In den Harry-Potter-Büchern ist die Furcht vor dem Oberbösewicht Voldemort so groß, dass die meisten Personen nicht einmal dessen Namen aussprechen wollen. Also nennen sie ihn „Er-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf“, wobei natürlich jedem klar ist, wer damit gemeint ist. Auf das Prinzip „Voldemort“ musste Electronic Arts auch beim nächste Woche erscheinenden Shooter Medal of Honor zurückgreifen. Im Multiplayer-Spielmodus trifft die US-Armee nicht mehr (wie lange Zeit angekündigt) auf ein „Taliban“-Team, sondern auf eine anonyme „gegnerische Streitmacht“ („Opposing Force“). Schlichtes Umbenennung-Makeup aufgrund hochgeschaukelter Entrüstungswogen, ohne etwas an den Spielinhalten zu ändern.
Räuber und Gendarm
Noch im August hatte
EA-PR-Managerin Amanda Taggert mit „Räuber und Gendarm“-Vergleichen die provokante Rollenverteilung verharmlost: „Im Multiplayer-Modus von Medal of Honor muss jemand halt die Taliban spielen“. Also: Egal ob Räuber oder Taliban, es läuft doch alles aufs selbe raus; Namen sind nur Schall und Rauch. EA-Games-President
Frank Gibeau verteidigte die Entscheidung gar als „kreatives Risiko“ und wolle keineswegs die „kreative Vision“ gefährden: „Bei EA glauben wir leidenschaftlich an Spiele als Kunstform“.
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| Der Provokationseffekt war eine kühl kalkulierte Komponente des Marketingplans |
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Der Provokationseffekt war offensichtlich eine kühl kalkulierte Komponente des Marketingplans. Als Feind hatte man die
Modern Warfare-Reihe von Konkurrent Activision ausgemacht. Wenn man mit einem auf realistisch getrimmten Shooter und zeitgenössischen Kriegsschauplätzen über 20 Millionen Einheiten absetzen kann, weckt das gewisse Begehrlichkeiten. Also mottete EA seine bisher im 2. Weltkrieg angesiedelte MoH-Serie aus und mühte sich redlich, noch moderner, realistischer und rundherum kriegerischer zu wirken.
Soldaten als Werbepartner
Erst letzten Montag wurde im amerikanischen Fernsehen ein bezeichnender
Werbespot im Rahmen der Reichweiten-starken Sportübertragung „Monday Night Football“ ausgestrahlt. Echte Soldaten, die bei der Spielentwicklung als Berater mitwirken, traten mit aus Sicherheitsgründen verpixelten Gesichtern und verzerrten Stimmen vor die Kamera. Ein „authentisches Spielgefühl“ wurde angepriesen, die Afghanistan-Veteranen wollen Verständnis dafür wecken, „worum es hier geht, was hier passiert“.
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| Mein Sohn konnte nicht noch mal von vorne anfangen, als er getötet wurde. |
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Große Worte für Gamepad-Geballer, bei dem der Heldentod kurz und schmerzlos ist. Was auf echten Schlachtfeldern passiert, lässt sich dagegen nicht eben mal so mit einem Respawn beheben. „Mein Sohn konnte nicht noch mal von vorne anfangen, als er getötet wurde; sein Leben war vorbei“,
sagte Karen Meredith, die Mutter des in Afghanistan gefallenen Soldaten
Ken Ballard dem TV-Sender
Fox News. „Familien, die gerade ihre Kinder beerdigen, werden dieses Spiel sehen. Ein Videospiel basierend auf einem aktuellen Krieg ist respektlos.“
Zynismus der Kriegsstimmungs-Beschwörung
Der Zynismus der Kriegsstimmungs-Beschwörung alleine hätte kaum einen Medienwirbel in diesem Ausmaße entfacht. Aber im Multiplayer-Modus Spielern des „Taliban“-Teams virtuell die Möglichkeit geben, amerikanische Soldaten repräsentierende Spielfiguren abzuschießen, war dann doch etwas zu viel des Guten. Nach den verbalen Rückzugsgefechten des Sommers knickte Electronic Arts am 1. Oktober ein.
Produzent Greg Goodrich erklärte, dass man Feedback von Freunden und Familienangehörigen gefallener Soldaten erhalten habe, „die ihre Sorge über die Aufnahme der Taliban im Multiplayer-Abschnitt unseres Spiels zum Ausdruck brachten“. Aus Respekt vor diesen Stimmen werde man deshalb die Taliban in „Opposing Force“ umbenennen. Freilich räumt Goodrich im nächsten Satz ein, dass es sich dabei quasi um Etikettenschwindel handelt: „Diese Änderung hat keine grundsätzlichen Auswirkungen aufs Gameplay“.
