Angetestet: Neue Helden

Halo 3: ODST

Die größte Marke des Xbox-Universums kehrt zurück, allerdings ohne ihre Gallionsfigur, den Master Chief. GamersGlobal hatte die Gelegenheit, sowohl die Kampagne als auch den Multiplayer anzuspielen und erzählt euch, ob so ein "Orbital Drop Shock Trooper" ähnlich spannend ist wie der bisherige Halo-Held.
Jörg Langer 22. Juni 2009 - 15:41 — vor 5 Jahren aktualisiert
360

Halo ist der Name einer der zugkräftigsten Marken, die Microsoft seit der Xbox in die Schlacht gegen Sony schickt. Und eigentlich lebt Halo von einer Person: dem Master Chief. Jener "Spartaner", der schon mit 6 Jahren im Kampf geschult wurde, dem Steoride verabreicht wurden, um ihn leidensfähiger zu machen, und den man schlussendlich in eine Rüstung gesteckt hat. Halo-Fans trauern um ihn, denn Bungie schickt den Master Chief in den Urlaub und ersetzt ihn vorerst durch die ODST. Die Orbital Drop Shock Tropper sind eine Eliteeinheit, auch wenn ihre einzelnen Soldaten es längst nicht mit der Einmannkampfmaschine namens Master Chief aufnehmen können. Im Spiel werdet ihr den ODST Rookie übernehmen. Der heißt nicht nur so, sondern ist auch ein sprichwörtlicher Neuling im Team. Entsprechend dumme Sprüche von seinen Teamkameraden sind inklusive, etwa Aufwachen, Butterblume!" Ganz nett, aber weniger cool als der Chief...

Gestatten? Dutch und Rookie. Letzterer ist der Hauptheld von Halo 3: ODST.

Unsanfte Landung in New Mombasa

Klaustrophobisch eng fühlt sich der unsanfte Abstieg nach New Mombasa in der Einleitung an. Derart mitreißend war noch kein Halo-Einstieg, nicht einmal der von Teil 1!
Zurück am Gamepad werden wir direkt in eine gigantische Schlacht geworfen, die ODST sollen die aus Halo 2 bekannte Stadt New Mombasa vor einem Träger der Allianz schützen. Damit ist auch klar, dass Halo 3: ODST keine echte Fortsetzung der Halo-Serie ist (das wird vermutlich im Herbst 2010 Halo Reach werden, das auf der E3 ganz kurz angeteasert wurde), sondern zwischen den Teilen 2 und 3 spielt. Wir sehen aus der Ego-Perspektive aus unserer Kapsel heraus, von hoch oben, auf New Mombasa, Über- und unterhalb des Fensters sind LCDs angebracht, über die die Teammittglieder Dare, Buck und Dutch kommunizieren. Der Plan ist es, dass sich das Team mit den  Kapseln auf den feindlichen Träger katapultiert, alle Feinde tötet und die Kontrolle übernimmt.

Doch dann zischen Geschosse heran, die ODST-Kapseln werden getroffen und rasen mit einem Affentempo gen Erde. Dabei vibriert das Gamepad wie wild. Rookies Kapsel schlägt hart in den völlig verwüsteten Straßen von New Mombasa auf. Er verliert das Bewusstsein und erwacht erst nach sechs Stunden wieder. Mittlerweile ist es dunkel, Rauchschwaden steigen aus den Wolkenkratzern um ihn herum auf, von Polizeifahrzeugen ist nur noch Altmetall übrig, es herrscht eine bedrohliche Stille.

Diese ungewöhnliche Stille und das mysteriöse Setting sollen Halo 3: ODST von den Vorgängern differenzieren. Die Marschroute heißt: "Das Gameplay beibehalten, aber dem Spieler ein anderes Gefühl liefern." Das funktioniert jedoch nur bedingt, schuld ist die ziemlich betagte Grafikengine. So hat Bungie die Halo 3-Engine zwar mächtig aufgebohrt, was vor allem für malerische Panaromabilder sorgt. Aber insgesamt kommt das von uns Erlebte nicht einmal ansatzweise an, sagen wir, Bioshock 2 heran. Die Texturen wirken leicht verwaschen, es passiert zu wenig auf den Straßen, es sind kaum Details erkennbar. Besonders da Halo 3: ODST zum vollen Preis verkauft werden soll, hatten wir uns hier doch mehr erwartet.

Die Orbital Drop Shock Trooper sind Spezialeinheiten der UNSC und haben nicht den Luxus einer Spartaner-Rüstung.

