Test: Mit dem Mech durchs Eis

Lost Planet 3 Test

Packt eure dicksten Pullis ein – es wird eisig. Erneut verschlägt es euch und euren riesigen Mech auf den Planeten E.D.N. 3, auf dem ihr gegen Akriden in den Kampf zieht und die Vorgeschichte der beiden Vorgänger erlebt. Kann der dritte Teil trotz fehlender Koop-Kampagne an die Qualität des guten ersten Teils anknüpfen?
Karsten Scholz 30. August 2013 - 16:36 — vor 2 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal
 
Wer mit den Spielen Turning Point - Fall of Liberty und Legendary nichts anfangen kann, hat nicht viel verpasst – beide Titel erreichen bestenfalls nur spielerisches Mittelmaß. Unglücklicherweise sind das genau die zwei Titel, die Spark Unlimited vor Lost Planet 3 entwickelte. Kein Wunder also, dass die Fans nicht allzu begeistert waren, als Capcom bekannt gab, den dritten Teil der Action-Reihe in die Hände eben jenes kalifornischen Entwicklers zu legen. Und was macht neues Personal, wenn es einer angestaubten Marke neues Leben einhauchen soll? Entweder liefert es signifikante Änderungen zu den Vorgängern oder es besinnt sich auf den Ursprung der Serie. Sparkle entschied sich für die zweite Variante: Zum einen schmissen sie die Koop-Kampagne von Lost Planet 2 (GG-Test: 7.0) raus, zum anderen gehören auch die unterschiedlichen Klimazonen der Vergangenheit an. Lost Planet 3 erzählt die Vorgeschichte zu den beiden Vorgängern, Schnee und Eis sind also an der Tagesordnung. Ob das Vorhaben, qualitativ an den Erstling Lost Planet - Extreme Condition anzuknüpfen, Früchte trägt und ob der Entwickler allen Unkenrufen zum Trotz ein gutes Spiel abliefert, verraten wir euch im Test.

Ein Blick in die Vergangenheit
Der sympathische Jim handelt durchweg menschlich.
In Lost Planet 3 schlüpft ihr in die Rolle von Jim Peyton, einen Minenarbeiter und Söldner, der von der Firma NEVEC angeheuert wird. Mit seinem Mech Gertie – ja, der riesige Stahlkoloss heißt wirklich so – hilft er auf dem Planeten E.D.N. 3 bei Bohrungen nach Thermalenergie aus. Mit Hilfe dieser Energiequelle sollen die akuten Ressourcenprobleme auf der Erde gelöst werden. Gleichzeitig verspricht sich NEVEC natürlich auch fette Gewinne von der Rettung der Menschheit. Neben technischem Knowhow und dem starken Arm eures Mechs werden auch eure Waffenkünste benötigt. Allgegenwärtig sorgen nämlich die aggressiven Akriden, eine an mutierte Insekten erinnernde außerirdische Lebensform, für Ärger. Doch sind die Außerirdischen wirklich die Bösen? Und was findet ihr auf E.D.N. 3, wenn ihr zu tief bohrt?

Die Geschichte von Lost Planet 3 gewinnt sicherlich keinen Oscar für ihr Drehbuch. Einige Wendungen lassen sich zu früh erahnen, auch drosseln die Entwickler zu sehr das Handlungstempo und machen auf dem Weg zum Finale ein oder zwei Schlenker zu viel. Dass wir dennoch Spaß dabei hatten, der Story zu folgen, liegt vor allem an den sympathischen und sehr menschlich handelnden Figuren. Der Hauptcharakter zum Beispiel ist ein Familienmensch, der seine Frau und seinen Sohn über alles liebt. Frostbeulen auf einem entfernten Planeten holt er sich nur, weil es in der Krise die einzige Möglichkeit darstellt, seine Familie zu versorgen. In kleinen Videonachrichten erleben wir hautnah mit, wie er und seine Frau versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Jim hebt sich dadurch positiv von den 08/15-Helden anderer Spiele ab. Dann gibt es da noch den hibbeligen Mechaniker Gale, der sich mit der Hauptfigur immer wieder witzige Wortgefechte liefert. Überhaupt verdienen die Dialogschreiber ein Sonderlob: Die Gespräche sind durchweg gut geschrieben und brachten uns häufig zum Schmunzeln.

Third-Person-Action und Ego-Mechs
Gruselstimmung kommt höchstens zu Spielbeginn auf. Die Action liegt stattdessen ganz klar im Fokus.
Doch genug um den heißen Brei herumgeredet. In der Lost Planet-Serie geht es schließlich darum, sich mit glühendem Lauf durch Massen von Aliens zu ballern. Und genau das macht ihr auch im dritten Teil – serientypisch aus der Third-Person-Perspektive. Dafür bedient ihr euch einem recht konservativen Arsenal an Waffen: Zu Beginn steht euch nur eine Pistole zur Verfügung, später kauft ihr euch bei Händlern ein Sturmgewehr, eine Jagdflinte, einen Granatwerfer oder eine Shotgun – samt Verbesserungen wie einen erhöhten Munitionsvorrat. Besonders imposant ist die Armbrust, die drei explosive Bolzen auf einmal verschießt. Die dafür notwendigen Zahlungsmittel erhaltet ihr für absolvierte Quests und erledigte Feinde – die Bewohner von E.D.N. 3 nutzen nämlich die von Akriden hinterlassene Thermalenergie als Währung. Einen Gesundheitsschub gibt es durch das Aufsammeln der Energie aber nicht mehr, eure Lebenspunkte regenerieren sich nach einiger Zeit automatisch. Apropos Quests: Abseits der Hauptgeschichte dürft ihr auch optionale Missionen angehen. Neben weiterer Energie liefern die Zusatzaufgaben auch neue Munitionsarten für eure Waffen, die ihr aber nicht zwingend benötigt, um das Spiel auf einem der drei Schwierigkeitsgrade durchspielen zu können.

