Test: AAA-Adventure

Lost Horizon Test

Geheimakte Tunguska von Animation Arts aus dem Jahr 2006 war eines der Spiele, die dem totgeglaubten Adventure-Genre zu neuem Aufwind verhalfen. Vier Jahre später legt derselbe Entwickler mit Lost Horizon nach - dank einer fesselnden Geschichte und exzellenter Rätselketten vielleicht das beste neue Adventure des Jahres 2010.
Philipp Spilker 1. September 2010 - 11:28 — vor 6 Jahren aktualisiert
PC
Es fällt schwer, in den Weiten des Internets einen Bericht über Lost Horizon zu finden, der nicht an mindestens einer Stelle den Vergleich zu Indiana Jones bemüht. Und ja, das neue Adventure von Entwicklerschmiede Animation Arts hat tatsächlich einige Gemeinsamkeiten mit dem Peitschenschwinger, der es dank Steven Spielberg zu Weltruhm brachte. Hier wie dort wird gegen Nazis gekämpft, hier wie dort sind Ausflüge in verschwunden geglaubte Tempel an der Tagesordnung, hier wie dort gibt es eine eigentlich ziemlich nervige Herzensdame, die den wackeren Helden zu Beginn so gar nicht leiden kann -- und ihm letzten Endes doch verfällt. Und während Indiana Jones in seiner Freizeit nach dem heiligen Gral sucht, geht es in Lost Horizon darum, das besonders im Buddhismus legendäre Königreich Shambala zu finden. Nach dem suchte in Uncharted 2 bereits ein weiterer Indy-Verschnitt namens Nathan Drake...

Doch trotz dieser Gemeinsamkeiten wäre es unfair, Lost Horizon so deutlich in den Schatten von Indiana Jones zu stellen. Das könnte ja fast den Anschein erwecken, das Spiel brauche diesen Vergleich, um überhaupt einen Stich landen zu können. Und dem ist eben nicht so. Also denken wir uns Indiana Jones doch einfach mal weg. Lost Horizon ist auch ohne ihn im Hinterkopf sehr gut geworden und hat uns derart gefesselt, dass ihr es, sofern Zeit und persönliche Durchhaltekraft es erlauben, in einem Rutsch durchspielen werden wollt.

Lost Horizon nimmt euch auf ein Abenteuer mit, das ihr nicht verpassen solltet. Dank des sehr fairen Rätseldesigns können wir es zudem auch für Einsteiger empfehlen -- ohne, dass es Profis kalt lassen würde.

Drachenmönchnazis in Schlossbasartempeln

Eine der Hauptattraktionen von Lost Horizon ist die sich langsam (aber nicht langatmig) entfaltende Geschichte über das sagenumwobene Königreich Shambala, dessen Zugang angeblich schon seit etlichen Generationen von einer Mönchskaste in Tibet bewacht wird. In Lost Horizon sind die Nazis 1936 dem Ziel, Shambala zu finden, sehr nah. Und plötzlich wird mehr oder weniger durch Zufall auch der frisch gebackene Schmuggler Fenton Paddock, der kürzlich unehrenhaft aus der britischen Armee entlassen wurde, mitten in den Wettlauf um Shambala geworfen. Der Grund hierfür: Einer seiner besten Freunde ist bei einer Erkundungsmission im noch kaum kartographierten Tibet verschwunden.

Mehr wollen wir zu der Geschichte nicht verraten, nur so viel sei gesagt: Sie erstreckt sich dramaturgisch sehr gekonnt über sieben Kapitel, in regelmäßigen Abständen werdet ihr mit neuen Stolpersteinen und Enthüllungen konfrontiert. Und, bei einer solch mythischen Thematik alles andere als selbstverständlich, die Auflösung des Rätsels um Shambala ist sehr zufriedenstellend. Von Weltliteraturniveau ist Lost Horizon dennoch weit entfernt. Aber das erwarten wir von einem Adventure ja schließlich auch nicht wirklich. Autorin Claudia Kern hat sehr gute Genre-Arbeit geleistet.

Während sich Fenton Paddock anfangs noch als vom Pech verfolgter Schmuggler in Hongkong versucht, landet er schon bald darauf in Tibet not und lernt die vielfältige Verwendungsmöglichkeit von Bergziegenkot kennen, nur um kurz darauf in einem Feldlager der Nazis am eigenen Leib zu erfahren, wie sich ein Sturz in eine Gletscherspalte anfühlt. Weitere Stationen der Reise sind unter anderem Marrakesch und Berlin. In letzterem finden gerade die Olympischen Spiele statt, die Fenton Paddock kurzerhand manipulieren muss, um nicht den Anschluss im Wettlauf um Shambala zu verlieren. Bevor es dann gen Ende noch nach Indien geht und Tauchgänge in haiverseuchten Gewässern auf der Tagesordnung stehen, balanciert Fenton außerdem in einer regnerischen Gewitternacht auf dem Dach der Wewelsburg nahe Paderborn (die zwischen 1934 und 1945 tatsächlich in der Hand der SS war). Und, wie sollte es auch anders sein, das große Finale findet mitten in Shambala statt.

Wo in Kapitel 2 noch nur Gutmenschen eine wichtige Stelle bewundern, tut es sp#ter ein ganzes Nazi-Regiment.

Ein gutes Händchen für Inszenierung

Von Hörbüchern weiß man: Eine gute Geschichte wird gleich noch besser, wenn sie auch gut erzählt wird. Hierin liegt ohne Frage eine der größten Stärken von Lost Horizon. Die Dialoge im Spiel sind durch die Bank weg exzellent vertont. In den meisten Adventures lesen wir nach einiger Zeit nur noch schnell die Untertitel und klicken uns dann aus Langeweile und Zeitersparnis schnell zum Ende des Dialogs. In Lost Horizon aber war das anders: Wir haben keine einzige vertonte Dialogzeile übersprungen.

Zusätzlich gewinnt die Inszenierung des Spiels auch durch kleine, filmähnliche Zooms der Kamera in die Szenerie hinein, sobald ein längeres Gespräch ansteht. Zudem bleiben die Charaktere meist nicht wie angewurzelt an einem Fleck stehen. Ein gutes Beispiel hierfür findet sich direkt zu Beginn des Spiels. Als Fenton in seinem Hongkonger Unterschlupf ungewollten Besuch erhält, verschwindet er während des Gesprächs kurzerhand auf die Toilette und zieht den Vorhang zu. Wir hören seine Stimme nun nur noch leicht gedämpft durch den Vorhang und über die Stimme des Besuchs hinweg hören wir außerdem auch, wie ein Reißverschluß auf- und wieder zu gemacht und die Klospülung betätigt wird. Auf dem Papier mag sich das nach Kleinigkeiten anhören, in der Praxis aber führt es zu Gesprächen, die lebensechter wirken als in so manch anderem Adventure. Wir wollen nicht verschweigen, dass es auch in Lost Horizon ein Negativbeispiel gibt, während dem sich in Marrakesch zwei Charaktere zehn Minuten lang nur regungslos gegenübersitzen und einen Dialog abspulen -- aber eben auch wirklich nur einmal.