Zwei Kampagnen in einer

So schleichen wir also durch New Mombasa und wundern uns, dass in Halo 3: ODST anfangs deutlich weniger los ist als noch in Halo 3. Hier und da mal ein paar Covenant-Patroullien, die mit gezielten Kopfschüssen eliminiert werden, bevor sie nach Verstärkung rufen. Dann finden wir plötzlich einen Helm, Rookie fasst hinein und spürt etwas Haargel an seinen Händen. Was das soll? Halo 3: ODST erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern splittet sich gewissermaßen in zwei Pfade: Auf dem einen wandelt Rookie in der verlassenen, zerstörten Stadt. herum Auf dem anderen erfahren wir vom Schicksal seiner Teamkameraden: Wann immer wir Gegenstände unserer zumeist toten Kameraden finden, lösen wir damit spielbare Flashbacks aus.

Im ersten finden wir uns plötzlich in der Uniform von Dutch wieder, der seine rötlich-braunen Haare mit extrem viel Gel festigt – daher das Gel im Helm. Solche kleinen Anspielungen sind gut gemacht und angenehm subtil. Als Dutch ist es unsere Aufgabe, eine Brücke in die Luft zu jagen. Die wird natürlich von wütenden Covenant bewacht, die wir wild ballernd aus dem Weg räumen. Die Gefechte fühlen sich an wie früher. Gleiches Waffengefühl, ähnliches Zielverhalten. Was ODST von Halo 3 unterscheidet, sind seine Protagonisten: Die Orbital Drop Shock Trooper sind zwar eine Eliteeinheit des Militärs, aber letztendlich auch nur Menschen aus Fleisch und Blut. Sprich, sie können nicht so hoch springen, schnell laufen oder hart zuschlagen wie der Master Chief. Und sie haben keine Energie-Blase als Schild, ergo tun uns Treffer sofort weh. Für ODST hat Bungie ein wenig am Gesundheitssystem geschraubt: Habt ihr zuviele Treffer eingesteckt, solltet ihr eure Lebensenergie bei Gelegenheit an den dafür vorgesehenen Stationen innerhalb der Stadt wieder auffrischen. Bevor es uns aber wirklich ans Leder geht, dient eine kleine Menge der automatisch regenerierenden Ausdauer quasi als Puffer. Im Grunde genommen vertraut Bungie hier also auf eine Mischung aus selbstständiger und manueller Heilung.

Sobald wir als Dutch den Job erledigt haben und die Brücke gesprengt wurde, wachen wir plötzlich wieder in Gestalt von Rookie auf. Prinzipiell eine gute Idee, weil sich so Massenschlachten und Sabotageaufträge der Kameraden mit dem Splinter Cell-artigen Vorgehen von Rookie abwechseln.  Aktuell wirken die Traumsequenzen allerdings noch etwas ruppig und zusammenhanglos, das sollte geschmeidiger in die Geschichte einfließen.  Zumindest ausgehend von dem , was wir gesehen und gespielt haben, wirkt es beinahe so als hätte Bungie noch ein paar Missionen von Halo 3 übrig gehabt, und hole diese nun aus dem Schrank. Gut möglich, dass das bis zur fertigen Version noch deutlich runder werden wird.

Fahrzeuge sollen vor allem im Multiplayer-Modus eine Rolle spielen, die Kampagne setzt mehr auf Infanteriekämpfe.

Gerhold (unregistriert) 23. Juni 2009 - 8:00 #

Ihr seid da ein wenig zu kritisch: Bungie wird sich schon die Marke nicht beschädigen, wie es so schön heißt. Klar, inhaltlich ist man nicht mehr so der Superheld, aber das ist doch mal ein interessanter Perspektivwechsel. Die Grafik macht ihr zu schlecht, wenn ich von den Bildern (und der E3-Footage) schließen darf.

Jörg Langer Chefredakteur - Abo - 263385 EXP - 23. Juni 2009 - 10:12 #

Naja, die Screenshots sind halt vom Hersteller -- auf der E3 hab ich von Halo ODST zwar nur den Trailer gesehen, der auf der Pressekonferenz gezeigt wurde, den aber fand ich alles andere als toll (man sah den auch im Artikel beschriebenen Brückenkampf). Aber ich halte mich da raus, bin nicht wirklich ein Halo-Fan, auch wenn ich Teil 1 gern gespielt habe.

bam 15 Kenner - 2747 EXP - 23. Juni 2009 - 9:48 #

Gerade grafisch hat schon Halo 3 nicht wirklich überzeugt, es wirkte wie eine leicht aufpolierte Halo bzw. Halo 2 Engine.
Auch spielerisch hat sich an der Serie seit dem ersten Teil nicht allzu viel getan.

So richtig anfreunden kann ich mich mit diesem "Vollpreis Addon" aber nicht. Die genannten Kritikpunkte sind schon berechtigt. Letztendlich wird das aber wohl kaum den Spielspaß trüben, insbesondere wenn man Halo 3 mag.

Mal sehen was Halo Reach bieten wird; wenn das wieder nur ein altbekanntes Halo mit ein paar neuen Grafiken wird, dann ist man auf dem besten Wege eine starke Lizenz vollkommen abzunutzen.

