levels gewährleisten, die ansonsten nicht sonderlich einfach dramatisch gestaltet werden könnte.

Der knapp einminütige Debüt-Trailer zu Homefront beinhaltet auch einige Szenen der E3-Demo.

TECC (unregistriert) 7. Juni 2009 - 20:46 #

Wie aktuell das ganze ;)

TheEdge 14 Komm-Experte - 2379 - 15. September 2009 - 23:48 #

Auf was ist dein Kommentar denn bezogen?
Ich finde die Story hinter dem Spiel echt interssant. Wobei ich das zuerst bei Turning Point auch fand und sich das Spiel dann als riesen Flop rausgestellt hat.

Christoph Hofmann Redakteur - 55130 - 16. September 2009 - 5:29 #

er meinte die Story.

Da Frontlines zwar unterging, aber nicht wirklich schlecht war, denke ich das mit Homefront auch ein zumindest solides Spiel abgeliefert wird - im Gegensatz zu Turning Point. Die Frage bleibt allerdings: bleibt es bei solide oder wird es gut bis richtig gut?

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