Angetestet: Der neue Sam Fisher

Splinter Cell: Conviction Preview

Nach langer Entwicklungszeit und einer Verschiebung erscheint im April das neue Splinter Cell. Wir haben für euch die ersten Missionen gespielt und mit dem Game Designer Marc Hernandez über das neue Abenteuer von Sam Fisher gesprochen. Fisher selbst haben wir dabei zunächst kaum wiedererkannt. Aber er scheint nichts verlernt zu haben!
Philipp Spilker 2. Februar 2010 - 19:11
PC 360
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Alles beginnt ganz harmlos. Wir befinden uns auf Malta, die Sonne scheint prall vom Himmel und um uns herum herrscht ausgelassene Stimmung. Die Straßen der Stadt sind mit Touristen gefüllt, überall hängen Lichterketten und Girlanden. Schon am frühen Nachmittag wird die laute Geräuschkulisse durch die in den Himmel steigenden Feuerwerkskörper noch gesteigert: Der ganz normale Ausnahmezustand der alljährlich auf Malta stattfindenden Festas. Wir können diesen Trubel eigentlich ganz gut gebrauchen. Auffallen wollen wir um alles in der Welt nicht, lieber in der Menschenmasse untergehen. Wir sind auf den Spuren der Verbrecher, die unsere Tochter auf dem Gewissen haben. Und mit solchen Leuten verfahren wir schon seit Jahren immer gleich: Wir räumen sie aus dem Weg, bevor sie uns auch nur bemerken. Denn unser Name ist Jack Bauer. Nein ... Moment mal. Da müssen wir eine Kleinigkeit verwechselt haben!

Kein Zeichen von Altersschwäche

Unser Protagonist heißt natürlich Sam Fisher, ehemals Agent bei der Organisation Third Echelon, Star von insgesamt schon vier Spielen und vor allem Mitbegründer des Genres der Stealth-Shooter. Aber Ähnlichkeiten zu Jack Bauer, Star der Fernsehserie 24, sind einfach nicht zu verkennen. Denn seit Splinter Cell: Double Agent sind wir zu einer anderen Person geworden, rabiater und unbequemer. Wir haben uns von unserem ehemaligen Arbeitgeber wegen Unstimmigkeiten getrennt (so wie eben auch Jack Bauer in einer der späteren 24-Staffeln) und operieren nun auf eigene Faust, um die Wahrheit über den Tod unserer Tochter zu erfahren. Splinter Cell: Conviction setzt also die Story des Vorgängers fort. Lange währt unser Alleingang jedoch nicht: Noch vor Beginn der ersten Mission werden wir in einer Zwischensequenz von Third Echelon kontaktiert und damit konfrontiert, dass Polizisten auf dem Weg zu uns sind, um uns festzunehmen. Unser einziger Weg aus diesem Dilemma: Das tun, was uns Third Echelon sagt. Im Gegenzug werden uns Informationen zu unserer Tochter versprochen. Informationen, die uns sehr nützlich sein könnten. Was also bleibt uns anderes übrig? Wir stimmen ein und unser Abenteuer beginnt.

Das Feature Mark & Execute im Koop-Modus in Aktion. Die Gegner sind bereits mit roten Markierungen über ihren Köpfen versehen. Ein Druck auf den Execute-Knopf genügt nun, um kurz zum "Autopiloten" zu schalten.

Während der ersten Mission kämpfen wir uns nun, von Third Echelon per Funk instruiert, zu einem Informanten durch. Und merken dabei schnell, dass Sam während der langen Entwicklungszeit von Splinter Cell: Conviction nicht in die Jahre gekommen zu sein scheint. Ganz im Gegenteil: er ist agiler als je zuvor. Wir hasten schon nach kurzer Einarbeitung flink von einer Deckung zur anderen (was uns nicht unwesentlich an die Covermechanismen von Gears of War erinnert) und gehen dann mit einem unachtsamen Gegner im Nahkampf auf Tuchfühlung: er hat natürlich keine Chance. Nach erfolgreich durchgeführtem Nahkampf können wir nun auch auf eine von Sams neuen Fertigkeiten zugreifen, die griffig Mark & Execute genannt wird.  Der martialische Name sagt schon fast alles: Durch Ausrichtung der Kamera visieren wir Gegner an, markieren sie per Knopfdruck und müssen dann, wenn wir aus der Deckung herausstürmen, nur noch die Y-Taste auf dem 360-Pad drücken. Sam Fisher befindet sich dann quasi im Autopilot-Modus und streckt mit gezielten Kopfschüssen die Gegner nieder.

