Die Super Nanny: WoW-Verbot für Eltern

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4. Dezember 2009 - 3:32 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Erst vor einigen Stunden haben wir über Spielsucht und ihre Erwähnung in den Medien berichtet. Doch nicht nur der Wochenanzeiger München beschäftigte sich mit diesem Thema. Am vergangenen Mittwochabend hatte auch Katharina Saalfrank, in ihrer Reality-Show Die Super Nanny, mit dieser Sucht zu tun.

Die 27-jährige Senja und ihr vier Jahre jüngere Partner Thomas sind seit über drei Jahren zusammen. Sie hat ihre Töchter Sarah (9) und Anna (6) mit in die Beziehung gebracht, aber mittlerweile haben beide auch schon mit Finn (11 Monate) einen gemeinsamen Sohn. Soweit so gut. Doch seit Thomas schlagartig ins Leben der Mädchen getreten ist, werden diese vernachlässigt. Besonders Sarah, welche die Nähe der Mutter sucht, wird oft ausgegrenzt. Finn hingegen wird mit Liebe regelrecht überschüttet. Senja denkt auch zu wissen, woran das liegt:

„An erster Stelle steht mein Kleiner. Wahrscheinlich, weil er noch nicht so viel widerspricht.“

An dieser Situation ist unter anderem das Computerspiel World of Warcraft schuld, welches Thomas mit in die Beziehung gebracht hat. Damit die Erwachsenen in Ruhe in ihre Onlinewelt eintauchen können, werden die Mädchen jeden Tag zum Spielen nach Draußen geschickt und kehren erst bei Einbruch der Dunkelheit wieder zurück. Denn diese nerven -- in der Regel -- mit allem, was sie tun. Und obwohl Senja schon selbst der Meinung ist, das WoW eine Sucht ist, welche das Familienleben immer mehr zerstört, schaffen es die Eltern nicht, etwas an der Situation zu ändern. Deshalb haben diese sich auch an die Super Nanny gewendet.

Mit der Hilfe von Katia Saalfrank und dem Einhalten eines neuen Tagesablaufs verbesserte sich langsam wieder das Familienleben. Statt nur am Computer zu sitzen, unternahmen Senja und Thomas, welcher nun richtig in die Familie integriert ist, mehr mit den Kindern. Und am Ende kam sogar die Einsicht von Thomas:

„Ich glaube, dass wir die Fehler gemacht haben und nicht die Kinder.“

Wer sich die ganze Folge noch einmal anschauen will, kann dies aktuell noch über den Online-Service RTLnow machen. Und kann dann gleich rätseln, ob die Folge einen realistischen Einblick in eine WoW-geschädigte Familie gegeben hat. Oder ob RTL das "Skript" etwas getuned hat.

breedmaster 13 Koop-Gamer - 1505 - 4. Dezember 2009 - 3:59 #

Die große kleine ist ja wirklich auf zack, aber bei den "Eltern" stehen einem die Haare zu Berge.

Boeni 14 Komm-Experte - 2383 - 4. Dezember 2009 - 10:37 #

Ich hab bei der Folge das Gefühl das die Kinder den einfach loswollen werden. Aber überspitzt ist es auf jedenfall, den Kindern wurden doch Texte geschrieben. *g*

Zickenterror pur und das von unter zehnjährigen. *g*

Aber generell halte ich nix von der Serie. Da ist eine Kamera dabei.. die Kinder drehen auf und überdrehen.. Und die Eltern versuchen alles richtig zu machen (so sinnlose Sachen wie "nimm den arm da weg" und sowas).