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| Es handelt sich also nur noch um anonyme schlecht rasierte junge Männer mit MP |
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Es handelt sich also nur noch um anonyme schlecht rasierte junge Männer mit Maschinenpistolen, die in afghanischen Landschaften auf US-Soldaten-Spielfiguren schießen. So einfach geht das! Niemand wird dabei noch an die Taliban denken, selbstverständlich. Und die Spieler werden nicht etwa im Chat sagen, "Spielst du 'nen Talib?", sondern politisch korrekt: "Übernimmst du die Rolle eines Angehörigen der gegnerischen Streitmacht?" Wer die Schrecken des Krieges als Marketinginstrument nutzen will, sollte vielleicht lieber konsequent bleiben und seine „künstlerische Vision“ auch durchziehen, als mit so einer läppischen Namensänderung eine Art moralische Wiedergutmachung betreiben zu wollen!
Nicht überzeugt ist jedenfalls die Leitung des
Army & Air Force Exchange Service, eine für das Konsumwarenangebot auf amerikanischen Militärstützpunkten zuständige Institution. Auch nach einer neuen Prüfung aufgrund der „Ent-Talibanisierung“ bleibt sie bei ihrer Entscheidung, Medal of Honor in ihren Läden nicht zu führen und so das Spiel
US-Soldaten nicht anzubieten, aus „Respekt vor denjenigen, die durch die andauernden realen Ereignisse von dem berührt sind, was hier als Spiel präsentiert wird“ (so Generalmajor
Bruce Casella).
Euer Heinrich Lenhardt
"Aber im Multiplayer-Modus Spielern des „Taliban“-Teams virtuell die Möglichkeit geben, amerikanische Soldaten repräsentierende Spielfiguren abzuschießen, war dann doch etwas zu viel des Guten."
Wäre die logische Konsequenz nicht dann gewesen, die amerikanischen Green Berets, Army Rangers, oder welche Einheit auch immer man im Spiel vertritt, ebenfalls umzubenennen?
Natürlich nicht. Patiotismus ist doch wichtig ...
Im Multiplayer heißen sie auch schlicht "Coalition"
Dann möchte ich aber als US-Soldat auch nicht mehr auf Nazis, Russen oder Chinesen schießen sondern auf "Anhänger einer faschistischen Diktatur" und "Anhänger einer kommunistischen Diktatur". XD
Es kommt halt immer auch auf die Aktualität des ganzen an und im Moment wird nunmal nicht auf Russen oder Chinesen geschossen...
Wer sagt denn, dass es darauf ankommt? Siehe 1378(km). Und wer sagt, dass aktuell nicht auf "Russen" oder "Chinesen" geschossen wird?
Kommunitennazis bitte!
McBane FTW!
Man kann die Argumentation der Hinterbliebenen und Betroffenen verstehen...Man kann genauso in Ansätzen verstehen, warum und wie darauf EA reagiert wurde, darin einbegriffen kann man nachvollziehen, warum nach den Protesten nicht das ganze Prinzip umgebaut wurde. Aber ich glaube der Eintrag macht deutlich wie falsch eigentlich diese "Mogelpackung" jetzt daher kommt. Für mich muss ich jedoch sagen, dass ich über das Thema eigentlich relativ hinweg geschaut habe, weil es für mich eine einfache Sache ist: Augenrollen und die Diskussion als Lebenszeitverschwendung abtun. Natürlich ging hier das Marketing auch gerne über gewisse Grenzen hinweg... aber muss deswegen soviel aufgebauscht werden? Ich kann die Frage nicht eindeutig mit ja oder nein für mich beantworten.
Vielen Dank für den Eintrag. = )
Ja, das macht alles Sinn. Der Protest entzündet sich nicht daran, dass man die Rolle der einen Angriffskrieg führenden Streitmacht übernehmen kann, sondern daran, die der Widerstandsk.. pardon, Terroristen zu übernehmen.
Mit etwas Glück lernen unsere Kindeskinder anhand solcher Debatten später mal im Geschichtsunterricht, wie eurozentrischer, neokolonialer Mindfuck in der Praxis ausgesehen hat - und wie mangelhaft die Medien das reflektiert haben.
Mangelhaft finde ich auch diese Kolumne. Es wird nur oberflächlich eine Seite der Medaille beachtet, anstatt, wie in dem Kommentar auf den ich antworte, auch die Position der Gegenseite zu beachten.
Das finde ich schlicht nachlässig und zu kurz gedacht. Diese Kolumne senkt eindeutig das gute Niveau, das man sonst hier auf Gamersglobal beobachten kann.