Auch im Level verteilte Gegenstände und Objekte sind nicht vor uns sicher. Wenn uns beispielsweise zwei Lichtquellen in der näheren Umgebung auf die Nerven gehen sollten, können wir auch sie auf diese Art schnell beseitigen. Damit das Spiel durch Mark & Execute, dass Gegner zu beinahe völlig wehrlosen Zielscheiben degradiert, nicht zu einfach wird, können wir zu Beginn nur zwei Markierungen hintereinander benutzen. Im Lauf des Spiels werden wir aber neben dem Upgraden unserer Waffen auch unseren Markervorrat aufstocken können. Obwohl uns das Feature beim Anspielen schon sehr gut gefallen hat, hoffen wir allerdings darauf, dass der zwangsläufig vor dem Einsatz von Mark & Execute auszuführende Nahkampfangriff nicht mit der Zeit zu einem mehr lästigen als spaßigen Mechanismus wird.

Wir müssen reden!


Als wir zum Ende der ersten Mission auf einer öffentlichen Toilette unsere Zielperson finden, wird uns endgültig deutlich, dass mit Sam nicht zu spaßen ist. Denn ein weiteres Feature von Splinter Cell: Conviction sind die recht häufig auftretenden interaktiven Verhörsequenzen. Immer, wenn der Informant nicht genug Informationen verrät, müsst ihr per Knopfdruck nachhelfen -- dabei beschleicht uns ein ähnlich mulmiges Gefühl, dass wir schon angesichts diverser Verhörszenen in 24 hatten. Heiligt der Zweck die Mittel? Haben böse Menschen keine Rechte? Muss man so etwas zeigen, in einer Fernsehserie oder in einem Spiel?

Das führt am Ende der ersten Mission zu ausgeprägtem Vandalismus mit eher unkonventionellen Mitteln: Wenn wir Sam vor einem Spiegel positionieren, wird er den Informanten gegen diesen schmettern. Steht Sam vor einem Waschbecken, rammt er den Kopf des Gefolterten hinein. Und als wir uns vor eine der Kabinen stellen, verwandelt Sam den Kopf des im Würgegriff befindlichen Bösewichts kurzerhand in eine Abrissbirne. Sehr zur Überraschung eines völlig verängstigten Mannes, der seinen Klogang kurzerhand abbricht und überstürzt flüchtet. Wir sind sehr gespannt, wie die USK auf diese brutalen Szenen reagieren wird. Unser erster Eindruck ist, dass sie gut zum neuen Sam Fisher passen und durch die gekonnte Inszenierung weit mehr sind als nur kalkulierte Provokation. Die USK gibt sich in der Regel Mühe, Sinn und Zweck von Gewalt in Spielen zu untersuchen, statt pauschal zu urteilen.

Die interaktiven Verhörsequenzen haben es in sich: Hier entwendet Sam Fisher dem Glatzkopf schmerzhaft die Waffe, und setzt ihn dann als Abrissbirne gegen fast das gesamte Inventar der Toilette ein.

Tr1nity 28 Endgamer - 101122 - 2. Februar 2010 - 19:40 #

Schöner Test Philipp. Als alte Splinter Cell-Veteranin freue ich mich riesig auf Conviction für den PC - trotz neuem Kopierschutz, der mir zwar nicht 100%ig zusagt, aber dennoch seine Vorteile hat. Und für Sam mache ich sogar ne Ausnahme und werde wohl bereits bei Release zugreifen ;-).

Shatter 09 Triple-Talent - 273 - 2. Februar 2010 - 20:24 #

Yeah, Splinter Cell ist endlich aus dem übersättigten Schleich-Genre ausgetreten und in die Shooter-Nische gelangt.
Für mich war eine Mission in SC immer dann gelungen wenn man ohne "Feindkontakt", also auch KO-Schlagen usw. durchkam. 30 Waffen und Kombokillaktionen sind für mich da eher enttäuschend.
Schade

Olphas 24 Trolljäger - - 48631 - 2. Februar 2010 - 20:49 #

Ganz genau das ist auch mein Problem damit. Ich habe in den ersten drei Splinter Cells ganz bewusst nur dann getötet, wenn es nicht anders ging. Und eben dass das weitestgehend möglich ist fand ich einfach super. Wo hat man denn sonst diese Wahl? Das ist schon verdächtig selten.
Oft ist es zwar nicht der einfachste Weg und hat häufig erfordert, dass man eine ganze Weile in einer dunklen Ecke hockt, aber es war mir die Mühe wert.
Schon Double Agent ist davon abgewichen und nun mutiert Sam Fisher noch weiter zum Killer. Ich verstehe ja die Motivation (Killer seiner Tochter) aber um das Spielerlebnis, dass die ersten drei Splinter Cell Spiele geboten haben ist es schade.