Vidar 18 Doppel-Voter - 12741 - 4. Dezember 2009 - 10:40 #

klar is die serie überzeichnet und gestelllt mein RTL schafft eh ganze wunder zb ne komplette charakteränderung in 1-2 wochen wo andre FamilienPsychologen Monate brauchen usw

Industrial 06 Bewerter - 94 - 4. Dezember 2009 - 4:53 #

Da die meisten Sendungen bei RTL mindestens großzügig ausgeschmückt werden ("Brennpunkt Familie" ist ja komplett erfunden "Mitten Im Leben" soll teilweise auf bekannten Fällen basieren, teilweise aber auch komplett erfunden sein) hege ich große Zweifel ob das alles so stimmt. Mindestens ist alles übertrieben nachgestellt. Beim genauen hinschauen fallen einam ja auch immer massig Logik Fehler auf. Und mal im Ernst.. so viele Kaputte wie in den "MirGehtEsBesserAlsDenenSendungen" zu sehen sind KANN es in einem Land alleine gar nicht geben.

Gibt es noch ne weitere Quelle für die Aufzeichnung? Mir ist es im Nachberland untersagt auf die online Videos von RTL zurück zu greifen.

LEiCHENBERG 14 Komm-Experte - 1814 - 4. Dezember 2009 - 5:10 #

Ich mag weder Kinder und RTL, noch WoW. Doch selbst wenn RTL "das Skript getunt" hat, WoW -ist- suchtgefährdend. Man braucht nicht viel Verstand um zu erkennen, dass sich die meisten Suchtformen negativ auf das Soziale Gefüge auswirken. Egal ob dieser Vorfall der Wahrheit entspricht oder ob man kleine Menschen mag: es kann nicht falsch sein, Kinder vor zu wenig Aufmerksamkeit und zu viel Unachtsamkeit zu schützen. Ob ein Striktes Verbot da hilfreich ist? Sehr fragwürdig ^^

Wie auch immer, ich boykottiere RTL und die meisten anderen Sender weiterhin. :)

Boeni 14 Komm-Experte - 2383 - 4. Dezember 2009 - 10:28 #

Du solltest dir mal die Definition von Abhängigkeit naheführen. Es wird nicht umsonst kein Entzug gemacht oder soetwas, sondern die betroffenen werden resozialisiert. Die meisten die soviel vorm Rechner hängen kann man mit einer Freundin da wegholen. *g*
Der begriff Sucht ist sowieso schon seit 1964 von der WHO als überholt und falsch eingestuft worden.

Außerdem ist ein Merkmal der Abhängigkeit, das es eine Spirale gibt aus der man selbst nicht mehr herraus kommt (immer mehr Drogen, mehr Alkohol). Somit wären Computerspiele die einzige Sucht die durch eine "Überdosis" heilbar wäre (irgendwann wird auch WoW stinkend langweilig). *g*
Klingt lustig, wiederspricht aber der Definition.

LEiCHENBERG 14 Komm-Experte - 1814 - 5. Dezember 2009 - 2:33 #

Das sage ich ja: weniger das Verbot ist sinnvoll, mehr hingegen die "Resozialisierung" oder gar ganz andere Herangehensweisen. Ich lege die Worte nur weniger auf die Goldwaage.

Fakt ist: WoW führt schnell in die "Abhängigkeit". Selbst wenn die Eltern das Spiel nach einer "Überdosis" aufgeben, kommen die Nachkommen in der Zwischenzeit zu kurz. Einfach "abwarten" würde also u.U. schon Spuren bei den Kindern hinterlassen ..

Vidar 18 Doppel-Voter - 12741 - 4. Dezember 2009 - 10:30 #

Ich hab die Serie an dem tag selbst gesehn und in der ganzen serie wird niemals WoW erwähnt man sieht es zwar für 2 sekunden aus dem spitzen winkel aber das wars schon!

weiß nicht warum das von den restlichen Medien, RTL hat nie wow oder dem spiel ansich die schuld zugetragen, so künstlich aufgebauscht wird das es sowas gibt is seit jahren bekannt und das Eltern ihre kinder, wegen ihrgendwelchen suchtverhalten (egal welches) verwahrlosen lassen ist auch alltag und keinen juckt es....

rapidthor 14 Komm-Experte - 2668 - 4. Dezember 2009 - 15:37 #

Ich finde es auch sehr komisch, dass gerade die "seriösen" öffentlich rechtlichen WoW, Counterstrike etc immer wieder als Grund für jedes Fehlverhalten verwenden und die als reisserisch verschriehenen privaten hier bei so einer Steilvorlage nicht mit auf den Zug aufspringen und alle PC-Spieler als schlechte Menschen darstellen.