Natürlich ist es sehr einseitig, es ist eine Kolumne und damit eine Meinung. Eine Meinung muss nicht zwingend in der Mitte angesiedelt sein, oder?
Schade, daß du den Kontext eines "Meinungs"-Artikels nicht verstehst.
Jedenfalls hat EA bewiesen, das Guerilla-Marketing im Spiele-Sektor Wunder wirken kann, und das ganz kostenlos :)
Tschüß Modern Warfare
"Heinrich Lenhardt entlarvt" hat was von "Bild.de deckt auf" :-)
... beides im Sinne von: "... erzählt nochmal, was eh schon alle wussten".
By the way, wir brauchen unbedingt Taliban in Minecraft alpha. Vielleicht sollte man die Creeper umbenennen.
... und wir brauchen Al Quaida in SC2, vielleicht eine Unter-Gruppe der Zerg, die nur Zerglinge und Banelinge benutzen kann, dafür aber die Fähigkeit "Eingraben" vom Start weg besitzt.
Dann klappt es auch mit dem Medien-Echo.
Naja ist doch Konsequent ich mein es ist ne Tatsache das es total Egal ist wie die sich gegenüberstehenden Parteien nun im Multiplayer heißen. Es ist im Multiplayer völlig egal ob CT gegen T oder Gute Cops gegen Böse Cops oder Hase gegen Wolf, bei diesem Spielmodus gehts nur darum das 2 Fraktionen gegeneinander antreten, alle Spass haben und am ende eine gewinnt. Die Diskussion um das Thema war von anfang an nur aus Unwissenheit entstanden...
Ich bezweifle sehr, dass diese Diskussion aus Unwissenheit seitens EA entstanden ist. Auf mich macht der gesamte Vorgang den Eindruck einer geplanten Marketingaktion. Erst den empörten Aufschrei als PR nutzen (es gibt ja bekanntlich keine schlechte PR) und dann zwei Wochen (wann ist das Spiel Gold gegangen? Die Presse hat bereits Retail-Disks zu Reviewzwecken vorliegen) vor Release medienwirksam und tränenrührig eine Kehrtwende zu machen.
Ich meinte ja eigendlich auch die Unwissenheit derer die das Thema aufgegriffen haben. Natürlich wusste EA von der Unwissenheit der Unwissenden und nutze vermutlich wissentlich diese für PR.
Ich habe sowieso noch nie verstanden, warum man in einem SPIEL, einen starken Realitätsbezug herstellen muss...
Ich bin der Meinung, dass die Realitätsnähe niemals mit dem Spielgefühl korreliert.
Wenn man Call of Duty 4 komplett so belassen würde, nur alles auf einer Welt mit blauen Insektoiden die in einem Pilzdschungel leben, würde das Spiel nicht an Dramaturgie etc. verlieren...
Das würde ein deutlich besseres Licht auf die "Gemeinschaft der Computerspieler" an sich werfen, aber damit würde man ja die Militärfetischisten nicht für sich gewinnen können...
Das ist doch ironisch gemeint?
Also für mich ist Realitätsnähe schon wichtig. Auch wenn mich weder CoD noch MoH atm interessieren und ich Minecraft spiele.
Aber bei einem PES gefällt es mit mir mit einem Messi zu spielen, um mal ein "ungefährliches" Beispiel zu nennen. Aber auch bei Deus Ex finde ich es interessant, wenn man sich vorstellt, dass dies eine Zukunft UNSERER Erde sein könnte. Es wird interessant, weil man in Gedanken Verknüpfungen mit unserer Zeit anstelllen kann. Das ist weniger beliebig, als die Story auf irgendeinem Planeten.
Alles in allem finde ich die Diskussion auch eher unnötig. Dass man als Nazi Jahrzehnte lang US-Soldaten abschießen kann ist wohl völlig egal.
Wie sagt man so "schön"? FULLACK
Und Minecraft ftw!
Teils teils...
Früher hat man über Fabeln mit Tieren die Verhaltensweisen der Menschen aufgezeigt, warum kann man nicht jetzt auf ähnliche Weise das Szenario transzendieren?
Natürlich sollte es nicht zu abgedreht sein, das mit den Pilzwesen etc. war ein wenig überzogen, aber der Grundton war durchaus ernst gemeint.
Einerseits möchten wir denke ich alle, dass Computerspiele allgemein akzeptiert werden etc. und ich sehe auch das die Ignoranz der "Nicht-Spieler" eines der größten Hürden darstellt, aber Titel wie helfen nicht gerade dies in die Richtige Bahn zu lenken.
liegt wohl am klimawandel... es wird nicht heißer oder kälter nein..es wird alles extremer und der mensch gehört nun mal auch zur natur ;)
Wie gut ^^.