Tr1nity 28 Endgamer - 101122 - 2. Februar 2010 - 21:13 #

Was Double Agent angeht stimmt es nicht ganz. Du kannst das Spiel durchspielen, ohne einen einzigen Gegner zu töten (abgesehen von 2 Entscheidungsszenen, die aber das Spiel von Dir verlangt). Es gibt nur einen, wo Sam aus einem Eisloch auftaucht, der ist aber vom Spiel gescipted.

furzklemmer 15 Kenner - 3200 - 2. Februar 2010 - 23:28 #

Genau so bin ich die Vorgänger auch angegangen. Mir gefällt die Entwicklung aber. Ich steh auf dieses Ex-Super-Agenten-Jack-Bauer-Jason-Bourne-Szenario.

Dr.DDan (unregistriert) 2. Februar 2010 - 21:04 #

Ich bin nicht sicher ob ich es mir Kaufe; ein Kopierschutz, bei dem man seine Spielstände nicht selber sichern kann, ist für mich nicht weniger arg als das ganze Aktivierungszeug der letzten Jahre...

Crizzo 18 Doppel-Voter - 11250 - 2. Februar 2010 - 21:34 #

Schöner Pre-Test :)

Ich hoffe nur, dass "Mark & Exute" sowie der "Geist" das Spiel nicht zu einfach machen. Vor allem bei letztem habe ich die Befürchtung, dass die KI dann wie an der Schnur gezogen, auf den "Geist" zu läuft bzw. mit dem MG Ewigkeiten genau dahin zielt.
Ein Mensch würde dann, wenn er ihn dort nicht mehr sieht, zwar die Gegend in der Richtung absuchen, aber nicht sich nicht zu sehr fixieren. Letzteren Eindruck hatte ich von der Version, die uns auf der GC09 gezeigt wurde.

Weiterhin ist für mich klar, die PC-Version kommt mir nicht ins Haus. Scheinbar will man die PC-Spieler vergraulen, den Kopierschutz möchte ich nicht, den Splitscreen-Modus dagegen schon. Verstehe nicht, wieso das auf dem PC nicht gehen soll. Kane & Lynch: Dead Men hat vorgemacht, das Splitscreen auf dem PC funktioniert!
Also, wird die Xbox360 gekauft, wenn die Finale-Fassung auch so im Test überzeugt und ich ein die günstiger als 60€ erwerben kann^^

Jörg Langer Chefredakteur - P - 349052 - 2. Februar 2010 - 21:37 #

Viele Hersteller denken, PC-Spieler würden nicht gemeinsam vor dem Monitor sitzen, oder würden eh immer per Internet oder im LAN spielen wollen.

Crizzo 18 Doppel-Voter - 11250 - 2. Februar 2010 - 21:49 #

Dieser Irrglaube hat mich u.a. dazu gebracht, mir eine Xbox360 zu kaufen.

Alric 10 Kommunikator - 445 - 2. Februar 2010 - 23:19 #

Tun sie ja auch schon lange nicht mehr. Das gabs vielleicht noch zu Siedler 2 Zeiten.

Roland_D11 15 Kenner - 3685 - 3. Februar 2010 - 14:52 #

Ehrlich? Dann laufen diese Zeiten bei mir zumindest bis zum letzten Wochenende ;-) . Aber vielleicht bin ich auch die Ausnahme von der Regel...

ChrisnotR (unregistriert) 2. Februar 2010 - 22:37 #

Irgendwie schaut dass ganze viel zu leicht aus. Dadurch dass Fisher und seine Kollegen im Nahkampf jedem überlegen und die Wachen viel zu wehrlos sind. Dazu noch jede Menge brutaler Kombomoves die mit einem Tastendruck ausführbar sind und die Steigerung von Autoaim "Mark& Execute. Fertig ist ein Spiel für die zahlenmäßig überlegene MW2-Zielgruppe.

Und der ganze Ablauf ist viel zu sehr auf Action getrimmt worden (Zitat "Like Gears of War"). Der erste und vor allem Teil drei waren sehr gute Spiele, grade weil sie ihren eigenen "Gewalt nur in Notfällen und dann schnell aus dem Staub machen" Stil hatten.