Rondrer (unregistriert) 4. Dezember 2009 - 20:53 #

Das ist ganz klar ein Zielgruppenphänomen. Grad heute erst wieder irgendwo gelesen, dass der Altersdurchschnitt bei der ARD bei 61Jahren liegt. Da kann man davon ausgehen, dass Gamer (die ja doch überwiegend ziemlich jung sind) in der Zielgruppe kaum eine Rolle spielen und daher sind sie ein leichtes "Opfer".
Bei den Privaten sieht das anders aus, die können es sich nicht leisten einen wohl nicht zu verachtenden Teil ihrer Zielgruppe so zu verprellen.

roshi78 (unregistriert) 4. Dezember 2009 - 10:42 #

Boeni, du hast schlicht und einfach Unrecht WOW, oder eben Computerspiele können sehr wohl zur Sucht werden, die merkmale einer Sucht nach Medien gleicht sogar sehr einer Stoffgebunden Sucht wie z.B. Alkohol. Und leider wird nicht jedem, so wie du verharmlosend sagst, das Game irgendwann langweilig. Und eine Freundin die einem vom Spiel wegholt muss man erstmal finden wenn mal 18 Stunden am Tag zockt. Ich halte trotzdem garnix davon Games zu vertäufeln. Es gibt so viele Dinge die Sucht erzeugen können, wie Sport, Essen, onanieren ;-). etc. Viel wichtiger ist aber halt die Frage warum wird ein Mensch nach etwas süchtig? diese Frage wird aber wie so oft nicht gestellt. Nein lieber wird wieder gewettert das WOW böse ist. ist genau das gleiche wie bei Amokläufen, das wirkliche warum wird nicht hinterfragt. Die Leute brauchen einen Buhmann, weil sie zu träge sind oder zu viel Angst haben nach wahren Gründen für Probleme zu suchen. Warum wird ein Mensch süchtig, was versucht er damit zu kompensieren? zieht er sich vielleicht zurrück weil er ausgegrenzt wird, keinen Anschluss findet? gibt es andere Gründe? Zu wenig wird danach gefragt. Das einzige was eine Spielesucht zeigt ist, das der Abhängige sehr wahrscheinlich ein nicht zu unterschätzendes Problem in einem anderen Bereich seines Lebens hat.
bla und tschüss

grüße
Roshi

Boeni 14 Komm-Experte - 2383 - 4. Dezember 2009 - 11:21 #

Es gibt einfach eine Definition von Abhängigkeit und es treffen nunmal nicht alle Punkte zu bei Computerspielen. In einer Klinik in Mainz werden Menschen behandelt die sich für "Computersüchtig" halten und die werden nicht mit kaltem Entzug oder sowas behandelt, sondern sie werden wieder ins reale Leben integriert. Es ist also ganz und gar nicht so wie bei physisch Abhängigen.

http://www.rauschnetz.de/sucht1.htm

Interessant ist der letzte Abschnitt, demnach selbst Kanabis und Co nicht dem Abhängigkeitsbegriffen der WHO entsprachen, aber von der Politik als eben solche definiert wurden. Aufgrund dessen hat die WHO auf den Begriff Sucht verzichtet und beschränkt sich auf physische und psychische Abhängigkeit. Kein Mediziner würde den Begriff Sucht noch ernsthaft verwenden.

Ich finde es einfach schlimm das alles in einen Topf geworfen wird und alles über einen Kamm gekämmt wird. Denn diese Gleichmacherei ist genau das selbe wie die Suche nach einem Buhmann. Es ist eben nicht so einfach wie manche es gern hätten.

Und zu deinem Thema "Warum werden Leute physisch Abhängig ("süchtig"):
Ein Raucher versucht nur eines zu Kompensieren, und zwar seinen Dopaminhaushalt. Das ist auch der Grund warum raucher physisch Abhängig sind. Die Zigaretten verändern den Dopaminhaushalt und durchs Rauchen wird dieser wieder ausgeglichen.