Um die Welt in sieben Kapiteln 1 Das nennen wir mal einen rasanten Beginn. Im ersten Kapitel machen wir mit Fenton Paddock Hongkong unsicher und flüchten vor Triaden-Mitgliedern, die uns das Leben schwer machen -- im wahrsten Sinne des Wortes als Trittbrettfahrer. 

2 Dann müssen wir mit unserem Flugzeug in den Weiten Tibets notlanden und erkunden wenig später ein Nazi-Feldlager.  3 Als krassen Gegensatz empfinden wir danach die Geschäftigkeit eines Basars in Marrakesch nebst umliegender Oasen. 4 Nächster Zwischenstopp: Berlin und die Olympischen Spiele 1936. Da darf natürlich der Pariser Platz mit dem Brandenburger Tor im Hintergrund nicht fehlen. 5 Kapitel 5 bringt uns die Wewelsburg nahe Paderborn näher. 6 Kurz vor dem Finale schweifen wir erneut in die Ferne, und zwar nach Indien. Das Finale (Kapitel 7) führt uns dann ins sagenumworbene Land (nicht abgebildet).

McSpain 21 Motivator - 27019 - 1. September 2010 - 11:53 #

Sehr guter Test zu einem anscheinend sehr guten Titel. Damit hast du einen weiteren Flachwitz bei mir gut ;-)

Ich freue mich immer besonders wenn das Adventure-Genre wieder mal was tolles hinkriegt. Der Screenshot auf Seite 2 ganz oben sieht aber wirklich sehr nach "Fate of Atlantis" aus :o) Aber der Vergleich mit den Indy-Adventure-Spielen ist ja eigentlich ein großes Lob.

Crazycommander 14 Komm-Experte - P - 1863 - 1. September 2010 - 12:01 #

Dieser Test macht Lust auf mehr!

Es ist für mich definitiv mal wieder an der Zeit ein gutes Adventure-Spiel zu zocken. Die kommende Jahreszeit ist zumindest schon mal ideal dafür :)

maddccat 18 Doppel-Voter - P - 11222 - 1. September 2010 - 12:05 #

Scheint ja wirklich so gut zu sein, wie man nach den ganzen Previews zu hoffen wagte.

bananenboot256 13 Koop-Gamer - 1241 - 1. September 2010 - 12:08 #

Ich hab den Test aus Angst vor Spoilern mal nur so halb überflogen, da ich mir es auf jeden Fall zulegen will.

Ich hatte allerdings komplett vergessen wann es den rauskommen sollte und bin daher sehr dankbar für den Test :-D

kj

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 1. September 2010 - 12:35 #

Wir halten uns mit Spoilern aber natürlich sehr zurück. Uns kann ja schließlich wenig daran liegen, unseren Lesern durch Spoiler den Spielspaß an Lost Horizon zu nehmen.

bananenboot256 13 Koop-Gamer - 1241 - 1. September 2010 - 14:31 #

Das weiß ich doch :-) ich möchte es aber auch unvoreingenommen (sofern das heutzutage überhaupt noch geht) spielen. Tests lese ich mir bei Spielen, die ich eh vorhab zu spielen meist erst durch, wenn ich es zumindest angespielt oder durchgespielt habe.

Die meisten Tests auf GG lassen sich ja auch einfach gut lesen, wenn man versteht was ich damit meine.

Suzume 14 Komm-Experte - 1810 - 1. September 2010 - 17:25 #

Ich weiß, dass die Redaktion Wert darauf legt, nicht zu spoilern. Aber hier gab es dann doch ein paar Sachen, die meiner Meinung nach zu sehr ins Detail gingen.
Die einzelnen Stationen der Reise hätte man auch gut allgemeiner beschreiben können: eine orientalische Wüstenstadt, eine europäische Metropole oder eine alte Burg usw. wären hinreichend genau genug gewesen.
So nimmt der Artikel dank der dazu passenden Kapitelangaben dem Spiel ein wenig den Wind aus den Segeln - denn eigentlich lebt ein Abenteurerspiel vom Wechsel der Örtlichkeiten, und einen Großteil der Spannung macht die Frage aus: Wohin gehts als nächstes?
Auch das Ergebnis des Bonuspuzzles ist leider zuviel des Guten. Warum sollte man das jetzt noch lösen wollen?
Bitte nicht falsch verstehen, der Test macht mir Lust auf Lost Horizon. Aber der Spoiler waren es dann doch zuviele - vielleicht im nächsten Test ein wenig mehr darauf achten.

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 1. September 2010 - 17:53 #

In den meisten anderen Adventure-Tests wirst du generell mindestens eine beispielhafte Lösung für ein Rätsel finden - darauf verzichten wir hier (außer bei der Kritik an einer wirklich abstrusen Stelle des Spiels). Und auf die Rätsel kommt es doch vor allem an. Dass wir hier die Örtlichkeiten nennen, würde ich nicht als Spoiler ansehen. Wir verraten dir nicht, was du dort tun wirst und zeigen auch nur jeweils einen einzigen Screen. Auch innerhalb der Kapitel kommst du aber noch viel rum. Wohin es als Nächstes geht, wirst du dich also auch weiterhin fragen dürfen. Und was das Bonuspuzzle angeht: Was dabei herauskommt, ist eh von Beginn an erkennbar, zumal das Teaserposter für Geheimakte Tunguska 3 auch im Handbuch zu finden ist. Es würde uns schon schwer wundern, wenn das irgendjemandem tatsächlich den Spielspaß nimmt. :)

Suzume 14 Komm-Experte - 1810 - 1. September 2010 - 18:32 #

Ok, danke für die Klarstellung. Werd mir jetzt mal anhand der Demo ein Bild von dem Spiel machen. Denn das hat der Test auf alle Fälle geschafft: mich als langjährigen Adventureabstinenzler wieder dazu zu bewegen, eines auf meiner Platte zu installieren. :)

CruelChaos 11 Forenversteher - P - 711 - 2. September 2010 - 9:05 #

Wobei dieser Test auf jeden Fall spoilert, vielleicht ist es ja auch ne Ermessensfrage. Aber unter anderem halte ich es nicht für Notwendig, die Umgebungen jedes Kapitels und erst Recht nicht des Finales zu verraten, um einen Eindruck vom Spiel bekommen.