Tja Sam dass wird nix mehr mit uns, aber ich steh halt einfach auf die Stealthschiene. Wenn ich Popkorn-prügel-baller-action möchte, dann zocke ich MW oder ein Street-Fighter, diese Games machen dass besser als Conviction.

Anonymus (unregistriert) 2. Februar 2010 - 22:40 #

Juhu, Splinter Cell kopiert 24 und das Bourne-Game. Noch ne Prise Stirb langsam und fertig ist die Verwässerung einer einstmals außergewöhnlichen Serie! Nicht mit mir..

Alric 10 Kommunikator - 445 - 2. Februar 2010 - 23:19 #

Das erste interessante Splinter Cell. Freu mich richtig drauf.

VanillaMike 14 Komm-Experte - 1875 - 3. Februar 2010 - 9:45 #

Ich werds mir auf jedn für die Xbox kaufen. Der Coop hat mir schon bei Chaos Theory super gefallen. Und die Story ist ja auch net grad schlecht :-D

xanatos32 09 Triple-Talent - 309 - 3. Februar 2010 - 14:51 #

Ich hoffe mal, dass die Missionen immer noch ohne einmal aufzufallen ( durch Geräusche oder Aktionen ) durchzuspielen sind. Allerdings nach allem, was ich bis jetzt mitgekriegt habe, wirds wohl eher vollkommen anders aussehen. Dann freu ich mich stattdessen auf die Story und den Multiplayer-Modus- ich mag Sam zu sehr als dass ich den nächsten Teil verpassen könnte :)!

Houseputz (unregistriert) 6. Februar 2010 - 16:10 #

Ich hab noch NIE Splinter Cell gespielt. Mal sehen ob ich da reinkomme. Aber dadurch das es ja doch nur alltägliche Shooter-Kost ist, wird es schon nicht schlecht sein.

Crizzo 18 Doppel-Voter - 11250 - 6. Februar 2010 - 16:59 #

Dann kauf dir doch günstig die 1. vier Teile. Die gibt es aktuell an jeder Ecke und kosten wirklich nicht die Welt.
Dann bekommst du einen Eindruck, wo die Serie ihre Wurzeln hat. ;)

BiGLo0seR 21 Motivator - 29236 - 6. Februar 2010 - 22:42 #

Nach diesem "Angetestet"-Artikel bin ich wieder richtig gespannt auf das Spiel. Hab das davor eher links liegen lassen und dachte, dass das mit den neuen Funktionen und dem neuen Sam sowieso nichts werden würde, aber anscheinend könnte es funktionieren und das macht mir Hoffnung.
Jetzt bin ich wirklich auf den richtigen Test und das eigentlich Spiel gespannt.

Rechen 19 Megatalent - 16014 - 8. Februar 2010 - 0:07 #

also die folterei finde ich widerlich.

Spartan117 13 Koop-Gamer - P - 1398 - 9. Februar 2010 - 16:20 #

Schade das SplinterCell in die Action nische gerutscht ist.. Ich habe Splinter Cell / Pandora Tomorrow / Chaos Theory geliebt! ab Double Agent ging es langsam runter.. und das mag ich nun garnicht.
Aber da ich die Story von Fisher liebe werd ich das Spiel aufjedenfall gamen.

Carstenrog 16 Übertalent - 4838 - 14. Februar 2010 - 2:07 #

UBI Kopierschutz=No go!

Crizzo 18 Doppel-Voter - 11250 - 14. Februar 2010 - 2:17 #

Gilt nur für den PC. Da ist man zum Glück in der Lage auszuweichen.

Spartan117 13 Koop-Gamer - P - 1398 - 19. Februar 2010 - 21:54 #

ich krieg die Krise -.- ich würde auch gerne ausweichen! habe gerade meine Meinung schon bei Assassins Creed 2 geschrieben... und hier auch so ein Kopierschutz..
grml

Crizzo 18 Doppel-Voter - 11250 - 19. Februar 2010 - 22:30 #

Ging mir bis diesen Sommer leider ähnlich, aber irgendwann haben mich gewisse Unannehmlichkeiten vom PC und exklusiv Titel dazu gebracht, mal 200€ zu investieren.

vadi 15 Kenner - 3746 - 25. Februar 2010 - 18:44 #

Ich bin echt gespannt!

AmerusAres (unregistriert) 10. Mai 2010 - 19:03 #

Wollt mal fragen mit wieviel leuten kann man splintercell im lan zocken? 2 ? oder mehr?

Tr1nity 28 Endgamer - 101122 - 10. Mai 2010 - 19:22 #

Zu Zweit.

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