Bei einer physischen Abhängigkeit gibt es kein "Warum?". Der Grund ist einfach der Stoff, der einem fehlt. Bei psychischer Abhängigkeit gibt es ein "Warum". Das ist genau das was ich meine mit "eine Freundin richtet das". Und da treffen auch deine ganzen Fragen zu. Die Prioritäten sind einfach anders und die Menschen "flüchten sich" teilweise oder haben einfach nichts besseres zu tun.

PS.: Ich rede hier nicht von extremfällen ala 24/7 zocken. Ich rede von Menschen die 2 stunden am Tag spielen, was nach bestimmten "möchtegern Definitionen" schon Abhängigkeit ist.

PPS.: Die Definition von Abhängigkeiten ist nach der WHO immer gleich. Es gibt keine Merkmale die ausschließlich auf Medienabhängigkeit zutreffen. Wenn es das gäbe, würde es den ganzen Begriff der Abhängigkeitendefinition ad absurdum führen, denn man will mit der Definition ja einen gemeinsamen Nenner schaffen um alle Abhängigkeiten vergleich zu können.

bolle 17 Shapeshifter - 7622 - 4. Dezember 2009 - 10:50 #

Wer ein Kind hat, hat halt keiner Zeit mehr für wow.

Benjamin Ginkel 18 Doppel-Voter - 10352 - 4. Dezember 2009 - 11:15 #

Warum sollte ein Kind die Freude am Spiel nehmen? Ich sehe da keine Probleme, wenn man während das Kind im Kindergarten oder im Bett ist, seiner Leidenschaft nachgeht...
Gerade Menschen mit wenig Zeit (sprich: Beruf, Kind, andere Hobbies) kommt Blizzard doch nun wirklich seit WotLK entgegen.

Boeni 14 Komm-Experte - 2383 - 4. Dezember 2009 - 11:18 #

Da bin ich einer Meinung. Man muss sich einfach Organisieren können und seine Prioritäten richtig setzten. Das ein 14 jähriger andere Prioritäten hat als ein 30 jähriger Vater von 2 Kindern, ist doch wohl sonnenklar. Zumindest sollte es so ein, wenn nicht dann muss man dem Vater (oder den Kindern) helfen.

Gerjet Betker 19 Megatalent - 13638 - 4. Dezember 2009 - 10:54 #

Bei der aktuellen Situation wünschte ich mir, dass sich Ivo melden würde, warum exzessives WOW-Zocken oft keine Sucht ist (Er kann es sehr gut erklären) - Stichpunkt: "Bananenmus" (Bei Bedarf einfach diesen Hashtag in seinem Twitter suchen)

Boeni 14 Komm-Experte - 2383 - 4. Dezember 2009 - 11:27 #

Ich würde mich einfach freuen wenn Computerspieler nicht den Medienmist nachplappern und statt den falschen Begriffs "Sucht", die medizinisch richtigen Begriffe physische und psychische Abhängigkeit benutzen. Das wäre schonmal ein großer Schritt. *g*

Immerhin ist das ein Himmelweiter unterschied und man sollte meinen das eine Diskussion zwischen zwei Parteien, die beide eine Grundfalsche Annahme getroffen haben, nichts bringt.

Heut zutage sagt doch jeder zu allem "Sucht" was er nicht nachvollziehen kann. Wenn meine Mutter jeden Sonntag 5 Stunden in der Küche steht und kocht, dann sag ich als aufgeklärter Mensch nicht gleich "die ist ja Kochsüchtig". Andere würden das vielleicht tun, weil es schön einfach ist, wenn man alles gleich beim Namen nennen kann.