Flopper 15 Kenner - 3503 - 1. September 2010 - 12:15 #

Großartiges Spiel, kann ich jedem nur empfehlen! Ein kleines Hilfesystem gibt es übrigens, einmal den Knopf im Spiel das einem ungefähr sagt was zu tun ist und dann ist das erste Kapitel auch als Komplettlösung (Tagebuch) in der Anleitung beschrieben. Durch ausprobieren lässt sich eigentlich alles nach ein paar Minuten lösen, meiner Meinung nach ist daher ein Hilfesystem überflüssig.

Olphas 24 Trolljäger - - 47022 - 1. September 2010 - 12:25 #

Scheint ja wirklich toll geworden zu sein. Und mit A New Beginning steht schon der nächste potentielle Top-Kanditat in den Startlöchern. Goldene Zeiten für Adventure-Fans :)

John of Gaunt Community-Moderator - P - 58799 - 1. September 2010 - 12:31 #

Schöner Test, der meinen Eindruck aus der Demo bestätigt. Werde ich mir holen, wenn Mafia 2, SC 2 und Bioshock 2 hinter mir liegen. Gute Adventures sind immer was tolles.

Azizan 17 Shapeshifter - 7303 - 1. September 2010 - 13:05 #

Super Test, das Spiel wird sich dann auch direkt mal gekauft. :)

wolverine 16 Übertalent - P - 4219 - 1. September 2010 - 13:05 #

Wenn das (auch nur halb) so schön geworden ist, wie seinerzeit die "Geheimakte Tunguska", und danach sieht es nach diesem Spieletest aus, ist das ein Pflichtkauf für alle Fans des Adventure-Genres.

Da werde ich doch gleich mal beim Amazon vorbeischauen...

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 1. September 2010 - 13:11 #

Ist natürlich immer auch ein wenig eine Frage des Geschmacks, aber ich bin damals mit Geheimakte bei weitem nicht so schnell warm geworden wie jetzt mit Lost Horizon. Letzteres hat einfach den viel besseren Spielfluß und motiviert von Beginn an ungemein.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 1. September 2010 - 13:21 #

Besser als der lächerliche Anime Full Metal Alchemist oder das CDV-Adventure GROM muss dieser Streich ja sein. Ähnlichkeiten gibt es wohl nur bei der Hintergrundgeschichte.

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 1. September 2010 - 15:53 #

Hey, nix gegen Full Metal Alchemist! Die Serie kann was (Brotherhood) :P

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 6. September 2010 - 2:55 #

Serie? Die ist dann hoffentlich gescheiter als der Film. :)

Vidar 18 Doppel-Voter - 12275 - 1. September 2010 - 13:44 #

Guter Test zu einem wirklich klasse Adventure... ein Muss für Adventure Fans

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. September 2010 - 13:44 #

Hat das Spiel irgendwelchen DRM-Kram? Falls nicht landets im Warenkorb.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. September 2010 - 14:55 #

Da fällt mir grad auf, das die Hakenkreuze ja mal wieder der Schere zum Opfer gefallen sind... Grade bei Adventures die eine starke filmische Spielweise haben, muss es doch endlich mal funktionieren, ohne das direkt die Indizierung droht. Was unterscheidet dieses Adventure von einem Indy-Film in dieser Hinsicht?..

Dragor 14 Komm-Experte - 2161 - 1. September 2010 - 16:50 #

Es wird bei Spielstart nur gecheckt ob die DVD im Laufwerk liegt. Steam oder sonstiges wirst du nicht finden.

Age 19 Megatalent - P - 13972 - 1. September 2010 - 18:52 #

Fetzt! Danke!

Roland_D11 15 Kenner - 3685 - 1. September 2010 - 22:03 #

Ich stimme Dir zu, für mich gibt es in dieser Hinsicht keinen Unterschied zwischen einem Indy-Film und Lost Horizon. Nur leider ist es immer noch so, dass Spiele und Filme bei uns nicht auf der gleichen Stufe stehen. Ich denke nicht, dass Du das Spiel als Kulturgut verkaufen könntest und so mit Hakenkreuzen um eine Verbot herumkommen würdest.

DELK 16 Übertalent - 5488 - 1. September 2010 - 13:46 #

Nachdem ich schon länger kein gutes Adventure gespielt hab, muss ich mir das unbedingt mal ansehen. Von den Bildern her sieht das ganze auf jeden Fall schon klasse aus :)

Pro4you 18 Doppel-Voter - 11360 - 1. September 2010 - 14:14 #

Habe die Demo in Relativ kurzer Zeit gemeistert. Ich habe Angst, dass die Rätsel zu einfach sind.. Der Test ist aber schon sehr überzeugend und außerdem sehr ausführlich! Vielen dank,ich weiß zwar noch nicht ob ich es mir zu lege, aber ein Gedanke ist es auf jedenfall Wert.

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 1. September 2010 - 14:19 #

Die Demo ist ja auch ein Ausschnitt aus dem ersten Kapitel in Hongkong, richtig? Da ist natürlich alles noch recht offensichtlich. Wie wir ja auch im Test schreiben: Lost Horizon ist definitiv nicht schwer. Aber zu einfach ist es deswegen noch lange nicht.

Pro4you 18 Doppel-Voter - 11360 - 1. September 2010 - 15:30 #

Das stimmt schon und da du das Spiel durchgespielt hast und ich nicht, werde ich dir natürlich auch nicht wieder sprechen. Dennoch Repräsentiert eine Demo, ein Stück vom Spiel. So zu sagen,d er erste Eindruck. Und genau bei diesem ersten Eindruck, wollte bei mir noch nicht ganz der Funke überspringen. Das soll jedoch nicht heißen, dass ich ein kauf diesen Spieles ausschließe. Euren Test nehme ich aber auf jedenfall zu Herzen.

John of Gaunt Community-Moderator - P - 58799 - 1. September 2010 - 14:29 #

Eine Frage noch: mit wie langer Spielzeit kann man denn so ungefähr rechnen? Ist hoffentlich nicht schon nach 5 Stunden rum.

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 1. September 2010 - 14:38 #

Steht etwas versteckt im Fazitkasten. Als Richtwert würden wir eine Dauer von ca. 12-14 Stunden angeben. Unsere Durchspielzeit lag irgendwo dazwischen. Selbst wenn du alles schnell wegklicken würdest (und das wirst du, wie im Test gesagt, aufgrund der hohen Qualität der Dialoge nicht wollen) kämst du unter 10 Stunden bestimmt nicht ans Ziel.

John of Gaunt Community-Moderator - P - 58799 - 1. September 2010 - 14:43 #

Das klingt sehr gut.

Zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich den Fazitkasten gerne mal überspringe, da er in der Regel nur den Test-Inhalt wiederkäut. War hier wohl ein Fehler ;)

floppi 22 AAA-Gamer - - 32801 - 1. September 2010 - 15:42 #

Klasse Test, sehr treffend. Auch den Kritikpunkt mit dem Lederriemen habe ich hier an anderer Stelle in den Kommentaren bereits erwähnt. Das war mir auch viel zu abstrus und einer der seltenen Fälle wo ich einfach alles mögliche ausprobiert habe.

Was mir nicht so gefällt ist die Grafik. Ja es ist ein Adventure, ja die Grafik ist sehr stimmig, dennoch könnte man meiner Meinung nach im Jahre 2010 doch etwas mehr erwarten, gerade -- wie auch angemerkt -- in den Gesichtern. Positiver Nebeneffekt ist natürlich, dass Lost Horizon auf jeder noch so ollen PC-Mühle läuft.

Die Spielzeit von ca. 12 Stunden kann ich bestätigen. Habe es an zwei Tagen a ca. 6 Stunden durchgespielt und hielt im Nachhinein die Spielzeit für zu kurz. Aber besser so, als künstlich in die Länge gestreckt.

Ich hatte jedoch auf meinen Rechner anfangs leicht Probleme, das Spiel ruckelte aus unbekannten Gründen. Als ich dem Spielprozess dann eine höhere Priorität zuwies, lief alles wie geschmiert. Lag sicher an der Konfiguration meines Rechners, ist jedoch bisher bei keinem Spiel aufgefallen. Oder hat noch jemand mit Lost Horizon ähnliche Probleme gehabt?

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 1. September 2010 - 15:44 #

Bei uns lief alles wie geschmiert, ohne jegliche Probleme.

Tassadar 17 Shapeshifter - 7747 - 2. September 2010 - 0:02 #

Bei mir auch keine Probleme auf den höchsten Einstellungen, die das Spiel erlaubt.

Und was die Grafik angeht: Zumindest die Hintergründe sind mMn. fantastisch. Das ist halt kein 3D-Spiel, klar bei Gesichtern wäre heutzutage mehr möglich, aber nicht mit dem Budget, was ein normaler Adventure-Entwickler heutzutage zur Verfügung hat. Es sind leider vergleichsweise eher Nischenspiele, die nicht einmal ansatzweise mit den Verkäufen aus anderen großen Genres mithalten können. Dazu oft noch PC-exklusiv und international nicht erfolgreich. Viel Geld ist damit also nicht zu machen und das ist bekannt und wird dann beim Entwicklungsbudget auch schon so eingeplant.

floppi 22 AAA-Gamer - - 32801 - 2. September 2010 - 16:12 #

Ist mir ja alles klar. Die Grafik ist ja auch insgesamt sehr hübsch und stimmig. Aber man wird ja wohl noch träumen dürfen. ;)

Und die Umstände, dass es so ist, wie es ist, rechtfertigen noch nicht, dass "Mängel" nicht angesprochen werden. Die Grafik ist eben für mich persönlich ein kleiner Mangel -- den ich jedoch sehr gerne für dieses Spiel in Kauf genommen habe.

Anonymous (unregistriert) 1. September 2010 - 16:21 #

Nicht dass es nun wirklich wichtig wäre, aber mich hätte evtl. noch interessiert ob ausser dem Tibet/Shambala Szenario noch weitere Berührungspunkte mit dem gleichnahmigen Buch/Film aus den 30ger Jahren
vorhanden sind?

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 1. September 2010 - 16:44 #

Tibet und Shambala sind die einzigen wirklich auffindbaren Gemeinsamkeiten.

Phillidae 09 Triple-Talent - 344 - 1. September 2010 - 16:57 #

Wunderbares Spiel. Bin gerade gestern damit fertig geworden und v.a. der letzte Spielabschnitt hat mich mit seinem Rätseldesign echt umgehauen.
Insgesamt hat der Entwickler da mal wieder ein ganz großes Ding abgeliefert. Nachdem ich von Geheimakte 2 etwas enttäuscht war (abstruse Story) hat mich Lost Horizon positiv überrascht. Und für den humanen Preis von max 35€ kann ich die nicht übermäßig lange Spielzeit absolut verkraften.

Fazit: Losgehen und kaufen, kein Adventure-Fan wirds bereuen :)

ganga Community-Moderator - P - 15591 - 1. September 2010 - 18:42 #

Da Geheimakte Tunguska noch immer mein Lieblingsadventure ist werde ich auch hier früher oder später zuschlagen. Ich finde übrigens dass der Test mit sehr wenig Spoilern auskommt, dass Handlungsschauplätze verraten werden stört mich nicht und die Rätsel werden ja auch nicht näher beschrieben. Bei Geheimakte Tunguska 2 hat mich die Story ein wenig enttäuscht und auch einige Szenarien haben mir nicht so gefallen (ich erinnere mich so dunkel an eine verlassene Metro-Station in Paris), ich hoffe dass das bei Lost Horizon wieder passt. Beim ersten Anspielen der Demo ist der Funke noch nicht übergesprungen, trotzdem werde ich mir den Titel noch zulegen.

Timbomambo (unregistriert) 1. September 2010 - 22:57 #

Ach, immer wieder schön wenn ein Adventure eine 9.0 bekommt :)

CruelChaos 11 Forenversteher - P - 711 - 2. September 2010 - 9:08 #

Das klingt auf jedenfall sehr gut, fand Tunguska überraschend (weil ich vor dem Spielen nie was davon gehört hab) gut. Wenn es wirklich ein wenig Indiana Jones-mäßig ist, kann es auch nichts Schaden den die Adventures und Filme mag ich auch, also kanns ja losgehen ^^.

By the way: Schön geschriebener Artikel, wenn auch seeehr Euphorisch und imho mit 1-2 Spoilern drin. Auf jeden Fall sehr unterhaltsam.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33849 - 2. September 2010 - 14:57 #

Die Demo hat mir schon sehr gut gefallen (besser als Geheimakte 2) und dann hat das hier auch noch eine so hohe Wertung. Muss wohl gekauft werden. Und bei einer hübschen jungen Chinesin als Sidekick kann ich eh nicht widerstehen ;-) In dem Zusammenhang hätte ich mir allerdings etwas realistischere und detaillierte Grafik gewünscht...

fish_lx 04 Talent - 19 - 2. September 2010 - 19:01 #

also laut video klingt die deutsche synchro mal wieder unterirdisch. infantil schlecht geschriebene dialoge und falsche betonungen am laufenden band. sorry aber das krieg ja ich sogar besser aus dem stehgreif hin.

wenn es wirklich so storylastig sein soll, dann ist schlechte synchro ein ziemlich gravierende manko, oder bin ich etwa zu anspruchsvoll???

schade denn der look hätte mir eigentlich gefallen...