Doch stapft ihr in Lo
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st Planet 3 nicht ausschließlich per pedes durch den Schnee – die meiste Zeit reist ihr stattdessen mit eurem Mech durch die Zonen von E.D.N. 3. Da der Koloss sehr langsam unterwegs ist, nehmen eure Rundgänge durch die linear aufgebauten Schlauchlevels gerade anfangs viel Zeit in Anspruch. Später schaltet ihr dann eine Schnellreise-Funktion frei, mit der ihr bestimmte Gebiete direkt ansteuert. Euer stählernes Ungetüm ist dieses Mal aber nicht wie noch in den Vorgängern bis an die Zähne bewaffnet. Der Arbeitsroboter wurde ursprünglich nicht für den Kampf konzipiert und besitzt daher weder Gatling Gun noch Raketenwerfer, sondern einen Bohrer sowie einen Greifarm. Im weiteren Spielverlauf rüstet ihr Gertie mit einem Schweißbrenner, einer Winde oder einem eingebauten Defibrillator auf. Neu ist außerdem, dass ihr euren Mech aus der Cockpit-Perspektive steuert, was für ein intensiveres Kampfgefühl als noch in den ersten beiden Teilen sorgt. Müsst ihr hingegen ein Gebäude betreten oder eine Bohrung durchführen, steht euch Gertie als mobiler Stützpunkt zur Verfügung, der euch mit Munition und Waffen versorgt und zudem die nähere Umgebung nach Feinden abtastet.
Mit dem Bohrer eures Mechs Gertie veranstaltet ihr eine ganz schöne Sauerei. Wer die wohl wegwischen darf?
lolaldanee 13 Koop-Gamer - 1236 - 30. August 2013 - 17:04 #

ein spiel das abgestraft wird weil es zu lang ist, dass ich das noch erlebe *schnüff*
der wahn immer auf kurzen spielen rumzuhacken geht mir sowas von auf den senkel, gibt es doch nichts ärgeres als spiele die unnötig gestreckt sind
bestes beispiel ist dragon age 1: wäre das spiel nur halb so lang gewesen und hätte nicht jeden dungeon ins unendliche gestreckt wäre es um ein gutes stück besser gewesen!

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23313 - 30. August 2013 - 17:30 #

Angesichts der Vita von Spark Unlimited hätte sich das Capcom eigentlich denken können. Schade um die Marke.

BFBeast666 14 Komm-Experte - 2062 - 31. August 2013 - 0:06 #

Amen. Und ich dachte, nach "Operation Racoon City" hätten sie ihre Lektion gelernt. Hoffentlich besinnen sich Namco, Capcom und Co wieder auf gute japanische Handwerkskunst, anstelle ihre Flagschiffmarken im Westen verhunzen zu lassen. Seien wir mal ehrlich - was ist denn bisher Gutes aus dieser Idee entsprungen? Nix. Aber das ist eh eins meiner Lieblingsthemen, deswegen halt ich die Klappe, bevor ich in einen erneuten Mega-Rant ausufere...

Ich will wieder ein Postkartenlandschaft-Megadrift-Ridge-Racer! Und nicht so einen dämlichen F2P-Unbounded-Nachschlag. Ups, falsches Thema :)

bsinned 17 Shapeshifter - 6833 - 30. August 2013 - 17:34 #

Außer bei einem Video von den Rawiioli-Jungs hab ich noch nie Spass mit Lost Planet gehabt und das scheint sich mit Teil 3 auch nicht zu ändern.

Sciron 19 Megatalent - P - 15787 - 30. August 2013 - 17:36 #

Eigentlich schade drum, da man sich ja wieder mehr am recht guten 1. Teil orientiert hat. Das mit der kurzen Unverwundbarkeit bei der Ausweichrolle, kann aber durchaus so gedacht sein. Kommt eigentlich auch in anderen Spielen häufig vor, dass man bei solchen Aktionen diese ominösen "Invincibility Frames" hat.

Serenity 15 Kenner - 3262 - 30. August 2013 - 18:17 #

Der fehlende Coop ist für mich das Haupt-KO-Kriterium, vieleicht mal bei nem Steam-Sale aber ich hab noch genügend anderes Futter... Danke für den Test

FPS-Player (unregistriert) 1. September 2013 - 9:03 #

Ich hab mal ca. eine Stunde in das Spiel bei einem Kumpel reingeschaut und muß sagen, das die Zwischensequenzen ein wirklich hohes Niveau haben, die Mimiken sind absolut hervorragend, mMn.

Das Spiel selbst finde ich hingegen sehr langweilig. Hat man alles schon mal gesehen.

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