roshi78 (unregistriert) 4. Dezember 2009 - 11:26 #

Boeni, du siehst ja selbst der Raucher kompensiert. auch wenns ulkig gemeint war, unterstreicht es nochmals die These. Ob man, wenn man über Sucht spricht, wirklich auf Definitionen der WHO setzen sollte, halte ich für Fragwürdig, denn deren IDC -10 hinkt in vielen Dingen etwas hinterher, was bei dem Umfang der Sammlung nicht verwunderlich ist. Es ist kaum möglich so ein Werk ständig aktuell zu halten finde ich. Um eine Sucht, oder wenns dir besser gefällt eine problematische, äuffällige Verhaltensweise, Abhängikeit oder wie auch immer zu erkennen Bedarf es auch oft keines IDC 10 oder anderer Kataloge, sondern einfach nur ein bisschen gesunden Menschenverstand. Ein richtiges Wort für "Sucht" zu finden ist auch etwas womit wir uns nicht befassen müssen finde ich, denn jeder weis in etwa was damit gemeint is, das Resultat ist das gleiche auch wenn du es anders nennst. Klar verlaufen viele "Süchte" untschiedlich, aber du würdest dich wundern in wie vielen Aspekten sie sich dann doch frappierend Überschneiden. Aber über den Begriff ansich zu diskutieren führt auch eigentlich am Thema vorbei und ich will mich nicht weiter dazu hinreissen lassen auch wenn es sicherlich seinen Reiz hat. So machen solche Diskussionen doch bei einem Bierchen in einer gemütlichen weitaus mehr Spass ;-)

Was ich aber eigentlich sagen wollte ist das nicht die Sucht (oder anderes WOrt;-)) das Problem ist, sondern das wie konnte es dazu kommen.
in dieser Frage steckt dann auch die Antwort warum man von einer Resozialisierung und nicht von Entzug spricht. Geht man nämlich davon aus, das soziale Defizite zur Sucht geführt haben, ist eine resozialisation ein guter weg aus der Sucht hinaus.

grüße
Roshi

Boeni 14 Komm-Experte - 2383 - 4. Dezember 2009 - 11:47 #

Der Raucher kompensiert aber nur einen Mangel an etwas, das durch das Rauchen selbst verursacht wurde. Das ist ja genau der Punkt den ein Raucher von einem Computerspieler unterscheidet. Der Computerspieler kompensiert vielleicht auch, aber er gleicht einen Mangel aus, der nicht durch das spielen selbst verursacht wird, sondern durch andere Faktoren.
Es ist ja nicht ohne Grund so, das meist im Falle von Onlinespielen von Sucht gesprochen wird. Hier wird ein Mangel an sozialen Kontakten oder ein Mangel an realen Erfolgserlebnissen kompelsiert. Aber kein Mangel der durch das Spiel selbst hervorgerufen wird.

Ich sehe das einfach etwas differenzierter als du. Mir ist der Begriff an sich wichtig, damit klar wird das es sich um andere Fälle handelt.

Ein Raucher oder Alkoholiker braucht einen bestimmten Stoff, an den er sich gewöhnt hat. Deswegen ist die Abgewöhnung ja auch so extrem. Bei einem Menschen der in Mainz behandelt wird zB, ist es eher eine psychologische Sache. Da geht man mit den Leuten auf dem Weihnachtsmarkt, spielt aber auch mit ihnen zusammen am Computer. Hier ist nicht "der Stoff" das Problem, sondern Ausschliesslich die Dosis. Diese zu regulieren, ist das Ziel einer Behandlung. Die Leute die in Mainz entlassen werden, spielen weiter. Aber sie kontrollieren es. Ein Alkoholiker wird nach dem Entzug nicht mehr trinken, weil er sofort wieder abhängig werden würde.

Ich stimme dir völlig zu, das es Menschen gibt die zuviel am Computer sitzen (zumindest in den Augen von aussenstehenden). Aber bei vielen dieser Leute ist der Begriff der Abhängigkeit einfach falsch. Diese Leute flüchten eher, oder sie vertreiben sich die Zeit. Bei den Leuten, auf die der Begriff der Abhängigkeit dann wieder zutrifft (und davon gibt es genug), muss man dann eher die fragen stellen die du oben genannt hast (warum machen sie das?), und sie nicht in eine Zelle sperren und ihnen den "Stoff" entziehen nach dem sie abhängig sind. Bei einem physisch Abhängigen mag das was bringen (auch wenn er natürlich auch psychisch betreut werden muss), aber bei einem psychisch Abhängigen bringt das nix.