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 2. September 2010 - 19:28 #

Für die Dialoge würde es keinen Drehbuch-Oscar geben, aber sie sind durch die Bank weg gut. Falsche Betonungen konnten wir beim intensiven Durchspielen nicht erkennen - also scheinbar reden wir hier von zwei unterschiedlichen Spielen. Und nur mal so als kurze Anmerkung: Animation Arts ist ein deutsches Entwicklerstudio. Von deutscher Synchro zu sprechen ist also generell schon nicht korrekt. Wir finden die Vertonung hochwertig und bleiben dabei.

Anonymous (unregistriert) 2. September 2010 - 20:05 #

Hat da jemand Synchronisierung mit Lokalisierung verwechselt?

fish_lx 04 Talent - 19 - 3. September 2010 - 0:40 #

Hoppla... jetz fühl dir nicht gleich auf den schlipps getreten.
Geschmäcker sind eben verschieden, und der deutsche Sprachgebrauch ist flexibel genug um meine interpretation des Wortes "Synchronisation" mit dem Herstellen eines Gleichlaufs einer Tonspur mit Bildabfolgen in einem Computerspiel locker gelten zu lassen.
http://services.langenscheidt.de/fremdwb/fremdwb.html

Wollte lediglich anmerken, dass ich anhand des bereitgestellten videos beurteilend finde, dass die Sprecher klingen, als ob sie in einem billigen Tonstudio 1 mal korrektur gelesene Manuskripte herunterlesen, und NICHT als ob sie eine cineastische illusion erzeugen wollten in der man glauben könnte sie lungern tatsächlich hinter einer Kiste und versprühen spannung, oder wirken bedrohlich und einschüchternd oder sind dem sterben nahe...
zb:
"dort hinÜBER" (nicht unten durch!)
"Wenn wir dich also GLEICH ins hafenbecken werfen..." (also gleich nicht erst später!)
"...musik ..., die über diese kopfhörer auf ihn eindröhnt." (vielen dank für den hinweis ich bin nämlich BLIND)

interessant währe allerdings für mich gewesen ob das evtl. andere auch so sehen wie ich oder ob das video tatsächlich eher die schlechten momente reflektiert...
Immerhin lassen auch deutsche Studios in Polen produzieren...

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 3. September 2010 - 11:13 #

Das hat mit "auf den Schlips getreten" nichts zu tun, sondern damit, dass ich deine Kritik schlicht und ergreifend nicht verstehe. Die Sprecher von Lost Horizon rangieren für mich auf sehr gutem und völlig zufriedenstellenden Hörspielniveau. Eine cineastische Illusion erzeugen, das wird man wohl auch weiterhin dem Kino überlassen müssen - ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Adventures da so bald rankommen werden.

Von daher, um auf eine der Fragen zurückzukommen: Ja, vielleicht hast du da etwas zu hohe Ansprüche. Ich bin normalerweise auch einer der Ersten, der sich über schlechte Sprachausgabe aufregt. Aber bei Lost Horizon könnte mir nichts ferner liegen als das.

floppi 22 AAA-Gamer - - 32801 - 3. September 2010 - 14:31 #

Alles eben Geschmackssache. Ich war mit den Sprechern im Großen und Ganzen sehr zufrieden, einzig der Triaden-Boss mit (wahrscheinlich) einer der Synchronstimmen von Steven Seagal fand ich unpassend und nervig.

Olipool 15 Kenner - 3744 - 7. September 2010 - 9:57 #

"...musik ..., die über diese kopfhörer auf ihn eindröhnt." (vielen dank für den hinweis ich bin nämlich BLIND)

Da musst Du aber bedenken, dass in solchen Dialogen eben auch Hinweise auf die Lösung gegeben werden. Jede Wette, weil die Kopfhörer explizit erwähnt werden, dass man ihm genau diese vom Kopf befördern muss.

SonkHawk 14 Komm-Experte - 2151 - 3. September 2010 - 12:02 #

Aha, also ist Deutsch die Original- und damit die bevorzugte Sprache?

Ich spiele immer prinzipiell in Originalsprache (also Engslisch), aber wenn es sich um eine Deutsche Entwicklung handelt, scheine ich ja mit Deutsch gut zu fahren.

Einwände anyone? Gibts das überhaupt auf Englisch?

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 3. September 2010 - 13:06 #

Ja, Deutsch ist die Originalsprache. Eine englische Version wird auch noch erscheinen, allerdings laut Amazon UK erst am 17. September diesen Jahres.

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 3. September 2010 - 13:13 #

Falls du trotzdem ganz sicher gehen willst, vergleich halt mal die Demos miteinander und überprüfe, welche Version dir besser gefällt.

Englisch: http://lost-horizon.deepsilver.com/en/game/demo/
Deutsch: http://lost-horizon.deepsilver.com/mainnavi-right/spiel/demo/

fish_lx 04 Talent - 19 - 4. September 2010 - 16:10 #

hey danke auch für den tipp!

GamersGlobalist (unregistriert) 4. September 2010 - 14:03 #

Ein Test-Video bzw. ein professionelles Video von euch was Gameplay zeigt wäre wünschenswert und durchaus für den Kauf entscheidend. Natürlich kann ich auch auf anderen Seiten derartige Medien abrufen, doch sowas vermisst man hier manchmal schon, eben weil man nur bei den großen AAA-Titeln ein Video erwarten kann. Wobei, selbst das stimmt nur bedingt. Wo sind Metal Gear Solid Peace Walker, Valkyria Chronicles 2 oder Demon's Souls? Das ist aber ein anderes Thema und soll nur als sanfte Kritik gelten.

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 4. September 2010 - 14:22 #

*hust* http://www.gamersglobal.de/test/valkyria-chronicles-2 ;)

Clickmaster 13 Koop-Gamer - - 1261 - 5. September 2010 - 16:07 #

Da beschwert sich einer, der nicht mal monatlich für GG zahlt. Dann darfst du auch keine Ansprüche stellen.

Wobei das Video ja wirklich sehr schlecht ist. Sowohl technisch als auch inhaltlich. Mit nem 5 Euro Headset bespricht man kein Video. Und der Videokommentar ist komplett für die Tonne.

Einfach mal andere Videos ansehen und lernen wie man es richtig macht. :)

John of Gaunt Community-Moderator - P - 58799 - 5. September 2010 - 18:00 #

Welches Video meinst du jetzt genau?

joker0222 26 Spiele-Kenner - P - 70344 - 4. September 2010 - 16:02 #

Hm...jetzt bin ich hin und hergerissen.