Ist meines Wissens nicht das erste Spiel bei dem man aus Angst vor Ärger der Gegenseite im MP-Modus einen neutralen Namen gegeben hat.
Aber passt gut zur "Don't Ask, Don't Tell" Politik der US Army, jeder weiß, dass er die Taliban spielt/bekämpft, aber offiziell spielen GIs gegen einen gegnerische Streitmacht.
Feines Foto^^;
und dass mit gegen die Kultur im Allgemeinen, auch für-gegen die derzeitige Mainstream-Videospielkultur steht, sollte vielen Jubel-Affen und Abwinkern klar sein.
Man sollte die US-Truppen vielleicht umbenennen, in
Öldiebe, oder Rohstoffpiraten, oder so.
Dann sind alle zufrieden und können mit ruhigem Gewissen
Spaß haben beim legalen Morden.
Schon gemein, wenn so praktische schwarz-weiß Weltbilder
zusammenbrechen, weil einem jemand plötzlich die
Welt aus der anderen Perspektive zeigt und der
eigene Seelenfrieden gefährdet ist.
Da will uns ein Verkehrsminister Winterreifen
aufzwingen, ohne sich auch nur 5 Minuten mit
dem Thema geschäftigt zu haben (Norm
für Winterreifen? M+S Reifen illegal?
Bei welchen Wetterbedingungen sind Winterreifen
überhaupt besser? (Antwort: sehr selten!)).
der ist bestimmt irgendwo vorstand bei der reifenindustrie ..oder bezieht da irgendwelche gelder.. er zieht auf jeden fall einen vorteil daraus...
EA haben in letzter Zeit kein gutes Händchen mit ihrer Werbung. Ich erinnere da nur an ihren ach so anstößigen "Dante's Inferno"-Werbemist letztes Jahr.
Ganz ehrlich? Ich will wieder einen schicken Sci-Fi-Egoshooter spielen, in dem es wieder so richtig schön neonbunt flackert. Und das heißt: kein Halo für mich, zuviele langweilige Bleispritzen :(
So etwas hat lange Tradition. Wenn ich z.B. an die Western-Filme in meiner Kindheit zurückdenke - da waren stets die Indianer die bösen, die die armen Farmer überfielen - und ich hab das in meiner kindlichen Naivität natürlich geglaubt.
Wenn ich heute solche "Aufreger" sehe wird mir immer wieder klar, dass der Großteil der Bevölkerung diese Naivität nie abgelegt hat. Trotz aller Meingungsfreiheit und grenzenloser Kommunikation lassen sich die Menschen immer noch leicht manipulieren...
Wie??? Indianer sind doch böse, oder nicht O_O ?
Eigentlich waren es die Bleichgesichter die böse waren, weil sie den Indianern das Land und den Lebensraum geraubt sowie sie wie Freiwild gejagt haben.
Pffff... was saßen die auch auf wertvollem Boden? - Geschichte wiederholt sich halt leider.
Alle ausser Winnetou und Pocahontas. Hab ich auch so aus Film, Fernsehen und Büchern gelernt. Muß also stimmen!
Die heutige Naivität liegt dann halt im gerade weit verbreiteten Irrglauben, Indianer hätten etwa nicht arme Farmer grundlos überfallen, inklusive aller Grausamkeiten, die man sich nur vorstellen kann.
Heute zu erwähnen, wie begeistert Indianer von der Sklaverei gegen die Schwarzen waren, grenzt ja auch schon wieder an Rassismus.
Nein, das heutige, naive Weltbild ist, dass nur der pöse, weisse Europäer/Amerikaner alle Welt schlecht behandelt und an allem Elend schuld ist.
Korrekt, die Naivität heutiger Tage ist beachtlich.
Weil in alten Ami-Western die Welt immer Scharz-Weiß gezeichnet wurde, reagiert die treue deutsche Seele empört und schreit laut auf: "Die Welt ist nicht Schwarz-Weiß, sie ist Weiß-Schwarz!"... ;)
„Schwarz-Weiße Sicht“ in einem Satz mit „treue deutsche Seele“ – Respekt. ;)
"Nein, das heutige, naive Weltbild ist, dass nur der pöse, weisse Europäer/Amerikaner alle Welt schlecht behandelt und an allem Elend schuld ist.“
Hat das jemand behauptet? Oder bist Du einfach nicht in der Lage ein Beispiel zu verstehen?