PS.: Auch bei der Folge von "die Supernanny" um die es hier ja eigentlich geht, haben die Eltern die Zeit mit WoW nur eingeschränkt (wird am Ende der Folge gesagt). Trotzdem finde ich es witzig das RTL zum Zimmer aufräumen die Supernanny schickt. :P

roshi78 (unregistriert) 4. Dezember 2009 - 12:06 #

Siehste langsam nähern wir uns doch an :-) ich gebe dir in deinem letzten Beitrag in fast allen Dingen recht und sehe es genauso. Stoffgebundene Abhängikeit verlangt natürlich andere Methoden als bei einem pathologischen Spieler (wieder ein neuer Begriff, der jedenfalls vor 3 jahren als ich mich mit dem Thema Onlinespielsucht in meiner Diplarbeit befassen musste aktuell und anerkannt war ;-))
bleibt aber leider immernoch die Tatsache, das der Verlauf bis man von einer Abhängikeit oder einer pathologischen Verhaltensweise, oder eben allgemein ordinär von einer Sucht spricht, sich stark überschneidet.
Stimmt auch das es Menschen gibt die nach einer resozialisierung wieder normal spielen können, aber auch hier gibt es eben eine hohe Rückfallquote, was abermals aber nicht am Spiel selbst liegt, sondern eher am Erfolg der angewandten Methode.
Der beste Weg ist eben Prävention. Naja das klingt nun fas etwas romantisch weils auf fast alles im Leben zutrifft, aber es stimmt eben.

Ich denke unterm Strich sind wir uns sowieso einig das es Abhängikeiten geben wird solange Menschen auf der Erde wandeln. Woran man diese erkennen wird, wird sich immer ändern. heute ist es WOW oder Medien im allgemeinen sowie all die klassiker stofflicher Drogen. In zehn Jahren sieht eine zumindest nicht Stoffgebundene Abhängikeit vielleicht wieder anders aus.
Die Gründe werden sich aber wahrscheinlich nicht ändern, hoffen wir einfach mal das eben dieser Umstand irgendwann in der Allgemeinheit eher Aufmerksamkeit bekommt, als das Suchtmittel.

grüße
Roshi

Boeni 14 Komm-Experte - 2383 - 4. Dezember 2009 - 12:50 #

Ich stimme dir zu, Prävention ist wohl immer der beste Weg. Aber das wird nie immer funktionieren. Meiner Meinung nach kann man grade bei psychischen Abhängigkeiten stark präventiv vorgehen wenn man das Umfeld in die Verantwortung zieht. Bei einem Alkoholiker ist das heimlich trinken ein Anzeichen der Abhängigkeit. Bei einem Spieler der heimlich 10 Stunden spielt, denke ich nicht das man dann als Außenstehender noch sagen kann "das hab ich nicht gemerkt".

roshi78 (unregistriert) 4. Dezember 2009 - 12:19 #

ah ich würde zu dem Thema noch gerne eine seite posten, diese war mir damals während meiner Diplomzeit eine große Hilfe (ich hoffe es is ok das ich den Link hier poste, ansonsten bitte löschen)

gabriele-farke de (entschuldigung für das zerstückeln der adresse, ich muss mich echt mal anmelden hier^^)

wer sich gerne abseits des Medienrummels mit dem Thema befassen will ist hier wirklich gut aufgehoben.

grüße

Roshi

CrEEp3r 10 Kommunikator - 407 - 4. Dezember 2009 - 12:27 #

Ich hab die Folge gesehen und währenddessen "Battlefield Heroes" gezockt ^^. Als dann der Satz kam "Die Eltern gehen lieber einem Onlinespiel nach" musste ich laut lachen... ^^

keimax 04 Talent - 365 - 4. Dezember 2009 - 13:17 #

Ihr wisst schon, dass die ganze Sendung nachgestellt ist oder?
Genauso wie die Gerichtssendungen. Ein Fünkchen Wahrheist steckt wohl drin, aber bitte nicht vergessen, dass das Sensationsfernsehen ist für Menschen die sich gerne über andere aufregen...

derBert (unregistriert) 4. Dezember 2009 - 16:38 #

Gabs bei der Super Nanny nichtmal eine Tochter die sogar gerichtlich dagegen vorgehen wollte, weil sie Sachen machen musste die sie normalerweise nicht tun würde?