Hier schneidet das Spiel sehr gut ab und auf 4P wird es fast verrissen.

John of Gaunt Community-Moderator - P - 58799 - 4. September 2010 - 16:22 #

Ich behaupte, dass das mal wieder eine dieser typischen "Wir sind ganz anders als die anderen"-Wertungen ist, wie sie bei 4Players gerne mal vorkommen.

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1740 - 7. September 2010 - 7:29 #

9 von 10 halte ich persönlich aber auch für übertrieben ...

GamersGlobalist (unregistriert) 4. September 2010 - 19:36 #

@ Philipp: Den ausführlichen Test habe ich bereits gelesen. Auch wenn er mir gefallen hat, ein Video wär mir in dem Fall trotzdem lieber gewesen.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73398 - 4. September 2010 - 19:46 #

Rechts im Steckbrief kannst du ein User-Video zum Spiel anschauen. Vielleicht hilft das auch schon :).

Phillidae 09 Triple-Talent - 344 - 4. September 2010 - 20:39 #

Also den 4P Test kann ich mal so gar nicht verstehen. Die Rätsel waren häufig nicht wirklich schwierig aber immer sehr gut "konstruiert". Auch die restliche Kritik wirkt für mich wie an den Haaren herbeigezogen. Mit einer 69 für dieses Spiel haben sich die 4P Tester mal wieder vollkommen disqualifiziert.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33849 - 6. September 2010 - 10:30 #

Statt sich über unterschiedliche Wertungen wundern: Einfach die Demo spielen. Mich hat sie überzeugt. Auch die Synchronisierung fand ich gut (und natürlich ist das der richtige Begriff, die Texte werden ja im Studio eingesprochen, da im Spiel keine Schauspieler sondern Computergrafiken agieren). Der Pilot klang z.B. verdächtig nach Norbert Gastell, dt. Stimme von Homer Simpson.

HaunebuVII 08 Versteher - 150 - 6. September 2010 - 15:02 #

Ich wunder mich gerade wie sehr doch Manche Redaktionen bewertten.
Hier gibt es viel Lob..aber schaut man mal zu den Kollegen auf 4players dann gibt es nur 69%...ganz schöner Unterschied;))

Danke für Euren Test...es ist immer wichtig sich vorab ein Bild zu machen!

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6484 - 7. September 2010 - 7:49 #

Danke, toller Test, tolles Spiel. Wenn ich nur mehr Zeit hätte...

Olipool 15 Kenner - 3744 - 7. September 2010 - 9:40 #

Danke für den sehr überzeugenden Test!
Weiß jemand eigentlich obs von Lucasarts auch irgendwann mal wieder ein neues Adventure um Monky oder Indy Stil geben wird? Also so rein aus Leidenschaft motiviert? :)

Noch eine sehr pedantische (sorry) Anmerkung: beim Film wird kaum gezoomt sondern die Kamera fährt unter Beibehaltung der Brennweite und der perspektivischen Eigenschaften in die Szene hinein oder heraus.

Maturion 11 Forenversteher - 655 - 7. September 2010 - 13:57 #

Ich habe das Spiel selbst durchgespielt und kann dem Test von GG nur zustimmen. 4P hat mal wieder ein tolles Spiel völlig zerissen.

DerMilchmann 10 Kommunikator - 507 - 7. September 2010 - 18:15 #

Dank an Herrn Spilker für diesen, meiner Meinung nach fair bewerteten Test. War nach dem Durchspielen von dem 4players Test (der mehr als unseriös und reißerisch war [Wertung von 69]) schockiert. Wenigstens gibt es noch Webseiten und Magazine die gute Adventure-Kost zu schätzen wissen!

Svenc (unregistriert) 8. September 2010 - 16:38 #

Ich wünsche Animation Arts, dass die Kritikpunkte der kritischeren Reviews (die gibts nicht nur auf 4Players) nicht zutreffen. Flache Charaktere, blasse Dialoge, gezwungener Humor, Rätsel-Probleme, Baukasten-Plot Marke Sat1-Eigenproduktion und leidlich gelungener Zusammenklau bei der Konkurrenz? Gabs bei Geheimakte schon, da hieß die Inspiration nicht Indy, da hieß die Baphomets Fluch. Bei Geheimakte galt ja wie bei anderen deutschsprachigen Adventures: Man nehme deutsche Presse, saubere Programmierung, adäquate Präsentation made in Germany, und erhalte Jubelstürme noch und nöcher. International sah man die Geheimaktes auch auf Fanseiten als das, was sie nach meinem Antesten damals wohl eher sind: grundsolide Spiele, mit denen man gerne ein paar Abende verbringen kann. Aber das wars.

Wenn das mit Lost Horizon besser geworden ist, prima. Ansonsten haben Animation Arts wohl vor allem ein Autoren-Problem, und da sind sie nicht die einzigen in einem Genre, in dem Autoren fast alles sind. Es wäre schade, so ordentlich das ganze Drumherum auch bei den Geheimaktes ist. Können die nicht ihre "Engine" an Tim Schafer vermieten? ;-)

Tolle Verpackung jedenfalls. Das würden andere als "Special Edition" in die Regale stellen, um noch mal 20€ draufzupacken.

alberth 09 Triple-Talent - 287 - 9. September 2010 - 10:06 #

Naja die Story reißt nicht so...

SonkHawk 14 Komm-Experte - 2151 - 16. September 2010 - 10:44 #

Also ich bin jetzt halb durch und würde dem Titel keine 8 Punkte geben. Die Story kommt seeeehr langsam in Fahrt, die ausschweifenden Dialoge nerven, die Nazis sind total harmlos (kein einziger Nazi-Soldat auf den Straßen Berlins???) und das Rätseldesign ist echt für Grundschüler.

Ich war zunächst auch durch den Gamersglobal-Test euphorisiert, im Laufe des Spiels muss ich aber eindeutig 4players.de recht geben.

Nur weils ne deutsche Produktion ist, sollte man es nicht gleich in den Himmel loben... zumal Tunguska 2 auch schon ziemlich schwach war.

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22468 - 16. September 2010 - 23:13 #

Diese "Deutsche Spiele werden immer gleich in den Himmel gelobt, weil sie deutsch sind"-Argumentation ist schon zehn Meter gegen den Wind als hochgradig albern erkennbar. Es ist mir wirklich ein Rätsel, wieso sie sich trotzdem in vielen Köpfen festgesetzt hat.

Wir bewerten Lost Horizon als Adventurespiel. Punkt. Mehr nicht. Hinter der 9.0-Wertung stehe ich weiterhin voll und ganz. Schade allerdings, dass Lost Horizon bei dir nicht zündet.