Dann nimm nächtes mal eben ein interessanteres Beispiel, wenn du nicht in Verdacht geraten willst auch nur einer zu sein, der die Welt unter den aktuell politisch-korrekten Vorzeichen betrachtet, sich aber natürlich gleich für viel klüger hält als andere.
Dieser Kommentar hier geht viel weiter in die Tiefe und begeistert durch eine fundierte und clevere Analyse der ganzen Debatte:
gamasutra.com/view/feature/6158/persuasive_games_free_speech_is_.php
schön, klar, analytisch. heini hats drauf!!! ...sorry für den laxen ton. ich bin einfach nur hingerissen. heinrich, du solltest mehr wort veröffentlichen! hat mir sehr gefallen, danke! back to the roots!
Die trauernden Eltern, die ihre Söhne zu Grabe tragen, ertragen es sicher nur schwer, das der Krieg in dem Ihr Sohn ums Leben kam, in einem Spiel verwurstet wird.
Ich frage mich aber, inwieweit sich diese Familien mit dem Leid anderer Eltern auseinandersetzen, das durch eben Ihren Sohn verursacht wurde.
In Amerika herrscht keine Wehrpflicht. Jeder der in die Army eintritt nimmt billigend in Kauf, andere Menschen töten zu müssen. Es gibt keinen pazifistischen Soldaten.
Ich persönlich kann daher mit diesen Müttern kein Mitleid haben. Es war deren freier Wille "Krieg zu spielen" und selbst haben sie wohl genug Leid über andere gebracht.
Die Respektlosigkeit die dem Spiel vorgeworfen wird, ist doch auch nur Ablenkung von der Tatsache, das der Krieg ansich respektlos ist.
Ich liebe die Lenhard-Schreibe und musste bei "anonyme schlecht rasierte junge Männer" herzlich lachen. Immer wieder interessant und verwunderlich, dass die Amis sich über so etwas wie einen realen Bezug aufregen, während sie ihre Kindern ansonsten Unmengen an Gewalt konsumieren lassen - GTA hat ja scheinbar keinen realen Bezug zu Gettogangs etc - da hat sich ja niemand aufgeregt. Man könnte sich ja eventuell auch noch mal erkundigen, ob in Amerika lebende Afgahnen durch die Kollateralschäden in Egoshootern ihre Gefühle verletzt sehen. Uuups - hatte ja ganz vergessen, dass die in den Spielen ja immer alle Talibanesen etc sind.
Ich fands ziemlich fad - und mehr weiß ich jetzt durch diesen kurzen Artikel auch nicht. Ich hab einiges gelesen das eh schon offensichtlich ist. Was ist jetzt der Sinn hinter diesem Artikel? Eine Lobpreisung an die amerikanische Naivität? Eine Verteufelung des pseudokünstlerischen Anspruchs von EA? hä?
So wie es aussieht, wird das Teil im MP eh keiner sonderlich lange spielen, weshalb die Namen der Fraktionen auch schnell wieder in Vergessenheit geraten dürften.^^
Schade eigentlich, Aber der SP Teil war super. Nun wird auf BF3 gewartet
Die ganze Aktion ist in meinem Augen von Seiten EAs angeleiert worden, um von ihrem, nach einhelliger Meinung, eher mittelmäßigen Spiel abzulenken. Mit solchen heraufbeschworenen Diskussionen kann man ja prima von Designschnitzern oder mittelmäßiger Grafik ablenken..
Also ich finde das eine Schweinerei von den Amis, sich so scheinheilig über die "Taliban" Gegner so aufzuregen. Es gibt dutzende Spiele auf dem Markt wo es um den 2. Weltkrieg geht und man gegen Deutsche Nazis kämpfen muss. Und hier in Deutschland hat sich noch keiner darüber Beschwert, wieso man den in Videogames als Zielscheibe herhalten muss und es ist auch möglich in diesen Spielen im Multiplayer Modus den Platz der Nazis einzunehmen, darüber scheint sich keiner aufzuregen. Ich meine ja nur im 2. Weltkrieg hab es ja "nur" >6 Mio. Kriegsopfer und wie viele gab es bis jetzt bei dem Überfall der USA in Afghanistan? Erstmal schön die Afghanen mit Waffen im Kalten Krieg zudecken und dann Platt machen. Naja was solls, es wird immer solche Heuchler geben. Ich bin wahrscheinlich auch einer davon.
Das war doch von EA nichts anderes als eine vorkalkulierte provokation, damit das spiel auch überall in die presse kommt. nichts anderes als bei codmw2, wo sich die leute über die flughafen szene aufgeregt haben, und dies auch warscheinlich von activision gewollt war.
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