Anonymous (unregistriert) 23. Juni 2009 - 10:43 #

Halo ist allgemein zu überbewertet worden, jetzt versucht Microsoft halt mit dem Hype halt nochmal Kasse zu machen. Noch vor einem halben hies "es wird nach Halo 3 kein weiteres reguläres Halo mehr geben".
Der Ausverkauf eines weiteren Franchise hat begonnen!

Anonymous (unregistriert) 23. Juni 2009 - 10:44 #

Mit DLC lässt sich halt mit weniger Aufwand schnell Kasse machen.

Anonymous (unregistriert) 23. Juni 2009 - 13:25 #

Es hieß vielmehr, die Halo-Trilogie wäre abgeschlossen. Halo 3 ODST ist "nur" ein Bonus für die Fans und das kommende Reach ist vielleicht etwas komplett anderes. Mal sehen. So lange die Games Spaß machen, sollte es doch jedem Recht sein...

BFBeast666 14 Komm-Experte - 1931 EXP - 24. Juni 2009 - 1:57 #

Das einzige Halo-Spiel, daß mir ansatzweise Spaß gemacht hat, war Halo Wars, und auch da hatte ich nach der Demo genug. Ich kapiere bis heute nicht, warum in Xbox-Country alle so tierisch Halo-fixiert sind. In Sachen Spielbarkeit bläst sogar das ewig alte UT2004 Halo klar aus dem Wasser.

Anonymous (unregistriert) 24. Juni 2009 - 8:53 #

Endlich ein Gleichgesinnter. Finde Halo auch nicht gerade gelungen, zumindest wenn mann den Hype um diese Spiele betrachtet

Fee 04 Talent - 33 EXP - 25. Juni 2009 - 16:34 #

Bungie hatte sich bezüglich der vermarktung weiterer Halo Titel wie folgt geäußert das sie nach Halo3:ODST keine weiteren Spiele der Marke Halo Entwickeln wollen. Dies müsse Microsoft übernehmen. . .

Anonymous (unregistriert) 26. Juni 2009 - 17:23 #

die ganze halo triologie spielt sich super und hat im multiplayer bereich neue maßstäbe gesetzt.das mit der grafik kann ich verschmerzen.

Xc NoI3odY (unregistriert) 11. Juli 2009 - 22:46 #

Also ich bin eigentlich ein Halo fan doch das Halo 3: ODST jetzt ohne Master Chief ohne Schild und ohne das was Halo überhaupt ausmacht ist find ich echt schade denn der Master Chief macht Halo gerade zu Halo sonst könnte man gerda sagen das man CoD 4,5 spielt, denn ohne sild ist Halo nicht mehr das was es eigentlich sein sollte.

Abgesehen vom Multiplayer Modus ist Halo 3 ziemlich schlecht denn die Grafik ist nicht besonders (wurde um einiges besser angekündigt) selbst auf HD Ready kann es nicht überzeugen.... und die Kampagne ist etwas zu langweillig ständig das selbe.

Eigentlich bin ich ein Halo fan aber Bungie entäuscht extrem dadurch das sie denn Master Chief einfach weg nehmen. :(

Gerd Meinert (unregistriert) 23. Juli 2009 - 9:21 #

Finde Halo auch eine der überbewertesten Serien ever, habe den 2ten und 3ten Teil jeweils einige Stunden gespielt und wurde von den Games nicht wirklich motiviert. Die achso tolle Story wird nur am Rand erläutert (Oh Aliens greifen an, wie Innovativ!) und der Mr. "Ich bin die Krönung der Schöpfung und kann alles besser als alle anderen weil ich schon soviel mehr Erfahrung habe" Masterchief tut sein übriges um das Spiel unglaubwürdig erscheinen zu lassen. Mal ganz vom schlechten Waffenbalancing abgesehen (Multiplayer): Nadelwaffe und 2 andere Waffen sind top, die restlichen überhaupt nicht zu gebrauchen. Außerdem ist die Spielgeschwindigkeit zu niedrig, vor allem die Zeitlupensprünge. Was Konsolenshooter angeht sind Timesplitters und CoD (4) da haushoch überlegen! Und ich lob mir ein UT bei dem du selbst mit der Shieldgun schnelle Kills landen kannst. Fahrzeuge gabs übrigens auch schon vorher in Battlefield.

Flankenbob 05 Spieler - 50 EXP - 29. Juli 2009 - 19:09 #

Das ist so eines der spiele wo ich jeden Xbox besitzer um seine Xbox beneide:-(

Oberpanda 07 Dual-Talent - 110 EXP - 17. September 2009 - 8:32 #

Und hier haben wir wieder mal einen typischen Systemseller. Eine gute Preview, bin gespannt, ob die fertige Version dem Master Chief mal wieder eine angemessene Rückkehr bescheren kann.

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