Svenc (unregistriert) 18. September 2010 - 13:52 #

Fakt ist: Spiele wie The Whispered World, Jack Keane, Geheimakte und der Bright-Future-Fußballmanager werden dann, wenn sie exportiert werden, längst nicht so im Kollektiv bejubelt wie zu Hause - und spielen dann auswärts oft nur noch zweite Geige gegen all die Konkurrenz. Der PR-Mann vom Publisher schleudert anschließend gerne Sätze, die ein "deutsches Zielpublikum" enthalten - dabei sind die meisten "typisch deutschen Spiele" so "typisch deutsch" wie ein Big Mac vom McDonald's Buxtehude. Wer sich das "urdeutsche" Gothic anschaut und auch nur ein bisschen was mit Spielen und Kino am Hut hat, weiß, was das für a ausgemachter Schmarrn ist: das Setting von John Carpenters Klapperschlange, die Muskeln von Conan, die Mechanik von Richard Garriott, quirlen, fertig.

Storylastige Spiele, die aus Deutschland kommen, mögen beim Auswärtsspiel auch mal an einer misslungenen Lokalisierung scheitern, aber wer sich einige englische Tests zu oben genannten Spielen durchliest, findet vor allem auch Kritik an Spieldesign und Mechanik, die in der deutschen Presse nie aufgetaucht ist.

Allerdings: Das ist eine Beobachtung, der auf einige Titel zutrifft, kein allgemeiner Trend. Vielleicht auch mal eine Kolumne wert. Aber da hörts dann halt auch auf, SonkHawk. Spieletests sind letztlich Meinungsartikel von Redaktionen, egal, woher die kommen. Und das ist gut so.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324499 - 3. Oktober 2010 - 14:19 #

Ich habe schon viele Tests von deutschen Spielen in englischen und amerikanischen Zeitschriften gelesen, die schlicht unfair waren und oft nicht mal versucht haben, die Spielmechanik zu ergründen. Aus diesen vielen Erfahrungen heraus hat sich bei mir der Eindruck entwickelt, dass viele angelsächsische Kollegen schlicht voreingenommen gegenüber deutschen Spielen sind. Wohlgemerkt, gegenüber Computerspielen -- deutsche Brettspiele genießen einen sehr guten Ruf im Ausland.

Deutsche Spiele kranken oft auch daran, das für sie keine richtige Pressearbeit gemacht wird im Ausland -- das kann dazu führen, dass der Tester das Spiel zum ersten Mal in der Hand hat, wenn er spielt, dafür (bei Printheften) nur eine Seite vorgesehen ist, etc.

Es kann außerdem natürlich sein, dass deutsche Spiele deutschen Testern deswegen gefallen, weil sie eben "deutsch" sind -- sie sind oft etwas sperriger, in der Aufmachung langweiliger, hardwarefressender als US-Spiele -- und im Gegenstück oft tiefgründiger und vielschichtiger.

Dein Vermutung, deutsche Tester würden deutsche Spiele aus Nationalstolz oder "Wir halten zusammen"-Gründen präferieren, ist also zumindest nicht die einzige Erklärung für den von dir richtig erkannten Sachverhalt, dass deutsche Spiele im Ausland oft schlechter wegkommen. Sie ist aber schrecklich eindimensional.

Svenc (unregistriert) 5. Oktober 2010 - 21:02 #

Eindimensional ist das sicherlich. Was ich allerdings stark anzweifle ist dieses "typisch deutsche Spiel". Das Vorbild von einem Spiel wie Geheimakte ist ganz klar Baphomets Fluch. Das von Lost Horizon Indiana Jones. Das von Gothic Ultima. Die Zahl der "deutschen" Produktionen, die tatsächlich etwas komplett anderes reden, als internationalen Videospiel-Sprech, ist klein. Mag sein, dass es da Ausnahmen gibt. Mag sein, dass vor allem deutsche Spieler gerne Häusle bauen, Anno spielen und in aller Seelenruhe Taler anhäufen, ohne dabei in einen virtuellen Krieg ziehen zu wollen. Ich sagte ja: Tests sind Meinungsartikel - und in die spielt so einiges rein.

Aber das Meiste der deutschen Produktionen ist im Kern kaum weniger "international" als die Blockbuster-Ballerei in Crysis. Und die "sperrige Präsentation" scheint mir in Artikeln, die anderes behaupten, oft ein gerne genommener Euphemismus für Beliebigkeit. Ein wirklich grundsolides, bieder-braves Rollenspiel wie Drakensang kann wohl auch nur in Deutschland so abräumen, dass es Preise hagelt.

Übrigens soll das kein Diss gegen Spiele aus deutschen Landen sein. In Zeiten, als die Hits aus der Garage kamen, waren Factor 5 zu Hochzeiten des Amiga sicherlich ganz vorne mit dabei. Ditto Thalion. Und es gibt sie ja, die interessanten deutschen Spiele. Aber in gewisser Weise ist Deutschland immer noch Spiele-Entwicklungsland. Die Zahl der Entwickler ist im Vergleich ziemlich klein. Die Ausbildungsmöglichkeiten beschränkt. Der Nährboden für Großtaten also ebenso.

aykay (unregistriert) 22. November 2010 - 1:46 #

VORSICHT SPOILER!