Soweit ich weiß wurde die Anklage fallengelassen, da ja ein Vertrag besteht und RTL wahrscheinleich noch ein paar Hunderter draufgelegt hat. Hab die Folge damals sogar gesehen, ist die einzige Folge die ich fast komplett durchgehalten habe.

Weiß jemand dazu näheres???

Joulupukki 09 Triple-Talent - 346 - 5. Dezember 2009 - 17:06 #

Ich glaube den meisten Zuschauern fällt das gar nicht auf...

Anonymous (unregistriert) 4. Dezember 2009 - 18:45 #

Der unsichtbare Kameramann

Wie viel im Fernsehen gelogen wird, sieht man bei genau dieser oder
anderen Sendungen immer, wenn man einmal auf die Kamera achtet.

Kamera(mann) in der Wohnung, filmt Richtung Tür.
Die Suppen-Nanny kommt rein ("Oh, nicht abgeschlossen") und
es gibt ein grosses Hallo ("Meine Güte, RTL hat UNS ausgewählt").
Was für eine Überraschung, der Kameramann in der Wohnung ist
denen vorher gar nicht aufgefallen!
Dieser verlogene Überraschungsmoment wird haufenweise
in Doku-Soaps eingesetzt: wir sind mit der Familie und
der Kamera im Wohnzimmer, der Moderator kommt rein und
alle sind ganz aus dem Häuschen.
Was für eine Verar...e!

Oder in einer Dokumentation hebt der letzte Flieger ab, kurz
vor dem Schneesturm, dem Sandsturm, oder was auch immer.
Doch wer filmt da eigentlich die letzte abhebende Maschine?
Wie kommt der letzte Kameramann da weg? Opfert er sich
dramatisch für diese letzte Einstellung?
Alles Lug und Betrug!

Oder Ewan McGregor macht alleine mit seinem Freund Charley
eine Motorradreise rund um die Welt. Wer filmt die beiden
eigentlich? Ach so, der Kameramann Claudio ist auch mit, also
sind die eigentlich zu dritt unterwegs. Und dann noch
die zwei Geländewagen mit Material, ja gut, man war halt
manchmal auch mit mindestens 5 Leuten unterwegs.
Aber zu zweit in der Fremde, das war ja total gefährlich!
Ihr Lügner!

Fischwaage 17 Shapeshifter - 6765 - 5. Dezember 2009 - 14:40 #

Ohne Kameramann / frau gehts ja irgendwie auch nisch....
Und zum Kameramann gehört auch noch der Kabelträger und der Mikrofonhalter.

roshi78 (unregistriert) 4. Dezember 2009 - 20:54 #

vergiss nicht das Makeupteam, das Ärzteteam, Catering für alle Teams Wohnwagen und Fahrer in denen die Teams schlafen. Regie etc^^ das eigentliche Abenteuer ist wohl das so ein Haufen Leute ne weile miteinander auskommen muss^^
Aber hey das ist eben TV ;-)

Anonymous (unregistriert) 25. Dezember 2009 - 14:54 #

ich habe die sendung selbst gesehen und habe meine familie zum teil da wiedererkannt - mein mann hängt nur vor diesem scheiss wow und kümmert sich null um die kinder - geschweige denn um mich ... erst ging es vor 3 jahren los mit seafight dann kam spaceinvation dann wow und seit wow sitz er nur noch vor dem scheiss pc - neben der arbeit - es gibt nichts wichtigeres ... von solchen menschen leben die hersteller - echt traurig!!!
ich hasse diese games

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