Habe es durchgespielt.... schwankte während dessen zwischen "Oh, wie schööön!" über "Das glaub' ich jetzt nich, ne?!" bis hin zu "Was soll der Scheiß?!". Rätsel waren gleich zu Beginn zum Teil ähnlich hanebüchen und konstruiert wie schon bei der Geheimakte. Durch Logik kommt man nur selten drauf, da die meisten Anhaltspunkte und was aus ihnen zu schlussfolgern sein soll, weder etwas mit Realität noch mit Erfahrungswerten zu tun haben. Ich erinnere mich bspw. an eine in etwa 10 Teile zerbrochene Schallplatte, deren Teile zusammengepuzzelt und -geklebt werden müssen, um anschließend mit Schießpulver, dass zuvor oder danach einer Handgranate entnommen wurde, die Klebestellen unkenntlich zu machen (bitte?) und kurz darauf, einer ehemaligen Sägeblatt-Papphülle entnommen, das "Moulin Rouge" und die Dame auf der Platte völlig ignorierend, von einem tumben Nazi als vermeintliche Marschmusik auf den Plattenteller geworfen wird und eine sich sodann entzündene Stichflamme den Blödian Fritz aus den Latschen haut und K.O. zu Boden schickt. So etwas erinnerte mich an "Handy an Katze kleben". Man merkt den Rätseln ausnahmslos an, dass sie rückwärts designed werden. Da hilft alle Logik nicht weiter, solange man nicht auf den Spleen des Rätselautors gekommen ist und herausgefunden hat, wie blöd man jetzt wieder um tausend Ecken denken können soll. Doch hat man erst erkannt, was der lustige Geselle am Programmiertisch zusammenzuschustern beabsichtigte, ist es stellenweise schon wieder viel zu leicht, wenn.... ja wenn da nicht noch die eine oder andere die Lösung vorerst noch verhindernde Unterredung mit irgendeiner gerade auf der Bildfläche erschienenen anderen sprechenden Holzpuppen vonnöten wäre, ohne deren (überflüssige) Kommentare man einen Gegenstand einfach noch nicht benutzen kann, obwohl schon längst klar ist, worauf es hinauslaufen soll und was zu tun wäre. Wäre, wenn da nicht erst noch spielverlängernde, besser: verzögernde, Umständlichkeiten, langweilige Kommentare, Szeneriewechsel und was sonst nicht noch alles durchzustehen wären. Das Rätseldesign ist bekannt. Doch bei all der im Netz kursierenden Lobhudelei war ich nicht darauf gefasst und dachte tatsächlich, dass es in diesem Teil logischer von statten gehen würde. Nein! Du musst erst herausfinden, was für eine Rätselidee jemand gehabt haben könnte, um dir das Abentzeurerleben zu bereiten, auf das du hofftest, bevor du beginnen kannst, selbstständig zu denken. Und auch hier galt mal wieder: Keien Überlegung ist zu weit hergeholt, als dass sie hier nicht doch noch zu einem vermeintlichen Logikknüller verwurstet worden wäre. Bauen wir uns ein Argali - oder wie hieß das Viech? Am beeindruckendsten jedoch fand ich und finde ich nach wie vor das Cover! Welch schön gezeichnete Figuren! Und diese animiert zu sehen, das müsste doch eine Freude sein! Wenn sich in der Verpackung nicht das tatsächlich verkaufte Original befunden hätte, welches anmutet, als wären Texturen der Figuren, Mimik, Gestik, überhaupt jede Form von Spielphysik, im Labor mitten im Entwicklungsstadium verreckt, woraufhin man nahm, was gerade so fertig war. Das nenne ich dann doch schon eine Frechheit, den potenziellen Kunden so hinters Licht zu führen. Außen Hui! - innen Pfui! Woher kennt man das? Die Szenerien und die Musik sind dagegen tatsächlich gelungen. Liebevoll gezeichnet, stimmungsvoll vertont. Ohne dem wäre es sehr schwer geworden, sich an die im Comic Art Stil geschnitzten Puppen zu gewöhnen, die miteinander interagieren wie eine Laienspieltruppe, der das Geld für Requisiten fehlte, und die deshalb nur so tun können, pantomimengleich, als würden sie sich Gegenstände überreichen oder an irgendwelchen Hebeln ziehen oder Kurbeln drehen. Mannomann, das war manchmal einfach nur noch zum ... Kopfschütteln! Fängt auch mit "Ko..." an. Denn eins viel ja auch auf: Dass es an manchen Stellen auch anders ging. Seltsam. Am Unvermögen der Darstellung korrekter Bewegungen und echter Interaktion mit Inventar oder Umgebung kann es also nicht gelegen haben. Alles in allem hinterließen diese merkwürdig infantilen, ja nachgerade billigen Animationen der Eindruck der Unfertigkeit, als wenn der Chef in's Studio gekommen wäre gleich dem Lehrer bei der Klassenarbeit, und mit dem Zeigefinger auf seinen Chronometer klopfend gerufen hätte: "So, Feierabend! Schluss für heute! Zeit ist um! Wer nicht fertig ist, gibt ab, was er hat! Zettel abgeben! Jetzt! Sofort!" Wirkt wie ein Sammelsurium aus Arbeiten von Leuten, die es weiter geschafft hatten, als ihre langsameren Kollegen. Nun denn, Hauptsache, es gab am Ende keine Entlassungen, was? Dann wird es vermutlich auch keine mehr geben. Ich fühle mich ein wenig hereingelegt durch die Aufmachung des Spiels. Da hat mir doch einer einen Fiat als Ferrari verkaufen wollen und hat es auch noch geschafft.

aykay (unregistriert) 22. November 2010 - 2:43 #

Habe mir gerade auch mal die hier so empfundene "Schmäh"Kritik auf oder von 4P angetan... :-)) Ich würde das alles genaus so mitunterschreiben. Da scheint jemand meinen Adventuregeschmack zigmal besser getroffen zu haben, als Deep Silver und Animation Arts es konnten. Vor allem eins gefiel mir: "... Besonders nervig ist es, wenn ewig über vermeintliche Verschwörungen, interne Verwicklungen oder familiäre Verhältnisse schwadroniert wird. Da wird der rechte Mausknopf zum besten Freund des anspruchsvollen Spielers, denn damit lässt sich das Gefasel abkürzen. Schade ist, dass das Gesagte so unwichtig für die Rätsel ist. ..." Tja, das will ich meinem vorherigen Kommentar noch gerne hinzufüge. Während dem Fazit von 4P nichts mehr hinzuzufügen ist. Allein, der fortgesetzte Vergleich mit Indiana Jones nervt dort stattdessen. Denke nicht, dass man es damit trifft. Das neueste machwerk von AA ist auch ohne diesen Vergleich nicht so gut oder gar spektakulär, wie angekündigt oder andernorts vollmundig behauptet wird. Und dennoch, eine schöne Formulierung gab es trotzdem noch: "... Was nützt die schönste Sprachaufnahme mit bekannten deutschen Stimmen, wenn das Gesagte einfach nur nervt? In epischer Breite wird hier auch noch dem letzten Nixblicker erklärt wie der Hase läuft. ...." LOL! Das ist es! Ich selbst habe auch noch nie so oft die rechte Maustaste benutzt, wie hier. Wenn der Rechtsklick einem das Gefühl wohltuender Erleichterung verschafft, dann ist für wahr irgend etwas gehörig schief gelaufen. Wertung immerhin befriedigend. Und das ist schon mehr, als manch einer beim Sex hinbekommt, und auch der stirbt dehalb nicht aus. Hoffen wir dasselbe von Animation Arts & Co. Auf zum vierten Versuch! Am Geld dürfte es ja nicht scheitern. Bin dann auch wieder dabei.

selters 17 Shapeshifter - P - 6525 - 13. Januar 2016 - 14:55 #

Auch wenn man (ich zumindest) dazu neigt, Dinge rückblickend etwas verklärt zu betrachten: Nachdem ich vor kurzem "Lost Horizon 2" durchgespielt habe, kann ich nur sagen, dass Teil 1 deutlich besser war. Wem allerdings der erste Teil schon nicht gefallen hat... ;-)

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